Seelenverwandt

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
04.08.2018
06.12.2018
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Dieses Kapitel
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„Harry, diese Feier ist wirklich wundervoll!“, jauchzte Ginny und fiel Harry übermütig um den Hals. „Draco, hast du etwas dagegen, wenn ich mir deinen Ehemann mal ausleihe? Ich möchte so gerne mit ihm tanzen.“ Ginny strahlte über ihr ganzes Gesicht, ihre roten Haare schimmerten in der Abendsonne wie flüssiges Feuer. Sie sah wirklich umwerfend aus und die ledigen Männer unter den Hochzeitsgästen standen Schlange für einen Tanz mit ihr.

Draco lachte gut gelaunt. Das Wort Ehemann klang einfach so wunderbar in seinen Ohren, er konnte es nicht oft genug hören. „Aber klar doch. Pass nur auf deine Füße auf“, antwortete er lachend und zwinkerte Ginny verschwörerisch zu.

„Was?“ Entrüstet sah Harry seinen frisch gebackenen Ehemann an. „Wie kannst du das zulassen? Du weißt, wie sehr ich tanzen hasse!“

„Eben“, grinste Draco und gab ihm einen kurzen Kuss, bevor er ihn in Ginnys Richtung schubste. Er konnte sich vor Lachen kaum halten, als Harry von Ginny an seiner Hand regelrecht auf die Tanzfläche gezerrt wurde. Harry sah aus wie ein Tier, das zur Schlachtbank geführt wird.

Amüsiert wandte Draco sich um und ging zurück zu den Tischen, die auf der Terrasse des Schlossgartens U-förmig aufgestellt waren. Er entdeckte Emma, die allein auf ihrem Platz saß, schnappte sich sein Champagnerglas und schlenderte auf sie zu.

„Wie lange lässt du ihn schmoren?“, fragte sie ihn grinsend und deutete mit ihrem Kopf in Richtung Tanzfläche, auf der Harry mit einer lachenden Ginny im Arm umherstolperte und verzweifelt versuchte, ihr nicht auf die Füße zu treten und gleichzeitig niemanden anzurempeln.

Draco ließ sich in den Stuhl neben Emma fallen, lehnte sich lässig zurück und verschränkte die Arme vor der Brust, ein teuflisches Grinsen im Gesicht. „Mal sehen. Aber zwei Tänze sollten es schon sein.“

Emma lachte herzlich. „Was hat er dir angetan, dass er das verdient hat?“

Draco zuckte mit den Schultern. „Noch nichts, aber wie ich ihn kenne, wartet noch die ein oder andere böse Überraschung auf mich.“

Emma kicherte neben ihm und nippte genüsslich an ihrem Champagner. Die Stimmung im Schlossgarten war gut, regelrecht ausgelassen. Genauso wie Draco es sich vorgestellt hatte. Seine ganzen Arbeitskollegen aus dem Restaurant waren da. Harry hatte das extra wegen ihm mit dem Zaubereiminister ausdiskutiert. Draco wusste, dass es eine hitzige Diskussion gewesen sein musste, auch wenn Harry ihm keine Details erzählt hatte. Doch da er drei Tage lang geschmollt hatte, konnte Draco sich in etwa ausmalen, wie es abgelaufen war. Scheinbar war der Zaubereiminister dann irgendwann eingeknickt.

Shane, Mel, Robbie und all die anderen waren einen Tag vor der Hochzeit vom Minister empfangen worden. Er hatte sie kurz über die Zaubererwelt in Kenntnis gesetzt und sie vor die Wahl gestellt: Wenn sie auf der Hochzeit dabei sein wollten, würden sie mit einem Zauber belegt werden, der verhinderte, dass sie jemals jemandem von den Magieanteilen der Hochzeit erzählen konnten. Über die Hochzeit an sich könnten sie sprechen, allerdings würde es in ihren Erzählungen dann immer nach einer normalen Muggelhochzeit klingen. Alles andere wäre Harry zu weit gegangen.

Die zweite Wahlmöglichkeit war, dass man ihnen noch an Ort und Stelle die Erinnerungen an das Gespräch und an die Einladung nehmen würde und sie Draco weiterhin nur als Dean Marshall kennen würden, der sie leider nicht zu seiner Hochzeit mit seinem Lebensgefährten einlagen konnte.

Zu Dracos großer Freude hatten alle seine Arbeitskollegen dem Deal mit dem Geheimniszauber zugestimmt und so waren sie heute alle da. Belustigt beobachtete Draco, wie Shane immer wieder staunend den sich von selbst füllenden Gläsern zusah. Draco konnte sich nur ansatzweise vorstellen, wie befremdlich diese Hochzeit generell für alle sein musste und daher freute er sich umso mehr, dass sie alle gekommen waren.

Draco ließ seinen Blick weiter durch den lediglich mit warmweiß leuchtenden, schwebenden Kugeln geschmückten Garten schweifen. Neben seinen und ein paar von Harrys Arbeitskollegen waren auch alle ihre gemeinsamen Freunde da – ja, Draco bezeichnete Harrys Freunde mittlerweile auch als seine eigenen. Und dann waren da natürlich noch sämtliche Weasleys, weil sie eben Harrys Familie waren. Es wurde getanzt und gelacht und alle verstanden sich prächtig.

„Eine wunderbare Feier, nicht wahr?“, holte ihn Emma aus seinen Gedanken wieder zurück ins Hier und Jetzt.

Draco strahlte sie an. „Ja, fantastisch.“

„Hast du es dir so vorgestellt?“

Draco schüttelte seinen Kopf. Erschrocken sah Emma ihn an, doch sie erkannte sofort seinen verträumten Gesichtsausdruck. „So etwas Schönes hätte ich mir nicht einmal in meinen kühnsten Träumen ausmalen können.“ Draco ließ seinen Blick wieder über die Gäste gleiten und blieb bei einem ganz bestimmten hängen. Er grinste Emma verschmitzt an. „Was ist denn jetzt eigentlich mit dir und Henry?“

Emma wurde augenblicklich rot. „Wa-was soll mit uns sein?“ Hastig nippte sie an ihrem Champagner und verschluckte sich natürlich prompt daran.

Draco lachte und klopfte ihr den Rücken. „Komm schon, Emma. Ich habe gesehen, wie ihr euch die ganze Zeit schon verliebte Blicke zuwerft und bei deinem letzten Besuch hast du auch mehr Zeit mit ihm als mit mir verbracht.“

Emma räusperte sich. „Ja, ähm… Also es ist ja nicht so, als würde er mir nicht gefallen…“

„Aber?“, fragte Draco gedehnt.

„Aber… London ist schon ziemlich weit weg.“

„Also ich finde, du solltest die Gelegenheit ergreifen. Außerdem hätte ich dich dann auch wieder in meiner Nähe.“ Draco legte seinen Kopf auf Emmas Schulter und Emma tätschelte mütterlich sein Knie.

„Ach, mein Schatz. Vielleicht überlege ich mir das ja noch.“

Als Ginny gerade zu ihrem dritten Tanz ansetzen wollte, richtete Draco sich jedoch wieder auf. Harry sah ziemlich fertig aus und Draco hatte ein Einsehen mit ihm. Er zwinkerte Emma zu und ging zu seinem Mann hinüber. Ganz klassisch tippte er Ginny auf die Schulter, um sie auf den Partnerwechsel aufmerksam zu machen und Ginny überließ ihm lachend den vollkommen überforderten Harry.

„Na endlich“, stöhnte er und warf sich in Dracos Arme. „Ich dachte schon, du erlöst mich nie.“

Draco lachte und gab Harry einen liebevollen Kuss. „Tut mir Leid, mein Mann, aber es ging nicht schneller. Ich wurde aufgehalten.“

„Jaja“, maulte Harry. „Jetzt halt die Klappe und tanz endlich mit mir. Mit dir klappt es irgendwie immer besser als mit allen anderen.“ Harry schlang seine Arme um Dracos Hals und schmiegte sich an seinen Körper, während Draco seine Arme um Harrys Hüften legte und sie beide sanft im Takt der Musik wiegte. Harry seufzte glücklich und lehnte seinen Kopf an Dracos Schulter, während Draco mindestens genauso glücklich seine Augen schloss und seine Wange an Harrys Kopf legte. Er fühlte sich wie in einem Traum, dem schönsten Traum, den er jemals gehabt hatte und er würde seinen Harry niemals wieder loslassen.

Ende


~~~*~~~




Eine kleine Anmerkung: Als ich diese Geschichte geschrieben habe, war dies ursprünglich das Ende. Doch irgendwie fühlte es sich falsch an… als sei sie noch nicht fertig erzählt. Ich habe lange überlegt, was noch fehlen könnte und ein paar Tage später fiel es mir auf der Fahrt zur Arbeit ein (an was man alles so denkt, wenn man an einer roten Ampel steht *haha*).

Ich habe also noch einen Epilog geschrieben. Ich möchte Euch jedoch warnen. Der Epilog hat es in sich und es wird sehr, sehr… Nun, ich will nicht vorgreifen, aber lasst Euch gesagt sein, dass die Kategorie „Drama“ bei dieser FF nicht leichtfertig gewählt wurde. Ich überlasse also Euch die Wahl, ob Ihr an dieser Stelle aufhört oder ob Ihr dem Epilog noch eine Chance gebt.

~~~*~~~


Da vielleicht einige nicht weiterlesen werden, möchte ich hier noch einige Worte loswerden :)

Es liegen jetzt 18 Wochen „Seelenverwandt“ hinter uns und ich bin total sprachlos, wie gut meine allererste Geschichte bei Euch angekommen ist. Das hätte ich mir nie zu träumen gewagt und ich möchte mich ganz herzlich bei all meinen Reviewern bedanken! Ihr habt dafür gesorgt, dass mir das Schreiben mit der Zeit immer leichter von der Hand ging und Eure Ideen, Tipps und Kritiken haben mich total inspiriert. Vielen Dank Euch allen!

Außerdem möchte ich Danke sagen an die 42 unbekannten Menschen, die diese Geschichte empfohlen haben und Danke an die 326 Leser, die diese Geschichte als Favorit gespeichert haben. Wow, Ihr seid großartig. Vielen Dank!

Ich würde mich übrigens sehr über ein Abschlussreview freuen, falls ihr an dieser Stelle aufhört. Natürlich freue ich mich auch über ein normales Review, wenn ihr denn weiterlest :) Der Epilog kommt dann im gewohnten Rhythmus am Montag. Ansonsten empfehle ich Euch, mich auch als Autor zu favorisieren, denn dann bekommt Ihr auch gleich einen Alert, wenn ich meine nächste Geschichte hochladen werde, die übrigens schon in den Startlöchern steht :)

Ansonsten sage ich Bis Bald
Eure Hellcat
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