Sinn und Zweck

GedichtAllgemein / P12
04.08.2018
04.08.2018
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Sinn und Zweck


Heikel ist präzises Trennen
von Worten, die wir ähnlich nennen.
Etwa nicht zu verweck-
seln diese: Sinn und Zweck.

Der Sinn gibt sich gern zugeknöpft,
Wo Such' sich im Moment erschöpft.
Erst wenn die Frist verflossen,
Ist zumeist Sinn erschlossen.

Doch mancherlei in diesem Leben
Scheint auch nach Zeit nicht Sinn zu geben.
Hier hilft ein alter Treck:
Streich' ‚Sinn‘ und setze ‚Zweck‘.

Und schon wird's hell, wie lichter Tag,
Umrandet grell, was sich verbarg.
Oft unerfreulich! Seid gewarnt
Vor dem Zweck, der auftritt, als Sinn getarnt.

Zweck ist des eitlen Nutzens Kind.
Wer ihm nachläuft, wird lebensblind.
Folgst du dem Sinn, so dienst du dem Leben.
Zweck ist erdacht: Sinn ist gegeben.

Manch sinn-los Lebens-Sinnsuchender
Fundlos laut hin vor sich Fluchender,
Entschied bereits, Sinn müsse darin liegen,
Sich mit dem Dienst am Zweck zu begnügen.

Ich denk', sie stehen vielleicht beide
(Sinn und Zweck) für jene Freude,
Deren Jubel hell erklingt,
Wenn sich ein Mensch der Welt erbringt.
 
 
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