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on a hellevator

von Yueliang
GeschichteDrama, Familie / P18 / MaleSlash
Lee Felix Seo Changbin
01.08.2018
23.12.2020
64
136.118
17
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Dieses Kapitel
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13.06.2020 1.280
 
Am Ende des Schultages wartet Felix am Schultor und versucht im Gewimmel Changbin und Minho ausfindig zu machen. „Mein Bus kommt, wir sehen uns morgen“, verabschiedet sich Seungmin von ihm und Felix nickt abwesend. Dann sieht er Changbin die Treppe herunter kommen, Minho dicht hinter ihm. Changbin wirft mörderische Blicke auf die umliegenden Schüler und als zwei Mädchen aus Felix‘ Jahrgang versucht unauffällig auf Minho zeigen, scheint Changbin die beiden ordentlich anzufahren, denn sie laufen erschrocken weg. „Ich bringe sie alle um!“, tobt er, als er mit Minho bei Felix steht. Der Australier sieht Changbin verstört an und Minho lächelt müde. „Ignoriere ihn, Felix“, winkt er ab. „Changbin steigert sich in etwas rein.“ „Das tue ich nicht!“, ruft der Angesprochene aufgebracht. „Kriegst du das nicht mit, was über dich erzählt wird?“ „Natürlich“, entgegnet Minho schwer seufzend. „Aber wenn ich mich davon unterkriegen lasse, haben sie gewonnen und das will ich nicht.“

Felix schaut verwirrt von einem zum anderen. „Lasst uns endlich gehen“, drängt Minho. Als er sich an der Kreuzung von Changbin und Felix verabschiedet, sehen die zwei ihm noch einen Augenblick nach. „Was ist denn passiert?“, will Felix wissen und Changbin stöhnt genervt auf. „Es wird irgendwelche Scheiße über Minho verbreitet und ich wüsste gerne, wie viel davon wirklich wahr ist. Aus Minho bekommt man nichts raus. Manchmal will ich ihn echt gerne-“, allerdings lässt Changbin es unausgesprochen, was er mit Minho gerne tun würde. Felix kann es ihm nicht verübeln. Wenn Jaemin so merkwürdig drauf sein würde, dann hätte er schon längst Eigenforschung angestellt. Changbin bemerkt überrascht, dass in der Einfahrt das Auto seiner Mutter steht. Normalerweise ist sie um diese Uhrzeit noch nicht da. Auch Felix legt verwundert den Kopf schief und als sie das Haus betreten, schlägt ihnen der Geruch von Essen entgegen.

„Wie kommen wir zu der Ehre?“, fragt Changbin überrascht, der gleich in die Küche gegangen ist. Seine Mutter dreht sich um und schlägt mit dem Geschirrtuch nach ihm. „Da hat macht man schon mal eher Feierabend und trotzdem ist dem Herren nicht recht“, lacht sie und Changbin verdreht die Augen. Felix betritt ebenfalls die Küche, er hat allerdings seine Schuhe ausgezogen und sieht begeistert in Richtung der dampfenden Töpfe. „Ich verhungere!“, seufzt er sehnsüchtig. „Es ist bald fertig“, erwidert Frau Seo schmunzelnd. „Da ist übrigens ein Brief für dich angekommen, Felix-ah“, sagt sie und deutet auf den Küchentisch. Erfreut liest Felix den Absender und beginnt zu strahlen. Changbin runzelt daraufhin die Stirn, was Frau Seo nicht entgeht und sie dreht sich mit einem wissenden Lächeln weg. Als der Australier wenig später auf der Couch im Wohnzimmer liegt und den Antwortbrief an Jaemin schreibt, kommt Changbin herein. „Was machst du hier unten?“, fragt dieser überrascht. „Hier ist mehr Licht“, antwortet Felix leichthin und widmet sich wieder seinem Brief. Frustriert greift er irgendwann zu seinem Handy, um die Übersetzung eines Wortes zu suchen, als er sich zum dritten Mal verschreibt. Ratlos fährt er sich durch sein dunkles Haar und schreibt die Schriftzeichen in der Luft vor sich auf.

Changbin beobachtet ihn aus dem Augenwinkel und muss sich ein Lachen verkneifen. Manchmal ist der Kleine wirklich ungewollt niedlich. Jeongin und er hätten sich sicher gut verstanden. Warum muss Felix ihn immer an Jeongin erinnern? Felix wird niemals wie er sein können! Zufrieden beendet schließlich Felix seinen Brief und liest diesen sich noch einmal durch. „An wen schreibst du eigentlich die ganze Zeit?“, fragt Changbin stirnrunzelnd. „An Jaemin-hyung“, antwortet Felix fröhlich. „Und bitte wer soll das sein?“, will der Ältere säuerlich wissen, worauf Felix ihn verblüfft anschaut. „Er ist ein Freund aus Incheon“, erwidert er und sieht Changbin kopfschüttelnd an. „Wo ist da ein Problem?“ Er erhebt sich vom Sofa und verlässt das Wohnzimmer. Changbin lehnt sich zurück und starrt an die Decke. Ja, Seo Changbin, wo ist das Problem? Das ist nicht Jeongin, also musst du nicht in die alte Beschützer-Rolle verfallen. Was ist nur los mit dir? Du konntest ihn erst nicht ausstehen und jetzt fängst du an dir Sorgen zu machen? Frustriert stöhnt er auf, da er langsam nicht mehr mit sich selber klar kommt.

„Hyung?“, ertönt Felix‘ fragende Stimme und sein Kopf lugt ins Wohnzimmer. Aber Changbin steht wortlos auf und geht an ihm vorbei nach oben. Er muss wieder einen klaren Gedanken fassen und das kann er am besten, wenn er Musik macht. Erleichtert setzt er sich an seinen Schreibtisch, zündet sich eine Zigarette an und fährt den PC hoch. Lange ist er nicht alleine, als es leise an der Tür klopft. „Was?“, ruft Changbin nur und er hört, wie die Tür vorsichtig geöffnet wird. Seine Eltern sind das schon mal nicht und er dreht sich mit seinem Stuhl herum. Felix sieht ihn unsicher an. „Ich soll dir sagen, dass das Essen fertig ist“, sagt er zaghaft, da er befürchtet, dass Changbin ihn wieder so anfahren wird, wie vor ein paar Tagen. Doch der Ältere nickt bloß und steht auf. Felix rümpft leicht die Nase, als ihm der Duft des abgestandenen Qualms im Raum entgegen schlägt. „Kein Wort“, murrt Changbin, „es reicht, wenn Jisung und Chan mir ständig Vorträge darüber halten.“ „Dann mache ich mit und vielleicht hörst du dann auf“, entgegnet Felix entschlossen und geht die Treppe nach unten.

Perplex schaut Changbin ihm nach und muss kurz grinsen. Wenn er das tatsächlich schafft, dann hat er wirklich einen Ordnen verdient. Bis jetzt hat ihn noch nie jemand überzeugt, aufzuhören mit rauchen. Felix sitzt bereits ungeduldig am Tisch, während Changbin gemächlicher die Küche betritt. „Changbin-ah, wir müssen uns mal unterhalten, was deine Noten betrifft“, sagt seine Mutter ernst, als er sich setzt. Unbeeindruckt hebt Changbin darauf nur die Schultern. „Du weißt, was unsere Abmachung ist?“, setzt sie fort und der Dunkelhaarige verdreht die Augen. „Changbin, wenn du Politik und Naturwissenschaften nicht bestehst, musst du wiederholen!“ „Dann lande ich eben bei Jisung, ist doch auch kein Problem. Minho hat auch wiederholt“, entgegnet er gelassen und seine Mutter seufzt auf. „Minho ist aber nicht faul, bei ihm hatte es andere Gründe“, stellt sie klar und da werden Changbin und Felix hellhörig. „Weißt du, was mit ihm los ist?“, fragt Changbin scharf und Frau Seo hebt nur die Schultern. „Es gibt Gerüchte in der Nachbarschaft, aber ob das die Wahrheit ist, kann ich nicht sagen.“ „Was für Gerüchte?“, hakt Felix angespannt nach, doch Frau Seo schüttelt den Kopf. „Ihr solltet das lieber von ihm selbst erfahren“, erwidert sie und Changbin ballt die Hände zu Fäusten.

Wieso weiß jeder, was mit Minho ist, aber seine besten Freunde lässt er im Unklaren? Macht das irgendwie Sinn? Aufgebracht verlässt Changbin die Küche, die Rufe seiner Mutter ignorierend und sucht sein Handy. Wie kann es sein, dass die halbe Welt weiß, was mit dir los ist, aber deine angeblichen besten Freunde wissen von nichts? Selbst meine Mutter hat eine Vermutung! Macht dir das Spaß uns so zu foltern?, verfasst er eine wütende Nachricht an Minho. Als er sie abgeschickt hat, bereut er es fast schon wieder. Den Älteren so unter Druck zu setzen, ist nicht fair. Sein Handy gibt einen Ton von sich und zeigt eine Antwort von Minho an: Du hast Recht, das ist nicht richtig. Haben Felix und du später noch Zeit? Ich will euch erklären, was los ist. Changbin lässt vor Schreck fast sein Handy fallen und muss die Nachricht drei Mal hintereinander lesen. „Felix, wir gehen dann zu Minho“, sagt Changbin bestimmt, als er wieder in die Küche kommt. Der Jüngere lässt seine Stäbchen sinken. „Warum?“ „Weil er mit uns reden will“, antwortet Changbin und widmet sich seinem Essen. Wenn er keine gute Erklärung für dieses Rätsel hat, dann wird Changbin ein paar ernste Worte mit dem Älteren reden müssen!
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