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Auenland 1435 — Die Annuminas Allianz

von Jessie152
CrossoverFamilie, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Fili Kili OC (Own Character)
07.08.2018
10.04.2021
17
62.138
12
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Dieses Kapitel
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07.08.2018 3.221
 
Auenland 1435 — Die Annuminas Allianz
Von summerald – übersetzt aus dem Englischen von jessie152  
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Disclaimer: Sowohl ''Der Hobbit'' und ''Der Herr der Ringe'' als auch sämtliche Figuren darin sind Eigentum von Tolkien Estate und Wingnut Films. Diese Geschichten dienen ausschließlich der Unterhaltung und weder der Autor noch der Übersetzer profitieren in irgendeiner Weise davon oder erheben irgendwelche Ansprüche auf ''Der Hobbit'' oder ''Der Herr der Ringe''.
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Kapitel 1 — Ein Treffen in Beutelsend

6. Oktober 1435, Auenland-Zeitrechnung

Samweis Gamdschie, Bürgermeister des Auenlandes, hatte in den vierzehn Jahren, seit er Beutelsend geerbt hatte, dort so gut wie nichts verändert. Er hatte es so belassen, wie es zu den Zeiten ausgesehen hatte, als es noch das Heim des alten Bilbos gewesen war.

Nur einen Flügel der weitläufigen Hobbithöhle hatte er wegen seiner sich rasch vergrößernden jungen Familie verändern müssen: er hatte die Speisekammer, die Küche und das offizielle Esszimmer erweitert.

Außerdem war Samweis Gamdschie allgemein dafür bekannt, seine Vorratsschränke gut gefüllt zu halten.

An diesem speziellen regnerischen Oktoberabend bewirtete er (und das nicht zum ersten Mal) einige herausragende Persönlichkeiten von Mittelerde.

Alle saßen in seinem Esszimmer beieinander; ihre feuchten Umhänge hatten sie in der Halle aufgehängt und der Tisch war üppig gefüllt mit opulenten Speisen.

Sam saß am Kopf des Tisches und von dem Zwerg zu seiner Linken wurde ihm ein gefüllter Krug Ale gereicht. Dann nickte der Elb, der rechts von ihm saß, einmal und begann zu sprechen.

''Mae govannen, mellyn*'', eröffnete Elladan von Bruchtal seine Rede… und er erhob in einer Geste der Freundschaft seinen Kelch mit lange gelagertem Auenland-Wein. ''Ich bin gekommen, um euch Grüße von unserem guten König Elessar zu überbringen.''

''Auf Aragorn!'' Sam erhob seinen Krug.

Rund um den Tisch stimmten der Thain von Tukland (Herr Peregrin Tuk), der Herr des Bocklandes (Herr Meriadoc Brandybock), der Anführer der Dunedain (Herr Halden) und der König der Ered Luin (kein Geringerer als Kíli, Schwestersohn von Thorin Eichenschild) mit ein, indem sie ebenfalls ihre Krüge mit Sams bestem hellen Ale erhoben.

''Auf Aragorn!''

''Und auf das Abendessen…'', rief Merry Brandybock und hob seinen Krug noch höher.

''…vor den Geschäften!'', beendete Pippin den Satz mit einem zufriedenen Lächeln.

Sie tranken alle mit Genuss, jeder nach Art seines Volkes, und erfreuten sich dann an dem wohlschmeckenden und deftigen Hobbitmahl, beginnend mit heißer Gerstensuppe, gefolgt von Schweinswürstchen mit verschiedensten Beilagen als Hauptgang bis hin zu Streuselkuchen mit frischen Beeren und Schlagsahne als Nachtisch.

Die Unterhaltung beschränkte sich auf Sätze wie ''Reicht ihr mir bitte die Kartoffeln?'' oder ''Wer will noch mehr Ale?''.

Nach dem Essen teilte Sam sein bestes Langgrundblatt mit seinen Gästen. Die Pfeifen wurden gestopft und angezündet und fünf ernste, fragende Gesichter von Hobbit, Mensch und Zwerg richteten sich auf den Elb.
Elladans Augenbrauen schossen in die Höhe, als ob er einfach nur ein ganz unschuldiger Besucher wäre.

''Kommt schon, mein lieber Freund,'' sagte Halden schließlich mit einem Lächeln. ''Sagt uns, weshalb ihr uns hier zusammengerufen habt.''

Merry Brandybock nickte. ''Ihr seid vom Minas Tirith gekommen.'' Er zog an seiner Pfeife, blies den Rauch in die Luft und lehnte sich vor. ''Was führt unser guter Streicher in diesen Tagen im Schilde?''

''Ich kann mir unmöglich vorstellen, dass er einen der wichtigsten Elben ohne weitere Absicht losgeschickt hat - nur um der Gelegenheit willen, an einem Abendessen in Beutelsend teilzunehmen'' ,fügte Pippin hinzu. Er und Merry lachten.

Sam hörte, wie Kíli neben ihm prustete.

''Nicht sehr wahrscheinlich.'' Der Zwerg grollte beinahe, als er das sagte und der bläuliche Rauch aus seiner Pfeife kräuselte sich in einer feinen Fahne zur Decke.

Sam nickte. Er teilte Kílis Meinung.

''In der Tat nicht.'' Elladan neigte den Kopf vor den Versammelten. ''Als Erstes ersucht er uns um Verschwiegenheit.'' Er machte eine Pause und sah von einem zum anderen. Sam zog an seiner Pfeife und beobachtete, dass Merry und Pippin schließlich ernst wurden. Der Mann und der Zwerg verzogen wie gewöhnlich keine Miene.

''Und zweitens'', fuhr Elladan fort, ''wünscht unser Herr Aragorn, euch wissen zu lassen, dass er sich dieses Jahr auf Reisen begibt.''

Sam sah eine Überraschung in Pippins Gesichtsausdruck, als hätte er eine Maus durch den Raum laufen sehen. ''Wirklich?'' Pippin quietschte fast, als er das fragte.

Aber Merry lachte laut auf. ''Natürlich! Es wird aber auch Zeit, dass er die gemütlichen Mauern seiner weißen Stadt einmal verlässt.'' Er warf den Kopf in den Nacken und stürzte das verbleibende Ale in seinem Krug herunter.

Sam bewahrte die Ruhe. Er war schließlich an Merry und Pippins deftige Auftritte gewöhnt.

''Reisen wohin?'' Kílis tiefe Stimme brachte die beiden übermütigen Hobbits zur Raison.

''Zuerst nach Bruchtal'', sagte Elladan, ''und dann nach Anor.'' Er blickte Halden an. ''Er wünscht, sein nördliches Königreich zu besuchen.''

Alle im Raum schwiegen. Sam konnte sich mit dem Risiko, das dieser Plan in sich barg, nicht anfreunden… Anor war immer noch ein Wilderland.

Halden blickte nachdenklich. ''Seine nördlichen Untertanen leben in weit verstreuten Siedlungen und ziehen je nach Jahreszeit umher'', sagte er und spielte damit auf die Lebensweise an, welcher die Waldläufer frönten. ''Beabsichtigt er, alle aufzusuchen?''

''Er beabsichtigt'', erläuterte Elladan, ''während des Sommers an den Ufern des Sees Evendim zu verweilen.''

''Annuminas'', sagte Kíli. ''Er beabsichtigt, dorthin zu gehen?''

''Jawohl'', antwortete Elladan mit einem Nicken in Kílis Richtung. ''Gerade das Volk der Zwerge wird verstehen, wie wichtig es ist, die alten Städte wieder aufzubauen.''

Kíli lehnte sich zurück. ''Wie Erebor'', sagte er.

Erneut wurde es still im Raum. Jeder wusste, dass die Rückeroberung Erebors durch die Zwerge Thorin Eichenschild sein Leben gekostet hatte.

''Nun'', sagte Pippin langsam und sah in die Runde, ''immerhin lebt in Annuminas kein Drache.''

Sam zuckte bei diesem ungeschickten Vergleich leicht zusammen. Niemand erwiderte etwas darauf.

''Ist es nicht so?'', fragte Pippin.

Kíli lächelte freundlich, während er eine abwehrende Geste mit seiner Pfeife machte. ''Lasst uns hoffen, dass dem nicht so ist'', sagte er leise.

Halden meldete sich zu Wort. ''Kein Drache… nein.'' Er und Kíli sahen einander an.

''Was denn?'', fragte Sam mit hochgezogenen Augenbrauen. ''Es ist schließlich kein Geheimnis, dass wir es immer noch mit dunklen Kreaturen zu tun haben, die in Mittelerde umherschleichen.''

Kíli zog an seiner Pfeife. ''Shadbak.'' Er blickte Halden in die Augen.

Sam sah Merry und Pippin an. ''Shadbak?''

Die schüttelten ihre Köpfe.

Dann erkannte Sam die Verbindung. ''Schattenschreck '', sagte er und benutze den Namen, den die Hobbits dem fraglichen Geschöpf gegeben hatten. Er bemerkte, dass Merry und Pippin einander ansahen und plötzlich verstanden. ''Diese alte Kreatur, die ihr aus den Südhöhen vertrieben habt… ist sie nicht tot?'', fragte er.

''Nein.'' Merry Brandybock stellte seinen Alekrug ab und sah mit einem beachtlich finsteren Blick in die Runde. ''Ich bedauere, sagen zu müssen, dass dieses gemeine Exemplar von einem Goblin mehr Leben als eine Stallkatze hat'', erklärte er mit großem Ernst. ''Wir haben sie im letzten Herbst einige Male südlich der Sarnfurth gesichtet. Ich habe zwei ihrer Kumpane abgeschossen.''

Elladan lehnte sich zurück. ''Da hat sie sich also verkrochen. Zwei unserer Eskortenreiter berichteten, dass sie verstreute Reste von Gebirgsgoblins bekämpft haben, die im letzten Spätsommer bis hinter Tharbad gekommen sind. Sie zogen nicht in einer Meute umher… sie hatten sich über diverse Wegstunden verteilt und vermittelten damit den Eindruck, dass jeder alleine unterwegs wäre. Und es waren weitaus mehr als zwei, fürchte ich.''

''Aye '', stimmte Pippin zu. ''Bogenschützen aus dem Tukland haben mehr als ein Dutzend Gebirgsgoblins drei Tage lang in den Weißen Hügeln hinter Untertürmen gejagt. Und acht haben wir aus dem Auenland vertrieben.''

''Die Miliz der Ered Luin'' murmelte Kíli gedankenverloren vor sich hin, ''berichtete von sechs unabhängigen Sichtungen von diesem Goblin-Gesindel, das sich des Nächtens an den Ufern des Lhûn herumtrieb und flussaufwärts zog… ist nicht mal drei Monate her. Sie haben den Fluss zum östlichen Ufer hin überquert und waren auf dem Weg zurück in die Emyn Uial.''

''Listig wie Füchse, dieses Pack'', sagte Sam. ''Aber weiß Aragorn, dass diese Kreatur und ihre Gefolgschaft immer noch durch seine Siedlungsgebiete schleichen?'', fragte er.

Niemand antwortete darauf.

''Er weiß, dass die Hauptstreitmächte vernichtet wurden. Sie haben keine Kampfstärke mehr und werden sich auch nicht mehr zusammenschließen. Aber es wird noch Jahre dauern, jedes einzelne Überbleibsel aus Mordor aufzuspüren.'' Halden schüttelte den Kopf. ''Aber wenn die Dunedain irgendwelche  dieser Sorte entdecken, werden sie so lange verfolgt, bis sie zur Strecke gebracht wurden.''

''Die Elben tun das ebenso'', sagte Elladan.

''Genau wie die Zwerge'', fügte Kíli hinzu. ''Aber die Frage ist doch, Jungs, wie sollen wir sie finden, wenn wir nur so wenige Berichte erhalten, wo sie gesehen wurden, und dies auch nur immer entlang der Grenzgebiete.''

Wiederum herrschte im Esszimmer von Beutelsend lange Zeit völlige Stille.

''Die Dunedain werden sich auf eine Erkundungs- und Suchmission begeben'', sagte Halden, ''wenn wir uns einigen können, dass ihnen erlaubt wird, die Verfolgung bis in das Gebiet der Ered Luin fortzuführen.''

''Ich bin einverstanden'', pflichtete Kíli ihm bei. ''Und die Blauen Berge können die Linien am Westufer verstärken. Ich kann euch sogar meine besten Höhlenjäger senden, wenn das eine Hilfe ist.''

Merry und Pippin drehten sich zu ihm um. Sie verstanden nicht.

''Jungs die hervorragend darin sind, unterirdisches Gesindel zu jagen'', erläuterte Kíli mit strenger Miene.

Die beiden Hobbits dachten nochmal darüber nach, nickten dann und ergriffen ihre Krüge, als wären sie kampfbereit.

''Die Elben,'' bot Elladan an,'' können Spurenleser schicken. Sie wissen, wonach sie suchen müssen.''

Sam, der anscheinend genau erkannte, dass eine solche Unternehmung nicht wirklich der geeignete Platz für Jungs aus dem Auenland war, sah von Kíli zu Elladan und Halden. ''Wie können wir helfen?'', fragte er.

''Schickt uns Vorräte.'' Halden lächelte.

''Brot, Fleisch und Ale'', verdeutlichte Kíli. ''Wir können die Kosten auf Khelethurs Rechnung setzen.''

''Nicht dafür'', sagte Pippin. ''Das ist schließlich für Aragorn.''

Alle drei Hobbits nickten zustimmend.

''Und…'', sprach Kíli weiter. Er machte eine Pause, als würde er zögern. Er sah Halden direkt an. ''…ich denke, ich kann euch einige Raben leihen, die auf Kundschaftsflüge gehen und uns als Boten dienen.''

Halden hob die Augenbrauen. ''Das würde uns enorm helfen! Aber… habt Ihr denn welche, die Westron sprechen?''

Kíli lächelte. ''Nein, aber ich habe einen sehr vielversprechenden jungen Krieger, den ich euch zuteilen kann…''

''Doch nicht etwa Kírin?'' Pippin wirkte etwas missbilligend. Offensichtlich hielt er Kílis Erstgeborenen kaum für alt genug, mit den Dunedain zu reiten.

Kíli schüttelte den Kopf. ''Nein, natürlich nicht Kírin. Gunnar'', sagte er, ''Fílis Jungen.''

Halden riss die Augen auf. ''Ich wusste nicht, dass er in den Blauen Bergen ist.''

''Während der letzten fünf Jahre'', erklärte Kíli, ''zur Ausbildung. Er kämpft ziemlich leidenschaftlich mit der Streitaxt und er geht mit den Raben ebenso gut um wie jeder von uns.'' Er bezog sich damit auf die Fähigkeit derer, die direkte Nachkommen aus Durins Geschlecht waren, mit den Raben Erebors sprechen zu können. Auch mit dem einzigen Schwarm, der außerhalb von Erebor lebte — jenen Vögeln, die Kíli mit sich gebracht hatte, als er vor vierzehn Jahren die Krone der Ered Luin akzeptiert hatte.

Elladan lächelte dankbar ob dieses Vorteils und verbeugte sich vor seinen Freunden, die Hand auf dem Herzen. ''Dann ist es also entschieden'', sagte er. ''Wir werden dies zusammen durchführen.''

''Einverstanden. Lasst uns alle unsere Hilfe leisten auf der Jagd nach Shadbak.'' Kíli erhob seinen Krug. ''Und beim Wiederaufbau Anors.''
Sam war ebenfalls einverstanden. Er stand auf und hob ebenfalls seinen Krug. Alle taten es ihm gleich.

''Auf Anor!''
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Zwei Wochen später hielt Kíli, König der Ered Luin, wie gebannt den Atem an.

Neben ihm stand sein erstgeborener Junge, Kírin, gerade mal dreizehn Jahre alt, in seiner neuen Lederkleidung, spannte seinen Bogen und ließ den Pfeil von der Sehne schwirren.

Mit einem leisen ''Whump'' durchbohrte er seine Beute — schickte den Pfeil geradewegs in das Auge des Nagers.

''Guter Schuss, Kírin'', sagte Kíli mit gedämpfter Stimme und gab damit das deutliche Lob weiter, das er einst selbst von seinen eigenen Lehrern geerntet hatte.

Und Mahal wusste, der Junge war ein Teufelskerl, wenn es um die Jagd auf Steinratten ging.

Hinter ihnen sprang der kleine Sórin auf und jubelte. Prompt verhakte er sich mit einer Stiefelspitze am Absatz des anderen, stolperte und prallte gegen seines Vaters Knie.

''Immer langsam'', lachte Kíli. Drei Jahre jünger als Kírin, folgte Sórin seinem Bruder überall hin. Allerdings verbrachte er dabei die meiste Zeit damit, über seine eigenen Füße zu stolpern und sich wieder aufzurappeln… seine Füße waren in dem merkwürdigen Wachstumsstadium, in dem sie einfach viel zu groß für seine Körperlänge waren.

Prinz Kírin war eindeutig Kílis Sohn, jedoch hatte er den ernsthaften und eifrigen Wissensdurst seiner Mutter geerbt. Außerdem zeigte er eine beinahe mühelose Kontrolle seiner Bewegungen, was ein gutes Zeichen für die Kunst des Schwertkampfes war, in der er sich eines Tages mit den Fähigkeiten des berühmten Thorin Eichenschild würde messen können. Kírin war folgsam und konzentrierte sich darauf, alles auszuführen, was man ihm auftrug. Aber er war beim geringsten Anzeichen von Missbilligung durch seine Eltern sofort am Boden zerstört.

Kíli musste sich vorsehen, den Jungen nicht mit seinem berüchtigten finsteren Durin-Blick anzusehen.

Sórin hingegen hatte Kílis braune Augen geerbt und eine Neigung, jedermanns Grenzen auszutesten. Auch tendierte er dazu, ohne Rücksicht auf Gefahren voranzustürmen. Sórin war unempfindlich gegenüber jeder Art von Missbilligung. Er forderte Kíli regelrecht heraus, ihn für seine unangemessenen Handlungen auch Konsequenzen spüren zu lassen. Zum Glück brachten ihn seine übergroßen Füße meistens zu Fall, bevor Kíli oder Anführer Skirfir, der Hauptmann seiner persönlichen Wache, einschreiten mussten.

Kíli beobachtete seinen zweiten Sohn, der vor allem den Spaß im Leben suchte, mit einigem Kummer, wusste er doch nur zu gut, von wem der Junge DIESE Eigenschaft geerbt hatte.

Trotzdem liebte er sie beide natürlich bedingungslos. Und die eine Sache, auf der Kíli bei der Erziehung der Jungs vor allem bestand, war der absolute Respekt – nicht nur ihrer Frau Mutter gegenüber, sondern gegenüber jedem Mädel. In dieser Hinsicht setzte Kíli ein Beispiel und erwartete — ja verlangte sogar , dass sie diesem folgten, insbesondere, da die beiden nun eine kleine Schwester hatten.

Lís war gerade sechs Monate alt und die Namensvetterin ihrer Großmutter. Sie war bereits jetzt völlig anders als ihre beiden Brüder. Kíli konnte stolz beschwören, dass ihr Schwertgriff nun schon fester war, als es der von Kírin in diesem Alter gewesen war.

Eine Königswürde, eine Frau Gemahlin und drei gedeihende junge Zwerge… Kíli konnte nicht umhin, sich von Aüle gesegnet zu fühlen.

Doch dann kam ihm ein ernüchternder Gedanke. Morgen würde er nach Helm der Wache reisen, zu seinem Neffen. Und für diese spezielle Reise war es erforderlich, dass er alleine ging. Außerdem würde er für die Begegnung, die ihn am Ziel erwartete, die feste Entschlossenheit eines Königs benötigen.  

Denn  Gunnar, zweiter Prinz von Erebor, hatte nun lange genug getrauert.
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* mellyn = Elbisch, Plural von mellon, Freund
Südhöhen = Das Hügelland südlich der Oststraße, zwischen Bree und dem Fluss Mitheithel
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A/N:

Liebe Leser,

nach einer kleinen Pause heißen wir euch willkommen zu Summers neuem Abenteuer. Die Inspiration entstammt aus den Anhängen zu ''Die Rückkehr des Königs'' aus dem Abschnitt ''SR 1436 - König Elessar reitet nach Norden und wohnt für einige Zeit an den Ufern des Sees Evendim''. Er erreicht die Brandyweinbrücke und begrüßt dort seine Freunde. Er übergibt den Stern der Dunedain an Meister Samweis und Elanor wird Ehrendame von Königin Arwen. Dieser Hinweis, gepaart mit den Ereignissen und Personen aus ''Erebor 3022'', ergibt das Ambiente für diese neue Geschichte.  

Noch ein Hinweis zum Alter der Zwerge: Kírin, Kílis Erstgeborener, ist jetzt 13.  Zwerge altern langsamer als Menschen, Tolkien schreibt aber nie genau, wie viel langsamer. Nach Summers Recherche sind sich einige Quellen einig, dass sie bis ins junge Erwachsenenalter recht schnell heranreifen, haben dann aber eine längere Zeit als junge Erwachsene, bevor sie wirklich ''mündig'' werden. Stellt euch also Kírin etwa wie einen 8- oder 9-jährigen Menschenjungen vor, seinen kleinen Bruder Sórin etwa wie einen 5- oder 6-Jährigen. Prinz Gunnar, Fílis zweiter Sohn, entspricht einem 17- oder 18-Jährigen.

Ein Hinweis zu den Jahreszahlen:

''Erebor 3022'' bezog sich auf die Zwergische Zeitrechnung des Dritten Zeitalters, da die Zwerge nur ungern Veränderungen annehmen und wahrscheinlich länger gebraucht haben, sich an die Zeitrechnung des Vierten Zeitalters zu gewöhnen. Außerdem begann die Handlung tatsächlich, kurz bevor die Zwerge erfuhren, dass Gandalf, Galadriel, Frodo und Elrond das Schiff nach Westen nahmen, also zu dem Zeitpunkt, an dem das Vierte Zeitalter tatsächlich begann.

In dieser Geschichte verwendet Summer die Auenlandzeitrechnung, da Tolkien diese verwendete,  um die Ereignisse am See Evendim in den Anhängen zu datieren.

Nun noch ein Wort zu unseren Plänen:

Da diese Geschichte erst im Entstehen ist und Summer und ich noch weitere Projekte haben, an denen wir werkeln, werden die Kapitel nicht in der wöchentlichen Regelmäßigkeit erscheinen, wie bei ''Erebor 3022'', das fertig geschrieben war, als die Übersetzung begann. Also setzt uns auf eure Beobachtungsliste, damit ihr immer gleich merkt, wenn es weitergeht. Und verzagt nicht, wenn das Update mal ein wenig länger dauert. Eine unvollendete Geschichte braucht ihr nicht zu befürchten.

Willkommen im Auenland und lasst uns wie immer wissen, was ihr denkt.

Summer & Jessie
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