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Neubeginn

GeschichteFreundschaft, Sci-Fi / P18 / Gen
12.08.2018
12.08.2018
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6.865
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Dieses Kapitel
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Hallo, ich begrüße euch zum ersten Kapitel meiner neuen Geschichte. Das hier ist ein kleiner Versuch, mal etwas neues zu wagen. Inspirit wurde ich durch den Film der letzte Countdown. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen

Dimensionssprung

Thomas Falke, ein 41-jähriger Berufspilot steuerte seinen Boeing 747-8 von Sidney nach Frankfurt. Er freute sich auf zu Hause und seine Ehefrau. 3 Stunden würde es noch dauert, bis das Flugzeug in Frankfurt aussetzten würde. Der Flug war die meiste Ruhig. Auf den letzten Meilen wurde es ein wenig turbulent. „Sag mal, Tom. Was hast du in deiner freien Woche vor?“ fragte Saskia Stern, seine Co-Pilotin und angehenden Kapitänin. „Vielleicht fahr ich mit meiner Frau mal ein paar Tage ins Grüne“, antwortete Falke. „Schöne Idee“, entgegnete die Co-Pilotin. Wenige Augenblicke später wurde das Flugzeug von Turbulenzen durchgeschüttelt. „War ja klar. 16 Stunde gutes Wetter und kurz vor der Heimat Sturm. Hast du ne schwarze Katze überfahren, Tom“, fragte Saskia in neckischem Ton. „Nö, zumindest nicht in letzter Zeit“, erwiderte Falke lachend und schaute auf den Bordcomputer der Boeing. Je näher der Flieger seinem Heimatflughafen kam, desto schlimmer wurden die Seitenwinde und Turbulenzen. Etwa 70 Meilen von Frankfurt International entfernt meldete sich die Anflugkontrolle und gab einige Wetterdaten durch. „Verstande Frankfurt Anflugkontrolle. Flug LH-357 Ende“, bestätige Tom. „Das wird eine richtig schön schwierige Landung“, fuhr er an Saskia gewandt fort. Die junge Frau nickte.  5 Minuten Später meldete Falke sich beim Kontrollturm des Frankfurter Flughafens. „Frankfurt Tower, hier Flug LH-357. Wir erbitten Landeerlaubnis“, sprach der Pilot in den Funk. „Flug LH-357 sie haben Landeerlaubnis für Landebahn 07R“, antwortete der Fluglotse. „Bestätige Tower. Landefreigabe für 07 Rechts. Danke und Ende“, erwiderte Thomas. „Dann bringen wir den Vogel mal runter“, sagte Saskia und zog die Gurte etwas fester. Beide wussten, dass eine Landung bei schlechtem Wetter ihre volle Konzentration forderte. Die beiden arbeiteten ihr Checklisten ab. Tom merkte, dass eine Landung durch den Autopiloten nicht in Frage kam. „Mein Flugzeug!“, sagte er und schaltete den Autopiloten aus. Saskia griff mit der rechten Hand an den Steuerknüpple auf ihrer Seite. Die linke Hand legte sie locker auf die Schubregler der Triebwerke. Tom und Saskia waren ein eingespieltes Team im Cockpit. Jeder Handgriff saß. Gemeinsam brachten sie das schwere Passagierflugzeug auf den Boden. Sofort übernahm die Bodenkontrolle. Falke befolgte jeden der Befehle genau, die ihn an sein Gate lotsen sollten.



Mit einem Mal hieß es alle Flugzeuge am Boden Position halten. Der Grund war der Notruf eines hereinkommenden Flugzeuges. Von seiner Position konnte Tom gut erkennen, was es für ein Flugzeug war. Es war eine Lockheed Electra L-188C. Das alte Propellerflugzeug kam in einem steilen Winkel runter. Eines der 4 Triebwerke brannte. Kurz vor der Landebahn zog der Pilot der Electra seine Maschine leicht hoch und setzte sie hart auf. Sofort rückte die Flughafenfeuerwehr an, um den Triebwerksbrand zu löschen. Der Tower ließ die Piste, auf der die Electra stand, dicht. Die anderen Bahnen wurden für den normalen Betrieb wieder freigegeben. Tom beobachtete die Löscharbeiten und erinnerte sich an die Zeit in Kanada, wo er einen Teil seines Lebens verbracht und die Pilotenausbildung gemacht hatte. Er erinnerte sich gerne an die Zeit zurück. Auf einem Flug von Vancouver nach Toronto hatte er Tessa kennen gelernt. Die beiden verliebten sich und heirateten später. Nein, die Zeit in Kanada war für Tom großartig.  Es gab nur eine Sache, die ihn verfolgte. Es war kurz vor seiner Rückkehr nach Deutschland. Zu dieser Zeit flog Thomas Einsätze für den kanadischen Zivilschutz. Der Tag war ziemlich verregnet und stürmisch. Es regnete wie aus Kübeln. Die Kommandantur hatte beschlossen den Trainingsflug, trotz des schlechten Wetters, durchzuführen. Tom stand im Kontrollturm und holte sich die letzten Instruktionen ab.  Sein Blick ging auf das Vorfeld, wo das große rot/weiß lackierte Löschflugzeug stand. Er bemerkte das sich eine grüne Aura um die Maschinen bildete. „Was ist das?“, fragte Falke. Sein Copilot blickte zum Flugzeug und rieb sich die Augen. Ein Blitz schlug in den Flieger. Als sich die Augen der Anwesenden vom Lichtschock erholt hatten, war das viermotorige Flugzeug verschwunden. Der kanadische Zivilschutz kehrte den Vorfall unter den Teppich. Alle beteiligten wurde zum Stillschweigen verpflichtet.



„Tom, komm zu dir. Wir dürfen ans Gate rollen“, sagte Saskia. Falke war so in seine Gedanken vertieft, dass er die Rollfreigabe überhört hatte. „Danke, Saskia“, sagte der Pilot und setzte die Maschine wieder in Bewegung. Am Gate stoppte er sie und spulte das übliche Abschiedsprogramm ab. Gemeinsam mit Saskia machte Tom den letzten Check, bevor die Technik das Flugzeug übernahm. „Kommst du noch mit auf ein Dienstabschlussbier, oder verkrümelst du dich direkt nach Hause, Falke?“, fragte die Copilotin. „Ein Bierchen in Ehren kann niemand verwehren“, erwiderte Falke lachend. Diese blieb ihm im Hals stecken, als er seinen Chef sah. „Ich glaube das Bier muss warten. Da kommt der Alte. Sicher wegen der Landung“, sagte der Berufspilot. Saskia drehte sich um. „Guten Morgen Kommodore“, sagte sie freundlich. „Guten Morgen ihr beiden. Gerade auf ein Wort in mein Büro, dann dürft ihr in den Feierabend“, antwortete der Alte.  Die beiden folgten ihrem Chef. Tom hatte mit seiner Vermutung recht. Es ging um die Landung. Es gab aber keinen Ärger, sondern ein Lob. Zum Abschluss des Gesprächs meinte der Alte: „So, ab in den Feierabend mit euch, Kinder. Und dir Tom, einen schönen Urlaub. Wir sehen uns nächste Woche in alter Frische.“ „Ja wohl, Kommodore“, entgegnete Falke und salutierte gespielt. Saskia packte Tom am Arm und zog ihn zu einem Lokal direkt neben dem Tower. Die Kneipe war nur für das Personal des Flughafens und die Flugzeugbesatzungen. Nach einer knappen Stunde und 3 Bier verabschiedete sich Tom von Saskia und trat den Weg zum Bahnhof an. Lange musste der Pilot nicht warten. Sein ICE kam pünktlich am Bahnhof des Flughafens an. Er stieg in den Zug und suchte sich einen freien Platz. Etwas achtlos und unsanft warf Tom seinen schweren Pilotenkoffer auf den Sitz. „AUA!“, sagte eine männliche Stimme. Verwirrt blickte sich Falke um. Er sah einen jungen Mann, der sich den Arm rieb. „Ach so, der war das. Und ich dachte ich werde verrückt“, dachte der Pilot und setzte sich.



Die Fahrt zum Hauptbahnhof Frankfurt dauert nicht lang. Tom verließ den Zug und blickte noch einmal kurz zur Lok. „Depp!“, sagte eine männliche Stimme. Falke staunte nicht schlecht. Die männliche Stimme ging von dem ICE aus. „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, du kannst mich nicht leiden“, meinte der Pilot. „Damit liegst du richtig, du Eierbär!“, erwiderte die männliche Stimme. „Ich muss unbedingt mal zum Arzt. Ich höre Züge sprechen“, dachte Thomas und rieb sich die Schläfen. Er schob sich über den Bahnsteig und durch die Bahnhofshalle. Über den Trubel hörte der Pilot auf einmal Gesang. Er blickte in die Richtung, aus der der Gesang kam. Tom sah einen älteren dunkelhäutigen Mann in mehr als seltsamen Klamotten. Der Alte war auf Rollschuhen unterwegs. Falke lächelte als der Mann näherkam und sagte: „Hallo Tom, mein Sohn. Wie geht es dir und wo kommst du gerade her?“ „Australien“, antwortete der Pilot. „Tralien? Wo bitte liegt den Tralien?“, fragte der Alte grinsend. „Bei Aus“, entgegnete Thomas. „Hört sich schön an. Da sollte ich vielleicht mal Urlaub machen“, meinte der Dunkelhäutige. „Du musst allerdings mit dem Flugzeug hinreisen, Papa. Gleise wurde noch keine verlegt, du alte Dampflok. Was mich drauf bringt, hast du noch genug Kohlen im Tender?“, sagte Falke lachend. „Ich? Immer. So ein altes Dampfross wie ich hat Erfahrung und weiß mit seinen Ressourcen zu haushalten“, erwiderte Papa lächelnd. „Sicher, aber damit du nicht doch irgendwann auf dem trockenen sitzt, habe ich noch was für dich“, entgegnete der Pilot und zog seine Geldbörse aus der Tasche. Er zählte ein paar Scheine ab und reichte sie Papa. „Danke, mein Junge. Möge Starlight dich auf all deinen Wegen begleiten“, sagte Papa freudestrahlend. „So jetzt muss ich aber weiter Papa. Ich habe meine Frau über einen Monat nicht gesehen. Sie erwartet mich bestimmt schon ganz sehnsüchtig und ist spitz wie Nachbars Lumpie“, meinte Tom grinsend. „Dann möchte ich dich nicht länger aufhalten. Vielleicht stellt sich bei euch ja Nachwuchs ein“, witzelte der Alte. „Ja, vielleicht, vielleicht auch nicht. Mach es gut, Papa und bleib gesund“, sagte Falke. „Mach es besser, Tom. Denk dran, Safersex rettet Leben“, sprach Papa. „Ich werde es beherzigen“, entgegnete der Pilot. Papa kehrte ihm den Rücken und rollte auf seinen Skates davon. Tom hörte wie er sang: „Die erste Zeile im Blues, muss immer wie die Zweite sein!“ „Schon verrückt der alte Papa, aber genau das mag ich so an ihm“, dachte Thomas und verließ den Bahnhof mit dem Ziel Taxistand.



Die Fahrt durch die Stadt raus auf Land zog sich ziemlich hin. Tom kam die Fahrt endlos vor. Er war einfach nur froh wieder daheim zu sein und freut sich auf seine Frau. Nach der knapp anderthalbstündigen Tour durch die Stadt sah Falke endlich sein Haus. Vor der Einfahrt ließ er den Taxifahrer anhalten und bezahlte den Mann. Falke wunderte sich ein wenig, weil der Wagen seines besten Freundes in der Einfahrt stand. Er dachte sich nichts weiter dabei. Tom öffnete die Haustür. Sorgfältig hängte er seine Uniformjacke an die Garderobe. Seinen Pilotenkoffer stellte er neben das Seitboard unter dem Kleiderhaken. „Ich bin zu Hause Tessa“, sagte er gut gelaunt, bekam aber keine Antwort. „Sie wird mit Manni im Garten sein“, dachte Thomas und ging ins Wohnzimmer. Die Terrassentür war allerdings fest verschlossen. „Dann sind die beiden wohl anderweitig auf Tour. Naja, erstmal aus den Klamotten raus“, sagte sich der Pilot und ging in den ersten Stock. Was er sah, als er die Schlaftür öffnete, erfreute ihn gar nicht. Seine Frau und sein bester Freund waren gerade schwer zu Gange. Es brach Tom das Herz. „Zeit für bittere Wahrheiten!“, dachte der Pilot verletzt und zog sein Handy. Er filmte die beiden und schickte das Video direkt an Mannis Frau. Die Antwort kam prompt zurück. „Das ist ein schlechter Scherz“, stand in der SMS. „Ich wünschte es wäre so“, antwortete Falke. Kurz darauf vibrierte Mannis Handy, was dieser aber nicht realisierte. „Ich würde die Nachricht lesen, es könnte wichtig sein“, sagte Tom um sich bemerkbar zu machen. Tessa und Manfred sahen den Piloten entsetzt an. „Es ist nicht wie du denkst, Tom“, begann Manni. „Das ist ja wohl die dümmste Aussage, die es gibt!“, erwiderte der Pilot. „Was machst du hier Tom? Du solltest doch erst Morgen aus L.A. zurückkommen“, sagte Tessa panisch und zog sich die Decke über ihre Blöße. „Wir haben vorgestern miteinander telefoniert Tessa. Da habe ich dir gesagt, dass ich heute aus Australien zurückkomme. Los Angeles war vor anderthalb Monaten. Und du solltest mal auf dein Handy schauen Manni, ich glaube die Nachricht ist wichtig“, meinte Thomas wütend. Manfred tastete am Boden nach seiner Hose und zog das Handy aus der Tasche. Tessa hatte unterdessen das Bett verlassen und sich einen Morgenmantel übergezogen. Langsam ging sie auf Tom zu, der seinen Ex-Besten Freund genau beobachtet. Manni schaute aufs Display und öffnete die Nachricht, die seine Ehefrau ihm geschickt hatte. Es war das Kurzvideo, das Falke von ihm und Tessa nur wenige Augenblicke vorher gemacht hatte.

Manni war fassungslos. „Du Arschloch hast meine Ehe auf dem Gewissen!“, entfuhr es ihm. „Nein, deine Ehe hast du gerade selbst kaputt gemacht. Du hast eine Frau und 2 Kinder! Warum musst du dann mit meiner Frau vögeln?“, konterte Thomas lautstark. Tessa sah wie sich zwischen den beiden Männern ein hitziges und unschönes Wortgefecht entwickelte. Manfred verlor nun endgültig die Beherrschung und griff Tom an. Der Pilot ließ seinen „Freund“ ins Leere laufen. Bevor Manni sich aufrappeln konnte hatte Thomas in gepackt und in den Schwitzkasten genommen. Immer stärker drückte der Pilot zu. „Tom, hör auf! Du bringst ihn um“, rief Tessa panisch. „Halt dich da raus! Das ist eine Sache zwischen ihm und mir!“, fuhr der Pilot seine Frau an und schleifte den Liebhaber die Treppe runter. Manni bemerkte das der Druck an seinem Hals nachließ. Bevor er wusste was los war, wurde er durch die offene Tür nach draußen befördert. Hart landete Manfred auf dem gepflasterten Weg, der vom Gartentor zur Haustür führte. „Lass dich ja nie wieder hier blicken, du Arschloch!“, brüllte Tom seinen Ex-Freund an und warf die Tür, laut krachend, ins Schloss. „TESSA!“, schrie Thomas. Die Gerufene flüchtete sich ins Badezimmer und verriegelte die Tür. Wütend begab sich der Pilot in den ersten Stock. Auf halbem Weg machte er kehrt, weil Manni heftig klingelte. Tom riss die Tür auf und fragte lautstark: „Was willst du noch hier?“ „Kann ich bitte meine Klamotten, Handy und Autoschlüssel zurückhaben?“, erwiderte Manfred kleinlaut. „Ach ja. Warte mal kurz“, entgegnete Thomas und begab sich wieder ins Schlafzimmer nachdem er die Tür wieder zugeknallt hatte. Tom kramte die Brieftasche und den Autoschlüssel aus der Hose seinen Ex-Freundes. Das Handy sammelte er vom Boden auf. Die Gegenstände drückte er Manni in die Hand, der immer nackt vor der Haustür stand. „Was ist mit meinen Klamotten?“, fragte Manfred. „Was für Klamotten?“, erwiderte Tom. „Du weißt schon. Die Sachen, die oben in deinem Schlafzimmer liegen“, antwortete er. „Du hast deine Wertsachen und deinen Autoschlüssel! Und jetzt verpiss dich, bevor ich die Polizei rufe und denen sage, dass sich ein nackter Perverser auf meinem Grundstück rumtreibt“, antwortete Falke. „Du kannst mich doch nicht nackt vor der Tür stehen lassen“, meinte Manni pikiert. „Doch kann ich und jetzt verpiss dich endlich aus meinem Leben!“, entgegnete Tom und schloss die Haustür. Manfred erkannte, dass es absolut sinnlos war mit Thomas zu reden. Er flüchtete sich in seinen Wagen und fuhr davon.



Tom begab sich in den ersten Stock und wollte die Badezimmertür öffnen, aber sie war fest verschlossen. Er ruckelte einen Moment lang an der Tür aber nichts tat sich. Mit der flachen Hand schlug er gegen das Hindernis und sagte: „Tessa, mach die Tür auf!“ Aber nichts tat sich. 10 Minuten versuchte Thomas auf seine Frau einzureden, aber ohne Erfolg. Ihm riss der Geduldsfaden. Mit der Faust hämmerte Tom gegen die Tür und rief: „Mach die verdammte Tür auf!“ Außer einem ängstlichen Wimmern seiner Frau war nichts zu hören. Falke nahm ein wenig Anlauf und trat die Tür ein. Tessa kauerte sich panisch in einer Ecke zusammen. Tom atmete einige Augenblicke tief durch, bevor er sich neben ihr auf den Boden sinken ließ. „Tu mir bitte nicht weh“, bat seine Frau panisch. Einige Zeit sagte keiner der beiden etwas. „Warum Tessa? Erklär es mir bitte. Ich verstehe es nicht. Warum betrügst du mich nach 20 Ehejahren, mit meinem besten Freund?“, begann der Pilot. Den Schmerz in seiner Stimme konnte man deutlich hören. Wieder entstand eine unangenehme Stille. „Tom… unsere Ehe….“, setzte Tessa an und brach sofort wieder ab. „Unsere Ehe ist kaputt. Du bist ständig irgendwo im Ausland. Ich habe auch meine Bedürfnisse“, brachte sie hervor. „Warum hast du nie etwas gesagt. Ich hätte mir einen anderen Beruf gesucht. Und wenn ich als Hausmeister in unserer Nachbarschaft angefangen hätte“, erwiderte Falke. „Du bist mit Leib und Seele Pilot, Tom. Das hätte dich nicht glücklich gemacht“, antwortete Tessa. „Vielleicht nicht, aber unsere Ehe hätte es vielleicht gerettet“, entgegnete der Pilot. „Vielleicht, vielleicht auch nicht“, gab sie zurück. „Wie lange geht das mit dir und Manni schon?“, fragte Thomas gerade heraus. Tessa wand sich etwas, aber schließlich sagte sie: „2 Jahre“ „2 Jahre. Du schaffst es nicht in 2 Jahren die Wahrheit zusagen. In 2 Jahren warst du nicht im Stande mir zu sagen, dass alles aus ist und du die Scheidung möchtest?“, erwiderte Tom sauer. Tessa schaute auf den Boden. „Ach, jetzt verstehe ich! Als Ehemann bin ich dir nicht mehr gut genug, aber auf die 35000 Euro, die ich jeden Monat nach Hause bringe, wolltest du nicht verzichten. Deswegen hast du mir nichts gesagt und mich ins offene Messer laufen lassen!“, sagte Thomas den Tränen nahe. Nun erkannte sie, wie sehr sie ihren Mann verletzt hatte. Sie legte ihm die Hand auf die Schulter, doch Tom schob sie weg. „Fass mich nicht an, du falsche Schlage! Pack deine Sachen und verschwinde!“, forderte Tom. Die harten Worte versetzten Tessa einen Stich. Die 41jährige verließ das Bad. Sie eilte auf den Speicher und holte 2 große Koffer, in die sie ihre Sachen stopfte.  Thomas hatte das Bad verlassen und saß nun auf der Couch im Wohnzimmer. Langsam realisierte er, dass sein Glück in Trümmern lag. Eine halbe Stunde später kam Tessa aus dem ersten Stock. Sie stellte die Koffer kurz ab und ging auf ihren Mann zu. „Tom, es tut mir leid“, sagte sie. Falke blickte kurz auf und schaute sie mit leeren Augen an. „Hau ab, los zieh endlich Leine!“, forderte. Auch wenn es nicht mehr als ein Flüstern war. Tessa schaute zu Boden. Sie nahm ihre Koffer und ging. Zu ihrer Verwunderung wartete bereits ein Taxi auf sie.  



Thomas hörte wie das Taxi in dem Tessa saß davonfuhr. Mit einem Mal überkamen ihn die Emotionen. Bitterlich begann er zu weinen. Ihm war klar, dass die letzten 2 Jahre seiner Ehe nur noch auf Lug und Trug aufgebaut waren. Es dauerte einige Zeit, bis sich Tom beruhigte. Er wusste nicht was er machen sollte. Nur eines war ihm völlig klar. Er musste seine Vorgesetzten, von dem Vorfall, informieren, sonst würde ihn keine Airline jemals wieder fliegen lassen. Tom griff zum Telefon und rief den Kommodore. Falke schilderte ihm die gesamte Situation. „Okay mein Junge, das ist mehr als hart. Pass auf, du überschläfst die ganze Sache und in 2 Tage meldest du dich beim psychologischen Dienst“, sagte der Kommodore. „Es geht mir gut. Ich brauche keinen psychologischen Dienst“, entgegnete Falke. „Junge, das war keine Bitte, sondern eine Dienstanweisung. Du gehst übermorgen zum psychologischen Dienst und lässt dich grounden, wenn die sagen, dass du wieder fliegen darfst, teile ich dich wieder ein. Solltest du nicht zum Dok gehen, hast du ein Verfahren am Hals und riskierst deine Pilotenlizenz. Du kennst die Regeln doch“, meinte der Kommodore sanft, aber bestimmt. Thomas wusste, dass sein Vorgesetzter recht. „Hast ja, recht, am Dienstag gehe ich zum psychologischen Dienst“, lenkte der Pilot ein. „Gut, ich werde den Termin vereinbaren und ruf dich dann an“, erwiderte der Dienstälteste. Falke legte das Telefon bei Seite und überlegte was er machen sollte. Sein Blick fiel auf das Bild von Tessa und ihm, welches über dem Kamin hing. Tom nahm das Portrait von der Wand und betrachtet es eine Weile. Mit einem Mal überkam ihn eine schier endlose Wut. Er warf das Bild zu Bode, wodurch Glas und Rahmen zerbrachen. Bevor er weiter marodieren konnte, klingelte das Telefon. „Falke“, sagte Tom in das Gerät. „Wie ich höre, scheinst du ja nicht sonderlich sauer zu sein“, meinte der Kommodore. „Entschuldige bitte. Ich habe wohl etwas die Beherrschung verloren. Wann kann ich beim Dok antanzen?“, fragte der Pilot nun etwas ruhiger. „Dein Termin ist um am Dienstag um 10 Uhr. Sei bitte pünktlich und versuch dein Haus nicht abzureißen. Ich komme nachher mal vorbei und wir reden ein wenig“, sprach der Kommodore. „Okay, ich werde es versuchen. Bis nachher“, erwiderte Thomas. Erneut ließ er sich auf die Couch fallen. Er versuchte seine Gedanken zu sortieren.



Einige Stunden später klingelte es an Toms Haustür. Der Pilot öffnete. Vor ihm stand sein Vorgesetzter. „Komm doch bitte rein. Schau dich aber nicht um. Es ist etwas unordentlich“, sagte Falke. Der Kommodore schaute sich um und meinte: „Na da hast du deinen Gefühlen aber freien Lauf gelassen.“ Das Wohnzimmer sah aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. „Ja. Ich habe alles kleingehauen, was mich an Tessa erinnert“, erwiderte Tom. „Vielleicht hättest du das anders angehen sollen, aber das ist unter dem Strich deine Sache“, entgegnete der Pilotenchef. Thomas nickte. Die Beiden unterhielten sich eine ganze Weile. Tom sprach sich einiges von der Seele. Bevor der Kommodore ging, erinnerte er den Piloten noch einmal an den Termin.

Brav suchte Thomas 2 Tage später den psychologischen Dienst auf. Er schilderte der Psychologin die Situation. Nach dem intensiven Gespräch zog sie den Piloten auf unbestimmte Zeit aus dem Verkehr. Falke wusste, dass das Routine war. 3-mal pro Woche musste er bei seiner Ärztin antanzen. Die ganze Behandlung dauerte etwa 4 Monate, in den Tom auch immer wieder Rückschläge erlitt, aber die Gespräche halfen ihm wirklich, die ganze Situation zu verarbeiten. Nach der letzten Sitzung war die Psychologin der Meinung, dass Falke wieder flugtauglich war und informierte den Kommodore. Tom war mehr als froh, endlich wieder ins Cockpit zu dürfen. Zwar erstmal nur auf der Kurzstrecke, aber besser als gar nichts. Die Zeit zwischen den Diensten nutze er, um seine Helikopter Liezen zu erneuern. Nebenher flog er Premiumkunden vom Flughafen zu ihren Holtes und umgekehrt. Seine Kollegin Saskia frage immer wieder, wann er wieder auf die Langestrecke zurück wechseln würde. Tom sagte immer, dass das in den Händen des Kommodores lag. Tessa war zwischenzeitig nicht untätig. Nach einem Dienst hatte Thomas einen Brief ihres Anwaltes, bezüglich der Scheidung, im Briefkasten. Tessas Forderungen waren klar formuliert. Tom lachte bloß über den Brief und schaltete seinerseits einen Anwalt ein. Falke war sich bewusst, dass das keine leichte Scheidung werden würde.



Thomas und Tessa trafen sich bei einem ihrer Anwälte im Büro. Sie war sich sicher, dass ihr Noch-Ehemann auf ihre Forderungen eingehen würde. Was sie nicht wusste war, dass Tom seinem Anwalt den Ehevertrag vorgelegt hat. Tessa hatte ihrem Anwalt dieses Dokument verschwiegen, um das Bestmögliche für sich herauszuholen. Nach einem intensiven und unangenehmen Gespräch ließ Thomas von seinem Anwalt ein Angebot an Tessa übermitteln. Tessas Anwalt riet ihr dazu auf das Angebot einzugehen. Was sie aber nicht tat. Tessa wollte mehr und ließ es auf einem Prozess ankommen, den sie haushoch verlor. Tom machte ihr ein neues Angebot, welches sie zähneknirschend annahm. Natürlich war dieses Angebot deutlich niedriger als das Erste. Nachdem die letzten Formalitäten geklärt waren, lief die Scheidung von Tessa und Thomas recht reibungslos ab. Falke ließ für die Zeit nach der Scheidung 3 Wochen beurlauben, um den Kopf frei zubekommen. Der Kommodore kam der Bitte des Piloten nach und teilte ihm gleichzeitig mit, dass er nach seinem Urlaub wieder Langstrecke fliegen dürfe. Falke bat seinen Chef die Sache geheim zu halten, weil er seine Kollegien Saskia überraschen wollte. Die junge Pilotin staunte nicht schlecht, als Tom sie nach seinem Urlaub im Cockpit begrüßte. Sie war froh wieder mit ihrem Mentor und Freund zu fliegen.



2 Jahre waren seit seiner Scheidung von Tessa vergangen. Thomas hatte die ganze Geschichte gut verarbeitet, aber so wirklich glücklich wurde er nicht. Falke ließ sich das ganze nie anmerken. Nach langem Überlegen hatte er beschlossen einen Cut zumachen und sein Leben neu auszurichten. Sein Haus hatte er bereits ein Jahr nach der Scheidung verkauft. Eine Wohnung in der Frankfurter Innenstadt reichte ihm vollkommen aus. Er war ja ohnehin die meiste Zeit unterwegs. Vor Saskias großer Abschlussprüfung hatte Tom ein Gespräch mit dem Kommodore geführt und seine Kündigung eingereicht. Der Pilotenchef war zwar etwas betroffen, dennoch konnte er die Entscheidung verstehen. „Du wirst uns sehr fehlen Tom. Das weißt du“, sagte er zu Falke, als dieser die schriftliche Kündigung abgegeben hatte. „Ich weiß, aber es ist besser so“, entgegnete Thomas. „Tom, warte noch 2 Jahre, dann sitzt du auf meinem Posten“, versuchte der Kommodore den Piloten umzustimmen. „Tut mir leid, aber mein Entschluss steht. Ich kann so einfach nicht weiter machen. Ich brauche einen Tapetenwechsel“, erklärte Thomas. „Okay, ich verstehe Tom“, lenkte der Chef ein. „Nur eine bitte hätte ich da noch an dich. Erzähl Saskia bitte nichts. Ich möchte da persönlich mit ihr drüber reden“, bat Falke. „Natürlich Thomas. Alles was du willst. Auf Wiedersehen und guten Flug“, sagte der Kommodore und geleitete den Piloten aus seinem Büro. Saskia wartete bereits am Flugzeug auf Thomas. „Man Tom, wo warst du?“, fragte die Pilotin gespielt genervt. „Ich war noch oben beim Alten. Der hat mir gesagt, dass ich dich bloß nicht mit Glacéhandschuhen anfassen soll. Das wäre ja schließlich dein Prüfungsflug“, antwortete Falke lachend. „Okay, und ich dachte du würdest mich so durchwinken, weil wir Freunde sind“, meinte Saskia. „Bestimmt nicht. Gerade weil wir Freunde sind“, entgegnete Tom. Die beiden Piloten machten den Walk-around um die Boing 747-8. Nach dem Abschluss des Sichtchecks begaben sich die beiden Piloten ins Cockpit und checken die Systeme ihrer Maschine. Für Thomas war es etwas ungewohnt, wieder auf dem Copilotensitz zu sitzen. Saskia bekam über Funk die Bestätigung, dass das Boarding abgeschlossen war. Tom erbat beim Tower Rollfreigabe. Nach einigen weiteren Funksprüchen wurde die Boing vom Gate geschoben und Saskia bestätigte ihr Rollfreigabe beim Tower. Nach diversen Stopps stand das große Flugzeug auf der Startbahn. „Hier Frankfurt Tower. Sie haben Startfreigabe für 07 rechts“, gab der Kontrollturm durch. „Bestätige, Startfreigabe für 07 rechts“, erwiderte Saskia und schob, zusammen mit Tom, die 4 Schubregler auf 100%. „Dein Flugzeug. Bring den Vogel nach Miami“, sagte Thomas.



Der Flug verlief recht ruhig. Kurz vor der amerikanischen Küste musste die Maschine den Kurz wechseln, um einer Gewitterzelle auszuweichen. „Na großartig. Den ganzen Weg über war das Wetter gut. Kurz vor unserem Ziel dann ein Gewitter“, fluchte Saskia ungehemmt. „Hast du eine schwarze Katze überfahren?“, fragte Tom lachend. „Woher kommt mir diese Frage bloß so bekannt vor“, entgegnete die junge Pilotin und begann ebenfalls zu lachen. Die beiden witzelten ein wenig weiter bevor es wieder ernst wurde und sie den Landeanflug auf Miami begannen. Saskia setzte die Maschine sanft auf der Landebahn auf. Nach einigen Funksprüchen bekam sie Freigabe für die endgültige Parkposition am Gate. Nach den letzten Abschlusschecks übergaben die beiden Piloten ihr Maschine an die Bodencrew. „Wir haben ja jetzt 3 Tage Aufenthalt in Miami. Sollen wir morgen ein wenig an den Strand gehen, Tom?“ fragte die Pilotin ihren Kollegen. „Warum nicht. Da kann ich die Urlaubsbräune mal etwas auffrischen“, antwortete Thomas. Die beiden verbrachten 3 sehr angenehme Tag in Florida. Saskia bemerkte das Thomas am Tag des Rückflugs etwas komisch war. Er war sehr schweigsam und spulte die Routine ab. Er sprach nur das nötigste. Irgendwo mitten über dem Atlantik war die Junge Pilotin das Schweigen satt. „Sag mal Tom, wie sieht das jetzt eigentlich aus, wenn ich Kapitänin bin, fliegst du dann als Copilot mit mir?“, fragte sie gerade heraus. „Nein das tue ich nicht Saskia“, antwortete Thomas knapp. „Stört es dich, wenn du nur die zweite Geige im Cockpit spielst?“, wollte die junge Frau wissen. „Nein das tut es nicht. Nur das ich mir mit dir keine Kollegin, sondern eine Nachfolgerin herangezogen habe“, erwiderte Falke und warf einen Blick auf die Instrumente. „Wie soll ich das bitte verstehen?“, bohrte Saskia weiter. „Ganz einfach, du übernimmst meinen Vogel“, erwiderte Tom. „Du willst also nicht mehr mit mir fliegen“, sagte sie gerade heraus. „Das habe ich nicht gesagt und schon gar nicht gemeint“, erwiderte der 43jährige. Saskia erkannte das es keinen Sinn hatte mit Thomas zu reden.



Die Boing 747/8 hatte den französischen Luftraum verlassen und steuerte nun Frankfurt an. Tom setzte die entsprechenden Funksprüche an die zuständige Flugsicherung ab. Kurz vor der Landung warf Falke einen Blick aus dem Seitenfenster des Cockpits. „Frankfurt“, sagte er mit leicht melancholischer Stimme. Saskia bekam wenige Augenblicke später die Landeerlaubnis. Sachte setzte sie die tonnenschwere Maschine auf der Landebahn auf. Nach den letzten Checks schaute sie Tom an und sagte: „So jetzt mal Butter bei die Fische! Was zum Teufel ist los mit dir? Du bist seit dem Abflug in Miami so komisch drauf.“ „Tut mir leid. Ich bin heute etwas melancholisch“, antwortete Thomas. „Ja, das habe ich bemerkt. Was ist los mit dir? Denkst du schon wieder an Tessa?“, wollte die junge Pilotin wissen. „Ja, auch, aber da ist noch ein bisschen was anderes“, entgegnete der Pilot. „Du wirst mir sicher nicht sagen, was dich noch bedrückt“, meinte Saskia. „Du hast es erfasst“, antwortete Falke. „Na gut, dann behalt es halt für dich. Jetzt mach aber mal ein bisschen Tempo. Wir müssen noch hoch zum Chef. Ich will wissen, ob ich bestanden habe!“, sagte sie und packte ihr Unterlagen in ihren Pilotenkoffer. „Geh schon mal vor, ich komme in 2 Minuten nach“, meinten Tom. „Ganz wie du meinst, aber lass uns nicht zu lange warten, sonst komme ich um dich zu holen“, erwiderte sie lachend und verließ das Cockpit. Thomas sah ihr kurz nach, bevor er auf dem Pilotensitz Platz nahm. Er schaltete die Armaturenbeleuchtung aus, die Saskia angelassen hatte. Sacht strich der Pilot über die Schubregler bevor er zu der Maschine sagte: „Mach´s gut, altes Mädchen.“ Er verließ das Cockpit und begab sich zum Büro des Kommodores.



Als Thomas das Büro des Kommodores betrat wurde er von allen Anwesenden schief angeschaut. „Alles wartet auf dich Tom“, sagte der Kommodore. „Sorry, ich habe mich gerade noch von meinem Mädchen verabschiedet“, antwortete Falke entschuldigend. „Tom, der Vogel muss nur, zum Check, in die Werft und nicht auf den Schrottplatz“, meinte Saskia lachend. Der Chef räusperte sich wodurch alle Blicke wieder auf ihm ruhten. Er hielt eine kurze Ansprache und gratulierte Saskia zu ihrer bestandenen Abschlussprüfung. Der Jungen Piloten standen Tränen der Freude in den Augen, als sie die Kapitänsstreifen bekam. Von allen anwesenden Kollegen bekam die junge Frau Glückwünsche. Kurz darauf wurde der Kommodore ernst und sagte: „Glück und Trauer liegen ja oft dicht beisammen. Mit Saskia Stern startet eine neue Kapitänin durch, aber heute besteht uns auch ein Abschied bevor. Unser Kollege und Freund Thomas Falke, hatte heute seinen letzten Flug.“ „WAS?!?“, entfuhr es Saskia lautstark. Auch der Rest der Anwesenden war überrascht. „Wieso wirfst du hin?“, fragte die junge Frau, nachdem sie die Fassung wiedergefunden hatte. „Ich werfe nicht hin Saskia. Ich möchte mich einfach nur neu orientieren“, antwortete Tom. „Jetzt verstehe ich auch was du damit gemeint hast, dass du keine Kollegin, sondern eine Nachfolgerin herangezogen hast. Du wechselst auf eine andere Maschine, oder zu einer anderen Airline!“, meinte Saskia verletzt. „Nein Saskia. Ich wechsle auf keine andere Maschine und auch zu keiner anderen Airline. Ich hänge die Pilotenuniform komplett an den Nagel“, entgegnete Tom. Nun sah seine Kollegin ihn mit großen Augen an. „Wie meinst du das? Du kannst doch den Beruf nicht aufgeben. Fliegen ist doch dein Leben“, sagte sie verwundert. „Da hast du recht Saskia. Aber ich kann so einfach nicht weiter machen“, antwortete Falke und erklärte der jungen Frau den Sachverhalt und seine damit einhergehende Entscheidung. Saskia konnte Toms Entscheidung nur zu gut nachvollziehen. „Und du möchtest wirklich nie wieder fliegen?“, fragte sie. „Das weiß ich noch nicht so ganz genau. Vielleicht fliege ich irgendwann wieder privat, aber beruflich kann ich es einfach nicht mehr“, antwortete Thomas. „Verstehe. Ich möchte dir für die schöne Zeit und die Geduld, die du mit mir hattest, bedanken“, sagte Saskia und umarmte Falke herzlich. „Ich dank dir Saskia. Einmal dafür das du ein Super Kollegin und Freundin bist und zum anderen, dass du es so lange mit mir ausgehalten hast“, erwiderte Tom lachend. Eine gute Stunde später löste sich die Feierlichkeit auf. Der Kommodore rief Thomas noch einmal zu sich, um ihm seine Papiere und ein Abschiedsgeschenk zu geben. Er wünschte dem Piloten viel Glück für die Zukunft.



Saskia hatte vor dem Büro des Kommodores auf Tom gewartet. „Sag mal Tom, könntest du mich mitnehmen?“, fragte sie. „Klar, ich muss ja ohnehin in die Innenstadt“, antwortete Falke und geleitete die junge Frau zu seinem Mercedes G 65 AMG. Galant öffnete er ihr die Beifahrertür. Saskia stieg ein und machte es sich auf dem Ledersitz bequem. Die Fahrt durch die Stadt verlief ruhig. Tom und seine ehemalige Kollegin unterhielten sich über Gott und die Welt. „Was hast du eigentlich jetzt vor Tom?“, fragte sie gerade heraus. „Ich habe da noch keine konkreten Pläne gemacht. Vielleicht gehe ich wieder nach Kanada. Vielleicht gehe ich auch nach Australien. Ich bin da noch völlig offen“, antwortete Falke und bog in die Straße ein, in der Saskia wohnte. „Sag mal Saskia, wann hast du deinen nächsten Flug?“, fragte Thomas. „In 2 Wochen. Ich habe jetzt erstmal Urlaub“, antwortete die junge Frau. „Das ist gut. Komm doch in den nächsten paar Tagen mal bei mir vorbei. Ich habe da noch was für dich“, entgegnete der Pilot. „Okay, das werde ich tun. Bis dann Tom, komm gut nach Hause“, sagte Saskia. „Danke, mach es besser“, erwiderte Falke. Er wartete bis Saskia im Haus war, bevor er selber Heim fuhr.



6 Tage später



Thomas war gerad dabei seine letzten Sachen in Umzugskartons zu verpacken, als es klingelte. Er ging zur Gegensprechanlage. „Hallo“, sagte Tom. „Hey Tom, ich bin´s. Lässt du mich rein?“, bat Saskia. Nicht ganz eine Minute später stand die junge Frau in der Wohnung ihres Exkollegen. Sie blickte sich kurz um und sah die Kisten und Kartons. „Na du hast es aber eilig hier weg zu kommen“, bemerkte Saskia lachend. „Ja, schon ein bisschen“, erwiderte Tom. „Wo soll es denn hin gehen?“, wollte die junge Pilotin wissen. „Es geht für mich wieder nach Kanada“, antwortete Falke. „Doch wieder nach Kanada. Hast du denn deine Visa und Arbeitserlaubnis schon? Ohne sehe ich da ziemlich schwarz für dich“, meinte Saskia. „Aber natürlich. Stand eigentlich vor meiner Kündigung fest, dass ich wieder über den großen Teich fliege. Das mit Australien war nur so daher gesagt. Ich habe da im Übrigen noch was für dich“, erwiderte Thomas und reichte seiner ehemaligen Kollegin einen Karton. Sofort nah die Frau den Inhalt unter die Lupe. „Das kann ich nicht annehmen Tom. Das sind ja richtige Raritäten dabei“, sagte Saskia, nachdem sie die letzte der Platten und CDs gesichtet hatte. „Saskia, dass ist mein kleines Dankeschön an dich für die Jahre die du mit mir zusammen geflogen bist“, erklärte Falke. Die junge Frau fiel ihrem Freund um den Hals. „Vielen Dank Tom“, sagte sie und gab ihm einen sanften Kuss. „Gerne Saskia. Und wo wir ja hier schon so gemütlich beisammen sind, könntest du mir beim Kisten schleppen helfen“, entgegnete Tom und fing an zu lachen. „Ich wusste die Sache hat einen Haken“, meinte Saskia lachend und schnappe sich eine der Kisten. Gut eine Stunde schleppen die beiden Kisten und Kartons zu Toms Mercedes. „Was wird eigentlich aus den Möbeln, die noch in der Wohnung stehen?“, fragte Saskia. „Die bleiben hier. Ich habe die Wohnung komplett möbliert gemietet. Jetzt muss nur noch der Vermieter auftauchen, damit ich ihm die Schlüssel geben kann“, antwortete Thomas. Wie aufs Stichwort erschien der Vermieter 2 Minuten später. Tom übergab dem Vermieter die Schlüssel und verabschiedete sich ein letztes Mal von Saskia. „Das du mir ja deine neue Adresse zuschickst“, sagte die junge Frau. „Sobald ich eine feste Bleibe gefunden habe, bekommst du als aller erstes meine neue Anschrift. Versprochen Saskia. Mach‘s gut und pass bitte auf mein Mädchen auf“, erwiderte Falke. Saskia umarmte Thomas kurz und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen, bevor sie in ihren Wagen stieg. Tom sah ihr kurz hinterher und stieg in seinen eigenen Wagen.



Thomas steuerte seinen Mercedes zielstrebig durch die City Richtung Bahnhof. Vor der ehrwürdigen Empfangshalle parkte er seinen Wagen auf dem Parkplatz und begab sich ins Bahnhofsgebäude. Toms Blick wanderte durch die Halle. Er suchte eine ganz bestimmte Person. An den Gleisen fand er den alten dunkelhäutigen Mann, den er gesucht hatte. Er saß auf einer Bank und schaute den Zügen nach, die den Bahnhof verließen. „Hallo Papa“, sagte Falke, als er sich neben den alten Mann auf die Bank gesetzt hatte. „Hallo Tom. Lange nicht gesehen“, erwiderte Papa mit einem Lächeln. „Ja das stimmt. Seit ich in der Innenstadt wohne, bin ich nur noch selten am Bahnhof“, entgegnete der Ex-Pilot. Die Beiden unterhielten sich eine ganze Weile über wichtige und unwichtige Dinge. „Tom, du bist doch sicher nicht nur hier, weil du dich nett mit mir unterhalten willst. Du hast irgendwas, das spüre ich“, sagte Papa mit einem Mal. „Du hast recht Papa. Ich bin hier, weil ich mich von dir verabschieden möchte. Ich habe meinen Beruf bei der Lufthansa an den Nagel gehängt und gehe wieder nach Kanada“, antwortete Thomas und erklärte dem Alten seine Gründe. „Das finde ich sehr schade, aber du hast deine Gründe und ich werde nicht versuchen dich umzustimmen“, entgegnete Papa. Tom holte seine Brieftasche hervor und wollte dem Alten ein paar Scheine zustecken. „Lass das bitte Tom. Du brauchst das Geld in der nächsten Zeit dringender als ich“, sprach Papa, aber Falke bestand darauf. Etwas widerwillig nahm Papa das Geld entgegen. „Vielen Dank mein Sohn. Möge Starlight dich auf all deinen Wegen begleiten und dich immer beschützen“, sagte Papa zum Abschied. „Vielen Dank Papa“, erwiderte Tom und umarmte den Alten. Er bemerkte nicht, dass sich Kohlestaub und Ruß von Papas Kleidung an seinem Hemd befanden. Der Alte sah dem Ex-Piloten nach. Sofort wanderte Papas Blick aus der Abfahrtshalle des Bahnhofs. Dunkle Wolken zogen rasch auf. „Da kommt etwas Merkwürdiges auf uns zu“, dachte Papa. Sein Gefühl hatte ihn, in der Beziehung, noch nie getäuscht. Er hatte auch mit einem Mal das Gefühl Tom sehr bald wiederzusehen.



Thomas hatte den Bahnhof verlassen und blickte zum Himmel. „Wo kommt diese Unwetterfront so schnell her?“, fragte er sich und stieg in seinen Mercedes. Als er den Stadtrand erreicht hatte, setzte heftiger regen ein. Kurz darauf zuckten die ersten Blitze. Falke bekam ein ungutes Gefühl. Das Unwetter wurde immer heftiger. Starke Windböen rissen an seinem Geländewagen. „Was ist das bloß für ein Wetter“, ging es Tom durch den Kopf. Er überlegte irgendwo Schutz zu suchen, aber weit und breit war nicht wo er hätte anhalten können. Ein weiterer Blitz blendete ihn. Falke stoppte seinen Wagen mitten auf einer Landstraße. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er wirkliche Todesangst. Das Auto geriet durch die starken Winde immer wieder ins Wanken. Das Prasseln der dicken Regentropf auf dem Fahrzeugdach, übertönten die Laufgeräusche des 750 PS starken V12 Motors. Einige Minuten verstrichen in den Thomas grübelte. Er wusste, dass er nicht einfach mitten auf der Straße stehen bleiben konnte. Er stellte die Scheibenwischer auf die maximale Stufe und fuhr langsam weiter. Falke konnte, durch den starken Regen, keine 10 Meter weit sehen. Hin und wieder wurde es durch die Blitze unerträglich hell. Thomas bekam langsam das Gefühl, das die Blitze ihn verfolgten. Er bekam allerdings nicht mit, dass sich vor ihm eine Aura aus grünem Licht bildete, auf die er immer weiter zu fuhr. Kurz vor dem merkwürdigen Lichtphänomen hörte der Regen abrupt auf. „Mein Gott“, dachte Tom panisch, als er den Bogen aus Licht sah. Bevor er reagieren konnte, schlug ein Blitz in die Motorhaube seines Mercedes und um ihn herum wurde es schwarz.



Rusty war gut gelaunt. Er dampfe gemütlich mit dem Personenzug am Haken, in Richtung Heimat. 6 Wochen lang war er von zu Hause weg. Nun war er mehr als froh, endlich wieder nach Hause zu kommen. „Wie langen ist es noch bis Westwood?“, fragte Pearl, die direkt hinter ihm hing. „Noch etwa 3 Stunden“, antwortete die Dampflok. „Rusty sagt, es sind noch etwa 3 Stunden bis Westwood“, sagte der Erste Klassewaggon zu seinen Freundinnen. „dann sind wir ja bald zu Hause“, kam es von Dinah erfreut. „Ich kann es auch kaum erwarten“, meinte Buffy. „Na und ich erst. 6 Wochen sind eine lange Zeit“, sprach Ashley. „Und was ist mit dir? Freust du dich schon auf deinen neuen Bahnhof, Carry?“, fuhr der raucherwagen fort. „Ja, sehr sogar, Ashley. Ich kann es kaum erwarten alle kennen zu lernen. So wie ihr Westwood beschrieben habt, muss es wohl sehr schön dort sein“, erwiderte der junge Packwagen. Carry hatte gerade erst die Prüfung zum Packwagen gemeistert und war froh gleich einen Bahnhof gefunden zu haben, der sie anstellte. Zudem hatte sie sich bereits mit Rusty, Pearl, Dinah, Buffy und Ashley angefreundet. Was sie allerdings ein wenig schade fand war das die Landschaft im Augenblick sehr eintönig war. Der Zug fuhr durch ein Tal, das kaum optische Abwechslung bot. Da der Zug im Maschinenmodus unterwegs war, ging es recht zügig voran. Obwohl Rusty ein eher gemütliches Tempo an den Tag legte. Mit einem Mal nahm die Geschwindigkeit ab. „Was ist los, Rusty?“, fragte Pearl. „Da ist was am Streckenrand“, antwortete die Dampflok und kam zum Stillstand. Sofort wechselte Rusty in den humanoiden Modus. Langsam näherte er sich dem weißen Gebilde, das neben den Gleisen stand. Nach und nach wechselten auch die Waggons in den humanoiden Modus. Vorsichtig näherten sich die 6 dem Gebilde. „Was ist das?“, fragte Pearl neugierig. „Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube ich habe sowas schonmal gesehen“, antwortete Rusty. „Klar hast du sowas schon mal gesehen. Und zwar in der Dimension der Menschen. Es ist eines von den Dingern, die die Menschen Automobil nennen“, antwortete Ashley sachlich nüchtern. „Stimmt“, entgegnete die Dampflok. „Aber wie kommt so ein Autodingsbums in unsere Dimension?“ fragte Carry. „Vielleicht hat es mal wieder irgendwo eine Dimensionsverschiebung gegeben“, meinte Buffy. „Da klingt logisch“, sagte Dinah. Pearl und Rusty hatten ihre Hände an Heck und Seitenscheibe des Autos gelegt und versuchte durch die getönten und verspiegelten Scheiben zu schauen. Carry war etwas mutiger als die anderen. Sie hatte die vordere linke Tür geöffnet und war sofort wieder zurückgewichen. „Ein Mensch!“, entfuhr es ihr panisch.  



Ich hoffe es hat euch gefallen.
Ich versuche schnellstmöglich, das nächste kapitel hochzuladen.
Über ein kleines Review mit euren Anmerkungen würde ich mich sehr freuen.

Liebe Grüße

Euer Fuchs
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