Paper Cranes

GeschichteAllgemein / P16
Akira Touya Hikaru Shindou OC (Own Character)
17.08.2018
19.08.2018
2
5203
 
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Da dieses Fandom sehr klein ist (besonders hier) und ich ebenfalls etwas dazu beitragen wollte, habe ich mich entschlossen eine der besten Fanfiktion die ich jemals gelesen habe dem deutschen Publikum zugänglich zu machen.

Die Alterseinstufung und das Genre können sich noch ändern (wenn ich mich endlich entscheiden kann, was das hier ist, bzw.) mit dem Voranschreiten der Story, die ist laut spontaneite nämlich noch nicht einmal bei der Hälfte angelangt (23 Kapitel, Stand 17.08.18).

Wer das Original lesen möchte, hat hier  (https://tenspontaneite.tumblr.com/post/148747029321/paper-cranes-1?is_related_post=1) oder hier (https://archiveofourown.org/works/7762027/chapters/17700841) die Möglichkeit. Letztere Version ist die leicht überarbeitete, die ich verwende.



Disclaimer: Diese Geschichte ist eine Übersetzung der Fanfiktion „Paper Cranes von spontaneite. Sämtliche Figuren, Handlung und Gedanken gehören nicht mir, die Erlaubnis zur Übertragung ins Deutsche ist vorhanden.

Weiterverbreitung dieses Textes ist ohne spontaneites und meine Erlaubnis verboten.

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Es dauerte zwei Jahre, bis sich die Dinge wirklich zu verändern begannen, und es begann mit seinen Ferien.Hikaru reservierte die Woche um den 5. Mai zwei Monate im Voraus, wobei er sicherstellte, dass das Institut während dieser sieben Tage in keiner Weise offizielle Termine für ihn hatte. Das bedeutete, dass wenn Leute ihn nerften, am Go Institute Festival teilzunehmen, das am Beginn des Monats stattfand, er sie so gründlich fertig machen konnte, wie er wollte. In den Wochen vor seiner Freizeit musste Hikaru dies häufig und eindringlich tun, da die Leute nicht glauben wollten, dass er irgendein leicht zugängliches Go-Event verpassen würde. Das war zu erwarten, bedachte man, dass man Hikaru normalerweise genauso wenig von Go-Ereignissen fernhalten konnte, wie einen Fluss dazu zu zwingen, in die falsche Richtung zu fließen.

Von den vielen Leuten vor denen Hikaru seinen Urlaub verteidigen musste, war Waya der erste. Er begann die ganze Aufregung ungefähr einen Monat vor dem Event, in dem er fragte:

„Unterrichtest du auf dem Festival? Ich hörte Touya tut´s . Aber er ist, du weist schon, fünf Dans  höher als du, also ... "Der Junge grinste ihn an, scheinbar ignorierend, dass er den gleichen offiziellen Rang wie Hikaru hatte und daher Touya um genauso viele Dan-Grade unterlegen.„Er wird nicht lange so viele Grade voraus sein", schwor Hikaru heftig, hinzufügend: „Aber nein, ich unterrichte nicht."„Also was, du wirst nur herumlaufen und wieder die Spiele anderer Leute kritisieren?" Der Junge verschränkte die Arme und sah halb amüsiert und halb genervt aus. Hikaru war gut darin, diesen Ausdruck zu provozieren.Er grinste wegen der Worte, weil ja, das war so ziemlich seine übliche Vorgehensweise bei Go-Veranstaltungen, wo sie ihn nicht als Lehrer eingetragen hatten. Er würde sich zu den Spielen zwischen Amateuren einladen und sie dazu bringen, die Fehler in ihren Händen zu bemerken, wobei die Spieler oft hin- und hergerissen waren zwischen sehr beleidigt oder sehr dankbar werden. Die Hälfte von ihnen verließ die Veranstaltung und nannte ihn "Shindou-sensei", und die andere Hälfte fuhr ihn an, er solle aufhören ihre Spiele zu unterbrechen. Er hatte sogar versehentlich einen Typen aus dem Event geworfen, indem er ihn dazu gebracht hatte, eine zu große Störung zu verursachen.„Ich würde genau das tun", stimmte er zu und bereitete sich darauf vor, die Bombe fallen zu lassen, „Wenn ich tatsächlich zum Festival gehen würde. Was ich nicht tue. «Er lehnte sich zurück und wartete auf die unvermeidliche Reaktion.Waya starrte ihn verständnislos an. Wie erwartet, schien er diese Möglichkeit überhaupt nicht zu registrieren. „Sei nicht dumm, natürlich gehst du zum Festival."„Nee", widersprach Hikaru.„Du gehst zu jedem verdammten Festival in Tokio, egal wie dumm oder unbedeutend. Natürlich gehst du.“ Er klang sehr sicher.„Noope."„Shindou, lüg nicht über etwas so dummes, es gibt keine Möglichkeit dass du nicht gehst!"„Tue ich absolut nicht."Er verbrachte die gesamte Mittagspause damit, Varianten von „Nein", „Nope" und „Teufel nochmal, nein" zu rezitieren, Waya verjagend, damit er zu dem Spiel zurückkehren konnte, das die Zeitplaner um seine Ferienzeit herum hinein gequetscht hatten. Die ganze Sache hatte ihn so amüsiert, dass er die zweite Hälfte des Spiels hindurch wahnsinnig grinste und schnell mit seinem Fächer gegen den Goke tippte. Sein Gegner schien dadurch mehr als leicht gestört und spielte nicht annähernd so gut wie zuvor, was enttäuschend war, aber naja.



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Waya hörte verdammt noch mal nicht auf, ihn zu nerven, was bedeutete, dass sich die Nachricht verbreitete, was bedeutete, dass Touya davon hörte, und natürlich weigerte sich sein Rivale schlicht, zu glauben, dass er ein Go-Event verpassen würde. Dieser Unglaube wurde durch die Tatsache verstärkt, dass das Young Lions-Turnier näher rückte, und anscheinend würde Hikaru es sich niemals erträumen, es zu verpassen.Deshalb blieb Touya sehr zuversichtlich in seiner Einschätzung, dass Hikaru einfach log, und sorgte dafür, dass er das jedes mal sagte, wenn sie sich sahen, was in diesen Tagen ziemlich oft vorkam. Seine Gewissheit über die Angelegenheit dauerte ungefähr vier Tage und starb einen schnellen Tod nachdem Hikarus Name nicht in den Matchlisten für das Young Lions-Turnier erschienen war. Danach wurde der Nanadan aggressiv und misstrauisch und begann seine Erklärung zu fordern und hörte nicht auf.„Was könntest du schon tun? Ich habe bei der Vereinigung nachgefragt, du hast die ganze Woche gebucht!" Sie waren, wie so oft, im Go-Salon seines Vaters. Diesmal hatten sie jedoch noch nicht einmal angefangen zu spielen, bevor sie sich stritten. Die anderen Gäste beobachteten mit Interesse, sich bewusst, dass dies eine Abweichung von der üblichen Routine war, und vielleicht eine, die nicht damit enden würde, dass unschuldige Go-Steine ​​geworfen wurden.„Nun, weißt du, manchmal machen die Leute Urlaub, Touya", erklärte Hikaru langsam und freundlich. "Und, siehst du, so ziemlich jeder, der arbeitet, hat eine Auszeit für den Urlaub. Besonders in der Golden Week. Das ist eigentlich der Sinn der Golden Week. "„Wozu willst du schon Urlaub machen?", fragte Touya und klang ehrlich verblüfft und empört zugleich. Hikaru würde ihn einen Go-besessenen Freak nennen, weil er nicht verstand, warum jemand Urlaub machen wollte, aber das wäre leicht heuchlerisch von ihm. Nur ein bischen.„Ich gehe auf eine epische Reise", antwortete Hikaru sofort.„Wohin?"„Wohin auch immer der Wind mich führt", verkündete er und genoss den Anblick seines Rivalen, der immer mehr und mehr wütend wurde.„Shindou! Sag mir einfach warum du Ferien nimmst! "„Ich muss mich selbst finden", antwortete er ernst.Es gab eine Pause. Dann, mit einem spektakulär ausdruckslosem Gesicht, meinte sein Rivale: „Das macht nicht einmal Sinn."„Ich gehe auf eine schöne Reise der Selbstentdeckung", erklärte Hikaru. „Es wird mich verändern. Ich werde als erleuchteter Mann zurückkommen, der mit meinem innersten Selbst und den Kräften der Natur in Verbindung steht. "Touya sah wütend aus. Es war wunderschön. „Das machst du nicht", beschuldigte er. „Du gehst etwas Lächerliches machen und du bist zurückhaltend, weil du weißt, dass es idiotisch ist. Das ist es, oder? "„Touya", sagte Hikaru langsam. „Ich wusste nicht, dass du Erleuchtung so sehr hasst, und das ist sehr traurig. Aber du solltest nicht zulassen, dass dein Hass andere Menschen davon abhält, inneren Frieden zu erlangen. "Ein unzusammenhängendes Knurren entkam Touya anstatt Worte. Es war ein sehr befriedigendes Geräusch.

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Hikaru war sehr gut darin, Leute zu ärgern. Er war auch ziemlich gut im Bullshitting. Diese Fähigkeiten verbanden sich gut, um alle Versuche abzulenken, ihn zum Festival zu bringen oder ihn zu seinen Ferien zu befragen. Hikaru beharrte fest auf seiner Behauptung, dass er sich auf eine einwöchige Reise begab, um „sich selbst zu finden", vermischt mit gelegentlichen Kommentaren über kosmische Kräfte und die Fülle der Natur, sowie gelegentliche Sprichwörter über Selbsterkenntnis.Die meisten Leute waren sehr leicht abzulenken, wegen der oben erwähnten Fähigkeit Hikarus im nervig sein. Einige waren ein bisschen geschickter. Ogata fragte einmal nach seiner Urlaubszeit. Als der Titelverteidiger prompt mit der inzwischen geübten Erleuchtungserklärung begrüßt wurde, verdrehte er die Augen und fragte nicht mehr. Seine Mutter fragte, und an seinen Schwachsinn gewöhnt, borend, bis er zugab, dass er an ein paar Orte ging, einschließlich Kyoto, und bei Yashiro in Osaka blieb. Das war natürlich meistens richtig - er blieb für einen Tag bei Yashiro, aber das war ein Lockvogel.Akari, die auch sehr an Hikarus Schwachsinn gewöhnt war, ging direkt zu seiner Mutter und erfuhr von seinen Reiseplänen und hielt den Mund nur als Gegenleistung für das Eingeständnis, dass er im Grunde die ganze Woche in Kyoto verbringen wollte. Als er nach seinen Plänen für die Stadt befragt wurde, ging Hikaru prompt direkt zum Erleuchtungsspiel zurück und fügte hinzu, dass er plante, viele Schreine zu besuchen, was tatsächlich stimmte.Da sie die Teufelin war, die sie war, verlangte Akari tägliche Versicherung, dass er noch am Leben sei, sowie fotografische Beweise, dass er mindestens drei verschiedene Schreine besuchte. Da sie wenigstens einen seiner Freunde über sein Ziel informieren konnte und ihn deshalb der vereinten Macht des Kansai-Zweiges aussetzte, stimmte er widerstrebend ihren Bedingungen zu und scheuchte sie aus dem Haus.

Als die Tage vor seiner Reise vorbeigingen, entdeckten die Leute, die Hikaru wirklich kannten, wie hartnäckig er sein konnte, da er als Grund für seine Entscheidung wiederholt die Suche nach Erleuchtung angab.

Er wurde verdammt gut darin und besuchte sogar diskret eine Bibliothek, um ein paar Bücher über Rhetorik durchzublättern. Genug, damit er ein völlig ernstes Gesicht behalten konnte, während er Schwachsinn erzählte und sehr entschlossen wirkte, während er es tat.„Ich habe in letzter Zeit gemerkt, dass ich nicht weiß, wie ich in der Gegenwart leben soll.", sagte  Hikaru feierlich zu der neuesten Person, die ihn nach dem Festival fragte, einem neuen ersten Dan, der nicht durch Insei gekommen war. Sie war ziemlich gut für einen zufälligen Ex-Außenseiter und auch nett, aber wahrscheinlich zu leichtgläubig, um eine Unterhaltung mit ihm lange zu überleben.

„Ich kann den Moment nie genießen, weißt du? Und es gibt noch andere Dinge ... auch wenn eine Woche nicht genug Zeit ist, um Erleuchtung zu erlangen, kann ich immer noch einen Rat bekommen, wie ich anfangen soll. "„O-oh", sagte die Shodan, welche Yamada Suzume hieß. Sie sah ein wenig verwirrt aus. „Das ist… nett? Ich freue mich für dich."„Shindou, du bist so voller Scheiße", informierte Waya ihn, nachdem er eine Minute zuvor mit Isumi angekommen war. Er wandte sich an Yamada und sagte ihr: „Hör nicht auf diesen Typen, alles was er sagt ist eine Lüge."Hikaru runzelte die Stirn über seinen Freund. „Waya, ich verstehe nicht, warum du dich deshalb so seltsam verhältst! Was ist so schlimm daran, dass ich mich verbessern will?" Er schaffte es, ein wenig empört und verletzt zu klingen. All das Bullshitting war gut für seine schauspielerischen Fähigkeiten.Yamada sah zwischen ihnen hin und her und runzelte ebenfalls ein wenig die Stirn. „Waya-san", sagte sie zögernd. „Es ist nicht sehr nett, Leute kleinzumachen, die sich selbst verbessern wollen. Es ist nicht meine Aufgabe zu sagen, aber ... vielleicht solltest du deinen Freund mehr unterstützen."Hikarus Ausdruck wurde etwas steif als er verzweifelt versuchte, nicht zu lachen.„Oh mein Gott.", sagte Waya und starrte Hikaru anklagend an. „Das ist unglaublich."Yamada sah aus, als würde sieetwas sagen wollen, aber Isumi hielt sie auf und lächelte sehr freundlich. „Yamada-san", sagte er und das Mädchen errötete ein wenig. Vielleicht war sie in Isumi verknallt; Das war bei jungen Go-Enthusiastinnen nicht ungewöhnlich. „Ich versichere dir, Shindou-kun genießt es, Leute zu betrügen und sagt nicht die Wahrheit. Trotzdem ist es sehr nett von dir, solche Dinge zu sagen. Wenn du uns für ein paar Minuten mit Shindou-kun allein lassenwürdest? "Der junge Mann war überaus höflich, bezauberte das arme, leichtgläubige Mädchen leicht aus dem Gespräch und ging zu einem Kollegen in der Nähe, wo er schnell ein Spiel zwischen den beiden arrangierte und sie diesem überließ.„Isumi, das war obszön.", sagte Waya zu ihrem Freund und dann zu Hikaru: „Und du, du bist viel schlimmer.""Es ist sehr traurig, dass du immer noch nicht darüber hinweg bist. Ich fange an zu glauben, dass du dir Sorgen machst, dass ich zu sehr erleuchtet werde und in ein Kloster gehe ", antwortete Hikaru mit deutlich weniger ernstem Gesicht als zuvor.Isumi, der das zum ersten Mal erlebte, hob eine Augenbraue und sah Waya fragend an. Der braunhaarige Junge schaute zurück und nickte. „Ja, ich habe dir davon erzählt."Hikaru hatte kürzlich erkannt, dass viele seiner Freunde genauso stur und streitsüchtig waren wie er. Er war sich nicht ganz sicher, wie es dazu gekommen war, aber er begann zu glauben, dass man, um gut in Go zu werden, stur und gelegentlich streitlustig sein musste. Waya demonstrierte diese hartnäckige Kampflust, indem er genüsslich sagte: "Isumi sagte, das könnte ein Hokuto-Pokalsache sein! Dass du von der Erinnerung an deine Niederlage so gedemütigt wurdest, dass du es nicht aushalten würdest, an diesem Jahrestag hier zu sein! "„Waya, das ist nicht das was ich gesagt habe." Isumi seufzte, als Hikaru sich ein wenig beruhigte. Er genoss die Erinnerung an diesen Verlust nicht, der sich am Jahrestag des Verlierens von Sai ereignete. Sein Gesichtsausdruck wurde dunkel.„Es ist aber völlig richtig, oder?", fragte Waya gelassen. „Deshalb machst du es dieses Jahr nicht."„Ganz und gar nicht.", widersprach Hikaru, sich etwas aus der Bahn geworfen fühlend.Isumi und seine scharfen Augen bewegten sich zu ihm, anscheinend zielstrebig. „Eigentlich dachte ich, was vor zwei Jahren passiert ist, könnte relevanter sein.", sagte er, und Hikaru ... versuchte, nicht zu reagieren, und fixierte einfach seinen Ausdruck. Es fühlte sich ziemlich künstlich an. „Das war, als du dich Monate lang von Go zurückgezogen hast, wenn ich mich erinnere."Hikaru, nach einem Moment, sammelte sich bewundernswerterweise und erklärte: „Genau richtig! Darüber habe ich gesprochen! Wenn ich mich nicht von meinen Fehlern in der Vergangenheit abwenden kann, wie kann ich dann die Gegenwart schätzen? Ich muss Zeit mit Nachdenken verbringen, um mich mit dem zu arrangieren, wer ich bin, oder ich werde nie in Frieden finden."„Du würdest die Bedeutung von Friedens nicht erkennen, wenn es auf dich zukäme und dich mit einem lebenden Fisch ins Gesicht schlagen würde.", sagte Waya. „Wenn du also nach Frieden suchst, kannst du genauso gut aufgeben, deinen Urlaub absagen und zum Festival kommen. Du bist zum Scheitern verurteilt. "„Ich nehme an, keiner von uns kann wirklich verstehen, was Frieden ist", grübelte Hikaru und ignorierte absichtlich den Großteil der Aussage seines Freundes. „Es ist etwas, worüber ich auf meiner Reise ausführlich meditieren muss.“



Waya, leicht abzulenken, wurde erfolgreich von der Nachforschung abgebracht. Isumi beobachtete jedoch zu scharf - aber er sagte nichts, und das war gut genug, wirklich.

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Aufgrund der doch recht langen Kapitel werde ich sie in drei Teile spalten und so hochladen.



Wer Rechtschreibfehler oder ähnliches findet kann mir gerne Bescheid sagen, gleiches gilt für Ideen für bessere Übersetzungen einzelner Passagen.

Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen, der Rest des Kapitels wird etwas düsterer.



LG Nightfriend
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