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K-Pop Various x Chubby!Reader OneShots

OneshotAllgemein / P12
Bangtan Boys EXO GOT7 Monsta X Seventeen Super Junior
07.08.2018
05.11.2020
26
75.761
5
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Dieses Kapitel
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29.10.2019 2.882
 
Wie jeden Montag und Mittwoch oder auch Freitag saß sie hier in dem kleinen Café im lauschigen Innenstädtchen. Normalerweise sprossen die Großbetriebe aus jeder Ecke, waren dabei auch meist gut besucht. Doch hier war es seltsam ruhig für die Mittagszeit. Jeder konnte hier gemütlich sitzen und sich gegebenenfalls von der anstrengenden Arbeit ausspannen. Doch sie selbst kam nur hierher, um auf andere Gedanken zu kommen. Vielleicht auch… um ihn wiedersehen zu können. Sie fragte sich wie es ihm geht, was er den ganzen Tag macht. Irgendwie erhielt sie ja ihre Antwort. Jedes Mal bekam sie ihn wie gewünscht zu Gesicht. Leider war er meist in Begleitung wunderschöner Damen oder süßen, quirligen Mädchen. Sie passten so gut zu ihm, brachten seine eigene Schönheit nur noch mehr zur Geltung. Daneben glich sie wohl der Bäuerin, die sich versuchte in den Hofstaat einzugliedern. Soonyoung umgab sich aber nie sonderlich lange mit den gleichen Personen. Häufig trendeten mehrere Bilder seiner Verehrerinnen auf den sozialen Netzwerken. Viele Vermutungen wurden aufgestellt. Bisher hatte sich nichts bewahrheitet. Für sie wahrscheinlich schon. Jedes Mal konnte sie mit ansehen, wie er mit den weiblichen Geschöpfen liebäugelte und ganz offensichtlich vor ihrer Nase mit ihnen flirtete. Ob er sich überhaupt bewusst war, dass sie noch hier war? Bestimmt. Früher waren sie öfter zusammen hierhergekommen. Beide wohnten nicht weit entfernt von diesem kleinen Platz. Sie erinnerte sich nur zu gerne an ihre gemeinsame Zeit, den Spaß den sie miteinander hatten. Leider lag das schon längst in der Vergangenheit. Immerhin hatten sie sich vor einigen Monaten getrennt.

Auch an diesem Tag sah sie ihn wieder. Dieses Mal begleitete ihn eine Frau mit weichen Gesichtszügen, rosig glänzenden Lippen und langem seidigen, schwarzen Haar. Ihre Hüfte war sehr schmal, wodurch ihre Sanduhrenfigur nur noch mehr hervorgehoben wurde. (D/N) war wohl das komplette Gegenteil davon,  auch wenn sie mehr Kurven und Rundungen besaß, als diese Dame. Für einen Moment begegneten sich ihre Blicke. Ihr ganzer Körper verkrampfte sich. Noch immer trug er diesen mystischen Ausdruck in seinen Augen. Die beiden gingen einfach an ihr vorbei und setzten sich in die Nähe des Fensters. Wie furchtbar gerne sie doch endlich den Blick abwenden würde. Das innerste ihres Körpers fackelte mit dunkler Inbrunst, kalte Krallen umschlossen ihr Herz, drohten es in ein tiefes Gefühl von Einsamkeit zu ziehen. Wie sie es doch hasste, ihn mit anderen Frauen an der Seite zu sehen. Die Eifersucht tanzte in ihr. Wildgeworden und zerstörerisch. Dabei hatte sie kein Recht dazu so zu empfinden. Schließlich wollte sie nichts mehr von ihm wissen. Sie hatte Schluss gemacht. Das sollte das Ende zwischen ihnen sein. Doch wusste sie auch, was ein Unrecht sie ihm damit angetan hatte. Jegliche Erklärung blieb ihm erspart. Alles was sie tat, war sich schnell und kaltherzig aus seinem Leben zu entreißen, als wäre sie nie ein Teil davon gewesen. Ob es ihm genauso wehgetan hatte wie ihr selbst? Ob er sich noch immer nach ihren Berührungen sehnte? Sie tat es. Jede Sekunde an jedem Tag. Ihr Körper verzehrte sich nach dem Gefühl seiner samtigen Haut auf ihrer. Die weichen Lippen, die ihre eigenen zärtlich liebkosten. Verdammt. Sie hatte sich so geliebt gefühlt und musste doch alles zerstören.

~Rückblick~
„Bitte (D/N)! Rede doch mit mir!“, schrie er verzweifelt. Mit den Händen wollte er verzweifelt nach den ihren greifen. Tränen bildeten sich in seinen Augenwinkeln, drohten überzuquellen. „Warum sagst du es mir nicht? Ich will nicht, dass du gehst.“ Sie wollte ihn so gerne ignorieren, wich weiter vor ihm zurück. Wie sollte sie es ihm erklären? Diese grausame Macht, die sie in ihrem Inneren stetig weiter auffraß, sie verrückt machte. „Warst du denn nicht glücklich? Ich liebe dich doch so sehr. Wie kannst du ohne mich leben, wenn es mir selbst nicht möglich ist? Habe ich etwas falsch gemacht?“ Die Fragen brannten auf ihre Seele, wie die Höllenqualen im Fegefeuer. Oh Gott, nein. Er hatte rein gar nichts falsch gemacht. Hätte sie jemanden jemals als perfekt beschrieben, dann wäre wohl er das gewesen. Ihr Engel und Helfer. Ihr ein und alles. Ihr Herz und ihre Liebe. Stumm schüttelte sie den Kopf. Sie wollte nicht antworten. Nur dumme Lügen würden herausprasseln. Aber sie wollte sich nicht erklären. Ihr Grund war so armselig und peinlich. Sie kannte nicht einmal den wahren Grund, warum das alles als so schlimm empfand. Oder doch?

Er war ihr Seelenverbündeter. (D/N) ertrug es nicht, ihn mit anderen Frauen zu sehen, die ihn tagtäglich umschmeichelten. Jedes Mal kochten die Selbstzweifel in ihr hoch. Eigentlich hätte er doch jemand viel besseren verdient. Diese ganzen Mädchen passten doch viel besser zu ihm. Ihre niedlichen Gesichter, das süße Lächeln, die unschuldige Persönlichkeit. Eine wahre Prinzessin eben. Daneben fühlte sie sich wie der letzte Dorftrampel. Manchmal ließ sie ihn das auch mehr oder weniger spüren. Den Abend über benahm sie sich eingeschnappt, ohne jeglichen Grund. Zumindest nannte sie ihm keinen. Sie wollte nur nicht, dass er Zeit mit anderen Frauen außer ihr verbrachte. Nur wusste sie wie falsch diese Ansicht war. Sie bekam jedoch diese Gedanken und aufkeimenden Zweifel nie aus ihrem Kopf verbannt. Ihr Gewissen redete ihr regelrecht ein, er würde sie irgendwann verlassen. Sie schmerzhaft fallen lassen und auf ihren Gefühlen herumtreten. Aber genauso wusste sie, dass Soonyoung nicht so ein Mensch war. So kaltschnäuzig war er noch nie. Sollte es jemals so weit kommen und sie würden sich trennen, würde sie es rechtzeitig bemerken. Bisher kümmerte er sich immer so liebevoll um sie. Auch wenn er lange arbeitete, verbrachte er den ganzen Abend mit ihr, hielt sie wenn sie beieinander schliefen. Allzu oft entschuldigte er sich auch dafür, nicht noch mehr Zeit mit ihr verbringen zu können, so gerne er es auch wollte. Das Leben eines Idols spannte ihn vollkommen ein. Das verstand sie. Leider konfrontierte ihn dieses Leben mit den wunderschönen, engelsgleichen Geschöpfen. Sei es in einem Musikvideo oder doch auf den ganzen Veranstaltungen, die sie besuchen mussten. Am liebsten würde sie ihn fest umarmen und bei sich einschließen. Sie wollte ihn nicht loslassen. Aber sie bemerkte, dass ihre Eifersucht drohte überhand zu gewinnen.

Bestimmt hatten sie deswegen auch schon einige sinnlose Streite geführt. Sie benahm sich zickig, wich seinen Berührungen aus oder schwieg ihn für mehrere Stunden an. Letztlich überzeugte er sie mit körperlicher Zuneigung und seinen sanften, liebevollen Küssen. Dadurch bemerkte sie, wie sehr er doch jemand besseren verdient hatte. Jemanden der sich ihm widmen und bedingungslos lieben konnte. Außerdem machte Selbstbewusstsein schön. Genau dieses besaß sie nicht. Eine Frau sollte mit Stolz neben ihm laufen können, in dem Wissen, dieser Mann gehöre ihr und sonst keinem. In (D/N)s Kopf herrschten jedoch nur ständige Selbstzweifel, die ihre Beziehung drohten kaputt zu machen. Nach einiger Zeit war es auch schon so weit und nun standen sie hier an der Tür zu seiner Wohnung. „Bitte…“, wisperte er tränenerstickt. Ob es die bessere Wahl wäre vor ihm auf die Füße zu fallen und für Verzeihung zu bitten? Dass das alles nicht so gemeint war? Nein. Sie wollte stark bleiben. In ihren Augen stauten sich die Tränen. Sie konnte sein Leiden sehen. Der Schmerz sprach aus seinen geröteten Augen, seine Haltung wirkte zusammengefallen, irgendwie hoffnungslos, als hätte man ihm jegliches Glück entrissen. Keine Freude war in diesem Körper zurückgeblieben. (D/N) schluckte schwer. Sie könnte es nicht begründen… „E-eine Beziehung mit einem Idol ist mir nichts…“, sagte sie gedrückt, „Die Fans gehen mir auf die Nerven. Du scheinst ihnen mehr Zeit zu widmen als mir. Und ich bin deine Freundin!“ Normalerweise hätte sie sich vielleicht auf die Schulter geklopft. Immerhin hatte sie jedes Wort ohne großes Stottern hervor gebracht. In diesem Moment schnitten sie ihr aber tief in die Seele. Alles war einfach nur eine große Lüge.

Soonyoung ging immer so herzallerliebst mit seinen ganzen Fans um, lächelte ihnen zu und war ihr kleiner Stern am dunklen Nachthimmel. (D/N) respektierte ihn dafür. Er war wie ein kleiner Held für einige der Menschen dort draußen. Und sie durfte einen Teil von ihm haben. Ihr eigener persönlicher Engel. Noch mehr Tränen perlten aus diesen wunderschönen, gefühlvollen Augen, hinterließen Flüsse der Pein auf seinen Wangen. „D-du weißt, w-wie lei…leid es mir tut“, schluchzte er, „I-ich will dich doch auch ö-öfter sehen.“ Sie fühlte sich unglaublich schlecht. Wie konnte sie ihn so einfach verletzen? Normalerweise war so stark und sie bekam es hin, ihn innerhalb weniger Sekunden zu brechen. War sie ihm so wichtig? Warme große Hände legten sich auf ihre Wange. Ein Daumen strich ihr leicht über die Wange. Da hatte sich doch tatsächlich eine Träne aus ihren Augenwinkeln gelöst. Mit größter Mühe versuchte sie den Rest ihrer Trauer wegzublinzeln. „(D/N) bitte“, hauchte er verzweifelt, „Ich liebe dich… Ich will nicht, dass du mich verlässt. Können wir nicht einfach über alles in Ruhe reden.“ Eilig schüttelte sie den Kopf. Wenn sie reden würden, dann wäre das noch viel Schlimmer für sie. Sie schämte sich ja jetzt schon abgrundtief. Außerdem bestand die Befürchtung, er würde sie weiterhin aufhalten. Aber sie wollte ihn nicht weiter mit ihrer Eifersucht und diesem inneren Kontrollzwang belasten. Vielleicht sollte sie erst einmal lernen, sich selbst zu lieben, bevor sie ihm jemals wieder unter die Augen treten könnte. Solange sie nicht alle Zweifel hinter sich gelassen hatte, konnte sie mit ihm keine gesunde Beziehung führen. „Es liegt ja nicht nur an dir. Die Uni wird ziemlich stressig. Ich muss mich mehr auf meine Zukunft konzentrieren. Ein Junge würde mich nur ablenken“, fügte sie noch hinzu. Himmel! Diese ganzen Ausreden machten es nicht besser.

Danach war nicht mehr viel passiert, da sie versuchte so schnell wie möglich zu verschwinden. Nur wandelte sich Soonyoungs nie enden wollende Trauer in Wut um. Er konnte sie nicht verstehen. Wie sollte er auch, wenn sie es selbst nicht einmal konnte?  Sie gab sich ja nicht einmal die Mühe, es ihm zu erklären. Ohne ein Wort des Abschieds verließ sie schließlich die Wohnung. In den nächsten Tagen wurde ihr klar, was für einen Fehler sie eigentlich begangen hatte. Nach so langer Zeit mit ihm fühlte sie sich nun einfach nur verlassen und einsam. Zum ersten Mal erfuhr sie was es hieß an Herzschmerz zu leiden. Er war gewiss nicht ihre erste Liebe, aber dennoch die größte und wichtigste. Ihn zu verlieren… fühlte sich so unglaublich schmerzhaft an. Doch konnte sie nicht mehr zu ihm zurückkehren. Ein paar Wochen nach ihrer Trennung fing er schon an, sich mit den nächsten Frauen zu treffen. Vielleicht war er schon über sie hinweg. Ob er sie tatsächlich so geliebt hatte? Natürlich… Sonst hätte er damals nicht so geweint. Aber jetzt wäre es nur allzu lächerlich zurückgekrochen zu kommen. Sie wollte, dass er an der Seite einer Besseren war. Er sollte so glücklich werden. Nicht mit ihr. Irgendwann würde sie ihn mit sich runter reißen und das wollte sie tunlichst vermeiden. Diese Mädchen könnte er ohne Probleme mit ganzem Herzen lieben.
~Rückblick Ende~

Dieser letzte Gedanke verfolgte sie bis jetzt. Bisher spannte sich ihr ganzer Körper an, wenn sie ihn an der Seite einer anderen sah. Sie warf seiner Begleitung stets finstere Blicke zu, war voller schwerer Eifersucht. Ihn guckte sie sehnsüchtig an, wollte ihn zurück haben. Nur gab sie irgendwann auf. Das würde sowieso nie wieder passieren. Sie sollte aufhören, sich darüber aufzuregen. Schließlich hatte sie genau das erreicht, was sie erreichen wollte. Also gab sie auf und stoppte damit ihnen ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Soonyoung fiel es tatsächlich auf, dass sie sich nicht mehr auf ihn konzentrierte. Ihm war nicht entgangen, wie gereizt und schlecht gelaunt sie teilweise wirkte. Es amüsierte ihn. Das war seine Art Rache. (D/N) hatte ihn weggeworfen wie ein Stück Dreck, ein benutztes Taschentuch… Da hatte er doch diese Genugtuung verdient, oder? Außerdem hatte sie sowieso kein Recht dazu, eifersüchtig zu sein. Er hatte sich sicherlich nicht von ihr getrennt… Falls er das jemals vorgehabt hätte. Dieses Mädchen hatte ihn gefangen genommen und bis zuletzt tief in seinem Herzen gelebt. Er hätte sie nie losgelassen, wenn sie ihn nicht von sich gestoßen hätte. Mit ihr hatte er sich seine Zukunft ausgemalt, vielleicht sogar eine Familie gegründet. Er war Hals über Kopf in sie verliebt. Wahrscheinlich hätte er ihr alles geben. Wenn sie es sich gewünscht hätte, auch seine Karriere. Zwar wäre das ein dummer Fehler, aber trotzdem hatte er sich oft Gedanken darüber gemacht. Sie konnten sich nicht oft sehen. Und wurde ihm das nicht zuletzt auch zum Verhängnis?

Nach einiger Zeit wurde es dann doch etwas langweilig. Wozu musste er sich mit all diesen Kletten umgeben, wenn (D/N) nicht einmal die kleinste Reaktion zeigte? Ihm gefiel die Vorstellung nicht, dass sie vollkommen mit ihm abgeschlossen haben könnte. Auch wenn er es nie zugeben würde, lag ihm noch immer so viel an ihr. Bisher konnte er die gemeinsamen Erinnerungen nicht in der Vergangenheit ruhen lassen. Die Zeit wollte er einfach nicht vergessen. Niemand konnte ihn so verstehen wie sie es tat. Doch warum wirkte sie so einsam. Ihr Blick strahlte eine unheimliche Trauer aus. Ob wohl etwas passiert war? Oder störte sie es so sehr, dass er jemand neues – beziehungsweise mehrere Neue – gefunden hatte? Dabei hätte er wohl eher das Recht dazu vor Verzweiflung im Boden zu versinken. Die Phase hatte er jedoch hinter sich gelassen. Zuerst ging es ihm richtig dreckig. Sein Herz fühlte sich an wie ein schwarzes Loch, das alles Gute in sich aufsaugte und nur noch das Negative zurückließ. Es war als hätte man ihm einen großen Teil seines Lebens entrissen. Wie sollte er alleine zurechtkommen? Sie spendierte ihm Trost in dem ganzen Stress. Nachdem sie fort war, brach ihm regelrecht der Boden unter den Füßen weg. Seine Freunde brauchten eine ganze Weile ihn wieder auf die Beine zu bekommen.

An einem regnerischen Nachmittag überwand er sich dazu, sich zu ihr zu setzen. Im Café war wie üblich sehr wenig los. Doch die Wärme und der angenehme Geruch, welcher in der Luft lag, spendeten ein angenehmes Gefühl von Ruhe. Wobei es in der Nähe von (D/N) eher deprimierend wirkte. Ein Seufzen entkam seinen Lippen, als er sie mit einem festen Blick betrachtete. Ihre Augen hoben sich kurz und sie guckte ihn an wie ein scheues Reh. „(D/N)…“ Auf seinen Lippen klang ihr Name wie eine zarte Frühlingsbrise, die durch die frischblühenden Bäume tanzte. „Wir haben lange nicht mehr miteinander gesprochen.“ Zaghaft stimmte sie ihm mit einem Nicken zu, wagte es aber nicht mehr ihn weiter anzusehen. Er beugte sich über den Tisch und konzentrierte sich genau auf ihr Gesicht. „Willst du mir nicht sagen, warum du dich wirklich von mir getrennt hast?“, fragte er leise. Bisher kamen ihm die Gründe immer so seltsam und unlogisch vor. Sie war noch nie so oberflächlich gewesen. „I-ich… hatte viel zu lernen… Es stand nicht gut um meine Noten. Außerdem war es d-doch eh keine ri-richtige Beziehung. D-du hattest nie Zeit“, stotterte sie unsicher und guckte nervös im Raum umher. Jetzt sagte sie schon wieder das Gleiche. Die Wörter klagen nicht einmal ansatzweise ehrlich. Wütend schlug er mit der Hand auf die Tischoberfläche. „Hör auf mir diese lästigen Lügen zu erzählen. Kannst du mir nicht einfach die Wahrheit sagen? Fällt dir das so schwer?!“, entkam es ihm gereizt. Aus Schock stiegen ihr die Tränen in die Augen. Er erkannte mit Leichtigkeit wie ihr Körper anfing zu zittern. Ihre Hände bebten, doch sie versuchte es zu verstecken, indem sie sie zurückzog, um sie unter dem Tisch zu verstecken. Vorsichtig legte er seine Hände auf ihre und guckte sie aufmerksam an. Er würde sie nicht zwingen, aber sie auch nicht in Ruhe lassen, solange sie es ihm verschwieg.

Nach einer Weile rückte sie endlich mit der Sprache raus, doch wagte es nicht, ihn dabei anzusehen. Er wusste nicht ob er wütend oder betroffen sein sollte. Am liebsten würde er ihr für ihre Dummheit eins überziehen. Natürlich würde er nie so weit gehen. Er konnte glücklich sein, dass sie es ihm wenigstens jetzt mitgeteilt hatte. „Wenn du doch nur mit mir geredet hättest… Wir können doch zusammen nach einer Lösung suchen.“ Er rutschte mit dem Stuhl näher zu ihr. „Außerdem musst du wissen, dass ich immer nur dich gesehen und geliebt habe. Mir haben die anderen Mädchen nie etwas bedeutet.“ Mit einem Daumen streichelte er über ihre Wange. „Du brauchst dir auch keine Sorgen um dein Aussehen machen. Abgesehen davon, dass ich dich unglaublich anziehend finde, verbringe ich die Zeit lieber mit einer Person, die meinem Niveau entspricht. Was soll ich mit einem schmalen Körper, wenn kein Grips darin steckt.“ Tränen bildeten sich in ihren Augenwinkeln. „Ich fühle mich so unglaublich dumm.“ Er beugte sich näher zu ihr und platzierte einen kleinen Kuss auf ihrer Stirn. „In diesem Fall bist du es wohl auch. Da widerspreche ich dir nicht.“ Ein kleines Lachen entkam ihren Lippen. „Das hab ich wohl verdient.“ Den restlichen Tag verbrachten sie miteinander, unterhielten sich wie in alten Zeiten. Zwar waren sie kein Paar mehr, aber Freunde. Sie bräuchten Zeit, um einander zu heilen und die alten Wunden zu versiegeln, bevor sie sich wieder aufeinander einlassen könnten. Sie hatte ihn tief verletzt. Auch wenn er nicht mehr sauer war, sein Vertrauen zu ihr hatte deutlich gelitten. Ihre einstige Liebe müsste wieder wahr und rein werden. Dann könnten sie das Leben des jeweils anderen sein.
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