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Ungewissheit

von Mel0305
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Angst / P12 / Gen
Dr. Anja Licht Franz Hubert Johannes Staller Martin Riedl Reimund Girwidz Sonja Wirth
18.08.2018
28.10.2018
18
32.527
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13.09.2018 2.215
 
Hubsi schließt einen Moment die Augen und holt tief Luft um all seinen Mut zusammenzunehmen. „Ich möchte alles über die Operation wissen, den Ablauf, die Risiken einfach alles.“, spricht er es nun aus. Anja und Clemens sehen sich völlig überrascht an, und sie schlägt die Hand vor den Mund. „Oh mein Gott Hubsi, ist das…dein Ernst?“, fragt sie vorsichtig und er nickt zögerlich.
„Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist, aber ich will…es versuchen. Hilfst du mir?“, fragt er leise.
Sie sieht abwechselnd zu ihm und zu Clemens, dann wieder zu ihm. „Ja, ich werde dir helfen Hubsi.“, sagt sie und legt ihre Stirn gegen seine.
„Ich hole deine Aufnahmen, daran können wir dir am Besten erklären was bei so einer OP gemacht wird. Wenn du nichts dagegen hast, bringe ich Doktor Johnson mit. Er würde die Operation durchführen, er ist der Beste, den man kriegen kann Franz. In einer halben Stunde bin ich mit ihm zurück, so kannst du eine Kleinigkeit essen, sonst wird es zu spät.“, sagt Clemens und deutet auf das Tablet. Er hat den OP bereits für den nächsten Morgen als erstes reserviert.

Clemens ist in sein Büro zurückgekehrt. „Steven, ich denke du wirst morgen früh operieren können.“, lässt er seinen Freund wissen. „Er hat zugestimmt?“, fragt er erstaunt. „Wir sind auf einem guten Weg, er möchte mehr darüber erfahren und wir werden ihm in einer halben Stunde alles erklären und seine Fragen beantworten. Aber ich glaube ja, er wird der OP zustimmen, geblockt habe ich den bereits und auch das notwendige Personal ist veranlasst.“ „Steven nickt, „Das ist wirklich gut. Wir müssen ihm aber auch sagen, was sein kann.“. „Ich weiß und ich wünschte, wir könnten es ihm verheimlichen.“ Die beiden Ärzte besprechen ihre weitere Vorgehensweise, um Franz davon zu überzeugen, die Operation machen zu lassen.

Auf dem Krankenhausflur läuft ein fremder Mann, und er ist kein gewöhnlicher Besucher. Bei dem Besucher handelt es sich um einen Reporter. Er hat Wind von der Sache bekommen und hat sich vorgenommen, herauszufinden wie es um den Polizisten wirklich steht. Wenn er Glück hat, gelingt ihm ein Foto, doch erst will er versuchen an Informationen zu kommen. So geht er erst einmal am Schwesternzimmer vorbei um zu sehen wie viele Schwestern da gerade sind. Es sind zwei, Schwester Maria und eine Lernschwester. „Schwester Maria, ich habe die Medikamente soweit alle fertig.“, sagt sie. „Gut, bei Herrn Hubert kommt noch etwas hinzu, Doktor Clemens wird morgen früh mit dem Arzt aus Amerika die Operation vornehmen, als aller erstes. Das heißt wir müssen dafür sorgen, dass ein Beruhigungsmittel für den Nachtdienst schon mit auf seinem Tisch steht. Die Operation ist bereits für 7 Uhr angesetzt, also notieren wir 6 Uhr für die Einnahme.“, erklärt Maria der jungen Kollegin. Gemeinsam mit ihr machen sie die Eintragungen in der Akte des Polizisten, als auf einmal eine Klingel ertönt. Es ist die Klingel, die ein Patient gedrückt hat, die da ertönt. „Zimmer 12, das ist Frau Engel, dann komm mal mit Lena wir müssen eh ihren Verband wechseln.“ Sie verlassen das Schwesternzimmer, schließen die Tür und gehen zum Zimmer wo die Lampe aufleuchtet, zusammen mit dem Wagen, auf dem sie alles haben was sie nun brauchen werden.
Der Reporter hat sich versteckt und kommt erst hervor als die beiden Krankenschwester das Zimmer betreten. Er sieht sich um, und drückt die Türklinke runter doch sie ging nicht auf, also nimmt er eine Karte zu Hilfe, was er sehr geschickt macht und die Tür ist auf. Der Mann betritt das Schwesternzimmer, und findet die Patientenakten sehr schnell. Die vom Polizisten liegt sogar noch offen da, und er fotografiert sie einfach ab. So hat er auch die Zimmernummer schon und macht sich wieder auf den Weg das Schwesternzimmer schnell zu verlassen.
Er sucht die Zimmernummer und gerade als er die Tür vorsichtig aufmachen will, hört er eine Frauenstimme, die sehr dicht an der Tür zu stehen scheint. Dann geht sie auf und eine Frau mit dunkelblondem Haar tritt heraus. „Ich bin gleich zurück, ruh dich ruhig noch aus ich bring dir noch einen Tee.“, sagt sie und macht sich auf den Weg. Auf dem Flur läuft sie an einen Mann vorbei der aussieht als sucht er etwas, doch sie kümmert sich nicht weiter darum.
Als die Frau aus seinem Sichtfeld verschwunden ist zückt er wieder seine Kamera, denn nun muss er sich beeilen, das weiß er. Er öffnet also leise die Tür, und schiebt sich ebenso leise in das Zimmer. Der Mann, den er da im Krankenbett liegt sieht hat die Augen geschlossen, und so macht er schnell zwei Fotos, verlässt das Zimmer und das Krankenhaus.

Anja, kommt mit Tee zurück und findet ihn schlafend vor. Da der Tee noch sehr heiß ist, lässt sie ihn einfach schlafen. Ihr Ex-Mann ist scheinbar bereit die Operation machen zu lassen und sie hofft inständig das alles gut verläuft. Die Tür öffnet sich nach einem verhaltenem Klopf. Es ist Clemens mit dem amerikanischen Arzt. „Hallo Anja, oh er schläft?“, bemerkt er. „Ja, aber ich denke wir sollten ihn dann wecken. Es wird doch sonst sicher alles zu spät oder?“, möchte sie wissen. „Nun, der OP ist morgen früh für 7 Uhr für Franz bereit. Aber ja du hast recht, wir sollten ihn wecken.“ Gesagt getan, man weckt ihn und in der nächsten halben Stunde erfährt Hubsi was bei der Operation machen möchte. Seine Fragen werden beantwortet und als sie versucht haben einer Frage auszuweichen, drängt er darauf die Wahrheit zu erfahren. So erfährt er, für wie lange die Operation angesetzt wird, und dass man ihn danach erst einmal wieder auf die Intensivstation bringen wird, was als reine Vorsichtsmaßnahme dienen soll.
Dann sind alle Fragen beantwortet die Franz hat und er schließt noch einmal die Augen, um tief Luft zu holen und um sich einen Moment zu nehmen.
„Hubsi?“, spricht ihn Anja leise an. „Alles okay?“, möchte sie nun wissen, als er die Augen wieder öffnet und er nickt. „Also gut…dann operiert mich.“, gibt Franz seine Entscheidung preis. Alle Anwesenden sind erleichtert darüber.

Am nächsten Morgen sitzt Anja mit einem Kaffee wartend vor dem OP, man hat ihn gerade reingebracht und Clemens hat ihr gesagt sie soll sich sonst noch gerne hinlegen, da es ja länger dauern würde. „Nein, ich werde hier warten. Ich würde eh nicht schlafen können. Außerdem werden seine Kollegen sich bei mir melden. Ich habe zwei von ihnen informiert, damit alle Bescheid wissen.“ „Also gut, dann werde ich jetzt gehen. Das wird schon, bis später.“ Ein kleiner Kuss auf die Stirn und er verschwindet im OP-Bereich.
Die Zeit vergeht nicht, zumindest kommt es Anja so vor. Ihren Kaffee hat sie schon längst ausgetrunken und sie beschließt sich in der Cafeteria noch einen zu holen und tut dies. „Einen Kaffee bitte, aber bitte to go.“ „Sehr gerne, einen Moment.“, und die Bedienung macht sich daran. Anja sieht sich um, es gab sogar Zeitschriften, vielleicht sollte sie sich was mitnehmen, denn 2 Stunden würde sie mindestens noch warten müssen. Da fällt ihr Blick auf die Münchener Tageszeitung, und entscheidet auch diese mitzunehmen. Sie nimmt sich also zwei Zeitschriften, ein Rätselheft und die Zeitung. Als sie alles bezahlt hat, geht sie zurück und die Warterei geht weiter. Die Zeitschriften und Tageszeitung hat sie neben sich auf den Stuhl gelegt und sie nimmt die letztere zuerst. Als sie die Zeitung, die auf Hälfte gefaltet ist umdreht erstarrt sie.

          „Wird der Wolfratshausener Polizist nach Rettungsaktion gelähmt bleiben?“
Springt die Überschrift sie an, und direkt da drunter ist ein Bild auf dem Hubsi in seinem Krankenbett zu sehen ist.
„Das…darf doch nicht wahr sein?!“, spricht sie aus. Sie liest den Artikel und kann kaum glauben, was da steht. Sie geht aus dem Vorraum vom OP raus, um telefonieren zu können und sie ruft Sonja im Revier an.
„Anja, ist die OP schon vorbei?“, fragt Sonja gleich. „Nein, die dauert noch ungefähr 2 Stunden aber…sag mal habt jemand von euch heute schon den Münchener Kurier gelesen?“, fragt sie.
„Nein, wieso?“ „Da ist ein Foto von Hubsi drinnen, und ein Artikel. Die Überschrift lautet,“ und liest sie Sonja vor. „Was? Wie kommen die an diese Informationen?“ „Ich weiß es nicht, sag mal ich habe die Nummer von Barbara nicht, kannst du sie anrufen und fragen ob sie sich mal schlau machen kann?“ „Natürlich, das ist eine bodenlose Frechheit. Ich schicke dir eine SMS, wenn ich was weiß.“ „Danke, ich geh wieder zurück. Diese Warterei ist die Hölle.“ „Das glaub ich dir, wir zittern hier mit.“, erwidert sie.
Nicht nur Anja hat den Artikel gelesen und das dazugehörige Foto gesehen, sondern auch der Klinikchef und der greift umgehend zu seinem Hörer. „Frau Winter, verbinden Sie mich mit unserem Anwalt, so schnell wie möglich und danach fragen Sie nach wie weit man bei der Operation ist.“ „Sehr wohl her Direktor, ich kümmere mich um alles.“, gibt seine Sekretärin an und beide legen auf.
Keine 5 Minuten später hat er den Anwalt am Telefon. „Haben Sie die Zeitung von heute schon gelesen? Ich erwarte, dass der Reporter, der das geschrieben hat und der, der das genehmigt hat zur Verantwortung gezogen werden!“ Das Foto und die in dem Artikel preisgegebenen Details fallen unter das Patientengeheimnis und diese hat man sich auf die hinterhältigste Art und Weise zu eigen gemacht.“ „Selbstverständlich, dass verstehe ich und ich werde mich umgehend mit dem Redakteur in Verbindung setzen. Was sagt ihr Patient dazu?“, möchte der Anwalt nun wissen. „Der weiß es noch gar nicht, denn er befindet sich derzeit im Operationssaal. Und wenn es nach mir geht, würde ich ihm das verheimlichen, aber das wird schlecht gehen.“, sagt der Direktor frustriert. Der Anwalt verspricht noch einmal sich umgehend darum zu kümmern und sich dann zu melden. Dann beenden sie das Gespräch, und dann klopft es auch schon an seiner Tür und seine Sekretärin tritt ein.
„Die Operation wird wohl noch knapp 2 Stunden dauern Herr Direktor.“ „Danke für die Info, ich möchte danach umgehend mit Doktor Mehrtens sprechen, und für den Patienten werden wir im Trakt der Privatpatienten ein Zimmer herrichten. Würden Sie das bitte veranlassen?“, „Aber selbstverständlich Herr Direktor,“, lässt sie ihn lächelnd wissen.
Gleich darauf macht sie sich an ihre Arbeit und der Direktor sieht noch einmal in die Zeitung und schüttelt den Kopf.

Zwei Stunden später ist die Operation geschafft und man bringt den Patienten erst einmal wie angekündigt auf die Intensivstation. Während dies geschieht, geht Clemens zusammen mit Steven zu Anja. „Und? Wie ist die Operation gelaufen?“, möchte sie natürlich sofort wissen. „Nun, erst einmal hat er sie überstanden, wir haben die Schwellung entfernt. Es war eine Ansammlung von Blut und stark geschwollenem Gewebe so dass wir uns die Wirbel ansehen konnten als.“, Clemens sieht zu Steven, nimmt Anja am Ellenbogen und führt sie zu den Stühlen, dann setzen sie sich. „Wir haben einen Wirbel mit einem anderen, mit Hilfe von zwei Platten verbinden müssen.“ Anja sieht ihn erschrocken an. „Heißt das er…“, „Nein, nein das heißt noch gar nichts. Das bedeutet nur, dass wir dort eine Fixierung vorgenommen haben, da der Wirbel angebrochen ist und das war die einzige Möglichkeit. Ich werde mit dem Reha-Zentrum Kontakt aufnehmen. Dadurch das Franz insoweit in einer guten körperlichen Verfassung ist, sollten wir nicht zu lange warten. Ich möchte ihn so schnell wie möglich dort unterbringen, spätestens Anfang nächster Woche. Sobald er wach ist, werde ich mit ihm reden und ihm alles erklären.“
„Dieses Reha-Zentrum, ist das sicher?“, will Anja wissen denn sie denkt an den Zeitungsartikel. Clemens sieht sie verwundert an, dann zu seinem Kollegen und wieder zurück. „Wieso sicher? Was meinst du damit Anja?“, will er nun wissen. „Sie nimmt die Zeitung vom Stuhl neben sich und gibt sie ihm. Er sieht sie sich an und kann nicht glauben was er dort sehen muss. „Das darf doch wohl nicht wahr sein. Wie zum Teufel kommt der an so ein Foto?“, stellt er die Frage mehr sich selber. Aber nun weiß er was Anja meint.
„Ich werde mit dem Direktor sprechen müssen, wobei ich mir vorstellen kann, dass er das hier schon gesehen hat. Wir lassen uns was einfallen Anja, das verspreche ich dir.“ „Ich möchte ihn sehen bei ihm sein, wenn er aufwacht. Ich muss immer an diese Angst in seinem Blick denken, diese Verzweiflung. In all den Jahren habe ich Franz noch nie so erlebt.“ „Steven wird dich zu ihm bringen, ich muss mit dem Chef sprechen, wir sehen uns später.“ Die drei trennen sich, Steven bringt Anja zur Intensivstation, wo er alles noch einmal checkt und lässt Anja allein. „Wenn etwas sein sollte, ich bin im Büro von Clemens.“ „Danke, für alles Doktor Johnson. Auch wenn Hubsi das so nicht zeigen kann, ich weiß das auch er Ihnen dankbar ist.“ „Schon okay, er wird noch einen harten Weg haben, aber wenn sein Wille stark ist, wird er es schaffen.“ Der Arzt lächelt, während Anja Hubsis Hand nimmt und ihm immer wieder über die Stirn streicht, sie bekommt nicht einmal mit, dass Steven Johnson geht.

Franz wird zwar wach, ist jedoch von der Anästhesie noch so geschafft, dass er immer wieder einschläft. Und das ist auch gut so, er braucht diese Ruhe und Kraft, so entscheidet Clemens das Gespräch zu verschieben.
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