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Unter den Sternen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Boris Saalfeld
05.08.2018
26.08.2018
62
50.249
15
Alle Kapitel
174 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
20.08.2018 761
 
Im strömenden Regen stieg Boris aus seinem Auto aus. Er trug einen Kapuzenpullover, den er sich aus den Sachen von Tobi genommen hatte. Er zog die Kapuze über den Kopf und rannte zu dem kleine Haus rüber. Er und Tobi hatten den kompletten Samtag kein Wort miteinander geredet. Sie hatten zwar die Nacht in ihrem gemeinsamen Bett geschlafen, aber jeder ganz streng auf seiner Seite. Normal konnte keiner der beiden schlafen, wenn sie nicht aneinander gekuschelt waren. Es hatte Boris das Herz gebrochen und heute morgen hatte er es nicht mehr ausgehalten, war in sein Auto gestiegen und davon gefahren.
Er klingelte und wartete bis die Tür geöffnet wurde. Greta schaute sehr verwundert als sie Boris sah.
"Boris, was machst du denn schon so früh hier? Komm rein, du bist ja schon ganz nass.", sagte sie und ließ ihn rein. Er zog sich die Kapuze vom Kopf und schlüpfte aus den Schuhen. Er folgte Greta in die Küche und setzte sich an den Tisch und bevor er irgendwas sagen konnte, brach er in Tränen aus. Greta kam sofort zu ihm rüber und setzte sich zu ihm. "Um Himmels Willen, was ist denn passiert?', fragte sie erschrocken. Er schaute sie mit roten, verheulten Augen an. "Ich hab richtig Mist gebaut...", sagte er mir verstopfter Nase und musste dann nochmal schluchzte. Greta streichelte seinen Rücken. "Ich mach dir jetzt erst mal ne richtig schöne Tasse Kaffee und dann erzählst du mal in aller Ruhe was passiert ist. Ich bin sicher wir finden dann schon eine Lösung, okay?", sagte sie sanft und Boris nickte. Greta stand auf und setzte das Wasser auf während Boris sich über die Augen wischte und versuchte sich zumindest ein bisschen in den Griff zu bekommen. Es dauerte nicht lange und Greta stellte ihm die Tasse vor die Nase und nach dem ersten Schluck fing er an zu erzählen. Greta hörte ihm aufmerksam zu und hielt dabei die ganze Zeit seine Hand. Am Ende schaute Greta ihn an und lächelte sanft. "Weißt du Boris. Es gibt keine Beziehung, die perfekt läuft. Wir alle sind Menschen und wir alle machen Fehler. Und früher oder später kommt immer der Zeitpunkt für die erste Krise. Die ist besonders schlimm, weil man gar nicht weiß was man machen soll, aber sie geht vorbei." Greta schaute auf den Verlobungsring an seinem Finger. "Was für einen schönen Ring er für dich ausgesucht hat.", lächelte sie und machte eine kurze Pause. Boris betrachte ebenfalls den Ring und in seinem Bauch zog sich etwas schmerzhaft zusammen. "Vergiss über all den Ärger nicht was er dir wirklich bedeutet. Ich hab es gesehen, die ganze Zeit wo ihr hier wart. Ihr seid füreinander bestimmt. Ihr liebt euch über alles."
Boris wischte sich nochmal ein paar Tränen ab. "Was soll ich jetzt tun, Greta?", fragte er leise. Sie streichelte seine Hand. "Fahr nach Hause zu ihm und sag ihm was du fühlst und vor allem zeig es ihm. Ihr bekommt das auf jeden Fall hin."
Boris trank seine Tasse Kaffee aus und stand dann auf. Er drückte Greta fest an sich und verabschiedete sich.  

Er brauchte für den Weg nach München wegen dem starken Regen fast doppelt solange. Als er das Auto auf dem Parkplatz abstellte konnte er kaum noch was durch seine Scheibe erkennen. Er stieg aus dem Auto aus und rannte um möglichst schnell ins Trockene zu kommen.
Als er in die Wohnung kam lief leise Musik und die Stehlampe neben der Couch war eingeschaltet. Als Boris näher kam sah er Tobi dort schlafend liegend. Er trug einen von Boris Pullovern und hatte ein zusammen geknülltes Taschentuch in der Hand. Seufzend setze er sich zu seinem Verlobten. Sanft nahm er ihn das Tuch aus der Hand und zog dann die Decke über Tobi. Er küsste Tobi auf die Stirn und beobachtet ihn einen Moment.
Dieser Mann war wirklich die Liebe seines Lebens. Er hatte für ihn alles aufgegeben, hatte ein Coming out gewagt, war mit ihm geflohen und war von seinem Vater fast umgebracht worden, aber er bereute keine Sekunde davon. Er war noch nie so von jemanden verstanden worden und hatte sich so geliebt gefühlt. Er vergrub sein Gesicht in seine Händen und begann leise zu weinen.

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Wow, Leute...Ich danke euch so sehr! Inzwischen über 100 Kommentar. Bis jetzt hat mir kein Projekt so viel Spaß gemacht wie dieses hier und ich platzte quasi vor stolz, dass es so gut ankommt.
Danke für diese tolle Zeit <3
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