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2 Seelen ein Gedanken

GeschichteHumor / P12 / Gen
18.08.2018
18.08.2018
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~beta gelesen


Ich stand vor dem Backwarenregal im Supermarkt.
»0,35€ 100 g Puderzucker«, hieß es auf dem Preisschild.
Ich nahm eine der quadratischen Packung und legte sie in meinen Korb. Puderzucker, Backpulver, Sahne und 150 Gramm Himbeeren...
Ich ging die Einkaufsliste noch einmal im Kopf durch.
Schokolade, es fehlte noch Schokolade.
Ich schlenderte 3 Regale weiter und siehe da, Zartbitter-/ Vollmilch-/Haselnuss-/ Milka-und Rittersportschokolade; alles schön geordnet in einer Reihe. Ich verglich die Preise.
Würde mein Geld überhaupt noch für eine ganze Tafel reichen?
Panisch zog ich zum gefühlten fünften mal mein Portemonnaie aus der Tasche.
10€ und... 3 mal 2€ Stücken, 50ct, 2 mal 10ct, viel zu viele 1 ct Stücken...
Wie teuer waren überhaupt die Himbeeren gewesen?
Eilig lief ich zurück zu den Obstregalen und schaute auch dort abermals auf das Preisschild.
»2, 89€.«
Ja, ja dann müsste alles hinkommen.
Ich stellte mich an die Kasse hinter ein recht kleines Mädchen mit langen rot-orangen, Haaren. Sie schien sichtlich nervös, genau wie ich.
Was würde passieren, wenn mir 10 ct fehlten? Dann müsste ich wahrscheinlich den Puderzucker zurücklegen lassen und damit würde ich die ganze Schlange hinter mir aufhalten und alle wären genervt und-
Atme…
Ich holte drei mal tief Luft.
Ich hatte ein Dutzend mal nachgezählt. Ich konnte mich gar nicht verrechnet haben.
Ich legte selbstbewusst die Sachen auf das Kassenband ab und stutzte.
Das Mädchen vor mir hatte genau die selben Produkte eingekauft wie ich.
Puderzucker, Sahne, Backpulver, Himbeeren und 2 Tafeln Schokolade; einmal Zartbitter- und einmal Haselnussschokolade.
„9 Euro und 57 Cent, bitte.“, sagte die Frau an der Kasse.
Das Mädchen gab ihr einen Zehner und verstaute ihre Sachen im Rucksack. Jetzt war ich an der Reihe.
Mit trostloser Miene scannte die Frau die Produkte ein.
„9 Euro und 57 Cent, bitte.“ Auch ich gab ihr den Zehneuroschein aus meiner Geldbörse.
Verdutzt schaute sie von dem rothaarigen Mädchen und mir hin und her.
Sie schien sich nicht entscheiden zukönnen, ob sie lieber belustigt, weiterhin genervt, oder doch eher verwirrt sein sollte.
So rasch es ging, schnappte ich mir meine sieben Sachen, nahm mein Wechselgeld und wünschte ihr noch einen schönen Tag.
Den hatte sie wirklich nötig.

Was für ein Zufall, dass das Mädchen vor mir die selben Dinge gekauft hatte, dachte ich. Ich hätte sie nach ihrem Namen fragen müssen. Ich ärgerte mich, dass ich es nicht getan hatte.
Sie kam mir so bekannt vor.
Irgendwo hatte ich sie schon mal gesehen, ich wusste nur nicht wo...
Ich bog um die Ecke und ging auf mein Fahrrad zu und da stand sie: klein, rothaarig und mit einem bezaubernden Lächeln im Gesicht.
Sie schien zu warten und das vor meinem Fahrrad.
„Hey.“
Ihr Lächeln wurde eine Spur breiter.
„Ich bin Alice."
Sie streckte mir die Hand hin.
Verwirrt blinzelte ich mehrmals.
Was?
Ich nahm sie und schüttelte sie.
Alice…Alice, irgendwas klingelte da bei mir.
Ich nahm sie noch einmal näher in Augenschein.
Sie hatte Sommersprossen im Gesicht und eine kleine Stupsnase. Ihre großen, haselnussbraunen Augen strahlten, genau wie ihr Lächeln. Ihre leicht welligen Haare hingen ihr über die Schulter und betonten ihre freundlichen und liebenswerten Züge nur noch mehr.
Aber, das konnte doch nicht sein! Es war unmöglich, dass sie hier war.
„A-Alice? Alice Fairchild?“, stotterte ich.
„Jap, genau die.“ Ihr Lächeln wurde noch breiter ,wenn das überhaupt noch möglich war.
„Oh mein Gott, ich fasse es nicht. Du bist mein OC!“
Mit dieser Erkenntnis fiel ich ihr vor Freude weinend in die Arme.
Ich stand hier mit meinem OC, der so lebendig wirkte, wie eh und je.
War das zu fassen?
Sie löste sich aus meinem Klammergriff und strich sich die roten Haare aus dem Gesicht. Wenn ich sie jetzt betrachtete, wirkte sie sogar noch schöner.
„Also, was machen wir jetzt?“
Bei dieser Frage ging mir das Herz auf. Hatte ich etwa die Gelegenheit etwas mit ihr zu unternehmen? Oh, ich hoffte der Kassiererin würde heute auch noch etwas so tolles passieren.
Ich hackte mich bei Alice unter und sagte mit einem Grinsen, was wahrscheinlich genauso breit war wie ihres: „Wir Zwei gehen jetzt ein Stück Kuchen Essen.“ Arm in Arm gingen wir also die Straßen entlang in Richtung meines Lieblingscafés
»le petit tasse à cafè«

Es war, wie immer recht voll in dem kleinen Restaurant.
Kellner in Lavendel farbenen Schürzen schwirrten um die einzelnen kleinen, runden Tische herum und verteilten Getränke und Kuchen oder nahmen Bestellungen auf. Der ganze Raum war erfüllt von dem Duft nach Heißer Schokolade und Kaffee. Wir setzten uns an meinen Lieblingsplatz: eine Sitzecke neben den Deckenhohenfenstern und in der Nähe der Kaffeemaschine, wo der Duft nach den köstlichen Heißgetränken am stärksten war.
Wir setzten uns gegenüberauf der farblich dazu passenden Minisessel und grinsten uns über die Dekopflanze hinweg an.
Ich war mir sicher, dass Alice dieses Café liebte.
Wir bestellten uns beide eine Heiße Schokolade -natürlich mit Sahne- und einen warmen Pflaumen-Streuselkuchen.
Alice ergriff zuerst das Wort.
„Also, ich habe eine wichtige Frage bezüglich der FF,“ ein Grinsen stahl sich auf meine Lippen.
Ich hatte eine sehr genaue Ahnung, um was sich diese Frage handeln würde, „…was wird aus mir und Julian. Kommen wir zusammen?"
Ihre Augen funkelten sehnsüchtig bei dem Gedanken an Julien.
„Ich kann dir so viel verraten: Du und Julian, ihr seid mein Lieblingspair.“
Etwas enttäuscht, dass ich ihre Frage nicht zu 100% beantwortet hatte, fuhr sie mit ihrer Zweiten fort.
„Sky ist doch in Raphael verliebt, oder? Ich vermute es schon die ganze Zeit, aber mir gegenüber, ist sie in diesem Thema immer total stur und will nicht darüber reden.“ Bei dem Gedanken daran, verschränkte sie mürrisch die Arme vor der Brust. Selbst schmollend sah sie immer noch total süß aus.
Tja, es war ein Segen und ein Fluch, dass ich ihre Erschafferin war.
„Ich verstehe durch aus, warum Sky dir nichts zu ihrer Beziehung mit Raph erzählen will. Aber unter uns…“ ich beugte mich näher zu ihr heran und flüsterte leise weiter: „…Sky ist total in Raph verliebt.“
Ein kleiner Siegesschrei entfuhr Alice' Kehle.
„Ich wusste es. Ich wusste es. Ich wusste es. Die beiden wären soooo süß zusammen." Sie nahm einen triumphierenden Schluck ihres Kakaos.
Ich tat es ihr gleich.
Es war ein so tolles Gefühl hier zu sitzen und mit Alice zu reden, jedoch etwas verwirrte mich an dieser ganzen Geschichte.
„Sag mal Alice, wie funktioniert das hier? Wie bist du herkommen und warum? Und wann musst du wieder gehen?" Bei diesen Fragen fühlte ich einen kleinen Stich in meinem Herzen.
Sie musste ja wieder gehen, spätestens beim nächsten Kapitel.
Alice schien zu überlegen, dann antwortete sie: „Schwer zu sagen, ich weiß nur, dass Sky und mir angeboten wurde, zu dir zu kommen für einige Stunden. Warum weiß ich um ehrlich zu sein auch nicht.“
Sky war also auch hier. Dann musste sie mit Kuraikonechan unterwegs sein.
Oh Gott, die beiden im selben Haus, das konnte nicht gut gehen.
Alice schien das gleiche zu denken.
„Ich habe Sky angeboten mit mir zukommen. Doch sie sagte nur, dass sie es mit zwei von mir niemals aushalten könne.“ Genau das, hätte Kuraikonechan auch gesagt.
Bei diesem Gedanken fing ich an zu schmunzeln. Eine weitere Frage schwirrte mir durch den Kopf.
„Was hattest du eigentlich in dem Supermarkt zu suchen?"
„Achso ja, mir wurde gesagt, dass ich dich dort finden würde und dann dachte ich, wenn ich schon mal da bin, könnte ich auch gleich Zutaten für den Kuchen kaufen, den ich später noch backen wollte. Izzy hat miserable Koch- und Backkünste, daher wollte ich das Backen für sie übernehmen. Wo wir gerade beim Thema sind, warum ist die einzige in der FF, die für uns Essen kocht, jemand, der gar nicht kochen kann?“
Egrade als ich auf diese Frage eingehen wollte, kam auch schon die Nächste.
„Manchmal beneide ich Sky, dafür, dass sie ein Halbvampir ist. Kann ich nicht auch noch einer werden?“ Alice und Halbvampir? Nein, ganz bestimmt nicht. Ich überspielte ihre Frage mit einem Lächeln.
Plötzlich sanken ihre Mundwinkel nach unten und sie drückte sich tief in die Polster des Sessels.
„Alice?"
Ihre Augen waren weit aufgerissen und fixierten eine Stelle über meinem Kopf. Ich traute mich nicht, mich zu bewegen.
„Alice, was ist da?" Meine Stimme zitterte leicht.
„S-spinne."
Eine was?
Ich drehte meinen Kopf und tatsächlich, dort am Fenster krabbelte eine kleine Spinne, die begann ihr Netz zu spinnen.
Ich drehte mich wieder zu ihr um.
„Ali, es ist nur eine kleine Spinne. Die tut dir nichts."
Ihre Augen folgten immer noch jeder kleinen Bewegung des 8 -füßigen Tieres.
„Du kämpfst gegen Dämonen, die viel schlimmer und größer sind, als dieses kleine Tierchen.“
„A-aber Dämonen können nicht über mein Gesicht krabbeln!"
Naja, also das ließe sich einrichten, aber das sagte ich nicht laut.
Alice schien jetzt schon einem Zusammenbruch nahe.
„Okay, dir eine Spinnenphobie zu geben, war wohl doch nicht eine meiner besten Ideen. Aber irgendwelche Ängste musstest du ja haben!"
Alice wandte sich wieder mir zu und erwiderte: „Das Problem ist nur, dass du mir Ängste verpasst hast, die total unpraktisch sind. Ich habe Angst vor Dunkelheit und engen Räumen! Dann kommt noch meine Anatidaephobie dazu.“ Ja, ihr die Angst zu geben, von Enten beobachtet zu werden war ebenso etwas unüberlegt.
Aber man kann sich seine Ängste nicht aussuchen. Zumindest Alice nicht.
„Ich gebe ja zu, dass ich im Thema Ängste ein bisschen...übertrieben habe."
Sie wirkte nur wenig besänftigt.
„Aber hey, du bist süß und liebenswert." Ihre Augen verengten sich zu Schlitzen und funkelten mich böse an.
„Und deshalb traut mir niemand etwas zu! Na, danke auch... Das mit der Niedlichkeit wird ein Nachspiel haben."
Mh, ich hätte ihr nicht die Eigenschaft nachtragend geben dürfen. Apropo Nachtragend.
„Außerdem könntet ihr bitte versuchen, Sky nicht nochmal fast sterben zu lassen. Das war der Horror.“
Kuraikonechan würde jetzt sagen: Ohne Spannung ist es keine gute FF!
Was ja auch stimmte, aber das schien mir gerade etwas unangebracht, Alice war nicht gerade in Hochstimmung.
Das musste geändert werden.
„Äh, wie wäre es... wenn ich ein ...Weihnachtsspecial schreiben würde?"
Was besseres war mir auf die Schnelle nicht eingefallen, doch Ali schien der Vorschlag zu gefallen. Sofort hellte sich ihre Miene wieder auf.
„Oh ja, mit Plätzchen und so?"
„Jahaa, mit ganz vielen Plätzchen."
Und schon lächelte sie wieder, als hätte ihr gerade jemand ein Katzenbaby geschenkt.

Wir standen vor meiner Wohnungstür. Alice musste jetzt gehen, zurück in ihre eigene Geschichte. Ich würde sie vermissen.
„Achso und nochwas: wehe das mit Julien und mir wird nichts. Dann war's das mit unserer Freundschaft."
Wenn ihr Gesicht dabei nicht so süß gewesen wäre, hätte ich ihre Warnung auch ernst genommen, aber so…
Ich winkte ihr noch zum Abschied und ehe ich es mir versah, war sie auch schon verschwunden.

Autorengelaber: Hey, alle die es noch für nötig halten, das Gelaber eines Autoren zu... lesen. Das ist eine kleine FF zu diesem wirklich coolen Projekt;]


Der Charakter Alice Fairchild stammt aus der FanFiktion:  City of new life
Bei Bedarf könnt ihr ja mal reinlesen ;), ich würde auch mal behaupten es lohnt sich.
Naja dann, man liest sich.
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