Die Sache mit dem Vertrauen

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Riku Rajamaa Samu Haber
12.08.2018
12.01.2019
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Ein freundliches Hallo in dieses Forum! :)

Nachdem  ich hier lange mal mehr und mal weniger still mitgelesen haben, habe ich nun beschlossen auch mal was zu posten. Da ich nun auch eine Idee hatte und das erste Kapitel relativ schnell zu ‚Papier‘ gebracht worden war, möchte ich meine erste Sunrise FF mit euch teilen.
Bisher war ich eher in einem anderen Forum aktiv, hoffe aber sehr, dass ich auch hier den ein oder anderen für meine Story begeistern kann :)

Ganz liebe Grüße <3

—-

This is the end you know
The plans we had went all wrong
We ain't nothing but fight and shout and tears

We got to a point I can't stand
I've had it to the limit, I can't be your man
I ain't more than a minute away from walking

Sie haben schon oft gestritten, es ist gewiss nicht ihr erster Streit. Sie sind auch nur Menschen, sind sich mal uneinig, geraten mal aneinander und geraten so in den ein oder anderen Konflikt. In letzter Zeit immer häufiger.
Doch das hier, was grade hier und jetzt in seinem Wohnzimmer vor sich geht ist eine ganz andere Nummer an Streit.
Hier ist es mit einem ‚tut mir leid‘ oder ‚du hast recht‘ nicht getan.
Es ist klar, dass dies hier kein gutes Ende finden wird, dass es nach diesem Streit keine Versöhnung geben kann.
Zumindest nicht für Samu, denn sein Herz hängt irgendwo zerfetzt in seinem Körper rum und strahlt unerträgliche Schmerzen aus.
Mit einer solchen Intensität wie noch nie, frisst sich der Schmerz durch seinen Körper und zwingt ihn beinahe in die Knie.
Doch er will das nicht zeigen, will sich nicht die Blöße geben zu zeigen wie sehr ihn das alles grade zerstört, während Er vollkommen gleichgültig gegenüber steht. Sich Lässig an die Wand lehnt, der Verursacher allen Leids.
Oder hat Samu vielleicht sogar selbst Schuld? Ist es die Enttäuschung und der Verrat, der ihn rot sehen lässt.

Stets hat Samu versucht ein guter Freund zu sein, war immer drauf aus ihn glücklich zu machen. Doch in letzter Zeit schien ihm das nicht mehr zu gelingen. Nichts was er tat war gut genug. Anders kann er sich das nahende Ende ihrer Beziehung nicht erklären.
Eigentlich hätte er erwartet, dass er krampfhaft daran fest hält, mit allen Mitteln versucht sie vorm Scheitern zu bewahren, doch nichts von dem passiert.
Er will bloß, dass Er verschwindet. Er will nicht kämpfen. Nicht mehr.

Kontinuierlich kämpft er die Tränen nieder, helfen würde es ihm gegen den Schmerz nicht und wert ist er keine einzige seiner Tränen mehr.
Es ist vorbei. Sie sind gescheitert.

„Verschwinde.“, krächzt er mit belegter Stimme, weiß nicht wie lange er dem Schmerz und der Enttäuschung noch stand hält.
„Stell dich mal nicht so an.“, antwortet er genervt.
„Du. Sollst. Verschwinden.“, wiederholt Samu gezwungen ruhig.

Out of my life, Out of my mind
Out of the tears we can't deny
We need to swallow all our pride
And leave this mess behind

Out of my head, Out of my bed
Out of the dreams we had, they're bad
Tell them it's me who made you sad
Tell them the fairytale gone bad

„Überleg dir gut, ob du das wirklich verlangst.“, antwortet sein Gegenüber frech, macht keinerlei Anstalten sich aus der Wohnung zu bewegen. Steht dort selbstsicher wie eh und je und ist sich keiner Schuld bewusst.
Wütend funkelt Samu in seine Richtung, sein Blick eindeutig, beinahe tödlich.
„Ein Rausschmiss aus deiner Wohnung kommt einem Rausschmiss aus der Band gleich, das ist dir hoffentlich bewusst.“, ertönt die arrogante Stimme seines Gegenübers.
„Ohne mich seid ihr verloren, ohne mich kannst du deinen Traum aufgeben.“

„Ich verliere grade vielleicht vieles und gebe somit wohl auch einiges auf, aber die Band machst du mir nicht auch noch kaputt. Dafür werde ich sorgen, wir werden es schaffen. Erst recht ohne dich, Janne! Und jetzt verschwinde!“

Tatsächlich stößt sich Angesprochener von der Wand ab und bewegt sich zu Samus Glück in Richtung Tür.
„Scheitern werdet ihr, mehr nicht! Dazu ist die Band doch schon von Anfang an berufen, lange hätte ich das eh nicht mehr mit gemacht.“, mit diesen Worten verlässt er die Wohnung, lässt die Tür lautstark ins Schloss fallen und erlöst Samu somit.

Fassungslos und vollkommen fertig bricht er schließlich kraftlos zusammen. Sackt auf die Knie und kann den Kampf gegen die Tränen nicht länger fort führen.
Er hat verloren, zumindest in Sachen Liebe.

Another night and I bleed
They all make mistakes and so did we
But we did something we can never turn back right
Find a new one to fool
Leave and don't look back, I won't follow
We have nothing left, it's the end of our time

Irgendwann hat er von der knieenden Position in eine liegende gewechselt. Liegt auf dem Teppichboden seines Wohnzimmers und starrt an die Wand.
Auch als es tiefe Nacht ist und alles dunkel ist, starrt er auf ein und den selben Punkt.
Lässt die Tränen laufen und sein Herz bluten.
Was ist er auch so naiv und vertraut es einem anderen Menschen bedingungslos an. Früher oder später wäre ihm das zum Verhängnis geworden. Er war blind, so verdammt blind vor Liebe.
Nie wieder wird er solche Gefühle zulassen, nie wieder sein Herz vollends verschenken.
Er wird in Zukunft die Kontrolle behalten, niemanden mehr so nahe an sich ran lassen.
Es soll ja nie wieder jemand so mit ihm spielen. Es soll nicht umsonst gewesen sein, dass er die zersplitterten Stücke seines Herzen mühsam zusammen setzten muss. Gott weiß, wie lange er dafür brauchen wird.
Er will diesen Schmerz nie wieder spüren müssen.

Auch wenn sein Herz was anderes will, er wird abschließen. Er wird ihm nicht folgen, wird ihm keine zweite Chance geben. Er wird seine Würde behalten und nicht bettelnd hinter ihm her laufen.
Er wird stärker werden an diesem Verrat, wird daran wachsen.
Er wird den ganzen Mist hinter sich lassen und nach vorne blicken.

Mit diesen Gedanken schafft er es letztendlich auch sich aufzurappeln. Schlafen lagen brauch er sich nicht mehr. Die Sonne beginnt schon aufzugehen.
Stattdessen stellt er seine komplette Wohnung auf links und entfernt alles was Janne gehört und er auch nur in kleinster Weise mit ihm in Verbindung bringt.
Ein sauberer Schnitt. Schmerzvoll und nahezu unerträglich für den Moment, doch langfristig gesehen wohl das beste.

Seine Wohnung ist wenige Stunden später erschreckend leer, kaum noch etwa persönliches ist vorzufinden.
Doch das reicht nicht, Er ist noch zu präsent.
Samu muss raus hier, erträgt es nicht länger in seinem eigenen Heim. Denn es fühlt sich gar nicht mehr nach Zuhause an.
Für den Moment gibt es für ihn kein Zuhause mehr.

Viel zu früh befindet er sich deswegen an ihrem Studio. Hofft dass Janne es ernst meinte, dass er aussteigt. Wenn es für die Band tatsächlich ein enorm großer Rückschlag ist, so hätte er doch keine Sekunde mit ihm in einem Raum sein können.
Die anderen werden sauer sein, werden nur mäßig Verständnis aufbringen können, denn sie wissen von nichts.
Sollte Beziehung und Band doch von Sekunde eins an stinkt getrennt werden. Gar nicht miteinander in Verbindung gebracht werden können.
Immerhin sind sie eine aufstrebende Band und wer weiß in wie weit zwei schwule Musiker möglichen Erfolg dämpfen.

So werden die anderen wohl sehr aufgebracht sein, läuft es doch im
Moment steil an, sie sind gefragter als je zuvor. Spielen mehrmals die Woche kleinere, aber vermehrt auch größere Auftritte in Finnland.
Sogar eine deutsche Veranstaltung hat sie angefragt.
Was ohne Gitarrist natürlich etwas schwieriger wird, zumal das ein großes Sprungbrett sein kann.
Dadurch können sie es schaffen über die Grenzen Finnlands heraus zu kommen.
Das heißt sie müssen schnell Ersatz finden, andernfalls könnte sich Jannes Prophezeiung bewahrheiten und diese Genugtuung will er ihm nicht bieten.
Zudem ist es sein Traum, er hat schon so viel investiert und es sieht im Moment so gut aus, er will nicht aufgeben.
Will sich diesen Traum nicht nehmen lassen. Mit aller Kraft wird er sich nun auf die Band konzentrieren. Alles andere ist zweitrangig, nun zählt nur noch Sunrise Avenue.

Die Erschöpfung über die letzten Stunden macht sich nun mehr und mehr bereit. Kraftlos legt er sich auf das abgewetzte Ledersofa im Probenraum und noch bevor er einem weiteren Gedanken folgen kann ist er eingeschlafen.

Es ist keineswegs ein ruhiger und erholsamer Schlaf, im Gegenteil. Immer wieder taucht Janne auf, immer wieder wird ihm das Herz gebrochen und obwohl das ganze ein Traum ist, fühlt sich der Schmerz unerträglich echt an.

Befreit von den Alpträumen wird er erst durch Jukka, der aufgeregt an seinem Arm rüttelt, voller Sorge immer wieder seinen Namen nennt.

„Samu, was ist los?“, fragt er auch kaum, dass der Blonde seine Augen geöffnet hat.
„Er ist weg.“, antwortet Samu mit belegter Stimme.

Tell them the fairytale gone bad.
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