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on a hellevator

von Yueliang
GeschichteDrama, Familie / P18 / MaleSlash
Lee Felix Seo Changbin
01.08.2018
23.12.2020
64
136.118
17
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Dieses Kapitel
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25.07.2020 1.932
 
Der darauffolgende Tag ist ein Sonntag, an dem Felix versucht seinen Berg an Hausaufgaben zu erledigen und gleichzeitig Changbin überreden will, mit ihm am nächsten Tag zur Schule zu gehen. Dessen erste Reaktion war ein rigoroses „Nein“ auf die Bitte des Jüngeren. Aber Felix lässt nicht locker und am Abend gibt Changbin sich geschlagen. Dessen Auftauchen überrascht am nächsten Morgen die anderen, auf jeden Fall wirken sie so, als hätten sie nicht damit gerechnet. „Changbin-ah!“, jubelt Woojin begeistert. „Wie kommen wir zu der Ehre?“ Der Angesprochene deutet nur wortlos auf Felix, der verlegen vor sich hin grinst. Chan wirkt hin und her gerissen, als wäre er erleichtert Changbin in der Schule zu sehen, aber gleichzeitig steht die Sorge in sein Gesicht geschrieben. Keiner weiß, was den Tag noch passieren kann. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es besser ist, wenn Changbin nach dem Todestag zu Hause geblieben ist. Auch Minho wirft diesem immer wieder forschende Blicke zu. Er fürchtet genauso, dass es eskalieren könnte. Das Changbin eine tickende Zeitbombe ist, wäre nichts Neues.

„Hast du dir das gut überlegt?“, raunt Chan, Felix leise auf Englisch zu und dieser hebt nur die Schultern. „Wir werden sehen, was raus kommt“, meint er und der ältere Australier lacht leise. „Du setzt auch gerne alles auf eine Karte, kann das sein?“, hakt er nach und Felix nickt nur. „Ich passe auf den Hitzkopf auf“, versichert Minho, als sie alle ins Schulgebäude reingehen. „Ich verlasse mich auf dich, Hyung!“, entgegnet Felix streng und der Ältere verdreht lachend die Augen. „Meine Hochachtung hast du, dass du Changbin-hyung heute überhaupt in die Schule bewegen konntest“, murmelt Seungmin beeindruckt. „Abwarten, irgendwie denke ich, dass es doch keine gute Idee war“, seufzt Felix und Jisung sieht ihn so an, als würde er ihm stillschweigend beipflichten. Währenddessen sind Changbin und Minho in ihrem Klassenzimmer angekommen. Der Jüngere hat noch immer kein Wort gesagt und langsam beunruhigt Minho das. Wortlos packt Changbin seine Sachen aus, setzt sich an den Tisch und legt dann den Kopf auf die Tischplatte. Ohne eine Miene zu verziehen, starrt er zu Minho herüber.

Dieser tut es ihm gleich und das entlockt Changbin ein kurzes Stirnrunzeln. Erleichtert atmet der Ältere auf. Er reagiert noch auf etwas! „Wie geht es dir?“, fragt Changbin unvermittelt und Minho richtet sich wieder verwundert auf. Mit dieser Frage hat er am Wenigsten gerechnet. „Gut“, antwortet er schließlich nur und Changbin setzt sich genervt auf. „Wenn du mir schon was vorspielen musst, dann mach es bitte richtig“, knurrt er und Minho seufzt auf. „Nicht jetzt und nicht hier, Changbin-ah“, stellt er klar und reibt sich über die Stirn. Seine Stimme klingt mit einem Mal müde. Natürlich weiß er, worauf der Jüngere anspielt, doch hier, während alle anderen Schüler um sie herum sind, will er das nicht besprechen. Während des Unterrichts sitzt Changbin nur lustlos an seinem Platz, ohne großartig mitzuschreiben. Es ist offensichtlich, dass er mit Gedanken nicht anwesend ist. Irgendwann werden die Schüler durch den Gong in die Pause entlassen und Minho erhebt sich von seinem Platz, um sich zu strecken. „Kommst du mit zu den anderen?“, fragt er Changbin, der sich nicht auf seinem Stuhl rührt.

Aber er erhält keine Reaktion und somit geht er einfach nach draußen. Am besten ist es vielleicht, den Jüngeren in Ruhe zu lassen. Auf dem Gang kommt Felix auf ihn zu. „Wo ist er?“, fragt er besorgt und Minho nickt wortlos nach drinnen. Zögernd betritt Felix das Klassenzimmer und wird von den älteren Schülern natürlich gleich argwöhnisch gemustert. Er lässt sich aber nichts anmerken, sondern geht zielstrebig auf Changbin zu, der sich verwundert aufgesetzt hat. „Was tust du hier?“, fragt er stirnrunzelnd und Felix grinst. „Ich verbiete dir, dass du alleine hier bleibst“, erklärt er bestimmt und Changbin hebt die Augenbrauen, sodass der Jüngere fortfährt: „Komm schon Hyung, lass uns nach draußen gehen.“ Genervt verdreht Changbin die Augen, kommt aber Felix‘ Aufforderung nach und folgt ihm. Minhos Augen weiten sich überrascht, als die beiden aus dem Klassenzimmer kommen. Wie schafft Felix das nur? Lächelnd legt er einen Arm um Changbins Schultern und dieser lässt es sogar zu. Auf dem Schulhof tummeln sich bereits Schüler aus den unterschiedlichen Jahrgangsstufen, die offenbar das schöne Wetter genießen und sich die Beine vertreten wollen. Minho blinzelt gegen die Sonne. „Wo ist der Rest von uns?“, fragt er und schaut sich suchend um. „Seungmin wollte mit Hyunjin noch in die Cafeteria sich was zum Essen holen“, antwortet Felix, „und Jisung musste irgendwas mit einem Lehrer klären. Wo unsere ältesten Hyungs bleiben, weiß ich nicht.“

Changbin hält den Kopf gesenkt und betrachtet den Boden zu seinen Füßen, sodass Felix ihn aufmunternd anstößt. „Kommt, lasst uns in den Schatten gehen. Sonst sind wir am Ende der Pause geröstet“, meldet sich Minho zu Wort und lotst die beiden Jüngeren zu den Sitzgruppen unter den Bäumen. „Seo Changbin!“, ertönt auf einmal ein Ruf und dieser bleibt abrupt stehen. „Ignoriere ihn“, raunt Minho ihm zu, der wohl die Stimme erkannt hat. Verwundert dreht Felix sich um und erkennt Koo Junhoe und seine Freunde, die auf sie zukommen. „Wahnsinn, seit wann kommst du denn wieder zur Schule? Ich dachte, am Wochenende war für dich ein besonderer Tag“, spricht Junhoe spöttisch und Changbin ballt die Hände zu Fäusten. „Musstest du nicht sonst immer zu Hause bleiben, weil du dich nicht benehmen konntest?“ „Komm schon, lass ihn einfach reden“, versucht Minho seinen Freund erneut zum Gehen zu bewegen. „Ich kann mich ja nicht mal mehr an deinen kleinen Bruder erinnern“, seufzt Junhoe gespielt traurig und seine Freunde hinter ihm lachen leise. Der Ältere tritt vor Changbin und dieser blickt ihn nur emotionslos an. „Was machst du hier, Freak? Hast du dieses Jahr etwa Ablenkung gefunden?“, raunt Junhoe leise, sodass Felix und Minho ihn nicht hören können.

„Ist euer Neuzugang so gut?“ Jetzt kommt Bewegung in den vorher regungslosen Changbin. Aufgebracht stößt er Junhoe von sich weg, das dieser ein paar Schritte nach hinten stolpert. Er lächelt boshaft. „Ah, also tust du nur so ruhig“, stellt er fest und Changbin spannt sich an. „Changbin-ah, lass es sein!“, sagt Minho eindringlich und hält ihn zurück, aber Changbin entringt sich seinem Griff und funkelt Junhoe zornig an. „Stimmt es, dass du damals an diesem Unfall schuld warst?“, will Junhoe belustigt wissen und jetzt ist das Maß für Changbin voll. Mit einem aufgebrachten Aufschrei stürzt er sich auf den Älteren und sie fallen zu Boden. Im ersten Augenblick ist Junhoe von diesem Angriff sichtlich überrascht, wehrt sich dann aber. „Changbin-hyung, hör sofort auf!“, ruft Felix entsetzt, da sich im Nu eine schöne Schlägerei entwickelt. Er will den Älteren von Junhoe runterziehen, wird aber von Minho zurückgehalten. „Was soll das?“, fragt er ungehalten, doch der andere schüttelt den Kopf. „Ich will nicht, dass du verletzt wirst“, sagt er ernst. „Was ist denn hier los?“, ertönt Chans entsetzte Stimme. Er ist gerade mit Woojin dazu gestoßen und sofort realisieren sie die Situation. Entschlossen packen sie Changbin und ziehen ihn weg. Dieser wehrt sich verbissen gegen die beiden Älteren. „Lasst mich sofort los!“, schreit er zornentbrannt. Junhoe steht schweratmend auf und richtet sich seine Schuluniform.

Ein kleiner Kratzer blutet über seiner Augenbraue, doch sonst wirkt er unversehrt. „Süß, lasst den Kleinen ruhig los. Der will doch nur spielen“, grinst er und Woojin schaut ihn kalt an. „Es wäre besser, wenn du jetzt gehst. Und nimm dein Gefolge gleich mit“, verlangt er und Junhoe lächelt spöttisch, gibt dann aber seinen Freunden ein Zeichen und sie verschwinden zwischen den Schülern. Viele haben neugierig zu ihnen herüber geblickt, aber dadurch das die Szene sich auflöst, wenden sie sich gelangweilt wieder ab. „Seo Changbin, du beruhigst dich jetzt!“, zischt Chan, der weiterhin versucht den aufgebrachten Changbin zu bändigen. Dieser kämpft noch immer gegen den starken Griff des Australiers an. „Ich habe nicht angefangen!“, faucht er. „Das ist mir egal, du beruhigst dich jetzt trotzdem!“, entgegnet Chan streng. Felix tritt vor Changbin und umfasst behutsam dessen Gesicht. „Hyung, hör auf, das bringt doch nichts!“, sagt er deutlich und Changbins wütender Blick wird auf einmal leer. Er hört auf sich gegen Chan zu wehren und dieser lockert seinen Griff. „Kann ich dich loslassen?“, vergewissert er sich und Changbin nickt. Besorgt betrachtet Felix dessen blutende Lippe. „Du bist verletzt“, sagt er leise, aber der Ältere fährt sich nur unwirsch mit dem Handrücken darüber. „Das ist nichts“, murmelt er und runzelt die Stirn. „Ich hasse diesen Kerl, ich hasse, hasse, hasse ihn!“, stößt er hervor und tritt wütend gegen eine Bank.

„Was habe ich jetzt schon wieder verpasst?“, ertönt Jisungs fröhliche Stimme und er erscheint mit Seungmin und Hyunjin im Schlepptau. „Was ist denn hier los?“, will Hyunjin erschrocken wissen und seine Augen werden groß. „Hyung, mit wem hast du dich denn schon wieder angelegt?“, seufzt Seungmin, dem wohl Changbins ramponierter Zustand sofort aufgefallen ist. Dieser versucht seine zerzausten Haare zu richten und klopft sich den Dreck von seiner Uniform. Felix kaut sich schuldbewusst auf seiner Unterlippe herum. „Tut mir leid, ich hätte dich nicht überreden sollen mit zukommen“, murmelt er betroffen, worauf  Changbin die Augenbrauen hebt. „Wieso entschuldigst du dich? Es ist nicht dein Problem, dass ich ständig in Ärger verwickelt bin.“ Den restlichen Tag geschieht nichts mehr weiter, außer das auch Felix jetzt auffallend still ist. In Gedanken verflucht er sich selber, dass er Changbin so vehement versucht hat zur Schule zu bewegen. Er kennt seinen Bruder mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass dieser nur seine Ruhe vorspielt. Irgendwas geht wieder in ihm vor, doch Felix traut sich nicht, ihn darauf anzusprechen. Er fürchtet, dass Changbin sonst wieder total abblockt, weswegen er ihm Zeit geben will. Auch die anderen Jungs meiden das Thema und das ist Changbin nur Recht.

Ganz seiner alten Gewohnheit macht er abends wieder einen ausgedehnten Spaziergang durch die ruhigen Straßen. Nach diesem Tag braucht er das einfach, um runter zu kommen und zu Hause hätte er es wohl nicht ausgehalten. Felix besorgte und schuldige Blicke auf dem Weg nach Hause sind ihm auch nicht entgangen. Dabei trifft den Kleinen am wenigsten Schuld, denkt Changbin frustriert und biegt in die nächste Straße ein. Er ist Felix eigentlich so dankbar, dass er ihn überredet hat zur Schule zu gehen. Mit Sicherheit wäre er sonst auch dieses Jahr zwei Wochen zu Hause geblieben, hätte sich in seinem Zimmer verschanzt und von allen abgeschottet. Felix ist es, der ihm Halt und Normalität gibt. In Gedanken an den Australier lächelt Changbin leicht. Wie sehr er ihn am Anfang doch gehasst hat. Jetzt ist er froh, dass er da ist. „Na, wen haben wir denn da?“, ertönt eine spöttische Stimme hinter ihm und er dreht sich verwundert um. Junhoe kommt auf ihn zu, ein lauernder Ausdruck in seinem Gesicht. Ohne es zu merken, ist Changbin in dem Viertel gelandet, wo Junhoe wohnt und den wollte er heute am wenigsten wieder sehen. Hinter dem Älteren tauchen zwei seiner Freunde auf, Kim Donghyuk und Jeon Jungkook. Genervt verdreht er die Augen. „Keine Sorge, ich wollte zu keinem von euch“, knurrt er und will weiter gehen. Allerdings tritt Junhoe ihm schnell in den Weg. Changbin erwidert dessen höhnischen Blick ohne eine Gefühlsregung. „Wollen wir nicht da weiter machen, wo wir heute Vormittag unterbrochen wurden?“, raunt Junhoe und streicht Changbin über die Wange. Dieser stößt seine Hand weg und gibt ein angewidertes Geräusch von sich. „Mach das nochmal und ich breche dir alle Finger!“, zischt er und Junhoe lacht spöttisch auf. „Ach ja? Das möchte ich sehen“, meint er und Donghyuk und Jungkook treten hinter Changbin, sodass dieser eingekreist ist. Das soll ja jetzt wohl ein Witz sein, denkt er verdrossen.
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