Black Lotus

von JessLee
GeschichteDrama, Humor / P18
J-Hope Kim Seokjin OC (Own Character) RM Suga
14.08.2018
03.10.2019
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Jangmis Sicht:


Es ist kalt. Meine Hände. Meine Füße. Mein Herz. Alles ist kalt.
Ich starre in den Spiegel vor mir und sehe die die müden grauen Augen.
Meine Violetten Haare waren so weit ausgewaschen, dass sie eher braun wirkten. Ich hatte an Gewicht verloren, als ich aufgehört hatte zu Essen. Mein schon fast gequältes, aufgesetztes Lächeln wirkte ehrlicher, als das ich es zuerst gedacht hatte, oder zumindest hatte sich noch niemand deswegen geäußert.
Ich sah mich um. Viel hatte ich nach dem Brand nicht mehr. Bis auf die Narbe an meinem linken Arm sah man mir nicht an, was ich verloren hatte.
Jedoch traf der Verlust unserer Eltern meinen Bruder mehr als mich. Denn nun, war er für mich verantwortlich. Ein Jahr war es her, und nun zog ich von meinen Großeltern, zu meinem Großen Bruder.
Er hatte sich verändert. Das hatte ich auch, doch umgab ihn diese kälte. Alles war kalt.
Schnell richtete ich den schwarz karierten Rock, die weiße Bluse und den Schwarzen Blazer. Die ebenso schwarze Schleife um meinen Hals hatte ich etwas lockerer, als dass sie eigentlich sitzen sollte, da ich dieses erdrückende Gefühl um meinem Hals nicht mochte.
Schnell noch versteckte ich die Rose Kette unter meiner Bluse und machte mir meine Haare zu einem Pferdeschwanz.
Nach und nach nahm ich meine Sechs Ohrringe aus meinen Ohren und verstaute sie in meinem Nachtkästchen. Ich wollte ja nicht gleich am ersten Tag wegen verstoß der Schulregeln zum Rektor.
Nochmals ging ich sicher, dass man mein Lotusblüten Tattoo an meinem Handgelenk nicht sehen konnte und seufzte ergeben, als ich langsam realisierte, dass ich auch im Sommer von nun an lang-ärmlich herumlaufen durfte. Meine Untergrund Tage lagen nun schon eine Weile hinter mir und zu ihnen würde ich nie wieder zurück gehen. Nicht nach dem, was passiert war.
Meine Schwarze Brille gab mir noch den letzten Schliff zum Streber, allerdings interessierte mich schon lange nicht mehr, was andere Menschen von mir dachten. Mir war nur wichtig, dass ich als normaler Mensch angesehen wurde. Ohne, dass ich irgendwie zu sehr auffallen würde.
Noch etwas neben mir nippte ich an meinem mittlerweile schon kalt gewordenen Kaffee und sah durch unser kleines Wohnzimmer, als mein Blick an der Schlafzimmertür meines Bruders haften blieb.
Eigentlich war mein Bruder an derselben Schule, doch hatte er mir explizit gesagt, dass ich ihn dort nicht ansprechen sollte. Warum wollte er mir nicht verraten, doch akzeptierte ich das. Ich konnte mir schon vorstellen, dass es ihm eventuell peinlich sein könnte, mit seiner kleinen Schwester gesehen werden zu können, weshalb ich einfach ohne große Fragen zustimmte.
Es war nicht meine Art meinem Bruder zu widersprechen, zumal er das einzige war, das mir noch am Herzen lag. Die einzige Person die ich niemals enttäuschen wollte.
Schnell zog ich mir meine weißen Beats auf, drückte in meiner Playlist auf Shuffleplay und lief los.
Da ich weder überfüllte Bahnen, noch stickige Busse mochte, lief ich die halbe Stunde zur Schule und genoss die angenehme Note von Tau und frischem Gras am Morgen.
Tuschelnd sahen mir die Menschen hinterher, als ich teilnahmslos den Weg in die Schule lief. Offenbar hatten sie hier nicht all zu oft neue Schüler, die mitten im Jahr dazuwechseln.
Stumm und leicht genervt von den Menschen, offenbar mehr Interesse an meinem, als an ihrem eigenen Leben hatten, lief ich die trostlosen Gänge entlang und suchte nach dem Sekretariat. Alles war sowohl von innen, als auch von außen so erdrückend.
Es war jetzt nicht sonderlich Dreckig, doch hatte diese Schule etwas an sich, das mich frösteln ließ. Als würde eine unheilvolle Aura in den Gängen des alten Gebäudes umherschwirren und jedem das bisschen Freude entziehen, was er noch in sich trug.
Am Sekretariat angekommen, war ich erleichtert noch keinen Selbstmordgedanken verfallen zu sein und klopfte recht zaghaft an der massiven Holztür an. Nach einem recht schroffen, Ja, trat ich ein und schluckte kurz, als ich feststellen musste, dass dieses Zimmer ebenso niederschmetternd war, wie der Rest dieser Trauerschule.
Die ältere Dame am Schreibtisch sah mich nicht an, als sie konzentriert etwas auf ihren Computer schrieb. Genervt, Gestresst und absolut unmotiviert mit mir zu reden, stand ihr förmlich auf die Stirn geschrieben, als sie selbst nach einigen Minuten der Stille nichts sagte.
„Ent-" Bevor ich auch nur mein Wort beenden konnte, erhob die Frau mit den Tiefen Denkfalten, ihren Finger und brachte mich dadurch zum Schweigen.  An ihrer fahlen Haut sah man ihr die ganzen Überstunden an und auch ihre ungesunde krumme Körperhaltung konnte unmöglich bequem sein. Ihre müden Augen fielen ihr immer wieder zu, als sie sich eine Locke zurück strich, die ihr aus ihrem Strengen Zopf gefallen war.
Mit einem genervten Blick richtete sie ihre Brille und sah dann zu mir, doch lächelte sie mich sogleich fröhlich an, als sie sah, dass ich sie ebenso fröhlich anlächelte.
„Ah, du musst die neue Schülerin sein? Kim Jangmi, richtig?" Ich nickte lächelnd, woraufhin sie aufstand und die Bücher holte. Alleine die Tatsache, dass sie schon meinen Namen kannte, sagte mir, dass ich mit meiner Vermutung nicht all zu verkehrt gelegen hatte und wirklich eine der wenigen war, die auf diese Schule wechselten.  Mit einem Dumpfen Schlag ließ sie die Acht Bücher auf den Tisch, bei welchem ich angst hatte, dieser würde bei dem Gewicht der dicken Bücher augenblicklich zusammenbrechen, fallen. Keuchend hielt sich die Dame den Rücken und setzte sich wieder auf den Stuhl.
Erneut tippte sie etwas in einer unmenschlichen Geschwindigkeit auf die alte Tastatur ein, woraufhin ein Zettel ausgedruckt wurde.
„Bitteschön, mein Kind." Mit einem schmerzhaften lächeln, reichte sie mir das labbrige Blatt Papier und ließ sich wieder leicht Stöhnend in ihren Stuhl fallen.
„Vielen Dank. Ähm..." Gerade als sie wieder weiterschreiben wollte, drehte sie sich zu mir und sah mich fragend an.
„Was liegt dir auf dem Herzen?" Am Anfang wirkte sie so kalt und genervt, dass ich Angst hatte, sie überhaupt anzusprechen und nun, wollte ich ihr unbedingt etwas Gutes tun.
„Wenn ich ihnen einen Tipp geben dürfte. Baldrian hilft gegen Stress und Kamillen Umschläge würden ihre Rückenschmerzen lindern. Ingwertee und Honig könnte ihre Muskelverspannungen lindern. Oder im Schlimmsten Fall, nehmen sie sich mal Frei." Verwirrt sah mich die Grauhaarige an.
„Das alles hast du gesehen?" Fragte sie dann, woraufhin ich verlegen nickte.
„Meine Mutter hat auch immer so viel gearbeitet, bis sie ein Körperliches Wrack war. Ich möchte nicht, dass es ihnen auch so ergeht." Ich schluckte kurz, als ich unterbewusst meine Mutter erwähnte.
„Das ist wirklich Lieb von dir. Und du glaubst, das hilft?" Nickend lächelte ich sie an.
„Ich komm auf dich zurück, wenn ich wieder Fragen habe, ja?" Schmunzelnd zwinkerte sie mir zu und tätschelte mir leicht die Schulter, woraufhin ich nicht verhindern konnte, leicht zu grinsen.
„Natürlich. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag, Frau Pak. Und lassen sie sich nicht zu sehr stressen." Ein gequältes Lächeln war alles, das sie von sich gab, als sie sich von mir verabschiedete, jedoch verfinsterte sich ihre Miene sogleich wieder, als sich die Tür mit einem Schlag öffnete.
„Herr Min. Schon so früh am ärger machen?" Knurrte sie und tippte auf ihrem Computer einige Zahlen ein. Als ich mich umdrehte sah ich einen Jungen, welcher mir mit seinem kalten Blick eine Gänsehaut bereitete. Seine Minzgrünen Haare vielen ihm über seine müden braunen Augen, während seine Haut so bleich schien, als hätte sie nie den hauch eines Sonnenstrahls gesehen.
„Stellen sie einfach den Zettel aus und geben sie ruhe." Knurrte der Minzkopf, so dass ich überrascht eine Augenbraue erhob, doch drehte er sich gleich zu mir, wodurch sich unsere Blicke trafen.
„Was?!" Zischte er in einem dermaßen finsteren Ton, dass ein jeder sicherlich den Kopf eingezogen hätte, doch blieb ich still und sah ich einfach nur an.
„Auf Wiedersehen Jangmi." Lächelte mir Frau Pak entgegen und ignorierte den Jungen vor sich gekonnt, was ich erwiderte. Ich spürte, den überraschten Blick des Jungen auf mir, als ich den Raum verließ und Richtung Klasse ging. Komischer Typ.
Vor dem Klassenzimmer angekommen atmete ich noch einmal tief durch, ehe ich in die Hölle Namens: Neue Klasse, gehen würde. Selbst bis vor die Tür konnte ich den Lärm und die Stimmen der ganzen Menschen hören. Klasse. Ich hatte eine laute Truppe erwischt...
Kurz klopfte ich, doch hörte dies natürlich niemand. Wie auch, bei diesem Lärm?
Also betrat ich unaufgefordert den Raum. Augenblicklich sah ich das durcheinander und die ganzen Menschen, die allem ihre Aufmerksamkeit schenkten, doch nur nicht der Frau an der Tafel, die genervt in einem Buch las.
Okay...
Doch sah die Dame auf und lächelte mich an, als ich ihr den Zettel überreichte auf dem stand, dass ich nun zu dieser Klasse gehörte.
„Es freut mich sehr dich kenne zu lernen Kim Jangmi." Die Frau mit dem pechschwarzen Haar und dem meiner Meinung nach, zu kurzen Rock, lächelte mich übertrieben freundlich an.
„Die Freude ist ganz meinerseits." Freudig klatschte sie und deutet auf den hintersten Platz. Gut sie hatte mir ihren Namen nicht gesagt, doch würde ich den mit Sicherheit noch irgendwann erfahren.
Ohne die Blicke meiner Mitschüler zu beachten ging ich nach hintern und setzte mich auf den mir zuvor gedeuteten Platz.
Augenblicklich als ich mich auf den schon sehr mitgenommen wirkenden Stuhl gesetzt hatte, begann auch das Getuschel. Als würde ich nicht mitbekommen, dass sie über mich reden...
Unbeeindruckt von dem Getuschel und ohne, dass ich mich vor die Klasse stellen musste und eine Peinliche Ansprache hallten musste, wer ich war und von wo genau ich kam, begann die Dame mit der leicht Piepsigen Stimme den Unterricht. Allerdings dauerte es keine 20 Minuten, ehe die Tür mit einem Knall aufflog und jeden im Raum zusammenfahren ließ. „Herr Kim, Herr Min. Schön, dass sie sich auch mal blicken lassen." Schnauzte die Frau und tippte mit ihrem Fuß auf und ab. Als würde das diese Möchtegern Badboys auch nur in irgendeiner Art und Weise einschüchtern. Der Lilahaarige, der als erstes den Raum betreten hatte, schnaufte nur verachtend und ging nach hinten, während der zweite mir durch aus bekannt war. Der Mintkopf aus dem Sekretariat. Natürlich...
Kurz sah der Lilahaarige verwundert aus, als er mich sah, grinste aber dann nur dreckig und ließ sich lautstark auf seinen Stuhl fallen.
„Ich wusste gar nicht, dass wir einen Streber haben." Sein spottender Blick entfiel mir nicht, doch beachtete ich ihn bewusst nicht weiter.
Doch bemerkte ich einen Schatten, der plötzlich neben mir aufgetaucht war.  Als ich aufsah erkannte ich den Minzkopf, der mich kalt anstarrte.
„Das ist mein Platz." Brummte er. Kurz ging ich sicher, dass er tatsächlich mit mir sprach und sah ich dann wieder mit schrägem Kopf an.
„Bitte?" Ein genervtes Zischen kam von ihm, als er sich zu mir auf den Tisch lehnte und meinem Gesicht gefährlich nahe kam. Allerdings war ich ebenso Dickköpfig, wie Blöd, weshalb ich mich keinen Zentimeter bewegte.
„Du sitzt, auf meinem Platz." Wiederholte er mit einem dunklen Ton, doch schnaufte ich nur belustigt. Dachte er wirklich, das würde mir Angst machen? Sein einfacher "Böser" Blick?
„Herr Min lassen sie die Neue in ruhe und setzten sie sich woanders hin." Schnaufend drehte er sich zur Lehrerin und war bereit etwas entgegen zu schnauzten, doch packte ich bereits meine Sachen und stand auf. Ich hatte echt keine Lust auf Streit. Erst recht nicht mit so einem Möchtegern Gangster. Ich sah sein zufriedenes grinsen, als ich mich einem Platz weiter vorsetzte und dort meine Sachen ausbreitete. Kurz sah ich den mitleidenden Blick der Lehrerin, doch ignorierte ich dieses ebenso wie den, des Minzkopfs hinter mir.
Nachdem die ersten Stunden vorüber waren, schnappte ich mir meine Sachen und verschwand so schnell ich konnte nach draußen. Ich hasste solche Momente und alleine im Klassenzimmer herumhocken wollte ich auch nicht, weshalb ich mir meinen Weg nach draußen bahnte.  Im Schulhof setzte ich mich auf eine, im Gegensatz zum Rest des Hofs, unbesetzte Mauer und begann in meinem Buch zu lesen.
Die Sonne kribbelte Angenehm auf meiner Haut, als ich es endlich schaffte, das unangenehme Gefühl, welches mich schon den ganzen Tag begleitet hatte, abzuschütteln.
„Hey." Überrascht sah ich auf und sah ein Mädchen mit langen Haselnussbraunen Haaren und Schoko-braunen Augen, welches sich neben mir niedergelassen hatte und mich lieb anlächelte.
„Hey." Lächelte ich zurück und legte ein Lesezeichen in mein Buch. „Geht's dir gut?" Überrascht von ihrer Frage nickte ich.
„Mach dir nichts draus. Suga und RM sind so. Sie sind zu keinem nett."
„Suga? RM?" Wiederholte ich die Namen, die mir eher wie Superheldennamen von Kindergartenkindern vorkamen, als tatsächliche Namen. Ich meine... wer nennt sein Kind Suga und RM?
„Ja, das sind ihre Gangnamen. Mein Name ist übriges Miha. Choi Miha." Das Mädchen, das ungefähr einen Kopf größer war als ich, lächelte mich freundlich an.
„Mein Name ist Kim Jangmi." Mit einem breiten Grinsen, wobei ich mich Fragte, ob dies nicht doch weh tat, saß sie neben mir und zog ihre Füße an sich.
„Es freut mich sehr. Wenn du willst, dann zeig ich dir hier alles und klär dich über die wichtigsten Regeln auf." Nickend stimmte ich zu, doch wurde ich bei dem Wort Regeln stutzig?  Warum sollten sie denn hier andere Regeln haben, als an meiner anderen Schule?
„Das wäre wirklich nett von dir. Danke Miha."
„Gerne do-" Die Braunhaarige  stoppte abrupt, als einer der Türen mit Schwung aufgerissen wurde und mit einem Knall an die Fassade knallte, so dass sich der weiße Putz begann anzublättern. Also mal ernsthaft, was hatten hier nur alle immer mit ihrem Türe aufschlagen? War das hier Trend? Oder eine dieser dubiosen Regeln? In diesem Schulhaus werden Türen stehts mit Schwung und möglichst viel Krach geöffnet... Bullshit.
Alle hatten aufgehört zu reden und hielten in ihren Taten inne. Manche sprangen auch augenblicklich auf und verschwanden so schnell sie konnten. Okay.... Was war denn das?
Der junge Mann, der die Tür so aufgerissen hatte, grinste breit, als er die Aufmerksamkeit genießen an allen vorbei ging, doch wurde sein Grinsen nur breiter, als er zu uns sah. Hinter ihm waren vier andere, darunter zwei bekannte Gesichter. Nicht die...
„Shit... Das ist BTS. Von denen solltest du dich am besten Fern halten." Flüsterte Miha mir zu, doch erstarrte sie, als der Blondschopf, der die Tür so aufgeschleudert hatte direkt auf uns zu kam.
„Na Na Mädels. Ihr kennt doch die Regeln." Sagte er schmierig und stellte sich provokant vor mich. Miha neben mir erstarrte, als er erst mich und dann sie ansah. Hinter ihm die anderen, die allesamt den selben dummen Blick drauf hatten. Als wären ihnen alles und jeder erhaben, grinsten diese Typen uns an und schienen sich schon sehr sicher, in dem was sie taten, doch kannte ich diese Art von Menschen und wusste durchaus, wie man mit ihnen umzugehen hat.
„Ich bin neu, also verzeih mir, wenn ich deinen komischen Regeln nicht kenne." Sagte ich monoton und wandte mich wieder zu Miha, doch grinste der Blondie nur belustigt.
„Aha. Dann pass auf. Da wo du gerade deinen Fetten Knackarsch platziert hast, ist unser Platz. Also gebe ich dir eine letzte Chance zu verschwinden. Doch dich." Nun wandte er sich an Miha.
„Dich habe ich hier schon öfters gesehen, was heißt, dass du die Regeln kennst." Bedrohlich ließ er seine Knöchel knacksen, woraufhin Miha das zittern begann. Schlagen die etwa Mädchen, oder was?!
„Lass mich sie habe Jimin, bitte!" Jammerte der Grauhaarige hinter ihm.
„Klappe, Tae, ich will sie." Kam es nun von dem Rothaarigen neben ihm.
„Ich bin der Anführer, also bekomme ich sie." Warf nun der Lilahaarige aus meiner Klasse ein und ging einige Schritte auf Miha zu. Zwar war mir nicht klar, um was es genau ging, doch ging mir das gewaltig gegen den Strich. Was dachten die, wer sie sind?! Schüchtern kleine Mädchen ein, weil sie auf deren Platz sitzen. Waren wir hier im Kindergarten, oder was?!
Augenblicklich sprang ich auf und stellte mich vor den Lilahaarigen, der mich musternd zu betrachten begann. „Du hattest den Freibrief, Süße." Raunte er und kam so nah an mein Gesicht, dass ich seinen Atem spüren konnte, doch wich ich keinen Zentimeter zurück.
„Ich weiß zwar nicht für wen ihr euch haltet, doch fasst einer Miha an, dann bekommt er es mit mir zu tun." Knurrte ich. Belustigt lachten die vier auf, nur der Minzkopf sah das Ganze mit verschränkten Armen stumm an.
„Was machst du? Hau ab!" Nuschelte Miha hinter mir, doch dachte ich nicht dran. Es wäre nicht das erste Mal, dass ich einem Jungen in den Hintern trete, doch hatte ich eigentlich gehofft, das zu lassen... Tja. Falsch gedacht. So viel zum Thema nicht auffallen...
„Du solltest uns besser nicht drohen, Kleines." Mit seinen Fingern hob er mein Kinn und starrte mir in meine Augen und wartete auf irgendeine Art von Reaktion, doch kam keine. Diese Art von Mädchen war ich nicht mehr. Ich hatte keine Angst vor diesen Möchtegern Babos und auch würde ich nicht beschämt den Kopf sinken lassen, weil mich einer von ihnen Böse anschaut.
„Ihr seit Feiglinge, euch an kleinen Mädchen zu vergreifen. Was für Schlappschwänze tun sowas?" Zischte ich, woraufhin die Wut in seine Augen stieg. Augenblicklich ließ er mein Kinn los und machte sich vor mir noch größer, als das er ohnehin war. Zwar war ich klein, aber das hieß nicht, dass ich mich vor diesem Hochhaus fürchten würde.
„Was hast du gerade gesagt?!" Ich sah, wie er zum schlag ausholte, doch war ich schneller. Ohne lange zu fackeln, packte ich sein Handgelenk, drehte das einmal um sich selbst, und stieß ihn in die Kniekehle woraufhin er zu Boden sank. Die Schmerzen, die er wegen des verdrehten Arms hatte konnte man ihm genau ansehen.
„Fass mich noch einmal an und ich Prügel dich windelweich." Knurrte ich ihm ins Ohr, woraufhin ich ganz genau sehen konnte, wie sich  Nackenhaare aufzustellen begannen. Allerdings blieb der Große stumm und zischte nur abwertend, als ich das grinsen begann.
„Hey Bitch. Du Lässt Namjoon sofort los, oder es wird hageln." Drohte der Blondie mir, welcher jedoch offensichtlich zögerte auf mich zu zukommen.
„Herzlichen Glückwunsch. Ihr habt nicht nur Idioten, sondern auch Wettervorhersager in eurer Gruppe. Wie vielfältig." Lachte ich sarkastisch, woraufhin der Blondie auf mich zu kam. Miha hinter mir stand völlig unter Schock, als der Blonde uns anfunkelte. Schnell ließ ich den Lilahaarigen los und ging zu ihm. Forderte ihn mit meinem Blick auf etwas zu tun, auf was ich auch nicht all zu lange warten musste. Zwei Handbewegungen waren nötig, um ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen.
Die anderen der Truppe standen da und starrten mich fassungslos an, während die Menschenmenge, welche sich nun um uns gebildet hatte, staunte. Ohne noch groß etwas zu sagen und hoffend, dass sie verstanden hätte, dass ich ihre Dummen Spielchen nicht mitmachen würde, drehte ich mich zu Miha und tätschelte ihre Schulter.
„Lass uns gehen, ja?" Lächelte ich.
„Das wirst du bereuen, du Miststück!" Brüllte mich der Lilahaarige an, doch lachte ich nur. Sollte er nur kommen. Es Juckte mich ohnehin nicht.
Unbeeindruckt lief ich mit Miha durch die Massen, die mich alle entsetzt ansahen. So viel zum Zurückhalten. Diese Geschichte wird wohl eine ganze Weile durch die trostlosen Gänge wandern, das war klar.
„W-Wie? W-Wie hast du das gemacht?" Stotterte Miha neben mir, als wir außer Hörweite anderer Menschen waren.
„Ich war ein paar Jahre im Selbstverteidigungskurs. Ein Paar Jahre Karate sind auch drin. Ich weiß, wie ich mich wehren kann." Lächelte ich und strich ihr sanft über den Rücken, da ich sah, dass sie noch immer sehr aufgelöst war und zitternd ihre Hände ineinander krallte. Gut mein Selbstverteidigungskurs bestand aus Straßenkämpfen, aber das musste sie ja nicht wissen.
„Darf ich dich was fragen?" Als hätte sie nicht damit gerechnet, dass ich sie noch etwas fragen würde, sah sie zu mir auf und nickte zögerlich.
„Was hätten sie mit dir gemacht, wenn ich nicht dazwischen wäre?" Die Braunhaarige neben mir schluckte, als sie sich ihre Arme an ihren Körper presste.
„D-Das weiß ich auch nicht so wirklich. Es gehen Gerüchte um. Und Mädchen, die sie mal mitgenommen haben, reden kein Sterbens Wort darüber." Solche Feiglinge. Irgendwann werde ich denen ihren Stolz aus ihren Ärschen prügeln! Stopp... Jang beruhig dich. Du wolltest so nicht sein. Du wolltest brav sein...
„Wie erbärmlich. Diese Typen machen mich krank." Zischte ich erbost und schüttelte fassungslos meinen Kopf, das so etwas auf dieser Schule tatsächlich toleriert wurde. Irgendwie zeigt das schon den Charakter dieser Schule...
„Ach, Ja?" Plötzlich stand der Minzkopf vor uns. Wo genau er her kam, wusste ich selbst nicht. . Miha versteckte sich augenblicklich hinter mir und krallte sich zitternd in meinen Blazer, während ich den Idioten nur kalt ansah. Wie war er so schnell hierhergekommen?
„Ja." Antwortete ich ihm und hielt seinem Blick stand, mit dem er mich offenbar zum Einknicken zwingen wollte, doch nicht mit mir.
„Jangmi, das ist gar keine gute Idee..." Immer wieder zog mir Miha am Ärmel und wollte mich dazu bewegen zu gehen, doch würde ich ihm klipp und klar sagen, was für Feiglinge er und seine Truppe war.
„Hör lieber auf deine Freundin." Ein Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit. Dachte er jetzt, dass ich mich ihm unterwerfe, nur weil er mich finster anschaut? Funktionierte das bei anderen, oder was?
„Ich denk nicht dran den Schwanz vor so erbärmlichen Feiglingen einzuziehen." Sein Grinsen verschwand, als er seinen Kopf leicht nach hinten lehnte und auf mich herabsah.
„Du hältst mich für einen Feigling?" Seine rauchige Stimme verpasste mir eine Gänsehaut, jedoch ließ ich mir nichts anmerken und grinste ebenfalls.
„Allerdings." Brummend machte er einen Schritt auf mich zu und erwartete, dass ich zurückweichen würde, allerdings blieb ich stumm stehen und starrte ihn ebenso böse an.
„Frau Choi, Frau Kim und Herr Min. Der Unterricht hat begonnen. Würden sie gnädiger Weise uns mit ihrer Anwesenheit beglücken?" Weder der Minzie vor mir noch ich bewegten eine Faser, als die Stimme von unserer Lehrering zu hören war.
„E-Entschuldigen sie Frau Park." Tief verbeugte sich Miha, woraufhin ich mich von dem Starwettbewerb löste und es Miha gleich tat.
„Entschuldigen sie, das wird nicht wieder vorkommen."Lächelte ich sie an und ging an Suga vorbei. Dieser durchlöcherte mich mit seinem Blick, als ich mich vor ihn auf den Platz gesetzt hatte. Vielleicht war es nicht die beste Idee sich mit BTS anzulegen, doch würde ich doch nicht den Kopf einziehen, nur weil ein Paar Idioten meinen, auf Obermacker zu machen.

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Der Anführer ließ sich erst gar nicht mehr Blicken. Hatte ich ihn vielleicht in seinem Stolz gekränkt? Das tut mir ja gar nicht leid. Auch in der Zweiten Pause sah und hörte ich nichts von der so Furcht einflößenden Gruppe. Doch konnte ich mir nicht vorstellen, dass die sich so schnell unterkriegen lassen würden. Sicherlich hatten sie einfach keinen Bock mehr auf den Unterricht, was zu dem Klischee dieser Schulgangster passen würde.
Nach der Schule musste ich noch einmal zu Rektorat um die Letzten Formalitäten auszufüllen. Es wäre ja nicht so, als hätte ich bereits etliche Formulare ausgefüllt und unterschrieben, aber ja gut. Endlich fertig damit ging ich raus und freute mich schon drauf, endlich nachhause zu gehen. Dieser Tag war eindeutig viel zu lang und viel zu nervig.  Zuversichtlicher, da ich diesen schrecklichen Ort, endlich verlassen könnte, lief ich lächelnd die Gänge entlang und dachte darüber nach, was ich meinem Bruder und mir zu essen machen könnte, als mich auf einmal jemand unerwartet gegen die Wand presste.
Erschrocken keuchend und froh, dass ich mir nicht meine Zunge von dem groben Schlag abgebissen hatte, brauchte ich einige Sekunden, um tatsächlich zu realisieren, dass mich jemand gegen die Wand gepresst hatte. Als ich meine Augen öffnete sah ich den Minzkopf vor mir, der mich überlegen angrinste.
„Na Süße. Jetzt hast du nicht mehr so ein großes Mundwerk, huh?" Was wollte er damit erreichen? Das ich mich vor ihm fürchte? Wie Mutig ein Mädchen aus dem Hinterhalt anzugreifen. Das ist natürlich, was jeder wahre Mann machen würde. Allerdings schaffte ich es, dass er mich verdutzt ansah, als ich pustend versuchte ein Haar aus meinem Mund zu befördern.
„Warte kurz, ich hab da was im Mund." Immer wieder versuchte ich die Haare, die durch den Schlag in meinen Mund gelangt waren, wieder heraus zu befördern und brachte den Idioten mir gegenüber tatsächlich dazu, dass er die Augen verdrehte. Lächelnd sah ich den Minzkopf an, der mich verwirrt anstarrte.
„So, was wolltest du sagen? Kein großes Mundwerk und weiter?" Ich erkannte die Wut in seinen Augen, als er sich zu mir lehnte. Er wartete nur auf ein Zeichen der Angst, doch würde ich ihm das nicht geben. Mir war klar, dass ich ihn zu sehr provozierte, doch musste ich zugeben, dass es mir schon ein klitzekleines bisschen Freude bereitet sein Dummes Gesicht zu sehen.
„Machst du dich über mich Lustig?" Erneut stieß er mich gegen die Wand, woraufhin mich ein stechender Schmerz am Handgelenk durchzog. Okay... vielleicht war es dann doch ein bisschen zu viel...
„Ich würde mich doch niemals über einen Typen Lustig machen, der ein Mädchen aus dem Hinterhalt angreift. Nein. Niemals." Grinste ich Frech, doch gefiel ihm das ganz und gar nicht. Gut Jang. Ich glaube du hast es ein wenig übertrieben...
„Spiel nicht mit mir, oder du musst die Rechnung dafür bezahlen." Brummte er, doch konnte ich ihm nichts entgegenbringen, den augenblicklich rammte er seine Lippen auf meine, so dass ich im ersten Moment nicht wusste wie mir geschieht. Immer mehr presste er seinen Körper an meinen und drückte seine Zunge durch meine Lippen hindurch. Okay, das reicht! Ich tat etwas, was eigentlich gegen meine Prinzipien war. Ich trat ihn in seine Kronjuwelen. Augenblicklich ließ er von mir ab und sank zu Boden. Die Chance nutzend ergriff ich die Flucht und reagierte erst gar nicht das das Fluchen, welches ich hinter mir hören konnte.

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So schnell ich konnte rannte ich Nachhause und ließ mich ohne große Hemmungen auf mein Bett fallen.
„Nein, Nein, Nein, Nein..." Sagte ich immer wieder und vergrub meinen Kopf in mein Kissen.„Also ob ich meinen ersten Kuss an so einen miesen Drecks Kerl verloren habe!" Immer wieder versuchte ich die Bilder aus dem Kopf zu bekommen, doch sah ich sein Gesicht immer wieder vor meinem. Dieses zufriedene und erhabene Grinsen. Arschloch!
„Naaaaaaah!" Schrie ich einmal laut auf, setze mich hin und atmete einmal tief durch und versuchte mich zu beruhigen, doch blieb es nicht all zu lange ruhig, denn wurde meine Zimmertür mit einem mal aufgerissen und mein Bruder stand mit einem entsetzten Gesicht im Türrahmen und starrte mich an.
„Was schreist du hier so rum? Geht's dir gut?" Ich wusste nicht einmal das er zuhause war, doch konnte ich nicht anders und von seinem so besorgten Gesicht das lachen anfangen.
„Was? Jang?" Lachend wischte ich mir die Tränen weg, welche mir in die Augen geschossen waren und sprang auf.
„Es ist Nichts. War nur frustriert. Ist auch wieder vorbei. Hast du Hunger? Ich mach was." Ohne, dass er auch nur etwas antworten konnte huschte ich an ihm vorbei in die Küche. Misstrauisch folgte mir mein Bruder und sah mich musternd an.
„Du benimmst dich Merkwürdig. Was ist passiert?" Er lehnte sich in den Türrahmen der Küche und sah mich von oben bis unten an. Als wäre ich besessen von einem Dämon streckte er seine Hand nach meiner Stirn aus und langte diese kurz an, zog sie aber wieder zurück. Schmunzelnd beobachtete ich seine Reaktion und kicherte leise, als ich das Gemüse zu schnibbeln begann.
„Nichts. Alles gut." Er schien nicht überzeugt, doch fragte er nicht weiter.
„Ich bleib nicht lange. Ich treff mich noch mit ein Paar Kumpels." Sagte er, als er sich auf den Boden niederließ und sich hinlegte. Es war nichts Neues, das mein Bruder oft Tagelang weg war, doch würde ich Lügen, wenn ich sagen würde, dass er mir nicht fehlte. Allerdings konnte ich nicht Leugnen, das der Umgang mit dieses Kumpels ihm sehr gut tat. Er lachte viel öfter, auch, wenn ich nicht all zu viel davon sah.
„Oki. Dann nehm dir wenigstens was zu essen mit. Und für deine Freunde auch. Sonst verhungert ihr mir noch." Kurz grinste er über meine Aussage, stand auf und drückte mir einen Kuss auf den Kopf.
„Wow, mit was habe ich das verdient?" Fragte ich ihn sarkastisch und erhob eine Augenbraue, als ich zu ihm aufsah.
„Kann ich meiner kleinen Schwester nicht zeigen, dass ich sie liebe?" Fragte er mit einem kritischen Blick, jedoch kicherte ich nur leise und schüttelte den Kopf.
„Die kleine Schwester fühlt sich geehrt." Lachte ich, doch fing er gleich an mich zu Kitzen.
„Stop it! Das Essen wird sonst ruiniert." Augenblicklich hob er seine Hände in die Luft.
„Oh nein, Tod Sünde!" Lachte er und lief mit erhobenen Händen aus der kleinen Küche.  
„Jinnie?"Theatralisch drehte sich angesprochener um und grinste breit.
„Ich habe dich auch Lieb." Lächelnd warf mir mein Bruder einen Luftkuss zu und ließ sich weider auf die Couch fallen. Er war sowas besonders, doch liebte ich ihn dafür.
Nachdem ich das Essen fertig hatte, packte ich meinem Bruder alles in Dosen und drückte sie ihm in die Hand.
„Und es ist wirklich Okay, wenn du alleine isst?" Traurig sah er mich an und strich mir eine Strähne zurück.
„Natürlich. Ich muss ohne hin noch Hausaufgaben machen, so kann ich das alles verbinden." Grinste ich, woraufhin er mich lächelnd durch die Haare strubbelte.
„Bleib nicht zu lange wach." Mahnend, streckte er mir seinen Zeigefinger entgegen, nahm das Essen, welches sich nun ich Tüten befand und drückte mich schnell, bis er schlussendlich die Wohnung verließ.
Mir fehlte mein Bruder, doch sah ich, dass ihm seine Freunde gut taten, weshalb ich ihm niemals vorwerfen würde dass er sich zu oft mit ihnen traf. So selbstsüchtig durfte und wollte ich vor allem nicht sein. Er wirkte Glücklicher und lächelte viel öfter. Natürlich würde ich gerne sagen, dass ich der Grund dafür wäre, doch wem versuchte ich da etwas vorzumachen? Natürlich war ich nicht der Grund dafür.
Schnell aß ich eine Kleinigkeit, doch viel mir bereits beim Essen auf, das mein Handgelenk schmerzte. Als ich mich meiner Uniform entledigte erkannte ich auch den Grund dafür. Ein großer Blauer Fleck umrandete mein Handgelenk und ließ die Lotusblüte wirken, als hätte sie tatsächlich eine Farbe, was auf einer komischen Art faszinierend, aber auch schmerzhaft aussah.
Glücklicherweise hatte mein Bruder das nicht gesehen. Wer weiß, wie er reagiert hätte. Allerdings hätte er mich durchaus vor diesen Idioten waren können...  Aber gut, so musste ich damit leben.