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Hinter allen Lügen

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12
OC (Own Character) Sinbad Yamraiha
06.08.2018
01.12.2018
21
41.096
19
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06.08.2018 503
 
*Prolog*

„Es ist schon spät, Dalila. Willst du nicht zu Bett gehen? Ich komme auch bald.“, sagt Sinbad sanft und streicht mir durch die Haare. Er sitzt – wie so oft abends – an dem Schreibtisch in seiner Kajüte und arbeitet an irgendwelchen Dokumenten, während ich auf einem Kissen an seinen Stuhl gelehnt sitze und ein Buch lese.

„Ich bin nicht müde.“, erwidere ich, ohne aufzusehen und blättere eine Seite um. „Das hast du die letzten Abende auch gesagt und trotzdem musste ich dich jedes Mal ins Bett tragen.“, erwidert er sanft und legt die Feder beiseite. „Dann musst du wohl einfach früher aufhören zu arbeiten, anstatt immer den Großteil der Nacht durchzumachen.“, halte ich ungerührt dagegen und sehe nun kurz zu ihm auf.

„Du wirst nicht nachgeben, nicht wahr?“, stellt er seufzend fest. Ich spare mir die Antwort darauf und lese einfach weiter. Sinbad seufzt und im nächsten Moment spüre ich, wie er mich auf seinen Schoss hebt. „Auf deine ganze eigene Art kümmerst du dich um deine Mitmenschen, soweit es dir möglich ist, nicht wahr?“, murmelt er und schließt die Arme um mich.

„Ich bereue es oft, dass ich damals nicht nachgedacht und einen Teil von dir zerstört habe, weißt du? Ich frage mich, wie du wärst, hätte ich es nicht oder nur zum Teil getan.“, erklärt er mir leise und streicht wieder einmal durch meine Haare. Das macht er oft, jetzt, wo ich darüber nachdenke, vor allem, wenn wir ernste Gespräche führen.

„Was vergangen ist, kann man nicht ändern, Sinbad. Du wirst wohl einfach mit mir leben müssen, so wie ich jetzt bin.“, antworte ich leise und sehe zu ihm auf. „Dennoch, dass ich ein Stück deines Geistes zerstört habe ist viel schwerwiegender als die blauen Flecken, die ich dir damals bei unserem Kampf geschlagen habe.“, sagt er leise.

Seufzend nehme ich Sinbads Gesicht in meine Hände und bringe ihn dazu, mir ins Gesicht zu sehen. „Sinbad, sehe ich so aus, als würde es mir wirklich etwas ausmachen? Ich habe mich verändert, das stimmt, aber weder sind die Veränderungen so gravierend, dass man sagen könnte, dass ich zu einer anderen Person geworden bin, noch wären diese oder ähnliche Veränderungen nicht früher oder später von selbst eingetreten. Niemand bleibt sein Leben lang gleich und mein Leben war an einem Punkt, an dem ich mich verändern musste, wenn ich nicht brechen wollte.“

Nach diesen Worten gebe ich ihm einen Kuss auf die Stirn. „Es gibt nichts, was du dir vorzuwerfen hast, Sinbad. Du magst mich unwissentlich verändert haben, aber du hast mich auch aufgefangen und bist immer für mich da, du kümmerst dich um mich, egal wie undankbar ich erscheine oder wie unbelehrbar ich bin. Nur dank dir kann ich auch so sein, wie ich bin und dafür bin ich dir dankbar.“, fahre ich ernst fort und lächele ihn dann ernst an, bevor ich von seinem Schoss klettere. „Ich denke, heute werde ich einmal deinen Rat annehmen und früh ins Bett gehen.“, verkünde ich und lasse ihn allein mit seinen Gedanken zurück.
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