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on a hellevator

von Yueliang
GeschichteDrama, Familie / P18 / MaleSlash
Lee Felix Seo Changbin
01.08.2018
23.12.2020
64
136.118
17
Alle Kapitel
39 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.08.2020 1.687
 
Zweijähriges Jubiläum bei dieser FF!
Und gleichzeitig haben wir #STAY2ndAnniversary. *^*

                                                                                         ********************


Changbin weiß ganz genau, dass Weglaufen oder Schreien sinnlos ist. Er hat keine Angst vor den drei Älteren, dafür sind sie schon zu oft aneinander geraten. Gerade Junhoe kennt er leider gut genug, um zu wissen, dass er ein Sadist ist und es ihm Spaß macht, andere zu quälen. Mit körperlichen Schmerzen oder eben auf emotionaler Weise. Körperliche Schmerzen kann Changbin wegstecken, immerhin war er schon einige Male in Schlägereien verwickelt, doch seine Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Jeongins Todestag am Samstag steckt ihm natürlich immer noch in den Knochen und eine schadenfrohe Bemerkung könnte ihn explodieren lassen, dass weiß er. Und das weiß leider auch Junhoe, denn genau das legt er darauf an. Changbin wird plötzlich gepackt und hinter eine Hauswand außer Sichtweite gezogen. „Weißt du, euer neuer Freund ist wirklich süß. Ich beobachte ihn oft, nur leider lässt du ihn ja nicht aus den Augen. Was ist eure Beziehung zueinander? Ein Paar seid ihr nicht, dass würde ich erkennen“, überlegt Junhoe und mustert Changbin.

Dieser presst die Lippen zusammen und schweigt. Lieber würde er sich die Zunge abbeißen, als dem Älteren zu offenbaren, dass Felix sein jüngerer Adoptivbruder ist. „Vielleicht sollte ich ihn einfach selbst fragen? Wie hieß er noch gleich? Lee Felix?“, fragt Junhoe und hebt die Mundwinkel zu einem spöttischen Lächeln. Changbin will sich losreißen, aber Donghyuk und Jungkook halten ihn weiterhin fest. „Wenn du das machst, dann wirst du es bereuen!“, zischt er und Junhoe lacht leise. „Leere Drohungen, Changbin-ah“, säuselt er. Dieses Mal gelingt es dem Jüngeren sich loszureißen und er schlägt Junhoe mit voller Kraft in sein hämisches Gesicht. Der fasst sich kurz an die schmerzende Stelle und dreht den Kopf hin und her. „Wohl doch keine leere Drohung“, stellt er fest und der spöttische Klang in seiner Stimme ist mit einem Mal verschwunden und hat einem bedrohlichen Platz gemacht. „Hat dir noch keiner beigebracht, wie man sich gegenüber seinen Sunbaes verhält? Oder kennst du einfach keinen Respekt?“, will er wissen und tritt vor Changbin. Dieser muss sich halten, dem Älteren nicht ins Gesicht zu spucken, so wütend ist er.

„Respekt? Jemand wie du verdient keinen Respekt! Du bist ein widerliches Arschloch, das ist alles!“, faucht er und auf einmal wird er zu Boden gedrückt. „Dann bringe ich dir bei, was es heißt Respekt zu haben“, hat er Junhoes Stimme in seinen Ohren. Er wird wieder ruckartig auf die Beine gerissen und jemand schlägt ihm in den Magen. Alle Luft entweicht Changbin, doch so leicht will er sich nicht unterkriegen lassen und versucht sich zu wehren. Allerdings sind es drei gegen einen und er merkt, dass er hier nicht gewinnen kann. Irgendwann wird es den anderen langweilig und sie lassen von Changbin ab. „Bis morgen in der Schule, Changbin-ah. War eine nette Unterhaltung mit dir“, lacht Junhoe, legt je einen Arm um Donghyuk und Jungkook, dann sind sie verschwunden. Changbin zieht sich an einem Zaun auf die Beine versucht zu lokalisieren, was ihm alles wehtut. Blut tropft zu Boden und er fasst sich an seine Nase. Sofort sind seine Finger rot. Auch seine Lippe ist wieder aufgeplatzt und blutet. Angewidert spuckt er das Blut aus. Vorsichtig bewegt er seine Arme, was zum Glück ohne Probleme geht. Sein Rücken und sein Oberkörper tun ihm allerdings höllisch weh. Das wird wohl mehr wie blaue Flecke geben, denkt Changbin mürrisch.

Langsam macht er sich wieder auf den Heimweg. Hoffentlich sind seine Eltern noch nicht da, denn dann müsste er einiges erklären. Als er die Haustür aufschließen will, stellt er fest, dass er seinen Schlüssel wohl in seinem Zimmer vergessen hat. Na super! , denkt er aufgebracht und klingelt widerwillig. Aber es ist Felix, der ihm öffnet. Seine Augen weiten sich entsetzt, als er Changbins Verletzungen sieht. „Was ist denn passiert?“, ruft er schockiert und im ersten Moment, versteht Changbin den Ausruf nicht, da Felix wieder ins Englische gerutscht ist. „Nichts weiter“, entgegnet er dann eindringlich und blickt den Jüngeren warnend an. Dieser begreift und beruhigt ihn: „Keine Sorge, sie sind noch nicht da.“ Das lässt Changbin erleichtert aufatmen, nur um dann schmerzvoll auf zu zischen. Beim Versuch sich die Schuhe auszuziehen, haben sich die Schmerzen in seinem Rücken gemeldet. „Hyung, wer hat dich so zu gerichtet?“, fragt Felix besorgt und im Licht der Flurlampe sieht man alles noch viel deutlicher. Changbins blutverkrustete Nase, die blutige Lippe, der mittlerweile blaue Fleck an seiner Wange und ein Kratzer an seiner Augenbraue. „Nicht so wichtig“, erwidert der Ältere und verschwindet ins Bad.

„Nicht so wichtig?“, braust Felix auf und folgt ihm. „Du willst mir doch nicht jetzt erzählen, dass du irgendwo angerannt bist?“ Wütend baut er sich vor Changbin auf, der sich die Stirn reibt. „Ich hatte eine Auseinandersetzung mit Koo Junhoe. Zufrieden?“, knurrt er. Felix ist hin und her gerissen, am liebsten würde er den Älteren zurechtweisen, weil er sich schon wieder geprügelt hat, doch gleichzeitig kann er es verstehen. Changbins Geduld wird sicher nicht die beste im Moment sein. „Warte, ich helfe dir“, murmelt er somit und beginnt behutsam die kleinen Verletzungen zu versorgen. Besorgt betrachtet Felix die blau-violett unterlaufene Wange des Älteren. „Das muss gekühlt werden, sonst schwillt es weiter an“, stellt er fest. Während Felix etwas Kaltes sucht, verzieht Changbin sich in sein Zimmer, wo er sich erleichtert in sein Bett fallen lässt. Jeder Knochen tut ihm weh. Schritte kommen die Treppe hoch und Felix tritt herein. Erleichtert hält Changbin sich die Kühlpackung an seine Wange. Einen Moment sagt keiner was. „Danke“, unterbricht der Ältere schließlich die Stille, während Felix ihn nur kopfschüttelnd ansieht.

„Was ist das eigentlich für eine Spannung zwischen euch und Koo Junhoe?“, will er wissen und legt den Kopf schief. „Er wirkt doch nett.“ „Er ist aber nicht nett!“, fährt Changbin auf und funkelt den Australier an. Dieser hebt abwehrend die Hände. „Schon okay, ich sage ja schon nichts mehr“, murmelt er unbehaglich und entschuldigend greift Changbin nach seiner Hand. „Er weiß, wie man Leute manipuliert und das musste Chan-hyung vor einigen Jahren erfahren“, erklärt er leise und Felix macht große Augen. „Was ist denn mit Chan-hyung passiert?“, will er wissen und Changbin seufzt leise auf. „Früher oder später hättest du es wohl sowieso erfahren. Es wird in der Schule immer noch darüber geredet.“ Abwartend blickt Felix den Älteren an, der für einen kurzen Moment in Gedanken versunken scheint. „Chan und Junhoe waren mal gute Freunde, sie kannten sich schon seit der Mittelschule und sie haben sich vertraut“, fängt Changbin dann an zu erzählen. „Deswegen hat Chan ihm auch anvertraut, dass er bisexuell ist und sich in ihn verliebt hat. Junhoe meinte daraufhin, dass er auch in ihn verliebt sei sie sind ein Paar geworden. Zumindest dachte Chan-hyung das damals.“ Changbins Blick verfinstert sich und Felix sieht ihn besorgt an.

„Junhoe hat mit ihm gespielt, er hat ihn so verführt, dass sie miteinander geschlafen haben. Chan hat sich natürlich nichts dabei gedacht, er war halt verliebt. Als er nach diesem besagten Wochenende zur Schule gekommen ist, war alles anders. Kaum ist er im Gebäude gewesen, fingen die Schüler an zu tuscheln und ihm hässliche Bemerkungen zu zurufen. Junhoe hat sie beim Sex gefilmt und es so hingestellt, dass Chan ihn verführt hätte und nicht anders herum. Dieses Video hat er dann an einige seiner Freunde geschickt und somit ging es dann in der ganzen Schule herum“, spricht Changbin weiter, während Felix nicht fassen kann, was er da gerade hört. „Naja, Chan-hyung war deswegen total am Boden zerstört und nicht mal wir konnten ihm helfen. Es wäre fast so weit gekommen, dass er zu seinem Vater nach Australien gezogen wäre. Woojin hat Chan überredet, die Sache dem Schulleiter anzuvertrauen und dieser hat in einer Schulversammlung klar gemacht, dass dieses Verhalten nicht geduldet wird und jeder, der dieses Video weiter verschickt, sofort von der Schule verwiesen wird. Aber der Schaden ist bereits entstanden und noch immer gibt es einige Arschlöcher, die Chan-hyung diesen Vorfall unter die Nase reiben.“ Fassungslos versucht Felix das eben Gehörte zu verarbeiten. Ausgerechnet Chan-hyung, der so eine liebevolle Person ist, musste sowas durchmachen? , denkt er und für einen Augenblick findet er keine Worte.

„Kann es sein, dass ihr heimlich ein Drama dreht?“, murmelt er dann und Changbin lacht freudlos auf. „Ich wünschte, dass wäre so. Dann würde ich die Produzenten bitten, Jeongin zurück zu holen“, meint er und hält sich wieder den Kühl Akku an die Wange. „Kannst du Junhoe deswegen nicht leiden?“, will Felix dann wissen und der Ältere schaut ihn stirnrunzelnd an. „Ich kann ihn nicht nur nicht leiden, ich hasse ihn. Er läuft durch die Schule und tut, als wäre nichts gewesen. Im Gegenteil, er ist noch stolz darauf!“, knurrt er und sein Blick verfinstert sich. „Chan will das einfach alles vergessen, aber ich kann das nicht. Ich habe gesehen, wie er unter all dem gelitten hat und das will ich Junhoe bereuen lassen.“ Über die Entschlossenheit in seiner Stimme, kommt in Felix leichte Sorge auf. „Hyung, du planst doch hoffentlich keinen Mord?“, fragt er mit großen Augen und Changbin stößt ihm in die Seite. „Sowas Stumpfes traust du mir zu?“, murrt er und verdreht die Augen. „Mord ist mir zu primitiv.“ Verstört rutscht Felix von ihm weg, nicht wissend, ob der Ältere nur Scherze macht oder es tatsächlich ernst meint. Als Changbins Mundwinkel allerdings verräterisch zucken, atmet er auf und entspannt sich. „Erschreck mich doch nicht so!“, beklagt er sich und reibt sich über die Brust, um sein heftig schlagendes Herz zu beruhigen. „Du bist so leichtgläubig, dass es fast schon niedlich ist“, grinst Changbin und Felix schlägt ihm schmollend gegen die Schulter, worauf der Ältere das Gesicht verzieht. „Hey, ich bin schwerverletzt!“, jammert er, doch Felix sieht ihn nur ohne Mitleid an. „Selbst schuld, wenn du ständig in Schlägereien verwickelt bist.“ Dagegen kann Changbin nichts erwidern.
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