Unverhofft kommt oft

von finngirl
GeschichteAllgemein / P12
04.08.2018
24.01.2020
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Ich habe Zeit... *atme* ein wenig... ;) Es reicht, um das nächste Kapitel zu posten... meine Güte... die Story ist jetzt schon um ein Vielfaches länger, als meine bisher längste mit Jeremy Renner O.O. Damals hätte ich nie gedacht, dass mir eine solche Länge nochmal gelingen würde... :)
Danke also für euer langes Interesse! :*
Und jetzt viel Spaß beim Lesen! ;) Ich bin gespannt auf eure Reaktionen...
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„Wieso holt er noch einen Arzt?“, grummelte Henry neben Tara. Diese Tatsache machte ihm Angst. Er wollte keine Angst haben. Gewissheit, wollte er. Gewissheit, dass mit Tara alles okay war, aber stattdessen hüllte sich jeder in Schweigen und er hatte Angst!
Tara lag auf einer Liege im Krankenhaus. Nach dem Besuch bei ihrem Arzt, hatte der sie für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus geschickt. Dort würde man nicht nur ein Blutbild machen, sondern eben auch Ultraschalluntersuchen und mehr, wenn mehr nötig wäre.
Man hatte Tara Blut abgenommen, zu ihrem Erbrechen und Unwohlsein und sogar ihres Monatszyklusses befragt und abgetastet, wobei – scheinbar – erstmal keine Unregelmäßigkeiten aufgefallen waren. Erst als die ersten Ultraschallbilder gemacht wurden, war der behandelnde Arzt aufgestanden, hatte sich entschuldigt und die beiden mit der Schwester, die der Untersuchung beiwohnte, allein gelassen.
Tara presste angespannt die Lippen aufeinander. Sie hatte keine Ahnung und Henry war so nervös und angespannt, dass er keine Hilfe war. Außerdem war sie müde. Sie sah die Schwester an. „Könnte ich einen Kaffee oder so haben?“, murmelte sie.
„Nicht hier im Untersuchungsraum.“, bedauerte die Schwester die junge Frau.
Kurz darauf ging die Tür wieder auf und der Arzt kam mit seinem Kollegen zurück. „Mrs. Holmes, das ist Doktor Leins. Er ist Gynäkologe und…“
Sofort suchte Henrys Blick Taras.
„Was soll das heißen?“, wollte Tara wissen. „Ist etwas… kann ich keine…“ Sie stammelte und sah zwischen den beiden Ärzten hin und her.
Dr. Leins gab ihr und Henry kurz die Hand, bevor er seine desinfizierte und sich Handschuhe anzog. „Mrs. Holmes. Ganz ruhig. Es gibt keinen Grund zur Sorge, schätze ich.“ Er setzte sich und wartete, bis der andere Arzt wieder aus dem Raum gegangen war, um sich dem nächsten Patienten zu widmen, nachdem er ihn wiederum über die bisherige Anamnese aufgeklärt hatte. „Mein Kollege hat mich geholt, um etwas zu klären. Sie sagten, sie hätten vor einer knappen Woche ihre Blutung gehabt?“
„Ja.“, nickte Tara. „Sie kommt momentan etwas unregelmäßig, seit ich vor knapp drei Monaten die Pille abgesetzt habe. Stimmt etwas nicht…“
„Ganz ruhig.“, lächelte der Arzt wieder. „Das ihre Regelblutung unregelmäßig auftritt, ist beinahe normal. Das sollte sich einpendeln. Allerdings hat mein Kollege etwas im Bereich…“ Er sah Henry kurz an, dann Tara. „Ist es okay, wenn ich vor ihrem Verlobten spreche?“
Sofort nickte Tara und Henry atmete erleichtert auf, hatte Angst gehabt, dass sie ihn rausschicken ließe. „Ist es.“ Sie streckte die Hand aus und griff nervös nach Henrys. „Also?“, versuchte sie tapfer zu sein.
„Mein Kollege hat im Bereich ihrer Gebärmutter einen Schatten entdeckt. Er war sich unsicher in seiner Funktion als Gastroenterologe, weswegen er mich geholt hat.“, erklärte er und sah Tara freundlich und tröstend zugleich an.
„Ein Tumor?“, keuchte Tara.
„Nicht zwingend. Ich schaue mir die Sache an und in ein paar Minuten wissen wir mehr.“ Er kümmerte sich jetzt um ein zweites Ultraschallgerät, das gebracht worden war und fing an Taras Unterbauch damit zu „bearbeiten“. Seine ernste Miene war undurchdringlich, bis er innehielt. „Mrs. Holmes, Mr. Cavill… wie sieht es bei ihnen beiden mit einem generellen Kinderwunsch in Zukunft aus?“, murmelte er und sah beide kurz an.
„Wir… wollten eigentlich… deswegen hat Tara die Pille abgesetzt…“, stammelte Henry in Alarmbereitschaft. Sie würden keine Kinder kriegen können. Wenn das wirklich ein Tumor wäre…
„Hmmm.“ Plötzlich lächelte der Arzt, drehte den Monitor zu den beiden und nickte. „Dann darf ich ihnen gratulieren. Der Schatten ist eine eingenistete Eizelle, die angefangen hat zu wachsen. Sie dürften etwa in der fünften Woche sein. Das erklärt dann auch die plötzlich aufkommende Übelkeit und das Erbrechen, schätze ich.“, lächelte er wieder und deutete mit dem Finger auf dem Monitor auf die kleine dunkle Kugel. „Sehen sie? Hier wächst ihr Kind.“ Dann schwieg er, ließ den beiden überraschten Menschen einen Moment für sich.
Taras Herz fing an noch schneller zu schlagen, als die ganze Zeit. Da sie an ein EKG-Gerät angeschlossen war, fing dieses an auszuschlagen.
„Oh, beruhigen sie sich.“, lachte Dr. Leins. Er löste mit der Schwester die Verkabelung. „Ich nehme an, sie freuen sich.“
„Alles, wirklich alles ist besser als jegliches Szenario, das wir uns ausgemalt hatten.“, murmelte Henry mit gepresster Stimme. Dann sah er auf. „Aber… sie hatte letzte Woche Blutungen!“
„Das ist nicht schlimm. Das kann vorkommen und soweit ich das erkennen kann, ist wirklich alles in Ordnung. Ich rate ihnen trotzdem, einen möglichst baldigen Termin bei ihrem Gynäkologen zu machen, damit auch weiterhin alles in Ordnung bleibt.“, riet er und wischte die blaue Flüssigkeit von Taras Bauch.
„Das Bild…“, murmelte Tara.
„Ich lasse es ausdrucken.“, nickte Dr. Leins und drückte einen Knopf am Gerät, woraufhin das schwarz-weiße Bild rauskam. „Bitte schön. Haben sie noch irgendwelche Fragen? Ich werde ihnen einen kurzen Bericht zuschicken lassen für ihren Arzt.“
Taras Blick haftete auf der kleinen Kugel. „Nein… nein. Erstmal nicht… doch… sie sagten 5. Woche… ich habe… ich habe Alkohol getrunken in den letzten Wochen. Eine Hochzeit… die Feier in Frankreich…“, murmelte sie.
„Es sieht momentan alles gut aus. Nur ab sofort…“
„Kein Kaffee.“, grinste die Schwester und zwinkerte Tara und Henry zu.
Beide lachten kurz auf.
„Oh nein.“, brummte Henry auf einmal. „Dann krieg ich dich morgens ja gar nicht wach.“ Aber dann beugte er sich über Tara, die noch immer auf der Liege lag, und küsste sie. „Du bist schwanger.“, flüsterte er gegen ihre Lippen. „Und wir dachten…“ Er schüttelte den Kopf und richtete sich auf, um auch Tara hoch zu helfen. „Darf ich sie um etwas bitte, Dr. Leins?“
„In Anbetracht ihres Bekanntheitsgrades, kann ich mir die Bitte vorstellen. Wie bei allen Patienten unterliege ich auch bei ihnen der Schweigepflicht.“, nickte der Arzt.
Herny sah ihn erleichtert an. „Danke. Auch für die guten Nachrichten.“
„Schonen sie sich ein wenig. Sie sehen geschafft aus. Die Übelkeit und die Brechattacken können noch einige Wochen anhalten.“, riet er.
„Aber… ich kann ganz normal arbeiten und…“
„Was ihnen gut tut, dürfen sie machen. Abgesehen von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen. Roher Fisch, rohes Fleisch… solche Dinge sollten sie vermeiden…“
„Ich… werde mich genauestens informieren.“, nickte Tara und griff wieder nach Henrys Hand. „Danke.“
Zehn Minuten später saßen sie in Henrys Wagen und schwiegen.
„Fahren wir erstmal nach Hause.“, murmelte Tara. Die letzten drei Stunden, die letzten Tage, mussten sich erstmal setzen.
Nach einer knappen dreiviertel Stunde schloss sie die Haustür auf und wurde stürmisch von Kal begrüßt, der nach einer Minute von ihr abließ und sich Henry widmete, bevor er sich beruhigte und auf seinem Platz anfing einen großen Kauknochen zu bearbeiten.
Henry zog seine Schuhe aus und sah Tara an, die mitten im Wohnbereich stand. „Herrgott, Tara…“, murmelte er, überbrückte die kurze Distanz und zog sie fest in seine Arme. „Wir bekommen ein Baby. Du bist nicht krank, wir bekommen ein Baby.“, flüsterte er und fing an ihr Gesicht mit Küssen zu übersäen. Er war glücklich, erleichtert, euphorisch. So sehr, dass er Tara nicht loslassen konnte. Bis er ihr körperliches Beben spürte und sie aufschluchzen hörte. „Was ist los?“, murmelte er, obwohl er es wusste: die Erleichterung machte sich endlich Luft.
Tara klammerte sich an ihn, vergrub ihr Gesicht an seinem warmen Körper und ihr ganzer Körper wurde geschüttelt von einem Weinkrampf, den sie nicht mehr zurückhalten oder ausbremsen konnte.
Auch er hatte jetzt Tränen in den Augen. „Ich weiß, Tara… ich weiß.“, flüsterte er und drückte seine Lippen auf ihre Haare. Sanft wiegte er sie, bis er nach ihrer Hand griff und sie zum Sofa brachte, wo er ihr die Schuhe auszog und vor ihr in die Hocke ging. „Brauchst du einen Moment für dich?“, wollte er leise, mit seiner Hand auf ihrem Knie, wissen.
Tara, die sich jetzt langsam beruhigte, nickte. „Kurz, ganz kurz.“, bat sie.
„Okay… ich bin gleich wieder da.“ Henry küsste sie sanft und verschwand in die Küche. Er wusste, was sie jetzt etwas aufheitern und beruhigen würde. Wie nervös er selbst war, bemerkte er, als er Milch in einen Topf goss und ein Teil davon, durch seine zitternde Hand, daneben ging. „Reiß dich zusammen, Cavill.“, flüsterte er sich zu. „Sie ist gesund.“ Das war die Hauptsache. Eine bessere Neuigkeit hätte es nicht geben können, wenn nicht der Gynäkologe dazu gekommen wäre und ihnen die Nachricht der Schwangerschaft überbracht hätte. Zwei Tassen hatte er schnell mit Kakaopulver und Schokocreme befüllt, dann stützte er sich an der Küchenzeile ab und ließ den Kopf hängen. Auch er war so unheimlich erleichtert, dass es ihm jetzt sämtliche Beherrschung raubte. Er musste sich mit den Ellenbogen abstützen, legte sein Gesicht in seine Hände und fing ebenfalls an hemmungslos zu weinen.
Die Aussicht Tara vielleicht an eine heimtückische Krankheit zu verlieren… und jetzt zu wissen, dass es genau anders kommen würde…
„Hey.“, flüsterte sie plötzlich hinter ihm und schnell richtete er sich auf. Sofort schlang sie ihre Arme um seinen Oberkörper und hauchte ihm einen sanften Kuss in den Nacken. Sie hatte sich beruhigt, kurz nachdem er in die Küche gegangen war, konnte kurz tief einatmen, als sie hörte, wie er aufschluchzte. Etwas, was sie von Henry noch nicht kannte. Ihn so aufgelöst zu hören und dann zu sehen, brach ihr das Herz, obwohl sie wusste, dass es diese beiden guten Gründe dafür gab, dass beide ihre Anspannung rausließen und der Erleichterung und Freude Platz machten.
Henry schloss sofort seine Hände um ihre, die sie auf seiner Brustgegend liegen hatte. Dann standen sie ein paar Minuten einfach so da. Er fühlte, wie sie hinter ihm noch immer weinte, sein Shirt mit ihren Tränen durchnässte. Und erst, als die Milch anfing angebrannt zu riechen, war er wieder fähig, sich zu bewegen. Er schob den Topf vom Herd und drehte sich dann in Taras Umarmung zu ihr um. „Alles gut.“, versicherte er.
„Mhhh. Sicher?“, flüsterte sie, lehnte sich an ihn.
„Jetzt schon… es hat mich ziemlich… gebeutelt eben.“, gab er zu, legte sein Kinn auf ihrem Kopf ab und streichelte sanft ihren Rücken. „Und du?“
„Ich bin nicht alleine.“
„Nein.“
„Kann man die Milch noch nehmen?“
„Klar.“ Henry löste die Umarmung, goss die Milch in die Tassen und sah Tara an. „Sofa? Bett? Tisch?“
„Sofa.“
Als sie saßen, atmete Henry nochmal durch und lächelte Tara dann an. „Wir… bekommen also ein Baby.“, murmelte er und ließ sie nicht aus dem Blick. „Wie… geht es dir?“
„Ich weiß nicht.“, gab sie zu. „Positiv. Ich bin aufgewühlt, aufgeregt… erleichtert!“
„Du hattest zwischendrin Angst, dass du keine Kinder kriegen könntest.“
„Ja. Das wäre… schrecklich. Jetzt, wo ich mir doch so sicher war und bin, dass es mit dir einfach nur gut sein kann. Aber… jetzt…“ Sie atmete einmal mehr durch. Dann fing sie an zu lächeln und strahlte Henry an. „Oh mein Gott, wir werden Eltern! Schon seit fünf Wochen! Das heißt… in weniger als neun Monaten…“
„Sind wir eine Familie. Ja.“ Auch Henry fing an zu strahlen. Er saß ihr gegenüber und endlich wich die Anspannung der gemeinsamen Freude. „Wir… sollten… was sage ich Dany?“
„Noch nichts von der Schwangerschaft.“, bat Tara.
„Sie wird nachhaken.“
„Magenschleimhäute. Stress.“, murmelte die junge Engländerin und Henry nickte.
„Okay, nachvollziehbar.“ Er schrieb einfach eine Nachricht, die er an Dany schickte. „Und unsere Familien? Freunde?“
„Lass uns noch warten.“
„Sie werden es merken. Du darfst keinen Kaffee trinken. Und keinen Alkohol. In zwei Wochen steht deine Veranstaltung an. Wenn du nicht mal einen Sekt zum Anstoßen trinken wirst…“
„Ich werde eben alkoholfreien Sekt trinken müssen.“, murmelte Tara. „Den darf ich nicht über die Etat-Liste laufen lassen. Deine Eltern und Marcus würden es sofort sehen.“
„Oder du redest ihnen ein, dass man generell für den Fall der Fälle daran denken sollte, dass es Menschen gibt, die keinen Alkohol trinken möchten.“, murmelte Henry und griff nach Taras Hand. „Bitte, lass uns darüber morgen reden. Über deine Veranstaltung. Heute, diese restlichen Stunden… gehören uns und unserem… Baby.“, sprach er es aus.
Sofort nickte Tara.
„Morgen werde ich mein Büro umräumen. Unters Dach.“
„Wieso?“
Henry lachte. „Weil unser Baby nicht unterm Dach wohnen wird, Tara.“
„Okay, aber… wir haben noch so viel Zeit!“
„Und du weißt, dass ich in den nächsten Monaten auch immer wieder mal weg sein werde… die nächsten Tage habe ich noch Zeit. Also kann ich mein Büro in eines der Gästezimmer verlegen.“
„Und…“
„Mir fällt schon ein Grund ein.“ Er sah auf, weil sein Handy piepste. „Charlie.“, murmelte er, als er kurz den Absender der Nachricht sah.
„Schau nach.“
„Hey Bruderherz, bin gerade noch in London, fliege übermorgen wieder. Simon sagte mir, dass ihr schon wieder da seid. Würde euch gerne sehen, bevor ich nach Kanada zurückfliege.“, las er leise vor. „Prima, er kann mir mit den Möbeln helfen.“, grinste Henry. „Wäre morgen okay? Er könnte zum Mittagessen kommen und danach mit mir umräumen. Dann hättest du etwas Ruhe und Zeit für deine Planungen und vorher könnten wir ausschlafen.“, schlug Henry vor.
„KEIN WORT!“, beschwor Tara ihn und er nickte.
„Komm morgen zum Mittagessen. Bist du alleine hier?“ Logisch, Charlies Kinder mussten zur Schule.
„Ja, bin um 13 Uhr da. Bis dann.“
Henry legte das Handy weg und lehnte sich im Sofa zurück. „Was für ein Tag.“, schnaufte er, schloss die Augen kurz und spürte dann, wie Tara zu ihm kroch, ihren Kopf auf seinem Schoß ablegte und nach seiner Hand griff, die sie dann zu ihrem Bauch zog, wo er sie flach ablegte.
„Lass ihn uns ausklingen lassen. Ganz in Ruhe. Nichts kann uns stören.“, seufzte sie leise.
„Außer spontaner Brechattacken.“
„Ha ha.“
Henry lachte leise. „Ich kann damit jetzt ziemlich entspannt umgehen, weil ich weiß, dass sonst alles okay ist.“
„Toll, du kotzt dir deine Organe ja nicht aus dem Leib.“, moserte Tara, lachte aber dabei. Ab und an trank sie von der heißen Schokolade. „In ein paar Monaten wird heiße Schokolade mein geringstes Problem sein.“
„Aha?“
„Ja, ich werde mindestens eine so große Kugel vor mir herschieben, wie Lynn.“
„Und du wirst bezaubernd damit aussehen.“
„Und… launisch werden.“
„Ehm…“ Henry grinste und beugte sich so vor, dass er Tara ins Gesicht schauen konnte. „Ich will ja nichts sagen, aber…“
Tara schob ihm schnell die freie Hand auf den Mund. „Sei lieb zu mir. Ich hab es mir verdient. Und wenn ich an die kommenden Monate denke…“ Sie verstummte und seufzte glücklich, als Henry ihr entgegen kam.
„Ich liebe dich, Tara.“, flüsterte er und küsste sie, während seine warme Hand ihren Bauch kribbelte. „Dich und unser Baby. Und ich werde alles dafür tun, dass wir glücklich bleiben.“ Dann sah er kurz auf. „Kal! Komm her.“, lockte er den Hund und klopfte sanft auf Taras Bauch. „Hier ist dein neuer Buddy drin. Auf den musst du noch mehr aufpassen, als auf Annie.“, beschwor er seinen Hund, der kurz schnaubte und Tara ein Lachen entlockte.
„Er wird mehr Zeit mit mir verbringen, als du.“, stichelte sie.
„Mhhh… willst du mich eifersüchtig machen?“, kicherte Henry. Dann wurde er wieder ernst. „Ich bin so glücklich, wie noch nie in meinem Leben. Das letzte Jahr war das Beste in meinem ganzen Leben. Erst trittst du in mein Leben und dann passiert das jetzt. Hätte mir das jemand gesagt, als Dany anrief, um mir mitzuteilen, dass ich eine gewisse Tara Holmes in London treffen würde, hätte ich denjenigen ausgelacht. Jetzt bin ich allerdings einfach dankbar dafür, dass alles so gekommen ist. Und jede Sekunde seit unserem Treffen in London, ist es wert gewesen.“
Glücklich blinzelte Tara ihm entgegen. „Ich liebe dich auch.“, flüsterte sie gegen seine Lippen und vergrub ihre Hand in seinen Haaren. „Und, Henry?“
„Hmmm?“
„Lass uns bald heiraten.“
„Bald? Wir sind verlobt, wir…“
„Vor dem Baby.“, entfuhr es Tara. „Ich heirate auch hochschwanger, wenn es sein muss, aber ich will, dass wir bei der Geburt eine richtige Familie sind.“
„Sind wir auch so…“
„Henry! ICH WILL ES!“
„Okay, okay… dann…“ Cavill richtete sich lachend auf. „Puh… es ist bald Sommer…“
„Im Herbst.“
Henry war etwas überrumpelt, wusste aber auch, dass er Taras Wunsch auf jeden Fall erfüllen wollte. Wann auch immer. „Dann… lass uns nach einem Termin schauen.“, schlug er vor.
„Mhhh. Aber nicht jetzt. Nicht heute.“ Tara hielt ihn, bevor er aufstehen könnte. „Und, wenn wir uns nicht einigen können und es zu knapp wird, heiraten wir wann anders. Egal. Hauptsache, wir tun es. Irgendwann.“
„Nein. Hauptsache, wir sind zusammen.“, widersprach Henry leise, und streichelte wieder Taras Bauch. „Sie werden ausflippen. Alle.“, lachte er dann, weil er an seine Familie dachte.
„Wieso?“
„Weil… ich es bin, der ihnen demnächst sagen wird, dass er nicht nur heiraten, sondern auch ein Kind bekommen wird.“
„Und?“
„Tara… ich werde…“
„OH MEIN GOTT! DEIN GEBURTSTAG, HENRY!“ Tara schoss ihn die Höhe. „Deswegen wolltest du in Frankreich bleiben? Um morgen deinen Geburtstag zu feiern? Scheiße.“, jammerte sie dann auf. „Und ich hab es dir versaut.“
„Was? Nein…du hast es… Tara… nein. Du hast es alles andere als versaut.“, schüttelte er den Kopf. Natürlich hätte er diesen Tag gern mit Tara ganz romantisch, irgendwo zu zweit verbracht, aber… „An deinem Zustand trage ich tatsächlich ein wenig Mitschuld, behaupte ich mal. Und… wir machen uns einfach hier einen schönen Tag. Das, was wir heute erfahren haben, ist eines der besten Geschenke in meinem ganzen Leben!“
„Aber… was ist mit deiner Familie?“
„Sie denken, dass wir in Frankreich sind.“
„Simon und Charlie werden schon berichten, dass wir…  Henry! Du wolltest, dass ich morgen arbeite und selbst hier umräumen… es ist dein Geburtstag!“, schimpfte Tara jetzt. „Wir…“ Sie schnaubte kurz. „Charlie wäre morgen gekommen und es wäre nicht mal ein bisschen geburtstagsmäßig…“, brummte sie jetzt. „Was hätte er von mir gedacht?!“
„Dass du mich wie einen normalen jungen Mann behandelst. Und mal ganz ehrlich… ich habe deinen letzten Geburtstag total verbaselt.“
„Nein.“ Tara stand auf. „Wir werden deinen Geburtstag feiern.“, versprach sie, schnappte ihr Handy und verschwand in ihr Büro.
„Tara? Tara! Ich dachte der Abend gehört uns!“
„Sorg für ein Essen, in einer Stunde bin ich wieder bei dir.“, nickte Tara und küsste Henry. „Und keine Angst, heute Abend wird uns niemand stören.“ Sie warf die Tür hinter sich zu und begann Henrys Brüder und Eltern anzurufen. Außerdem ein paar Freunde.
Gemeinsam organisierten sie eine kleine Party bei Tara und Henry zu Hause, jeder würde etwas zu Essen und zu trinken mitbringen, Tara würde sich darum kümmern, dass sie und Henry ab 17 Uhr zu Hause wären.
„Soll ich trotzdem zum Mittagessen vorbei kommen?“, wollte Charlie wissen.
„Gratuliert ihm einfach per Telefon. Dann ist es ein bisschen Überraschung.“, schrieb Tara an alle. „Ich werde ihm sagen, dass ihr so spontan keine Zeit hattet. Schließlich sollten wir in Frankreich sein.“ Nach einer halben Stunde hatte sie eine WhatsApp-Gruppe gebildet, um nicht ständig alles mehrfach schreiben zu müssen.
„Wieso seid ihr zu Hause?“, wollte Mary dann wissen. „Ist etwas passiert?“
„Mir ging es nicht so gut. Ich hatte mir den Magen verstimmt. War heute beim Arzt, alles ist okay, ich soll mich einfach erholen.“
„Und dann organisierst du eine Party?!“, schrieb Garett.
Tara seufzte.
„Zu Hause. Wenn es mir zuviel wird, kann ich mich zurück ziehen.“, tippte sie. „Also… bis morgen. Henry wartet auf mich. Denkt dran, gratuliert ihm… Charlie, bis morgen Mittag!“
Das Handy in der Hand atmete sie kurz durch, machte denn ein enttäuschtes Gesicht und fand Henry in der Küche, wo er gerade Reis kochte und Gemüse andünstete.
„Na?“, wollte er wissen.
„Hmm.“ Tara brummte nur. Es kostete sie viel Beherrschung, nichts zu verraten.
„Was ist los?“ Henry war neugierig. Er war sich sicher gewesen, dass Tara zurückkommen würde und einen Plan für eine großartige Party in ihrem großen Garten hätte.
„Sie… dachten alle, dass wir nicht da wären.“
„Na ja, das hatten wir so angekündigt.“, zuckte Henry mit den Schultern.
„Also im Grunde… kommt Charlie morgen Mittag zum Essen. Deine Mom hat versprochen, dass sie schauen würden, ob sie vielleicht in London wären, konnte es aber nicht versprechen. Sie meinte, in den letzten Jahren hast du eben immer auf Jersey gefeiert? Wieso sind wir nicht da?“
„Weil ich mit dir in Frankreich sein wollte und wir jetzt hier sind.“, lächelte Henry. „Hör mal, das macht mir nichts aus!“
„Du liebst Partys.“
„Ja.“
„Und… nur…“
„Nichts an dieser Situation hier ist „nur“, Tara. Du bist schwanger, du leidest an dieser Übelkeit die spontan und unerwartet auftritt und den Rückflug haben wir nur eher gebucht, weil wir bis vor ein paar Stunden nichts davon wussten.“
„Du hast…“
„Die Frau am Telefon hat danach gefragt. Dann hast du aber diese Blutung erwähnt und… damit war das Thema erstmal wieder erledigt. Für uns beide.“, erklärte er, ließ den Kochlöffel im Topf und drehte sich zu Tara. „Wir beide machen uns einen schönen Abend! Wenn du dich gut fühlst, gehen wir lecker essen, danach machen wir einen schönen Spaziergang mit Kal…“
„Ich lade dich ein!“
„Tara.“
„Henry!“, entgegnete Tara im gleichen ernsten Tonfall. Langsam hatte sie sich eingefunden in ihr kleines Lügengestrick, das sie ja nur veranstaltete, um Henry eine Freude zu machen. „Gut. Wir gehen morgen zusammen aus.“, nickte sie dann – scheinbar – ergeben. „Und irgendwann holen wir deine Feier nach!“
„Okay. Was machst du also, solange Charlie und ich umräumen?“
„Willst du wirklich… hmm…“ Sie tat, als würde sie einmal mehr aufgeben. „Ich kümmere mich um den Garten. Das ist eine Arbeit, die ich mag, die mich entspannt und… es wird Zeit, dass wir ihn für den Sommer richten. Wenn wir hier sind und mal… grillen wollen, möchte ich, dass wir nicht erst anfangen müssen…“
„Okay.“, nickte Henry. Er drehte sich wieder zum Gemüse.
Tara schnupperte. „Hmm, du nimmst von den Ungarischen Gewürzen.“
„Mhhh. Ich mag sie.“
„Ich auch.“, grinste Tara. Für sie gab es erstmal nicht mehr zu tun, als den Tisch schon mal zu decken und Henry beim Kochen zu helfen. „Soll ich mit Kal mal raus? Der arme Kerl…“
„Und wenn dir schlecht wird?“, drehte sich Henry schwungvoll zu ihr um, wobei er ein paar Gemüsestückchen auf dem Küchenboden verteilte.
Lächelnd sah Tara ihn an. „Dann komme ich nach Hause. Aber Kal muss raus und du kochst gerade.“ Schon machte sie sich auf den Weg zur Garderobe. „Außerdem ist draußen schönes Wetter. Ich will ein wenig an die Abendluft.“ Sie schlüpfte in Turnschuhe und kam zu Henry zurück, um ihm einen kurzen Kuss zu geben. „Bis gleich. Wie lange braucht das Essen noch?“
„Mindestens eine viertel Stunde.“
„Okay. Kal!“ Und schon verschwand Tara gutgelaunt aus dem gemeinsamen Zuhause, um mit Kal in die nächste Parkanlage zu gehen. Sie traf unterwegs ein paar Nachbarn, grüßte freundlich und kehrte nach gut zwanzig Minuten wieder zurück. Sie fand Henry entspannt auf dem Sofa, mit seinem Tablet in den Händen, vor und ließ Kal von der Leine, um lachend zuzuschauen, wie sich der Hund auf seinen Besitzer stürzte.
„Hey… Kal!“ Henry lachte und sprang vom Sofa, um mit seinem Hund zu spielen. Balgend wälzte er sich einen Moment mit Kal auf dem Boden und Tara schüttelte amüsiert den Kopf.
„Na hoffentlich wird’s ein Mädchen.“, murmelte sie. „Wenn ihr euch sonst in Zukunft zu dritt über den Boden rollt…“
Flach auf dem Boden liegend, Kal an seiner Seite, lachte Henry. „Du weißt… das mit den Mädchen ist bei uns nicht so einfach!“
„Charlie hat’s auch hingekriegt. Also vielleicht hast du dich ja angestrengt!“ Tara kniete sich auf den Boden, umgekehrt über sein Gesicht und hauchte ihm ein Kuss auf die Lippen. „Aber auch das wird am Ende egal sein.“, flüsterte sie.
„Wärst du enttäuscht, wenn es ein Junge ist?“
„Nein.“
„Wirklich nicht?“
„Nein.“, schüttelte Tara, über ihn gebeugt, den Kopf.
„Warum?“
„Weil es unser Kind ist. Egal ob Junge oder Mädchen.“ Dann lachte sie, weil ihr Magen knurrte.
„Na, das kann ja heiter werden. Einmal kotzt du dir die Seele aus dem Leib und dann knurrt dein Magen, als hättest du einen ausgehungerten Bären in dir.“ Henry erhob sich und zog auch Tara vom Boden. „Komm, lass uns essen und dann endlich den restlichen Tag genießen.“
„Kal muss später nochmal raus.“, erinnerte Tara ihren Verlobten lachend.
„Du wirst die perfekteste Mutter aller Zeiten.“, raunte Henry und zog Tara leidenschaftlich an sich. „Wenn du dich nur halb so gut um das Baby, wie um Kal kümmerst, wird es das glücklichste Kind aller Zeiten werden.“, versicherte er.
„Ach… wir werden furchtbare Eltern sein, befürchte ich.“, lachte Tara.
„Was? Wie kommst du darauf?“
„Wir werden dieses Kind verwöhnen. Es wird ständig auf Reisen sein und alles bekommen, was es nur annähernd haben möchte. Vermutlich wird es dann auch noch genauso oft mitbekommen, wie wir uns duellieren, ebenso wie Kal.“ Tara setzte sich und zog die Nase kraus.
„Und du wirst mich bei der Geburt hassen. Tommy hat mich schon vorgewarnt, als es bei Lynn soweit war.“
„Oh, was wird Lynn dazu sagen?!“
„Sie wird ausflippen.“, seufzte Henry. „Genauso wie Corey. Beide werden Pate sein wollen.“
„Und deine Brüder.“
„Auch.“, nickte Henry grinsend.
„Oh je.“
„Du siehst… da müssen noch ein paar folgen, bis alle glücklich und zufrieden sind.“
„BITTE!?“ Tara fing an zu essen. „SIEBEN Kinder, Henry? SIEBEN!?“
„Sechs… ich möchte nicht Pate meines eigenen Kindes sein.“, mampfte Henry und schob sich noch mehr Reis in den Mund.
„Ehm…“
„Ich geb mir Mühe, versprochen.“, grinste Cavill jetzt und wich dem Mais, den Tara über den Tisch schnickte, geschickt aus.
„Vergiss es, Cavill. Erstmal muss dieses eine groß werden, bevor wir über ein nächstes verhandeln.“
„Verhandeln?“ Henry zog die Augenbrauen hoch. „Was wird es mich kosten, wenn ich sage, dass ich mindestens zwei haben will?“
„Das überlege ich mir noch.“, grinste Tara. „Du hast lecker gekocht.“
„Wir sollten nochmal nach Ungarn, was?“
Sofort nickte Tara. „Ja, ich liebe diese Märkte mit den ganzen Einkaufsmöglichkeiten. Stopp!“, rief sie auf einmal.
„Was?“
„Wir können erst heiraten… verdammt.“, brummte sie.
„Hmmm?“
„Ich werde nicht heiraten und nichts von unserem Wein trinken, Henry.“, kicherte Tara jetzt.
„Dann warten wir, biss wir unser Baby in den Armen halten können und du wieder etwas trinken darfst.“
„Neun Monate und dann stille ich… Das kann dauern.“, bedauerte Tara.
„Wenn wir einfach im nächsten Herbst dann heiraten?“, schlug Henry vor.
Sofort nickte Tara. „Okay. Dann… müssen wir eben warten.“
„Das Baby hat Vorrang. Oder?“
„Sowas von.“, seufzte Tara. „Und trotzdem freue ich mich. Auf alles.“
„Ich mich auch.“
Tara lächelte. Nach der Angst um ihre Gesundheit, war jetzt einfach alles sonnig. Sie freute sich auf das, was kommen würde. Natürlich würden auch schlimme Tage oder Zeiten dabei sein, allein, wenn sie daran dachte, dass sie ständig brechen müsste, aber die guten würden überwiegen. Und wenn sie erstmal ihren Freunden und Familien von der Schwangerschaft erzählen könnten, wäre alles nochmal einfacher. Und so beendeten sie das Essen: schweigend, aber lächelnd in ihren Zukunftsgedanken versunken, bevor sie sich aufs Sofa zurückzogen, wo Henry wieder mal eine Dokumentation anschaltete, während Tara sich einfach an ihn kuschelte und so tat, als würde sie nur daliegen. Letztendlich schmiedete sie Pläne für den nächsten Tag. Schließlich musste sie so heimlich wie möglich alles für eine kleine Party vorbereiten. Als ihr Handy laut klingelte, zuckte sie zusammen.
„Wow… so schreckhaft?“ Henry griff zum Tisch und griff nach ihrem Handy. „Es ist Corey?“, wunderte er sich.
„Hmm… ihn habe ich vorhin nicht erreicht. Vielleicht deswegen.“, brummte Tara und eilte mit dem Telefon in die Küche. „Corey?“ Er war der einzige gewesen, der nichts geschrieben hatte.
„Hey, wegen morgen…“
„Ja?“
„Ich kann doch kommen.“
„Super. Klingt prima.“
„Ja. Ich hab einfach einen Flug eher genommen.“
„Wo steckst du?“
„Ich war in Irland.“
Tara konnte Corey grinsen hören. „Aha.“
„Jaha. Aber viel interessanter finde ich eure Geschichte. Da steckt keine Krankheit dahinter, sonst würdest du niemanden heimlich einladen.“
„Ehm… wie gesagt, es ist alles wieder gut.“
„Ja? Sicher? Nicht, dass du jemanden ansteckst.“ Corey ahnte, dass irgendwas anderes dahinter steckte. „Oder wolltest du einfach, dass die Leute an Henrys Geburtstag da sind?“
„Mhhh? Ja… ja. Das…“
„Du bist die schlechteste Lügnerin der ganzen Welt, Tara. Ich will morgen ALLES wissen. Ist das klar? Kommt Lynn auch?“
„Nein, die sind noch unterwegs.“
„Mist. Mit ihr zusammen kriege ich alles aus dir raus. Aber gut… das wird schon werden.“
„Mhhh, schaun wir mal.“
„Okay, dann komme ich morgen vorbei. Kann sein, dass ich etwas eher komme. Schlimm?“
„Nein, Charlie ist da und hilft Henry beim Um… räumen.“, Tara kniff die Augen zusammen.
„Umräumen? Wieso?“
„Er möchte sein Büro lieber unterm Dach haben. Also räumen wir um.“, log Tara. „Er glaubt es wäre zu verlockend das Büro neben dem Schlafzimmer zu haben.“
„Verlockend?“
„Ich könnte ihn wohl ablenken. Oder das Büro ihn vom Schlaf.“
„Hmm… okay… klingt… unlogisch und so gar nicht nach Henry, aber wenn er meint…“, wunderte sich der Amerikaner. „Okay… dann… sehen wir uns ja aber morgen.“
„Ja. Ich freue mich.“
„Was soll ich mitbringen?“
„Nichts Bestimmtes. Überleg dir was.“
„Dann weiß ich Bescheid. Bis dann.“ Er legte auf und Tara schüttelte amüsiert den Kopf. Aber sie freute sich für Henry. Trotz der Spontanität kamen wirklich die wichtigsten Personen. Und da Charlie zur Zeit auch da war, wäre sogar der am weitesten entfernte Bruder da, dem er – nicht nur altersmäßig – am nächsten stand.
„Ist alles gut bei euch?“ Henry erschien in der Tür. „Hab ich das richtig gehört? Corey kommt?“, freute er sich.
„Mhhh. Aber er wusste noch nicht genau wann. Ich hab ihm gesagt, dass Charlie mittags da ist und ihr umräumen wollt… er wird kommen, sobald er Zeit hat. Also immerhin Charlie und Corey.“
„Zwei sehr wichtige Menschen für mich.“, versicherte Henry und zog Tara in eine feste Umarmung. „Zwei der wichtigsten, nach den beiden, die ich gerade im Arm habe.“
„Oh.“, flüsterte Tara berührt. Dass Henry das Baby auch jetzt schon so betitelte, ließ ihr Herz hüpfen und sie musste kurz schlucken.
„Oh?“ Brummend lachte Henry, strich über Taras Rücken. „Zurück aufs Sofa?“
„Egal wohin.“ Tara umklammerte den warmen Körper von Henry, der sich jetzt allerdings von ihr löste, sie dann einfach auf seine Arme packte und lachend nach oben ins Schlafzimmer brachte.
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