Die Sache mit dem Vertrauen

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Riku Rajamaa Samu Haber
12.08.2018
12.01.2019
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Guten Morgen ihr Lieben,

Tatsächlich geht es hier auch endlich mal weiter. Wie schnell weiß ich leider noch nicht, aber ich hoffe dass ich bald mal wieder in einem geregelten Rhythmus bin.
Ich hoffe der ein oder andere liest noch mit und nimmt es mir nicht allzu übel...

Ich wünsche euch jetzt ganz viel Freude mit dem Kapitel :)

—-

Riku

Die nächste Wohnung liegt am Rand der Innenstadt. Sie halten vor einem sehr modernen Haus und auch die Häuser ein der Nachbarschaft sind eher hochwertig.
Vor dem Haus wartet bereits eine alte, zierliche Dame.
Riku muss schmunzeln, denn diese Dame sieht aus wie Mrs. Hudson aus der BBC Serie Sherlock.
Freundlich lächelnd streckt sie den beiden Männern die Hand entgegen.
Nachdem die Dame sie herzlich begrüßt hat und sich als Mrs Miller vorgestellt hat, führt sie die beiden Männer ohne Umschweife in die Wohnung.
Und auch wenn Riku nicht grade unsportlich ist, so ist er doch dankbar, dass es einen Fahrstuhl in die oberste Etage gibt.

„Ich lass sich Sie beiden erstmal alleine umschauen, sollte es Fragen geben geben Sie einfach Bescheid.“, sagt sie freundlich, während sie die Tür aufschließt.
Kaum ist die Tür geöffnet, zeigt sich der große Wohnraum mit der Fensterfront. Staunend bleiben die Männer im Türrahmen stehen.
Es sah auf den Bildern schon unglaublich aus, doch in Wirklichkeit wirkt das alles noch viel größer und heller.
Riku fängt sich als erster wieder, packt Samu am Oberarm und zieht ihn in die Wohnung.
Kaum dass sie ganz in der Wohnung sind, erblicken sie auch die Küche.
Edles Holz und Marmor machen sie zu einem absoluten Blickfang, daher wäre es auch eine Schande gewesen diese Küche in einem eigenen Raum zu verstecken.
Abgesehen von dem großen Wohnraum und der Küche befindet sich in dieser Etage noch ein Badezimmer, nicht weniger imposant wie die Küche und in dunklem Marmor gehalten.
Eine metallene Wendeltreppe führt nach oben, die beiden Männer werfen sich begeisterte blicke zu und gehen nach oben.

Die Vermieterin steht unverändert in dem großen Raum und schaut die beiden Herren aufmerksam an.
Im obersten Stockwerk befinden sich vier Türen.
Die Erste Tür führt in einen großen Raum mit ebenfalls einer Fensterfront.
Eine Tür führt in ein Badezimmer, was zwar größer ist als das in der unteren Etage, aber in den selben Marmor gehalten. Auch hier erstreckt sich die Fensterfront, sogar über Eck und lässt den Raum trotz des dunklen Marmor hell und freundlich wirken.
Neben der großen Regenwalddusche, steht eine freistehende Badewanne vor den Fenstern und bietet einen unglaublich schönen Blick über Helsinki.
Die anderen beiden Zimmer bieten zwar keine Fensterfront, dennoch sind auch hier mehrere Bodentiefe Fenster eingelassen.

„Ich hätte nie gedacht, dass es tatsächlich so unglaublich ist wie auf den Bildern.“, staunt Riku nicht schlecht, als sie auf den Weg nach unten sind.
„Die Wohnung ist einfach ein Traum!“, bestätigt Samu.

„Dann hoffen wir mal, dass wir Mrs Miller gleich überzeugen können.“, flüstert Riku skeptisch.
Und tatsächlich verzieht die Dame kein Miene, als Samu von ihrem Beruf erzählt. Ganz im Gegenteil, begeistert fragt sie nach ob sie denn bekannt seien und ist ganz aufgeregt, weil sie dann zwei Stars in ihrem Haus hätte. Immer mehr fällt Riku die Ähnlichkeit zu besagter Serie auf, kann sich das Lächeln jetzt auch nicht mehr verkneifen.
Eine Weile unterhalten sie sich noch, dann verlassen sie gemeinsam mit der Vermieterin die Wohnung.
Rechnen schon mit der Aussage, dass sie sich bei den beiden melden wird, nachdem sie eine Weile überlegt hat.
„Ich würde mich sehr freuen Sie in der Wohnung zu haben, wenn Sie möchten können wir den Vertrag direkt fertig machen.“, sagt sie lächelnd.

Überrascht schauen sich die beiden Männer an, können nicht glauben was Mrs Millers gesagt hat
„Ihr ernst?!“, fragt Riku wenig intelligent.
„Ja, ich verlasse mich da auf mein Bauchgefühl und überlege nicht lange. Und sie beide sind ein so freundliches und tolles Pärchen.“
Verschwörerisch Grinsen die beiden sich an, ist schließlich bei weitem nicht das erste mal, dass sie für ein Paar gehalten werden.
„Vielen dank, wir würden die Wohnung gerne nehmen. Aber sie sollten wissen, dass wir kein Paar sind.“
Kurz werden sie gemustert, dann grinst die Frau wieder.
„Was nicht ist, kann ja noch werden.“
Mit diesen Worten dreht sie ich um und holt einige Unterlagen aus dem Auto.
„Lesen sie sich alles inruhe durch und unterschreiben Sie. Dann rufen Sie mich einfach an und wir machen direkt die Schlüssel-Übergabe.“
Begeistert und überglücklich bedanken sie sich bei Mrs Millers und fahren strahlend nach Hause.

Noch am selben Abend haben sie den Vertrag unterschrieben und können bereits morgen die Schlüssel IHRER Wohnung entgegen nehmen.
Sie sitzen auf dem kleinen Schlafsofa bei Rikus Eltern zuhause, jeder hat einen Laptop auf dem Schoß und irgendwelche Seiten von Möbelhäusern geöffnet.
„Es ist so surreal. So als ob jeden Moment der Traum endet und ich alleine auf dem kleinen Sofa wach werden.“, sinniert Riku, die Worte nichtmal wirklich an Samu gerichtet. Doch dieser blickt auf und nickt seinem Nebenmann glücklich zu.
Sie bekommen morgen die Schlüssel und theoretisch könnte er morgen in seiner eigenen Wohnung schlafen. Praktisch wird es bis dahin aber wohl noch einige Zeit dauern, denn abgesehen von der Küche, ist noch nichts fertig.
Sie haben beide keinerlei Möbel mehr. Sowohl Riku als auch Samu haben diese hinter sich gelassen, als sie zurück in das elterliche Haus gezogen sind.

„Du, Riku?“, fragt Samu vorsichtig, sich scheinbar nicht sicher ob er es wagen kann die folgende Frage zu stellen.
„Hm?“, angesprochener blickt von seinem Laptop auf.
„Was würdest du davon halten wenn wir morgen ganz sporadisch ne Matratze kaufen und direkt einziehen?“
Überrascht blickt der Gitarrist ihm entgegen, allerdings scheint Samu den Ausdruck falsch zu deuten.

„Vergiss es, war nur so ne Idee. Ich freue mich einfach so.“, druckst der Blonde rum und starrt überaus konzentriert auf seinen Laptop.
„Ich mag die Idee. Küche und Badezimmer sind ja mehr oder weniger fertig und ein paar Tage oder Wochen auf einer Matratze wird immernoch bequemer sein als auf dem kleinen Sofa hier.“, nimmt Riku ihm jede Zweifel, strahlend blickt Samu auf.
Obwohl die beiden jungen Männer eher zur Fraktion Langschläfer gehören sind sie am nächsten morgen früh hoch.
So früh, dass sie gemeinsam mit Rikus Eltern frühstücken und denen die Neuigkeiten überbringen.
Besonders Rikus Mutter ist von der Idee der Weg angetan, sein Vater blickt etwas skeptisch drein.
Wobei sich Riku nicht sicher ist ob es grundsätzlich an der Idee einer WG liegt oder dass er in eben diese WG mit Samu zieht.

Gemeinsam packen sie Rikus, zugegebenermaßen, wenige Sachen. Denn abgesehen von Kleidung und seiner Gitarre gibt es nicht mehr allzu viel zu packen. Bei Samu sieht es einige Stunden später jedoch kaum anders aus.
Auch Samus Mutter freut sich für die beiden Männer, wobei sie Samu vielsagend zuzwinkert, nicht mal die Mühe machend ihre Gedanken vor Riku zu verbergen.
So wendet er sich peinlich berührt ab und geht in Samus Zimmer, während dieser noch mit seiner Mutter spricht.
Einige Zeit blickt er in dem nun leeren Zimmer umher, hängt seinen Gedanken nach.
Er freut sich ohne Zweifel auf die Wohnung, jedoch haftet auch ein komisches Gefühl diesem Umzug an.

Er hat die vergangenen Wochen genossen. Hat so gut geschlafen mit Samu neben sich. Doch in der Wohnung wird jeder sein eigenes Zimmer haben und es gibt keinen logischen Grund mehr, weshalb sie sich ein Bett teilen sollten. Dabei weiß Riku nichtmal mehr ob er ohne Samu überhaupt noch schlafen kann. Viel zu sehr hat er sich an die Nähe gewohnt.
Eine Nähe, die er seit viel zu langer Zeit schmerzlich vermisst.
Er wird erst aus seinen Gedanken gerissen, als Samu freudig ins Zimmer stürmt, jedoch vor dem Bett kein halt macht. Stattdessen springt er lachend neben Riku auf die Matratze, zieht den Gitarristen dabei mit in eine liegende Position.

„Hab ich was verpasst?“, fragt Riku grinsend.
„Ne, freu mich nur so.“, mit diesen Worten zieht er den Gitarristen in eine Umarmung, wobei Riku halb auf ihm liegt.
„Ich mich auch.“, nuschelt Riku, überwältigt von der Nähe und dem angenehm kribbelnden Gefühl in seinem Körper. Nur widerwillig löst er sich vom Blonden, dennoch müssen sie gleich los.
Er steht vor dem Bett und hält Samu die Hand hin.
„Was sagst du, wollen wir uns unsere Schlüssel abholen?“
Das lässt Samu sich nicht zwei mal sagen und greift sich seine Taschen.

Überglücklich stehen sie eine Stunde später in ihrer Wohnung. Die Schlüssel in der Hand und können beide noch nicht recht fassen dass es alles so schnell ging.
Sie brauchen nicht lange um ihre Taschen und Instrumente in die Wohnung zu schaffen, alles im Wohnzimmer liegen lassend fahren sie vorerst zu Ikea.
Zumindest für die ersten Dinge sollte das schwedische Kaufhaus seinen Zweck erfüllen.
So finden neben einer großen Matratze auch ein paar Lampen und Unmengen an Kleinkram ihren Weg in Samus Auto.
Angebracht haben sie die Lampen jedoch nicht direkt. So sitzen sie abends auf der Matratze zwischen einigen Kerzen, der Raum in warmes orangenes Licht gehüllt. Gedankenverloren und glücklich spielen die beiden Musiker im Einklang auf ihren Gitarren.
Romantischer könnte die Situation eigentlich nicht sein.

Und die Tatsache, dass Riku sich von dem großen Blonden Mann angezogen fühlt verleugnet er schon gar nicht mehr. Doch jetzt, hier in diesem perfekten Moment der absoluten Zweisamkeit wird ihm erstmal so richtig bewusst, dass es weitaus mehr als reine Anziehung und Sympathie ist. Er ist auf dem besten Wege sein Herz an den Sänger zu verlieren.
So ist es diesmal der Gitarrist, der leise beginnt zu singen.
Zeilen die ihm urplötzlich in den Kopf schießen und nahezu perfekt zu der ruhigen Melodie passen, die sie beide noch auf ihren Gitarren spielen.
Noch immer auf dem Boden auf der Matratze sitzend, in ihrer eigenen Wohnung. Ihrem zuhause.

The moment I close my eyes

And you come to me

I know that I am not alone

And never will be

Home is where ever I am

I feel you with me

They'll never take that away

'Cause you are home to me



Überrascht schaut Samu ihn an, hört auf zu spielen. Das bemerkt Riku jedoch erst als er selbst aufhört und sein Gegenüber anschaut.
„Wow, wo kam das denn her?“, fragt Samu begeistert.
„Keine Ahnung, war plötzlich da.“, antwortet Riku leise, hofft sich und seine Gefühle damit nicht verraten zu haben.
Wie von der Tarantel gestochen springt Samu plötzlich auf und hastet zu seiner Tasche. Kramt etwas darin rum und kommt mit einem Stift und einem Block zurück.
Lächelnd beobachtet Riku den Gitarristen wie er eilig zuvor gehörtes zu Papier bringt.
Stundenlang liegen sie dicht beiander auf der Matratze und Schreiben an dem Song.
Während der Gitarristen so nah bei seinem Freund liegt, sprudeln die Ideen nur so aus ihm heraus. Versucht seine Gefühle in Worte zu verleihen und öffnet sich den Tiefen Gefühlen dem Blonden gegenüber immer mehr.
Es ist offiziell und lässt sich nicht mehr abstreiten, er liebt den Blonden Mann. Unwiderruflich und absolut bedingungslos.
Stellt einige Minuten in frage ob unter den Umständen eine gemeinsame Wohnung tatsächlich so eine gute Idee war.

Er wird kaum Abstand halten können, wird sich viel zu oft hinreißen lassen. Die Versuchung ist allgegenwärtig und unsagbar groß.
Ein anderer Gedanke jedoch ist noch viel schlimmer. Was ist wenn Samu jemanden findet?
Er gönnt seinem Freund dieses Glück, keine Frage. Doch er könnte es sich nicht ansehen, dann würde er auf kurz oder lang kaputt gehen.
Ihre Freundschaft würde daran vermutlich zerbrechen, zumindest wenn seine Gefühle dem nicht zuvor kommen.

Über die Gedanken und die leisen Gitarrenklänge Samus schläft er schließlich ein.
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