on a hellevator

von Yueliang
GeschichteDrama, Familie / P18 Slash
Lee Felix Seo Changbin
01.08.2018
27.09.2020
40
80.322
10
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16.09.2020 2.019
 
Als Felix beim Abendessen seinen Paten von der geplanten Teilnahme am Talente Wettbewerb erzählt, sind sie gleich von der Idee begeistert. Frau Seo springt sofort auf und holt ihren Terminplaner. „Das findet doch sicher wieder Mittwochabend in der letzten Schulwoche statt“, murmelt sie und blättert durch den Kalender. „Ah, wundervoll! Da ist noch alles frei“, freut sie sich einen Augenblick später und strahlt Felix an. Herr Seo seufzt allerdings auf. „Ich würde auch gerne kommen, aber mittwochs arbeite ich immer länger.“ Seine Frau schaut ihn entrüstet an. „Du machst sowieso schon die Arbeit von mehreren Leuten, da wird Kim-ssi dich wohl mal etwas eher entbehren können!“ Doch Herr Seo hebt nur die Augenbrauen. „Er hat sich schon wegen der freien Tage nach meinem Unfall beschwert“, entgegnet er und bei der Erinnerung daran breitet sich in Felix wieder ein flaues Gefühl aus.

Noch immer hat er ein schlechtes Gewissen gegenüber Changbins Eltern, als er einfach nach Incheon abgehauen ist. Mittlerweile geht Herr Seo ganz normal wieder arbeiten und hat auch sonst keine Beschwerden nach dem Sturz. „Changbin, wieso machst du dieses Jahr wieder nicht mit?“, wendet sich Frau Seo an ihren leiblichen Sohn und dieser verschluckt sich fast an seinem Essen. „Ihr sagt mir doch ständig, dass ich mich nicht ablenken darf, weil ich das Schuljahr bestehen soll“, hustet er und seine Eltern wechseln einen Blick miteinander. „Das haben wir gesagt, dass stimmt“, erwidert Frau Seo und lächelt. „Aber wir wissen auch, wie sehr du es liebst Musik zu machen und ich finde es schade, dass du es nie jemanden zeigst.“ „Wieso? Ich zeige es euch und meinen Freunden“, brummt Changbin und Felix verdreht die Augen über die Begriffsstutzigkeit des Älteren. „Sie meint, dass du es einem größeren Publikum vorspielen sollst!“, stellt er klar und Changbins Augen weiten sich, ehe er sich auf die Unterlippe beißt.

„Ich denke nicht, dass meine Texte zu einem Talente Wettbewerb in der Schule passen“, murmelt er und senkt den Blick. Herr Seo stößt ihn sanft an. „Wir würden uns auf jeden Fall freuen, nicht nur Felix auf dieser Bühne zu sehen, sondern auch dich“, versichert er und Changbin bringt nur ein Nicken zustande. Felix lächelt leicht vor sich hin. Er hat das Gefühl, dass die Beziehung zwischen Changbin und seinen Eltern sich endlich bessert und wohl wieder zu dem wird, was es mal vor Jeongins Tod war. Als Felix nach dem Essen nach oben geht, betrachtet er kurz die Bilder im Treppenhaus. Er lächelt Jeongin zu und verbeugt sich. „Danke!“, flüstert er und flitzt die letzten Stufen nach oben. Zusammen mit Hyunjin und Jisung erstellt Felix während  der Woche einen Plan, wie sie das mit dem Tanzen angehen wollen. Mittlerweile ist der Talente Wettbewerb das Thema Nummer eins unter den Schülern und verschiedenste Gerüchte kommen auf, wer dieses Jahr in den Kategorien die Favoriten sind.

„Boah, ne! Wenn Koo Junhoe wirklich in Gesang den ersten Platz belegen soll, wechsele ich die Schule!“, beschwert sich Changbin lautstark während einer Mittagpause. „Er ist wirklich gut, Changbin-ah“, entgegnet Chan, ohne den Blick aus seinem Buch zu heben. „Pah, Woojin-hyung und du seid um Welten besser“, grummelt Changbin und Woojin grinst ihm zu. „Tja, wir haben auch ordentlich Konkurrenz bekommen“, meint Hyunjin, doch er klingt eher aufgeregt, statt eingeschüchtert. „Wenn wir den ersten Platz belegen wollen, müssen wir was Spektakuläres einfallen lassen.“ „Wie wär’s mit Feuer?“, murmelt Jisung, der den Kopf auf die Tischplatte gelegt hat und mit offenen Augen in die Ferne starrt. „Bist du irre?“, ruft Felix sofort empört und funkelt ihn an. Prompt liegen die erstaunten Blicke seiner Freunde auf ihm. So einen lauten Ausbruch sind sie nicht von ihm gewohnt. Jisung richtet sich auf und blinzelt perplex.

Dann realisiert er wohl seine vorigen Worte und seine Augen werden groß. „Oh“, macht er und senkt beschämt den Kopf. „Tut mir leid, ich habe nicht nachgedacht. Also lieber kein Feuer.“ Jisung grinst schief und Felix nickt entschlossen. Nach der Schule fahren Hyunjin, Jisung und Felix zum Tanzstudio, um dort weiter zu planen. Innerhalb der Woche ist dort viel mehr los und fast alle Räume sind besetzt. Zum Glück finden die drei noch einen, in welchem noch niemand ist. „Ich habe am Wochenende bei uns im Garten ein bisschen was ausprobiert“, erzählt Felix, während er sich dehnt. „Aber ich weiß nicht, ob ihr damit klar kommen werden. Vieles davon ist an die Bewegungen vom Kampfsport angelehnt.“ Der Australier beginnt den beiden anderen zu zeigen, was er meint. Während Hyunjin seine Bewegungen in höchster Konzentration verfolgt, wirkt Jisung eher skeptisch. „Ich habe lange nicht mehr trainiert. Ich weiß nicht, ob ich das in den paar Wochen schaffen werde“, sagt er frei heraus, worauf Hyunjin die Augen verdreht.

„Du schaffst es innerhalb einer Nacht einen kompletten Song zu schreiben, komponieren, aufzunehmen und abzumischen, willst uns aber jetzt erklären, dass du deine Beweglichkeit eingebüßt hast?“, hakt er nach und Jisung nickt ernst. „Du machst mich fertig!“, jammert Hyunjin daraufhin und in dem Moment öffnet sich die Tür. Felix erkennt die beiden Personen, die gerade hereinkommen und ihm fallen auch wieder die Namen ein. Im Jaebum und Park Jinyoung, Hyunjins Vorbild. Das würde wohl auch erklären, wieso der Betroffene sofort verlegen den Blick auf den Boden senkt und Jisung wissend grinst. „Wir sind doch schon mal in euer Training geplatzt“, erinnert sich Jaebum lachend und stellt seine Tasche ab. „Woran arbeitet ihr heute?“ „Wir bereiten uns für den Talente Wettbewerb vor“, antwortet Jisung und die beiden Älteren sehen sich an. „Das waren noch Zeiten!“, seufzt Jaebum. „Weißt du noch, wie du mal in drei Kategorien gleichzeitig aufgetreten bist, Jinyoungie?“ „Und in allen Kategorien gewonnen habe“, schmunzelt der Angesprochene, worauf Felix große Augen macht.

Hyunjin hat wohl nicht übertrieben, Park Jinyoung scheint ein wahres Multitalent zu sein. Doch dieser winkt bescheiden ab, als er den beeindruckten Blick des Australiers merkt. „Das war keine große Sache. Beim Tanzen habe ich nur gewonnen, weil Jaebum so gut ist und wir zusammen aufgetreten sind. Die Kategorie Schauspiel habe ich  gewonnen, weil ich mit einigen Freunden aus der Theater AG eine Szene aus dem damaligen Stück aufgeführt habe und im Gesang habe ich gewonnen, weil-“ „dein Solo einfach perfekt war!“, unterbricht ihn Jaebum grinsend. „Und ihr drei werdet tanzen?“, will Jinyoung interessiert wissen. „Ich wurde gezwungen!“, hält Jisung dagegen und schaut Hyunjin verärgert an. Dieser versucht allerdings verlegen Jinyoungs Blick auszuweichen und reagiert nicht. „Wir sind gerade dabei Ideen zu sammeln“, erklärt Felix somit. „Jisungie wurde mehr oder weniger von uns überredet, weil Minho-hyung nicht kann.“

„Stimmt, Minho ist sonst immer mit von der Partie gewesen. Wo ist er denn jetzt?“, erinnert sich Jaebum und wirkt überrascht. „Ähm, er kann nicht, weil…“, setzt Jisung an, weiß aber nicht, was er antworten soll. Er will Minhos Krankheit schließlich nicht überall herum erzählen. „Er kann nicht, weil seine Mutter es ihm verbietet. Er soll sich auf die Schule konzentrieren“, ergänzt Felix und macht ein finsteres Gesicht. Jisung und Hyunjin grinsen sich leicht an, über die schnelle Ausrede des Australiers. Zwei Stunden verbringen sie im Tanzstudio und haben bereits ein paar sehr gute Ideen. Jaebum und Jinyoung steuern hin und wieder ein paar Verbesserungen bei und Felix macht es unglaublich Spaß von den beiden Älteren zu lernen. Als er zufrieden, aber erschöpft zu Hause ankommt, zieht gleich ein köstlicher Duft in seine Nase. Sehnsüchtig stöhnt er auf. Ein Glück, er ist am Verhungern! Beim Abendessen redet er nicht viel, sondern verdrückt eine Portion nach der anderen. „Seid ihr vorangekommen?“, will Changbin wissen, als Felix ihn etwas später in seinem Zimmer besucht. „Ja, ich glaube, wir könnten es wirklich schaffen, den ersten Platz zu kriegen“, grinst er.

Das Wissen fast jeden Nachmittag tanzen zu können, macht die anstrengenden Schultage für Felix halbwegs erträglich.  Auch wenn er versuchen muss Tanzen, Hausaufgaben und Lernen unter einen Hut zu kriegen. Oft macht er zusammen mit Hyunjin und Jisung die Hausaufgaben gleich im Tanzstudio, aber manche Aufgaben sind so umfangreich, dass er gezwungen ist zu Hause noch recht lange zu arbeiten. So auch diesen Abend. Felix brütet gerade über mathematischen Gleichungen, als er ein leises Klopfen hört. „Ja?“, ruft er abwesend und Changbin kommt herein. „Überraschung!“, ruft der Ältere und Felix dreht sich verwundert um. Changbin läuft grinsend zu ihm und lehnt sein Handy gegen einige Bücher. Jetzt erst begreift Felix, dass Minho ihm gerade per Videoanruf entgegen blickt. „Hyung!“, ruft er aufgeregt und lacht. „Oh mein Gott, wie geht es dir?“ In den letzten Tagen hat Minho oft Bilder in die gemeinsame Gruppe geschickt, um seine Freunde auf dem neusten Stand seiner Behandlung zu halten.

„Naja, könnte besser sein. Die Behandlung fängt morgen so richtig an und ich bin etwas aufgeregt“, antwortet Minho und verzieht das Gesicht. „Ich habe erst gerade mit Chan-hyung telefoniert. Stimmt es, dass Hyunjin, du und Jisung am Wettbewerb teilnehmen werdet?“, wechselt er das Thema und runzelt die Stirn. „Wie habt ihr Jisung überreden können? Ich denke, er wollte nicht?“ Kichernd erzählt Felix von Hyunjins Aktion und Minho lacht leise. „Da wäre ich gerne dabei gewesen.“ „Wir vermissen dich, Hyung“, schmollt Felix und der Ältere verdreht die Augen. „Ich euch auch. Ihr ahnt gar nicht, wie langweilig es ohne euch ist.“ Minho wendet sich an Changbin und fragt diesen, was bei ihnen in der Klasse los ist. Sofort erzählt Changbin von den Aussagen, die Park Minhyuk von sich gelassen hat. Für einen Augenblick wirkt Minho wie eingefroren, dann lacht er los. „Er hat wirklich gefragt, ob ich gestorben sei? Wenn das alles ist, was er kann, dann wird es langsam langweilig“, kichert er und Changbin schnaubt auf. „Ich hätte ihm am liebsten alle seine Zähne raus geschlagen“, knurrt er. „Lass es sein, Binnie. Das ist verschwendete Energie, glaub mir. Es geht mir gut, hör nicht auf die Scheiße, die andere Leute sagen.“

„Es geht dir wirklich gut?“, vergewissert sich Changbin besorgt und Minho seufzt leise und sinkt in sein Kissen zurück. Offenbar liegt er in einem Bett. „Naja, so gut wie es eben einem mit Leukämie gehen kann“, murmelt er und lächelt leicht. Felix merkt erst in dem Moment, wie blass der Ältere wieder ist. „Ihr könnt mich bald besuchen kommen. Mein behandelnder Arzt meinte, wenn alles so anschlägt, wie es anschlagen soll, darf ich Besuch bekommen. Aber jetzt brauche ich erstmal viel Ruhe“, erklärt er und gähnt prompt. „Geh schlafen, Hyung“, sagt Felix sofort und Minho nickt müde. „Macht mal ein paar Videos von eurem Training, ich will wissen, wie ihr euch anstellt“, grinst der Ältere noch und Felix verspricht es. Changbin nimmt sein Handy wieder mit nach draußen, um noch ein paar Minuten alleine mit Minho zu sprechen. Widerwillig widmet sich Felix wieder seinen Hausaufgaben, aber er kommt einfach nicht weiter. Frustriert klappt er sein Buch zu und stöhnt auf. Vielleicht kann er Seungmin anrufen, damit der ihm helfen kann? Aber dieser geht leider nicht ran. Auch Hyunjin und Jisung sind nicht zu erreichen. Wo sind denn alle?

„Ah, das kann doch nicht wahr sein!“, ruft der Australier aufgebracht und die Tür öffnet sich. „Alles in Ordnung?“, fragt Changbin verwundert. „Nein, durch diese verdammten Gleichungssysteme ist gerade nichts in Ordnung!“, knurrt Felix zurück und der Ältere grinst. „Zeig mal her“, verlangt er und Felix macht große Augen. „Du willst mir helfen? Haben die anderen nicht gesagt, dass ich da eher durchfallen werde, wenn ich mir von dir helfen lassen?“, fragt er skeptisch und Changbin greift nach seinem Buch. „Du musst nicht alles glauben, was sie dir sagen“, entgegnet er nur und liest sich die Einheit durch. „Okay, das ist eigentlich ganz einfach“, sagt er schließlich entschlossen und zieht Felix seine Aufzeichnungen voran. Konzentriert liest er diese durch und runzelt die Stirn. „Du hast einen Denkfehler, das ist alles“, erklärt er und eine Stunde später hat Felix begriffen, was er tun soll. „Wieso bist du so gut, wo du doch eigentlich nichts tust?“, will er wissen und Changbin fährt sich verlegen durch sein dunkles Haar. „Gleichungssysteme fand ich schon immer leicht“, erwidert er, worauf Felix die Wangen aufplustert und grummelt: „Ich finde sie dämlich.“ „Hey, man kann nicht alles können!“, grinst Changbin und zerzaust dem Jüngeren seine Haare.
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