Einmal in meinem Leben...

GeschichteAllgemein / P16
14.08.2018
16.08.2018
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14.08.2018 724
 
Der warme Frühlingswind fuhr leicht durch die belebten Gassen Kyotos. Die Händler begannen gerade, ihre Stände aufzustellen und ihre besten Waren zu einem teils übertrieben teueren Preis, anzubieten. Eine Gruppe von Kämpfern der Shinsengumi ging an deren Läden vorbei, jedoch desinteressiert. Sie waren unter den einzigen, die nicht angesprochen wurden. Ihr nicht sonderlich guter Ruf eilte ihnen mal wieder vorraus.

,,Solche Halsabschneider...", flötete einer der Krieger amüsiert und lugte hinüber zu einem älteren Mann, welcher seine Waren für einen hohen Preis anbot. ,,Und trotzdem geht es uns nichts an, Okita", gebot einer der älteren ihm Einhalt. Okita's Augen loderten in einem amüsianten Licht, ehe er erneut begann: ,,Wenn es uns nichts angeht... Wieso patrouillieren wir dann?". Der Ältere, welcher offenbar Diskussionen mit Okita gewohnt war, stieß ein unzufriedenes Brummen aus, erhöhte seine Geschwindigkeit und ging weit vor den anderen her. Dem Braunhaarigen Souji schien dies nur zu gefallen. Es war ein wunderbares Gefühl, andere in den Wahnsinn zu treiben.

Ein paar Gassen weiter ging ein junges, unscheinbares Mädchen spazieren. Eine mittelgroße, schwere Stofftasche war um ihre Schulter geschnallt. Wie so oft lief sie zum Markt. Leute riefen ihr zu, ihr Waren zu verkaufen. Wie gerne sie das tun würde. Doch da gab es ein Problem: Sie besaß kein Geld. Sie lebte vom Stehlen, auf der Straße. Ohne Heimat, Familie oder irgendjemanden.
Gerade nahm sie bemüht unauffällig einen Apfel von einem der zahlreichen Stände, als der Besitzer des Standes lautstark rief: ,,Dieb! Haltet sie!". Der große, ziemlich kräftige Mann ging bedrohlich auf sie zu. Das Mädchen nutzte ihre Wenigkeit, lief zwischen einer Horde Menschen hindurch und lief los. Ihre Füße trugen sie einige Gassen weiter, doch selbst auf diese Entfernung konnte sie noch die protestierenden Rufe und die empörten Schreie der Menschen hören. ,,Eins zu null für mich!", kicherte sie leise, biss kurz in den Apfel und wollte gerade weitergehen, als ein Schwert vorschnellte und knapp an ihrem Hals stoppte. ,,Also ich würde es ja eher eins zu null für mich nennen", hörte sie noch eine amüsierte Stimme sagen, dann wurde alles um sie dunkel.

Als sie langsam das Bewusstsein zurück erlangte, öffnete sie nur kurz die Augen. Das helle Licht blendete sie und auch das dröhnen im ihrem Kopf half nicht gerade. ,,Und was sollen wir deiner Meinung nach mit einem Dieb tun?", hörte sie einen Mann ruhig fragen. Nun entschied sie sich denoch leicht die Augen zu öffnen. Die Stimme gehörte zu einem Lilahaarigen, ebenfalls jungen und zirmlich hübschen Mannes. ,,Wie wäre es wenn wir sie töten? Ich würde es freiwillig tun", meinte eine weitere Stimme, welche einfach nur amüsiert über diese Vorstellung klang. Ihr Herz machte einen Satz. Sie wollte nicht sterben! Und erst Recht wollte sie nicht von einem Sadisten wie diesem getötet werden! Zu ihrer Erleichterung beschwichtigte ein anderer ihn sofort mit einem Gegenargument: ,,Sie ist ein Mädchen. Wir dürfen sie nicht einfach so töten, Souji". Zumindest wusste sie nun schonmal den Namem des einen. ,,Wo wir gerade von ihr sprechen.... sie belauscht uns. Sicher das wir sie nicht töten sollen?", meinte Souji mit einem amüsierten Funkeln in den grünen Augen.

,,Wie ist dein Name?", der Mann der sie das fragte, war wohl soetwas wie der Anführer hier. Im Gegenteil zu seinem angriffslustigen Mitglied wirkte er ruhig und gefasst. Und absolut nicht wie ein böser Mensch. ,,Mein Name ist Yura", meinte sie leise und zögernd.  Sie vertraute dir den Leuten nicht. Insbesonders Souji nicht. Der Mann stellte sich ihr als Kondou vor und wie sie richtig geschätzt hatte, war er der Anführer der Shinsengumi. Der Reihe nach stellte er ihr auch die anderen Mitglieder vor. Der Lilahaarige hieß Saito, der zweite Anführer Toshi, dann gab es noch Heisuke, Harada und viele mehr.

,,Du musst einer sowieso bald toten nicht unsere Namen nennen...", erinnerte Souji den Anführer und wurde dafür mit leichten Tadel, allerdings nicht mehr bestraft. Yura überraschte dies zwar, allerdings ging sie nicht weiter darauf ein. ,,Was habt ihr mit mir vor?", fragte sie stattdessen einfach. ,,Wir können keinen Dieb in der Stadt lassen... Irgendwann hätte man dich gefangen und hingerichtet... Aber ich denke nicht, dass du böse bist. Wir, die Shinsengumi, geben dir eine Chance auf ein Neues Leben. Wenn du annimmst", sagte der Anführer ruhig und sah sie an.
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