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on a hellevator

von Yueliang
GeschichteDrama, Familie / P18 / MaleSlash
Lee Felix Seo Changbin
01.08.2018
23.12.2020
64
136.118
17
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Dieses Kapitel
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01.04.2020 2.972
 
Alleine läuft Changbin durch die abendlichen Straßen. Er tut das öfter, um runter zu kommen. In diesen Vierteln ist nicht so viel los wie im Zentrum von Seoul. Mit Kopfhörern auf den Ohren geht er den Gehweg entlang. Mittlerweile kennt er die Wege auswendig durch seine häufigen Streifzüge. Nach Jeongins Tod hat er fast draußen gelebt, er hat es bei sich zu Hause einfach nicht mehr ausgehalten, da dort zu viele Erinnerungen waren. Erst als seine Eltern ihm zwei Wochen Hausarrest aufgebrummt haben, nachdem er zwei Nächte draußen verbracht hat, um durch die Straßen zu wandern, hat er diese Gewohnheit ein wenig abgeschwächt. Doch immer dann wenn er einen freien Kopf braucht, nimmt er sich Musik und läuft ziellos durch die Straßen. Egal, ob es kalt ist oder regnet, die Sonne scheint oder ein Schneesturm ist. Changbin kommt an einer Kreuzung an und bleibt kurz stehen. Er hat keine Ahnung, wie er mit der momentanen Situation umgehen soll.  Ihm ist klar, dass er sich nicht sehr rühmlich verhält, aber alles stört ihn im Moment so sehr. Wobei er von sich selbst am meisten genervt ist. Komm endlich mit seinem Tod klar, Seo Changbin! , denkt er und setzt sich entschlossen wieder in Bewegung. Wenn er keinen Streit mit seiner Mutter haben will, dann sollte er nach Hause gehen.

Doch alle Eile war umsonst, da sie noch nicht da ist. Verwundert schaut Changbin auf sein Handy. Es ist nach zwanzig Uhr. Ist was passiert? Unruhe macht sich in ihm breit. Bitte, nicht schon wieder… In der Küche findet er Felix vor, wie er sich eine Portion Ramen zubereitet. „Wo ist meine Mutter?“, fragt Changbin kühl und der Jüngere fährt erschrocken zusammen, da er ihn nicht hat kommen gehört. „Sie hat angerufen und gesagt, dass auf Arbeit etwas dazwischen gekommen ist“, erklärt er schüchtern und nach wie vor verwirrt Changbin der Klang von Felix‘ Stimme. Sie passt nicht zu seiner sonstigen Erscheinung, so tief und erwachsen klingt sie, trotz seiner fünfzehn Jahre. Auch wenn Changbin das nie laut zugeben würde: Er würde Felix gerne einige Parts in seinen Songs geben wollen. Aus dieser Stimme kann man sicher was rausholen. „Ist was?“, reißt Felix ihn aus seinen Überlegungen. Offenbar hat Changbin ihn gerade angestarrt. Er versteckt seine Verlegenheit indem er Felix böse anschaut. „Was soll sein?“, entgegnet er und verschwindet nach oben. Aufatmend lässt Changbin sich vor seinen Schreibtisch auf den Stuhl sinken und dreht sich hin und her. Sein Gang durchs Viertel hat ihn auf eine neue Idee gebracht und er schaltet seinen Computer ein, um die Melodie einzuspielen. Als er wenig später sein Zimmer verlässt, um sich was zu essen zu holen, stößt er auf dem Gang fast mit Felix zusammen. Der Jüngere sieht ihn beinahe ertappt an. „Hast du gelauscht?“, will Changbin wissen und er funkelt Felix an, aber dieser hebt nur die Schultern. „Dann produziere nicht sowas Gutes“, erwidert er und verschwindet schnell in sein Zimmer. Moment, hat er Gutes gesagt? Verwundert sieht Changbin ihm nach und grinst kurz. Der Kleine hat wenigstens Geschmack, was Musik angeht.

Nachdem Changbin von der Küche wieder nach oben geht, ertönt aus Felix‘ Zimmer ebenfalls Musik und jetzt ist es der Ältere, der neugierig wird. Leise öffnet er die Tür, doch seine Vorsicht war umsonst, da Felix ihn ebenfalls nicht bemerken würde so sehr ist er versunken. Er tanzt und das nicht mal schlecht, wie Changbin findet. Eigentlich dachte er immer Minho und Hyunjin wären sehr gute Tänzer, doch Felix könnte ihnen wirklich Konkurrenz machen. Trotz des kleinen Zimmers, lässt Felix sich nicht beirren. Bevor er Changbin bemerkt, hat dieser sich wieder in sein Zimmer verzogen und lässt die beobachtete Szene auf sich wirken. Und wenn er auf dem Gang zu seiner Melodie getanzt hat? Wenn das wirklich so passiert wäre, dann hat der Kleine einen Orden verdient für diesen Einfall, denkt Changbin belustigt und widmet sich wieder seiner Musik. Irgendwann hört er unten Stimmen, anscheinend sind dieses Mal seine Eltern zusammen von der Arbeit zurückgekommen. Erleichtert atmet er auf. Wenn ihnen was zugestoßen wäre, dann würde er vermutlich komplett durchdrehen. Es klopft leise an der Tür und seine Mutter schaut herein. „Hast du schon gegessen?“, fragt sie und Changbin nickt bloß. „Mach nicht mehr zu lange“, sagt sie bestimmt und schließt die Tür hinter sich. Changbin weiß, dass seine Eltern insgeheim stolz auf sein Hobby sind. Seit Jahren produziert Changbin schon Musik und schreibt Liedtexte. Früher wollten seine Eltern immer, dass er das beim jährlichen Talente Wettstreit bei der Schule vorführt, aber da hat Changbin sich geweigert. Seine Musik soll vorerst nur ihm gehören. Zusammen mit Jisung und Chan hat er auch schon einiges aufgenommen. Nur es irgendwo vor Publikum aufzuführen, das traut Changbin sich nicht, was Jisung nicht verstehen kann. Doch im Moment ist nicht der passende Zeitpunkt dafür.

Müde steht Changbin von seinem Schreibtisch auf und lässt sich auf sein Bett fallen. Draußen ist mittlerweile ziemlich Wind aufgekommen und die Äste des Baumes im Vorgarten schlagen leicht gegen das Zimmerfenster. Doch diese Geräusche nimmt Changbin schon lange nicht mehr wahr, weswegen er auch schnell einschläft. Er wacht allerdings schon weit vor dem Wecker auf, da ihn mal wieder ein Traum geweckt hat. Felix und er waren alleine in einem verschlossenen Raum und plötzlich hat Felix sich in Jeongin verwandelt und gesagt: „Warum liebst du mich nicht mehr?“ Das ist lächerlich, Seo Changbin! , weist er sich zurecht. Felix ist nicht Jeongin. Stöhnend reibt er sich über das Gesicht und schaut auf die Uhr. Kurz nach vier Uhr morgens. Er hätte noch fast zwei Stunden ehe er aufstehen muss. Doch Changbin kann nicht mehr einschlafen, egal wie sehr er es versucht. Dieser Traum war verdammt gruselig. Verschlafen setzt er sich auf läuft durch das noch halbdunkle Zimmer um sich anzuziehen. Draußen kündigt sich immer mehr ein sonniger Tag an, doch der Wind hat noch nicht nachgelassen. Im Haus herrscht Stille, was Changbin nicht sonderlich überrascht. Seine Eltern stehen frühestens in einer halben Stunde auf. So kann sich Changbin Zeit im Bad lassen. Seit langer Zeit betrachtet er sich mal wieder eingehend im Spiegel. Missmutig verzieht er das Gesicht. Die anderen haben Recht, er hat sich verändert. Nicht nur das er ein verdammtes Arschloch geworden ist, sondern auch äußerlich. Seine Augen haben ihren fröhlichen Glanz verloren und allgemein ist er blasser und dünner. Dabei ist es doch schon fast zwei Jahre her. Wieso komme ich nicht darüber hinweg? Weil es deine Schuld ist, meldet sich eine Stimme in seinem Kopf zu Wort.

Das stimmt tatsächlich, da der Unfall passiert ist, weil Changbin seine Eltern von der Straße abgelenkt hat. Er hatte etwas gesehen und aufgeregt nach draußen gedeutet und dann hatten sie ihre Aufmerksamkeit nicht mehr auf dem Verkehr und das hat gereicht, um das andere Auto zu übersehen. Diese eine Sekunde Unachtsamkeit hat so viel zerstört und Changbin ist alleine Schuld daran. Rasch wendet er den Blick ab und verschwindet wieder nach draußen. Seine Mutter schaut ihn überrascht an, als er bereits in der Küche sitzt. „Ich konnte nicht mehr schlafen“, antwortet Changbin auf den verwunderten Blick. „Es kann heute wieder etwas später bei mir werden. Streitet euch nicht!“, ermahnt sie ihren Sohn. Darauf verdreht Changbin nur die Augen. Ein paar Minuten später kommt Felix in die Küche. Er weicht dem Blick des Älteren aus und Changbin runzelt die Stirn. Irgendwas ist anders an ihm. Dann fällt es ihm auf: Seine Sommersprossen sind verschwunden. „Bist du ein Mädchen?“, fragt Changbin abfällig und Felix hebt zögernd den Kopf. „Nein, warum?“, entgegnet er nervös und Changbin sieht ihn spöttisch an. „Warum benutzt du dann Make-Up? Das sieht auch nicht viel besser aus als vorher“, erwidert er schulterzuckend. Felix funkelt ihn an und stürmt aus der Küche. Huch, was ist denn jetzt los? Verwundert schaut Changbin ihm nach, rührt sich aber nicht vom Fleck und beendet sein Frühstück. Als er im Flur sich anzieht, taucht Felix nicht auf. Stirnrunzelnd blickt Changbin auf die Uhr. Normalerweise ist das die Zeit, zu der sie immer loslaufen. „Komm endlich!“, ruft er genervt nach oben, aber keine Antwort kommt zurück. Ist er schon losgegangen? Changbin stapft nach oben und setzt schon zum Wort an, doch das Zimmer des Jüngeren ist verlassen.

Also ist er tatsächlich schon losgegangen. Soll er doch machen, denkt Changbin gelassen und setzt sich seine Kopfhörer auf. Dann habe ich wenigstens meine Ruhe. In Gedanken versunken läuft er den Weg entlang, achtet dabei nicht auf die anderen Leute um sich herum. Er überquert den Schulhof ohne zur Seite zu sehen. Minho sitzt im Klassenzimmer bereits auf seinem Platz. Allerdings kommt keine Reaktion von ihm, als Changbin sich an seinen Tisch setzt. Verwundert sieht er den Dunkelhaarigen an, welcher teilnahmslos auf die Tischplatte starrt. „Minho-hyung?“, macht Changbin sich bemerkbar, doch der Ältere reagiert nicht. „Hey, was ist los?“, fragt Changbin weiter, aber Minho gibt keine Antwort. „Okay, ist das jetzt die Strafe dafür, dass ich mich in letzter Zeit so scheiße aufgeführt habe?“, will Changbin genervt wissen. „Es tut mir leid, hörst du? Aber was bringt es dir, mich zu ignorieren?“ „Changbin, halt einfach die Klappe!“, faucht Minho ohne aufzuschauen und der Jüngere sieht ihn konfus an. Hat er was ausgefressen, von dem er nichts weiß? Ob er es will oder nicht, er bekommt ein schlechtes Gewissen. Schließlich weiß er, wie er seine Freunde behandelt. Ein Wunder, das sie überhaupt noch was mit ihm zu tun haben wollen. Aus dem Augenwinkel betrachtet Changbin die zusammengesunkene Gestalt Minhos und fragt sich, was vorgefallen ist.

Entschlossen kramt er einen Stift hervor und reißt eine Seite aus einem seiner Hefte. Auch wenn mir momentan vieles egal ist, es ist noch nicht so egal, dass ich einfach darüber hinweg sehe, wenn es einem von euch nicht gut geht. Du musst nicht darüber reden, aber mir zu schreiben, was passiert ist, würde mich sehr beruhigen, Hyung! Er faltet den Zettel und legt ihn Minho auf den Tisch. Dieser reagiert immer noch nicht, er bleibt einfach still dasitzen und starrt vor sich hin. Erst während des Unterrichts landet der Zettel wieder in bei ihm. Vorsichtig öffnet Changbin die Nachricht unter dem Tisch. Du bist ein niedlicher Idiot, Seo Changbin. Aber ich will trotzdem nicht darüber reden. Changbin schaut auf und dreht den Kopf zu Minho rüber. Dieser fängt seinen Blick auf und der Jüngere legt den Kopf schief. Was verheimlicht er vor uns? Warum war er so lange letztes Jahr im Krankenhaus? Das muss doch einen Grund gehabt haben, überlegt Changbin. Sie sollten sich weniger um mich Sorgen machen, sondern eher um Minho. Er ist es wohl, der Hilfe braucht. Changbin realisiert erst jetzt, wie müde und abgekämpft der Ältere heute wirkt. „Seo Changbin, ich weiß nicht, was an Lee Minho so interessant ist, aber würdest du bitte deine Aufmerksamkeit dem Unterricht zu wenden?“, reißt Changbin die Stimme von Herrn Kang aus den Gedanken.

Die Klasse beginnt zu kichern, aber Changbin bringt das nicht aus der Ruhe. „Wieso, stört es Sie, wenn ich überlegt habe, wie ich Minho-hyung am besten auf ein Date einladen würde?“, entgegnet er trocken. „Raus!“, ertönt da auch schon der Ruf. Minho verdreht kopfschüttelnd die Augen, doch Changbin hat sein leichtes Lächeln gesehen. Das war es wert, auch wenn er mal wieder aus dem Unterricht geschmissen wurde. Er setzt sich an die Wand und wartet auf das Ende der Stunde. Doch die Zeit vergeht heute langsamer, wie es scheint. Erleichtert rappelt er sich auf, als es zum Stundenende klingelt und die Tür sich öffnet. Einige seiner Mitschüler kommen nach draußen, unter anderem auch Herr Kang. „Das nächste Mal wird es Konsequenzen geben“, sagt er streng und Changbin hebt nur die Schultern. Minho sieht ihn tadelnd an, als er zu seinem Platz geht. „Dir ist echt nicht mehr zu helfen“, sagt er kopfschüttelnd und überreicht Changbin seine Aufzeichnungen der restlichen Unterrichtszeit. „Kommst du dann später mit zu den anderen?“, fragt Minho, als Changbin fertig mit Abschreiben ist und dieser nickt. In der ersten großen Pause machen sie sich also zusammen auf den Weg in die Mensa. Auch den anderen fällt Minhos Zustand auf und Jisung besteht darauf, dass er sich im Krankenzimmer hinlegen soll, doch Minho winkt ab. „Wo warst du heute Morgen?“, wendet sich Changbin an Felix und der Jüngere zuckt zusammen. „Ich bin schon mal los gegangen“, erwidert er.

„Und warum?“, hakt Changbin mit einem drohenden Unterton nach. „Darum eben“, murmelt Felix. „Changbin-ah, lass gut sein!“, mischt Chan sich ein, da er sieht, dass Changbin noch weiter auf Felix eindringen wollte. Nur mühsam unterdrückt Changbin den Drang den Tisch zu verlassen. Er beißt die Zähne zusammen und sinkt langsam zurück. Beeindruckt sieht Jisung ihn an. Doch mit Changbins Anwesenheit kann Felix sich nicht wirklich entspannen. „Felix, begleitest du mich heute zum Tanzen?“, wird er von Hyunjin gefragt und darauf hebt der Australier nur leicht die Schultern. „Ich muss erstmal versuchen den Unterricht zu verstehen“, erwidert er gequält. „Ich würde ja gerne sagen, frag Changbin-hyung, aber ich denke da fällst du eher durch“, kichert Jisung. „Was soll das denn heißen?“, knurrt der Angesprochene. „Hyung, du bist alles andere als ein Musterschüler“, entgegnet Jisung gelassen. „Wozu auch?“, will Changbin gelassen wissen. „Ich sehe da keinen Sinn dahinter.“ „Deine Einstellung muss man haben“, seufzt Woojin. „Wenn du deine Begeisterung, die du für Musik hegst, doch nur auf die Schulter übertragen könntest“, meint Seungmin bedauernd. „Du bist einfach zu faul Hyung“, meldet sich Hyunjin zu Wort. Skeptisch schaut Changbin von einem zum anderen. „Was soll das jetzt werden? Ihr könnt meine Einstellung eh nicht mehr ändern“, stellt er klar. „Das ist uns durchaus bewusst“, lacht Chan auf. „Das geht bei dir zum einen Ohr rein und gleich zum anderen wieder raus.“

„Hey, ich bin noch nie irgendwo durchgefallen“, entgegnet Changbin stolz. „Aber die Kurse und Schuljahre gerade so zu bestehen, kann auch nicht sonderlich förderlich sein“, murmelt Seungmin und schneidet eine Grimasse. „Leute, ich will eh nicht studieren“, stöhnt Changbin genervt. „Ich suche mir ein Studio und produziere meine Musik.“ „Wissen deine Eltern schon von dem Plan?“, erwidert Hyunjin. „Ich denke, dass ist denen schon längst klar das meine Zukunft fernab von akademischen Werdegängen liegt“, grinst Changbin und Felix schaut den Älteren kurz an. Die Musik, die er gehört hat, gefällt ihm wirklich. Wie würde Changbin reagieren, wenn er das ausspricht? Gestern hat er auch keinen dummen Kommentar fallen gelassen. Doch die Bemerkung von heute Morgen kommt Felix wieder ins Gedächtnis und er senkt den Blick auf die Tischplatte. Er mag seine Sommersprossen halt nicht und Make-Up ist die beste Lösung. Warum muss er deswegen gleich ein Mädchen sein? Er hat keine Ahnung, ob es den anderen auch aufgefallen ist oder ob sie es einfach ignorieren. „Minho-hyung bist du sicher, dass es dir gut geht?“, platzt es aus Jisung heraus und alle Aufmerksamkeit lenkt sich auf Minho, der den Kopf in die Hände gestützt hat und die Augen zukneift. „Das geht gleich wieder“, murmelt der Dunkelhaarige und atmet tief durch.

„Du hättest heute zu Hause bleiben sollen“, stellt Chan fest, worauf Minho den Kopf schüttelt. „Hyung, komm lass uns gehen“, sagt Changbin leise und hält Minho eine Hand hin. „Du legst dich jetzt wenigstens die nächsten zwei Stunden hin.“ Jetzt gibt der Ältere sich geschlagen und lässt sich von Changbin auf helfen. Woojin lächelt leicht vor sich hin, als die beiden beobachtet, wie sie die Mensa verlassen. „Offenbar ist unser Binnie noch nicht ganz verschwunden“, stellt er zufrieden fest. Auch Felix wirkt überrascht von der Sanftheit die Changbin ausstrahlen kann. So ist er ganz anders, als gewohnt. Kann er nicht immer so sein? Changbin mustert Minho den Weg in den Ostflügel der Schule genau. Der Ältere wirkt so, als würde er jeden Moment umkippen. „Wir sind gleich da“, murmelt Changbin und umfasst Minhos Hand. Entgegenkommende Schüler schauen sie verwirrt an und Changbin funkelt sie böse an, sodass sie schnell weiter gehen. „Du kannst mich alleine lassen, ich kenne den Weg“, sagt Minho müde lächelnd, doch Changbin schüttelt stur den Kopf. Allerdings ist Minho glücklich darüber, dass der Jüngere nicht ganz das Arschloch ist, wie er sich fast immer gibt. Offenbar steckt sein alter Kern noch in ihm. Changbin stößt die Tür zum Krankenzimmer auf und blickt sich suchend um.

„Jinki-hyung? Victoria-noona? Hallo?“, ruft er und eine Tür öffnet sich. „Changbin-ah, was tust du denn hier?“, fragt eine dunkelhaarige, junge Frau vorwurfsvoll. „Hast du dich etwa schon wieder geprügelt?“ Changbin verdreht die Augen. „Nein, es geht nicht um mich“, entgegnet er und schiebt Minho in den Raum herein. Früher war Changbin tatsächlich oft in Schlägereien verwickelt, weswegen er regelmäßig in diesen Räumen hier war. „Minho-hyung geht es nicht gut und er soll sich ausruhen. Kettet ihn zur Not an, damit er nicht wegläuft“, sagt Changbin gelassen und wird empört von Minho angesehen. Victoria beginnt zu lachen. „Wir ketten niemanden an“, versichert sie und ein junger Mann steckt den Kopf aus der Tür. „Es ist nicht Changbin“, erklärt Victoria schnell und die Miene des Braunhaarigen wird freundlicher. „Gut, ich war schon dabei mir eine Ansprache zu überlegen“, sagt er und tritt aus der Tür. „Du hast keinen Ärger gemacht, Changbin?“, vergewissert er sich und Changbin nickt entschlossen. Minho setzt sich auf eines der Betten und in dem Moment klingelt es. „Geh zum Unterricht“, sagt Minho und ringt sich ein Lächeln ab. „Ich kann mich kümmern.“ „Wir sehen uns später Hyung. Ruh dich aus!“, erwidert Changbin entschlossen und verschwindet nach draußen. Victoria nimmt einen Stuhl und setzt sich zu Minho. „Ist dir schlecht, schwindelig oder hast du starke Kopfschmerzen?“, fragt sie und Minho hebt die Schultern. „Ich bin einfach nur erschöpft. Und ja, ich habe starke Kopfschmerzen“, sagt er und reibt sich über die Augen. „Du siehst auch ganz bleich aus“, murmelt Victoria, als sie Minho prüfend anschaut. „Wenn das öfters ist, solltest du mal zum Arzt gehen.“ Darauf lächelt Minho bitter. Wenn sie wüsste…
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