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Where Love Falls - Connor x Fem.Reader - Onshot/Kurzgeschichten Sammlung

KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Amanda / KI / Interface Gavin Reed Hank Anderson RK800-51-59 Connor RK900
31.07.2018
29.04.2020
23
160.787
24
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
29.04.2020 4.312
 
Hallo liebe Deviant Connor Fans. <3
Yey, das nächste ist Kapitel da. :-D Heute halte ich mal keine lange Rede und wünsche Euch wie immer viel Spaß beim Lesen und mitfühlen. Hoffe es gefällt Euch. :-) <3

In liebe und ganz viele küsse Connor-4-Ever <3<3

Legende:
(A/N) anonymer Name/anonym Name

~*~*~*~


Das Schmatzen unserer Lippen wurde lauter. Doch wurde es übertönt, als ich gedämpft in den Kuss keuchte und bemerkte wie der RK800 mich plötzlich nach hinten drängte. Meine Hände legte ich um seinen Nacken und drückte seine Lippen noch fester gegen die meinen. Connor küsste mich immer leidenschaftlicher und ich ließ es auch noch zu. Dabei hasste ich Androiden doch und diesen hier erst recht. Mal abgesehen davon, dass ich ihm immer noch nicht so wirklich vertraute und war da auch noch meine Angst vor ihm und seines gleichen. Doch in diesem Moment, war meine Angst plötzlich wie weggeblasen und meine Gedanken drehten sich nur noch um ihn und mich, sodass ich sogar komplett vergaß, das Hank jeden Moment hier auftauchen könnte. Das einzige, was ich in diesem Moment wahrnahm, war das Connor und ich plötzlich den Boden unter den Füßen verloren und auf Hanks Couch landeten – der RK800 über mir, mich immer noch leidenschaftlich küssend, so als hätte auch er, die Welt um uns herum komplett vergessen. Ich jedoch bemerkte schnell, was wir eigentlich taten und drückte ihn instinktiv von mir weg. „Nein nicht, hör auf ich kann das nicht!", hielt ich ihn an, drückte ihn ein weiteres Mal von mir weg und stand wieder auf. Das durfte einfach nicht passieren. Nicht mit einem Androiden, nicht mit diesem Androiden. Noch nie zuvor war ich so verwirrt gewesen. Ich hatte es mehr als genossen von dem RK800 geküsst zu werden, aber gleichzeitig hätte ich alles dafür getan, das es niemals passiert wäre. Als hinge mein Leben davon ab, richtete ich meine Haare wieder zurecht und auch meinen Blazer zupfte ich wieder in die richtige Position. „Was ist? Was hast du?", hörte ich seine Stimme, ihm war wohl nicht klar, das wir hier etwas Verbotenes getan hatten. Ein Mensch und ein Android, die sich leidenschaftlich küssen, weil sie Gefühle füreinander entwickeln, dass konnte nichts Gutes bedeuten. „Was los ist? Was los ist? Wir haben uns gerade geküsst", sagte ich völlig empört, er schien sich wirklich nicht im geringsten im Klaren darüber zu sein, was hier gerade passiert war. „Das, das ist absolut inakzeptabel. Niemand darf davon erfahren und was viel wichtiger ist, es darf niemals wieder passieren. Ich weiß nicht, was für ein Spiel du hier eigentlich treibst aber darauf werde ich nicht weiter hereinfallen!"

Ich war mir sicher, das war nur wieder ein Versuch mich aus der Fassung zu bringen. Zuerst fetzte er sich mit mir und dann küsste er mich. Da konnte irgendetwas nicht stimmen. Schien ich aber auch komplett außer Acht zu lassen, dass ich auch ihn geküsst hatte. Meine Gedanken fuhren Achterbahn, ich wusste nicht, ob ich wirklich tiefere Gefühle für ihn entwickelte oder ob meine Angst vor ihm immer noch so groß war. Tatsache war, ich durfte es nie wieder so weit kommen lassen. „Ein Spiel? Das ist kein Spiel. Ich verstehe immer noch nicht, was für einen Grund ich ihnen gegeben haben sollte, mir nicht zu Vertrauen", riss der RK800 mich aus meinen Gedanken und erhob sich ebenfalls. Erneut stand er direkt vor mir, doch diesmal wich ich vor ihm zurück. Konnte ich die Enttäuschung in seinen braunen Augen deutlich sehen. Aber ich wollte nichts für ihn empfinden, dazu hatte ich noch zu große Angst. Auch das Hank uns erwischen könnte, dieser jedoch immer noch nicht wieder zurück war, obwohl es bereits früh am Morgen war. Wahrscheinlich hatte er sich in Jimmys Bar wieder ein paar Gläser zu viel gegönnt und war am Tresen eingeschlafen. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich also die ganze Nacht alleine mit dem RK800 in diesem Haus verbracht hatte ... „Dir Vertrauen? Einem Androiden? Nur weil wir uns geküsst haben, muss ich dir noch lange nicht vertrauen. Wer sagt, dass das nicht nur wieder ein Versuch von dir ist, mich aus der Fassung zu bringen? Also ich frage dich nochmal und sei verdammt nochmal endlich ehrlich zu mir. Was für ein Spiel treibst du hier mit mir?", wenn er jetzt immer noch behauptete er spiele nicht mit mir, würde ich einfach gehen und nach Onkel Hank suchen, bevor er auf eine neue blöde Idee kam, mich hinters Licht zu führen.

„Wie ich schon sagte, das ist kein Spiel und wenn ich sie daran erinnern darf, sie haben mich ebenfalls geküsst. Wer sagt, dass nicht sie ein falsches Spiel mit mir spielen, um mir zu unterstellen, ich hätte ihnen böses wollen? Wer sagt, dass ich ihnen Vertrauen sollte?", war das jetzt sein Ernst. Ich ein Spiel mit ihm spielen, indem ich ihn küsste, nur damit ich ihm unterstellen konnte er hätte mir etwas antun wollen. Das war doch verrückt, was glaubte er wer er war? „Du bist doch verrückt. So etwas würde ich niemals tun. Ja ich kann Androiden nicht ausstehen und dich schon gar nicht, dennoch würde ich mich nie an einen von euch Schrotthaufen ran machen nur, um ihn in Schwierigkeiten zu bringen. Was denkst du eigentlich von mir? Das muss ich mir nicht anhören, nicht von einem wie dir", sagte ich aufgebracht, ich musste unbedingt hier raus, bevor ich noch etwas sagte, dass ich später noch bereuen würde. „Weißt du was? Ich habe eine Lösung für unser Problem. Ich werde mir jetzt meine Jacke schnappen und von hier verschwinden. Solange Hank nicht bei uns ist, werde ich alles tun um dir, aus dem Weg zu gehen, damit ich diesen Kuss so schnell wie möglich vergessen kann und dasselbe solltest du ebenfalls tun ... Ich nehme einfach den Bus zum DPD", entschied ich kurzerhand und ging in die Küche um mir meine Jacke zu schnappen, die über einer der Stuhllehnen hing, ließ den Androiden einfach stehen, drehte mich nicht mehr zu ihm um, sondern begab mich sofort nach draußen und Richtung Bushaltestelle. Hoffte ich nur, der Android folgte mir nicht. Aber natürlich war genau dies der Fall, da er plötzlich mit dem Auto vorfuhr und vor der Haltestelle stehen blieb.

Jedoch stieg er nicht aus, sondern öffnete das Fenster, sah mich aber nicht an. „Steigen Sie ein", sagte er nur und ich sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. War das gerade ein Befehl? Was bildete sich dieser RK800 eigentlich ein? „Nein das werde ich nicht außerdem hast du mir gar nichts zu sagen Android!", blickte ich in die Richtung aus dieser der Bus vorgefahren kam und tat so, als würde ich ihn nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Doch Connor ließ nicht locker und entschied sich doch auszusteigen. „Detective (L/N), hören sie damit auf sich wie ein kleines Kind zu benehmen und fahren mit mir ins DPD. Ich verspreche ihnen auch, sie nicht auf den Kuss anzusprechen. Ich werde kein einziges Wort mehr darüber verlieren. Aber wir sollten uns wie zwei Erwachsene Menschen benehmen und zusammen zu Arbeit fahren, damit wir unsere Arbeit machen können", sagte er beschwichtigend was mich zum Lachen brachte. Diese Worte hörten sich aus seinem Mund so falsch an. „Mhh ja, da gibt es nur ein Problem", sah ich an und sah an seinem Blick, dass er sich wohl schon denken konnte was ich zu ihm sagen würde „du bist kein Mensch!", sah ich wieder weg und fing an ihn endgültig zu ignorieren. Connor wollte etwas erwidern, wurde aber von einem vorfahrenden Auto unterbrochen, das eindeutig Gavin Reed gehörte. Was er hier in dieser Gegend wohl wollte? Aber darüber dachte ich nicht weiter nach und war einfach nur erleichtert nicht mehr mit dem RK800 alleine zu sein. „Hey, (Y/N), guten Morgen, gibt es ein Problem?", stieg er aus und besah sich den Androiden anschuldigend. „Nein, danke, alles bestens. Connor wollte gerade Lt. Anderson suchen und ich fahre mit dem Bus zur Arbeit", Gavin sah mich daraufhin skeptisch an, ihm schien aufzufallen, dass zwischen Connor und mir dicke Luft herrschte.

„Verstehe und warum fährst du nicht einfach bei mir mit?", grinste er und ich musste lächeln. „Na los, steigen sie ein Detective!", sagte er grinsend und ich nickte ihm dankend zu. „Aber Detective", ertönte Connors Stimme, aber beachtete ich ihn nicht mehr. Ich sah nur wie sich Gavin vor ihn hinstellte und etwas zu Connor sagte. „Hey, sie will nicht bei dir mitfahren kapiert, sie fährt jetzt mit mir zur Arbeit. Oder hast du ein Problem damit?", fragte er, ohne eine Antwort darauf hören zu wollen, doch Connor sah nur wortlos auf ihn herab. „Na also, dann ist ja alles gut. Wir sehen uns dann im DDP", hörte ich ihn sagen, aber war es nicht zu überhören gewesen, wie abwertend er es gemeint hatte. Gavin stieg wieder ein und fuhr los. Ich beachtete Connor nicht mehr, fühlte aber seine Blicke als er uns und dem Wagen hinterherblickte. Ich war mehr als froh darüber, dass Gavin aufgetaucht war, damit ich mich nicht länger mit dem RK800 auseinandersetzen musste. Fragte ich mich aber erneut, was Gavin in unserer Gegend wollte, wohnte er eigentlich am anderen Ende der Stadt. „Danke Gavin. Aber wieso bist du überhaupt hier? Du wohnst doch gar nicht in dieser Gegend", „Meine Großmutter wohnt hier in der Nähe. Ich hatte ihr gestern geholfen, ein paar Kartons in den Keller zu tragen", erklärte er „nur leider wurde es später als gedacht, also hab ich bei ihr übernachtet. Deswegen war ich zu Gegend. Gott sei Dank, dieser Haufen Plastikmüll schien dir ziemlich auf die Pelle zu rücken. Ist da was zwischen euch, hat er dir etwas getan?", wollte er wissen, aber von dem Kuss erzählte ich ihm lieber nichts.

„Nein alles in Ordnung. Es ist nur ... ich kann Androiden einfach nicht ausstehen. Dieser RK800 treibt mich in den Wahnsinn und das nur mit seiner bloßen Anwesenheit!", beichtete ich und Gavin schien ganz meiner Meinung zu sein. Hatte er mir schon erzählt, wie sehr ihm dieser Android auf die Nerven ging. Aber das es mir mit Connor ganz genauso erging, schien ihn irgendwie sehr zu freuen. „Ganz meine Meinung. Endlich jemand, der das alles genauso sieht wie ich. Weißt du was? Wieso treffen wir uns heute Abend nicht? Ich führ dich zum Essen aus und dann gehen wir etwas trinken. Lass uns zusammen ins Detroiter Nachtleben stürzen. Dann kommst du auf andere Gedanken und ich bekomme vielleicht die Chance auf einen zweiten Kuss?", schmunzelnd blickte ich ihn an, das war gar keine so blöde Idee. Wollte ich sowieso mal wieder so richtig die Sau rauslassen. Und die Sache mit dem zweiten Kuss hörte sich ebenfalls nicht schlecht an. Vielleicht lenkte mich das auch von dem Kuss mit Connor etwas ab. Musste ich zugeben, dass der Kuss mit Connor um einiges besser war, als mein erster Kuss mit Gavin. Obwohl, Gavins Zungenfertigkeiten ebenfalls nicht zu verachten waren. Also sagte ich ihm zu und verabredete ich mich für heute Abend mit ihm. „Weißt du was, das hört sich richtig klasse an. Ich hab nach der Arbeit nichts vor. Jedenfalls nichts Wichtiges. Also ja ich gehe gerne mit dir aus, nur das mit dem Kuss, muss ich mir noch überlegen. Kommt darauf an, wie du dich heute Abend benimmst", neckte ich ihn. „Oh keine Sorge. Ich werde der perfekte Gentleman sein", zwinkerte er mir zu. Dann schwiegen wir einige Sekunden lang, bevor Gavin unser Schweigen wieder brach: „Der Kuss letztens hat dir doch gefallen, oder? Sonst muss ich mir echt Gedanken darüber machen, ob ich dir überhaupt Gerecht werden kann", daraufhin musste ich lachen, typisch Männer „ja er war sehr gut", antwortete ich und meine Gedanken schweiften zu meinem ersten Kuss mit Gavin ...

Rückblende/Erinnerung:

„Darauf hab ich schon den ganzen Tag gewartet", „ach ja, auf was den?", frage ich und lächele mein gegenüber erwartungsvoll an. „Dich zu küssen", antwortet er und kommt mir dabei langsam näher. Nur noch wenige Millimeter trennen unser beider Lippen voneinander, sein heißer Atem streift die meinen und ich weiß, dass es jetzt kein zurück mehr gibt. Dazu ist er mir bereits viel zu nah gekommen. „Dann tu's doch!", fordere ich ihn flüsternd auf. „Worauf wartest du?", dann legt er seine Lippen auf meine und fängt an sie langsam zu bewegen. Sein Geschmack verteilt sich Augenblicklich in meinen Mund und vermischt sich mit meinem. Es ist ein sehr schöner Kuss. Nie hätte ich gedacht das der Mann, der mich am Straßenrand aufgegabelt hatte, mich irgendwann mal küssen würde. Aber so war es und ich genoss es wie er mich dabei leicht berührte, mich ein tiefes Kribbeln verspüren ließ, was ich bei Josh schon seit Ewigkeiten vermisst hatte. Immer weiter lasse ich mich in den Kuss fallen. Je länger er dauerte, desto mehr verliere ich mich darin. Erst als sich seine Lippen von meinen trennen, komme ich wieder in der Realität an. Langsam öffne ich meine Augen, doch blicke ich nicht in seine blauen einnehmenden Augen, sondern in tiefbraune, die mich noch tiefer in ihren Bann ziehen als die von Gavin. Es ist nicht mehr Gavin der vor mir steht, sondern der RK800. „Ich hatte wohl recht was? Ihnen hat mein Kuss viel besser gefallen, als der von Gavin. Vielleicht sollten wir" ...

Was zum Teufel war das denn gerade? Ich erinnerte mich an den ersten Kuss mit Gavin zurück und plötzlich steht dieser Android vor mir. Fragte ich mich in diesem Moment, ob der Kuss mit Connor meinen Verstand wirklich so vernebelt hatte, dass er sich jetzt schon in meine Erinnerungen bereits geschehener Ereignisse schlich, in denen er eigentlich überhaupt nicht anwesend gewesen war. Es schien so und fing ich an dadurch an mir selbst zu zweifeln. Mich zu fragen, ob ich schlicht und einfach nur verrückt geworden war. Total durchgeknallt. „(Y/N), alles in Ordnung? Du scheinst ganz schön in Gedanken versunken zu sein?", holte Gavin mich ins, hier und jetzt zurück und ich blickte ihn mit fragendem Blick an. „Was? Tut mir leid, ich war in Gedanken gerade ganz woanders", „Ja ist mir aufgefallen", erwiderte Gavin und blickte etwas enttäuscht drein. „Du kannst mir ruhig sagen, wenn dir das alles doch zu schnell geht. Es muss ja nicht unbedingt heute Abend sein. Ein andermal geht auch. Ich dachte nur, das würde dich von diesem Idioten von Android ein wenig ablenken", erklang seine Stimme geknickt und tadelte ich mich selbst dafür, dass ich zuließ, dass mich dieser Android total verrückt machte. „Nein wie kommst du darauf? Wie gesagt, ich gehe gerne heute Abend mit dir aus. Ich hoffe nur, du hast ein wenig Sinn für Romantik?", fragte ich kess und entlockte ihm wieder ein Lächeln. „Lass dich einfach überraschen!", zwinkerte er mir zu. Dann schwiegen wir für den Rest der fahrt und versuchte, ich mich nur auf heute Abend und meinem Date mit Gavin Reed zu konzentrieren.

„Da bist du ja. Wo ist Connor?", fragte Hank mich, der zu meiner Überraschung schon früher als Connor und ich im DPD angekommen war. Auch wirkte er, unerwarteter weiße ziemlich nüchtern auf mich. „Hank? Was machst du den schon hier? Seit wann bist du vor Connor und mir im DPD? Bist du krank?", fragte ich anstatt auf seine Frage zu Antworten, schließlich war dies nicht wirklich üblich für meinen Onkel so Früh bei der Arbeit zu sein, doch schien er zuerst eine Antwort auf seine Frage hören zu wollen und sah mich auffordernd an. „Er ist noch unterwegs. Ich bin mit Gavin hergekommen!", antwortete ich und bekam einen kritischen Blick von Hank geschenkt. „Mit Gavin? Ist das dein Ernst? Warum bist du nicht mit Connor mitgefahren? Streitet ihr beide etwa immer noch miteinander?", fragte er und schüttelte ungläubig seinen Kopf. „Wann hört das endlich zwischen euch auf? Ihr beide macht mich noch wahnsinnig", doch bevor ich darauf Antworten konnte, kam der RK800 gerade um die Ecke und sah nicht besonders glücklich aus. „Detective (A/N), schön das sie gut angekommen sind", kam anklagend über seine Lippen, hörte ich deutlich den Vorwurf in seiner Stimme heraus.

Aber das war mir ehrlich gesagt, mehr als egal. Ich ließ mir von ihm sicher kein schlechtes Gewissen einreden. „Ja danke, dass bin ich!", erwiderte ich sarkastisch. Hatte ich jedoch ganz sicher keine Lust auf eine weitere Auseinandersetzung und schon gar nicht vor meinem Onkel und unserer Kollegen. Also ging ich einfach an ihm vorbei und setzte mich an meinen Schreibtisch, der es unbedingt mal wieder nötig hatte, gereinigt und aufgeräumt zu werden. Flüchtig sah ich zu Connor rüber der mit Hank ein Anstarrwettbewerb zu veranstalten schien. Sah dann jedoch wie Hank den Kopf schüttelte und seinem Androiden Partner damit vermittelte, er solle es einfach bei der aktuellen Situation belassen und sich lieber um seine Arbeit zu kümmern anstatt um mich. Der RK800 war alles andere als begeistert davon, war sein verständnisloser Blick nicht zu übersehen gewesen. Dennoch beließ er es dabei und begab sich ebenfalls zu seinem Schreibtisch, der im Gegensatz zu meinem einen ziemlich peniblen Eindruck hinterließ.

Ich stand im Aufenthaltsraum vor der Kaffeemaschine und ließ mir einen Espresso durchlaufen. Endlich etwas Pause. Hatte ich es für heute mehr als satt den ganzen Tag lang nur Papierkram zu erledigen, noch dazu mit den Blicken des RK800 im Nacken. Warum konnten er und Onkel Hank nicht irgendeinen Tatort gemeinsam untersuchen, sodass nur ich im DPD versauerte. Das wäre mir lieber gewesen als ständig Connors anklagenden Blicke auf mir zu spüren. Brauchte ich dringend auch mal von dem Androiden eine Pause. Dieser schien mehr als verärgert darüber zu sein, dass ich ihn ignorierte, nachdem wir uns Stunden zuvor leidenschaftlich geküsst hatten. Aber war das nun mal eine einmalige Sache gewesen, das musste er eben Akzeptieren, ob er wollte oder nicht. Auch würde meine Angst ihm gegenüber gar nicht zulassen, das dies nochmal geschah. Ich drehte mich um, erschrak aber als ich fast gegen die Brust des RK800 stieß. Schade eigentlich, dann hätte ich ihm die Sache mit dem Kaffee vor einigen Wochen heimzahlen können. Wusste ich doch wie bedacht er immer war, sauber und seriös zu wirken.

„Finden sie das vielleicht witzig? Mich einfach so stehenzulassen und in Gavins Auto einzusteigen?", lehnte er sich nach vorn und nahm mich zwischen seinen Armen gefangen die er auf der Ablage links und rechts neben mir abstützte. Mein Herzschlag beschleunigte sich drastisch. Fürchtete ich, er könnte etwas tun, dass er später vielleicht bereuen könnte. Oder vielleicht sogar eher ich. „Was soll das? Lass mich gefälligst in Ruhe!", verlangte ich und wollte an ihm vorbei. Aber abermals ließ er es nicht zu. Hoffentlich kam Onkel Hank oder einer unserer Kollegen nicht plötzlich herein. Oder vielleicht sogar Gavin und was noch viel schlimmer wäre Captain Fowler. „Sie denken doch nicht wirklich, dass sich nach unserem Kuss nicht irgendetwas zwischen uns geändert hat, oder? Das wäre ziemlich dumm und naiv von ihnen. Ich weiß, dass sie Angst vor mir haben, das merke ich jedes Mal, wenn sie in, meiner Näher sind. Ihr Puls sowie ihr Herzschlag, schlagen um das fünffache schneller. Ihre Hände werden feucht und zittrig und fällt es ihnen schwer sich in meiner Anwesenheit zu konzentrieren. Das sind alles Anzeichen von Angst. Aber heute Morgen war das anders. Heute hatten sie keine Angst, sie waren erregt. Also warum akzeptieren sie nicht einfach, dass sie trotz ihrer irrationalen Angst mir gegenüber, etwas für mich empfinden. Ich kann es doch auch!", damit sagte er mir wohl, dass er Gefühle für mich hatte, die ich ihm aber niemals ebenfalls entgegenbringen könnte. Zumindest redete ich es mir ein. Obwohl, ich ihm aber nicht ein einziges Wort glaubte. War ich immer noch der festen Überzeugung, dass er das alles gar nicht ernst meinte und nur wollte, dass ich anfing an mir und meinem Verstand zu zweifeln. Oder mich schlicht und einfach gegen ihn aufzubringen. Ich hasste mich dafür, dass ihm das auch noch jedes Mal gelang.

„Ja ich weiß, dass sich dadurch etwas zwischen uns geändert hat", zischte ich ihn wütend an. Er hielt mich wohl tatsächlich für dumm. „Aber ganz bestimmt nicht so wie du denkst. Das einzige, was sich dadurch geändert hat, ist, dass ich dich dadurch noch mehr hasse als zuvor. Deswegen habe ich sogar angefangen mich selbst dafür zu hassen. Dafür das es mir auch noch gefallen hat. Aber dieser Kuss hatte trotzdem keinerlei Bedeutung, genauso wenig wie deine Worte. Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest, ich hab noch n Haufen Papierkram zu erledigen, dieses Gespräch ist beendet und wird nie wieder angesprochen, hast du verstanden!?", drückte ich ihn von mir weg und ging hinaus zu meinem Schreibtisch. Ich achtete dabei gar nicht darauf, wie Connor diese Worte aufnahm. Wollte ich jetzt einfach nur meine Arbeit fertig machen und mich dadurch von allem etwas ablenken und wollte ich natürlich wieder bester Laune sein, wenn ich heute nach der Arbeit mit Gavin Essen ging. Das ging aber nur, wenn ich mich nicht ständig über diesen RK800 aufregen musste. Oder mir Sorgen darum machte, was alles schreckliche passieren könnte, wenn ich mit dem RK800 das nächste Mal wieder alleine war. Wie Connor sagte, ich hatte einfach Angst. Ich vertraute dem Androiden einfach nicht und jetzt, da ich ihn derartig hatte abblitzen lassen, wurde meine Angst sogar größer. Wer wusste schon, was er tun würde, wenn er wütend war. Ob er sich womöglich an mir rächen wollte, also musste ich alles tun, um mich so gut wie möglich von Connor zu distanzieren. Da war das Date mit Gavin, sogar genau das richtige. Er konnte mich ganz sicher, von dem RK800 und unseren Kuss ablenken.

Ich schlüpfte gerade in meine Schuhe, als es draußen Hupte. Gavin war wohl etwas zu Früh dran. Aber das machte nichts, ich war sowieso schon damit fertig mich für unser Date schick zu machen. Ich hoffte nur, dass ich ihm auch gefiel. Aber würde ich das ja gleich herausfinden. Als ich ins Wohnzimmer kam, saßen Hank und der RK800 auf der Couch und sahen sich eine alte Folge Criminal Minds an. Es war zwar schon eine etwas ältere Krimiserie, aber dennoch konnte mal viel dabei lernen. Zum Beispiel Dinge die sich auch nach dreißig Jahren nicht geändert hatten. Beide starrten mich an, als ich mich vor den Fernseher stellte, um mich von den beiden zu verabschieden. Hank sowie Connor sahen mich beide an. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich bei ihnen auf ein wenig Unverständnis stieß. Waren beide nicht besonders begeistert davon, dass ich mit Gavin Reed ausging. Doch Hank stand plötzlich auf und kam auf mich zu. „Du siehst wunderschön aus kleines. Nur schade, dass du dich für diesen Gavin so in Schale geworfen hast. Trotzdem wünsche ich dir viel Spaß und komm ja nicht zu spät nach Hause. Nimm keine Drogen, trink keinen Alkohol, hab keinen heißen Sex mit irgendeinem Fremden und komm ja vor zwölf Uhr wieder nach Hause", scherzte er und lächelte mich dabei liebevoll an. „Ach und noch was ... pass auf dich auf. Wenn irgendetwas ist, oder passieren sollte, ruf mich sofort an, egal wie spät es ist, hast du verstanden?", wollte er von mir wissen und ich lächelte ihm beruhigend zu. „Natürlich Onkel Hank, aber du musst dir keine Sorgen machen, ich bin schon ein großes Mädchen weißt du. Als Detective, kann ich sehr gut auf mich selbst aufpassen. Und so schlimm kann Gavin doch gar nicht sein. Ich bin mir sicher, mir würde es auffallen, wenn er nur mit mir spielen wollte!", sagte ich und hörte wie sich der RK800 amüsiert räusperte, schien er über meine Worte ziemlich belustigt zu sein. Böse funkelte ich ihn an und verengte meine Augen zu Schlitzen. Ich wollte gerade etwas zu ihm sagen, da erhob Hank das Wort, um die Sache zu entschärfen, bevor es wieder zu einer Auseinandersetzung zwischen Connor und mir kommen konnte.

„Na was sagst du Connor, sieht sie nicht hübsch aus? Wie ein Engel, hab ich recht!", jedoch sorgten diese Worte eher dafür, dass wir uns nun beide finster beäugten. „Ja, für den Teufel", hörte ich ihn leise murmeln, doch ehe ich darauf reagieren konnte, war es die Klingel an der Tür, die mich davon abhielt, ihm meine Meinung zu geigen. Gavin wurde wohl schon etwas ungeduldig. Konnte ich ihn nicht noch länger warten lassen. Also ignorierte ich den RK800 und gab meinem Onkel einen Kuss auf die Wange. „Dann bis Morgen und keine Sorge Onkel Hank, es wird schon nichts Schlimmes passieren. Aber ja, ich rufe dich sofort an, wenn doch irgendetwas sein sollte!", versprach ich ihm und ließ die beiden allein. Als ich die Tür öffnete, stand Gavin vor mir, der mich sofort von oben bis unten betrachtete. Es schien ihm mehr als zu gefallen was er sah. „Na sowas. Ich glaube da steht ein Engel vor mir", sah er mich an und ließ meine Wangen regelrecht glühen. Fand ich solch derartigen Sprüche sonst eigentlich total billig, aber in diesem Moment taten sie mir irgendwie ziemlich gut. „Danke, du siehst auch verdammt gut aus", bemerkte ich und Gavin verbeugte sich vor mir. „Vielen Dank Milady, wenn ich sie jetzt zu ihrer Kutsche begleiten dürfte", „Und ob sie das dürfen!", hielt ich ihm meine Hand hin, diese er in seine nahm und einen Kuss auf meinen Handrücken platzierte. Ich musste lachen und ließ mich von ihm zu seinem Wagen bringen. Er hielt mir die Tür auf und ich setzte mich rein. Dieser Abend mit Gavin schien jetzt schon vielversprechend zu werden. Wenn ich doch nur vorher gewusst hätte, dass Hank mir seinen Schoßhund als "unbemerkten" Aufpasser hinterherhetzen würde ...
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