Oneshot C/N

OneshotHumor, Romanze / P6
05.08.2018
05.08.2018
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Er setzte sich neben sie und sah sie von der Seite an. Sie hatte ein enges schwarzes Kleid an, wogegen Niles ziemlich verloren aussah, mit seinem langweiligen Anzug. Sie sah unglaublich darin aus, dass hätte er aber niemals zugegeben. Ihre blonden Haare hatte sie hinter ihre Ohren gestrichen. Niles wunderte sich, dass sie kein Wort sagte. C.C. ignorierte den Mann. Sie bemerkte, wie er sie anschaute und es machte sie nervös. Sie versuchte ruhig zu atmen. Er roch gut, doch die Frau verzog keine Miene. ,,Sie haben noch keinen einzigen Schluck von ihrem Getränk getrunken... ", neckte der Blonde und hoffte auf einen Konter von ihr. ,, Ach, den haben Sie nur schlecht gemixt", antwortete diese und blickte ihm ins Gesicht. Er zog eine Augenbraue hoch und entgegnete: ,, Soll ich Ihnen etwas neues mixen?" Sie nickte und ihr Gesicht zierte ein kleines Lächeln, als der Butler in die Küche ging. Niles holte den Alkohol aus dem Schrank und begutachtete die verschiedenen Flaschen. Es war guter und vor allen Dingen teurer Schnaps, den Mr. Sheffield in seinem Haus hatte. Gott sei Dank, durfte sich jeder so bedienen, wie er wollte. Niles überlegte, wie er der Frau wieder einen auswischen konnte. ,, Wie wäre es denn mit Jim Bean und dem deutschen Korn?", dachte er und grinste hämisch, während er sich schadenfroh die Händen rieb. ,, Das würde sie zum Teufel schicken!", freute er sich und mischte die beiden. Für ihn weniger Korn und mehr Jim Bean, für sie Hälfte, Hälfte. ,, Ist das nicht etwas zu viel des Guten?", ahmte er Fran Fines Stimme nach. ,, Aber, nein! Ganz und gar nicht! Miss Babcock wird sich freuen!" Beide Gläser, mit samt einer großen Porzellan Flasche mit C.C.'s Mischung, servierte er auf einem Tablett ins Wohnzimmer. Die Blonde sah auf und unterdrückte ihr Grinsen. ,, Ich hoffe für Sie, Niles, dass Sie es diesmal nicht vergeigt haben!", sagte sie und blickte ihm starr ins Gesicht. ,, Miss Babcock, was denken Sie?", wimmelte Niles von seiner Unfähigkeit, C.C. Babcock nicht zu nötigen, ab. ,, Was man nun einmal von einem Butler denkt, Niles...", konterte die und biss sich auf die Lippe. ,, Immer noch besser, als das was man über Sie nicht nur denkt, sondern auch weiß, nicht?", er zog wissend eine Augenbraue hoch. C.C. entgegnete nichts und sah ihn ungläubig und genervt an. Sie hasste ihn und die einzige Möglichkeit sich mit ihm unterhalten zu können, war genau diese Art Konversation. ,, Ich glaube, Sie wissen nicht viel über mich!", meinte sie dann schließlich. Die Blonde wollte ihn nicht gewinnen lassen. ,, Glauben ist nicht Wissen... ", er hob sein Glas hoch und sie stießen an. Nach dem ersten Schluck merkte Niles schon, wie sich der Alkohol in seiner Blutlaufbahn verteilte. Er zog scharf die Luft ein. ,, Na? Zu stark dosiert?", grinste C.C. ,, Nein! Es ist nur....  Gewöhnungsbedürftig... ", gab Niles ernst als Antwort. Die Frau lachte und trank ihr Glas in einem Schluck auf. Der Butler blickte sie erschrocken an, ließ sich aber nichts weiter anmerken. ,, Man, ist diese Frau trinkfest!", dachte er und goss ihr ein weiteres Glas ein, als sie es ihm hinhielt. In diesem Moment trafen sich ihre Augen und für diesen Augenblick war alles vergessen. Niles sah, wie ihre blauen Augen leuchteten und auch sie bemerkte glitzern in seinen. ,, Was war das?", überlegten beide, bis der Moment zerbrach. ,, Niles!", quiekte C.C., als er das Glas zu voll füllte und es überlief. ,, Ent- entschuldigen Sie... ", stotterte er das erste Mal. Er war hin und weg von der Situation gerade und konnte nicht klar denken. Miss Babcock bemerkte die Unklarheit und Unsicherheit, während er vorsichtig die Glasflasche auf den Tisch zurückstellte, nachdem auch er ein weiteres Glas nahm. ,, Skoll", sagte er nur. C.C. führte zittrig ihr Glas an den Mund. Es fühlte sich so komisch an. Es herrschte eine kurze Stille, in der ausnahmsweise keiner der beiden sich traute, dem jeweils anderen einen Spruch an den Kopf zu werfen.

,, Okay", fing C.C. an. ,, Was führt Sie denn hier her? Haben Sie nichts zu tun?", fragte sie. Niles blickte geradeaus, als er antwortete: ,, Ich habe Sie hier allein und verlassen bemerkt, da habe ich gedacht sie bräuchten ein bisschen Gesellschaft, weil Sie keine Freunde haben, zu denen Sie gehen können!" Dabei grinste er in sich hinein, weil sie ihn genervt anschaute. ,, Besser als mit einem Staubwedel reden zu müssen... ", brachte sie hervor und lehnte sich gegen die Sofalehne. Er hatte leider Recht, sie hatte eine Art Charakter, mit dem niemand zurecht kam. Nicht mal ihr Geschäftspartner Maxwell Sheffield. Doch daran wollte sie jetzt nicht denken und widmete sich dem Blonden wieder.

Nach einer Zeit fühlte auch sie, wie schummerig ihr wurde, als das vierte Glas leer getrunken war und sie sich mit Niles ,,unterhielt".

,,Warten Sie mal! Das habe ich nie getan!", stritt der Butler, eine von C.C. geschilderte Situation, ab. ,, Ach kommen Sie schon, Niles! Ich bin doch nicht blöd!", sie verdrehte die Augen. ,, Miss Babcock, dass würde ich nie tun!",, Ach ja? Was Sie schon alles mit mir gemacht haben?", sie lachte kurz auf. Er setzte ein Grinsen auf: ,, Naja... Ich habe noch viel mehr drauf!" C.C.'s Blick wanderte an ihm hinunter und wieder hinauf. Dann stand sie auf. ,, Sie sind so bescheuert!", ihre Stimme war fest. Auch Niles stand auf, verwundert über seine eigenen Worte. ,, Sie sind völlig abgehoben!", konterte er und drehte sich zu ihr, dass sie sich gegenüber standen. ,, Idiot!" Die beiden sahen sich in die Augen und kamen sich bei jeder Beleidigung ein kleines bisschen näher. ,, Brünette!",,Putzjunge!" ,, Ich hasse Sie!", knurrte er und grinste. ,, Ich liebe Sie!", sagte Miss Babcock dann. Niles Herz setzte aus und er sah sie erschrocken an. ,, Was war denn jetzt in sie gefahren?!", fragte er sich in Gedanken. Doch ohne weitere Überlegungen wurden die letzten Zentimeter überbrückt und ihre Lippen berührten sich. Es war ein unglaubliches Gefühl und ihre Herzen schlugen wild durcheinander. Niles genoss den Geschmack und die Weiche ihrer Lippen. Sie spürten jede noch so kleine Berührung und C.C. bekam eine Gänsehaut, als er ihr zärtlich über den Rücken strich. Was in diesem Moment geschah, wusste keiner der beiden so genau. Allerdings fühlte es sich unglaublich an! Besser als jeder Kuss und jedes Gefühl davor. Gierig spielten ihre Zungen miteinander und ließen ihrer Sehnsucht freien Lauf.

Währenddessen kamen Ms. Fine und Mr. Sheffield zurück von ihrer Verabredung. ,, Ach man... Das Joe sich nicht blicken gelassen hat, ärgert mich so...", jammerte die Braunhaarige und wartete darauf, dass Maxwell die Tür aufschloss. ,, Ach, Miss Fine, Sie werden doch nicht in Trauer fallen!", gab er ihr Mut und war insgeheim froh, dass er nicht aufgetaucht war. Es war ein schöner Abend mit ihr gewesen. Er hielt ihr die Haustür auf und folgte ihr dann. Mr. Sheffield wollte ihr gerade aus dem Mantel helfen, als sich beide zur Wohnzimmercouch drehten und die beiden allseits verhassten Streithähne küssend vorfanden. Fran riss den Mund auf und blickte erschrocken ihren Chef an, der verwundert die Schultern zuckten. Beide starren Niles und C.C. an. Die aber bemerkten die dunkelhaarigen erst später, sodass sie sich abrupt lösten. Die blonde Frau sah ihm kurz noch in die Augen und vernahm ein Leuchten in ihnen, das sie noch nie vorher gesehen hatte. Danach wurde sie von dem Butler zur Tür begleitet, der diese für Miss Babcock öffnete. ,, Arsch", zischte sie. ,, Schnepfte!", er sah ihr bei diesen Worten tief in die Augen. Sie drehte sich um und er schloss die Tür. Danach wischte er sich C.C.'s verschmierten Lippenstift von den Lippen und wünschte den Irritierten eine gute Nacht. ,, Gute Nacht, Niles", sagte Max. ,, Miss Fine? Wie viel habe ich getrunken?", fragte er seine Nanny. Sie antwortete, immer noch mit großen Augen: ,, Ich dachte eigentlich, dass wir wenig bestellt hatten!" Er fuhr sich überlegend durch die Haare, zuckte wieder die Schultern und ging auch zu Bett, als Fran die Treppe hochstieg.

Vor der Tür musste C.C. sich an einer Laterne festhalten, bevor sie noch vor dem Hause Sheffields umfiel. Ihre Beine waren so weich und zittrig und ihr Herz schlug wild gegen ihre Brust. ,, Was um Himmels Willen war das?", murmelte sie und lehnte ihren Kopf mit geschlossenen Augen an den kalten Pfahl. Doch sie riss diese sofort wieder auf, als sie das Gefühl und die Wärme von gerade spürte. Niles' Blick sprang ihr immer wieder entgegen und es fühlte sich an, als ob er direkt vor ihr stand.

Niles ließ auf sein Bett fallen. Was war das gerade? Mit C.C. Babcock in so einen Kuss zu verfallen? Das hätte einfach nicht passieren dürfen, obwohl es eigentlich durfte, musste, wollte... Es fühlte sich so unglaublich gut und richtig an...  ,, Scheiße!", fluchte er und schlug gegen sein Kissen. Niles wollte sich nicht eingestehen, was in seinen Gedanken umher schwirrte. Er seufzte, stand auf, schüttelte sich kurz, um den Gedanken an Miss Babcock zu verdrängen und zog sich um. Danach legte er sich ins Bett, doch an schlafen war nicht zu denken.

C.C. war langsam in der Lage, ohne weitere Gefühlsausbrüche, nach Hause zu gehen. Sie nahm extra kein Taxi, um sich zu beruhigen. Nie hatte sie daran gezweifelt, Niles zu hassen und mit ihm zu streiten. Es machte ihr Spaß, ihn zu ärgern, mit ihm um das letzte Wort zu kämpfen und sie vermisste ihn, wenn er nicht anwesend war. Sie stockte abrupt. ,, Nein!", sagt sie laut. ,, Neeeeein!", rief sie in die Nacht hinein. Einige Lichter in den Fenstern leuchteten und die Lichter der Stadt machten den Spaziergang zu C.C.'s Wohnung erträglicher. C.C.'s Gedanken kreisten. Sie wollte eine Beziehung, aber doch nicht mit einem Butler... Einem Mann, mit dem sie sich jeden Tag neckte, der sie verabscheute! Doch ihre Worte waren ihr so hinaus gerutscht... Sie lagen ihr schon so lange auf der Zunge, doch zugeben, dass da wirklich etwas zwischen ihnen war, wollte sie nicht. ,, Ich hasse Sie, Niles!", zischte sie. Miss Babcock kam an einer Kneipe vorbei, sie wollte jetzt trinken! Sie setzte sich hinein und inhalierte den qualmigen und stickigen Geruch, des hässlichen Raumes. Er sollte Niles' Aftershave überdecken. Sie bestellte einen Drink und sah sich um. Hier liefen einige Männer rum, die gar nicht so schlecht aussahen, doch irgendein Gefühl sagte ihr, dass sie es lassen sollte, mit einem der attraktiven Typen zu flirten. Der Barkeeper stellte ihr Getränk ab und nahm die nächste Bestellung auf. C.C.'s Blick glitt weiter durch den Raum. Sie entdeckte zwei Streitende, eine Blonde und ein dunkelhaariger Mann. Sie zickten sich an und schauten sich dann sprachlos tief in die Augen. C.C.'s Augen vergrößerten sich, als er ihr zärtlich über die Wange strich, bevor ihre Lippen an seinen hingen. Schnell drehte sie sich weg und starrte ihr Glas an. ,, Fuck!", dachte sie und bezahlte, verschlang den Alkohol in einem Schluck, verließ die Bar und sprintete nach Hause. Nachdem sie zu Hause eine weitere Weinflasche leerte, schlief sie schließlich auf dem Sofa ein. Natürlich ohne einen Gedanken an Niles zu verschwenden.

Fran Fine kam gut gelaunt die Treppe hinunter, nachdem sie die Kinder geweckt hatte. ,, Guten Morgeeeeeen!", rief sie fröhlich und suchte den Butler. ,, Mr. Sheffield? Wissen Sie, wo Niles ist?", fragte sie und setzte sich an den Frühstückstisch. ,, Er ist noch nicht hier?", entsetzt sah er sie an, während er seine Zeitung las. Fran schüttelte den Kopf. ,, Sonst ist er doch auch immer der erste?"

Niles wachte mit starken Kopfschmerzen auf. Sein erster Gedanke hing sofort wieder an dem gestrigen Kuss. Stöhnend ließ er sich zurück ins Kissen fallen. ,,Geh weg!", zischte er dem Gedanken zu. Trotzdem raffte er sich auf. Es war sowieso schon viel zu spät. Mit Bademantel und tiefen Ringen unter den Augen, ging er hinunter. ,, Morgen", nuschelte er. Fran, Maxwell und die Kinder sahen ihn verwirrt an. ,, Was ist denn Ihnen für eine Laus über den Bauch gelaufen?", fragte Brighton. ,, Es heißt: über die Leber!", korrigierte Gracey. ,, Ach, ist doch egal", Brighton verdrehte die Augen. Niles sah ihn böse an. ,, Sogar C.C. hat sich verspätet, sie sollte schon längst hier sein...", überlegte Maxwell, nach einem Bissen von seinem Brötchen. Niles wurde augenblicklich rot und sein Herz begann zu rasen, als er den Namen hörte. Er sagte ausnahmsweise keinen einzigen Ton. Er konnte nicht. Fran bemerkte seine Art, wie er sich verhielt. ,, Niles? Hat sie Bescheid gegeben, dass sie später kommt?", fragte der Dunkelhaarige. Der Blonde sah ihn erschrocken an und schüttelte den Kopf: ,, Nein, Miss Babcock hat sich nicht gemeldet... " ,, Wahrscheinlich hat sie am Abend jemanden in einer Bar kennengelernt, mit dem sie nun einen One Night Stand hatte...", hängte er wütend gedanklich noch hinzu. Er atmete hörbar aus und versuchte sich wieder zu sammeln. ,, Eifersüchtig, Butlerboy?", hörte er ihre Stimme in seinem Kopf. ,, Nie und nimmer!", antwortete er grimmig. Die Familie mitsamt Nanny sahen ihn fragend an. ,, Entschuldigen Sie, ich bin heute etwas durcheinander", er hob seine Hände und verschwand nach oben unter die Dusche. ,, Was hat er denn nur?", Maggie sah Fran an. ,, Schätzchen, ich regel das!", sagte sie und stand auf. ,, Miss Fine!", holte Maxwell sie zurück. ,,Mischen Sie sich nicht immer überall ein!" ,,  Oh, Mr. Sheffiiiiield! Sie sehen doch, dass es Niles schlecht geht, ich kümmere mich nur um einen guten Freund!", antwortete sie in ihrer hohen Stimmlage und sah ihn mit ihren glänzenden braunen Augen an. Er konnte ihr nicht widerstehen und willigte ein. Sie lächelte.

Niles schloss unter der Dusche seine Augen und atmete ruhig ein und aus. Der kalte Strahl tat gut auf seiner heißen Haut. Er hatte das Gefühl, zu verglühen. Er strubbelte sich einmal durch das Haar und drehte den Hahn zu. ,, Niles?", hörte er vor dem Bad. ,, Miss Fine!", grummelte er. ,, Was will die denn...?" ,, Zwei Sekunden!", rief er, stieg aus der Dusche und wickelte sich sein Handtuch um. Danach öffnete er die Tür und Fran lächelte. ,, Was wollen Sie?", fragte er, versuchte sich aber zu beherrschen. Seine beste Freundin konnte nichts dafür. ,, Naja... Es kommt mir vor, als hätten sie Sorgen? Geht es Ihnen nicht gut?", sie setzte sich neben ihn auf einen Hocker, als er sich auf den Toilettendeckel setzte. ,, Miss Fine, mir geht es nicht so gut, weil ich gestern Abend zu viel getrunken habe", log er und versuchte nicht daran zu denken. Sie nickte und ihre braunen, hoch-toppierten Haare wippten im Takt. ,, Na, das hat man beobachten können... Wie Sie da mit Miss Babco-... ", bei ihrem Namen wurde Niles wieder rot und stand verärgert auf. ,, Ach!? Sie ist das Problem?", Fran sprang auf.  ,, Nein! Niemals! Diese schrecklich Frau, verhält sich wie ein kleines Kind! Ist jeden Tag auf's Gleiche grauenhaft! Ihre blauen ekelhaften Augen, die sich überall reinstochern und ihre Art erst!", meckerte er und brüllte dann: ,, Ich hasse diese Frau!" Fran Fine schluckte.  ,, Er wusste Miss Babcocks Augenfarbe?", dachte sie. ,, Entschuldigen Sie, Niles...", flüsterte Miss Fine schon fast und verließ das Bad. Sie schüttelte sich.

C.C.'s Wecker klingelte zum 15. Mal an diesem Morgen. Doch jetzt hörte sie ihn das erste Mal und flog förmlich aus dem Bett, als sie die Uhrzeit sah. ,, Verdammt! ", fluchte sie und die ganze Szene von gestern Abend fiel ihr wieder ein. Doch daran konnte sie jetzt nicht denken, sie musste sich beeilen. Um acht Uhr in der Früh wollte sie sich geschäftlich mit Maxwell treffen. Blitzschnell sprang sie unter die Dusche, zog sich um und zischte zur Villa der Sheffields. Dort angekommen, flitzte sie in die erste Etage zu seinem Büro. Zweieinhalb Stunden Verspätung hatte sie sich noch nicht erlauben lassen. Sie kam am Bad vorbei und stockte. Niles Stimme erklang und sie hörte dem Gespräch zu. ,, Fran Fine war dabei? ", Entsetzen trat in ihr Gesicht und sie spürte einen Schmerz. ,, Was hatten die beiden gemeinsam im Badezimmer zu suchen?! ", zischte sie. Niles Worte hallten in ihren Ohren.

~ Ich hasse diese Frau! ~  

Meinte er etwa sie? Oder wen? Wen sollte er denn sonst meinen? Viele Fragen schwirrten in ihrem Kopf herum. Plötzlich ging die Klinke der Tür hinunter und sie tat, als ob sie gerade vorbeikam. ,, Oh! Guten Morgen, Miss Babcock!", begrüßte die dunkelhaarige sie. ,, Guten Morgen", sagte sie kurz und wagte einen Blick ins Bad. Dort erkannte sie keinen Butler. ,, Warum sind Sie denn so spät? Hatten sie noch Besuch über Nacht?", fragte Fran. Die Blonde stoppte und drehte sich zu ihr. ,, Nein, Miss Fine! Ich... ", während der Worte spazierte der Butler wortlos an ihnen vorbei. Dass seine verhasste Geliebte neben Fran stand, bemerkte er gar nicht. So tief in seinen Gedanken versunken, schritt er, im Handtuch umwickelt, in sein Zimmer. ,, Ich-", sie begann zu stottern, denn der Mann raubte ihr den Atem. Sie schluckte einmal und beendete den Satz: ,, Ich muss zu Max! Er erwartet mich..." ,, Jap! Seit drei Stunden!", rief sie ihr hinterher. ,, Da würden fünf Minuten nicht auffallen... ", sagte sie und fragte dann: ,, Was geht hier vor?"

Miss Babcock beeilte sich, bei ihrem Geschäftspartner ins Büro zu kommen. ,, Hallo, Maxwell!  Entschuldige die Verspätung... Ich... Ehh, habe verschlafen! ",gelogen war diese Aussage nicht. Sie lächelte ihn zerknirscht an. ,, Schon gut, C.C. Bitte setz dich!", sagte er. ,, Niles wird uns sicher gleich etwas zu trinken bringen." Ihr Atem stockte bei seinem Namen und sie merkte, wie ihr Herz anfing, schnell zu schlagen. ,, Du musst wissen, er ist heute etwas schlecht drauf. Miss Fine wollte herausfinden, warum. Bisher lag es angeblich nur an dem vielen Alkohol gestern Abend, he", grinste Maxwell, da er sie etwas ärgern wollte. Der Kuss zwischen den beiden war merkwürdig gewesen und er schob alles auf den Alkohol. Die Blonde verzog keine Miene, setzte dann aber ein fälschliches Lächeln auf. ,, Niles war schlecht drauf?", sie überlegte und schmiss den Gedanken beiseite. Max war nun wichtiger! ,, Niles? Magst du uns zweien etwas zu trinken bringen?", fragte der Dunkelhaarige über die Sprechanlage. Unten hörte er es ab und antwortete mit einem, natürlich Sir! Er goss zwei Tassen Kaffee ein und stieg die Treppen hoch. Er ahnte nicht, dass seine Knutschgefährtin auch schon anwesend war. Miss Babcocks Herz schlug dagegen schon Purzelbäume und sie schwitzte am ganzen Körper. ,, Alles okay, C.C.?", fragte Max, der ihr Verhalten bemerkte. ,, Ja, ja! Mir ist nur irgendwie so heiß...", sagte sie und wedelte sich mit der Hand Wind zu. Sie saß mit dem Rücken zu der Tür, was sie als positiv empfand, um nicht direkt in seine schönen Augen zu sehen. ,, Schön?! Die sind nicht schön!", schimpfte sie innerlich. Max erzählte ihr einige wichtige Neuigkeiten, als es an der Tür klopfte. ,, Hallo, hier sind ihre zwei Tassen Kaffee, Sir...", er erschrak, als er Miss Babcock erblickte. Seine Worte wurden zum Satzende immer leiser und dünner. Sein Herz pulsierte und ihm stieg wieder Mal eine Röte ins Gesicht. Sie wollte ihn keines Blickes würdigen, doch das sollte nicht klappen. Der Butler stellte ihr die Tassen direkt vor der Nase ab, ansonsten hätte er nicht an Sheffields Kaffetassenplatz herankommen können. ,, Guten Morgen, Miss Babcock", sagte er, sowie es sich als Butler gehörte. Allerdings ziemlich schmal, denn er bekam kaum ein Wort heraus. Sie begrüßte ihn mit einer zittrigen Stimme: ,, Morgen, Niles..." Es gab keinen dummen Spruch, was Maxwell sofort bemerkte und sie fragend scannte. ,, Sagt mal, ist bei euch alles in Ordnung? ", fragte er dann sofort. ,, Natürlich",, Ja, was soll sein?", antworteten beide gleichzeitig und sahen sich dann an, erst verabscheuend und dann mit einem tiefen Blick, den C.C. sofort abblockte. Ihr Herz setzte aus, als sein blau ihres traf. Niles drehte sich in diesem Moment um und verließ den Raum. Hinter der verschlossenen Tür zog er einmal kräftig die Luft ein. ,, Warum passierte das alles hier? Das darf doch nicht wahr sein!"

,,Oh Mr. Sheffield! Das ist bezaubernd!", quiekte Fran und umarmte ihn. ,,Ohhoho, Ms. Fine!", lachte er und seine Nanny ließ ihn los. ,, Diese kleine Party wird bestimmt toll!" ,, Eine Party?", kam es von Maggie, die gerade die Treppe zu ihnen lief. ,, Jaaa! Dein Vater hat eine Einladung zur Westwood Party am Samstag bekommen! Das beste ist, er wird uns alle mitnehmen!", freute sie sich und Maggies Augen begannen zu leuchten. Sie sprang Fran in die Arme. ,, Gracey und Brighton bleiben natürlich bei Ma ", fügte sie hinzu. Maggie grinste: ,, Zum Glück! " ,,Ich werde Niles und C.C. auch informieren ", Maxwell strich Fran und seiner Tochter einmal über den Rücken. Es klingelte an der Tür.  Niles, der gerade das Essen kochte, kam in den Flur und öffnete die Tür. Mit viel Angst und lauten Herzpochen, drückte er zittrig die Türklinke hinunter. Sylvia kam hereinspaziert. ,, Hallöchen! ", rief sie fröhlich und schritt in die Küche, nachdem er ihr aus der Jacke geholfen hatte. ,, Ach, ich komme gerade rechtzeitig zum Mittagessen!",, Mh, ja", murmelte Niles genervt und rührte weiter in seiner Brühe. Sylvia merkte dies nicht und erzählte weiter über ihre unheimlich interessanten Familiengeschichten. Der Butler hingegen zerbrach sich weiterhin den Kopf über C.C. Babcock. Was hatte ihn dazu geritten, sie zu küssen und sie, ihm zu sagen, dass sie ihn liebt. Gott, war das übel! Ausgerechnet mit seiner Erzfeindin! Die er absolut hasste! Er hasste sie mehr, als seine nie bekommende Gehaltserhöhung. Wütend schlug er den Löffel in die Spüle. Fran, die gerade hereingekommen war und ihre Mutter sahen ihn an. ,, Ma, kannst du mal eben ins Wohnzimmer gehen?", schickte ihre Tochter sie weg. Die stand auf und verließ, mit einem Becher Eis als Vorspeise, die Küche. ,, Niles? Was ist los? Seit drei Tagen sind Sie schon so komisch...  So angespannt! Bitte reden Sie mit mir!" Niles sah sie an und spürte, wie große Sorgen Fran sich machte. Außerdem musste er mit jemanden reden. Er ging Miss Babcock seit dem Kuss und dem riesigen Gefühlschaos aus dem Weg. Er hatte sie kaum gesehen, was ihn irgendwie noch trauriger machte. Der Butler machte eine Handbewegung in Richtung Stühle. Sie setzte sich und Niles neben sie. Miss Fine drehte den Stuhl etwas zu ihm, um sein Gesicht und sein Verhalten besser einschätzen zu können. ,, Also?", fragte sie, als Niles noch immer keinen Ton sagte. ,, Ms. Fine... Ich weiß nicht, wie ich es Ihnen erzählen soll...", zögerte er. ,, Fangen Sie einfach an! Ich höre Ihnen zu", sie nahm seine Hand in ihre, um ihm Mut zu machen. ,, Ich... Ich glaube, ich... Seit dem... ", er atmete ruhig ein und aus. ,, Seit dem Kuss mit Miss Babcock ist da... ", er zeigte auf sein Herz. ,,... ein riesiges Chaos drin!" Miss Fine starrte ihn mit offenen Augen an und er blickte traurig drein. ,, Niles! Sagen Sie nicht, dass Sie ihn Miss Babcock verliebt sind?!" Sie war völlig entsetzt. Er zuckte mit den Schultern.  ,, Sie hat mir ins Gesicht gesagt, dass sie mich liebt... Nachdem ich ihr gesagt habe, dass ich sie hasse...", er hatte ein kleines Lächeln im Gesicht, als er daran dachte. ,, Was?!", kreischte sie. ,, Das ist ja... Unglaublich!" ,,Was ist unglaublich? ", fragte Gracey als sie in die Küche tappste. ,, Eh, dass Niles damals ehm... Das Niles lange Haare hatte... Und sie blau färbte! ", schwindelte Fran. ,, Echt? Das sah bestimmt scheußlich aus!", kicherte die Kleine und ging im Hoppserlauf zurück in ihr Zimmer. Der Blonde zog eine Augenbraue hoch. ,, Okay, wenn sie das gesagt hat, gehen Sie mit ihr am Samstag zur Westwood Party! Zusammen, als Verabredung!", schlug Fran vor. ,, Miss Fine, ich bekomme kein Wort heraus, wenn ich sie sehe!", er stand auf, wie beim Gespräch im Bad und wurschelte sich durch sein Haar. ,, Es ist verrückt! Sie macht mich wahnsinnig! ", verzweifelt sah er seine Freundin an. ,, Oh, Niles!", sie umarmte ihn und ihm fiel ein Stein vom Herzen, endlich mit jemanden geredet zu haben. ,, Fordern Sie C.C. wenigstens zum Tanzen auf!", sie stupste ihn an. Er lächelte. Das erste Mal seit drei Tagen. Die Nanny freute sich und wünschte ihm viel Glück. Die Tür öffnete sich und Miss Babcock kam herein. Fran beobachtete die beiden wissend und hätte schwören können, das Knistern zu hören. Sie verschwand still und heimlich, denn der Butler und C.C. blieben still, sahen sich an und gingen ihrer Beschäftigung nach. Niles, der weiter kochte und C.C., die in ihren Zeitschriften blätterte. Sie genoss die Nähe zu Niles. Sie inhallierte seinen Duft, der den Raum hüllte. Sie beobachtete ihn. Es gab keinen Spruch, wie sonst immer. ,, Na, Butlerboy?", unterbrach sie die Stille dann doch. Er sah auf. ,, Na, Brünette?" Beide hatten ein kleines Grinsen im Gesicht. Die Sehnsucht staute sich immer mehr auf und beide wollte mehr! Sie sahen sich nur an und C.C. kam vom Küchentisch näher zum Butler. Sein Herz setzte aus, als sie sich ganz nah waren. Plötzlich war dieses ekelige, unwissende und nachdenkliche Gefühl, dass sie beide seit Tagen hatte verschwunden. Er strich ihr über die Wange und sie sah von seinen Augen zu seinen Lippen. Auch er roch an ihr und sie duftete wunderbar. Sie genoss diese Zärtlichkeit und langsam kamen sie aufeinander zu. Nur noch wenige Milimeter trennten sie. ,, Miss Babcock? ", hauchte Niles. Sie sah ihn an und Niles wollte ihr gerade seine Gefühle gestehen, als Maggie in die Küche platzte. Sie schreckten auseinander. Peinlich berührt blickten beide zu Boden und entfernten sich. ,, Oh, störe ich?", erschrocken blieb die älteste Tochter in der Tür stehen. ,, Nein, nein!", sagte C.C. ironisch. Maggie verstand aber nicht und fragte, wie lange das Essen denn noch brauchen würde. ,, Es ist gleich fertig", antwortete er kurz und knapp. ,, Super!", freute sie sich und las nun in Babcocks Zeitschriften. ,, Na, danke... ", nuschelte Miss Babcock und verließ gefrustet die Küche. Niles stützte sich am Herd ab, blickte hinunter und schloss für einen Moment seine Augen. Jetzt wäre es fast wieder passiert. ,,Fran hatte Recht, er musste sie fragen, ob sie zusammen zu dieser Party gehen würden! ", überlegte er und begab sich mit dem Mittagessen zum Esstisch des Hauses. Die Kinder saßen hungrig am Tisch, Fran war gerade fertig mit dem Tischdecken und Mr. Sheffield kam um die Ecke. ,, C.C. wird auch gleich dazu stoßen. Ich habe sie eingeladen heute bei uns zu Essen" ,, Oh Dad, warum das denn? ", fragte Grace beleidigt. ,, Warum höre ich den Satz aus deinem Mund und nicht aus seinem?", Max zeigte auf Niles. ,, Grace war einfach schneller", er zuckte die Schultern und holte noch die Getränke. Fran folgte ihm, um ihm zu helfen. ,, Sagen Sie Niles, haben Sie Miss Babcock gefragt?", wollte sie wissen. ,, Nein, ich hatte keine Chance, Maggie kam herein... " Sie strich ihm über den Rücken. C.C. kam zu Tisch und setzte sich. Sie suchte Niles im Raum. ,, Suchst du etwas? Die Getränke kommen gleich", fragte Max. ,, Was, eh... Gut!", stotterte die und wendete sich rotwerdend ab. Das durfte doch nicht wahr sein! Warum machte der Butler sie so verrückt! Als Niles und Fran auch endlich zum Essen hereinkamen, stand Maxwell auf: ,, So! Sie wissen, dass am Samstag die Westwood Party stattfindet und ich werde Sie alle dazu einladen! Die Kinder bleiben natürlich bei Sylvia!" ,, Aber Dad!?", nörgelte Maggie. ,, Keine Widerrede, Schatz! Du bist noch zu jung!" Maggie verschränkte ihre Arme. ,, Oh, danke Maxwell!", freute sich C.C. Sie würde sowieso dort hingehen. Franklin Stormer, ein alter Bekannter, hatte sie schon gefragt. ,, Das machen Sie doch sowieso nur, weil sie eine Einladung erhalten haben", gab Niles von sich. ,, Ach, Sie meckern doch nur rum, weil Sie dann keine Begleitung bekommen!", spottete Miss Babcock, bereute ihre Bemerkung aber sofort. ,, Ach! Aber Sie?", zickte er. Kurze Stille. Die Blonde überlegte. Sie wollte ihn nicht vor den Kopf stoßen, dass würde sie nicht verkraften, so verrückt es sich in ihrem Kopf auch anhörte. ,, Sie können als meine Begleitung mit mir zur Party gehen", bot Niles an. Er hatte Angst vor ihrer Antwort. C.C. starrte ihn an und wieder verfingen sich ihre Augen. Sie konnte nicht vor allen zustimmen, außerdem hatte sie bereits Franklin! Die Familie war still und Fran gab ein stilles Stoßgebet von sich. Miss Babcock ring mit sich und es tat weh, als sie ihm die Antwort gab. ,, Das geht leider nicht, ich habe schon jemanden", antwortete sie und hielt seinem Blick stand. Es riss ihr den Boden unter den Füßen weg und er wendete sich sofort ab. ,, Gott sei Dank", witzelte er, um seine Trauer zu verbergen. Beide wären am liebsten aufgesprungen und hätten sich in einer Ecke versteckt, gewartet, dass das Durcheinander in ihrer Gefühlswelt schlagartig aufhörte. ,,Guten Appetit", sagte Fran, damit die Aufmerksamkeit nicht auf den beiden lag.

,, Ehhh! Miss Babcock? Haben Sie einen kurzen Augenblick? ", fing Fran Fine die Blonde nach dem Essen ab. ,, Was wollen Sie?", fragte sie. ,, Wer ist ihre Begleitung? " ,, Franklin Stormer, ein alter Bekannter. Wir haben uns vor einigen Wochen im Café getroffen Da kam ihm die Idee, mich einzuladen... ", sprudelte es aus ihr heraus. Ein Rechtfertigung dafür, dass sie Niles einen Korb gegeben hatte. Das wusste sie. ,, Oh...", machte sie nur. ,, Okay, dann wünsche ich Ihnen viel Spaß! " ,, Danke", die Blonde sah die Nanny an. Miss Fine bemerkte, dass sie nicht, wie sonst bei einer Männergewinnung, fröhlich durch die Gegend pfiff. ,, Niles vermisst Sie... ", spuckte Fran aus, hielt sich aber sofort den Mund zu. ,, Ich bin doch hier", fragend und mit klopfendem Herz sah sie sie an. ,, Ach man, Sie wissen genau, was ich meine!", stöhnte Fran. Kurzes Schweigen. ,, Ich vermisse ihn auch!", antwortete sie und fiel Fran weinend um den Hals, während sie erzählte: ,, Wieso muss es denn ausgerechnet der Butler sein? Mit dem ich mich jeden Tag streite, den ich eigentlich hasse... Das ist so unrealistisch! So völlig bescheuert und ich weiß nicht, was ich machen soll! " Fran versuchte sie zu trösten, doch sie schluchzte weiter. ,, Miss Babcock! Niles ist ein wunderbarer Mensch! ",, Ich weiß", schnitt sie ihr ernst, aber verzweifelt das Wort ab. Fran blickte irritiert umher. Plötzlich riss C.C. sich los und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.  ,, Nanny Fine! Das ist nie passiert!", sagte sie zu dem Gespräch. ,, Natürlich nicht, Miss Babcock ", stimmte sie ihr zu. ,, Sie und Niles würden gut zusammen passen! Was sich neckt, das liebt sich, nicht? ", C.C. lächelte bei ihren Worten und Miss Fine fühlte sich sofort wieder gut.

Sie liebten sich und Fran fand es unglaublich süß!

Am Samstagnachmittag bereitete sich das Haus Sheffield auf die Veranstaltung am Abend vor. Brighton hatte vorgeschlagen, während der Abwesenheit der Erwachsenen selbst eine Party zu feiern. Natürlich waren seine Geschwister hellauf begeistert. Fran schlüpfte in ein rot-glitzerndes Kleid, welches ihre Figur sehr gut betonte. Ihre Haare stylte sie wie immer, hoch-toppiert und gelockt. Sie schminkte sich und strich mit dem Finger über ihre Zähne, um den Lippenstift abzuwischen. Ihre schwarzen High Heels passten ebenfalls dazu. Danach stiefelte sie die Treppe hinunter. ,, Wow! Miss Fine!", staunte Niles und gab ihr die Hand. ,, Danke, Niles! Ihre kleine Freundin sieht bestimmt noch ein bisschen besser aus!", grinste sie. ,, Obwohl, nein!" Beide lachten. Sie hatte ihm nicht erzählt, dass C.C. ihr ihr Herz ausgeschüttet hatte. Sie würde nachhelfen, wenn heute nichts passieren würde. Es klingelte. ,, Das muss Miss Babcock sein", freute sich Niles und öffnete die Tür. Er behielt Recht. C.C. stand in der Tür und sah wunderschön aus. Niles stockte der Atem. ,, Sie sehen umwerfend aus!",, Danke, Butlerboy", grinste sie verlegen. Sie hatte sich erhofft, ihn mit ihrem dunkelblauen Kleid umzuwerfen. ,, Ihr Jugendfreund wird sich verschlucken, wenn er Sie sieht", scherzte er. ,, Dann ist ihre Zeit gekommen, Niles", antwortete sie und machte ihn sprachlos. Was sollte das heißen? Bevor er jedoch weiter nachharken konnte, rief Maxwell Sheffield, dass es los gehen. ,, Niles, Sie fahren! C.C., du kommst auch erst mit uns mit, oder?", fragte er und Niles hoffte so sehr darauf. ,, Ist Ihr Liebhaber zu faul, um Sie abzuholen?", fragte Niles und freute sich innerlich. C.C. stellte sich dich hinter ihn und knurrte: ,, Nein, er fährt mit uns!" Seine Nackenhaare stellten sich auf. ,, Entschuldigen Sie, Miss ", er wurde zickig. C.C. tat es leid, doch sie freute sich auch, dass er so eifersüchtig reagierte. Es klingelte noch einmal. ,, Das muss Franklin sein!", C.C. lief zur Tür und begrüßte ihren alten Schulfreund. Niles begutachtete den Herren skeptisch. Er hatte blondes Haar und war um die 1,85cm. Seine schlanke Figur betonte er mit einem engen Mantel, was seiner Meinung nach schrecklich aussah. ,, Niles, nicht so starren!", flüsterte Fran und piekste ihm in die Seite. ,, Ich starre nicht, ich beobachte nur... Schau mal, wie sie sich verhält. Kein übermütiger Kuss oder belastender Spruch gegen mich",, Ja", Fran nickte nur und schüttelte danach etwas verwirrt den Kopf. ,, Okay, lass uns jetzt losfahren!" Niles fuhr die Limousine. Maxwell saß neben seiner Fran, C.C. neben ihrem Begleiter. ,, Sie sehen übrigens fantastisch aus, Fran!", sagte Max leise. ,, Danke, Mr. Sheffield! ", lächelte sie. ,,... und dann habe ich mich getrennt. Das Geschäft passte nicht und ich wurde selbstständig! Das tat mir gut!", erzählte Franklin. Doch C.C. hörte ihm nur halb zu. In ihren Gedanken war sie bei dem kommenden Abend. Warum hat sie Franklin nicht einfach abgesagt und stattdessen Niles Angebot angenommen? Sie bereute es, denn Mr. Stormer war ein riesiger Schnösel... Er ging ihr tierisch auf die Nerven! ,, Franklin! Kannst du bitte für fünf Minuten mal eben deine Klappen halten?", fragte sie dann laut. Alle im Auto sahen sie an. ,, Habe ich etwas falsches gesagt, C.C.?", besorgt strich er ihr über die Schulter. ,, Nein, wohl eher zufiel!", rief Niles vom Fahrersitz heraus und freute sich innerlich. Er kannte seine verhasste Freundin zu gut, um zu merkten, wie sehr Franklin ihr auf den Geist ging. Während der gesamten Fahrt sagte keiner der beiden noch einen Ton. Fran und Maxwell flirteten, bis sie am Veranstaltungsort angekommen waren. Niles öffnete die Autotür und half den Damen heraus. Fran zwinkerte ihn an. Niles lächelte schief. ,, Miss Babcock", er hielt ihr die Hand hin. ,, Danke, Niles", sagte sie und ließ seine Hand erst los, als sie seine drückte. ,, C.C.?", Franklin legte ihr einen Arm um die Schulter und ließ den Butler allein. Warum tat sie ihm das an? Nachdem sie ihm gestand, dass sie ihn liebt. Oder hatte sie das einfach nur so gesagt? Nein! Niemals! So viel, was in all den Jahren passiert war! Es war anders als bei Fran und Maxwell, aber es war genauso stark an Gefühlen... Genau in diesem Moment, war Niles klar, dass er jetzt nicht aufgeben durfte! Er musste irgendetwas unternehmen, sonst ist es zu spät!  

Denn ihm wurde bewusst, wie sehr er sie liebte...

Sie tranken allesamt genüsslich ihre alkoholischen Drinks. ,, Wow! Es ist toll hier!", Fran ließ ihren Blick durch den Raum gleiten. Viele Menschen tanzten und schlugen ihre Zeit mit zu vielen Drinks tot. Gutaussehende Männer machten sich an junge Mädchen ran, die entweder sofort drauf ansprangen oder dankend absagten. Miss Fine beobachtete ein junges Paar, die verliebt miteinander tanzten. Eng umschlungen wippten sie zur Musik. ,, Oh, wie süß", dachte sie und hoffte, dass ihr das Gleiche passieren würde. Plötzlich entdeckte sie Niles, der allein an der Bar saß. Dann suchte sie Miss Babcock. Sie saß etwas entfernter mit ihrem Begleiter. Sie hörte ihm zwar zu, sah aber sehr gelangweilt aus. Sie trank einen Schnaps nach dem anderen. So war es auch. C.C. hatte das Gefühl jede Sekunden einzuschlafen. Mit Niles wäre das nicht passiert! Sie hätten sich in einer Tour beleidigt und gelacht. Dann hätten sie sich in seinen Augen verfangen und er hätte ihr angeboten, zu tanzen. Tanzen konnte er gut. Sie liebte es, sich zusammen mit ihm im Rhytmus der Musik zu bewegen. Wenn er sie führte und sie seine warme Hand auf ihrem Rücken spürte. Wenn er näher kommt, um ihr einen dummen Spruch unter die Nase zu reiben und sie so besser sein Aftershave inhallieren konnte, beide zufrieden lächelten und die Zeit einfach stehen bleiben könnte! ,, Ach, Niles", seufzte sie leise.  ,, Wie bitte? ", Franklin sah sie an. ,, Was? Eh, nichts!", stotterte sie. ,,Sollen wir tanzen gehen?", fragte sie, um das Thema zu wechseln und ihm nicht länger zuhören musste, wie er über sich selbst sprach. ,, Aber, C.C., du weißt, dass ich nicht gut tanzen kann!", lachte er. ,, Na und!? Ich kann dir nicht länger zuhören!", sagte sie ihm seine Meinung. ,, Okay, okay", er stand auf und nahm ihre Hand. ,, Ich weiß wohl, warum du keinen Mann findest ", verdrehte er die Augen.  ,, Wieso? Du wolltest doch mit mir hierher ", meinte sie. ,, Ja, aber ich dachte, du hättest dich verändert seit damals", erwiderte er. ,, Okay, Frank! Was willst du eigentlich? ", fing sie an und stoppte. ,, Ich verstehe nicht, warum du mir erst Hoffnungen machst und dann wieder abspringst?" ,, Franklin?! ", rief plötzlich jemand von hinten. Die Blonde und ihr Begleiter drehten sich um. ,, Maria? Schatz, was machst du denn hier?", er wollte einfach im Erdboden versinken.  ,, Du hast eine Frau?", kreischte C.C. ,, Naja, zwei Kinder auch...", grinste er. Miss Babcock war außer sich. ,, Wer ist das?", schrie Maria. Sie hatte ebenfalls blonde Haare und ein enges glitzerndes Kleid. ,, Das ist eine.. Eine alte Schulfreundin... Wir haben uns hier wiedergetroffen... Und uns etwas unterhalten... ", log Franklin seiner Frau eiskalt ins Gesicht. ,, Wie bitte?!", C.C. Babcock starrte ihn wütend an. Franklin sah sie ermahnend an. Fran, die mit Maxwell schon lange zugehört hatten, stellte sich zu ihnen. ,, Nein, eigentlich hat Mr. Stormer seine alte Schulfreundin vor einigen Wochen gefragt, ob sie zusammen zur Westwood Party gehen wollen. Sie trafen sich zufällig in einem Café", mischte sich Fran ein. ,, Ich kann für mich alleine reden, Nanny Fine! ", fuhr C.C. sie an. ,, Du hast was?!", Maria gab Frank eine Backpfeife. Alle im Raum hielten die Luft an. ,, Das hörte sich schmerzhaft an", flüsterte Max und Fran kicherte. ,, In einem Café? Du gehst mit mir nie in ein Café... und dann schleppst du noch so eine Hexe an!", spottete Maria.  ,, Ich bitte Sie! ", rief C.C.                                                                                      ,, Diese Hexe, gehört übrigens zu mir", kam es von Niles, der bisher stillschweigend mitansehen musste, wie sie eine Beziehung zerstörte. Wenn auch unabsichtlich. Die Blonde sah ihn geschockt an, nahm aber seine Hand, die er ihr hinhielt. Das war unglaublich süß von ihm und sie lächelte ihn dankbar an. ,, Sie schaffen es immer wieder, sich lächerlich zu machen, Miss Babcock", grinste Niles schadenfroh. ,, Hören Sie doch auf! Sie freuen sich doch, dass ich wieder blöd da stand", sie verschränkte ihre Arme vor der Brust. ,, Na, er hat sich nicht verschluckt! Also musste ich Sie anders aus dem wunderbaren Menschen lösen. Ich denke, ihre Gesprächsthemen waren sehr unterhaltsam und vielfältig, doch manchmal muss man auch einen Schlusstrich ziehen", sagte er, ohne eine Miene zu verziehen. Sie sah ihn an. ,, Echt jetzt?" Dann boxte sie ihm in die Seite.  ,, Niles!" Er lachte, als sie es auch tat. ,, Sie haben Recht, ich habe mich so wohl gefühlt! Er sieht gut aus, hat wunderschöne Augen und seine Stimme...", stöhnte sie. Der Butler zog eine Augenbraue hoch.  ,, Was ist Butlerboy? Eifersüchtig? ",, Ich? Niemals! Ich weiß, dass ich der einzige bin, den Sie...", er kam näher und flüsterte: ,,... überalles hassen!" Sie bekam eine Gänsehaut, als er seine tiefen Stimme hörte. ,, Tja, da stimme ich Ihnen zu!", antwortete diese und stupste ihn unter seinem Kinn an. Diese Berührung löste Stromschläge aus. ,, Tanzen?", fragte er dann. ,, Tanzen!", bejahte sie sofort.  Fran beobachtete die beiden und gab ein:,,  Jaaa!"von sich.

Niles fühlte ihre Hand in seiner und legte eine Hand auf ihren Rücken. Sie platzierte ihre auf seiner Schulter und spürte jeden Muskel. Ihr Herz klopfte so laut, dass sie angst hatte, er könnte es hören. Auch er spürte, wie glücklich er war und wie sein Herz endlich das gefunden hatte, was es wollte. ,, Mit Ihnen tanze ich ja doch am liebsten", lächelte die Blonde. ,, Oh, danke", verlegen sah er auf den Boden. ,, Aber auch nur, weil Sie der Butler sind" Niles zog wieder eine Augenbraue hoch: ,, Ach, dass macht doch nichts... Sie sind auch nicht viel besser... Sie gefühlsloses Hühnchen ", konterte er. ,, Pah", sie schmiss ihre Haare nach hinten und sah ihm tief in die Augen. ,, Gefühlslos bin ich schon lange nicht mehr", dachte sie. Niles Herz schlug wild, als er merkte, dass jetzt der richtige Moment war. Er wollte gerade etwas sagen, als ein ruhiges Lied ansetzte und C.C. ihre Arme um seinen Nacken schlang. Er umfasste ihre Taille. Ihr Augenkontakt hielt stand und es war unfassbar schön. Miss Babcock wanderte mit ihrer Hand von seinem Hals an seine Wange und Niles zog sie noch ein Stückchen näher. Trauen tat sich keiner der beiden, den anderen zu küssen. War es wirklich das richtige? Fühlte der jeweils andere wirklich das Gleiche? Gedanken und Fragen quälten C.C. und Niles. Doch der Butler hörte nicht auf diese und kam ihr näher, ganz langsam, um ihre Reaktion noch beobachten zu können. Sie hörte ebenfalls ausnahmsweise auf ihr Herz und lächelte, bevor sie auch ihm näher kam. Ihre Lippen berührten sich und beide schlossen ihre Augen, fühlten die Liebe und spürten die Sehnsucht. Er hielt sie fest und strich ihr über ihre Wange. Sie genoss seine Berührungen und ließ ihre Hände in seine Haare gleiten.

Maxwell, der gerade zwei weitere Getränke bestellte und sich zurück zu Fran gesellte, bemerkte das Schauspiel. ,, Miss Fine! Sehen Sie nur! Wie viel haben die beiden denn nun schon wieder getrunken!?", entsetzt setzte er sich hin. ,, Tja, wir haben wohl noch nicht genug getrunken... ", nuschelte sie genervt, dass Mr. Sheffield sie noch nicht geküsst hat. Insgeheim freute sie sich total für ihren Freund! Endlich hatte es geklappt! ,, Tja, Mr. Sheffield, so schnell kann es gehen...", zwinkerte sie. ,, Was? Die beiden hassen sich, Miss Fine!", er wurde von Sekunden zu Sekunden entsetzter. ,, Sie verwechseln das Wort hassen, mit dem Gegenteil", sagte sie, trank einen Schluck und winkte ihn herbei. ,, Kommen, Sie! Ich möchte auch einen Tanz, allein zu zweit! " Maxwell war sehr verwirrt und ging Fran aber nach, schlang ihre Arme um sie und bewegten sich im Takt. Fran grinste in sich hinein.

Niles und C.C.'s Kuss wurde immer leidenschaftlicher. Ihre Herzen schlugen im Rhytmus und sie fühlten sich das erste Mal so richtig verbunden und zusammengehörig. Als sie sich lösten, weil sie nach Luft schnappen mussten, hatte C.C. ihre Augen noch geschlossen und ein Lächeln lag auf ihren Lippen. Niles sah sie verliebt an und flüsterte: ,, Miss Babcock..." ,, C.C.!", schnitt sie ihm den Satz ab und streichelte ihm mit dem Daumen über seine Wange. Er lächelte und fuhr fort: ,, C.C., ich... Ich liebe dich!" ,, Ich dich auch, Butlerboy!", platzte es sofort aus ihr heraus und begann wieder ihn zu küssen. Niles, noch völlig perplex, erwiderte den Kuss. Nachdem sie sich gelöst haben, legten er seine Stirn gegen ihre. Er lachte. ,, Was ist?", fragte sie. ,, Ich finde es so verrückt, dass ausgerechnet wir...", er zeigte auf sie beiden. ,, Niles, was erwartest du? Zwei übernatürlich, gut aussehende und niveauhohe Menschen finden eben zueinander", nahm sie sich selbst auf die Schippe. Er zog belustigt eine Augenbraue. ,, Recht hast du!", seine Geliebte zu duzen war irgendwie komisch,  doch es tat so gut. ,, Zu dir oder zu mir?",, Zu dir!", gab sie zurück, schnappte sich seine Hand und zog ihn grinsend mit. ,, Das wird eine wunderschöne Nacht! ", grinste er schelmisch. Sie nahm seine Hand und er gab einen Kuss auf die Wange.

,, Was sich neckt, das liebt sich!", Fran hatte Recht. Das wussten beide und als sie sich ansah, leuchteten ihre Augen und sie wussten, es würde ewig halten!

Hallöchen, ich hoffe Euch hat der OS gefallen! Eigentlich sollte es nach "Das Phantom Lenny" spielen, allerdings wusste ich den genauen Sprechtext der beiden nicht, wollte es, nachdem ich ihn jetzt auswendig kann, nicht noch einmal ändern und deswegen ist es dieser geworden - ich bin auch sehr zufrieden. Ich mag die beiden und bin ein großer C/N Shipper! Die sind so cute und ich liebe ihre Streitigkeiten so! Ich lese gerne Reviews und nehme gerne Tipps/Anregungen und Kritik für einen weiteren Teil an!
Liebe Grüße und schreibt gerne Eure Lieblingsfolge/n der Nanny mit dazu!
Eure spacefroglisa
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