Geheimnisse

von Paarsaa
GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
Mario OC (Own Character) Peach
01.08.2018
11.07.2019
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Rotleuchtende Augen, Kälte, eine dunkle Aura, genau wie in ihrem Traum. Sie blickte in die Ferne und sah das unheimliche Monster auf sie zukommen. Beide hatten jeweils zwei Teile des Sternenartefakts in ihrem Besitz. Sie wusste, dass dies ein bitterer Kampf sein wird. Zwei Schwestern, die unterschiedlicher hätten nicht sein können, wollten diese Schlacht auf ihre Art und Weise austragen. Licht und Schatten. Sie dachte, dass Licht niemals ohne Dunkelheit existieren konnte, denn beides war abhängig voneinander, sodass eine Balance im Leben entstand. Doch die eine Seite hatte ein enormes Ungleichgewicht geschaffen. Und sie musste dieses Ungleichgewicht beheben, auch wenn es ihr eigenes Leben kosten könnte, wie bei ihren Eltern.

Peach stand auf ihrer Position und beobachtete, wie Darias Gestalt gegenüber von ihr stand.

"Nun sie mal einer an! Meine ach so gute Schwester wartet nur sehnsüchtig darauf, mich mit dem Zepter dieser elendigen Hexe zu vernichten!"
"Das hast du dir alles selbst zuzuschreiben, Daria! Dein Hass hat dich zu dem gemacht, was du heute bist. Was hat dir alles gebracht? Macht?"  ,rief Peach voller Entschlossenheit.
"Nein, meine Macht erkämpfe ich mir erst, wenn ich dich mitsamt deines Königreiches gestürzt habe."

Peach war verwundert. Auch wenn Darias Intentionen so offensichtlich waren, so fiel es ihr dennoch schwer, sie richtig einzuschätzen. Sie wusste, dass sie noch etwas zu verbergen hatte.

"Was mir dies alles genützt hatte, war Gerechtigkeit."
"Bitte?"
"Eine Schwester, geboren mit den Kräften einer Gottheit und dies alles nur durch reines Glück. Die andere Schwester musste sich alles erkämpfen, sogar ihr Unglück, um letztlich an dunkle Kräfte zu gelangen. Kommt dir diese Geschichte nicht bekannt vor? Genau, es ist unsere."
"Ich habe es mir nicht ausgesucht mit dieser Gabe geboren zu werden, Daria! Nur weil du einen anderen Weg als ich gehen musstest, heißt dies nicht, andere umzubringen. Schon rein gar nicht unsere Eltern!"
"Doch. Die Welt ist unfair und die Ungerechtigkeit muss mit allen Mitteln beglichen werden, auch wenn es heißt, Blut an den Händen zu kleben haben! Wir wurden in einer scheußlichen Welt hineingeboren. Glaubst du wirklich, dass ich mich meinem Schicksal einfach so hingebe?"
"Daria…Du bist einfach nur krank!"
"Nein, ich bin realistisch, meine naive Schwester. Was glaubst du denn, warum ich Toadsworth am Leben gelassen habe? Er ist der Schlüssel zu meinem Erfolg und zugleich dein Untergang!"

Kaum sprach Daria diese Worte aus, attackierte sie aggressiv Peach mit einer dunklen Aura. Jedoch war Peach bereits erfahren, was das Kämpfen mit ihrem Zepter anbelangte. Sie wehrte mit einer starken Schutzbarriere ihre Attacke ab und feuerte mit all ihrer Kraft mehrere Lichtstrahlen auf Daria ab. Auch sie wehrte ihre Attacken ab, indem sie ein schwarzes Loch vor sich auftauchen lies, um alles aus ihrer Umgebung zu verschlucken. Der Kampf wurde mit jeder Sekunde intensiver und düsterer. Obwohl Daria außerordentlich stark war, konnte Peach gut mithalten. Sie konnte spüren, dass ihre Kräfte sie weiter erschöpften, aber auch zugleich stärkten. Beide konnten mit ihren Gaben alles beeinflussen, sogar Illusionen. Als Daria versuchte Peachs Wahrnehmung mit einem finsteren Schleier voller Gram zu beeinflussen, erhob Peach ihren Zepter nach oben um kräftige Blitze erscheinen zu lassen, die auf Daria eintrafen.

Derweil nahm Mario im Schloss einen lauten Schrei wahr, während er mit Toadsworth gegen die Monster kämpfte. Voller Besorgnis lies sich Mario von dem Schrei ablenken, aus Angst, dass Peach etwas zugestoßen sei. Doch kaum sah er kurz weg, holte ein Monster vor ihm zu einem Schlag aus. Mario erstarrte, als plötzlich Toadsworth dazwischentrat und das Monster mit einem Spruch pulverisierte.

"Meister Mario, Ihnen wurde von der Prinzessin ein Auftrag gegeben und Sie halten sich auch daran!"

Mario nickte und widmete sich wieder aufmerksam dem Kampf zu. Jetzt war es nicht der Zeitpunkt schwach zu werden. Er musste das Schloss beschützten. Jedoch viel ihm auf, dass Toadsworth Schmerzen hatte, obwohl er kein einziges Mal von einem Monster getroffen wurde. Obwohl er vom Kämpfen her gleich stark bleib, kam er häufiger ins Keuchen. Mario dachte zunächst, es liege zunächst an seinem hohen Alter. Allerdings ergab dies für ihn keinen Sinn, von dem wie er Toadsworth sah. Denn mit jedem qualvollem Schrei, den er von draußen wahrnahm, erlitt Toadsworth parallel dazu einen kräftigen Stich, bei dem er sich ständig ans Herz fassen musste. Mario hatte kaum die Gelegenheit irgendwelche Vermutungen aufzustellen, es waren einfach zu viele Monster im Schloss, die er besiegen musste.

Währenddessen hat der Kampf zwischen Peach und Daria seinen Höhepunkt erreicht. Beide gelangten an ihre Grenzen, doch keine von ihnen dachte nur kurz ans Aufgeben. Trotz ihren Wunden und ihrer Erschöpfung feuerten sie all ihre Kräfte aufeinander ab und verursachten eine enorme Kollision, welches in ihrem Umfeld für kräftige Stürme und Erdrutsche verursachte. Peach musste die ganze Zeit über an ihre Freunde denken, die gerade ihr Leben für sie riskierten. Alle kämpften für sie, für ihr Königreich, sie musste einfach diesen Kampf gewinnen. Mit jeder Erinnerung an ihrer Reise, fühlte sich Peach lebendiger. Sie war selbstsicherer als je zuvor und wurde von einer hellen Aura umhüllt, die Daria schwächte.

"Ich werde diesen Kampf gewinnen, Daria. Denn ich bin nicht alleine. Ich habe meine Freunde hinter meinem Rücken, die zugleich meine Familie sind. Ich bin die rechtmäßige Herrscherin über das Sternenartefakt. Deine dunkle Kräfte, die nur von Habgier und Hass gefüllt sind, werden dich nicht weiterbringen."

Mit diesen Worten nahm der Himmel über Peach und Daria eine neue Form an. Anstatt reiner Finsternis, waren Sterne zu sehen. Sie richtete das Zepter auf Daria. Blitzschnell schoßen mehrere Sterne auf Daria ein, die ihre dunkle Aura mit einer ätzenden Kraft beseitigten. Darias Gestalt veränderte sich rapide. Sie verlor immer weiter an Größe und Dunkelheit, bis letztlich ein menschlicher Körper zum Vorschein kam. Peach sah Darias echte Gestalt schwach auf den Boden liegen. Sie erkannte eine dünne und zerbrechliche junge Frau, dessen zartes, aber zugleich kaltes Gesicht Wut und Enttäuschung preisgab. Der Schmerz, welches ihren Frust umhüllte, stand ihr im Gesicht geschrieben. Peach bekam bei ihrem Anblick Gänsehaut. Sie hätte niemals damit gerechnet, dass hinter solch einem angsteinflößendem Monster noch etwas menschliches steckt. Die zwei restlichen Stücke des Sternenartefakts, die in Darias Besitz waren, erhebten sich von Daria und leuchteten auf. Daria hatte diese mit ihrer dunklen Kraft umgewandelt, um diese zu kontrollieren. Peach nahm die letzten zwei Stücke an sich und komplettierte alle vier Teile zu einem ganzen Artefakt, zu seiner ursprünglichen Form, wie vorgesehen.

"Bringe wieder Frieden in das Pilzkönigreich." ,befahl Peach dem Artefakt.

Sofort strahlte das Artefakt eine warme Energie aus, die sich über ihr ganzes Königreich ausbreitete. Alle Monster verschwanden, der Himmel verfärbte sich zu einem friedlichen blau und es kehrte wieder Ruhe ein. Sie hielt das Artefakt in ihren Händen und fühlte alles Leben durch das Artefakt hineinfließen.

"Glaub ja nicht, dass alles vorbei ist. Toadsworths dunkle Magie ist noch in mir und ich werde sie erst los, wenn du mich umbringst."

Peach blickte Daria in ihre eiskalten Augen und verspürte wieder ein enormes Unwohlsein. Sie wusste, dass Daria für alle ihre Taten bezahlen musste. Doch als Peach sie so kümmerlich am Boden liegen sah, wurde sie sich unsicher, ob sie wirklich als eine Prinzessin, die eigentlich ein Vorbild für ihre Nation sein sollte, jemanden umbringen konnte, vor allem wenn es ihre eigene Schwester war. Doch sie musste ihr Volk vor Daria beschützen, denn sie war eine große Gefahr für alle.

"Du kannst mich nicht umbringen, Peach." , sagte Daria mit einer erschöpften Stimme.
"Was macht dich da so sicher?"

Daraufhin fing Daria an schelmisch zu grinsen, doch Peach versuchte mit aller Mühe sich nicht von ihr provozieren zu lassen.

"Toadsworth übergab mir seine Kräfte. Er ist ein dunkler Magier, der nur am Leben sein kann, wenn seine Kräfte auf dieser Welt existieren. Bringst du mich um, so wird auch Toadsworth sterben."

Plötzlich erstarrte Peach. Sie verstand jetzt von vorhin die  Aussage von Daria. Sie zitterte am ganzen Körper. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken. Sie drehte sich um und sah Mario und Toadsworth hinter sich stehen. Toadsworth fasste sich vor Schmerzen an sein Herz. Auch im stand der Schock ins Gesicht gechrieben. Auch er wusste nicht von der Tatsache, dass sein Leben aufs Spiel steht, doch für ihn ergab dies alles Sinn. Noch nie hatte ein Magier seine Kräfte mit irgendjemanden geteilt und er jetzt wusste warum. Dies erklärte auch, warum er parallel mit Daria an Schmerzen litt. Auch Mario wurde sich der Situation bewusst und beobachtete das Geschehen mit einer enormen Anspannung.

"Prinzessin, Daria hat recht. Beendet ihr Leben, denn nur so kann wieder Frieden in das Pilzkönigreich einkehren."

Peach lief zu Toadsworth und kniete sich zu ihm nieder. Sie kämpfte mit all ihrer Kraft gegen ihre Tränen. Sie wollte keineswegs jemanden verlieren. Toadsworth war der letzte verbliebene aus ihrer Familie, die sie von klein auf aufzog. Sie konnte sich nicht vorstellen, ihn nicht mehr an ihrer Seite haben. Seit Geburt an war er immer bei ihr, hat sie beschützt und vieles gelehrt und nun müsse sie sich für seinen Tod verantworten.

"T-toadsworth, ich bitte Euch! Wir haben das ganze Sternenartefakt in unseren Händen. Es muss doch einen anderen Weg geben, um ihr diesen dunklen Kräfte zu entziehen. Bitte!"

Toadsworth nahm einen Atemzug und blickte die Peach voller Trauer an. Seine Miene verriet Peach, dass er sie noch ein letztes betrachten wollte, bevor er für immer geht. Doch Peach wollte dies keineswegs zulassen.

Toadsworth ging danach ruhig auf Daria zu.

"Toadsworth, ergötzt du dich gerade bei meinem Anblick? Dich erfreut es doch sehr mich hier liegen zu sehen."
"Nein, Daria. Ich bemitleide dich. Ich habe mir sehr oft für dich gewünscht, dass du ein richtiges Leben führst. Dass du wieder diese Freude verspürst, die du auf unserer Reise hattest. Du hast vieles von dieser Welt genommen. Unschuldige Bewohner, deine Eltern und zusätzlich noch dein eigenes Lebens."
"Du brauchst mir nicht wieder einer deiner unzähligen Predigte zu halten. Du bist derjenige, der mein Mitleid verdient hat. Mit deinen Kräften hättest du vieles erreichen können, doch du entschiedst dich für das Leben eines mickrigen Dieners! Warum Toadsworth, warum?“" ,keuchte Daria.

Daraufhin drehte sich Toadsworth in Peachs und Marios Richtung um und sprach, ohne Daria anzublicken.

"Ich habe gelernt mit gewissen Kapiteln aus meinem Leben abzuschließen. Ich fokussierte mich auf Personen, die mir ein Geschenk machten. Ich lernte dieses Geschenk anzunehmen, welches mir einen Neuanfang bot. Zu lieben, vertrauen und beschützen."

Auf einmal wurden Toadsworth und Daria von einer dunklen Barriere umhüllt, die starke Winde und einen schwarzen Lichtstrahl am Himmel erzeugte. Sofort fiel Peach das Artefakt aus den Händen. Sie wusste, was Toadsworth vor hatte. Sie rannte sofort zu der Barriere und versuchte diese mit allem was sie zur Verfügung hatte zu zerschlagen. Mario eilte zu Peach, um sie von dieser dunklen Barriere wegzuziehen. Die Strömungen, die Toadsworth erzeugte waren sehr stark, dass jeder davon verletzt werden konnte.

"Toadsworth, nein! Es gibt bestimmt einen anderen Weg!"
"Peach, pass auf! Diese Barriere ist zu gefährlich!" ,rief Mario, doch Peach hörte nicht auf ihn.
"Prinzessin, diese Welt ist erst sicher, wenn meine dunklen Kräfte nicht mehr existieren, damit sich ein Vorfall wie dieser nicht mehr ereignet. Dies ist unser einziger Ausweg!"
"Nein, ist es nicht! Toadsworth, hör auf damit! Dies ist ein Befehl!"  ,schrie Peach und hämmerte weiterhin gegen die Barriere. Ihr war es egal, wie sehr ihr die Knöchel anfingen zu schmerzen. Sie wollte nur Toadsworth aus dieser Situation befreien.

"Es tut mir außerordentlich leid, dass ich Euch so einen Kummer bereiten muss, Prinzessin. Doch man muss auch akzeptieren, dass jeder Kampf Opfer mit sich bringt. Bitte, Peach…ich will Euch nicht mehr weinen sehen. Ihr seid eine vernünftige und eigenständige Person. Ich werde immer bei Euch sein. Solange Ihr an mich denkt, bin ich nicht tot, meine Tochter."

Langsam nahm Peach ihre Hände von der Barriere und trat mit Mario einige Schritte zurück. Ihr Gesicht war voller Tränen gefüllt. Toadsworths Worte stachen ihr tief ins Herz. Es fülhlte sich so an, als ob ein wichtiger Teil ihres Lebens entnommen wurde.  Sie musste diese schmerzvolle Tatsache akzeptieren, auch wenn sie es nicht wollte.

"Ich danke Euch für alles, Toadsworth. Ihr wart immer für mich da. Ich werde dies niemals vergessen."

Toadsworth nickte und unterdrückte auch seine Tränen. Er blickte ein letztes Mal zu Daria, um dann den entscheiden Stoß auszuführen.

"Fürchtest du dich nicht vor dem Tod?"
"Nein, Daria. Deine Präsenz in dieser Welt bereitet mir mehr Angst, als vor dem Unbekannten. Ich hoffe, dass du deinen Frieden in der anderen Welt findest…"

Mit diesen Worten erzeugte Toadsworth einen kräftige dunkle Explosion, die kurz das Umfeld von Peach und Mario verfinsterte. Peach hielte sich so fest wie möglich die Augen zu und ließ sich von Mario umarmen. Sie konnte diesen Moment schwer ertragen und sank weinend auf Marios Oberkörper ein. Beide hörten nur noch einen lauten Knall und sahen, wie das Pilzkönigreich wieder seine warmen Farben erlangte. Von Toadsworth und Daria war keine Spur. Die Explosion hatte auch keine Schäden verursacht. Alles schien so unberührt, als wenn nichts geschehen wäre. Peach löste sich von Mario und ging auf die Stelle zu, auf der Toadsworth stand. Kurz darauf tauchten auch Daisy und Luigi auf.

"Wir haben es geschafft! Diese hässlichen Monster sind besiegt!"  ,rief Daisy und sprang glücklich in die Luft.

Doch es herrschte gerade eine unangenehme Stille, bei der momentan keiner ein Hauch von Freude verspüren konnte. Daisy und Luigi begriffen schnell, dass etwas Schreckliches vorgefallen sein musste. Alle starrten aufmerksam auf Peach, die mit dem Rücken zu ihnen stand.

Peach blickte weiter auf die Stelle und atmete tief durch. Sie hatte in dieser Zeit vieles gelernt. Es war nun Zeit, weiter nach vorne zu schreiten. Sie drehte sich um und nahm das Sternenartefakt in ihre Hände.

"Danke, dass ihr alle mit mir gekämpft habt. Ohne euch wäre ich niemals so weit gekommen."
"Dafür brauchst du dich nicht zu bedanken. Wir sind immer für dich da."  ,erwiderte Daisy und umarmte Peach.
"Ich auch für euch."

"Lasst uns jetzt ins Schloss gehen. Wir haben noch viel zu erledigen."  ,sagte Peach.
"Können wir uns nicht erstmal nach all diesem Abenteuer entspannen?"  ,fragte Luigi hoffnungsvoll.
"Nein, könne wir nicht!" ,rief Daisy, woraufhin alle anfingen zu lachen.

Für Peach stand eine Zeit voller Veränderung an. Sie versuchte an all diesen Erlebnissen zu wachsen. Auch wenn sich viele Ereignisse auf einer merkwürdigen und schmerzvollen Weise zugetragen haben, so waren es die neuen Erfahrungen, bei denen es auch einige schöne Momente gab. Sie blickte von nun an nach vorne. Denn ihre Zukunft hatte noch so vieles mehr zu bieten. Schließlich lässt das Schicksal niemanden los, wenn es heißt ein Leben zu führen.
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