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Verschwörung im eigenen Volk

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Het
17.08.2018
23.03.2019
96
170.219
10
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16.09.2018 2.758
 
''Wir werden so schnell wie möglich wieder zurück sein.'' Mit diesen Worten gingen die beiden Zwerge durch ein kleines rundes Tor zu den Schienen der Tiefenbahn.

Eine Stunde zuvor.

Seit dem er erfahren hatte was alles geschehen war während er ohnmächtig war sind weitere vier Tage vergangen. Dragomier war inzwischen wieder vollständig genesen. Die meisten seiner Wunden waren gut verheilt und hatten nicht einmal Narben hinterlassen. Nur auf seinem Rücken waren zwei nicht so gut verheilt. So hatte er jetzt auf dem linken und rechten Schulterblatt jeweils eine kreisrunde Narbe. Er stand mit nacktem Oberkörper vor einem großen Spiegel und betrachtete sich. Trotz des Monats im Bett hatte er nichts von seinem leicht muskulösen Körperbau eingebüßt. Seine feuerroten Haare waren länger geworden. Diese hatte er sich aber von Varla wieder auf die alte Länge stutzen lassen. Er schaute in sein Gesicht. Er hatte nun einen deutlichen Vollbart. Er hatte ihn etwas gestutzt aber nicht entfernt. Er drehte sich um und schaute sich die beiden Narben auf seinem Rücken an. ''Sie sind gut verheilt'', sagte Orina die eben mit einem schwarzen Oberteil mit kurzen Ärmeln zu ihm kam. Er nahm es danken an und zog es sich über den Kopf. Danach reichte Orina ihm, ebenfalls schwarze, Handschuhe. Seine Hose und die Stiefel waren ebenfalls schwarz. Über sein Oberteil zog er noch eine schwarze ärmellose Weste. Er nahm sein Gewehr und hängte es sich auf seinen Rücken. Die Türe öffnete sich und Varla, Karan und Magni traten ein. Der König zeigte inzwischen mehrere Symptome. Er erlitt immer wieder Schwächeanfälle, seine Glieder schmerzen ihm und er hatte manchmal das Gefühl das seine Organe von innen verbrennen würden. Natürlich blieb das im Volk nicht unbemerkt. Es wurden Fragen gestellt und die wildesten Theorien aufgestellt. Nicht nur über den zustand des Königs sondern auch um das plötzliche Verschwinden der Prinzessin und Dragomier. Vor zwei Tagen hatte Magni zu seinem Volk gesprochen und ihnen alles mitgeteilt. Das Volk war bestürzt und wütend zu gleich. Die Nachricht das ihre geliebte Prinzessin bereits seit vier Wochen vermisst wird traf sie alle schwer. Als sie erfuhren das Dragomier überlebt hatte und seine Genesung gut voranschreiten würde atmeten die Zwerge auf. Es gab ihnen wieder etwas Kraft und Hoffnung.
Karan war gerade dabei die genaue Wirkungsweise des Giftes zu erklären. Dragomier, Varla, der König und auch die Zwillinge hörten ihm aufmerksam zu. ''Der König befindet sich jetzt im zweiten Stadium. Sobald er in das dritte kommt wird es sehr schmerzhaft für ihn'', erklärte Karan. Der König lag auf seinem Bett und verzog immer wieder das Gesicht vor Schmerzen. ''Im dritten Stadium entfaltet das Gift seine volle Wirkung. Es wird anfangen die lebenswichtigen Organe wie das Herz, die Lunge und auch das Gehirn anzugreifen. Allerdings wird es ihr Opfer nicht töten, zumindest noch nicht. Dieses Gift ich so ausgelegt das es über einen längeren Zeitraum hin das Opfer langsam und qualvoll tötet.'' Die Zuhörer nickten aufmerksam. ''Im vierten und letzten Stadium wird das Gift dann alle Organe die ich eben aufgezählt habe'', Dragomier viel ihm ins Wort: ''Also Herz, Lunge und Gehirn.'' Karan nickte: ''Es wird alle gleichzeitig zerfressen was über einen Zeitraum von bis zu drei Stunden gehen kann. Wenn er dieses Stadium erreicht ist jede Hoffnung verloren, nicht das wir welche hätten.'' Alle anwesenden ließen betrübt die Köpfe sinken. ''Wann wird das vierte Stadium eintreten?'', fragte Varla, die neben Magni auf einem Stuhl saß und seine Hand hielt. Karan antwortete ohne lange nachzudenken: ''In ungefähr drei Tagen.''

''ICH HABE DIE LÖSUNG'', hörten alle plötzlich jemanden rufen. Sie drehten sich um und sahen Bärenhüter der mit zerzaustem Haar und einem Brief in seiner Hand auf sie zugerannt kam. Dragomier musste schmunzeln. So aufgeregt hatte er seinen Meister noch nie gesehen. Der Elf blieb vor ihm stehen und reichte ihm den Brief. Er nahm denn Zettel und schaute auf die Schriftzeichen. ''Ließ ihn laut vor'', sagte Bärenhüter. Dragomier nickte und las laut so das es alle Anwesenden hören konnten vor:

''Mein lieber Bärenhüter,
schön mal wieder von dir zu hören. Auch wenn ich mir wünschen würde das die Umstände bessere wären. Ich habe deine letzte Nachricht erhalten und wir haben unsere Bibliothek die ganze Nacht auf den Kopf gestellt. Das Glück war uns schließlich hold. Wir haben eine Formel gefunden. Eine Formel für das Gegenmittel des Königsgiftes. Wir werden sofort damit beginnen es herzustellen. Allerdings müsstest du es abholen. Ich kann zur Zeit niemanden entsenden.
Bitte antworte schnell. Ich freue mich darauf dich wieder zu sehen mein alter Freund.
In größter Hochachtung.
Temptation.''

Dragomier senkte den Brief und verstand gar nichts mehr. Varla hingegen schien genau zu wissen wer diese Temptation war. Er schaute sie an: ''Wer ist Temptation und wieso hat sie ein Gegenmittel für das Königsgift? Ich dachte es gibt keines?'' ''Dachten wir alle'', sagte Bärenhüter, ''Wir haben uns offensichtlich geirrt.'' ''Und um deine erste Frage zu beantworten'', sagte Varla, ''Temptation ist eine Menschenfrau. Sie ist ein Paladin und eine alte Freundin deines Meisters.'' ''Aber woher hat sie diese Formel?'', fragte Dragomier und wurde langsam ungeduldig. ''Temptation ist kein normaler Paladin. Sie ist die Anführerin einer sehr mächtigen Gilde. Sie nennen sich ''Die Hüter der Könige'' und haben es sich zur Aufgabe gemacht die Könige und Königinnen der Allianz zu beschützen.'' ''Und warum sind sie dann nicht auch hier?'', fragte der junge Jäger und wurde leicht wütend. ''Weil ich es abgelehnt habe'', hörte er den König sagen der auf sie zugelaufen kam. Karan verdrehte die Augen und sagte: ''Mein König ihr müsst euch ausruhen.'' Der nickte und sagte: ''Moment bitte Karan. Dragomier ich wollte nicht das sie uns beschützen. Ich dachte unsere eigene königliche Wache würde dafür ausreichen. Einen Irrtum den ich auf die harte Tour lernen musste. Dragomier ich werde dich zu Temptation entsenden um ihr meine Entschuldigung zu überbringen und die Bitte uns zu unterstützen.'' Dragomier sah ihn mit großen Augen an. ''Und was ist mit Moira? Wir wissen immer noch nicht wo sie ist und was Ernatos mit ihr vorhat.'' Der König nickte traurig und Bärenhüter sagte: ''So leid es mir tut aber im Moment können wir nichts für sie tun.'' ''Dragomier ich mache dir einen Vorschlag'', sagte Varla und schaute ihren Ziehsohn an, ''Du gehst nach Stormwind, überbringst Temptation die Nachricht und holst das Gegenmittel und ich und Bärenhüter werden in der Zwischenzeit versuchen etwas über Moiras momentanen Aufenthaltsort herauszufinden.'' Dragomier überlegte kurz und nickte dann. ''Einverstanden.'' Der König nickte und sagte: ''Ich werde gleich eine Nachricht an Temptation verfassen lassen.'' ''Und ich werde ihr eine Nachricht schicken das du auf dem Weg zu ihr bist'', sagte Bärenhüter, drehte sich um und ging zur Tür. Gerade als er sie öffnen wollte kam eine der Wachen herein und sagte: ''Euer Majestät entschuldigt die Störung aber vor der Tür steht ein junger Zwerg der mit Varla sprechen möchte. Er sagte sein Name sei Barl.'' Varla und Bärenhüter schauten sich überrascht an und der König blickte zu Varla. Diese nickte und der König sagte: ''Lasst ihn reinkommen.'' Der Soldat verbeugte sich und verließ den Raum wieder. Kurz darauf öffnete sich die Tür erneut und ein Zwerg im Alter von achtzehn Jahren trat herein. Er trug ein rotes Oberteil mit kurzen Ärmeln und passend dazu eine rote Hose und schwarze Stiefel. Er trug an einem schwarzen Gürtel zwei Dolche an seiner linken Hüfte. Der junge Zwerg schaute etwas schüchtern zu Boden als ihn alle Anwesenden anschauten. ''Barl'', sagte Varla und kam auf ihn zu, ''Was machst du den hier und was wolltest du mich fragen? Kann das nicht warten. Wir stecken hier in einer wichtigen Besprechung.'' Seit Barl aus der Loge ausgetreten war hatte sich Varla um ihn gekümmert und bei sich aufgenommen. Dragomier drehte sich zu Barl und schaute ihn an. Er wusste natürlich das seine Ziehmutter ihn aufgenommen hatte. Barl blickte Varla in die Augen und sagte leise, so das nur sie es hören konnte: ''Ich muss mich bei dem König und Dragomier entschuldigen.'' Die Zwergenfrau zog eine Augenbraue nach oben. ''Wofür denn mein Junge.'' Er schaute den König und den Jäger an und sagte laut so das es alle im Raum klar und deutlich hören konnten: ''Dafür das Trog euch so viel Ärger macht.'' Alle schauten ihn fragend an. ''Barl was meinst du damit?'', fragte Varla. ''Es war die Loge. Sie steckt hinter der Entführung.'' ''Die Loge also'', murmelte Bärenhüter. Varla schaute zu ihm und sagte: ''Sieht so aus als hättest du recht gehabt mit deiner Vermutung. Da steckt mehr dahinter.'' Sie wante sich wieder an Barl: ''Und wie passt Ernatos da rein?'' Jetzt schaute Barl alle fragend an: ''Was der Magier ist darin verwickelt?'' ''OK Vergiss die Frage'', sagte Varla. ''Aber wieso hast du die königlichen Wachen nicht gewarnt? Das alles hätte verhindert werden können'', sagte Optira. ''Weil ich nicht wusste was die Loge vorhatte'', sagte Barl, ''Mein Vater ist Mitglied und hat wohl geahnt das ich euch warnen würde.'' Dragomier hatte die ganze Zeit über still zugehört. Er ließ sich alles was Barl eben gesagt hatte durch den Kopf gehen. Eine unkontrollierte Wut überkam Dragomier und er stürmte mit einen Schrei auf den jungen Zwerg zu. Dieser erschrak und trat ein paar Schritte zurück. Varla fing ihren Ziehsohn ab und hinderte ihn so zu Barl zu kommen. ''Dragomier beruhige dich. Er ist nicht mehr in der Loge. Er stieg am Abend des Überfalls aus. '' Er ließ von Varla ab aber seine Wut war noch nicht verflogen. Er zeigte auf Barl und schrie: ''DEINE VERFLUCHTE LOGE IST FÜR DIESEN GANZEN MIST VERANTWORTLICH. SIE HABEN WERNAT, INRA UND NEUN WEITERE SOLDATEN AUF DEM GEWISSEN. SIE SIND SCHULD DARAN DAS MAGNI VERGIFTET WURDE, DASS ICH FAST GETÖTET WURDE UND WAS DAS SCHLIMMSTE IST SIE SIND FÜR MOIRAS ENTFÜHRUNG VERANTWORTLICH.'' Barl schaute zu Boden und nickte erneut. ''UND DU HAST DEN MUT HIER AUFZUTAUCHEN UND DEN KÖNIG UM VERZEIHUNG ZU BITTEN. ICH SOLTE DICH........ICH SOLTE......'' ''Warum bist du hier?'', fragte der König mit ruhigem Ton und versuchte gleichzeitig Dragomier damit etwas zu beruhigen. ''Ich bin nicht wie die Loge und mein Vater.'' ''Das sagen sie alle'', spottete Dragomier, ''Ihr von der Loge seid alle gleich. Du hast das gleiche Blut wie dein Vater. Was macht dich anders?'' Barl schaute ihn wütend an und erwiderte: ''Und was macht DICH so besonders. Du konntest nicht einmal die Prinzessin beschützen.'' Klick. In Dragomier hatte sich gerade ein Schalter umgelegt. Im nächsten Moment verlor sein Gesicht jedes bisschen Wut und er brach zusammen. ''DRAGOMIER'', rief Varla und rannte auf ihn zu. Der junge Jäger saß auf den Boden und schluchzte leise. Varla legte im ihre Hand auf die Schulter. Er schloss Varla in eine Umarmung die sie erwiderte. ''Ist ja gut, mein Junge. Alles ist gut.'' Barl der sich nicht vom Fleck bewegt hatte bekam jetzt ein schlechtes Gewissen. ''Tut mir leid'', sagte er kleinlaut, ''Ich wollte nicht das das passiert.'' Varla sagte ohne ihn anzuschauen: ''Er liebt Moira sehr und macht sich unglaubliche Vorwürfe das er sie nicht beschützen konnte.'' Dragomier hatte sich wieder beruhigt. Er löste sich aus Varlas Armen und stand auf. Mit einem emotionslosen Gesichtsausdruck lief er auf Barl zu. Direkt vor ihm blieb er stehen und schaute auf ihn herab. Er war einen halben Kopf größer als Barl. Seine rotbraunen kurzen Haare passten gut zu seinen braunen Augen. ''Nein'', sagte Dragomier und schüttelte den Kopf, ''Mir tut es leid. Ich hätte nicht so die Beherrschung verlieren dürfen. Das war dumm. Damit hab ich mich angreifbar gemacht.'' Bärenhüter im Hintergrund musste lächeln. ''Und so wird der Schüler langsam zum Meister'', dachte er.
''Also Barl'', sagte der Elf, ''dann erzähl doch mal.'' Er nickte und begann: ''Ich war zwar ein Mitglied der Loge aber das auch nur durch meinen Vater. Er ist ein Dunkeleisenzwerg und voller Hass gegen alle anderen Völker. Ich habe diesen Hass allerdings nie geteilt. Ich wusste zwar das die Loge irgendwas großes geplant hatte aber nicht was. Glaubt mir ich hätte euch sonst wirklich gewarnt.'' ''Wie ein Dunkeleisenzwerg siehst du aber nicht aus'', sagte Orina. Barl nickte und erklärte: ''Noch etwas das meinem Vater sehr an mir missfällt. Ich habe die meiste Zeit meines Lebens an der Oberfläche verbracht, weshalb ich auch nicht so blass bin wie die anderen aus meinem Volk.'' Alle nickten und Dragomier begriff seinen Fehler Barl gegenüber und sagte: ''Barl, ich habe dich falsch eingeschätzt. Ich hoffe du kannst mit verzeihen?'' ''Das kann ich. Ich hoffe du kannst mir auch verzeihen?'' Dragomier lächelte und streckte seine Hand aus. ''Freunde?'', fragte er. Barl ergriff die Hand und sagte: ''Freunde.'' ''Gut jetzt wo das geklärt wurde können wir uns wieder auf das wesentliche konzentrieren. Das die Loge dahinter steckt ändert einiges aber nicht unseren Plan. Dragomier du reist nach Stormwind und holst das Heilmittel'', sagte Bärenhüter. ''Heilmittel?'', fragte Barl ungläubig, ''Es gibt ein Heilmittel?'' ''Ja und Dragomier wird es holen'', antwortete der Elf. ''In diesem Fall möchte ich dich begleiten'', sagte Barl an Dragomier gewandt. Der schaute ihn überrascht an nickte dann aber. "Warum nicht ich könnte etwas Gesellschaft gebrauchen.'' ''Also gut dann macht euch schnell fertig. Ihr müsst die Tiefenbahn benutzen. Damit seid ihr binnen weniger Stunden am Ziel.'' Die beiden jungen Zwerge nickten und verließen den Raum.

Eine halbe Stunden später standen sie zusammen mit Varla, Bärenhüter und dem grauen Bären Barok am Eingang zur Tiefenbahn. Der König durfte auf Karans Befehl hin sein Bett nicht mehr verlassen. Er hatte protestiert aber Karan antwortete: ''Wenn es um eure Gesundheit geht habe ich das Recht euch zu befehlen euer Bett nicht zu verlassen.''
Dragomier umarmte gerade Varla und sagte dabei: ''Mach dir keine Sorgen. Es wird schon alles gut gehen.'' ''Bitte beeil dich wir haben nur noch drei Tage danach erreicht Magni Stadium vier und dann können wir ihm nicht mehr helfen.'' Er nickte. Barl stand daneben und musste leicht lächeln. ''Ich habe Temptation eine Nachricht geschickte das du und Barl mit der Tiefenbahn auf dem Weg seid und in ein paar Stunden ankommen werdet. Man wird euch dort empfangen.'' Bärenhüter schaute seinen Schützling an und sagte dann noch: ''Und keine Sorge wegen deiner letzten Jägerprüfung. Aufgrund der besonderen Umstände kannst du sie ablegen sobald du zurück bist." Dragomier lächelte kurz. Bärenhüter nickte und fuhr fort: ''Varla und ich werden versuchen, während ihr weg seid, etwas über Moiras Aufenthaltsort herauszufinden.'' Dragomier nickte. ''Können wir aufbrechen?'', fragte Barl und Dragomier nickte erneut. ''Wir werden so schnell wie möglich wieder zurück sein.'' Mit diesen Worten gingen Dragomier und Barl durch ein kleines rundes Tor zu den Schienen der Tiefenbahn.
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