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on a hellevator

von Yueliang
GeschichteDrama, Familie / P18 / MaleSlash
Lee Felix Seo Changbin
01.08.2018
23.12.2020
64
136.118
17
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Dieses Kapitel
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21.04.2020 1.727
 
Der nächste Tag ist ein Samstag und Felix wacht davon auf, dass ihm die Sonne ins Gesicht scheint. Blinzelnd setzt er sich auf und gähnt. Dann fällt ihm ein, dass er mit Hyunjin und Minho tanzen wollte und er springt auf. Im Haus herrscht noch Stille und er schleicht nach unten ins Bad. „Du bist ja schon zeitig auf“, bemerkt Herr Seo, als er die Treppe runter kommt und in die Küche geht. „Ich bin mit Minho-hyung und Hyunjin verabredet“, strahlt Felix, „wir wollten zusammen tanzen.“ „Bist du zum Essen wieder da, Felix-ah?“, fragt Changbins Vater und daraufhin hebt der Dunkelhaarige nur unbestimmt die Schultern. „Wenn wir die Zeit vergessen, glaube ich das eher weniger.“ „Solange ihr Spaß habt“, lacht Herr Seo und Felix verschwindet nach oben in sein Zimmer. Aus Changbins Raum ist nichts zu hören, aber Felix beschwert sich auch nicht darüber. Schnell zieht er sich an und packt in eine Tasche alles Notwendige ein, bevor er sein Zimmer wieder verlässt. „Guten Morgen, Felix“, begrüßt Frau Seo ihn in der Küche. „Wohin hast du es denn so eilig?“ „Ich gehe tanzen“, erklärt Felix beschwingt. „Mit Minho und Hyunjin?“, will sie wissen und er nickt. „Das habe ich mir gedacht“, schmunzelt sie und stellt das Frühstück auf den Tisch. „Wann wirst du denn zurück sein?“ Hungrig bedient sich Felix am Essen. „Keine Ahnung, mal schauen was wir so machen werden“, nuschelt er mit vollem Mund. „Unser ältester Sohn scheint wohl noch zu schlafen“, stellt Herr Seo mit einem Blick auf die Uhr fest. „Lassen wir ihn. Es ist Wochenende“, entgegnet Frau Seo.

Felix beendet schnell sein Frühstück, verabschiedet sich von seinen Adoptiveltern und verlässt das Haus. Hyunjin hat ihm den Weg zum Tanzstudio aufgeschrieben und Felix betritt aufgeregt den Bus, der ihn in die Innenstadt von Seoul bringen soll. Er hat schon lange nicht mehr in einem professionellen Studio tanzen können und im Grunde freut er sich sehr darauf. Als er dann an der Station aussteigt, sieht er sich suchend um. „Felix!“, ertönt ein Ruf und der Australier blickt sich um. In einiger Entfernung sieht er Hyunjin auf und ab hüpfen und dann liest Felix das Schild über dessen Kopf. Gott sei Dank, er hat den Weg ohne Umwege gefunden. „Du hast es geschafft“, strahlt Hyunjin ihn an und Felix nickt, erfreut den Koreaner zu sehen. „Komm, lass uns rein gehen. Minho-hyung ist noch nicht da, aber der wird wohl noch kommen“, sagt Hyunjin und zieht Felix mit sich durch  die Glastür. „Dahinten sind die Duschen“, erklärt der andere und deutet auf eine Tür am hinteren Ende des Ganges. Hyunjin öffnet eine Tür zu seiner rechten und betritt einen verspiegelten Raum. „Wir sind noch alleine. Die anderen kommen wohl erst in ein, zwei Stunden“, sagt er und setzt sich an eine Wand. Während Felix sich andere Schuhe anzieht, sieht er sich neugierig um. „Gefällt es dir?“, fragt Hyunjin und Felix nickt. „Es erinnert mich ein wenig an das Studio, wo ich angefangen habe“, meint er sehnsüchtig. Die beiden beginnen sich langsam aufzuwärmen und zu dehnen. Hyunjins Handy gibt ein Plopp von sich und signalisiert das Eintreffen einer Nachricht. „Minho kommt doch nicht“, sagt er stirnrunzelnd nachdem er sein Handy entsperrt hat. „Ihm scheint es nicht gut zu gehen“, erwidert Felix nachdenklich und er wird verwundert angesehen. „Wie kommst du darauf?“ „Ist ein Gefühl“, murmelt der Australier schulterzuckend. Hyunjin geht zur Anlage.

„Okay, dann zeig mal was du kannst“, fordert er Felix grinsend heraus und dieser stellt sich in die Mitte des Raumes. Abwartend sieht er zu Hyunjin, der dabei ist ein Lied auszuwählen. Als die Musik ertönt, beginnt Felix sich spontan ohne jeden Gedanken zu bewegen. Au dem Augenwinkel sieht er, dass Hyunjin recht beeindruckt wirkt. „Du bist gut“, sagt er, als das Lied endet und Felix außer Atem zum Halten kommt. „Jetzt du“, fordert Felix auf und sie tauschen Plätze. Aufmerksam folgt Felix den Bewegungen des Koreaners und nickt anerkennend. „Wie lange tanzt du schon?“, fragt er und Hyunjin hebt die Schultern. „Seit drei, vier Jahren“, erwidert er unbestimmt. „Ich habe schon in der Grundschule angefangen“, grinst Felix, „nachdem mein Vater mit mir in einem Musical war.“ „Oh, es ist doch schon jemand hier“, ertönt plötzlich eine Stimme und die beiden fahren zusammen. Zwei dunkelhaarige Jungen, die offenbar ein paar Jahre älter als sie selbst sind, haben den Raum betreten. Hyunjin wird leicht rot im Gesicht, was Felix mit Verwunderung bemerkt. „Wer bist du?“, fragt einer der Neuankömmlinge neugierig und Felix verbeugt sich rasch. „Felix Lee“, antwortet er. „Im Jaebum und Park Jinyoung“, stellen sie sich vor und verbeugen sich ebenfalls leicht. „Ich hätte nicht gedacht, dass jemand an einem Samstagvormittag schon da ist“, sagt Jaebum lachend und wirft seine Tasche in eine Ecke. „Arbeitet ihr an etwas Bestimmten?“, fragt Jinyoung interessiert.

„Nein, wir wollten einfach nur etwas Tanzen“, murmelt Hyunjin verlegen und Felix schaut ihn belustigt an. „Sollen wir gehen, Jinyoung-sunbae?“, fragt Hyunjin und will schon seine Sachen zusammen suchen. „Nein, bleibt ruhig hier“, winkt der Andere ab. „Und du sollst mich nicht immer Sunbae nennen. Hyung reicht aus, Hyunjin-ah.“ Hyunjin nickt mit roten Wangen und weiß nicht, wohin er schauen soll. „Stehst du auf ihn?“, raunt Felix ihm zu, als die beiden Älteren sich in die andere Ecke des Raumes verziehen und leise miteinander reden. Prompt schüttelt Hyunjin den Kopf. „Jinyoung-sunbae ist mein Vorbild“, erklärt er feierlich. „Er ging auch auf unsere Schule.“ „Und warum ist er dein Vorbild?“, fragt Felix verdutzt. „Er sieht gut aus und ist beliebt, war immer Jahrgangsbester, Schulsprecher, er kann singen und tanzen und hat in der Theater-AG der Schule immer die Hauptrollen gespielt. Jetzt studiert er Schauspiel und gibt nebenbei hier im Studio Tanzunterricht“, rattert Hyunjin begeistert herunter und Felix kichert leise. „Weiß er, dass du sein Fan bist?“ Daraufhin schlägt der Koreaner ihm leicht gegen den Arm und murrt aufgebracht vor sich hin. „Schrei doch nicht so!“ „Du bist süß, Hyunjinnie“, lacht Felix und springt auf die Beine. „Wollen wir noch eine Runde?“

„Mach du nur“, winkt Hyunjin ab, den Blick nervös zu Jinyoung gerichtet. Allerdings zieht Felix ihn einfach auf die Beine, ohne auf den Protest seitens Hyunjin zu achten. „Dürfen wir Musik anmachen?“, ruft Felix zu den beiden Älteren und diese stehen auf. „Klar, wir wollten uns jetzt eh aufwärmen“, entgegnet Jaebum. Während Felix und Hyunjin sich ein kleines Battle liefern, werden sie von den beiden Älteren beobachtet. „Nicht schlecht“, lobt Jinyoung sie schließlich und Hyunjin strahlt vor sich hin. „Dein Name ist Felix?“, fragt Jaebum und der Angesprochene nickt. „Ich bin in Australien geboren, aber ich mag meinen koreanischen Namen nicht so“, erklärt er und fährt sich durch das schweißfeuchte Haar. „Deine Technik ist gut, nur du musst noch ein wenig an der Beinarbeit üben“, sagt Jaebum und Felix nickt. „Wenn du mal wieder kommst, kann ich es dir erklären“, lacht der Ältere. Felix schaut draußen auf die Uhr. Er könnte es tatsächlich pünktlich zum Mittagessen schaffen. „Danke, das du mich mitgenommen hast“, sagt Felix zu Hyunjin. „Melde dich doch hier an“, macht dieser den Vorschlag und Felix legt den Kopf schief. „Ich werde mal mit Changbins Eltern darüber reden“, murmelt er. „Wir sehen uns Montag!“, verabschiedet sich Hyunjin und Felix geht in die andere Richtung. Zufrieden lächelt er vor sich hin. Tanzen hat auf ihn immer eine befreiende Wirkung. Wenig später betritt er das Haus der Familie Seo und geht anschließend ins Wohnzimmer, da er von dort Stimmen wahrnimmt.

„Du bist ja schon da“, begrüßt Herr Seo Felix überrascht. „Das Essen ist noch gar nicht fertig.“ „Ich muss mich noch umziehen“, erwidert Felix und läuft nach oben in sein Zimmer. Jetzt ist bei Changbin etwas zu hören und kurz lauscht der Australier. Sein Adoptivbruder hat durchaus Talent was Musik angeht. Schnell verschwindet er in sein Zimmer und sucht sich frische Sachen aus seinem Schrank. „Jungs, es gibt Essen!“, ruft Frau Seo wenig später von unten und Felix stürmt hungrig in die Küche. „Und wie war es?“, fragt sie neugierig. „Schön“, antwortet Felix, „aber Minho-hyung konnte leider nicht kommen.“ Allerdings taucht Changbin in fünf Minuten immer noch nicht auf. „Changbin, komm runter!“, ruft seine Mutter ungeduldig nach oben. „Er wird schon kommen, wenn er Hunger hat“, sagt Herr Seo beruhigend. „Konntest du Hyunjin mit deinem Tanz beeindrucken?“, fragt Frau Seo neugierig und Felix nickt leicht. „Ich denke schon“, murmelt er und nimmt sich ein Stück Fleisch aus dem Topf. „Wenn du so gerne tanzt, kannst du dich dort gerne anmelden“, macht Herr Seo den Vorschlag. „Darf ich?“, entgegnet Felix zaghaft mit großen Augen. „Natürlich, Felix-ah“, lacht Frau Seo. „Wenn es dein Hobby ist und es dir Freude bereitet, dann wollen wir es dir nicht verbieten.“ „Toll!“, strahlt Felix.

Diese Szene wurde von Changbin beobachtet, der gerade leise nach unten gekommen ist. Regungslos verharrt er an der Küchentür. Siehst du? Sie haben dich schon ersetzt!, sagt eine Stimme in seinem Inneren. Changbin ballt die Hände zu Fäusten und stürmt wieder nach oben. Entschlossen setzt er sich seine Kopfhörer auf und dreht die Musik laut. Lange ist er aber nicht alleine, denn die Tür öffnet sich. „Seo Changbin, wann gedenkst du denn essen zu kommen?“, fragt seine Mutter verärgert und er setzt sich auf. „Gar nicht“, entgegnet Changbin tonlos. „Du musst aber mal was essen“, erwidert seine Mutter bestimmt. „Ich muss gar nichts“, knurrt der Dunkelhaarige daraufhin. „Und jetzt verlasse bitte mein Zimmer.“ „Seo Changbin, nicht in diesem Ton!“, verlangt Frau Seo entschlossen. „Was willst du?“, faucht Changbin wütend und springt auf. „Ihr habt doch jemand anderen! Also lass mich in Ruhe.“ Er schiebt seine Mutter nach draußen und knallt die Tür hinter ihr zu. Fassungslos sieht Frau Seo auf die geschlossene Tür und geht wieder nach unten. „Und was hat er gesagt?“, fragt Herr Seo behutsam. „Lange mache ich dieses Verhalten nicht mehr mit“, seufzt seine Frau. „Liebling, er ist sechzehn“, erinnert Herr Seo sie. „Und du weißt, dass er sich für den Unfall verantwortlich macht.“ Felix schweigt unbehaglich und kaut sich auf der Unterlippe herum. Changbin bleibt den restlichen Tag in seinem Zimmer. Erst gegen Abend trifft Felix auf ihn, als er die Treppe rauf will und Changbin von oben herunter kommt. Der Ältere stößt Felix hart beim Vorbeigehen an der Schulter an. Empört sieht Felix ihm nach, doch er schweigt. Der restliche Tag vergeht ohne weitere Ereignisse, allerdings trügt diese Ruhe.
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