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on a hellevator

von Yueliang
GeschichteDrama, Familie / P18 / MaleSlash
Lee Felix Seo Changbin
01.08.2018
23.12.2020
64
136.118
17
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Dieses Kapitel
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27.09.2020 2.186
 
Frustriert fegt Changbin die Blätter von seinem Schreibtisch und vergräbt stöhnend den Kopf zwischen den Armen. Wieso kann er auf einmal keine Lyrics mehr schreiben? Alles klingt gerade dämlich. Seufzend steht er auf und sammelt die verteilten Blätter wieder ein. Dieser Song bereitet ihm schon seit einer Weile Kopfzerbrechen und fast hätte er nach der Gewohnheit nach seinen Zigaretten greifen, als er innehält. Mit einem Lächeln denkt er an Felix‘ Entrüstung und er legt die Packung wieder weg. Vielleicht kann der Jüngere ihm helfen und er geht entschlossen zu dessen Zimmer rüber.

Er klopft an und öffnet die Tür. „Hey, Felix, kann ich dich mal-“, setzt Changbin an und stutzt. „Felix?“ Aber sein jüngerer Bruder ist offensichtlich nicht im Raum. „Felix?“, ruft er die Treppe nach unten, aber auch da antwortet keiner. Im Garten ist er auch nicht, als Changbin sich mit einem Blick nach draußen vergewissert. Ratlos steht er nun im Wohnzimmer. Wo könnte er sein? Im Flur bemerkt er, dass die Schuhe des Jüngeren von ihrem Platz verschwunden sind. Wann hat Felix das Haus verlassen? In Changbins Verwunderung mischt sich langsam auch Sorge. Der Australier war schon den ganzen Tag ziemlich eigenartig drauf und es ist nicht seine Art so wortlos zu verschwinden. Etwas stimmt hier nicht. Lee Yongbok, was hast du angestellt?

Während Changbin über den Verbleib des Australiers nachgrübelt, fühlt dieser sich wie im Himmel, es ist, als wären alle seine Sorgen auf einmal einfach weg. Junhoes warme Hand streicht über seine Wange und er schließt verträumt die Augen. Seine Berührungen fühlen sich so gut an. Die beiden liegen auf dem weichen Teppich hinter dem Sofa, die Musik und die Stimmen der anderen dringen an ihre Ohren, doch beide nehmen dies nur nebensächlich wahr. „Du bist so schön, Hyung“, murmelt Felix ehrfürchtig, worauf Junhoe nur lächelt und sich aufsetzt. „Hey, was treibt ihr beiden eigentlich da hinten?“, ruft Bobby vielsagend, seiner Stimme nach zu urteilen, hat er gewisse Vorstellungen. Felix streckt sich zufrieden auf dem weichen Untergrund. Es ist wirklich toll hier. Wieso hatte er erst überhaupt so eine Angst? Jetzt weiß er es gar nicht mehr richtig, denn Junhoe und seine Freunde sind total nett und entspannt.

Langsam setzt Felix sich auf und ihm wird schwindelig. „Der Boden dreht sich ja“, kichert er und Junhoe hilft ihm auf. „Los, du musst mal was trinken“, sagt er und drückt dem Jüngeren eine Flasche in die Hand. Zwar bereitet Felix das Öffnen ein paar Schwierigkeiten, da seine Finger so zittern, aber als das kühle Wasser seine Kehle hinabläuft, kommt ihm in den Sinn, dass er noch nie so etwas Gutes getrunken hat. Er sitzt jetzt zwischen Jimin und Jennie und lässt es zu, dass Jimin seinen Kopf in seinen Schoß legt. Ohne großartig nachzudenken, beugt Felix sich zu dem Älteren hinab und küsst diesen. Er weiß selbst nicht so genau, woher dieser Impuls kam, aber es fühlt sich einfach richtig an. Kurz scheint der Andere sichtlich perplex, doch es gefällt ihm offenbar.

Im nächsten Moment hat Felix die Hände des Dunkelhaarigen unter seinem T-Shirt und er stöhnt genüsslich auf. Jimin scheint Erfahrung auf diesem Gebiet zu haben, denn seine Bewegungen wirken sicher. „Langsam, Kleiner“, raunt Jimin mit heiserer Stimme und lässt ein Stück von ihm ab. Schweratmend öffnet Felix die Augen. „Hyung, mach weiter!“, jammert er und beißt sich auf die Unterlippe. „Felix, komm her zu mir!“, verlangt Junhoes wütende Stimme und der Australier schaut verwundert zur anderen Seite des Sofas. Breitwillig steht er auf und stolpert zu Junhoe. Dieser umfasst sein Gesicht und sieht ihn eindringlich aus seinen dunklen Augen an. „Du gehörst mir, verstanden?“, sagt er und sofort nickt Felix heftig. „Ja, ich gehöre dir, Hyung“, wiederholt er verträumt und Junhoe streicht eine verschwitze Haarsträhne aus seiner Stirn.

Alles ist gerade so perfekt, die Musik, die Leute um ihn herum, Junhoe. Felix erinnert sich kaum noch an seine Probleme der letzten Zeit, alles ist im Moment so unfassbar leicht. Was bleibt ist nur noch Junhoe, er hat ihm da hinaus geholfen. „Wieso siehst du mich so an, als wäre ich Gott?“, kichert der Ältere und Felix grinst zurück. „Weil du Gott bist“, entgegnet er aufrichtig. Jungkook hat sich mittlerweile Jennie geschnappt und die beiden tanzen im hinteren Bereich des Wohnzimmers, was Felix kurz interessiert beobachtet. „Und, fühlst du dich gut?“, fragt Junhoe und zieht den Australier kurzerhand auf seinen Schoß. „Es ist perfekt!“, jubelt dieser und Donghyuk bläst lachend den Rauch seines Joints aus.

In dem Augenblick wird dieser Moment unterbrochen, durch das störende Klingeln eines Handys, vor Schreck rutscht der Australier von Junhoes Schoß. Es dauert einen Augenblick, dann erkennt Felix erst, dass es sein eigenes ist. Er wusste gar nicht mehr, dass er sein Handy mitgenommen hat. Unbeholfen zieht er das Gerät aus der Hosentasche und versucht mühsam den Kontakt zu entziffern. Changbin-hyung, liest er schließlich und blinzelt verwirrt. An den hat er die letzten zwei Stunden überhaupt nicht mehr gedacht. Er nimmt den Anruf an und bevor der andere etwas sagen kann, ruft er ausgelassen: „Hyung!“

„Wo bist du?“, fragt Changbins aufgebrachte Stimme. „Ich bin im Himmel und hier ist alles violett, wusstest du das?“, plappert Felix einfach drauf los, während er auf dem Sofa auf und ab hüpft. „Alles ist so toll!“ „Was redest du für einen Mist?“, will Changbin verärgert wissen. „Hyung, das ist kein Mist!“, schmollt Felix und er spürt Junhoes Lippen an seinem Nacken, sodass er leise aufstöhnt. „Was zur Hölle treibst du? Lee Yongbok, wo bist du?“, ruft Changbin nachdrücklich und trotz des Ausnahmezustandes, in dem Felix sich gerade befindet, spürt er, dass sein Bruder sauer ist. „Hyung, sei nicht böse auf mich“, versucht er ihn zu beruhigen und kichert, als Junhoe ihm sanft am Ohrläppchen knabbert, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen.

„Es ist alles in Ordnung hier. Uns geht es gut.“ „Uns?“, faucht Changbin zurück und in dem Moment fragt Junhoe: „Mit wem telefonierst du da eigentlich?“ Kurz herrscht Schweigen am anderen Ende der Leitung, ehe Changbin vernehmlich nach Luft schnappt. „Du bist bei Junhoe?“, brüllt er außer sich, sodass Felix zusammen fährt und sein Handy ein Stück vom Ohr weghält. „Hyung, schrei mich nicht so an!“, beklagt er sich vorwurfsvoll. „Dir ist echt nicht mehr zu helfen, Lee Yongbok!“, knurrt Changbin und hat aufgelegt. Traurig betrachtet Felix sein Handy. Was hat sein Bruder denn nur? „Mit wem hast du gesprochen?“, fragt Junhoe wieder und mustert den auf einmal bedrückten Australier. „Ich glaube, er ist sauer auf mich“, murmelt Felix und plötzlich steigen Tränen in seine Augen.

„Hey, Sunshine nicht weinen!“, flüstert Junhoe und streicht ihm über die Wange. „Du bist gerade viel zu glücklich, um traurig zu sein.“ Erst nach ein paar Minuten gelingt es dem Älteren, Felix wieder zu einer unbeschwerten Fröhlichkeit zu bewegen. Zufrieden lässt der Australier sich auf dessen Küsse ein und als Junhoes Hände sich an seiner Hose zu schaffen machen, seufzt er wohlig auf. Doch dieser Zustand währt nicht lange, denn auf einmal hallt der Gong der Eingangstür mehrmals durchdringend durchs Haus. Sofort sind alle im Raum wie eingefroren und starren auf die geschlossene Wohnzimmertür. „Hast du noch jemanden eingeladen?“, fragt Bobby, mit auf einmal überraschend klarer Stimme. Junhoe runzelt die Stirn und schüttelt langsam den Kopf.

Wieder ertönt das eindrucksvolle Geräusch, welches selbst bei der Musik klar und deutlich zu vernehmen ist und Leben kommt in Junhoe. „Ich gehe nachsehen“, sagt er und Felix will ihn zurückhalten. „Hyung, bleib hier!“, jammert er und der Ältere lächelt gezwungen. Plötzlich wirkt er angespannt und fahrig, von der vorigen Gelassenheit und dem Selbstbewusstsein ist nichts mehr zu sehen. „Hyung kommt gleich wieder“, meint er zu Felix und öffnet die Tür. Ein Strahl helles Tageslicht fällt vom Flur durch die geöffnete Tür herein und erhellt den abgedunkelten Raum ein wenig. Die anderen verharren fast regungslos auf dem Sofa und blinzeln gegen das Licht. Nervosität steht den meisten ins Gesicht geschrieben. Verwundert kratzt Felix sich am Kopf. Was haben denn alle? Es hat doch nur geklingelt.

„Felix!“, hört er auf einmal jemanden schreien und er glaubt, die Stimme zu kennen. Mit einem Ruck wird die Tür weiter aufgestoßen und alle wenden geblendet von der Helligkeit den Blick ab. Felix kann nicht erkennen, wer in der Tür steht, da er nur einen verschwommenen Umriss sieht. „Was zur Hölle ist hier los?“, zischt eine aufgebrachte Stimme und jetzt erkennt Felix erst Changbin. „Hyung, was machst du denn hier?“, ruft er erfreut und steht wankend auf. Sofort ist der Ältere an seiner Seite und stützt ihn. „Wir gehen“, knurrt er und wird verständnislos seitens des Australiers angesehen. „Warum denn?“, fragt er verwundert, doch Changbin zieht ihn nur ohne weitere Erklärung zur Tür.

Junhoe kommt ihnen entgegen. „Du bist hier bei mir zu Hause, Seo Changbin, hier gelten meine Regeln und du wirst nicht einen meiner Gäste einfach so entführen“, stellt er klar und seine Augen glitzern bedrohlich, dass Felix plötzlich wieder Angst bekommt. Er rückt näher an Changbin, der sich allerdings nicht einschüchtern lässt. „Frag sich nur, wer hier wen entführt hat“, faucht er und Junhoe lacht auf. „Du denkst, ich hätte Felix entführt? Glaub es oder nicht, aber er ist freiwillig zu mir gekommen.“ Fassungslos blickt Changbin auf den Australier, der völlig konfus zwischen den beiden Älteren hin und her schaut und die Situation nicht versteht. Wortlos zieht Changbin den Jüngeren mit sich nach draußen und als die Haustür hinter ihnen zufällt, hat Felix plötzlich das Bedürfnis sich übergeben zu müssen.

„Wenn du kotzen musst, dann mach es bitte gleich hier vor die Tür“, knurrt der Ältere, aber Felix presst die Lippen zusammen und schüttelt den Kopf. Dann blitzt er seinen Bruder wütend an. „Wieso hast du das getan? Es geht mir gut!“, ruft er vorwurfsvoll und Changbin ballt die Hände zu Fäusten, entspannt sich aber im nächsten Moment wieder. „Wir reden zu Hause. Lass uns gehen“, sagt er knapp und geht voran. Felix stolpert ihm hinterher, noch immer schwankt der Boden beträchtlich, sodass er stolpert kurzerhand Bekanntschaft mit dem Gehweg macht. Seufzend hilft Changbin ihn auf und stützt ihn. „Ich bin trotzdem unglaublich sauer auf dich“, brummt er, als sie so nach Hause gehen.

Glücklicherweise sind Herr und Frau Seo noch nicht da und zum ersten Mal ist Changbin froh, dass seine Eltern wieder länger arbeiten müssen. Wenn sie Felix in dem Zustande sehen würden, dann gäbe das sicher einen riesen Aufschrei. Kurz entschlossen verfrachtet Changbin den Jüngeren in sein Zimmer, wo er ihn aufs Bett drückt. „Ich bin gleich wieder da, du rührst dich nicht vom Fleck!“, verlangt er streng und rennt nochmal nach unten, um eine Wasserflasche zu holen. Als er das Zimmer von Felix wieder betritt, tanzt dieser in der Mitte des Raumes mit geschlossenen Augen. Selbst in diesem zu gedröhnten Zustand kriegt er es hin, ordentlich zu tanzen, was Changbin insgeheim beeindruckt. Da sieht man die Erfahrung eines jahrelangen Tänzers.

„Du solltest dich nicht vom Fleck rühren. Du bist eh schon total überhitzt!“, ruft Changbin verärgert und Felix schmollt. „Aber ich will tanzen!“ „Es ist nicht mal Musik an“, stöhnt der Ältere genervt und verdreht die Augen, worauf Felix auf sein Bett sinkt und die Arme vor der Brust verschränkt. Changbin setzt sich neben ihn und mustert den Jüngeren eingehend von der Seite. Er ist kreidebleich, selbst seine Sommersprossen scheinen ihre Farbe verloren zu haben, Schweiß steht auf seiner Stirn und auch sein T-Shirt klebt verschwitzt an seinem Oberkörper. „Was hast du genommen? Versuch dich zu erinnern, was es war“, verlangt Changbin eindringlich und Felix verzieht das Gesicht. „Hyung, ich will mich nicht erinnern. Das tut meinem Kopf weh“, jammert er und erhält einen leichten Schlag gegen den Hinterkopf. „Jetzt denk nach, Lee Felix! Das ist kein Spaß!“, ruft Changbin wütend. Auch wenn ihm dieser abgekämpfte Zustand des Australiers leid tut, muss er wissen, ob er was genommen hat.

Angestrengt versucht Felix die letzten Stunden revuepassieren zu lassen. „Junhoe-hyung hat was von MDMA gesagt“, murmelt er schließlich mit zusammen gekniffenen Augen. „Ecstasy?“, braust Changbin auf und springt auf die Beine. „Du hast ernsthaft Ecstasy genommen?“ „Ja, kann sein. Das war halt so eine kleine, rosa Pille“, entgegnet Felix schulterzuckend und legt den Kopf schief. „Was regst du dich so auf? Es geht mir super!“ Um das zu verdeutlichen breitet er freudig die Arme aus und lacht den Älteren an. Changbin atmet tief durch und reibt sich über die Stirn. „Ich würde dir jetzt gerne eine reinhauen, aber du bist so zu, dass es nichts bringen würde“, knurrt er und funkelt den Jüngeren zornig an. Wortlos stürmt er nach draußen und auf einmal wird die Tür zugeschlossen.

Sofort rüttelt Felix an der Türklinke. „Hey, warum schließt du mich ein?“, ruft er empört. „Damit du nicht raus kannst und wieder was Dämliches anstellst. Und damit ich dir keine verpasse, denn ich habe gerade große Lust dazu“, antwortet Changbins wütende Stimme und seine Zimmertür knallt einen Moment später zu. Sprachlos starrt Felix vor sich hin und sinkt dann an der Tür zu Boden. Verträumt lächelnd schaut er an die Decke und denkt an Junhoe. Selbst Changbins zorniger Ausbruch kann seine Hochstimmung nicht versauen. Im Moment ist alles zu perfekt. Und das nur Dank Koo Junhoe.
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