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Unter den Sternen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Boris Saalfeld
05.08.2018
26.08.2018
62
50.249
15
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
15.08.2018 1.093
 
"Sollen wir auf die Email antworten?", fragte Tobi nachdem sie eine Weile schweigend auf den Bildschirm gestartet hatten. Boris zuckte mit den Schultern.
"Denk schon." , sagte er schließlich. Er tippte "Was willst du von uns?", als Antwort ein und zeigte es Tobi. Er überlegte einen Moment aber nickte dann. Wahrscheinlich war es besser das Gespräch so knapp wie möglich zu halten. Boris schickte die Mail ab und seufzte. "Ich habe die Bilder heute meiner Mutter gezeigt.", erzählte er schließlich. "Ich wollte es dir schon den ganzen Abend sagen, aber bis jetzt gab es keine passende Gelegenheit.", sagte er schnell als er den Blick von Tobi bemerkte. "Ich hab sie Romy gezeigt...", gab der schließlich kleinlaut zu.
"Ich hätte sie an deiner Stelle ihr auch gezeigt.", seufzte er nach einem kurzen Zögern und küsste Tobi auf der Backe. Es fiel ihm immer noch schwer Romy zu vertrauen, weil er gelernt hatte niemals irgendjemand zu vertrauen bei diesem Thema, aber er wusste, dass das ihr gegenüber unfair war. Boris lehnte sich leicht gegen Tobi und schloss die Augen. "Wusste Romy einen Rat?', fragte er. Tobi schlang seinen Arm um ihn. "Nein, sie wüsste auch nichts besseres. Sie war nur ziemlich entsetzt.", erzählte er und schmiegte seinen Kopf ab den von Boris. "Bei meiner Mutter das selbe.", seufzte er. Sie waren wirklich ratlos. Solang sie nicht wussten was der Erpresse von ihnen wollte konnten sie nichts gegen diese Sache unternehmen. Der Versuch mit den Webcams war schon gescheitert und sonst hatten sie beide keine Ideen mehr.

Plötzlich schreckte Tobi hoch und schaute Boris entsetzt an. "Was hat dich denn jetzt geritten?", fragte Boris erschrocken. "Der Crosslauf!", sagte Tobi entsetzt. Boris entglitten die Gesichtszüg.  " Oh mein Gott...der war heute.", stellte er entsetzt fest. Tobi blies Luft aus. "Ich hab ihn total vergessen. Mit den ganzen Fotos und allem..."
"Ja, ich hab auch gar nicht mehr dran gedacht."
Boris ärgerte sich unfassbar. Sie hatten solange trainiert und auf den Lauf hingearbeitet und jetzt hatten sie in dem ganzen Stress überhaupt nicht mehr dran gedacht. Tobi seufzte und zog Boris wieder sanft zu sich. "Jetzt ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Der Lauf ist vorbei. Vielleicht ja nächstes Jahr."
Boris grummelte kurz aber nickte dann. Tobi hatte ja Recht. Sie konnten es ja jetzt eh nicht mehr ändern.
"Lass uns schlafen?", sagte Tobi schließlich nachdem sie ein paar Minuten gekuschelt hatten.

Am nächsten Morgen checkte Boris als aller erstes seine Mails, aber er hatte keine Antwort erhalten. Vorsichtig löste er sich aus den Armen von Tobi und schlich sich zur Kaffeemaschine. Schnell füllte er Zeit Tassen mit Kaffee und Milch und ging damit zurück zu Tobi. Er setzte sich auf die Bettkante und stellte die Tassen auf den Nachttisch. Er rüttelte seinen Freund sanft wach. "Wach auf.", sagte er sanft. Tobi rührte sich langsam und brummte. "Guten Morgen.", hauchte Boris, beugte sich über Tobi und küsste ihn zart. Tobi grinste leicht. "Guten Morgen. Rieche ich da etwa Kaffee?"
Boris schmunzelte und hielt dann Tobi eine Tasse hin. "Frisch ans Bett geliefert.",  grinste er. "Das nenn ich mal Service. Da könnte ich mich echt dran gewöhnen.", lachte er und nahm die Tasse entgegen. Boris lachte. "Tu das mal besser nicht.", zwinkerte er und nahm einen Schluck aus seiner Tasse.

Boris hörte sein Handy im Hintergrund piepen. Er stellte die Tasse ab und griff danach. Er hatte eine neue Mail. Sofort stieg sein Puls und er tippte schnell darauf. Tobi bemerkte sofort, dass sein Freund nervös wurde und setzte sich auf.
Boris las die Mail und hätte am liebsten im selben Moment sein Handy gegen die Wand geworfen. "Boris, was ist los?", fragte Tobi nervös.
"Was ich will? Das ist einfach. Ich will kein Geld. Ich will nur, dass Boris zu seinem Vater geht und ihm die Wahrheit sagt. Er hat 3 Tage Zeit. Hat er bis dahin nicht mit ihm gesprochen bekommt der die Bilder per Mail.", las Boris mit zittriger  Stimme vor. Tobi biss sich auf die Lippe. "Was soll das? Was hat irgendjemand davon, wenn ich mein Leben runiere?", jammerte Boris und wischte sich einmal über die Augen. Tobi rutschte neben ihn und legte seine Hand auf die Schulter. "Gibt es jemand, der scharf ist auf deinen Posten?", fragte Tobi leise. Boris schaute auf den Boden und überlegte, aber es fiel ihn niemand ein.

Das Klingeln von Tobias Handy ließ beide aufschauen. Er griff schnell danach und nahm das Gespräch entgegen. Boris stand auf und lief ein paar Schritte durch das Zimmer, weil er das Gefühl hatte sich bewegen zu müssen. "Ja, Herr Saalfeld. Ich kümmere mich sofort darum.", hörte er Tobi hinter sich sagen und drehte sich um. "Dein Vater möchte, dass ich mir eine Tür beim Essenssaal ansehe.", seufzte er. Er stand auf und ging zu Boris. Er zog ihn an der Hüfte langsam zu ihm. "Ich geh, regel das und komm zurück. Warte hier auf mich und wir überlegen uns einen Plan, okay?", sagte er während er ihm in die Augen schaute. "Boris, ich liebe dich und wir finden zusammen eine Lösung, okay?", redete er weiter weil Boris nicht regierte. "Ich weiß nicht ob ich das kann...", sagte Boris dann leise. Vor seinem inneren Auge brach gerade seine ganzen Welt zusammen. Bis vor 10 minuten war er sich sicher gewesen, dass der Erpresse früher oder spärer Geld hätte haben wollen. Das hätte er lösen können, aber so war er einfach geliefert.  
"Gib nicht so einfach auf. Bitte. Ich verspreche dir, dass wir alles tun werden um das in den Griff zu kriegen.", flehte Tobi schon fast und griff nach seiner Hand. Er spürte wie Tobi sie fest drückte. Boris schluckte fest und sah Tobi dann an. Er liebte diesen Mann von ganzem Herzen, aber die Angst frass ihn auf.
"Ich liebe dich auch.", flüsterte er trotzdem leise. Tobi zog ihn in eine feste Umarmung und Boris genoss seine Wärme. Er entspannte sich ein wenig und löste sich langsam von Tobi.
"Geh, bevor mein Vater seine Wut wieder an dir auslässt. Ich warte hier auf dich.", sagte er schließlich. Tobi nickte, küsste ihn kurz und machte sich dann auf den Weg.
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