Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

L.A. Become Human

GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P18
OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor
12.08.2018
24.10.2018
26
35.200
16
Alle Kapitel
31 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
12.08.2018 900
 
****Anmerkung*****

Das hier ist ein "Reader Insert", das heißt, du als Leser entscheidest, wie die Protagonistin heißt und aussieht. Ich werde hierfür die englischen Abkürzungen benutzen, weil sie weiter verbreitet sind. Folgende Abkürzungen werden aktuell in der Geschichte verwendet (wird laufend ergänzt):

[Y/N] - Vorname

[L/N] Nachname

[h/c] Haarfarbe

Viel Spaß beim Lesen!

*******

"Das ist der letzte Aufruf für den Zug 2315 nach Los Angeles. Zug 2315 nach Los Angeles, bitte begeben Sie sich jetzt zur Einstiegsplattform." Die Stimme des Androiden dröhnte durch die Abfahrtshalle des Hyperloop-Bahnhofs von Detroit.

Ich fluchte und warf mir meine Reisetasche über die Schulter. Pünktlichkeit war noch nie meine Stärke gewesen, aber heute konnte ich es mir nicht leisten, den Zug zu verpassen. Dieser Job war wichtig und er wurde verdammt gut bezahlt.

Mein Name ist [Y/N] [L/N] und ich bin Expertin für die Psychologie von Androiden. Ich habe mehrere Jahre lang bei Cyberlife gearbeitet, bevor ich diesem Laden den Rücken gekehrt habe. Seitdem unterrichte ich ab und zu an der Universität von Detroit, aber damit verdient man nicht wirklich viel. Selbst wenn es um Androiden geht, bleibt für die freie Wissenschaft wenig Geld übrig.

Ich rannte jetzt durch die Halle zum Check-In-Schalter. Bevor ich zur Einstiegsplattform konnte, musste ich mich erst einmal registrieren. Die Sicherheitsauflagen beim Hyperloop waren strenger geworden, erst recht seit dem Anschlag letztes Jahr.

Vor dem Schalter hatte sich Traube aus Menschen und Androiden gebildet. Na klar, jetzt musste ich also auch noch warten. Warum konnte ich nicht einmal Glück haben? Als ich näher kam, beobachtete ich den Aufruhr genauer. Im Zentrum der Gruppe stand ein junger Mann, der heftig mit dem weiblichen Androiden am Schalter diskutierte. Nein, Moment, er selbst war auch ein Androide. Seit dieser Jericho-Sache trugen so viele von ihnen ihre Uniformen nicht mehr, dass man sie erst auf den zweiten Blick erkannte.

Aber dafür hatte ich heute keine Zeit, also musste ich es anders versuchen.

"Entschuldigung, Ladies und Gentlemen, Detective [L/N] vom DPD. Bitte machen Sie Platz." Ich schwenkte schnell mein Smartphone mit meiner Bonuskarte aus dem Donutladen hin und her. Das würde zumindest die menschlichen Zuschauer kurz beeindrucken. Natürlich war ich kein Detective, aber immerhin war ich tatsächlich im Auftrag des DPD hier.

Es funktionierte und ich kam nach vorne an den Schalter. Jetzt stand ich neben dem Androiden, der die Schlange aufzuhalten schien. Ein ganz hübscher Kerl, musste ich zugeben, das Design wird mit jeder Generation besser. Es war ein RK-800. Ein Polizei-Android, nicht das aktuellste Modell, aber ziemlich selten. Mir schwante Übles.

"Was gibt es hier für ein Problem?", fragte ich das Mädchen am Schalter.

"Bitte entschuldigen Sie die Wartezeit, Miss.", antwortete sie höflich. "Wir haben hier nur eine kleine Unstimmigkeit bezüglich der Gepäckaufbewahrung."

"Und die wäre?"

"Laut einer neuen Richtlinie vom März 2039 müssen alle Androiden während der Fahrt im Hyperloop im Frachtraum transportiert und ausgeschaltet werden", sagte sie mit monotoner Stimme.

Ich drehte mich zu dem anderen Androiden um, um ihn zu fragen, was genau sein verdammtes Problem damit war, als er mir zuvorkam.

"Hallo Miss [L/N]", sagte er und strahlte mich an, "mein Name ist Connor. Ich bin der Androide, den das DPD geschickt hat."

Ich hatte es geahnt. Der Störenfried gehört zu mir.

Alle umstehenden Fahrgäste starrten uns an. Um uns herum herrschte plötzlich Stille, sogar die nervtötende Lautsprecherdurchsage hatte aufgehört. Ich seufzte.

"Also, Connor", sagte ich betont langsam, "und warum genau meinst du, nicht im Frachtraum fahren zu können?"

"Der Frachtraum an sich ist nicht das Problem, Miss. Ich verweigere nur die temporäre Abschaltung während der Fahrt. Das ist ein Verstoß gegen Paragraph 8 der Androidenrechtskonvention, den ich nicht hinnehmen werde. Ich habe das Recht, die Fahrt ebenso wie ein Mensch bei Bewusstsein zu erleben."

Okay, er wollte also mit Paragraphen um sich schmeißen. Aber das konnte ich auch.

"Die Konvention ist noch nicht vom Parlament ratifiziert, sondern befindet sich noch in Verhandlungen. Und das weißt du. Jetzt geh in den Frachtraum, das ist ein Befehl."

Connor schaute mich an. Seine Augen hatten eine Farbe, die ich bisher nur selten bei einem Androiden gesehen hatte. Und auch bei einem Menschen, wenn ich es recht überlegt. Seine LED blinkte heftig. Dann räusperte er sich.

"Nein."

"Nein?", wiederholte ich ungläubig.

Die Leute hinter mir fingen an, zu tuscheln. "...2315 verspätet sich um zehn Minuten", hörte ich irgendwo im Hintergrund. Die meisten Anwesenden fanden diese Situation sicher einfach kurios. Aber mir lief es kalt den Rücken hinunter, als mir klar war, was das bedeutete:

Connor war ein Abweichler.

Ich musste die Situation unter Kontrolle bekommen. Ich durfte nicht in Panik verfallen. Connor schien meine Schwäche zu bemerken, denn jetzt schaute er mich besorgt an.

"Ist alles in Ordnung, Miss [L/N]? Ist Ihnen nicht wohl?"

Rasch schüttelte ich den Kopf. "Doch, natürlich", blaffte ich ihn an und wandte mich dann wieder an den Androiden am Schalter.

"Ich weiß, das ist etwas ungewöhnlich, aber ich muss darauf bestehen, dass dieser RK-800 mit mir im Passagierwagen fährt. Ich kaufe ihm ein Ticket, wenn es sein muss. Wir sind im Auftrag des DPD unterwegs. Ich werde für seine Sicherheit bürgen."
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast