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日本の夢 (Nihon no yume) - Okumuras Reisen zu den Grenzen des Vorstellbaren | Teil 6 - Zwischen den Welten

von Odras
GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P12
OC (Own Character)
13.08.2018
18.07.2019
31
32.746
 
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13.08.2018 334
 
« Teil 5 - Der Sternenspiegel

Dienstag, 8. Februar 1921

Das Rasseln eines Weckers reißt mich aus dem Tiefschlaf. Gerade einmal dreieinhalb Stunden waren mir vergönnt. Mycroft möchte heute so zeitig wie möglich aufbrechen, um noch bei Tageslicht die Normandie zu erreichen. Um acht wollen wir mit dem Zug nach Lyon fahren und von dort weiter mit der Martinsyde fliegen. An Bord der Maschine dauert es nicht lange, bis ich in einen tiefen und erholsamen Schlaf versinke, aus dem ich erst erwache, als wir bereits über der Normandie kreisen. Mycroft hält Ausschau nach einem geeigneten Landplatz in der Nähe von Marigny, doch die Witterungs- und Bodenverhältnisse sind nicht gerade einladend. Mycroft entscheidet, kein Risiko einzugehen und nimmt Kurs auf die Hafenstadt Caen, die auch über ein kleines Flugfeld verfügt.

Wie üblich möchte mein Freund nicht auf den gewohnten Komfort eines mobilen Untersatzes verzichten. Das Glück ist ihm hold. Unweit des Flugfelds können wir ein Automobil mieten, mit dem wir nach Marigny fahren. Gegen 19:00 erreichen wir das Chat Noir. Babette, die gute Seele, erwartet unsere Ankunft bereits. Die Räume sind geheizt und die Gästezimmer bezugsbereit. Zum Abendessen wir eine fantastische Boillabaisse serviert.

Der Lord meldet sich telefonisch, um zu berichten, dass er mit Lady Evelyn und Mare sicher in Paris angekommen sei. Die Weiterfahrt werde morgen stattfinden. Bevor Mycroft kurz nach Mitternacht zu Bett geht – Carla-san und Babette haben sich schon längst zur Ruhe begeben – warnt er mich. “Wenn du heute Nacht wieder draußen deinen Übungen nachgehst, denke daran, dass sich hier in der Gegend Tiefe Wesen herumtreiben”, ermahnt er mich.
„Damit werde ich schon fertig”, antworte ich selbstsicher.
“Wecke mich bitte, wenn irgendwas passiert”, bittet er mich.
“Verstehe”, erwidere ich, “du willst nicht, dass ich mich allein amüsiere.”

Doch die Nacht bleibt ruhig. In konzentrierter Stille widme ich mich der Perfektion meines Iaijutsu, der Kunst des Schwertziehens. Bis zur vierten Stunde des Morgens habe ich mehr als hundert imaginären Gegnern der Garaus gemacht. Die Tiefen Wesen haben sich nicht blicken lassen.
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