Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

K-Pop Various x Chubby!Reader OneShots

OneshotAllgemein / P12
Bangtan Boys EXO GOT7 Monsta X Seventeen Super Junior
07.08.2018
05.11.2020
26
75.761
5
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
18.09.2020 4.659
 
(D/N) besuchte für einige Wochen eine Freundin in Korea. Zu Zeiten eines Schüleraustauschs hatte sie dieses wunderbare Mädchen kennenlernen dürfen. Schon viel zu lange hatte sie sie nicht mehr sehen können. Da die vergangenen Tage besonders anstrengend für sie waren, beschloss sie einen Urlaub zu buchen.

Endlich konnte sie wieder die schöne Landschaft dort draußen in der freien Natur auskundschaften und die beeindruckenden Sehenswürdigkeiten der Großstädte erkunden. Ein Glück, dass sie nicht für Essen und Unterkunft sorgen musste, da sie bei ihrer Freundin unterkommen konnte.

Aber es kam noch etwas viel überraschenderes auf sie zu. Gleich am ersten Tag überfiel (F/N) sie mit zwei Karten, die sie extra organisiert hatte. (D/N)s Herz hatte ihr bis zum Hals geschlagen. Es handelte sich zu zwei Eintrittskarten zu einem „kleinen“ Showcase von BTS mit einer begrenzten Anzahl von Leuten. Es war so schwer daranzukommen, doch sie hatte es irgendwie geschafft.

Das Event hatte Sitzplätze für 500 Personen, wobei das anschließende Fansigning für 200 Personen zugelassen wurde (Ich kenn mich bei sowas nicht aus… alsooo). Endlich konnte sie ihren Gehalt mal für etwas Sinnvolles auf den Kopf hauen. Natürlich war es sinnvoll… Immerhin konnte sie ihr eigenes Fangirlherz damit erfreuen.

Der Showcase sollte wohl ein kleiner Vorgeschmack für das neue Album sein, das demnächst herauskommen würde. Durch einen kleinen Teaser sollte die Vorfreude schon angeheizt werden. Wahrscheinlich war diese ohnehin schon riesig. Jeder wartete doch bereits darauf, welche großartige Meisterleistung der nächste Hit wohl sein mag.

Die ersten Tage in Korea vergingen wie im Flug und die Aufregung stieg ins unermessliche. Ehe sie sich versah, befand sie sich in einer geräumigen Halle voller quietschender Fans. Zumeist konnte sie eher weibliche Fans erkennen. Doch hier und da erkannte sie auch ein paar Männer. Es war schön, dass BTS so viele unterschiedliche Leute mit ihrer Musik erreichen konnten.

Die meisten Fans waren so offen und freundlich zueinander. Man fühlte sich wie in einer kleinen Familie. Sollte man sich nicht zurechtfinden, half einem gleich ein anderer aus. „Komm schon~ Ich will mich nicht durch die ganzen Leute quetschen müssen“, quengelte (F/N), die leicht ungeduldig an ihrem Ärmel zupfte.

Da sich der Raum immer weiter füllte, machten sie sich auf, ihre Plätze zu finden. Laute Stimmen schallten durch die Halle, verrieten die aufsteigende Vorfreude und Aufregung. Bald war es so weit. Die Bühne würde hell erleuchtet sein. Doch der wahre Glanz würde von sieben, sehr talentierten, jungen Männern ausgehen, die so viele Gesichter zum Strahlen brachten.

Vorne, nahe der Bühne, machten sich bereits die Kameramänner bereit, die ein paar Szenen mitschneiden würden. Der Raum verdunkelte sich allmählich, bis nur noch ein Schein von der Bühne ausging. Ein dunkles Dröhnen drang aus den Boxen an den Wänden. Der Bass klang dumpf durch den Raum.

Dann trat Yoongi auf die Bühne. Die Silben gewoben von seiner flinken Zunge, zerrissen den Beat, machten ihn sich zu eigen. Seine Worte erzählten von einer Welt zerrissen von Hass und Korruption, von Wahnsinn und Hoffnungslosigkeit. Doch er wollte das Träumen nicht aufgeben. Denn es war das einzige, was einen am Leben hält.

Kurz darauf schlossen sich Namjoon und Hoseok ihm an. Ihre Wörter verwoben sich in einem kleinen Gefecht. Zeigten Stärke und Kraft. (D/N) lächelte breit. Es war so faszinierend zu beobachten. Die Drei trugen die Gefühle in ihren Augen, auf ihren Gesichtern und brachten sie der Menge nah. Sie streckten ihre Hände aus, um ihre Seelen tief zu berühren.

Begeistert schrie das Publikum auf, als auch der Rest dazustieß und der gleichmäßige Rhythmus von einer mitreißenden Melodie abgelöst wurde. Vier weitere Stimmen fingen sie in ihrer rohen Emotion. Die Musik und die Gruppe waren eins. Keines schien ohneeinander existieren zu können.

(D/N) konnte aus dem Staunen gar nicht mehr rauskommen. Die Jungs real vor sich zu haben, war ein ganz anderes Erlebnis. Sie konnte die Kraft, ihr Zusammenwirken, ihren Spaß regelrecht fühlen. Es entfachte in ihr eine nie dagewesene Leidenschaft. Den Drang aufzustehen und mitzutanzen, zu schreien und einfach loszulassen, egal wie dämlich es jetzt auch wirken möge. Leider musste sie sich ein wenig zurückhalten.

Nachdem sie schon einige Lieder performt hatten, erlaubte es sich (D/N), ihren Blick auf eine Person zu fokussieren. Ihren Bias in dieser Gruppe. Taehyung. Dessen Bühnenpräsenz war perfekt wie eh und je. Der stechende Blick, das verführerische Grinsen. Sie seufzte leicht. Was ein Traum von einem Mann.

Schon bei den einfachsten Gesten sah er wunderschön aus. Mit einer Hand fuhr er sich durchs Haar, das ursprünglich zu beiden Seiten gegelt war. Doch durch den Schweiß und Tanzen haben sich einige Strähnen gelöst. Aber es wirkte irgendwie verlockend. Seine feucht glänzende Haut, der offenstehende Mund, durch den er frischen Sauerstoff einsaugte.

„Ich brauche einen Freund“, murrte (D/N), als sie ihren Blick gezwungenermaßen abwandte, um zu ihrer Freundin zu sehen. „Woher kommt das auf einmal?“, fragte (F/N) belustigt. „Ich fühle mich schlecht, wenn ich die ganze Zeit thirsty auf ein Idol bin. Ich meine, Taehyung ist echt heiß… aber… egal. Du verstehst den Schmerz.“

Den Rest der Performance versuchte sie nicht allzu sehr mit schmachten zu verbringen. Sie wollte vielmehr die Schönheit ihrer Lieder einfangen und tief in ihrem Herzen speichern. Dieser Moment war sehr berührend für sie. Sie wollte ihn so lange wie möglich bewahren.

Leider musste alles Gute zu einem Ende kommen. Die Jungs verbeugten sich vor dem Publikum, was lautstark klatschte. Jeder von ihnen war aufgestanden, um der Gruppe zuzujubeln. Sie haben wirklich ihr Bestes gegeben. So wie immer.

„Ich wünschte es würde weitergehen. Ich will nicht, dass es aufhört“, meinte (D/N) mit einem jammernden Unterton, als sie den Raum verließen. (F/N) klopfte ihr aufmunternd auf die Schulter. „Immerhin hast du jetzt noch die einmalige Chance dazu, sie direkt zu sehen. Du kannst Taehyung damit vollschwärmen wie gut ihm sein Outfit sieht, dass er dich bitte am besten gegen die nächste Wand vögeln soll und-“ (D/N) schlug ihr empört auf den Rücken. „Yah! Sowas will ich gar nicht. Halt die Klappe!“ Doch ihre Freundin lachte nur. „Was auch immer du sagst, meine Liebe.“

Ein wenig später befanden sie sich beim Fansigning. Auf der Tribüne stand ein Tisch vor den sich die Fans dann knien konnten, um mit den einzelnen Idolen zu sprechen. An den Seiten standen bereits Kartons für die vielen Geschenke bereit, die sie wieder von den verschiedensten Fans geschenkt bekommen würden.

Jeder von ihnen hatte eine Nummer, die ihnen verriet, welche Person als nächstes drankommen würde. Ein Teil der Leute saß auf den Plätzen, während sich neben der Bühne eine kleine Schlange bildete, die stetig weiter aufrückte.

„Es ist bald soweit. Ich kann es kaum glauben.“ Die Nervosität stieg immer weiter in ihr an. In nur wenigen Minuten würde sie ihren größten Vorbildern gegenübersitzen. Wahrscheinlich hatte sie mittlerweile alle Worte wieder vergessen, die sie eigentlich an jeden von ihnen richten wollten. Aber ihr Kopf fühlte sich einfach viel zu wuschig an, als dass sie ihre Gedanken sortieren könnte.

Eine Weile betrachteten sie die Interaktionen der Fans mit den Idolen, bevor auch sie in die Schlange aufrücken mussten. Ihr Atem ging ein wenig schneller. Sie waren bald dran. Für einen Moment wandte sie ihren Blick ab von den sieben jungen Männern und versuchte sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Vielleicht konnte sie sich so ein wenig beruhigen.

Wenigstens schien sie nicht die einzige zu sein, die vor Aufregung gleich an die Decke gehen würde. Das Mädchen hinter ihr, schien wohl am liebsten im Boden versinken zu wollen. Aber das konnte auch an der Gruppe neben ihr liegen, die heiter quietschten, sobald sie auf die Tribüne guckten. Ein Glück, dass sie nicht mehr so jung war. Sonst würde sie sich vermutlich genauso aufführen.

Sie schenkte dem Mädchen ein aufmunterndes Lächeln, in der Hoffnung, es würde sie ein wenig aufbauen, ehe sie den Blick abwandte. Anscheinend gab es noch einige Kandidaten mit seltsamen Verhalten. Die eine sah schon so aus, als wolle sie gleich auf die Bühne stürmen, um sich dem Nächstbesten an den Hals zu werfen. „Na wenn das nicht mal ein obsessiver Fan ist“, murmelte sie zu sich selber. Hoffentlich würde sie sich ein wenig zurückhalten und die Jungs in keine unangenehme Lage bringen.

Zu ihrem Pech durfte sie nach diesem hysterischen Fan die Tribüne vertreten. Etwas verstört betrachtete sie das Mädchen, welches bereits bei dem Ersten in regelrechte Tränen ausgebrochen war. „Vielleicht freut sie sich auch so sehr“, versuchte sie sich einzureden und ignorierte dabei das unwohle Gefühl in ihrem Magen.

Doch ihre Aufmerksamkeit wurde zwei Sekunden später sowieso von dem Idol vor ihr gestohlen. Mit offenem Mund starrte sie Seokjin an, der sie freundlich anlächelte. Tief durchatmen. Das schaffte sie. Es wäre komisch die nächste Zeit mit vollkommenem Schweigen zu verbringen. Augen zu und durch. Die Panikattacke kann bis nach dem Treffen warten.

„Hi“, gab (D/N) piepsig von sich. Na toll. Was ein wunderbarer erster Eindruck. „Hey“, erwiderte er mit einem kleinen Grinsen, „Kein Grund so nervös zu sein. Ich beiße schon nicht.“ Warum sagten das die Leute immer? Das machte die Situation trotzdem nicht leichter. „Hmm“, gab sie leicht gequält von sich. So viel zum Thema Angst überwinden.

„Hast du für mich etwas, was ich unterschreiben soll?“, fragte er nach. Es schien ihr so, als wolle er ihr ein wenig Sicherheit geben, damit sie ein wenig aus sich herauskam. Schnell nickte sie und schob ihm ein Notizbuch entgegen. „Aber nicht lesen!“, fügte sie eilig hinzu. Jin lachte leicht. „Schade. Ich hätte gerne die Geheimnisse eines Fans gekannt.“

Er schlug das Buch auf und blätterte neugierig durch einige der Seiten. „Die Zeichnungen sind echt niedlich“, meinte er. Hier und da waren Figuren, Symbole und Muster an die Seiten gemalt. Auf einer Seite waren alle Chibis von BTS hingezeichnet. „Ohh~ Den mag ich ja am liebsten“, scherzte Jin und deutete auf das Kerlchen, welches ihn darstellen sollte. (D/N) grinste freudig. Es war immer schön zu hören, wenn jemand ihre Zeichnungen mochte.

„Kannst du darunter unterschreiben?“ Dieses Mal konnte sie in normaler Lautstärke reden. Die Unsicherheit rückte in den Hintergrund. „Natürlich doch~“ Jin zückte den Stift und setzte zum Schreiben an. Jedoch beließ er es nicht nur bei seinem Namen. Über dem Bildchen ergänzte er noch ein „Worldwide Handsome“.

Kichernd nahm sie das Buch entgegen. „Vielen Dank.“ Er nickte ihr zu. Anscheinend mussten sie aufrücken, da das Mädchen ihr bereits aufstand. „Ah! Das ist für dich!“, meinte (D/N) und zupfte von hinten Aus ihrem Notizbuch ein gefaltetes Blatt hervor. Auf der Zeichnung war ein Porträt von Jin zu erkennen. Lächelnd nickte er ihr zu. „Es ist wundervoll. Danke.“

Dem Nächsten, welchem sie gegenübersaß, war Yoongi. Dessen Gesichtsausdruck schien wenig begeistert zu sein. „Da ist ja jemand heiter“, stichelte (D/N) mit einem frechen Grinsen. Yoongi brummte nur und wies mit einem Kopfnicken zu dem Mädchen, welches neben ihr saß. „Kopfschmerzen.“ Mehr brauchte er gar nicht zu erklären. Immerhin konnte sie an der Lautstärke von ihrer Sitznachbarin die Symptome bei sich selber feststellen.

Auch ihm übergab sie das Notizbuch. Währenddessen redete sie mit ihm über sein letztes Comeback als Agust D. Wieder einmal hatte sie sich von seinem unglaublichen musikalischen Talent beeindrucken lassen. Rhythmus und Text ergaben bei ihm eine unzertrennliche Einheit der Perfektion. Die Geschichten, welche er damit schrieb, malten jedes Mal Bilder in ihren Kopf. Deswegen erhielt er eine Skizze, welche ihr bei seinem Lied durch den Kopf geschossen war.

Dieses Mal musste auch sie schwer schlucken. Am liebsten hätte sie jetzt auch geschrien… Oder zumindest so etwas in der Art. Eigentlich wollte sie nur die überschießenden Gefühle loswerden. Vor ihr saß kein anderer als Kim Taehyung, der sie mit seinem unglaublich süßen Kastengrinsen begrüßte.

„Wow“, sprach sie atemlos, „Du siehst ja noch viel besser aus in real.“ Erschrocken legte sie sich eine Hand vor dem Mund. Dabei wollte sie diese Worte doch gar nicht laut aussprechen. Er lachte leicht. „Bin ich den in den Aufnahmen nicht real?“, erwiderte er scherzhaft. (D/N) plusterte leicht schmollend die Wangen auf. „Du weißt doch was ich meine!“ Taehyung stützte süffisant grinsend sein Kinn auf der Handfläche ab. „Nein. Leider nicht. Erläutere ruhig weiter.“

Mit der anderen Hand deutete er ihr an fortzufahren. Irgendwie konnte sie sich nicht zurückhalten. Sie hob eine Hand und schnippte ihm gegen die Stirn. Das machte sie immer bei ihrer besten Freundin, wenn diese sie aufzog. Taehyung machte große Augen. „Au~“, quengelte er und rieb sich über die Stirn.

Oh! Was machte sie denn nur! Panisch hob sie abwehrend die Hände. „Tut mir leid. Das war irgendwie Reflex.“ Taehyung schob leicht die Unterlippe vor. „Das hat bisher auch noch kein Fan gemacht. Man lernt wohl nie aus“, maulte er beleidigt, während er weiter die schmerzende Stelle bearbeitet, „Das tut doch weh.“

„Sorry“, meinte sie erneut schuldbewusst und senkte den Blick. Vielleicht war sie doch ein wenig zu übermütig. „Hey. Jetzt schau nicht so bedrückt, ist ja nichts passiert.“ Lange Finger legten sich unter ihr Kinn und hoben ihren Kopf leicht an. Ihre Wangen färbten sich ein wenig rötlich. Er fasste sie freiwillig an… Ah! Herz! Hör auf so zu schlagen!

„Vielleicht habe ich es ja ein wenig verdient“, erwiderte er breit lächelnd. „Naja… Schon“, gab sie zurück. „Du solltest das jetzt eigentlich verneinen“, brummte er und ließ seine Hand wieder sinken. „Nein. Keine Chance.“ Selbstzufrieden streckte sie leicht die Nase in die Höhe. „Du bist gemein. So solltest du nicht mit deinem Bias reden!“

Geschockt weiteten sich ihre Augen. „Warte! Woher weißt du das jetzt? Ich habe doch gar nichts verraten.“ Dieses Mal war es an ihm selbstgerecht zu grinsen. „Du hast eine Seite hier, in der du über mich schwärmst.“ Er deutete auf das Notizbuch, welches aufgeschlagen vor ihm lag. „Yah! Du solltest das doch nicht lesen!“, protestierte sie und versuchte ihre letzte Würde zu retten, indem sie nach dem Büchen griff. „Ah ah ah. Lass mir meinen Spaß.“

Taehyung lehnte sich weit zurück und hielt das Buch vor sich. „Seine Stimme ist ein Segen. Ich könnte ihm stundenlang zuhören. Besonders zum Einschlafen ist sie perfekt. Ich fühle mich so ruhig. Ein warmer tiefer Bass, der dich lieblich umarmt und dich schützend in den Schlaf wiegt“, las er lautstark vor.

Beschämt musterte sie die Finger auf ihrem Schoß. Sie wollte nicht, dass ihr Bias jemals auf ihre Gedanken stieß. Das war doch irgendwie komisch. „Wow. Das ist viel poetischer, als ich gedacht habe“, lachte er, wobei er weiter die nächsten Zeilen überflog. Aber er las nichts mehr vor. Schließlich wollte er es zu keiner unangenehmen Erfahrung für sie machen.

Letztlich lächelte er ein wenig. „Irgendwie ist das ja schon süß“, meinte er, als er das Buch wieder niederlegte. (D/N) versuchte fieberhaft seinem Blick auszuweichen. „Echt rührend, was du von mir hältst“, fuhr er unbeirrt fort mit dem Ziel, sie ein wenig aufzuziehen. „Ach sei still“, grummelte sie.

„Komm schon Brummelbär. War doch alles halb so schlimm.“ Er lehnte sich nach vorne, um sie besser ansehen zu können. „Hör auf so zu starren“, murmelte (D/N). Sie biss sich leicht auf die Unterlippe. Seine Augen schimmerten so furchtbar intensiv. Irgendwie zeigte er mit ihnen den meisten Ausdruck und trotzdem wusste man nicht, was ihn ihm vorging. „Wieso denn?“

„Du verunsicherst mich“, fügte sie leise hinzu. Sein rechter Mundwinkel zuckte leicht nach oben. „Ach? Tu ich das?“ Mit einer Hand fuhr er sich durchs Haar, versuchte dabei ein paar lästige Haarsträhnen einzufangen. Ein dunkler Schimmer legte sich über seine Iriden. „Ich sehe aber gerne Dinge an, die mir gefallen.“

Von einer Sekunde auf die andere, wurde (D/N) hochrot im Gesicht. Versuchte er gerade zu flirten? Ach was. Das war wahrscheinlich nur Fanservice. Trotzdem kam es überraschend. „Mach ich auch gerne. Da haben wir ja was gemeinsam“, versuchte sie desinteressiert zurückzugeben. „Hmm~ Dann können wir uns ja stundenlang gegenseitig betrachten“, erwiderte er verrucht. Sie verzog das Gesicht. Das Gespräch wurde langsam echt seltsam.

Plötzlich herrschte Unruhe. Die Fans tuschelten aufgeregt. (D/N) schreckte sofort auf, als das Mädchen neben ihr, welches vorher schon so aufgedreht wirkte, nach vorne schoss und sich Jimin krallte. Mit beiden Armen umschloss sie seinen Körper. Dabei wirkte es unsanft und auch sehr aufgezwungen.

Jimin versuchte sich zu wehren. Trotzdem schien er nicht gegen den hysterischen Fan anzukommen oder er versuchte sie so wenig wie möglich zu verletzen. Sein Körper schüttelte sich leicht. Ihre Stimme zerriss mit einem unangenehmen Schrillen die Stimmung in diesem Raum.

Tränen ergossen sich aus ihren Augen und sie redete unendlich auf Jimin ein, der langsam begann vor Panik zu erstarren. Sein Ausdruck wirkte nahezu hilflos. Taehyung versuchte schnell einzugreifen und ihn nach hinten wegzuziehen. Jungkook gab ebenfalls sein Bestes, ihren festen, sogar schon brutalen Griff zu lösen. Doch über den Tisch stellte sich das als ein wenig schwerer heraus.

Besorgt guckte sich (D/N) im Saal um. Wo war nur die verdammte Security? War die am Pennen? Niemand schien einzugreifen. Da Jimin begann leise Laute voller Schmerz von sich zu geben, beschloss sie kurzerhand, selber einzugreifen.

Mit beiden Händen umgriff sie die Hüfte des Mädchens und zog sie mit einem Ruck zurück. Durch den Überraschungseffekt löste sich ihre erzwungene Umarmung. Dadurch konnte (D/N) die Chance nutzen, um ihre Arme zu packen und nach hinten wegzuziehen.

Als Jimin frei war, rückte er gleich ein paar Meter zurück und schnappte nach Luft. Er musste sich wirklich bedrängt gefühlt haben. Leider fiel es auch (D/N) schwer mit dem hysterischen Fan umzugehen. Das Mädchen schien größer als sie zu sein und ihre hektischen Bewegungen machten es ihr schwierig, sie im Schach zu halten.

Die langen Gliedmaßen schlugen wild umher. (D/N) tat ihr Bestes ihnen auszuweichen. Irgendwie versuchte sie ihr eigenes Gewicht zu nutzen, um den schmaleren Körper auf den Boden zu drücken. Schwerer Fehler. Ein Ellenbogen donnerte ihr volle Kanne ins Gesicht.

Etwas knackte und ihre Sicht verschwamm. Ihr Kopf dröhnte, als ihre Sichtfeld sich weiter einschränkte. Sie konnte kleine Lichter in dem dunklen Schatten tanzen sehen, welcher sich langsam bildete. Der Schmerz, welcher wie ein Schock durch sie durchfuhr, machte sie für einen Moment komplett Wahrnehmungsunfähig. Sie fühlte sich wie gelähmt.

Selbst, als sie jemand sachte nach hinten zog, konnte sie sich kaum rühren. Es war, als wäre ihr Geist vollkommen abwesend. „Hey“, sprach ihr eine sanfte Stimme immer wieder ins Ohr bis sie sich allmählich wieder regte. Träge hob sie den Kopf, um die Person anzusehen.

Sie konnte eher Schemen ausmachen, anstatt eine wirkliche Gestalt. Immer wieder versuchte sie zu blinzeln, damit ihre Sicht klarer werden konnte. Eine Hand legte sich auf ihre Schulter. Ein weiterer Ruck ging sie und sie schreckte aus ihrem benommenen Zustand.

Ihre Ohren schrillten und auf einmal bemerkte sie die heißen Tränen, welche über ihre Wangen strömten. Der immense Schmerz, welcher von ihrer Nase ausging, zog sich bis in den letzten Nerv ihres Kopfes. „Shh…“ Was shhhh?! Das tat scheiße weh!

Ein weiches Tuch drückte sich unter sich ihre Nase. Sie musste sich wirklich zusammenreißen, nicht laut aufzuheulen. „Deine Nase blutet.“ Was eine Feststellung. Wahrscheinlich blutet die nicht nur, sondern spuckte schon Fontänen ihres eigenen Verderbens. „Kommt davon, weil ich heute zu viele attraktive Männer auf einmal gesehen habe“, sagte sie matt.

Der Mann vor ihr lachte dunkel. „Du kannst ja selbst in diesem Moment noch Witze reißen.“ Mit einem Mal realisierte sie, dass ausgerechnet Taehyung vor ihr kniete und ihr ein Taschentuch an die Nase drückte. Na da hatte sie ihren Freunden ja was Spannendes zu erzählen… Aber ehrlich gesagt, hätte sie gerne lieber ein einfaches Fansigning gehabt, als diesen unbändigen Schmerz.

Noch mehr Tränen schwellten aus ihren Augen und benetzten die Haut darunter. „Es tut so weh“, schluchzte sie. Irgendwo fühlte sie sich ein wenig erbärmlich, da sie so einen großen Aufstand machte, aber in diesem Augenblick fühlte es sich so an, als würde ihr jeden Moment das Gesicht von den Knochen fallen.

„Es kümmert sich gleich jemand um dich“, wisperte Taehyung ihr aufmunternd zu, während seine Hand beruhigend über ihren Rücken streichelte. Aus dem Augenwinkel konnte (D/N) erkennen, wie das zappelnde Fangirl von der Bühne fortgeschliffen wurde. Die Security hatte endlich eingegriffen. War ja auch mal höchste Zeit! So viele blaue Flecken, welche sie schon davontragen musste! Abgesehen davon, musste sie sich bestimmt eine neue Nase organisieren.

„Kannst du aufstehen?“, fragte Taehyung. Die Besorgnis stand ihm regelrecht ins Gesicht geschrieben. Zaghaft nickte sie. Mit wackeligen Beinen versuchte sie sich aufzustellen. Vermutlich wäre sie wieder eingeklappt, hätte er sie nicht an der Hüfte gestützt.

Eine junge Dame kam eilig auf die Bühne gerannt, als Taehyung sie zu ihnen rüber winkte. „Können Sie sich das bitte einmal ansehen?“ Die Frau nickte. Sie löste Taehyung an (D/N)s Seite ab und stützte sie in Richtung Backstagebereich.

Letztlich ließ man sie auf einen der Stühle alleine zurück. Jemand hatte ihr auf die Schnelle ein Kühlpaket in die Hand gedrückt. Sie saß bereits seit einer Weile da und das Nasenbluten schien bereits zu versiegen.

Die Kühle betäubte den Schmerz ein wenig. Dennoch brannte es irgendwie. Ihre Augen tränten noch immer. „So habe ich mir den Tag echt nicht vorgestellt“, murmelte sie. Hoffentlich machte sich ihre Freundin nicht allzu große Sorgen. Naja. Immerhin hatte sie gerade eine Ahnung, wo sie sich aufhielt.

Während sie dasaß, ging das Fansigning unbeirrt weiter. Als wäre dieser ganze Schlamassel überhaupt nicht passiert. Seufzend senkte sie die Hand mit dem Taschentuch. Es war ein tatsächliches Stofftuch, das sich seidig unter ihren Fingerspitzen anfühlte. „Das Leute sowas immer noch benutzen.“

Da sich keiner mehr um sie kümmerte, stand die schließlich wieder auf. Im nächstbesten Spiegel schaute sie sich den angerichteten Schaden an. „Oh je… Na wenn die mal nicht gebrochen ist.“ Die Haut um ihr Nasenbein war dunkelblau, lila unterlaufen. Als sie mit dem Finger dagegen tippte, fühlte sie sich so, als müsste sie sich übergeben. Ein peinigender Schmerz durchzog sie.

Mit dem Tuch versuchte sie die restlichen Spuren zu entfernen, ehe sie wieder zu dem Zuschauerraum wollte. Bald müssten alle rausgeschickt werden. (D/N) machte sich Sorgen, ihre Freundin nicht mehr wiederzufinden. Doch bevor sie überhaupt einen Fuß in diese Richtung setzen konnte, kam einer der Angestellten und drückte sie wieder zurück in den Stuhl auf dem sie vorher saß.

Ein netter alter Herr kam dazu und untersuchte kurz ihre Nase. Anscheinend musste sie wohl wirklich einen anschließenden Krankenhausbesuch machen. Der Arzt hatte eine Creme auf der Wunden Stelle verteilt, die wohl kühlend wirken sollte und eine Art Verbandspflaster draufgeklebt. Die ganze Zeit musste sich (D/N) zusammenreißen, nicht gleich loszuschreien.

In der Zwischenzeit endete auch das Fansigning. Jetzt bekam sie die Erlaubnis den Raum wieder zu verlassen. Immerhin würden gleich die Jungs zurückkommen und sie brauchten keinen Fan im Backstagebereich.

Lautes Stimmengewirr schallte durch den hinteren Bühnenbereich, als die Gruppe nach und nach eintrat. Sie schienen ziemlich guter Laune zu sein. Für einen Moment lächelte sie. Wenigstens sie schienen ihren Spaß zu haben.

Womöglich wäre sie auch mit einem Strahlen nach Hause gegangen, aber der Tag wurde ihr ein wenig vermiest. Sie hatte ja nicht einmal die Chance bekommen mit allen Members zu reden. Naja. Sie hatte wohl die einmalige Erfahrung bekommen, wie es hier im Hintergrund aussieht.

Gerade als sie heimlich nahe am Vorhang über die Bühne verschwinden wollte, erschallte eine Stimme laut hinter ihr. „Hey warte!“ Abrupt blieb sie stehen. Verwundert drehte sie sich um. Vor ihr stand Jimin, der ihr ein schmales Lächeln schenkte. „Was gibt es?“, fragte sie ein wenig eingeschüchtert. Es war schon etwas anderes von diesem Tisch getrennt zu sein. Aber ihm direkt gegenüber zu stehen…

„Ich wollte mich für deine Hilfe bedanken“, meinte er und trat einen Schritt näher, „Das war sehr mutig von dir. Vielleicht ein wenig dämlich…“ Sie wollte ihre Nase aus Protest rümpfen, zischte jedoch vor Schmerz auf. „Hmm… Ich war wenigstens schneller als deine Bodyguards“, brummelte sie. „Das schon, aber…“ Ein besorgter Ausdruck schimmerte durch seine klaren Augen. „Du wurdest dabei verletzt.“

(D/N) zuckte mit den Schultern. Man konnte eh nichts mehr daran ändern. „Tut mir leid, dass es heute so ausgegangen ist.“ Unsicher rieb er sich über den Nacken. „Möchtest du irgendetwas? Eine Entschädigung… oder so?“ Belustigt hob sie die Augenbrauen. „Ach quatsch. Damit hat doch letztlich keiner gerechnet.“ Langsam bildete sich ein dämliches Grinsen auf ihren Lippen. „Aber eine Umarmung wäre schön.“

Mit wackelnden Augenbrauen öffnete sie einladend ihre Arme. Lachend zog Jimin sie für einen Moment an seine Brust. „Ich schätze das schulde ich dir.“ Für einen kurzen Augenblick verweilten sie in der Umarmung. „Es war echt schön euch getroffen zu haben. Eure Musik bedeutet mir echt viel“, gestand sie leise, „Mir ging es schon oft so schlecht und ihr habt mir immer den Tag gerettet. Ihr seid wie mein eigenes persönliches Rettungsboot.“

„Vielen Dank. Es ist schön zu wissen, wie viel unsere Musik bewegt“, erwiderte er zart lächelnd, als er sich von ihr löste. Sie hob eine Hand zum Abschied. „Also dann. Man sieht sich bestimmt noch ein zweites Mal im Leben.“ Eigentlich wollte sie nun wirklich gehen und dem Idol nicht länger auf die Nerven gehen, als der Nächste auf die Bühne gerannt kam.

„Halt! Dein Notizbuch!“ Taehyung kam vor ihr zum Stehen und hielt ihr das Büchlein entgegen. „Oh. Dankeschön. Ich hätte es fast vergessen.“ Sie lächelte erleichtert. Es wäre echt schlimm für sie gewesen, hätte sie nun auch das verloren. „Öffne es“, wies er ihr an, das breite Grinsen prominent auf seinem Gesicht.

Verwundert blätterte sie durch die vielen beschrifteten Seite bis sie bei den Figürchen ankam.  Neben jedem der Sieben stand die Unterschrift und ein kleiner Kommentar. Anscheinend hatte sich einer von ihnen die Mühe gemacht, ein kleines Männchen von ihr dorthin zu malen mit der Überschrift: „Heldin des Tages“. Sie schmunzelte leicht, ein wenig von der netten Geste gerührt. Die Jungs waren einfach zu niedlich.

„Danke. Irgendwie habt ihr doch noch den Tag für mich gerettet“, meinte sie, ihr Gesicht deutlich heiterer als zuvor. „Was wären wir auch für Versager, hätten wir das nicht gekonnt.“ Taehyung hob eine Hand und legte sie auf ihren Kopf. „Schön, dich kennengelernt zu haben, weiblicher Klitschko.“

„Haha. Wie ausgesprochen lustig.“ (D/N) schüttelte den Kopf. Daraufhin kicherte Taehyung nur. „Ich fands witzig. Irgendwann lernst du meinen Humor wertzuschätzen.“ Ja. Irgendwann mal vielleicht. Eher unwahrscheinlich. „Das Taschentuch kannst du übrigens behalten“, fügte er noch hinzu. „Ach wirklich? Ich dachte schon du wolltest eine Blutzellenspende damit durchführen. Schade. Dann ist es wohl jetzt meins“, gab sie trocken zurück.

„Du hast auch einen schlechten Humor“, schmunzelte er. Sie zuckte mit den Schultern. „Ich habe nie behauptet, dass er gut wäre.“ Lächelnd beugte er sich ein Stück weiter nach vorne, sodass sich ihre Gesichter direkt voreinander befanden. „Also dann…“

Ihr Atem stockte, als er ihr näher und näher kam. Was hatte er auf einmal vor? Dann berührte ein Lippenpaar sanft ihre Nasenspitze. Nach einer Sekunde rückte er wieder ein Stück ab, wieder mit einem freudigen Grinsen. „So und morgen ist alles wieder gut!“, sprach er emphatisch.

Ihre Wangen machten bestimmt schon Tomaten Konkurrenz. Das konnte er doch nicht so einfach machen! Ihr armes Fangirlherz würde noch stehenbleiben, wenn es so aufgeregt in ihrer Brust hüpfte. „Die Trix deiner Mutter helfen meiner Nase auch nicht weiter“, beschwerte sie sich. Lachend wandte er sich ab. „Schade, hätte ja funktionieren können.“

Damit verabschiedeten sie sich letztlich voneinander. Für einen Moment blickte Taehyung ihr lächelnd hinterher, ehe er sich wieder dem Rest seiner Gruppe anschloss. Manche Fans hinterließen einen tiefen Eindruck bei ihm und sie würde einer der wenigen sein, an die er sich womöglich für immer erinnern könnte.

Am Abend postete (D/N) ein Bild von ihrem Missgeschick auf Twitter mit der Caption: „Lege dich nicht mit Hardcore-Armys an. Mein Gesicht hat bessere Tage gesehen.“ Eine Stunde später trudelten auf einmal tausend von Nachrichten ein. Sie war schon ganz überrascht, doch die Lage klärte sich schnell auf. Mit großen Augen blickte sie auf den einen ganz besonderen Kommentar von @BTS_twt: „Ich betrachte dich noch immer stundenlang.“ Ihre Hände zitterten und sie wusste es. „Ich hasse ihn!“ Deswegen war er ihr Bias.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast