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[11] Truth

OneshotAllgemein / P16 / Gen
Hank Anderson OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor
10.08.2018
10.08.2018
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Völlig abwesend starrt Ajax auf den Bildschirm des Fernseher und lag quer über der Couch. Immer noch verarbeitete er was vor einigen Tagen passiert war. Plötzlich zuckte der Junge auf, als ihn jemand ein Handy auf den Bauch warf.

"Was soll das?" murmelte der Schwarzhaarige und sah Hank genervt an.
"Die Nummer ist schon gewählt. Ruf einfach an." antwortete der Mann trocken und war dabei wieder zu gehen.
"Wen anrufen?" fragte AJ verwirrt.
"Mach einfach." bekam er als stumpfe Antwort und schon war Hank wieder weg.
Zögernd griff der Junge nach dem Gerät und tippte auf das Display.
Es wählte einige Mal, während der Junge kurz davor war schon wieder aufzulegen, als pltz jmnd ran ging.

"Hier spricht Mike. Mit wem hab ich das Vergnügen?" schallte es aus dem Lautsprecher mit freundlicher Stimme.
"M-mike?" stotterte AJ überfordert. Er hatte ihn seitdem er wegen des Stipendiums wegzog nicht mehr gesprochen.
"Ja der bin ich." entgegnete der Andere etwas verwirrt.
Nach kurzen überlegen sammelte sich der Schwarzhaarige und sagte: "Hey...ich bins, Ajax..."
"AJ? Wirklich? Von dir hab ich ja schon ewig nichts mehr gehört ey. Wie gehts dir Kumpel?" antwortete Mike erfreut.
"Gut...irgendwie." murmelte der Ältere nachdenklich.
"Sicher? Das klingt ja nicht so überzeugend." entgegnete der Andere.
"Sag mal... wäre es eventuell möglich, dass du mal vorbeikommen könntest? Ich glaube wir haben ne Menge zu besprechen." sprach Ajax zögernd.
"Klar doch. Sehr gerne. Sag mir nur wo und wann. Hab grade eh Zeit und bin tatsächlich auch wieder in Detroit." antwortete Mike sofort.

"Morgen Nachmittag? Im Haus der Andersons." meinte der Lockenkopf nur noch.
"Du wohnst bei Juli? Wie cool. Ich hab sie so sehr vermisst. Fande es schade nichts mehr von ihr zu hören." sagte Mike darauf.
Ajax letzten Worten waren: "Ich werde es dir erklären. Ist alles etwas kompliziert. Bis morgen dann." bis beide sich verabschiedeten und auflegten.

In dem Moment kam Hank wieder und stützte sich an der Sofalehne auf.
Stillschweigend hielt AJ ihm das Handy hin.
"Das bist du ihr schuldig." meinte der Grauhaarige leise.
Der Jüngere nickte nur und dachte einfach drüber nach, was er zu Juli und Mike sagen sollte. Damals hatte er einen großen Fehler gemacht den er zu tiefst bereute. Jetzt musste er dafür endlich grade stehen.

Einige Stunden später kam Juli zusammen mit Connor nachhause.
Dann aßen alle Vier erstmal etwas, wobei Hank schon am Tisch meinte, er müsste danach dringend etwas mit seiner Tochter besprechen. Der Android wusste um was es ging, wollte diesmal aber den Lieutenant das Gespräch mit dem Mädchen lassen. Sonst sprach er ja meistens mit ihr.
Ajax sagte kein Wort und stocherte fast nur im Essen rum.
Als sie fertig waren ging die Halbjapanerin erstmal auf ihr Zimmer, bis ihr menschlicher Vater irgendwann nach kam.

Mit dem Handy in der Hand lag Juli auf ihrem Bett und scrollte etwas durch ihre sozialen Netzwerke. Nachdem Hank ins Zimmer kam, und sich vorsichtig auf ihr Bett setzte, richtete die Schwarzhaarige sich zögernd auf und saß sich neben ihn.
"Was gibts?" murmelte sie etwas verschlafen. Eigentlich wollte sie gerade nur noch im Bett liegen bleiben, weshalb ihr Kopf auch an den Schultern des Lieutenant angelehnt war.
"Ich weiß, du redest viel lieber mit Connor, aber das sollte ich jetzt mit dir besprechen." sagte Hank nach einigen Sekunden.
"Stimmt nicht. Mit dir rede ich genauso gerne." antwortete die junge Frau leise.
"Du hast ihn schon immer bevorzugt, aber verständlich. Um ehrlich zu sein war das auch okay, einfach weil ich von Anfang an etwas überfordert war. Es lag nie an dir, sondern nur daran, dass ich nicht wusste, wie ich mit einem kleinen Mädchen umgehen sollte. Aber lassen wir das. Der Grund weshalb ich hier bin ist ein Anderer. Und jetzt, wo AJs Vater tot ist, solltest du die Wahrheit erfahren." meinte der alte Mann nachdenklich und legte seinen Arm um die Schulter seiner Tochter, um sie fest an sich ran zu drücken.

"Was meinst du damit?" fragte Juli verwirrt. Alle waren pltz so komisch geworden. Irgendwie hatte sie Angst vor diesem Gespräch, da sie keine Ahnung hatte, was jetzt auf sie zu kam.
Kurz holte der Mann tief Luft und fing an eine Frage zu stellen:
"Erinnerst du dich an deine Schulzeit?"
Etwas erstaunt blickten die dunkelblauen Augen zu ihm hoch und Juli schüttelte ganz leicht den Kopf.
"Und weißt du warum?" fügte er hinzu.
Erneut beneinte sie es und wandte den Blick von ihrem Vater ab.
Seufzent meinte Hank nun: "Es war nicht nur der Burnout, der dich deine Erinnerungen verlieren ließ. Das auf keinen Fall. Es gab jmnd, der dir Medikamente verabreichte, die nach und nach dein Gedächtnis zerstörten. Er hat schon genug Ärger mit uns deshalb gehabt und bereut es auch, aber nunmal ist dadurch der Großteil deiner Vergangenheit gelöscht wurden. Teilweise zum Guten."
"W-wer? Was hat das zu bedeuten?" stotterte die Schwarzhaarige verzweifelt.

Man sah wie schwer es dem Lieutenant fiel darüber zu sprechen. Nachdem er nochmal seine Gedanken sammelte meinte dieser: "Wusstest du, dass du und Ajax eigentlich mal die besten Freunde waren? Ihr wart unzertrennlich. Um ehrlich zu sein, seit ihr sogar verwandt. Zusammen habt ihr alles geschafft. Aber kennst du ihn nur als einen...naja...Arsch, aber das nur, weil er wollte, dass du ihn nur so in Erinnerung behältst. Irgendwann beichtete er mir, dass, als du in der Klinik warst, er dir unbemerkt diese Medikamente gab. Er wollte, dass du alles vergisst und stieß dich danach auch von sich weg. Du glaubst gar nicht wie schwer ihm das alles viel. Du hast dem Jungen so viel bedeutet..."

Völlig geschockt starrte Juli ihren Dad an. Das war gerade viel zu viel auf einmal. Alles sie sie in dem Moment raus bekam war: "A-aber... wieso hat er das getan?"
"Um dich zu beschützen." sprach pltz der Schwarzhaarige und stand mit dem angelehnten Rücken im Türrahmen. Verbissen sah der Junge auf den Boden und mied den Augenkontakt mit der Jüngere, welche ihn aber erschrocken ansah.
Schon stand Hank vorsichtig auf und legte seinem Kind eine Hand auf die Schulter, ehe er ihr den Kopf streichelte.
"Ihr sollte vllt mal alleine sprechen." sagte der Grauhaarige leise und verließ den Raum. Auf den Weg nach draußen ging er langsamer an Ajax vorbei und widmete ihn einen kurzen Blick. Dieser nickte nur stumm und schloss dann die Tür hinter sich.

Behutsam näherte der Lockenkopf sich dem Mädchen und setzte sich neben sie.
Erstmal herrschte unangenehme Stille im Zimmer und man sah nur wie der Halbjapanerin die Tränen kamen.
"Ich kann dir alles erklären." flüsterte Ajax bedrückt. Nach kurzen tiefen Luft holen fügte er hinzu:
"Was ich getan habe war falsch, aber hab ich es damals als einzige Möglichkeit gesehen. Du hast meinen Vater kennengelernt und er war schon immer so. Ich hatte immer Angst, dass er dir etwas antut. Darum dachte ich mir, wenn du mich vergisst bzw nicht mehr als Bruder wahrnimmst, lässt er vllt von dir ab. Es tut mir so verdammt leid glaub mir. Wegen dir hast du so viele schöne Dinge aus deiner Jugend vergessen. Ich hab dafür gesorgt, dass du Mike vergisst und keinen Kontakt mehr zu ihm hast. Aber auch... dass du vergessen hast, was man dir alles antat. Viele Leute haben dir damals weh getan, und ich wollte, dass du dich damit nicht dein Leben lang quälst. Zum Glück hast du dich ja noch ab deine Eltern erinnert. Die wichtigsten Personen in deinem Leben. Ich weiß echt nicht, was ich dazu noch großartig sagen soll, außer dass es mir wirklich Leid tut."

Juli ging nicht darauf ein, wodurch ihr Nebenmann nur verzweifelt seufzte.
"Ich habe Mike..." wollte Ajax gerade sagen, als er merkte, wie die Schwarzhaarige den Mund öffnete.
"Stimmt das Alles? Also die Sachen mit dir und mir? War unsere Beziehung wirklich so gut?"
Der Junge nickte nur bis er entgegnete: "Zsm mit Mike waren wir sozusagen das Goldene Trio. Wenn sich jmnd mit einem von uns anlegte, tat er dies mit allen. Jeder dachte immer wir wären Geschwister. Im nachhinein stellte sich auch fest dass wir das auch irgendwie sind. Meine kleine Schwester, die ich wirklich sehr geliebt habe. Du kennst mich, ich habs nicht so mit den Gefühlen, aber für dich war ich immer da."

"Wer... ist dieser Mike eigentlich?" fragte Juli verwirrt. Ständig wurde er erwähnt, aber tzdm hatte sie keine Ahnung wer er denn überhaupt war.
Über AJs Gesicht kam ein ganz kurzes Lächeln. Irgendwie musste er einfach an die Highschool Zeit zurückdenken.
"Dein bester Freund überhaupt. Und meiner. Man konnte mit ihm über alles reden...mit ihm alles machen. Er war der tollste Freund den man sich hätte wünschen können. Doch am Ende der Schulzeit bekam er ein Stipendium und zog weg. Dann kam die Sache mit deiner Krankheit und dadurch war er wie ausgelöscht. Ich muss ehrlich sein...Mike hatte öfters versucht dich zu kontaktieren, doch hielt ich es immer irgendwie auf. Ich hatte Angst du würdest dich durch ihn auch an mich erinnern...und alles andere. Genau was ich verhindern wollte. Aber wie ich vorhin versucht habe zu sagen, hab ich vorhins, als du nicht da warst, mit ihm telefoniert. Er wird morgen Nachmittag vorbei kommen. Und wenn du willst, können wir gemeinsam deine Erinnerungen zurückholen."
Etwas glücklich, aber immer noch völlig überrumpelt, nickte Juli knapp und sah AJ an, während sie leicht lächelte.

Am nächsten Tag war es so weit. Endlich trafen sich die Drei Freunde wieder. Nach so vielen langen Jahren.
Das Mädchen war so aufgeregt, da sie einfach nicht wusste wer genau gleich kommen wird. Wie er ist, oder ob er immer noch so sein wird, wie alle ihn beschrieben haben.
Es klingelte gegen Nachmittag an der Tür, während Juli noch in ihren Zimmer war und Musik hörte, um sich abzulenken. Immer noch verarbeitet sie die Dinge von Gestern.
Deshalb machte Connor wie immer auf und wurde auch schon herzlichst von dem Jungen mit den Pastelrosa Haaren begrüßt.
Selbst der Android freute sich über seine Anwesenheit, einfach weil er wusste, dass er einer Tochter helfen könnte und gut zu ihr sein wird.
Nachdem Mike hineintrat kam Ajax ins Wohnzimmer und sah seinen alten Kumpel schweigend an.
Einige Sekunden hielten sie Augenkontakt bis beide sich anlächelten ehe sie aufeinander zu gingen. Schon gab es eine lange Männerumarmung.
"Gott hab ich dich vermisst alter." schmunzelte der Hellhaarige leicht.
"Und ich dich erst Kumpel." entgegnete der Lockenkopf leise.
Einige Sekunden später ließen sie wieder voneinander ab und platzierten sich erstmal auf der Couch.
"Es tut mir Leid. Ich kann dir alles erklären. In den letzten Jahren war so viel passiert. Nachdem du wegzogst ist irgendwie alles den Bach runter gestürzt. Ich war überfordert und hab extrem Scheiße gebaut." fing AJ an zu erzählen und sagte Mike ungefähr das Selbe wie Juli auch und was die letzten Monate passierte.

Wie damals schon war der Junge aber immer noch ein sehr fröhlicher und herzensguter Mensch, weshalb er seinem Freund auch kaum böse war.
"Hört sich alles echt mies an. Jetzt bin ich aber wieder da okay. Das mit deinem Vater tut mir echt leid, aber solange es Juli jetzt gut geht...ich hab so oft an sie gedacht. An euch beide. Ohne euch war alles so langweilig." meinte Mike mit sanfter Stimme.
Bevor die Beiden weiter miteinander sprachen schallte kurz stumpf eine andere Stimme durch das Zimmer.

"Bist du... Mike?" fragte sie vorsichtig und kam langsam aus dem Flur.
Erstaunt drehte der Junge sich um und musste einfach nur grinsen als er in diese dunkelblauen Augen sah. Sofort sprang er auf und lief auf Juli zu.
Überfordert blickte das Mädchen als Mike sie pltz fest in den Arm nahm.
Kurz zögernd erwiderte die Schwarzhaarige diese Umarmung und
es schienen nach und nach die Erinnerung zurückkommen.
Zu dritt saßen sich die Freunde auf das Sofa und sahen sich alte Fotos und Videos von Mikes Tablet an, welches er noch früher hatte.
Es dauerte nicht mehr lange bis Juli sich an alles erinnerte. An sie und AJ, an Mike, an Sasha und sogar an Elijah. Jetzt fragte sie sich selber, ob diese ganzen Informationen etwas ändern würden.
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