Black Lotus

von JessLee
GeschichteDrama, Humor / P18
J-Hope Kim Seokjin OC (Own Character) RM Suga
14.08.2018
03.10.2019
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Jangmis Sicht:

„So, und nun nichts wie weg von dieser Hütte und auf das wir sie erst bei der Geburt des ersten Mini Mins wiedersehen!“ Mit einem abwertenden Blick im Gesicht, sah Tae noch ein letztes Mal nach hinten zu dem, mittlerweile von ihm so verhassten Gebäude, und düste zügig los. Kopfschüttelnd lächelte ich in mich hinein und verschränkte die Arme, um mich gemütlicher in den Sitzt gleiten zu lassen.
„Keine Mini Mins, bevor ich es nicht ausdrücklich erlaube! Und immer langsam mit den jungen Pferden, Taehyung! Die Felgen sind neu!“ Ermahnte mein Bruder den Blondschopf, welcher nur aufgrund seiner Fähigkeiten, einen bis auf den letzten Nerv auf den Sack zu gehen, hinter dem Steuer meines Bruders sitzen durfte.
Jungkook, der hinten auf der Ladefläche saß und seinen Kopf zu uns hineinstreckte, grinste breit, als er den mürrischen Blick des Braunhaarigen sah.
„Beruhig dich, Hyung. Wen es nach dir gehen würde, würden die beiden erst miteinander schlafen, wenn sie dreißig sind und eine abgeschlossene Berufsausbildung haben.“ Meinte er belustigt, jedoch warf ihn mein Bruder nur einen warnenden Blick zu. Stumm und ein wenig eingeschüchtert, lächelte der, nun wieder mit frischer Farbe gesegnete, Rothaarige und setzte sich wieder richtig hinter auf die Ladefläche. Seufzend schüttelte ich den Kopf und versuchte, dass man meine leicht roten Wangen nicht erkennen würde, jedoch gab es natürlich einen, der dies ganz genau mitbekommen hatte und mich vielsagend angrinste.
Da ich jedoch viel zu müde war, um auf diese Chaoten groß einzugehen, lehnte ich mich einfach ruhig an Yoongis Schultern und genoss die erfreuten Stimmen der Jungs um mich herum, während der Minthaarige nur erheitert lachte.  
Niemals hätte ich geglaubt, dass mir einmal, der Lärm lieber wäre, als die Ruhe. Mir war, als würde all die Angst in mir verschwinden, wenn ich nicht in völliger Ruhe getaucht wäre.  
Ich hatte tatsächlich gedacht, dass ich solch einen Moment nie wieder erleben dürfte. Sollte es das jetzt wirklich gewesen sein? Alles fühlte sich an, wie in einem Traum, der mir nur noch die wundervollen Dinge des Lebens zeigen wollte. Als hätten die schlechten Seiten nie existiert. Als würde mich die Dunkelheit nicht mehr quälen… Doch nur so lange bis mich die Stille wieder einnehmen würde.
„Wo fahren wir eigentlich hin?“ Hörte ich Yoongi neben mir fragen, der seinen Arm um mich gelegt hatte und kleine Kreise auf meine Schulter zu malen begann.
Ohne meine Augen zu öffnen kuschelte ich mich noch ein wenig weiter an ihn und genoss seine angenehme Wärme, welche meine innere Unruhe ein wenig zu Bändigen begann.
„Natürlich zu Casa de Kim~“ Lachte Tae breit, doch hörte ich mindestens drei Leute seufzen.
„Welchen Kim?“ Es war nicht sonderlich überraschend, dass diese Frage in den… Wagen geworfen wurde. Immerhin hatten wir ein Paar, plus einen Kim, in diesem Wagen. 2 plus 1 Kim, wenn man mich nicht dazu zählte und doch lachte Tae erheitert, als er die anderen hörte.
„Zu uns natürlich.“ Hörte ich meinen Bruder mit einem Schmunzeln sagen, was mein Herz ein bisschen schneller schlagen ließ. Wie lange hatte ich mein Zuhause schon nicht mehr gesehen? Zwar war es nicht allzu lange her, jedoch fühlten es sich wie Monate an… Was alles in der Zeit passiert war, in dem Moment, in dem ich mich entschlossen hatte, mit Yoongi zu gehen, war schon erstaunlich. Ob alles anders gelaufen wäre, wenn ich nicht mit ihm gegangen wäre? Wenn ich ihn damals zurückgewiesen hätte? Oder wenn ich erst gar nicht mit ins Versteck gegangen wäre? Ich wusste es nicht. Und um ehrlich zu sein, wollte ich es auch nicht wissen. Nicht mehr… Ich hatte für mich beschlossen, dass es gut war, so wie es nun war. Mit all den schrecklichen Erlebnissen, und dennoch waren wir alle hier. Mehr oder weniger unversehrt, aber dennoch glücklich.
„Wohin auch sonst. Hoffentlich bekommen wir mal wieder etwas Anständiges zu Essen.“ Lachte mein Freund neben mir erheitert, woraufhin ich ein sachtes Lächeln von mir gab. Es war so perfekt… warum nur, war ich dennoch so unruhig? Was hinderte mich daran einfach unbekümmert Glücklich zu sein? Was nur? Vielleicht weil es einfach… zu perfekt wirkte.
Die letzten Jahre waren nie ‚perfekt‘ es gab immer etwas, das mir Sorgen bereitet hatte. Entweder musste ich verheimlichen, dass ich von meinen Klassenkameraden blöd angemacht wurde, oder ich musste mich von meinen Eltern verstellen und sie anlügen. Es fühlte sich immer an, als müsste ich jemanden anlügen. Ob nun meine Eltern, meinen Bruder, die Jungs… selbst mich selbst… Auch die letzten Monate, welche mich absolut fertig gemacht hatten, wirkten nun wie ein schlechter Traum. Oder war dies hier der Traum? War das alles hier, so wie ich hier mit allen saß… war dies… echt?
Leise hörte ich dem Rauschen des Motors zu und den leisen Stimmen im Radio, die jedoch mehr von den belanglosen Gesprächen der Jungs unterbrochen wurden, als wirklich das Auto mit Musik zu füllen. Und doch waren die Stimmen der Jungs um tausendmal angenehmer, als es jedes Lied hätte sein können.
Ich jedoch enthielt mich von diesen Gesprächen und lauschte diesen einfach nur stumm, da ich, zugegebener Weise, noch immer recht müde war… Nun ja… eigentlich hatte ich schon lange nicht mehr gut geschlafen. Kein einziges Mal, schaffte ich es mich komplett auszuruhen seitdem wir aus diesem Loch frei kamen. Als würde mich etwas hindern, komplett runterzufahren, wälzte ich mich in meinem Bett immer hin und her, unfähig auch nur einen erholsamen Moment zu finden. Jede Sekunde fühlte sich an wie Stunden, in der ich diese absolute Hilflosigkeit um mich hatte. Es fühlte sich jedes Mal an, als würde mir jemand die Füße unter dem Boden wegziehen, sobald ich niemanden mehr bei mir habe. Bilder tauchten auf und ließen meinen Körper erstarren, während alles in mir zu Schrein schien. Nein, ich hatte schon lange nicht mehr gut geschlafen… doch das Wissen, das Yoongi jeden Morgen wieder an meinem Bett sitzen würde, wenn ich aufwachte, schaffte es, dass ich etwas beruhigter war, auch, wenn das nur ein recht minimaler Trost war, für das, was ich nachts vor meinen Augen sah.
Dieses Lachen… die Schmerze… das Blut… mein Bruder, der jede Sekunde eine Kugel in den Kopf bekommen könnte. Als würde ich diesen Moment immer und immer wieder durchleben, verkrampfte sich alles in mir, sobald ich den Abzug meiner Waffe betätigen will. Es war mir nicht möglich mich zu bewegen und abzudrücken. Stattdessen, musste ich zusehen, wie er abdrückte und mein Bruder leblos auf den Boden fiel…
Doch egal wie laut ich schrie, oder wie viel ich weinte… ungeachtet meines Drangs, mir selbst diese Kugel zu verpassen… ich schaffte es nie. Kein einziges Mal… immer starb einer von ihnen, ohne, dass ich in der Lage war ihnen zu helfen.
Das Laute knallen eines Revolvers, ließ mich augenblicklich aufschrecken.
Mein Herz hämmerte schmerzhaft gegen meine Brust, während ich dagegen kämpfte, nicht zitternd in Tränen aus zu brechen. Sicher, dass es sich bei diesem Knallen, um einen Schuss handelte, sah ich mich in dem Geräumigen Wagen um und erwartete ein Bild vor mir, welches allerdings nicht auftauchte.
„Alles okay, Jang?“ Fragte mich Namjoon, der mich besorgt ansah, während ich ihn nur ungläubig anstarrte.
„Das war der Auspuff eines Wagens.“ Sagte mir Yoongi leise, als ich seufzend nickte und mich wieder in den Sitz fallen ließ.
„Jang?“ Lächelnd sah ich zu dem Schwarzhaarigen, welcher mit Yoongi vielsagende Blicke austauschte. Das auch mein Bruder besorgt zu mir linste, ist mir dabei allerdings nicht entfallen.
„Alles okay. Ich… bin nur erschrocken, das ist alles.“ Was in der Hinsicht auch nicht sonderlich gelogen war… Irgendwie…
Zwar wirkte es, als wollten die anderen etwas sagen, jedoch schienen sie sich entschlossen zu haben, es dabei zu belassen und einfach weiter zu fahren. Selbst, wenn sie es wissen sollten… was könnten sie schon dagegen machen? Es war mein Ding, was ich mir einbildet, und was nicht. Keiner von ihnen könnte daran etwas ändern… alleine ihre Anwesenheit war es, das mir bei all dem am Meisten half, ohne, dass sie es bewusst taten. Sie beruhigten mich und gaben mir eine Sicherheit vor meinen eigenen Dämonen in mir. Alles andere musste ich selbst bewerkstelligen und lernen damit klar zu kommen. … und bis ich herausgefunden hätte, wie genau ich das tun könnte, wird es einige Zeit dauern.

~*~

~*~

~*~


Mit gemischten Gefühlen stieg ich diese vertrauten Treppen hinauf. Vor mir die Jungs, welchen es nicht schnell genug gehen konnte. Tae, welcher sich eben an Jungkook vorbeigequetscht hatte, kicherte erheitert auf, als ich selbst vom Aufgang schon hören konnte, wie eine Tür geöffnet wurde.
„KUCHEN!“ Brüllten die beiden Jüngeren begeistert und stolperten hinein, als wir anderen nur lachen konnten. Sicherlich hatte das ganze Haus schon bemerkt, das wir wieder da waren und bestimmt freuten sie sich nicht halb so sehr darüber, wie wir alle.
„Ya! Kim Taehyung! Hör auf mein Meisterwerk zu zerstören! Hände weg! JUNGKOOK!“ Es war mir, als könnte ich Jimins verärgertes, und doch lachendes, Gesicht vor mir sehen, als wir endlich oben ankamen und in den Eingang der kleinen Wohnung gingen.
„Grabscher weg! HELP ME!“ Schon fast unwirklich und doch sollte mich dieser Anblick nicht mehr überraschen, musste ich zusehen, wie Tae versuchte Jimin etwas aus der Hand zu stibitzen. Schmunzelnd traten wir ein, doch bemerkten die beiden nicht, dass wir eingetreten waren, denn sah uns Jimin mit großen Augen an, als wir vor ihm standen.
„Man! Tae, du hast mir meine Begrüßung versaut!“ Schmollte der Rosahaarige beleidigt und streckte demonstrierend seine Unterlippe hervor.
„Selber schuld. Du wolltest das alles ganz alleine absahnen! Und dass, obwohl ich das Genie war, dem das eingefallen ist, pah!“ Mit einem dreckigen Grinsen, schlug klein TaeTae dem lieben Jimin auf seine Schulter, welcher nur zischend die Luft einzog und dem ebenfalls Blondhaarigen einen mahnenden Blick zuwarf. Wenn Blicke töten könnten…
„Stören wir? Wir können auch wieder gehen.“ Deutete Yoongi neben mir an zu gehen, woraufhin beide gleichzeitig ein eindeutiges „Nein!“ brüllten.
Kichernd, betrachtete ich das Szenario vor mir und fragte mich, was genau Chim für sich absahen wollten und warum sie alle so ein Geheimnis aus allen zu machen schienen.
„Dann lasst mich mal durch, und meine Lieblings Menschen in dieser Gruppe begrüßen. Immerhin meckern die nicht die ganze Zeit an mir herum.“ Mit einer ausladenden Handbewegung, schob einer der einzigen Männer, welcher mit Rosa Haaren noch so unfassbar gut aussah, die anderen um sich bei Seite und kam breit grinsend auf uns zu.
So breit lachend, dass er schon lange nichts mehr sehen konnte, drückte er sowohl Yoongi, als auch mich an sich und kicherte erfreut vor sich hin. Wenn man so darüber nachdachte, war Jimin nie so böse, wie er in der Schule immer zu sein schien, oder scheinen wollte. Um ehrlich zu sein, war er doch eher gute Laune To-Go.
„Waaaaaaas?!“ Quetschte Kookie plötzlich überraschend hoch und hielt sich betroffen seine Hand an sein Herz, während er theatralisch seinen Kopf nach hinten fallen ließ, so das seine Stirn, von seinen rotschimmernden Haaren befreit wurde.
„Die sind deine Lieblings Menschen?! Yoongi Meckert auch dauernd an dir herum!“ Protestierte der Rothaarige sogleich, warf seinen Kopf wieder in eine gerade Position und starrte den Jungen vor sich mahnend an, woraufhin Jiminie uns los lies.
„Nein. Er meckert so gut wie nie an mir herum. Nur du nervst mich immer, Jeon Jungkook!“
„Wenn du auch so klein bist, dass man über dich stolpert, was kann ich denn da dafür?! Ess‘ mal mehr, Kleiner.“ Augenblicklich, und von jedem von uns vollkommen erwartet, sprintete der Rosahaarige auf den Jüngsten zu, welcher eine elegante Drehung und mit einem kurzen zwinkern in unsere Richtung einen gekonnten Abgang machte. Das unsere Wohnung allerdings nicht wirklich groß genug, zum durchflitzen war, ignorierten die beiden gekonnt und machten einen auf Olympia Athleten, die über alles sprangen, was nicht auf Seite huschte.
„Die wissen schon, das Yoongi fast genauso groß ist, wie Jimin?“ Fragte ich etwas verwirrt in die Runde, als alle nur mit den Schultern zuckten mich einer allerdings gemein in die Seite pikste.
„Pass auf, was du sagst, du kleines Mäuschen.“ Mit erhobener Augenbraue sah ich zu dem hellhaarigen mit den ausgewaschenen Haaren neben mir. „Mäuschen? Ernsthaft? Sind dir die Ideen ausgegangen?“ Lachte ich, doch nicht für lange, denn wurde ich plötzlich von hinten angesprungen.
„JANGMIIIII!“ Schrie die mir zu vertraute Stimme, als sie sie ihre langen Arme um mich schlang und mich an ihre große Gestallt drückte.
„Miha!“ Rief auch ich, als ich meine beste Freundin erkannte und drückte sie ebenso, während wir nur so aneinander hingen und vor uns hin schluchzten.
„Ihr habt euch doch erst gestern gesehen.“ Stellte Namjoon monoton fest, als er gleichgültig von einem Muffin abbiss.
„Du verstehst sowas nicht! Das ist wahre Liebe zwischen Freundinnen! Wir freuen uns immer, als hätten wir uns Jahre nicht gesehen un- KIM NAMJOON ISST DU GERADE ERNSTHAFT MEINE WILLKOMMENS MUFFINS?!“ Stockend schluckte der Schwarzhaarige, als Miha von mir abließ und wütend auf den Leader zu ging, welcher nun beschwichtigend zu lächeln begann und seine Hände in die Höhe hob.
„Ich… ah… Ich wusste nicht, dass… HOSEOK RUF DEINE FREUNDIN ZURÜCK!“ Ängstlich schob Namjoon meinen Bruder vor sich, welcher bis eben noch Jimin und Jungkook bei ihrem Fangen-Spiel zugesehen hatte und nun mehr als verwirrt wirkte. Gerufenen, jedoch hatte ich noch gar nicht gesehen.
„Vergiss es Rapmon. Ich werf‘ mich doch nicht in die Schusslinie. Das musst du selbst ausbaden, du furchtloser Leader.“ Erschrocken, da Hobis Stimme hinter uns auftauchte, drehte ich mich um und sah sogleich in das strahlende Gesicht des Orangehaarigen. Schnaufend sah ich, wie sich Namjoon zu entschuldigen begann, als mich Hobi plötzlich in eine innige Umarmung zog, welche Herzlicher nicht hätte sein können.
„Ihr habt uns so gefehlt.“ Grinste er uns an, als er selbst Yoongi in eine Umarmung zog, was der ältere definitiv nicht erwartet hatte. Verdutzt weiteten sich seine Augen, als er an der Brust des jüngeren hing, dieser ihn aber nicht lange danach gleich wieder losließ.
„Was ist denn los mit euch allen? Warum seid ihr denn so kontaktfreudig?“ Murmelte umarmter leise und verschränkte seine Arme, als Hoseok nur laut zu lachen begann und kopfschüttelnd an uns vorbei ging.
Yoongis Fragender Blick traf mich, doch zuckte ich nur mit meinen Schultern und lächelte ihn unwissend an, jedoch war uns beiden klar, warum die anderen all den Aufwand auf sich nahmen. Warum sie so ‚kontaktfreudig‘ waren, wie es Yoongi so schön formuliert hatte.
Ich weiß nicht, ob ich das Bild von einem verzweifelt und gleichzeitig unendlich dankbaren Hoseok je wieder aus meinem Kopf bekommen würde. Die Tränen, die sie alle vergossen hatten, als ihnen bewusst wurde, dass es vorbei wäre. Vorbei… es war vorbei… wir durften endlich unser ruhiges und mehr, oder weniger, normales Leben leben. War es mir nun erlaubt glücklich zu sein? Hatte ich genügend gebüßt, um dies hier genießen zu dürfen? Oder hätte ich überhaupt je genug gebüßt, für all das, was ich getan hatte…
Ich hatte zu verschulden, dass Menschen starben… dass Menschen verletzt wurden… Es war meine Schuld, das all dies geschehen war, also… hätte ich dann je genug gebüßt, um dies hier genießen zu dürfen?
„Bevor ihr mir jetzt noch weiter meine Einrichtung zerstört, warum essen wir denn nicht die guten Muffins und die Kuchen?“ Riss mich die Stimme meines Bruders aus meinen Gedanken. Das begeisterte jubeln war ihm wohl Antwort genug, denn drehte er sich sogleich in Richtung Küche um und packte sich sogleich Tae und Jungkook an den Ohren, um ihm zu helfen. Jammernd und laut protestierend hatten die beiden jüngeren einfach keine andere Wahl, als ihrem Hyung zu folgen.
„Ich bring meine Tasche schnell weg und zieh mich um.“ Sagte ich schnell zu Yoongi und gab ihn einen schnellen Kuss, woraufhin ich flott in mein Zimmer verschwand.
Dieser Raum, der schon so lange mein war, wirkte mit einem Mal so fremd auf mich, als ich die Tür hinter mir zu zog und meinen Blick durch das kleine beschauliche Zimmer gleiten ließ.
Es wirkte bedrückend und kalt, als würde ich in einem mir fremden Zimmer stehen und ein Leben leben, welches nicht das meine war.
Seufzend lehnte ich mich gegen den dunklen Schrank und versuchte mein Gedanken zu ordnen. Warum nur dachte ich die ganze Zeit so negativ? Ich sollte mich doch freuen und erleichtert sein. Warum fühlte ich alles, außer dies? Die tiefe Schuld in mir fraß mich von Tag zu Tag auf. Jegliche Hoffnung, die ich erhofft hatte, nach all dem zu spüren, war nie aufgetaucht. Es war, als würde ich nicht hierhergehören. Ein Bakterium, welches sich in den Körper geschmuggelt hatte und immer zu für Probleme sorgte… Egal, was ich tun würde, ich würde alles weiterhin verderben… Verdammt…
„Lächeln… du musst lächeln… für sie…“ Murmelte ich zu mir selbst und raufte mir durch die Haare, allerdings war da etwas, das mir dran hintrete zu lächeln.
„Es ist alles deine Schuld!“ Es hallte durch meinen Kopf. Verbreitete sich in meinem Körper und ließ mich ergeben den Kopf senken.
„Wenn du nicht wärst, wären sie alle noch da!“ Er hatte recht… Ted hatte recht. Schon die ganze Zeit hatte er immer recht gehabt. Verdammt… ich musste hier raus. Ich musste aus dieser Stille hinaus. Wenn ich weiterhin hierbleiben würde, dann… wer weiß, was mir diese Stimme weiterhin sagen würde… Nur ihre Stimmen, ließen dieses Etwas in mir verstummen. Also, warum schaffte ich es nicht, mich zu bewegen?
Meine Beine schienen wie eingefroren. Gänzlich taub und unfähig auch nur einen Muskel zu bewegen, stand ich da und sah apathisch in die Leere, als ich hörte, wie jemand sachte klopfte und sich die Tür öffnete.
„Jang? Kommst du? Wir alle warten auf dich.“ Vernahm ich Namjoons Stimme, als ich es schaffte mich zusammenzureißen und mich zu ihm umzudrehen, auch, wenn ich innerlich angeschrien wurde es nicht zu tun, lächelte ich.
„Na klar. Ich bin gleich bei euch.“ Grinste ich, den nicht wirklich überzeugt wirkenden, Schwarzhaarigen an.
„Alles okay?“ Diese Frage hatte ich in den vergangenen Wochen so oft gehört und immer wieder antwortete ich gleich.
„Natürlich, keine Sorge.“ Kurz sah Joonie hinter sich, seufzte einmal und trat dann zu mir ein. Musternd lag sein aufmerksamer Blick auf mir, während ich alles daraufsetzte, okay auszusehen. Ich durfte einfach nicht wieder Probleme machen. Sie hatten schon genug wegen mir durchmachen müssen.
„Du schaust aber nicht danach aus. Was ist los?“ Warum schaffte ich es nur jedes Mal, das alle diesen traurigen Blick hatten? Sie sollten doch lachen… Alles andere hatten sie nicht verdient…
„Vielleicht wirke ich müde. Aber das liegt an diesem Loch eines Krankenhauses. Mir geht es gut, Joonie. Wirklich.“ Lächelnd klopfte ich ihm auf die Schulter, als er kurz brummte und daraufhin zögernd nickte.
„Ja, das kann schon sein… Aber, wenn etwas sein sollte, redest du mit mir, ja? Oder mit den Jungs, okay?“ Nickend grinste ich ihn an, und schmiss mir eine Strickjacke über, damit ich wenigstens ein wenig wirkte, als hätte ich mir etwas zum Umziehen geholt.
„Versprochen.“ Tut mir leid, Joonie. Aber das sind meine eigenen Dämonen. Gegen diese, kann mir niemand anderes helfen… Zufrieden nickte mich der Teddybär vor mir an und lächelte nur wieder, als er seinen Arm um mich schwang und die Tür öffnete.
„Dann lasst uns ein wenig Kuchen essen und feiern, dass wir euch wiederhaben.“ Strahlte er, was ihm eindeutig mehr stand, als sein früheres, genervtes und erbostes Gesicht.
„Na endlich!“ Tae, der mit ausgestreckten Gliedern auf dem Boden lag, sah mit seinem breiten Grinsen vor uns und setzte sich erfreut auf, als er uns kommen sah.
„Ach so, ja! Wir müssen euch ja noch etwas sagen!“ Fällt Jimin mit vollem Mund ein, als ich mich gerade neben Yoongi und meinen Bruder fallen ließ. Mit fragenden Augen sah ich zu dem Rosékopf und wartete auf das, was er die ganze Zeit schon verkünden wollte.
Doch anstatt etwas zu sagen hielt er nur etwas hoch, was ich im ersten Moment gar nicht entziffern konnte, was genau es war.