Jeder Eve stirbt irgendwann

von Dork
GeschichteAllgemein / P12
12.08.2018
22.04.2019
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Eben hatte Rosen Cranz mir die Nachricht überbracht, dass Licht die Wunden des letzten Kampfes nicht überstehen würde. Jetzt stand ich vor dem Krankenhaus, in das mein Engelchen gebracht wurde. Meine Füße fühlten sich so schwer an wie Blei. Ich stolperte durch die große Tür. Eine Krankenschwester kam mir entgegen. ,,Ich will zu Licht Todoroki! "Sie zeigte mir den Weg. Vor Licht's Tür blieb ich wieder stehen. Ich zögerte. Ich hatte Angst davor ihn zu sehen. Meine Faust berührte nur zaghaft das Holz der Tür. Trotzdem hörte sich das Klopfen für mich Ohren betäubend an. Als keine Antwort kam stieg Panik in mir auf. Vielleicht war ich zu spät. Ich riss die Tür auf. Zwei eisblaue Augen starrten mich finster an. Ich atmete erleichtert aus. Er war noch nicht tot. Ich musterte ihn. Er war bis zur Brust zugedeckt. Er trug weder seinen Pullover noch seinen Rucksack. Er hatte, teilweise rote, Verbände am Kopf, an den Armen und an einer Schulter. Viel mehr sah ich nicht. In seinen Augen schien immernoch ein blaues Feuer zu lodern, doch seine Stimme hörte sich müde und kraftlos an. ,,Platz hier nicht so rein, Drecksigel." Auch wenn die Worte passten schien es nicht seine Stimme zu sein. ,,Entschuldigung." Ich setzte mich neben sein Bett auf einen Stuhl. Kurz war es still. Um das zu beenden ergriff ich das Wort, ohne zu wissen, was ich sagen sollte. ,,Wie... Wie geht es dir?" ,,Scheiße! Kann man sich das nicht denken?" Fuhr er mich an. Natürlich. Er wusste genau so gut wie ich, dass er bald sterben würde. ,,Kannst du gehen?" Licht zögerte kurz, nickte dann aber. ,,Ja wieso? " ,,Dann könnten wir doch noch etwas unternehmen! Wir... könnten in den Zoo gehen!" Ich glaubte kurz ein lächeln in seinem Gesicht zu sehen, aber es war so schnell verschwunden wie es gekommen war. Er nickte und zog sich an. Ich öffnete die Fenster, nahm ihn auf den Arm und sprang auf das Dach des Nachbarhauses. Kurz darauf waren wir beim Zoo. Ich setze ihn vorsichtig ab. Am Eingang kaufte ich Futter für die Tiere. Dann machten wir uns auf den Weg. Wir gingen langsam. Immer wieder musste ich auf Licht warten und das leider nicht nur, weil Licht die Tiere bestaunte. Immer öfter mussten wir pausen machen. Nachdem das Futter der Tiere weg war kaufte ich uns an einem kleinen Stand Eis. Wir setzen uns auf eine Bank, von der aus wie ein großes Tigermännchen beobachten konnten. Wir saßen schweigend nebeneinander und aßen unser Eis, bis Licht plötzlich das Wort ergriff. ,,Jetzt ist es vorbei. Dabei hatten wir den halben Zoo noch vor uns." Ich sah erschrocken zu ihm. Er hatte einen Verband von seinem Arm gelöst. Aus der Wunde drang viel Blut und auch die andren Verbände wurden immer dunkler. Sein Kopf sank auf meine Schulter. Er schien weit in die Ferne zu sehen. ,,Wie ist es wohl im Himmel?" ,,Sicher gibt es da alles was dich glücklich macht." ,,Nein." Ich legte meine Hand auf seinen Kopf. ,,Wie kommst du darauf?" ,,Sie lassen keine Drecksigel in den Himmel." ,,W-wie meinst du das?" Licht lehnte sich plötzlich sehr schwer gegen mich. ,,Lichtan?" Keine Antwort. Licht's Augen waren geschlossen. ,,Lass mich nicht alleine. Du bist doch mein Engelchen..." Ich nahm seine Hand. Sie fühlte sich kalt an. Tränen brannten in meinen Augen und verschleierten meine Sicht. Vorsichtig nahm ich das Engelchen auf den Arm und brachte es zurück ins Krankenhaus. Ich legte ihn in das Bett. Ich sah zu wie sich seine Brust noch ein paar mal bebend hob und senkte, bevor er aufhörte zu Atmen. Ich legte meinen Kopf auf die Brust, in der jetzt kein Herz mehr schlug und fing an zu weinen. Ich hörte wie Leute rein kamen, ignorierte es aber, bis Guildenstern mich von Licht weg zog. Ich hatte keine kraft um mich zu wehren. Er brachte mich in Cranz' Auto und dieser fuhr uns nach Hause. Da angekommen stolperte ich ins Wohnzimmer. Ich schlief diese Nacht auf der Couch.
Als ich aufwachte stand Frühstück auf dem Couchtisch. Ich sah zur Uhr. Es war fast 24 Stunden her, dass Licht gestorben war. Ich machte den Fernseher an, um mich abzulenken. <<der tot der Pianisten Licht Jekylland- >> Als kurz darauf Rosen Cranz rein kam steckte ein Degen im Fernseher.
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