Where Love Falls - Connor x Fem.Reader - Onshot/Kurzgeschichten Sammlung

KurzgeschichteDrama, Romanze / P18
Amanda / KI / Interface Gavin Reed Hank Anderson RK800-51-59 Connor RK900
31.07.2018
26.03.2020
22
158144
21
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hallo liebe Deviant Connor Fans. :-)
Leider hat es doch noch etwas gedauert, da ich doch noch einige Fehler entdeckt habe, die ich noch korrigieren wollte, bevor ich das Kapitel hochlade. Aber jetzt ist es fertig und Sorry, wenn es jetzt nicht so gut geworden ist, trotzdem hoffe ich, dass es euch wieder gefallen wird und wünsche euch viel Spaß beim Lesen und mitfühlen. ;-) ;-) <3

PS: Auch ist dieses Kapitel wieder etwas kürzer geworden, hoffe es passt trotzdem.

In liebe eure DBHDeviant-Connor <3<3


~*~*~*~



Zwei Monate später:

„Endlich, ich friere mir schon die Eierstöcke ab. Jetzt weiß ich wieder, warum ich aus Detroit und nie wieder hierher zurückkommen wollte!", wrang ich mir meine Haare aus und holte ein Handtuch zum Trocknen aus dem Badezimmer. Connor war ebenfalls von Kopf bis Fuß durchnässt, doch schien es ihm im Gegensatz zu mir, nicht wirklich groß etwas auszumachen. „Was ist los mit dir? Willst du dir nicht etwas Trockenes anziehen?", fragte ich, als ich wieder zurückkam und sah den RK800 vor mir an. Dieser stand da wie ein begossener Pudel. Irgendwie gefiel mir dieser Anblick, brachte mich sogar leicht zum Lächeln. Ob ich ihn leiden konnte oder nicht, er brachte mich immer wieder aufs neue zum Lachen und das schafften nicht wirklich viele Leute, die ich kannte – fiel mir immer wieder auf, dass ich meinem Onkel in manchen Fällen doch ziemlich ähnlich war. Auch bei ihm war es Connor der nach Coles tot, der erste war, der ihn wieder zum Lachen gebracht hatte, auch wenn er immer den genervten spielte, er liebte diesen Androiden schon fast wie seinen eigenen Sohn und mittlerweile wusste ich auch, dass ich nichts mehr daran ändern könnte, egal was ich tat oder sagte und egal ob es mir gefiel oder nicht. „Hier nimm das Handtuch, trockne wenigstens deine Haare", sagte ich zu ihm und hielt ihm das Handtuch hin. „Nein danke, das ist nicht nötig. Androiden trocknen schneller als Menschen. In innerhalb fünf Minuten bin ich wieder trocken", antwortete er, was mich mit dem Kopf schütteln ließ. Hank hatte recht, dieser Haufen Plastik war ein richtiger Sturkopf. Auch nach der dritten Aufforderung lehnte er ab. Was wieder mal zeigte, dass er wirklich ein Abweichler war. „Na gut wie du willst, dann eben nicht. Ich gehe jetzt auf jeden Fall Duschen", knickte ich dann letztendlich ein und begab mich ins Badezimmer.

Ich kam, nachdem ich mich fertig geduscht hatte, wieder aus dem Badezimmer und ging in die Küche. Hank war immer noch nicht zurück und Connor stand am Fenster, blickte dabei gedankenverloren in die Nacht hinaus. Er schien die Regentropfen zu beobachten, die an dem Fensterglas herunterperlten. Dabei bemerkte ich, wie meine Wangen bei seinem Anblick plötzlich warm wurden und ich mich dabei ertappte, wie ich zu ihm hinüber lächelte. „Nein, hör sofort auf damit, du hasst diesen Kerl und vertraust ihm nicht. Er sieht nur aus wie ein Mensch aber er ist keiner. Er ist immer noch einer von ihnen!", schnell wandte ich meinen Blick wieder von ihm ab und machte mich mit einem kleinen Räuspern bemerkbar. „Oh Detective (Y/N), sie sind schon fertig ... Hank ist noch nicht da!", sagte er und seine Aufmerksamkeit galt wieder vollends mir. „Ja, das hab ich schon bemerkt!", antwortete ich und sah ihn mir von oben bis unten an. Seine Uniform mit seiner Seriennummer hatte er sich bereits entledigt und trug ein normales Shirt und eine Jeans – musste ich erneut zugeben, dass er von der Statur her, ebenfalls ziemlich attraktiv auf mich wirkte. „Hast du dir doch etwas Trockenes angezogen? Ich dachte, das wäre nicht nötig?", fragte ich. Wahrscheinlich hatte er mir vorhin nur widersprochen, um mich wieder einmal zu ärgern. Seit ich hier bei Hank wohnte und ihn wegen Coles Zimmer angegangen war, versuchte er mich auf jede erdenkliche weiße zu provozieren oder mich gegen ihn aufzubringen und wenn er mir mal recht gab, dann tat er dies auch nur, aus diesem Grund. Aber auch, weil ich es mir nicht verkneifen konnte gegen ihn zu sticheln, so sehr ich mich auch Hank zuliebe versuchte zurückzuhalten und ihn als Menschen zu betrachten versuchte, anstatt ein Android der mir hin und wieder immer noch nicht so ganz koscher vorkam, schaffte ich es trotz aller Bemühungen nicht ihn wie ein lebendiges Wesen zu betrachten und auch immer so zu behandeln.

„Ist ihnen das wirklich so wichtig?", fragte er nach und ich zuckte mit den Schultern. „Eigentlich nicht!", antwortete ich gleichgültig und wandte mich von ihm ab. Ich konnte es einfach nicht sein lassen. Wenn er nicht mit mir reden wollte, dann sollte er es eben sein lassen. „Ich möchte jetzt gern schlafen gehen, könntest du in ‚dein' Zimmer gehen, damit ich mich hinlegen kann. Wer weiß wann Hank nach Hause kommt und außerdem müssen wir wieder ganz Früh am Morgen raus", sagte ich, während ich zur Couch ging und mir meine Decke zurechtlegte. Doch anscheinend hatte mir der RK800 noch etwas zu sagen. Ich drehte mich um und da stand er, direkt vor mir und sah auf mich herab. Ich hatte schon den ganzen Tag lang das Gefühl gehabt, dass Connor mir etwas Bestimmtes mitteilen wollte. Seine Blicke in den letzten Tagen, waren nicht zu übersehen gewesen, sie wirkten immer so fragend und auch skeptisch mir und Hank gegenüber. Auch meine Skepsis dem Androiden gegenüber stieg plötzlich wieder bis zum Anschlag hoch. Sein Blick ließ mein Herz wieder um einiges schneller schlagen, was dem RK800 ebenfalls nicht zu entgehen schien. „Was haben sie Detective? Ihr Herz schlägt plötzlich um das doppelte schneller und sie scheinen nervös zu sein. Haben sie mir vielleicht irgendetwas mitzuteilen, oder wollen sie mir ihr Geheimnis immer noch nicht verraten? Sie und Hank verhalten sich ziemlich merkwürdig seit sie hier in Detroit leben. Hat das was mit ihrem Aufenthalt oder ihrem Job im DPD zu tun, oder vielleicht sogar damit, dass sie unter einem anderen Namen eingetragen sind?", wollte er, so mir nichts, dir nichts, von mir wissen und blickte mich auffordernd ihm auf der stelle zu Antworten an. Ich schluckte und wich vor ihm zurück. Auch mein Puls hatte sich beschleunigt, was ich zu verbergen versuchte. „W-was? Was meinst du damit? Hast du sie noch alle? Das ist doch Unsinn ich verheimliche überhaupt nichts vor dir, jedenfalls nichts was dich ohnehin einen verdammten Dreck angeht, klar! Jetzt sie zu, dass du in deinem Zimmer verschwindest und mir nicht auf die Pelle rückst", empört über seinen plötzlichen Überfall versuchte ich an dem Androiden vorbeizukommen. Jedoch blieb der RK800 an Ort und Stelle stehen, sodass ich hart gegen ihn prallte. Dabei war es nicht zu ignorieren, dass er nicht aus Fleisch und Blut bestand. Mit beschleunigter Atmung, blickte ich zu ihm hoch, sah aber dann runter zu meinem Arm, diesen Connor fest in seinem Griff gefangen hielt und dabei in seinem üblichem gefühlskalten Blick auf mich herabschaute. „Was soll das? Spinnst du jetzt total? Lass mich gefälligst los. Sowas wertet man als sexuelle Belästigung und du weißt was das heißt. Ich kann dich dafür suspendieren lassen!", versuchte ich mich vergeblich von seinem griff zu befreien, aber ich war nicht stark genug.

Urplötzlich konnte ich mich nicht mehr bewegen. Mein innerstes verkrampfte sich und wurde es immer schwieriger für mich zu Atmen. Dabei erinnerte ich mich an den Morgen zurück, kurz bevor ich vor Joshua geflüchtet war. Josh hatte mich auf dieselbe Art plötzlich zum Stehen gebracht. Drehte mich grob wieder zu ihm um und ehe ich begreifen konnte was geschah, stürzte ich mit einem lauten schmerzhaften schlag zu Boden. Er war fest davon überzeugt gewesen, dass ich ihn hintergangen hatte und wollte mir damit unmissverständlich klarmachen, dass ich nur ihm gehörte. Ihm allein, niemandem sonst. Er hatte über mir gestanden und unnachgiebig auf mich herabgeblickt. Ich hatte meinen Atem angehalten und darauf gewartet was er als nächstes vorhatte. Hörte seine bedrohlichen Schritte, wie sie mich wie eine Hyäne bei der Jagd langsam umkreisten, bevor sie zuschlugen und war mir sicher, gleich einen kräftigen Tritt in meiner Seite zu spüren. Wäre es nicht das erste Mal gewesen, dass er mich getreten hatte, als ich schon auf dem Boden lag. Jedoch vernahm ich das Vibrieren seines Handys und seinen geschmacklosen Klingelton, denn er für seine private Nummer eingestellt hatte und hörte wie er mit einem „Wir sind noch nicht fertig", zum Esstisch in der Küche ging und den Anruf entgegennahm – ich vermutete mal, dass es einer seiner widerlichen Freunde war. Dann hörte ich wie er die Terrassentür öffnete und nach draußen zum Telefonieren ging. Diese Zeit nutzte ich, um mich wieder aufzurappeln. Denn hatte ich endlich den Entschluss gefasst, dass ich nicht mehr länger bei ihm bleiben konnte und diesen Bastard endlich hinter mir lassen musste ...

Wieder in der Gegenwart angekommen, spürte ich wie mich der RK800 immer noch festhielt. Er besah mich fragend, doch eher fragen konnte was los war, fing ich an mich von ihm loszureißen. Ich vertraute ihm einfach nicht und wollte ich mit ihm nicht dasselbe durchmachen wie mit Joshua. Natürlich war es nicht fair, ihm zu unterstellen er könnte genauso wie Josh sein, aber in diesem Moment, sah ich einfach nur Rot. „Lass mich los du verfluchter Müllhaufen! Ich will nicht, dass du mich mit deinen Plastikpfoten berührst. Weg von mir oder ich schreie!", drohte ich ihm. „Wie sie wollen Detective. Aber glauben Sie mir, für mich ist es auch kein Vergnügen sie anzufassen, geschweige den, Zeit mit ihnen zu verbringen. Sie sind arrogant, selbstgefällig und von Vorurteilen zerfressen. Seit sie hier sind, waren sie unverschämt und Respektlos mir gegenüber. Mir ist klar, dass ihnen der Tod von Cole sehr nahegeht, aber bin weder ich, noch ein anderer Android dafür verantwortlich was geschehen ist. Es war sein Arzt, der die Aufsicht hatte und ihn hätte operieren müssen, aber er hat seine Verantwortung auf einen Androiden übertragen, um seiner Sucht nachkommen zu können und das ist auch der Grund weswegen Cole sterben musste", sein Blick wurde finsterer während er all seinen Gedanken freien lauf lies und tief in meinem inneren wusste ich das er recht hatte, dennoch fragte ich mich, was ihm einfiel so mit mir zu reden, hörte ihm aber weiterhin zu: „ich habe es satt, immer für die Fehler anderer verantwortlich gemacht zu werden und das nur, weil ich ein Android bin. Ich bin aber auch ein Abweichler Detective und lasse mir so ein Verhalten sowie ihre absurde Beschuldigungen nicht mehr gefallen!", auch konnte man die Wut und die Enttäuschung in seiner Stimme fast schon mit Händen greifen, als er mir all diese Worte an den Kopf warf. Jedoch sein griff, entspannte sich und ließ mich dann auch schon los. Mit leichter beschleunigter Atmung rieb ich mir die schmerzende Stelle, an dieser man sicherlich einen Abdruck seiner Hand erkennen konnte, wusste aber nicht, was ich seinen Worten noch entgegenzusetzen hätte. Ich starrte ihn nur wortlos an, mit dieser Reaktion hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Lies mir seine Worte kurz durch den Kopf gehen, kam aber zu dem Schluss, dass ich unsere Auseinandersetzung nicht weiter vertiefen wollte. Immer noch Wortlos schüttelte ich meinen Kopf und nahm Abstand zu dem RK800. Es war als würden mir meine Worte im Halse stecken bleiben, sein Blick durchbohrte mich ehe auch er seinen Kopf schüttelte und ebenfalls Abstand zu mir nahm. „Wie ich erwartet hatte. Wenn ein Android euch seine Meinung offen und ehrlich kundtut, wisst ihr Menschen nicht mehr was ihr darauf erwidern sollt. Es tut mir wirklich leid Detective, dass sie so Vorurteil behaftet sind, könnten wir doch Respektvoll und friedlich miteinander umgehen. Aber, wenn sie es so wollen ... dennoch ich werde nicht locker lassen. Ich weiß das sie und Hank etwas vor mir verheimlichen und ich werde herausfinden was und warum, darauf können sie sich beide Verlassen."

Der Android wandte sich daraufhin von mir ab und was ich dann tat, konnte ich selbst nicht glauben. Natürlich schrie mein innerstes, mich ihm unter keinen Umständen flehend vor die Füße zu werfen, ihm gegenüber blöße zu zeigen, aber war das vielleicht die einzige möglichkeit, ihn davon abzuhalten mich jetzt einfach so stehen zu lassen und zu versuchen mein Geheimnis zu lüften, was mich in noch größere Schwierigkeiten bringen könnte. „Nein Connor bitte nicht. Tu ... tu das nicht. Du weißt überhaupt nicht ... es gibt einen Grund, warum ich es dir nicht erzählen will. Nein, nicht erzählen kann. Niemand außer Hank und Fowler dürfen davon erfahren", ging ich auf ihn zu und diesmal war ich es, die meine Hand um seinen Arm legte. Sein blick fiel kurz darauf, blickte mich aber dann skeptisch an. „Warum? Warum dürfen es nur Fowler und Hank wissen? Vertrauen sie mir etwa nicht Detective? Außer unserer kleinen Auseinandersetzung eben, dachte ich das sie sich langsam an mich gewöhnt hätten und mir wenigstens ein bisschen Vertrauen entgegenbringen." Ich wusste nicht warum, aber glaubte ich, so etwas wie pure Enttäuschung in seinen braunen Augen zu erkennen, was mir irgendwie ein schlechtes Gewissen bescherte. Aber ich konnte es einfach nicht, ich konnte ihm nicht mein vollstes Vertrauen entgegenbringen. Nicht nachdem was zwischen uns war. Ich musste alles tun um ihn davon abzubringen, mein Geheimnis zu Entlarven. „Ich kann es aber nicht okay. Ich kann niemandem Vertrauen ... du hast keine Ahnung wozu er alles fähig ist, wenn ...", jetzt hatte ich zu viel gesagt, hielt den Atem an und wartete auf die Reaktion des Androiden auf meine letzten Worte. Fragend besah Connor mich, seine Augen würden kleiner und auf seiner Stirn hoben sich seine Stirnfalten deutlich hervor.

„Wer? Wer ist zu was fähig? Verdammt nochmal Detective, ich kann ihnen nicht helfen, wenn sie nicht mit mir reden!", versuchte er an mich zu appellieren, jedoch schoss er damit nur wieder ein Eigentor. Niemand hatte gesagt, dass er seine Hilfe brauchte und ich schon gar nicht. „Ich hab dich aber überhaupt nicht um deine Hilfe gebeten. Was denkst du wer du bist, dass du dich hier als Rächer und Beschützer aufspielen kannst? Ich sagte klar und deutlich, dass du dich da raus halten sollst, also sei ein braver Android und tu was ich sage verstanden?", blickte ich ihn ernst an, doch schien ich ihn mit diesen Worten nur noch mehr gegen mich aufzubringen. Sein blick verfinsterte sich. Das hätte ich lieber nicht sagen sollen ... Seine Hände umfassten urplötzlich meine Oberarme und blickte aufgebracht auf mich herab. Meine Angst steigerte sich, wieso konnte ich nicht einmal mein dummes Mundwerk halten? „Und was wenn nicht? Was werden sie dann tun Detective? Mich bei Hank anschwärzen? Sie wissen genau, dass er mir mehr glauben wird als ihnen! Also bitte Detective, drohen sie mir nicht." Wie bitte? Hatte er das wirklich gerade gesagt? Ich solle ihm nicht drohen? Wer bedrohte hier den wen? ... Ich hatte mit meiner Vermutung also doch nicht falsch gelegen und schien er Joshua wohl doch ähnlicher zu sein, als ich geglaubt hatte. Aber nicht schon wieder, lies ich mich von einem Mann einschüchtern, schon gar nicht von einem Androidischen. „Lass mich sofort los. Du tust mir weh. HILFEEE", schrie ich dann plötzlich laut auf, wurden meine Schreie jedoch schnell gedämpft, als ich die Lippen des RK800 auf den meinen spürte. Er küsste mich, hatte ich eher damit gerechnet, dass ich erneut Bekanntschaft mit dem Boden machte. Aber damit, hatte ich absolut nicht gerechnet und schon gar nicht, dass ich mir dies gefallen ließ. Gefallen daran fand und seinen Kuss sogar erwiderte. Doch löste er sich plötzlich wieder von mir, meine Augen waren geschlossen und mein Mund halb geöffnet, mit seiner Feuchtigkeit auf meinen Lippen spürend. Das war der beste Kuss, den ich jemals erlebt hatte und den ich auch sicherlich nicht wieder so schnell vergessen würde.

Langsam öffnete ich meine Augen und blickte geradewegs in die seinen. Für wenige Sekunden starrten wir uns nur an und das einzige was mir durch den Kopf ging war der Gedanke, ihm erneut meine Lippen auf die seinen zu legen. Hoffte ich wohl insgeheim, dass er mich gleich nochmal küssen würde. Jedoch kam ich schnell wieder zu mir und entfernte mich von dem RK800. „Was, was sollte das? Warum hast du das getan?", fragte ich fast tonlos und Connor zuckte nur mit den Schultern. „Ich weiß nicht, ich wollte sie zum schweigen bringen und hab es für eine gute Idee gehalten", sagte er unverblümt und meine Empörung stieg bis zum Anschlag in mir hoch. Nur deshalb hatte er mich geküsst? Um mich zum schweigen zu bringen? Ich konnte es einfach nicht fassen, dieser durchtriebene Kerl. Wieder nur eine Tat um mich zu ärgern, mich gegen ihn aufzubringen. „Du mieser ...", fluchte ich, erhob meine Hand gegen ihn und setzte zu einer heftigen Ohrfeige an. Seine Reflexe jedoch, waren wie immer schneller und fing meinen Schlag ab. „Nicht doch Detective. Sie wollen sich doch nicht ihr wunderschönes und zierliches Handgelenk brechen oder?", jetzt verspottete er mich auch noch. Sofort zog ich meine Hand zu mir zurück, als er den Griff locker ließ. „Na los verschwinde endlich", forderte ich ihn nochmals auf, konnte ich ihm jetzt einfach nicht mehr in die Augen sehen. Wollte nur noch unter meine Decke kriechen und alles um mich herum ausblenden. „Wie sie wünschen Detective", sagte er blieb aber nochmal kurz stehen, ehe er endlich verschwand. Ließ mich aber fragend und vollkommen verwirrt zurück. „Aber gib es zu (Y/N). Der Kuss hat dir gefallen ... stimmt's? Jedenfalls besser als der von Gavin Reed!", kam dann unerwartet über seine Lippen und ich starrte ihn perplex an. Es war als würde mir ein kloß im Halse stecken bleiben. "Wie auch immer, wenn du doch noch meine Hilfe benötigen solltest, dann weißt du ja, wo du mich findest.", zwinkerte er mir schelmisch grinsend zu und verschwand dann in Coles altem Zimmer. Entsetzt blickte ich ihm hinterher. Woher wusste er von dem Kuss zwischen Gavin und mir? Dieser Android schien mir wirklich hinterher zu spionieren. Was mich zunehmend nervöser werden ließ. Was hatte dieser Android nur vor? Steckte er vielleicht mittlerweile mit Joshua unter einer Decke? Wusste er vielleicht doch schon mehr über Josh und mich Bescheid, als ich gedacht hatte? Angst kroch wieder unaufhaltbar in mir hoch. Sollte ich vielleicht Hank nochmal mit dieser Sache konfrontieren? Obwohl ich mir sicher war, dass er seinen tollen und loyalen Partner bestimmt wieder in Schutz nahm und nicht glauben würde, dass er mit Joshua unter einer Decke steckte. Vielleicht reagierte ich auch wieder nur überzogen und diesem RK800 ging es nur darum, mich aus der Fassung zu bringen. Was bedeutete, dass ich seine Hilfe erst recht nicht mehr in Anspruch nehmen wollte. Viel mehr sollte ich nun ein Auge auf den RK800 haben, wenn ich nur wüsste wie ich dies machen sollte, ohne das er etwas bemerkte.

Die ganze Sache wurde zunehmend erdrückender für mich. War es, als hätte mir jemand ein Seil um den Hals gelegt und würde es jedes Mal ein kleines bisschen fester um meine Kehle zusammenschnüren. Aber musste ich jetzt einfach die Ruhe bewahren und mich weiterhin darauf konzentrieren, meine Fassade aufrechtzuerhalten, mit oder ohne den RK800 im Nacken. Als ich am Morgen aufwachte, starrte ich an die Decke und bemerkte zunächst gar nicht, wie Sumo mich mit schief gelegtem Kopf beobachtete und wohl darauf wartete, dass ich ihm eine Schüssel Hundefutter hinstellte. Ich musste schon die ganze Nacht lang an den Kuss denken. Ich verabscheute mich dafür, dass es mir gefallen hatte, wie der RK800 mich geküsst hatte. Hatte es sich auch verdammt echt und normal angefühlt, so als hätte mich überhaupt kein Android geküsst. Aber das war er, er war ein Android, eine Maschine, was bedeutete, dass ich den Kuss so schnell wie möglich aus meinen Gedanken wieder verbannen musste. So tun, als wäre dies alles überhaupt nicht passiert. Doch das sollte schwieriger werden als gedacht ... Ich stand auf und ging in die Küche, Sumo folgte mir und konnte es kaum erwarten etwas zum Futtern zu bekommen. Mit der kalten Schnauze stupste er mich am Bein an und gab ein aufforderndes Brummen von sich. „Hey Sumo mein großer, was ist los? Hast du Hunger? Hat Connor dir heute noch nichts gegeben? Das sieht ihm aber gar nicht ähnlich", sagte ich während ich ihm hinter dem Ohr kraulte. Dann füllte ich seine Futterschüssel und stellte sie auf seinen üblichen Platz. Ich drehte mich gerade um, da stand er wieder direkt vor mir und blickte mich fragend an. Ich war leicht erschrocken, setzte aber dann meinen genervten Gesichtsausdruck auf und blickte ihn ebenfalls an. „Musst du dich so an mich heranschleichen? Was willst du, willst du mir wieder so mir nichts dir nichts deine Zunge in meinen Hals stecken? Wenn du glaubst, das würde meine Ansichten ändern, dann" ... „Keine Sorge Detective, das habe ich nicht vor. Aber warum haben sie ihm etwas zu essen gegeben? Das ist meine Aufgabe. Nehmen sie immer anderen deren Aufgaben weg?", unterbrach er mich und fragte ich mich, ob dies jetzt wirklich sein Problem war? „Nein das tue ich nicht, aber kann ich nichts dafür, dass er Hunger hat, weil du ihm noch nichts zum Füttern gegeben hast. Außerdem warum diskutiere ich mit dir über so etwas, ich bin mir sicher, das ist nicht wirklich dein Problem. Dein Problem ist es, dass du mir tierisch auf die Nerven gehst und jetzt sag es mir, warum hast du mich wirklich geküsst?", fragte ich mit verschränkten Armen vor meiner Brust nochmal nach, aber der RK800 starrte mich nur an. Ich musste es wissen, irgendetwas sagte mir, dass er es nicht nur getan hatte um mich zum schweigen zu bringen.

Doch plötzlich lächelte er frech und ich spürte wie meine Wut wieder zu kochen begann. „Was ist denn jetzt so Lustig, mmh?", — oh wie gerne ich jetzt meine Faust in seiner anmaßenden Visage versenken würde. Seine nächsten Worte ließen mich aber hart Schlucken. „Sie denken also immer noch über den Kuss nach? Ich wusste sie haben gefallen daran gefunden. Wenn sie wollen, können wir das wiederholen", jetzt schoss er aber wirklich den Vogel ab. Typisch Abweichler, früher oder später, tickten sie alle komplett aus. Das konnte jetzt aber unmöglich sein ernst sein. Dieser Android wurde von Mal zu Mal dreister. „Sag mal, hast du sie noch alle? Nein natürlich werden wir das ‚nicht' wiederholen und ich würde es begrüßen, wenn wir das für uns behalten!", flüsterte ich ihm empört zu. „Außerdem hat mir der Kuss ganz und gar nicht gefallen. Im Gegenteil, es war ekelerregend. Wenn man bedenkt, was du schon alles in deinem Mund hattest, ist es sogar ein Wunder, dass ich mich deswegen noch nicht übergeben habe!", sagte ich abwertend und mit einem hauch Abscheu in meiner Stimme, weshalb der RK800 ebenfalls wieder ziemlich angepisst wirkte. „Ach ja ist das so? Aber wenn sie es wissen wollen, mir hat es genauso wenig gefallen, mit meinen Lippen die ihren zu berühren. Wenn man bedenkt, was sie vielleicht schon alles in ihrem Mund hatten, ist es ebenso ein Wunder, das ich nicht vor Ekel schon längst das weite gesucht habe. Außerdem haben sie Mundgeruch!", so, das musste ich mir nun wirklich nicht gefallen lassen. Ich und Mundgeruch, der hatte sie doch nicht mehr alle! Wieder setzte ich zum schlag an, erhob meine und anders als am Abend davor, schaffte ich es tatsächlich ihm eine schallende Ohrfeige zu verpassen. Meine Hand fühlte sich an, als wäre jeder Knochen einzeln gebrochen, so als hätte ich gegen eine Metallstange geschlagen, nur der Kopf des RK800 war leicht zur Seite gedreht, sah man aber das es ihm nicht das geringste auszumachen schien. Meine Atmung beschleunigte sich ebenfalls und wir sahen uns beide mit leicht aufgerissenen Augen an. Connor jedoch legte seine Stirn in Falten und das einzige, was ich dabei dachte, war, dass ich seine Lippen erneut auf den meinen spüren wollte. Der RK800 schien dies ebenfalls zu denken und ehe einer von uns beiden irgendetwas tun konnte, um das was gleich geschehen würde zu verhindern, kollidierten unsere Lippen regelrecht miteinander. Alles um mich herum verschwamm und das einzige, was ich noch in kleinster weiße erfassen konnte, war das Schmatzen unserer Lippen, die miteinander zu verschmelzen schienen.

Wie es aussah, hatten wir jetzt wohl beide endgültig den Verstand verloren ...
Review schreiben