Black Lotus

von JessLee
GeschichteDrama, Humor / P18
J-Hope Kim Seokjin OC (Own Character) RM Suga
14.08.2018
03.10.2019
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Yoongis Sicht:

Verwirrt zog ich meine Augenbrauen zusammen und sah den verrückt und beängstigend breit grinsenden rosaroten Panter an.
„Ist das ein Schlüssel?“ Übernahm Jangmi die Frage, die ich so eben aussprechen wollte, woraufhin die Runde in der wir saßen und eigentlich nur Namjoon genüsslich seinen Kuchen aß, synchron zu nicken begann.
„Und wofür ist der?“ Mit einem Ausdruck im Gesicht, der komischer nicht aussehen könnte, zwinkerte Jimin uns zu.
„Das ist der Schlüssel für dein Herz, Hyung! Wir haben ihn Jangmi geklaut, um auch ein bisschen liebe zu bekommen!“ Seinen eigenen Witz wie ein irrer feiernd, schmiss sich der Rosahaarige nach hinten und hing sich lachend an Taehyung, welcher gleich neben ihm saß.
Emotionslos und mit erhobener Augenbraue sah ich ihn an und wartete darauf, dass er mir eine richtige Antwort auf meine Frage geben würde.
„Unmöglich, dass du den hast! Immerhin musste ich dieses Schloss knacken und hatte keinen Schlüssel.“ Nun schmunzelte ich tatsächlich und ließ meinen Blick zu dem Mädchen neben mir gleiten, welche über den Blick der Jungs vor sich zu kichern begann und sich an meine Schulter lehnte.
„Das ist so süß! Ich kann nicht mehr!“ Quiekte Taehyung und klammerte sich an Namjoon neben ihm, welcher sich an dem Kuchen verschluckte, welchen er bis eben noch genüsslich verzehrt hatte.
„Jetzt sag schon, für was der Schlüssel ist.“ Seufzte ich leicht überfordert und rieb mir meine Schläfen. So sehr wie ich diesen Haufen auch mochte, so nervig konnte er auch manchmal sein.
„Okay, Okay.“ Beschwichtigend erhob Jimin die Hände und setzte sich aufrichtig hin.
„Also wir. Alle versammelten hier.“ Mit einer weiten Handbewegung breitete er seine Arme schwungvoll aus und grinste erfreut. „Wir alle werden zusammenziehen.“ Verdattert, da ich mich auch hätte verhört haben können, blinzelte ich die Runde an und wartete auf die schlechte Pointe in diesem Witz, doch blieben alle stumm. Nur ein erneutes einvernehmliches Nicken war zu erkennen, während ich mich fragte, ob dies nun wieder einer dieser stumpfen Witze wäre, den ich nicht verstanden hätte. Dies kam immerhin schon einige Male vor, jedoch wirkte dies hier nicht, als wäre das als Witz gedacht… also meinten sie das Ernst?
„Wir werden… was?“ Ich wusste nicht so recht, was ich darauf sagen sollte. Immerhin kam das schon recht plötzlich und vor allem unerwartet.
„Nicht sofort versteht sich.“ Mischte sich nun auch Seokjin ein und trank gemütlich einen Schluck aus einer Wasserflasche.
„Wie jetzt? Wer soll das zahlen? Und wo? Wie kommt ihr drauf?“ Löste sich nun Jangmi aus ihrer starre und sah alle mit großen Augen an.
„Naja~“ Verlegen fing Taehyung an zu grinsen und rieb sich den Hinterkopf.
„Wie alle beenden ja bald die Schule. Abgesehen davon, dass wir so gut wie alle volljährig sind… und wir verstehen uns ja super und so teuer ist das auch nicht…“ Begann er vor sich hin zu brabbeln, doch verstand ich noch immer nicht ganz, wie sie darauf kamen. Zugegeben war ich eher zwiegespaltener Meinung, was dies anging.  
„Taehyung hat halt ne fette Bude und will nicht mehr alleine leben.“ Platz es plötzlich aus Jungkook heraus, woraufhin er einen Schlag des Blondhaarigen abbekam und lachte.
„W-Was?“ Schön, dass meine Freundin genauso überfordert mit dieser Situation war, wie ich selbst.
„Naja… also ich hab das Haus meiner Großeltern geerbt und lebe da schon immer alleine drin. Und da wir auch kein Versteck mehr haben und Kook und Chim eh schon fast bei mir wohnen haben wir gedacht, das wäre eine gute Idee…“ Fragend fiel mein Blick auf beide angesprochene, welche verlegen lächelten und gekonnt jeglichen Blickkontakt mieden.
„Erst die Hacker Sache und jetzt bist du fast reich. Du bist voller Überraschungen, Taehyung.“ Seufzte ich mit einem Lächeln und strich mir meine Haare zurück, um wieder eine freie Sicht auf alles zu haben, da meine Haare schon eine beachtliche Länge erlangt hatten.
„Sorry, Hyung.“ Zwar entschuldigte sich der Blondhaarige, doch lächelte er so breit, dass er nicht wirklich wirkte, als fühle er sich schlecht. Brauchte er auch nicht. Mich ärgerte es nur, dass ich bei ihm am wenigsten nachgeforscht hatte und einfach alles so angenommen hatte, wie ich es im ersten Moment gesehen hatte. Dies lag sicherlich auch an seiner besonderen und schon fast unschuldigen Art. Wie sehr man sich auch täuschen konnte.
„Ich wusste es schon immer. Du hältst dich zurück und eigentlich bist du voll der krasse Dude!“ Lachte Miha, welche einen warmen Blick von angesprochenem zur Antwort bekam.
„Aber warum wohnen Kookie und Jiminie quasi bei dir? Ist alles okay bei euch?“ Besorgt sah die Violetthaarige neben mir zu den jüngsten auf der Couch, welche nun wirklich verlegen auf den Boden sahen.
„Wir… also…“ Begann Jimin unsicher und sah hilfesuchend zu Jungkook, welcher sich kurz zu räuspern begann.
„Es ist so, dass… also…“ Auch er stockte und kratze sich am Hinterkopf, während er seinen Blick zu Boden gerichtet hatte. Da war doch was.
„Die haben Schiss alleine.“ Platze es nun auch Namjoon heraus, woraufhin die anderen beiden erschrocken ihre Köpfe hoben. Sie hatten Angst? Vor was? Und warum?
„Wir… ja, schon.“ Gab Jungkook kleinlaut zu und lächelte unsicher.
„Irgendwie haben wir doch alle nach diesem Vorfall Bammel, oder nicht? Mir geht es zumindest so.“ Verwundert sah ich zu Hoseok, welcher seine leicht belegte Stimme befreite und uns sachte anlächelte.
„Deshalb fand ich die Idee auch so gut.“ Nickend signalisierte ich, dass ich verstanden hatte, was er meinte. Ich schätze, all das ist nicht spurlos an uns vorbei gegangen. An keinem von uns. Ich selbst hatte noch nicht wirklich groß Möglichkeit darüber nachzudenken. Immerhin war ich seither nicht mehr alleine. Im Krankenhaus hatte ich immer jemanden um mich. Entweder mein Zimmernachbar, die Ärzte, Schwestern, oder Jangmi. Zugegeben, wusste ich nicht, wie ich mich fühlen würde, wenn ich alleine wäre, wobei es bei ihnen auch wieder anderes war. Immerhin wurden auch sie einfach so entführt und egal wie man es drehen mag, sie hatten Angst. Todes Angst. Angst um sich selbst und um die anderen.
„Entschuldigt…“ Sagte Jangmi auf einmal neben mir und lächelte alle entschuldigend an.
„Nicht das schon wieder. Dich trifft doch keine Schuld!“ Protestierte Jungkook so gleich, wobei wir alle zustimmten. Stumm saß sie neben mir und nickte kaum merklich, doch war mir klar, dass sie das nicht dachte. Ich wusste, wie sehr sie sich diese Worte zu Herzen genommen hatte.
Immerhin sah ich ihre Tränen, wenn sie schlief und hörte ihr Schluchzen, wenn sie sich murmelnd entschuldigte.
„Der Plan ist erstmal, dass wir die Schule fertig machen und wenn wir alle unsere Jobs anfangen, dass wir ins Hause Taehyung ziehen.“ Brach Seokjin diese unangenehme Stille, welche sich in den Raum gelegt hatte.
„WG Bangtan!“ Grinste Hobi breit und drückte das zweite Mädchen in der Runde noch ein Stück an sich.
„Ich finde die Idee toll. So wird es nie wieder ruhig.“ Lächelte Jang zustimmend und brachte die anderen damit auch zum Grinsen, doch war da etwas in ihrer Stimme. Etwas, was mich stutzig werden ließ, als sie meinte, dass es nie wieder ruhig werden würde…

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Seokjins Sicht:

„Bis morgen dann!“ Grinsend wanken wir dem verrückten Haufen hinterher, als sie nach und nach unsere Wohnung verließen. Yoongi, welcher mal wieder an meiner süßen Schwester hing, drückte sie fest an sich, sagte ihr etwas für mich Unverständliches, küsste sie und ging ebenfalls… ob ich mich je an diesen Anblick gewöhnen würde? Sicherlich nicht. Niemals!
Aber ich musste… egal wie sehr ich das nicht wollte… Wobei… wenn sie glücklich wäre, würde ich mir auch diesen Anblick antun. Alles für meine Schwester!
„Wie ruhig es auf einmal ist, wenn die Meute aus dem Haus ist.“ Lachte ich, als ich begann das Geschirr von dem kleinen Wohnzimmertisch zu räumen.
„Schon.“ Verdutzt da meine Schwester so bedrückt war drehte ich mich zu ihr, doch lächelte sie mich nur breit an, als sie meinen Blick bemerkte.
Hatte ich mich geirrt? Ging es ihr doch schlechter, als das ich dachte? Oder interpretiere ich da nur wieder zu viel hinein und eigentlich ist sie ja nur müde? Aber was, wenn ich es auf die leichte Schulter nehme und dann mehr ist… Ich muss doch auf sie aufpassen!
„Aber trotzdem kann man nicht genug von ihnen bekommen, nicht?“ Ohne meinen Blick weiter zu beachten, räumte auch sie einiges weg, auch, wenn ich sie ermahnte, sie konnte einfach nicht untätig herumsitzen… sie musste immer etwas tun. Normal, oder nicht? Bedrückt, oder nicht? Ich wollte nur nicht als der nervige große Bruder zählen, der ihr auf Schritt und Tritt folgte… Nicht, dass sie genervt von mir wäre… Verdammt, was sollte ich tun?
„Von ihnen? Du kannst doch nur von einem nicht genug bekommen!“ Lachend von ihrem plötzlichen Farbwechsel im Gesicht, lehnte ich mich an den Türrahmen der Küche und beobachtete sie.
„Und zwar von mir!“ Beendete ich meine vorherige Aussage, jedoch war uns beiden klar, dass es nicht ich war, den ich meinte… auch, wenn ich es gerne so gehabt hätte.
„Natürlich! Wer denn sonst?“ Zu meiner Überraschung kam das Mädchen mit den ausgewaschenen violetten Haaren plötzlich auf mich zu und drückte sich an mich.
Etwas überrumpelt stand ich da und strich ihr über ihren Rücken, als sie belustigt schnaufte.
„Ich hab dich lieb, Oppa.“ Gerührt von ihren Worten drückte ich sie noch weiter an mich und hob sie leicht hoch.
„Aww! Ich hab dich auch lieb, meine Bohne!“ Begeistert wuschelte ich ihr durch ihr weiches Haar und strahlte sie an. Egal wie oft sie mir das sagen würde, ich könnte es einfach nicht zu genüge hören. Egal, wie groß sie werden würde, sie würde auf ewig meine kleine Bohne bleiben.
Meine unbekümmerte und immerzu lächelnde kleine Bohne.
„Jetzt, da die anderen weg sind. Hast du Lust ein Paar Anime zu kucken?“ Voller Euphorie nickte sie und grinste so breit, dass mein Herz hätte platzen können. Nach all dem, was passiert war, brauchten wir dieses gewisse etwas an Normalität. Vor allem sie bräuchte es.
Und ich würde dafür sorgen, dass keine schlimmen Träume sie mehr plagen würden. Nichts sollte ihr je mehr sorgen bereiten. Nicht, wenn ich es verhindern könnte.
Natürlich hatte mir Yoongi davon erzählt, dass sie nicht wirklich gut schlief und ich war nicht dumm. Selbstverständlich bekam ich ihr seltsames Verhalten mit. Wir alle taten dies. Auch, wenn es nicht oft auffällig geschah, doch war es da. Jedoch könnte ich sie nicht darauf ansprechen. Immerhin kannte ich sie gut genug und wusste schon, was ihre Antwort auf meine Frage sein würde. Und auch, wenn ich nicht mehr tun konnte, als ihr der große Bruder zu sein, der ich schon die letzten Jahre hätte sein sollen, würde ich alles in meiner Macht stehende tun, damit sie sich besser fühlte.
Nie wieder wollte ich diesen Blick an ihr sehen. Nie wieder würde ich zulassen, dass sie in solche Gefahr geraten würde. Und niemals mehr lasse ich zu, dass ich sie verlieren könnte.
Sie sollte 200 Jahre alt werden! Immerhin werden wir Kims niemals unansehnlich! Wir werden die geilsten Omas und Opas, die man sich nur vorstellen konnte!
Amen!

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Grummelnd streckte ich meine steifen Füße aus, als ich in meinem Halbschlaf mitbekam, wie diese langsam begannen ihr Gefühl zu verlieren.
Der Fernseher hatte sich schon vor einiger Zeit selbst ausgeschalten, während wir beide einfach hier liegen blieben und vor uns hinschlummerten.  
Jangmi schlief tief und fest an meiner Schulter, woraufhin sich ein dickes Grinsen in mein Gesicht schlich. Sie war einfach so süß! Und Gott sei Dank hat sie nicht Opa Kims sabbern im Schlaf geerbt. Sonst hätte ich jetzt eine nasse Schulter, doch so war das nur eine Diabetesgefahr für alle Anwesenden. Also mich!
So vorsichtig, wie ich nur konnte stand ich auf und hob die schlafende Prinzessin von der Couch. Einige Dinge würden sich ja doch nie ändern. Bestimmt würde ich sie auch noch mit Vierzig ins Bett tragen und wenn Yoongi mir da versuchen sollte dazwischen zu funken, dann steck ich ihn einfach in die Waschmaschine. Problem solved~
Mit akrobatischen großen-Bruder-Superkräften hatte ich es geschafft die Tür zu ihrem Zimmer zu öffnen und auch, die Decke beiseite zu wischen, damit ich sie ordentlich hinlegen konnte. Immerhin sollte sie sich nicht erkälten. Sogleich sie die Matratze berührte, rollte sich klein Jang wie ein Embryo in ihrer Bettdecke ein und schmatze wie sie es schon auch als kleines Kind immer getan hat, wenn man sie ins Bett getragen hatte. Ich schwelge eindeutig zu sehr in der Vergangenheit, jedoch war das einfach viel zu niedlich, als nicht daran zu denken.
Kurz gab ich ihr einen Kuss auf ihre Stirn, deckte sie nochmals ordentlich zu und verließ mit meinen Ninja Fähigkeiten den Raum. Könnte sie nicht einfach wieder Vier und niemals mehr erwachsen werden? Wieso wurde sie nur so schnell erwachsen und warum zur Hölle höre ich mich hier wie ein obsessiver Vater an, welcher seine Tochter nicht in die große weite Welt ziehen lassen will?! Shit, das sollte ich sein lassen… auch, wenn es stimmte…
Seufzend stand ich in der Küche, trank aus meiner Tasse, meinen kalten Tee und sah in die kalte Nacht hinaus, die schöner nicht sein konnte. Ob ich auch noch so überfürsorglich bin, wenn meine Schwester und Yoongi Kinder bekommen? WAIT WHAT?! Was habe ich da gedacht?! Nein! Stopp! So schnell kommen mir keine Mini Mins in die Bude! Wobei das schon hübsche Kinder werden würden…. NEIN! Seokjin! Lass diesen Gedanken!
„Gott… ich war eindeutig zu lange wach…“ Seufzte ich ergeben, als ich meine Tasse in die Spüle stellte und mich auf den Weg in mein Zimmer machte. Mir gar nicht erst die Arbeit machend, sah ich nicht ein, mich jetzt nochmal groß umzuziehen, weshalb ich einfach mit T-Shirt und Joggers in mein gemütliches Bett fiel und die Decke bis zum Kinn an mich heranzog.
Langsam schlossen sich meine Augen und mein Hirn schaffte es langsam wieder runter zu fahren, und begann einzudösen. Schon beinahe in komplett in das Land der Träume abgedriftet, wurde ich auf einmal wach, als ich ein merkwürdiges Geräusch vernehmen konnte. Noch etwas verpeilt, setzte ich mich auf und rieb mir meine Augen, als ich versuchte dieses Geräusch zu zuordnen. War das wieder die alte Heizung? Nein… Das klang wie… wimmern? Wimmern? Was sollte denn hier… JANGMI!
Augenblicklich sprang ich aus meinem Bett und musste feststellen, dass, je näher ich dem Zimmer meiner Schwester kam, dass wimmern immer lauter wurde.
Schnell und dennoch bedacht darauf, sie nicht zu erschrecken, öffnete ich die Tür zu ihrem Raum, als mir ihr Anblick ein Pfeil durch meine Brust jagte.
Mit an sich herangezogenen Beinen, kauerte sie im Eck ihres Bettes und hatte ihren Kopf an ihre Knie gepresst, während das schmerzhaft wirkende Schluchzen ihren kompletten Körper erschütterte.
Im ersten Moment überfordert von dem Anblick, stand ich einfach da, jedoch lief ich langsam auf sie zu und setzte mich auf ihr Bett. Erschrocken schnallte ihr Kopf hoch, als ich ihr über ihren bebenden Rücken strich. Selbst in der Dunkelheit erkannten ihre knallroten Augen und die pure Panik, welche ihr in den Gliedern lag.
Ohne irgendetwas zu sagen, umarmte sie mich auf einmal und krallte sich in mein Shirt, während ich sie stumm an mich drückte.
„Hattest du einen Alptraum?“ Fragte ich sie, als sie sich nach einer Weile etwas beruhigt hatte, jedoch noch immer recht abwesend wirkte.
„Es ist immer dasselbe…“ Flüsterte sie gegen meine Brust und krallte sich noch ein wenig weiter in den Stoff meines Shirts.
„Immer bin ich zu feige, um abzudrücken… und jedes Mal…jedes Mal… sehe ich… wie du…“ Erneut rannten ihr die Tränen über ihr Gesicht, woraufhin ich sie wieder mehr an mich drückte und sachte hin und her wippte, damit sie sich beruhigen würde.
„Aber ich lebe, Jangmi. Mir geht es gut.“ Erklärte ich ihr ruhig, jedoch schüttelte sie nur ihren Kopf.
„Wenn Yoongi nicht gekommen wäre, dann… wärt ihr alle…“ „Nein, das ist nicht wahr. Du hast alles getan und keiner kann sagen, was passiert wäre, wenn dies oder das nicht passiert wäre.“ Stumm atmete das Mädchen in meinen Armen schwer ein und nickte etwas zögernd.
„Tut mir leid, Jinnie…“ Nuschelte sie auf einmal, als sie sich ein wenig mehr an mich drückte, woraufhin ich fragend zu ihr hinuntersah.
„Du musst dich für nichts entschuldigen.“ Stellte ich sogleich klar und strich ihr, ihre Haare zurück, welche an ihrem Tränen nassen Gesicht klebten. Viel zu oft hatte sie sich für Dinge entschuldigt, für welche sie nichts konnte.
„A-Aber… ich habe dich geweckt…“ Belustigt schnaufte ich, als sie dies, so süß wie sie war, sagte.
„Ich Kuschel lieber mit meiner liebsten Schwester, als zu schlafen. Immerhin habe ich noch so einiges nachzuholen.“ Tatsächlich schaffte ich es, dass sie ein belustigtes Hauchen von sich gab und nickte.
„Ich habe auch oft solche Albträume in denen ich dich vor mir sterben sehe und einfach nichts tun kann…“ Gestand ich ihr wahrheitsgemäß, woraufhin sie zu mir aufsah.
„Jedes Mal fühle ich mich so hilflos und schwach, dass ich am liebsten alles kurz und klein schlagen würde.“ Mit großen Augen sah mich die Violetthaarige an und suchte offenbar nach den richtigen Worten, doch fand sie diese nicht gleich und bevor sie wieder auf dumme Gedanken kam, sprach ich weiter.
„Doch dann wache ich auf und weiß, dass du gesund und munter bist. Und auch, wenn ich nicht der beste Bruder war, möchte ich von nun an immer für dich da sein, also bitte sag mir, wenn dich etwas bedrückt. Weil ich mir nichts mehr wünsche, als dich glücklich zu sehen, Jangmi.“ Kurz schluckte sie und löste sich langsam aus meinen Armen.
„Du bist der beste Bruder auf der großen weiten Welt und wenn mir da jemand widersprechen will, dann soll er herkommen und sich mit mir anlegen, weil ich davon überzeugt bin.“ Berührt von ihren Worten musste ich mich selbst zusammenreißen nicht augenblicklich in Tränen auszubrechen.
„Niemand würde sich mit einer Kim anlegen wollen.“ Schmunzelte ich, als sie zu lächeln begann und ihre Augenwinkel trockenwischte.
„Jinnie ich…“ Begann sie irgendwann wieder zu sprechen und starrte dabei immer zu auf ihre Oberschenkel.
Aufmerksam lag mein Blick auf meiner Schwester, als sie tief einatmete.
„Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll…“ Hauchte sie und presste ihre Arme an sich, während ich ihr meine Hand auf die Schulter legte und sachte darüber strich, um ihr, wenn es auch nur ein winziges bisschen wäre, ein wenig Trost zu spenden.
„Du kannst mir alles erzählen.“ Sagte ich ruhig, wobei mir eigentlich nach weinen zumute war. Noch nie konnte ich es ertragen meine Schwester verletzt zu sehen und in dem Moment schien es, als würde sie mehr leiden denn je.
„Jedes Mal, wenn ich alleine bin… ist da diese Stimme in mir… sie schreit mich an und beschimpft mich, für meine Nichtsnutzigkeit. Sie sagt mir, dass ich mich nicht freuen dürfte, dass ich kein Recht hatte habe Glücklich zu sein, weil ich Schuld habe, dass so viele Menschen gelitten haben… Wegen mir sind Menschen gestorben und egal wie sehr ich es versuche positiv zu denken, bringt es mich jedes Mal dazu es nicht zu tun. Immer wenn es still ist holt mich alles wieder ein und erdrückt mich, so dass ich nicht die Möglichkeit habe aufzustehen. Es fühlt sich so an, als würde ich erdrückt werden von meiner eigenen Schuld… Ich bin dann wie paralysiert… alles in mir beginnt Taub zu werden und ich fühlt sich an, als würde ich mich selbst immer und immer mehr verlieren…Es ist dann, als wäre ich nicht mehr in der Lage irgendetwas anderes anders als Angst und Schmerz zu fühlen. Und genau da, wenn es sich anfühlt als würde alles zusammenbrechen habe ich Angst. Angst, dass ihr mich alle verlassen würden, weil ich beginne das Ich, welches ich immer war, zu verlieren. Das wahre Ich von mir scheint immer mehr und mehr in dieser Dunkelheit zu verschwinden, so dass es sich anfühlt, als würde es mich umbringen… Ich habe Angst zu leben und gleichzeitig habe ich auch Angst zu sterben… dieses Gefühl begleitet mich jede Sekunde in der ich Atme. In der ich lebe… Ich frage mich jeden Tag, warum ich überleben musste und euch alle in das hier hineingezogen habe. Jungkook und Jimin sind so verstört, dass sie schon nicht mehr alleine sein wollen… Yoongi und du währt wegen mir mehrfach fast gestorben… und…ihr wurdet alle nur wegen mir verletzt und ich weiß einfach nicht, was ich tun soll, um diese Schuld zu begleichen…“ Schon fast Hysterisch, brabbelte sie so vor sich hin, als sich immer mehr Tränen in meinen Augen sammelten. Und ich hatte noch hinterfragt, ob es ihr gut geht… dabei litt sie… stumm… so wie immer…
„Jangmi.“ Erschrocken stoppe sie in ihrem Redewahn, als sie meine schwere Stimme hörte und sah, wie mir die Tränen über das Gesicht rannten. Ohne zu zögern, packte ich sie und drückte sie wieder an mich, so dass wir nun beide heulend in den Armen des jeweilig anderen waren.
„Du hast keine Schuld an dem, was passiert ist. Du musst auch nichts zurückzahlen. Immerhin bist es du alleine, welche mich Jahrelang am Leben gehalten hat. Wenn du nicht gewesen wärst, hätte ich mich damals von dieser Brücke geschmissen, lange bevor der Brand unsere Eltern geholt hatte. Ich weiß nicht, wie du da draufkommst, aber hast du nicht nur mir, sondern auch vielen anderen geholfen, aus sich selbst heraus zu kommen und das Leben zu genießen. Miha, welche immer so schüchtern war, ist nun selbstbewusst. Hoseok, der dachte nie wieder lieben zu können, ist nun unsterblich in Miha verliebt. Namjoon, der sich so sehr verstellt hat, dass selbst wir nicht mehr an sein Wahres ich herankamen, wird nun wieder er selbst. Jimin, welcher nie wollte, dass man seine Weiche Seite sieht, kuschelt nun vor aller Augen mit den Jungs und Jungkook, der endlich das Gefühl hatte nie in der Gruppe angekommen zu sein, fühlt das erste Mal, was es heißt eine Familie zu haben. Nicht zu vergessen Taehyung, welcher seine komplette Vergangenheit vor uns verheimlich hatte, weile er Angst hatte, dass wir ihn nicht annehmen würden… und dann Yoongi. Ich hätte niemals gedacht ihn wieder lachen zu sehen, nachdem, was mit seinem Bruder passiert war und du willst mir ernsthaft sagen, dass du unnütz bist? Das du UNS etwas schuldest? Genau das Gegenteil ist der Fall und du darfst nie vergessen, dass wir eine Familie sind. Und in einer Familie hilft man sich. Ob nun verwandt durch Blut oder nicht, wenn man zueinander gefunden hat und beschlossen hat sich zu beschützen, dann macht man das auch. Und wie du beschlossen hast uns zu schützen, haben wir beschlossen dich zu schützen, weil wir dich lieben.“ Schniefend wischte ich mir meine Tränen weg und sah sie ernst an, als sie ungläubig zu mir sah und eine Träne nach der anderen einfach so über ihr Gesicht rannte.
„Ich habe das nicht verdient…“ Sie senkte ihren Blick und vergrub ihren Kopf in ihren Händen. Jedoch drückte ich sie wieder an mich, als sie sich gegen meine Schulter fallen ließ.
„Du hast alle liebe der Welt verdient. Denn nichts kann passieren, dass dir das Recht auf liebe und Glück nimmt. Und wenn es sein muss, werde ich dir das so lange sagen, bis du mir endlich glaubst.“ Stumm nickte sie und schniefte laut, als ich lächelnd in ihre Augen sah.
„Willst du vielleicht wieder wie früher bei mir schlafen und das Nachtlicht anlassen? Es ist immer so einsam da drüben.“ Schmunzelnd, stich sie sich ihre Tränen weg und nickte, woraufhin wir in mein Zimmer gingen und wir uns beide wieder, als wären wir die kleinen unschuldigen Kinder, die wir einst waren, uns aneinander kuschelten und die Augen schlossen. Auch, wenn es nicht jeder verstehen sollte, gab es nichts, was ich nicht für meine Schwester tun würde. Es war nie merkwürdig, wenn wir solche Dinge taten und egal wie alt, würden wir mit den Jahren nur noch enger aneinanderwachsen.
Selbst, wenn sie innerlich so verloren schien, würde ich ihr helfen. Wir alle.
Es wird sicherlich kein einfacher Weg, doch war auch dies ein Teil unseres Lebens, den wir gehen mussten, um zu wachsen. Und dennoch werden wir das überstehen. Weil wir alle zusammenhalten. Weil wir eine Familie sind.

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Heyo~
Ich weiß, ich weiß… Ich habe ein bisschen gebraucht, um wieder ein Kapitel hoch zu laden und keine Panik, dies ist noch nicht das final Chapter, auch, wenn wir uns langsam aber sicher dem Ende zu neigen, möchte ich mich noch einmal bei euch bedanken T_T
Einfach nur, weil ihr noch immer hier seid und in diesem Moment diese Worte lest <3 So viel will ich jetzt noch nicht sagen… das hebe ich mir dann für den Schluss auf, wenn es dann wirklich vorbei ist… ^-^

Habt noch eine wundervolle Zeit und fühlt euch ganz doll von mir geknuddelt >-<
Eure Jess <3