Unverhofft kommt oft

von finngirl
GeschichteAllgemein / P12
04.08.2018
15.09.2019
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Sodele, ihr Süßen... entschuldigt, dass ich euch habe warten lassen :( Aber ab und an muss ich mein Privatleben vorziehen ;)
Danke für die beiden Kommis! Ihr beiden habt euch das nächste Kapi verdient :*
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„Henry?“ Tara stupste den Mann im Sitz neben ihr an.
Er brummte kurz.
„Henry, wach auf, wir landen gleich.“, kicherte Tara.
Sie saßen in einem Flugzeug nach London. Kal konnte in dem kleinen Flieger mit bei ihnen bleiben und lag brav zu ihren Füßen.
„Hmm. Ja.“, murrte er. Langsam öffnete er die Augen. „Ich bin müde.“, stellte er klar.
„Ich weiß.“ Tara sah ihn liebevoll an.
In den letzten Tagen, nach Silvester, hatten sie viel unternommen. Henry hatte Tara die ganze Insel gezeigt, sie waren zumeist zu Fuß unterwegs gewesen und abends hatten sie dann auch wirklich noch ein paar Bars und Kneipen abgeklappert, um unter Menschen zu kommen. Letztlich hatten sie beide wenig geschlafen und nachdem Tara durch die Ansage des Kapitäns geweckt worden war, weckte sie jetzt Henry.
Der zog sich jetzt schnaufend neben ihr hoch und sah kurz aus dem Fenster, um sich dann übers Gesicht zu fahren. „Eigentlich gut, dass wir erst für morgen Tickets nach Florida gebucht haben.“
„Hmmm. Du hast umgebucht.“, nickte Tara und streckte sich kurz. „Ich freue mich auf die Sonne.“
„Jersey im Winter… es ist eine Insel.“, murmelte Henry.
„Das wusste ich. Aber der viele Wind…“, lächelte Tara. „Und trotzdem… einer der besten Urlaube meines Lebens.“
„Wieso?“
„Dummkopf.“, flüsterte Tara. „Wegen uns.“ Sie griff nach Henrys Hand, um ihre Finger zwischen seine zu schieben. „Und jetzt bin ich auf Florida gespannt.“
„Ich wollte Motorrad fahren.“
„WAS!?“ Erschrocken sah Tara ihn an.
„Du kannst mitfahren.“
„Aber… ich… das hab ich noch nie gemacht und… das ist schnell…“
Amüsiert sah Henry Tara an. „Du hast Angst? Hast du das schon mal gemacht?“
„Ich hab keinen Führerschein dafür.“
„Und bist du schon mal mitgefahren?“
„Nee.“ Sofort schüttelte Tara den Kopf.
„Wir versuchen es einfach.“, grinste Henry.
„Dafür verfluche ich Tom.“, brummte Tara.
„Tom?“
„Cruise.“
„Wieso?“
„Na… deinen Führerschein hast du ja nur wegen dem Film doch noch gemacht!“ Tara schimpfte, Henry lachte.
„Ich werd es ihm ausrichten.“
Endlich landete der Flieger und Henry und Tara stiegen mit Kal aus. Es dauerte nicht lange, bis sie ihr Gepäck hatten und ein Taxi gefunden hatten, dass sie nach Hause bringen würde.
„Wir setzen dich zuerst ab. Dann muss ich mit Kal raus.“
„Soll ich morgen zu dir kommen? Oder kommst du zu mir?“
Henry runzelte kurz die Stirn.
„Was?“
„Ich… naja, ich dachte, wir verbringen den Abend zusammen.“, erklärte er leise, damit der Taxifahrer nicht alles mitbekam.
„Können wir!“ Tara freute sich, wollte aber auch nicht, dass Henry das Gefühl hatte, sie könne nicht ohne ihn. Nicht schon wieder! „Ich wollte nur nicht…“
„Oder sollen wir…“
„Henry.“, jammerte Tara. „Du weißt genau, wie gern ich mit dir zusammen bin.“
Lächelnd küsste er sie. „Okay, dann packst du deine Sachen und rufst an, wenn du fertig bist? Ich hole dich ab, damit dein Auto hier stehen bleiben kann. In der Zeit kann ich mit Kal spazieren gehen, ein paar Sachen für mich einpacken, was ich eben nicht in Florida und L.A. habe. Dann bestell ich uns eine Kleinigkeit zu essen und wir machen uns endlich mal wieder einen richtig ruhigen Abend. Nur du und ich.“
„Und Kal.“
„Und Kal.“, nickte Henry. „Weißt du, wenn ich euch beide störe…“, stichelte er zwinkernd.
„Ab und an…“, nickte Tara und streichelte Kal, der zwischen den beiden im Fußraum lag. „Nachts. Er wärmt mich so schön.“
„Ich etwa nicht?“
„Meist bauschst du die Decke so auf und lässt kalte Luft drunter.“, flüsterte Tara in Henrys Ohr und kicherte leise.
Der Schauspieler schüttelte nur kurz den Kopf. „Ist es also so okay? Du packst und ich hole dich dann ab?“
„Mhhh.“
„Und, auf was hast du Hunger?“
„Hmm…“
„Italienisch?“
„Nee.“
„Chinesisch?“
„Hmm…“
„Indisch?“
„Oh…“ Tara hob kurz die Augenbrauen. „Hatte ich schon länger nicht mehr.“
„Okay, dann bestell ich ein paar Sachen.“
Das Taxi hielt vor Taras Haus.
Sie schnallte sich ab und sah erstaunt auf, als auch Henry seine Tür öffnete. „Kal, bleib.“, murmelte er. „Sie warten kurz.“, sagte er zum Taxifahrer, der nickte, während er Taras Koffer aus dem Kofferraum holte.
Henry küsste seine Freundin. „Bis gleich. Ruf einfach an, wenn du soweit bist. Soll ich dir den Koffer reintragen?“
„Das schaff ich schon. Lass Kal nicht so lange warten.“ Tara löste sich, griff nach ihrem Koffer und suchte aus der Handtasche den Schlüssel raus. „Bis gleich.“
„Mhhh.“ Henry wartete am Taxi, bis Tara im Haus war und nannte seine Zieladresse, um auch endlich nach Hause zu kommen.
Dort gab er seinem Hund Futter, bevor er die Wäsche schnell machte und dann mit Kal spazieren ging. Ihm war klar, dass Tara auch erst ihre Wäsche machen würde und sie aufhängen wollte, bevor sie zu ihm käme. Gerade, als er überlegt, nachzufragen, für wann er das Essen bestellen sollte, rief sie an.
„Ich wäre in einer halben Stunde soweit.“, erklärte sie. „Ich hab gerade die Wäsche aufgehangen und muss nur noch ein paar Kleinigkeiten einpacken. Ich hab dieses Mal einen kleineren Koffer und kann auch rüber…“
„Ich bin in einer halben Stunde da.“, unterbrach Henry sofort. Niemals würde er Tara bei diesen Temperaturen im nasskalten London zu ihm laufen lassen. Schon gar nicht mit Gepäck für knappe zehn Tage.
„Du musst…“
„Ich will.“, würgte Henry sie schon wieder ab. „Ich bin gleich wieder mit Kal zu Hause, dann bestelle ich unser Essen und mache mich auf den Weg.“, versprach er. „Gibt es irgendwas, was du nicht magst?“
„Hmm… nichts mit Fisch. Ich hatte so viel Fisch in den letzten Tagen.“
„Okay. Dann bis gleich.“ Er wartete noch, bis Tara aufgelegt hatte und suchte die Nummer eines indischen Lieferservices, bevor er seine Wäsche in den Trockner steckte und währenddessen das Essen bestellte, damit es in einer guten Stunde geliefert werden würde. Dann bezog er noch das Bett frisch und machte sich schließlich auf den Weg zu Tara, um sie abzuholen.
„Hey… ich bin gleich soweit.“, öffnete sie ihm die Tür und eilte nach drinnen. „Ich krieg den Koffer nicht zu.“, lachte sie und setzte sich drauf, um unter sich den Reißverschluss zu zu ziehen.
„Lass mich.“, lächelte Henry, ging auf die Knie und zog den Reißverschluss einfach zu. „Was hast du da alles drin?“, murmelte er, kniete direkt vor ihr und küsste sie jetzt. „Ich hab dich in den letzten zwei Stunden vermisst.“, flüsterte er.
„Mhhh… ich dich auch.“, gab Tara leise zu und küsste ihn noch einmal. „Danke fürs Helfen.“ Langsam rutschte sie vom Koffer, schlang ihre Arme um Henrys Nacken und ließ sich hoch ziehen. „Was machen wir hier Henry?“, flüsterte sie.
In den letzten beiden Stunden war ihr klar geworden, wie eng sie mit Henry verbunden war. Am liebsten hätte sie ihn gar nicht gehen lassen, als er wieder ins Taxi gestiegen war. Als er vor einer knappen halben Stunde ans Telefon gegangen war, hatte ihr Herz geklopft, als ob sie das erste Mal mit ihm sprechen würde.
„Uns küssen.“, grinste er gegen ihre Lippen.
„Nein… ich meine… wieso kann ich schon wieder nicht…“
„Geht mir auch so.“ Cavill schüttelte den Kopf leicht. „Ich weiß es nicht, Tara, aber… ich will nicht mehr ohne dich sein. Es ist…“
„Ein Ding der Unmöglichkeit.“, hauchte Tara jetzt und legte ihre Stirn an seine.
Dann atmete Henry durch und löste sich. „Komm… wenn du alles hast…“
„Ja.“ Tara taumelte kurz, als Henrys Halt verloren ging, zog sich dann aber Schuhe und einen Mantel an, löschte alle Lichter und verschloss die Tür. „Ich muss später nochmal Lynn anrufen. Wegen meiner Post.“
„Mach das.“  Henry trug ihren Koffer, wartete, bis abgeschlossen war und brachte sie zum Auto. „Ich hab sogar das Bett frisch bezogen.“
„Du bist der perfekte Hausmann.“, grinste Tara, stieg ein und schnallte sich an. Nur drei Straßen später stieg sie aus und verdrehte die Augen, als Henry ihr verbot, ihren eigenen Koffer zu tragen. „Hast du überhaupt einen Schlafanzug…“
„Oh…“ Tara zog die Nase kurz kraus. „Und die Zahnbürste…“
„Ich hab noch eine eingepackte. Und ein Shirt kann ich dir auch leihen.“, grinste Henry jetzt. „Lass den Koffer zu.“
„Ich hab meine Kleider für morgen da drin. Ich muss ihn sowieso aufmachen.“
„Wofür hab ich ihn grad zugemacht?!“, seufzte Henry gespielt und sah zu, wie Kal Tara einmal mehr begrüßte.
„Damit ich ihn wieder aufmachen kann und… du mir nochmal helfen darfst.“
„Lässt du deinen Mantel morgen hier?“
Tara nickte. „Wenn es dich nicht stört?“
„Ich fliege von L.A. direkt nach Ungarn…“, murmelte Henry jetzt und verzog den Mund.
„Oh… dann muss ich ihn mitnehmen.“ Es war klar, dass Tara nicht mit nach Ungarn fliegen würde. Sie hatte genug zu erledigen und wollte nach ihren Großeltern sehen.
„Oder…“ Henry griff in die Schublade seiner Kommode im Gang und holte den Ersatzschlüssel raus, den Tara schon zweimal für einige Zeit besessen hatte. „Ob du ihn dann hier lässt oder behältst, kannst du ja selbst entscheiden, aber dann musst du den Mantel zumindest nicht mitnehmen.“, bot er an und Tara nahm den Schlüssel zögerlich entgegen. „Es… wäre beides okay.“, versicherte der Schauspieler ihr und sah zu, wie sie ihn an ihrem Schlüsselring aufzog.
„Okay. Ich schreib dir dann, wenn ich weiß, was ich damit mache.“, nickte sie.
„Gut, dann… lass uns mal deine Klamotten rausholen, damit wir morgen keinen Kofferkampf austragen müssen. Dann können wir den Tisch decken und aufs Essen warten.“
„Ich würde vorher gern noch Lynn anrufen. Nicht, dass es zu spät wird.“
Henry nickte, sah zu, wie Tara ihr Handy zückte und sich auf dem Sofa im Schneidersitz niederließ, um ihre beste Freundin anzurufen.
„Tara!“
„Hi Lynn. Ich wollte mich nur kurz melden.“
„Seid ihr jetzt erst gelandet?“
„Nein, schon vor dreieinhalb Stunden. Ich bin jetzt bei Henry und wir machen uns einen gemütlichen Abend, bevor es morgen dann nach Florida geht.“
„Ich beneide euch.“, lachte Lynn. „Schön, dass du dich meldest. Deine Post hast du gefunden?“
„Ja, danke! Kannst du auch…“
„Natürlich! Allein dass du fragst, sollte mich beleidigen!“, lachte Lynn.
„Na ja, deine Schwangerschaft…“
„Verläuft prima! Dein Patenkind wächst und gedeiht und möchte, dass seine Patentante im Frühling fit und ausgeruht und glücklich ist! Und dann so viel Zeit wie möglich erübrigen kann.“
„Mach mir nicht jetzt schon ein schlechtes Gewissen.“, brummte Tara.
„Hast du den Lautsprecher an?“
„Nein. Wieso?“
„Ich will, dass Henry irgendwann sowas wie der Patenonkel für mein Mädchen ist. Halte dich bitte ran!“
„LYNN!“, lachte Tara. „Du weißt… gerade…“
„Allein die Tatsache, dass du schon wieder bei ihm bist, Tara… du kannst gar nicht anders, als ihn irgendwann zu heiraten.“
„Oh Gott!“ Tara hielt sich die Augen kurz zu.
„Alles okay?“, wollte Henry irritiert wissen.
„Ja… ja, alles gut.“, murmelte Tara schnell. „Lynn… bei euch ist aber sonst auch alles okay?“, wechselte sie jetzt das Thema.
„Ja. Dem Baby und mir geht es prächtig. Tommy genießt die Trainingseinheiten im Fitnessstudio mit den Leuten, die sonst mit Henry trainieren und wir freuen uns darauf dich oder euch irgendwann auch mal wieder live zu Gesicht zu bekommen.“, versicherte Lynn lachend.
„Ich bin am 15. Januar wieder da. Zwar will ich mich dann erstmal bei Mumi und Pops blicken lassen, aber… die sind damit beschäftigt die letzten persönlichen Sachen einzupacken, während Tonja auch im Haus sortiert.“
„Oh… und, wirst du das Haus verkaufen?“
„Nein. Niemals.“
„Umgestalten?“
„Ich weiß noch nicht. Es besteht kein Grund. Mumi und Pops haben es immer gut behandelt, alles erneuert und vor kurzem ja erst die Zimmer umgeräumt. Irgendwann vielleicht mal. Nicht sofort.“
Henry beobachtete Tara, während sie von ihren Großeltern und deren Haus sprach. Er hörte und sah die Wehmut, aber auch die Zuversicht und den Mut, der in den letzten Wochen, Monaten neu erwacht war und Tara gestärkt hatte. Trotz seines Fehlers.
Als sie aber lachend mit Lynn vereinbarte, am Tag nach ihrer Rückkehr nach London zum gemeinsamen Frühstücken vorbei zu kommen, entspannte er sich und wartete, bis sie das Telefonat beendet hatte.
„Alles okay bei den Dreien?“
„Ja. Tommy liebt das Training in deinem Studio, dem Baby geht es gut und Lynn ist auch in Ordnung. Wir treffen uns nach L.A. zum Frühstücken.“ Tara streckte sich. „Ich würde gern die Jeans ausziehen…“, murmelte sie.
„Tu das.“, neckte Henry sofort mit einem breiten Grinsen.
„Dann friere ich. Oder ich muss doch…“
„Ich kann dir eine bequeme Hose von mir geben. Für hier wird’s reichen.“, bot Henry sofort an und sprang auf, um eine Jogginghose aus seinem Schrank zu holen. Insgeheim freute er sich, denn er mochte es, wenn Tara Shirts von ihm trug. Hosen waren auch okay. Er fand sie in seinen Klamotten einfach noch attraktiver als sonst. Es hatte etwas Intimes. Er griff auch direkt nach einem Pullover von sich und brachte beides nach unten.
„Du willst nur beim Ausziehen zuschauen.“, schmollte Tara gespielt.
„Oh ja. Das Essen kommt gleich, also sollte ich mir schon mal Appetit holen.“
„Ha ha.“ Tara schüttelte den Kopf.

„Nein!“ Tara verschränkte die Arme und machte zwei Schritte zurück.
„Probier es wenigstens mal. Ich bin ein sicherer Fahrer, Tara.“, bettelte Henry. Er saß auf seinem Motorrad und hatte seinen Helm schon aufgezogen. Den für Tara hielt er in den Händen. „Du hast es jetzt jeden Tag ausgeschlagen. Morgen wollen wir nach L.A. rüberfliegen…“
„Ja, dort hast du bestimmt auch noch eine Maschine.“
„In der Tat, aber… die hier… ist was Besonderes.“
„Ist es deine?“
„Ja.“
„Aber… wo steht sie, wenn du nicht hier bist?“
„Bei einem Freund. Wirklich. Komm, Tara. Seit vier Tagen weigerst du dich.“
„Ich kann dir mit dem Auto folgen.“
„Rechtsverkehr, meine Liebe.“, schmunzelte Henry. „Den hast du bisher auch verweigert.“ Henry amüsierte sich über Taras vehemente Gegenwehr, die sie seit Tagen aufrecht erhielt.
Sie hatten sich Ruhe gegönnt, waren am Meer, am Strand, hatten lecker gegessen, ein paar Freunde von Henry besucht und ihre gemeinsame Zeit genossen. Aber jeden Tag, wenn er eine Tour auf dem Motorrad, welches wirklich bei einem Freund untergebracht war, bis er ein eigenes Haus in Florida besäße, vorgeschlagen hatte, hatte sie sich gewehrt. Jetzt war der letzte Tag und er wollte unbedingt, dass sie mit ihm fuhr. Motorradfahren bedeutete Freiheit, Spaß, Vertrauen… „Scheiße.“, brummte er da auf einmal.
„Was? Was ist denn jetzt? Ist was kaputt an dem Ding?“
„Nein…“ Henry zog seinen Helm ab. „Ich weiß, woran es liegt.“
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