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50 Shades of Harry Potter

Kurzbeschreibung
OneshotFantasy / P16 / Gen
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Neville Longbottom Ronald "Ron" Weasley Severus Snape
03.08.2018
19.06.2021
25
36.759
13
Alle Kapitel
75 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
07.12.2019 1.953
 
für -Schattentaenzerin-



It's a bad moon
A bad, bad moon
Hahaha

I wait till midnight, I can feel a cold breeze
A box of moonlight, a silhouette of palm trees
With one foot in the grave, beware of what I crave


Ruhig sass er zwischen zwei Büschen am Strassenrand während der Vollmond seine Bahn über das nächtliche Firmament zog. Der Wolfsbanntrank hatte dafür gesorgt, dass sein Verstand derjenige eines Menschen blieb, während sein Körper einmal mehr die Gestalt eines Wolfes annahm. Fast bereute er, dass er ihn so regelmässig genommen hatte. Das Vergessen während der Stunden seiner Verwandlung war manchmal ein wahrer Segen. Teilweise sehnte er sich sogar nach dieser Nacht, wenn er seinen animalischen Instinkten freien Lauf lassen konnte.

My loneliness is the only bitch that holds me
No use in thinking 'bout it, don't need a reason
The moon is changing me, yeah, my heart is beating
You better run away before it gets too late
Black sunsets on the sky and I'm thinking


Wölfe waren Rudeltiere, doch das galt nur für richtige Wölfe, keine Werwölfe. Es mochte auch dort Rudel geben, nur hatte er noch keines gefunden. Und auch die meisten seiner menschlichen Freunde hatten sich von ihm abgewandt, sobald sie von seiner «Besonderheit» erfuhren. Aber all diese Sorgen rückten in den Hintergrund, sobald der Vollmond sich offenbarte. Selbst wenn er den Wolsbanntrank nahm, ein Teil von ihm wurde dennoch zum Tier und er dachte um einiges rationaler als in seiner menschlichen Gestalt.

Is there anybody out there?
Is there anyone home?
Hope you're awake for the nightmare
Hope you stay for the show


Kurz nach Mitternacht löste er sich aus den Schatten und liess es zu, dass das Mondlicht sein Fell in weiches Silber verwandelte – wenn man denn von den Narben absah, die immer wieder zwischen den Fellbüscheln hervorblitzten.
Sein Ziel war ein Einfamilienhaus am Rande der Stadt. Alles war ruhig, sie hatten sich nicht mal besonders viel Mühe mit dem Schutzzauber gegeben. Also hatte Eva nicht damit gerechnet, dass er hier aufkreuzen würde. Nun, dann würde sein Auftauchen sicher eine Überraschung für sie werden.

You know how it is when you're just waiting on that bad, bad moon to rise
You know how it is 'cause we're just waiting on that bad, bad moon to rise
Just let the bad moon do it, bad moon do it, bad moon do it
You know how it is 'cause I'm just waiting on that bad, bad moon tonight


Der Monat war lang gewesen. Er hatte gewusst, dass es in dieser Nacht geschehen musste. Als Monster hatte sie ihn beschimpft. Und eben dieses Monster sollte sie nun in seiner ganzen Schrecklichkeit zu sehen bekommen. Durch seine Erkundigungen vom früheren Abend wusste er, dass ihr Zimmer sich im ersten Stock befand. Mit genügend Anlauf und etwas Glück konnte er mit einem Sprung bis dorthin gelangen. Selbst das Fenster hatte sie offen, man hätte fast meinen können, sie warte nur auf seinen Besuch.

So take my hand now, I'll welcome you to my bad dream
Up in the clouds now, that bad moon comes and it grabs me
I see the city below, the city is my soul
And when it takes control, it's got me thinking these bad things
So let's not talk about it, I know the deal's done


Tatsächlich schaffte er es bereits beim ersten Versuch, sich an der Hausfassade hoch zu stemmen und landete kurz darauf auf ihrem Schlafzimmerboden. Einem früher am Abend gesprochenen Stillezauber war es zu verdanken, dass sie dabei nicht sofort aus dem Schlaf schreckte.
Er warf einen Blick aus dem Fenster um sicherzugehen, dass niemand auf den Strassen unterwegs war. Doch das kleine Städtchen schlief völlig, alles war dunkel. Also drehte er sich wieder zum Objekt seiner Begierde um. Diese Nacht war sie das Objekt seiner blutigen Begierde. Er hatte Eva gemocht, sehr sogar. Sie stammte aus einer reinblütigen Familie. Dafür, dass ihr Bruder ein Squib war konnte sie schliesslich nichts, ihr Blut war rein. Seines war es auch gewesen, bis zu jenem Tag, an dem er zum Werwolf geworden war. Diese Tatsache hatte er aus gutem Grund vor allen verborgen. Eva hatte er sich schliesslich geöffnet, weil er geglaubt hatte, sie würde damit zurechtkommen. Oh wie zerstörerisch ein Glaube doch sein konnte…

Kurz nach ihrer Abfuhr war er dann Tom Riddle begegnet. Der junge Mann hatte ihn in den Bann gezogen und seine Freundschaft gesucht, obwohl er von Beginn an gewusst hatte, dass es sich bei Fenrir um einen Werwolf handelte. Doch die Tatsache hatte ihn nicht gestört, ganz im Gegenteil. Zum erste Mal seit langer Zeit hatte jemand Hoffnung in ihm geweckt, Hoffnung auf eine gerechtere Gesellschaft. «Bis es soweit ist», hatte er erklärt, «müssen wir die Gesellschaft von Unkraut befreien. Hast du schon mal jemanden getötet?» Fenrir hatte auf diese Frage hin nur leer geschluckt und den Kopf geschüttelt.
«Nun, dann solltest du es jetzt tun. Ich muss wissen, ob du dazu in der Lage bist. Du hast einen Monat Zeit.» Dieses Gespräch war etwas mehr als drei Wochen her. Nächtelang hatte er sich Gedanken darüber gemacht, wer sein Opfer sein sollte. Am Ende hatten ihn alle Gedanken wieder zu Eva geführt, die Entscheidung war schon am ersten Tag gefallen.

There ain't no getting 'round this, your ship is sinking
Get to your knees and pray, blue skies, they turn to grey
Black sunsets in your eyes, am I dreaming?


Für ihn gab es kein Zurück mehr. Er musste innerhalb der nächsten Woche jemanden töten und bei Eva freute er sich sogar schon darauf. Für sie gab es auch kein zurück mehr, denn den Schaden hatte sie längst angerichtet und egal wie lange und wie heftig sie flehen würde, nun war es zu spät.
Sanft fuhr er mit seiner Pranke über der Decke an ihrem Körper herab. Er wollte sehen, wie sie die Augen aufschlug, sehen, wie sie begriff, sehen, wie sich Schlaftrunkenheit zu Todesangst steigerte.

Is there anybody out there?
Is there anyone home?
Hope you’re awake for the nightmare
Hope you stay for the show


Es war sogar noch viel besser als er es sich vorgestellt hatte. Er fühlte, wie ihr Puls in die Höhe schoss, ihr Atem kam nur noch stossweise und der Schrecken in ihrem Gesicht war der reinste Balsam für seine Seele. Wie schade, dass er in seiner Wolfsgestalt nicht sprechen konnte. Sonst hätte er ihr gerne Stück für Stück erklärt, wie er sie auseinandernehmen würde. Tja, dann musste sie sich eben überraschen lassen. Ihr Schrei kam erwartet und beschleunigte seinen Puls nur noch weiter. Schrei nur, dachte er. Draussen hört dich keiner und deine Eltern sind heute Abend nicht zuhause. Aber wer weiss, vielleicht kommen sie ja früher zurück als erwartet? Riddle, oder eher Lord Voldemort, wie er sich seit neustem nannte, hatte sicher nichts dagegen, wenn er gleich drei Menschen tötete.

You know how it is when you're just waiting on that bad, bad moon to rise
You know how it is 'cause we're just waiting on that bad, bad moon to rise
Just let the bad moon do it, bad moon do it, bad moon do it
You know how it is 'cause I'm just waiting on that bad, bad moon tonight


Als Eva klar wurde, dass Schreie alleine ihr nicht halfen, griff sie nach dem Zauberstab auf ihrem Nachttisch. Der Werwolf schnellte jedoch nach vorne und vergrub seine Zähne in ihrem Handgelenk. Sofort liess sie den Stab los, der auf den Boden fiel und über den Parkettboden davonrollte. Nun waren es keine Angstschreie mehr, sondern Schmerzensschreie. Oh ja, er wusste wie es sich anfühlte, sobald sich das Gift oder der Virus, wie immer man es auch nennen wollte, in ihrem Körper verteilte. Die Gliedmassen schmerzten, der Kopf explodierte.

Blacked out streets, looking like a wolf
Bad moon up, need to check my pulse
Creep in the woods and I got you shook
Eyes locked in, gonna get you hooked


Ihr Herz raste nun schneller als seines und ihr Körper erzitterte. Kurz spielte er mit dem Gedanken, sie nun doch am Leben zu lassen, damit sie ihr Dasein als Monster fristen konnte. Dann hätte er weitaus mehr davon als nur in dieser einen Nacht. Allerdings ahnte er, dass er ihrer schnell überdrüssig werden konnte, das Geschrei nervte ihn jetzt schon. Also schlug er mit der Pranke nach ihrem Schädel und das Geschrei verstummte. Fasziniert betrachtete er, wie das Blut ihre Schläfe und Wange herabrann.

No look pass, coming up real fast
Sip on the flask then I hit that gas
No time to crash, gonna make it last
Wake up inside in a cool black mask
Got gold fangs, I'm with my kin
No silver chain, it burns my skin


Er musste sie eine ganze Weile angestarrt haben, denn er merkte, wie sich das Licht im Zimmer veränderte und dunkler wurde, der Mond zog langsam weiter. Ausserdem begann Eva sich langsam wieder zu regen. Sie legte ihre Hände an ihren Hals. Zuerst verstand er nicht warum, doch dann schleuderte sie ihm eine Silberkette entgegen, die sie eben noch getragen hatte. Geschickt duckte er sich darunter hinweg. Das Gerücht, gemäss dem Silber einen Werwolf schwächen könnte stimmte nicht ganz. Es schmerzte zwar auf dem Fell, mehr aber auch nicht.

Hitting those threes, I was born to win
Pop from the trees and I give you a grin
Check out the hairs that grows on my skin


Jetzt wo sie wieder wach war und die Zeit ihm langsam unter den Pfoten davonrann, hielt er es für an der Zeit, mit dem Spass zu beginnen. Er sprang nun auf ihr Bett und stellte sich über sie. Ihre Fusstritte und Versuche unter ihm weg zu kriechen waren sinnlos, sie stachelten den Wolf in ihm nur noch mehr an. Er glaubte aber sogar etwas wie Faszination in ihrem Blick zu sehen, als er ihr so nahe war. Faszination und Angst waren das letzte was ihre Augen ausstrahlten, bevor sie für immer erloschen. Zuerst hatte er ihren Körper auf den sie so viel gegeben hatte etwas verunstaltet. Als er aus dem Augenwinkel merkte, wie es draussen langsam heller wurde, riss er ihr kurzerhand die Kehle heraus.

That's just the beast crawling within
Blood stains on my fresh white Nikes
Oh my God, what the fuck did I do last night?


In dem Moment, in dem sich das Blut auf seinem ganzen Körper verteilte, begann der Vollmond hinter dem Horizont zu verschwinden und sein Fell bildete sich zurück. Seine Knochen deformierten sich zum zweiten Mal innerhalb weniger Stunden und kurz darauf stand da wieder ein junger Mann und kein Wolf. Im Licht des erwachenden Tages stand er einfach nur da und betrachtete die langsam erkaltende Leiche vor ihm. Weisse Flocken der Decken- und Matratzenfüllig lagen um das Bett herum verteilt, von dem ehemals grünen Bettbezug war nichts mehr zu sehen. Was nicht zerfetzt war, war blutgetränkt. Selbst der Bund mit seiner Kleidung, die nicht weit entfernt lag, hatten einige Spritzer abbekommen. Abwesend betrachtete er die roten Sprenkel auf seinen weissen Turnschuhen. Wie hatte alles nur so ausarten können?

You know how it is when you're just waiting on that bad, bad moon to rise
You know how it is 'cause we're just waiting on that bad, bad moon to rise
Just let the bad moon do it, bad moon do it, bad moon do it
You know how it is 'cause I'm just waiting on that bad, bad moon tonight
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