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on a hellevator

von Yueliang
GeschichteDrama, Familie / P18 / MaleSlash
Lee Felix Seo Changbin
01.08.2018
23.12.2020
64
136.118
17
Alle Kapitel
39 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.04.2020 1.336
 
Changbin kehrt gemütlich zurück zum Klassenzimmer. Die nächste Stunde hat er bei Kim Heechul, der sieht alles nicht ganz so streng. Als er gelassen die Tür öffnet und zu seinem Platz geht, steht ihr Koreanisch Lehrer schon vor der Klasse. „Und wo hast du Minho gelassen?“, fragt er verwundert. „Im Krankenzimmer“, antwortet Changbin und setzt sich auf seinen Stuhl. In den vorderen Reihen beginnen Mädchen zu tuscheln. „Oppa geht es nicht gut?“, hört er eine flüstern. Macht euch nichts vor, Minho wird mit keiner von euch ausgehen, denkt Changbin verächtlich. „Nun gut, sonst sind alle da. Machen wir weiter, wo wir beim letzten Mal aufgehört haben. Kiyong, lies bitte die Ergebnisse der letzten Stunde vor“, verlangt Heechul und der angesprochene Schüler erhebt sich von seinem Platz. Als er endet, nickt Heechul zufrieden und hält einen Stapel Blätter hoch. „Eure Hausarbeiten von letzter Woche“, verkündet er und geht durch die Reihen, um sie zu verteilen. „Das allgemeine Ergebnis war dieses Mal sehr niederschlagend. Herrschaften, ein bisschen mehr Begeisterung bei diesen Aufsätzen hätte nicht geschadet“, sagt er streng und Changbin lacht leise, als er sieht, dass er gerade mal 30 Prozent hat, ein sagenumwobenes F0. An dem Tag hatte er einfach keine Lust auf irgendwas. Die meisten Schüler schauen besorgt auf ihre Ergebnisse, vergleichen diese mit den Nachbarn und ärgern sich. Changbin ist der einzige, der das ganze Drama völlig kalt lässt.

Heechul spricht ihn daraufhin nach der Stunde an. „Was sagen deine Eltern dazu?“, will er wissen und Changbin hebt nur die Schultern. „Nichts“, antwortet er und dreht sich weg. Heechul ist immer besorgt um Changbins Noten, was zum einen daran liegt, weil er mit der Familie Seo befreundet ist. Allerdings weiß keiner, dass Changbin und Heechul sich außerhalb der Schule näher stehen. Der dunkelhaarige Lehrer sieht Changbin kopfschüttelnd nach. Mit dem Kleinen zu reden, ist wie mit einer Mauer zu sprechen, denkt er frustriert. Minho lässt sich auch die nächsten Stunden nicht blicken. Erst zur neunten Stunde kommt er wieder und Changbin schaut auf. „Hyung, geht es dir besser?“, fragt er besorgt und Minho hebt nur die Schultern. „Okay, verrate nicht zu viel“, murmelt Changbin und der Ältere legt den Kopf auf die Tischplatte. „Nur noch zwei Stunden“, hört Changbin ihn seufzen. „Zwei Stunden Mathe“, murrt Changbin und holt widerwillig seine Bücher heraus. Normalerweise kann Minho dem Matheunterricht ohne Probleme folgen, doch heute blickt er lustlos nach vorne ohne mitzuschreiben. Changbin nimmt das mit Sorge zur Kenntnis. Minho ist ein sehr pflichtbewusster Schüler und wenn er nicht mitschreibt, dann geht es ihm wirklich nicht gut. „Du solltest morgen echt zu Hause bleiben“, sagt er bestimmt, als sie am Stundenende einpacken. „Das bringt nichts“, murmelt Minho. „Doch, du könntest dich auskurieren“, entgegnet Changbin verständnislos und erntet einen bösen Blick. „Das kann ich nicht einfach auskurieren wie eine Erkältung“, faucht Minho und Changbin runzelt die Stirn.

„Kann ich ja nicht wissen“, brummt er und schultert seinen Rucksack. „Tut mir leid, Dongsaeng. Das war nicht fair“, entgegnet Minho zerknirscht. „Du verheimlichst uns etwas“, stellt Changbin fest und Minho nickt. „Sagst du uns irgendwann in diesem Leben noch, was passiert ist?“, frag Changbin weiter, aber er erhält keine Antwort. Wortlos verschwindet Minho aus dem Klassenzimmer und der Jüngere schaut ihm verwundert nach. „Dann finde ich es eben alleine raus“, murmelt er entschlossen und stapft nach draußen. „Hey, Seo Changbin!“, ruft in dem Moment jemand, als er über den Schulhof läuft und er dreht sich genervt um. Ein paar Jungen aus Chans und Woojins Jahrgang stehen im Schatten der Bäume. Allerdings macht Changbin keine Anstalten zu ihnen zu gehen. Wenn sie was von ihm wollen, sollen sie gefälligst herkommen, denkt er verächtlich und geht gelassen weiter. Weit kommt er nicht, da ihm jemand am Arm packt und festhält. Wütend reißt Changbin sich los und funkelt den anderen böse an. Er kann Koo Junhoe identifizieren und verdreht leicht die Augen. Die beiden sind in der Vergangenheit schon oft aneinander geraten. „Was?“, fragt Changbin genervt. „Nicht in diesem Ton, Changbin-ah“, entgegnet der Ältere spöttisch. „Dann komm zur Sache“, verlangt Changbin und verschränkt die Arme.

„Wer ist der Kleine, der seit neustem immer bei euch ist?“, fragt Junhoe interessiert und Changbins Blick verfinstert sich. „Wenn du es wissen willst, dann frag doch selber“, knurrt er und dreht sich weg. „Dann werde ich es wohl selbst heraus finden müssen, der Kleine passt genau in mein Schema“, kichert Junhoe und das lässt Changbin inne halten. Er fährt herum und packt den Dunkelhaarigen am Kragen seiner Schuluniform. „Lass deine dreckigen Finger von ihm!“, faucht er und Junhoe grinst böse. „Ah, also scheint er dir doch was zu bedeuten“, stellt er fest und Changbin stößt ihn von sich. „Von wegen“, faucht er. „Nur du musst nicht noch mehr Personen das Leben ruinieren!“ Mit diesen Worten lässt er den Älteren stehen und verschwindet vom Schulhof. Ausgerechnet dieses Arschloch musste er jetzt noch treffen. Kann der Tag eigentlich noch schlechter werden? Aufatmend kommt er wenig später zu Hause an und sieht auf dem Regal im Flur einen Brief für Felix liegen. Der Absender ist ein Waisenhaus aus Incheon. Changbin runzelt die Stirn. Wer ist der Kerl, dem Felix immer schreibt? In dem Moment kommen Schritte die Treppe runter und Felix verschwindet in die Küche. „Da ist Post für dich. Kannst du dein Zeug nicht gleich mit hoch nehmen?“, fragt Changbin kühl und Felix setzt das Glas ab. „Post?“, wiederholt er aufgeregt und stürmt aus der Küche. Erfreut liest er den Absender des Briefes und ein Strahlen breitet sich auf seinem Gesicht aus.

Ein Stich geht Changbin durch die Brust. Wenn er lächelt, dann ähnelt er irgendwie Jeongin. Immer wenn er gelächelt hat, ging die Sonne auf. Felix läuft rasch die Treppe nach oben und eine Tür fällt zu. Changbin atmet zitternd aus und schließt kurz die Augen. Ständig an ihn zu denken macht es auch nicht besser. Gestresst fährt er sich durch die dunklen Haare und sucht schließlich in seinem Zimmer nach seinen Zigaretten. Erleichtert zündet er sich eine an und nimmt einen Zug. Er wird sich zwar wieder eine Predigt anhören dürfen, weil er in seinem Zimmer raucht, aber das kümmert Changbin gerade nicht wirklich. Müde lässt er sich in seinen Schreibtischstuhl fallen und legt die qualmende Zigarette in den Aschenbecher ab. Sein Handy zeigt ihm eine Nachricht von Chan an: Ich habe dich mit Junhoe gesehen, ist alles in Ordnung? Was wollte er von dir? Changbin überlegt kurz, ob er dem Älteren erzählen soll, dass Junhoe es auf Felix abgesehen hat, entscheidet sich aber dagegen. Alles okay, der Kerl hat nur Scheiße erzählt. , schreibt er zurück. Offenbar hat Chan sie aus seinem Klassenzimmer beobachtet. Changbins Gedanken schweifen zu Felix. Der Kleine muss auf sich aufpassen. Wenn Junhoe jemanden im Visier hat, dann erreicht der auch sein Ziel. Das weiß Changbin aus Erfahrung. Zwar nicht aus eigener, doch er durfte es beobachten und das erklärt auch seine Abneigung gegen ihn. Auch wenn er Felix nicht sonderlich mag, dass mit seinem Herz gespielt wird, verdient er nicht. Er wirkt so unschuldig und naiv, eigentlich das perfekte Opfer für solche Spielchen. Hoffentlich ist er achtsam genug und fällt nicht darauf rein.

Felix hat währenddessen den Brief von Jaemin geöffnet und liegt jetzt lesend auf seinem Bett. Der Ältere berichtet, dass im Waisenhaus nichts Neues passiert ist, nur das ein paar jüngere Kinder adoptiert wurden. Jaemin meint, dass er wohl bis zu seinem achtzehnten Geburtstag die Ehre haben wird, dieses Gebäude zu bewohnen und Felix seufzt auf. Warum sehen die Leute nicht, was für ein toller Kerl Jaemin ist? Aber die meisten wollen jüngere Kinder oder im besten Falle Babys. Ist man älter als zehn Jahre hat man kaum mehr eine Chance. Bei Felix war es eher Zufall, dass er seine Paten hatte, doch Jaemin hat niemanden mehr. Vielleicht sollte er Herr und Frau Seo überreden ihn auch zu adoptieren. Changbin würde ihn aber umbringen und deswegen verwirft Felix die Idee gleich wieder. Nachdenklich lässt er Jaemins Brief sinken. Er würde seinem Freund gerne helfen, doch was könnte er tun?
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