Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Where Love Falls - Connor x Fem.Reader - Onshot/Kurzgeschichten Sammlung

KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Amanda / KI / Interface Gavin Reed Hank Anderson RK800-51-59 Connor RK900
31.07.2018
29.04.2020
23
160.787
24
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
05.09.2019 4.106
 
Hi liebe Deviant-Connor Fans. <3<3

Hier kommt auch schon das nächste Kapitel zu Can I Trust You. Ihr wisst ja, wie immer viel Spaß beim Lesen mitfühlen und vielleicht sogar beim Lachen. ;-)
Freue mich über jede Empfehlung und/oder jedes Review. :-D

GLG eure Connor-4-Ever <3 ;-D


~*~*~


Während ich auf Hank wartete, hatte ich auf der Couch platzgenommen. Sumo hatte seinen Kopf auf meinen Oberschenkel abgelegt und ich graulte ihn hinter seinem Ohr. Der RK800 brachte mir ein Glas Wasser und stellte es vor mir auf den Wohnzimmertisch ab. „Danke“, brachte ich mühsam hervor, griff nach dem Glas und trank einen Schluck. „Gern geschehen“, antwortete der Android, wandte sich von mir ab und setzte sich mir gegenüber in den Sessel. Seine Hände legte er auf seinen Oberschenkeln ab und betrachtete mich eingehend. Dabei wurde mir ganz heiß und ich musste mich zusammenreißen nicht aufzustehen und mich außer Reichweite seiner eindringlichen Blicke zu setzen.
Ich konnte mit dieser Situation absolut nicht umgehen und diese betretende Stille machte es nicht besser. Es war, als würde er direkt durch mich hindurchsehen und war ich mir sicher, dass er mich analysierte – was typisch für Androiden war und für diesen hier vor mir, erst recht. Mit aller Kraft versuchte ich nicht impulsiv zu werden und ihn mit harschem Ton anzuweisen gefälligst mit dem Gestarre aufzuhören. Meine Muskeln spannten sich an und konnte kaum verhindern genervt meinen Mund zu verziehen. „Was hatten sie damit gemeint, es wäre besser gewesen, wenn Sie vorher gewusst hätten das ich ein Android bin?“, fragte er mich aus heiterem Himmel. Seine Augen waren leicht zusammengekniffen und seinen Kopf hatte er leicht zur Seite geneigt.
Ich atmete einmal kurz tief ein, ehe ich ihm in die Augen sah und meinte: „Was glaubst du denn, was ich damit gemeint habe?" Der Android betrachtete mich fragend, dann faltete er seine Hände und legte sie auf seinen Schoß: „Meiner Analyse zufolge fühlen Sie sich unwohl und ihr Puls ist um fünfunddreißig Prozent angestiegen, nachdem ich ihnen diese Frage gestellt habe. Auch trippeln sie ständig mit ihrem Fuß auf und ab, was ein Zeichen von Nervosität und Angespanntheit ist. Dies zeigen sie ebenso in ihrem entnervten Blick, ganz besonders, wenn sie sich von mir beobachtet fühlen. Also wäre anzunehmen, dass Ihnen meine Anwesenheit ein Dorn im Auge ist und sie deswegen immer unruhiger werden ... Sie mögen keine Androiden hab ich recht?“, beendete er seinen Satz und ich starrte ihn mit halb geöffnet Mund entgeistert an. »Okay, das war echt gut!« Nur war ich mir nicht sicher was ich dazu sagen sollte. Ja ich hasste Androiden, aber musste ich ihm das gleich unter die Nase reiben? Ich zögerte einen kurzen Moment, sein Blick verriet mir aber, dass er wohl nicht lockerlassen würde, bis er eine Antwort erhalten würde. Sollte ich lügen und gute Miene zum bösen Spiel machen, um nicht gleich am Anfang schon für Unannehmlichkeiten zu sorgen, oder sollte ich ehrlich sein, damit dieses Ding vor mir gleich wusste, woran er bei mir war? Vor so einer schweren Entscheidung stand ich schon lange nicht mehr.
Einerseits wollte ich ehrlich zu ihm sein und dem RK800 von Anfang an klarmachen, dass wir niemals Freunde werden konnten, anderseits jedoch wenn ich jetzt so tat, als wäre mir seine Anwesenheit nicht unangenehm und er würde mir nicht jetzt schon jeden einzelnen Nerv rauben, würde ich vielleicht irgendwelche Signale senden, die er falsch verstehen könnte. Auch war ich mir sicher, dass ich meine Nettigkeit wahrscheinlich nicht lange spielen konnte und ihm irgendwann mein wahres Gesicht und meine wahren Gefühle offenbaren würde. Mal abgesehen davon, bestand auch die Möglichkeit, dass er mich erneut analysierte und feststellte, dass ich gelogen hatte.
Also war die beste und klügste Entscheidung, die ich treffen konnte wohl die Wahrheit.
„Ja das stimmt, ich mag keine Androiden!“, antwortete ich deshalb und der Android sah mich weiterhin eindringlich an. Aber bevor er die Möglichkeit bekam irgendetwas darauf zu erwidern, hörte man wie ein Schlüssel in das Türschloss gesteckt und umgedreht wurde, woraufhin sich die Tür öffnete und mein Onkel den Raum betrat. Ich war so überaus glücklich und erleichtert ihn zu sehen, hatte ich schon befürchtet, ich müsste die ganze Nacht lang alleine mit dem Androiden in diesem Haus bleiben. Doch Hank war hier, er war nach Hause gekommen, nur nicht ganz nüchtern wie ich bedauerlicherweise feststellen musste. Hank taumelte durch die Tür, stützte sich mit der Hand auf der Kommode neben ihm ab und warf den Schlüssel darauf.
„Connor!“, lallte dieser und erst jetzt fiel mir sein verwahrloster Anblick auf. Schockiert darüber, dass der Mann, der einst solch einen gepflegten und adretten Eindruck vermittelt hatte, jetzt nur noch ein Schatten seiner Selbst war und aussah, als hätte er wochenlang unter einer Brücke geschlafen, sah ich ihn an und mein Herz schien mir bei diesem Anblick geradezu in die Hose zu rutschen. „Connor!“, verlangte er nochmal ausdrücklich nach dem Androiden, dieser sofort zu Hank eilte, um ihn zu stützen, damit er nicht zu Boden ging. Sumo blickte ebenfalls zu seinem Besitzer, ließ aber nur ein kurzes Brummen vernehmen und marschierte dann gelangweilt zurück zu seinem Schlafplatz.
„Lt. Anderson. Sie“ ... „Du musst was unternehmen Co ... co-onnor! Dieser blöde ... Perkins ... ich, ich bring ihn um ...“, fing er an zu drohen und irgendwie wollte ich in diesem Moment gar nicht, dass er erfuhr das ich anwesend war. Aber das war ja Blödsinn, vielleicht würde meine Anwesenheit ihn ja vielleicht sogar wieder etwas beruhigen. Auch schien auf den RK800 schon verlass zu sein. „Lt. Sie haben Besuch. Ihre Nichte ist vor ungefähr einer Stunde hier eingetroffen. Sie ist hier“, versuchte Connor ihm zu sagen worauf Hank ihm einen fragenden Blick schenkte. Seine Augenbrauen waren zusammengezogen und hielt er sich an Connors Schultern fest, damit er nicht wegkippte.
„Meine Nichte? Ich hab keine ...“ „Onkel“, erhob nun ich meine Stimme, tat es einen kurzen Augenblick lang etwas weh diese Worte zu hören. Jedoch schob ich sie einfach auf den Alkohol und legte ein kleines Lächeln auf meine Lippen. „Onkel Hank ich bin's, (Y/N)! Die Tochter deines Bruders erinnerst du dich?“ Hank blickte zu mir herüber und zuerst starrte er mich nur einige Sekunden lang an. Meinte ich zu sehen, dass ihn mein Anblick etwas ausnüchterte. Ehe ich aber begreifen konnte was unmittelbar darauf passierte, ließ Hank von dem RK800 ab und kam auf mich zu.
„Natürlich! ... meine liebe (Y/N). Meine liebe kleine (Y/N)“, nahm er mich dann in den Arm und drückte mich an sich. Er roch widerlich nach Alkohol und dennoch genoss ich es mal wieder in einer liebevollen Umarmung zu liegen. Hank löste sich aber kurz darauf wieder von mir und blickte mich eingehend an. „(Y/N)! Der einzige Lichtblick in meiner Familie den ich noch habe!“, bemerkte er und legte seine Hände auf meine Wangen. Dann lächelte er für einen kurzen Moment, doch verschwand sein Lächeln wieder und blickte mich besorgt an. „Du bist in Schwierigkeiten, hab ich recht?“, fragte er mich dann plötzlich und mein Atem blieb für einen kurzen Moment stehen. Woher wusste er das nur?
„Was? Wie kommst du darauf?“, wollte ich wissen und Hank ließ von mir ab. „Weil du hergekommen bist und du hast mir vorher nicht Bescheid gesagt. Du rufst sonst immer vorher an und meldest dich an und hast du sofort mit meiner Gegenfrage geantwortet, was bedeutet, dass du mir etwas verheimlichen willst!“, sagte er, aber wollte ich jetzt nicht darüber reden, wenn dieser Android immer noch mit uns in einem Raum war.
„Ähm nein. Ich bin nicht in Schwierigen, ich wollte dich einfach nur überraschen. Schließlich ist es schon eine Ewigkeit her, als ich das letzte Mal hier war. Glaub mir Onkel Hank, ich hatte einfach mal wieder das Bedürfnis meinen Lieblings Onkel zu besuchen. Ich hoffe, nur ich komme nicht ungelegen und du hast Platz für einen weiteren Besuch?“, fragte ich dann und warf dem RK800 einen prüfenden Blick zu. Jedoch antwortete Hank nicht, sondern taumelte zurück zu dem Androiden, als er meinen Blick auf ihm bemerkte. Bei ihm angekommen legte er seinen Arm um dessen Schulter und zog ihn zu sich heran.
„Das hier ist Connor. Er ist mein Andro ... ein Android ... ein Androiden Detective. Er wohnt hier und ist zurzeit mein einzig wahrer Freund ... und Sumo natürlich auch!“, fügte er noch hinzu, nachdem Sumo daraufhin seinen Kopf gehoben hatte und sich ebenfalls wieder bemerkbar, machte, so als wolle er sagen: Und was ist mit mir? „Da er ein Android ist und keinen Schlaf und ein Bett oder eine Couch braucht, kannst du gerne hierbleiben und hier übernachten!“, lächelte er. Konnte ich sehen wie der Blick des Androiden sich veränderte. Sein Blick wirkte fragend schon fast skeptisch, so als wäre er Hanks überschwängliche Art, die dieser gerade an den Tag legte, nicht gewohnt.
„Ich verstehe“, erwiderte ich nicht gerade begeistert und fragte mich ebenfalls, welcher Teufel meinen Onkel wohl gerade ritt. Hank ein Androiden Freund? Seid Coles ableben war das irgendwie unvorstellbar für mich. Doch schien er seine Aussage durchaus ernst zu meinen. Er war also tatsächlich ein Androiden Freund geworden. Etwas das ich mir in meinem Falle nicht im Geringsten vorstellen konnte. Ich würde sicherlich niemals Sympathie für diese Blechbüchsen empfinden.
Hanks nächsten Worte brachten mich dazu laut zu schlucken. „Er ist nur etwas zurückhaltend. Seit er ein Abweichler ist, hat er irgendwie Probleme sich richtig auszudrücken. Aber vielleicht kann ihn ja eine hübsche junge Frau wie du, etwas aus seinem eigenen gebauten Schneckenhaus wieder rausholen!“, sagte er und zwinkerte mir vielversprechend zu. Spürte ich, wie meine Wangen dabei leicht zu glühen begannen und wandte meinen Blick gen Boden. Das dies passierte war eher unwahrscheinlich.
„Ich glaube, es ist besser, wenn sie sich jetzt hinlegen und ihren Rausch ausschlafen Lt.“, bemerkte dann der Android und Hank fasste sich an seinen Kopf. „Bevor du mir wieder eine kalte Dusche verpasst, gern!“, bestätigte Hank dann und Connor legte seinen Arm, um Hanks Hüfte um ihn in sein Zimmer zu bringen. Etwas bestürzt blickte ich den beiden hinterher. Ich beobachtete, wie der Android Hank in sein Zimmer brachte. Dann hörte ich die Schranktür, wahrscheinlich holte Connor ihm frische Sachen zum Schlafen heraus. Während ich wartete gesellte ich mich zu Sumo und kniete mich vor seinem Hundebett, auf dem er lag, auf den Boden.
Ich streichelte ihn einige Sekunden lang, hörte aber dann Schritte die zurück ins Wohnzimmer kamen. Connor kam zurück und hatte ein Kissen sowie eine Decke dabei. Sollte ich jetzt etwa auf dem Sofa schlafen? Ich lag wohl richtig in meiner Vermutung, da der RK800 beide Sachen ordentlich darauf platzierte und sich mir daraufhin zuwandte. Nicht ganz zufrieden auf der Couch schlafen zu müssen, blickte ich ihn an. „Wieso legst du die Sachen auf die Couch? Was ist mir Coles altem Zimmer?“, fragte ich „dieses Zimmer gehört jetzt mir. Natürlich würde ich Ihnen das Zimmer während ihres Aufenthaltes überlassen, nur leider steht kein Bett mehr darin und ich bin mir sicher, dass Menschen nicht gerne auf dem Boden schlafen!“, gab er mir zur Antwort und ich atmete entnervt aus.
„Nun gut, besser als nichts!“, sagte ich daraufhin, wollte ich jetzt nicht auch noch einen Aufstand machen, auch wenn mich diese Situation irgendwie anpisste. Nicht weil ich nicht auch auf dem Sofa übernachten würde, sondern weil das Zimmer meines Neffen, nun einem Androiden gehörte. Auch wollte ich mich jetzt einfach nur noch hinlegen und meine Augen schließen, schlafen und alles um mich herum ausblenden, bevor mein Leben damit weiter machte, mir immer wieder einen Tritt in meinen Hintern zu verpassen. Nur eins fehlte noch: „Connor könntest du mir einen Gefallen tun und mir ein Shirt von Hank bringen? Zum Schlafen meine ich“, der Android nickte daraufhin. „Natürlich“, sagte er, verschwand nochmal in Hanks Schlafzimmer und kam mit einem grauen Shirt, auf diesem ›The Detroit Gears‹, geschrieben stand zurück. „Danke“, bedankte ich mich bei ihm, woraufhin er mir zunickte und dann in die Küche ging. Ich hatte mir gerade mein Shirt ausgezogen, welches leichte schwarze Flecken aufwies und das von Hank übergezogen da bemerkte ich, dass er wieder zurückgekommen war. Er hielt eine Hundeschüssel in der Hand und ging rüber zu Sumo, um ihm sein Futter vor ihm auf den Boden zu stellen. Dann blickte er mich noch einmal an, wünschte mir eine Gute Nacht, bevor er sich in seinem Zimmer verkrümelte.

Ich konnte die ganze Nacht lang, nicht besonders gut schlafen. Wälzte mich ständig nur hin und her und dachte darüber nach, was passieren könnte, würde Joshua mich hier finden und wieder mit nach Hause nehmen. Dieser Kerl war äußerst gerissen und konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass er meinem Onkel so einige Dinge über mich erzählen könnte, die ein schlechtes Licht auf mich warfen. Er war schon immer gut im Manipulieren gewesen, was auch der Grund war, warum ich vom CPD beurlaubt worden war. Es bereite mir immer noch große Bauchschmerzen, wenn ich daran dachte, welche grausamen Dinge er über mich erzählt hatte. Wie er mir seine eigenen dunklen Machenschaften in die Schuhe geschoben hatte, sodass ich völlig in Verruf geraten war.
Aber wollte ich meine Gedanken nicht weiter damit belasten und stand auf. Noch dazu musste ich dringend auf die Toilette, also begab ich mich Richtung Badezimmer, um mich zu erleichtern. Doch blieb ich kurz stehen und sah zu der Tür die in Coles altes Kinderzimmer führte, in diesem sich der Android befand – obwohl er meines Erachtens nichts darin zu suchen hatte. Erst jetzt dachte ich darüber nach, wie unheimlich mir die Androiden waren. Ganz besonders diese Abweichenden und Connor war einer von Ihnen.
Er hatte zwar nicht unbedingt einen gefährlichen Eindruck bei mir hinterlassen, jedoch wusste man ja nie, wie lange es dauerte, bis diese Dinger ausflippten und auf ihre Besitzer losgingen. Ich konnte mir zwar nicht vorstellen, dass Connor sich als Hanks Eigentum betrachtete, dennoch behielt ich mir das Recht vor, an dessen Loyalität seinem Partner gegenüber zu zweifeln. Mein Herz pochte wie wild, als ich bemerkte, wie meine Füße ebenfalls ein Eigenleben zu entwickeln schienen und sich langsam der Tür näherten, welche nicht ganz abgeschlossen war. Sie stand einen Spaltbreit offen und konnte man hineinsehen, wenn man sich dem Türschlitz näherte.
Zu meinem schnellen Herzschlag beschleunigte sich ebenso das Pochen meines Pulses und der Knoten in meinem Magen gewann wieder an Größe.
Als ich einen Blick durch den Spalt erhaschen konnte, sah ich ihn. Er saß auf einem Stuhl, seine Hände hatte er auf seinen Oberschenkeln abgelegt und seine Augen waren Gott sei Dank geschlossen. Konnte ich ebenfalls sehen, wie seine LED Leuchte gelblich blinkte. Fiel mir auf, dass er noch einer der wenigen Androiden war, der seine LED noch besaß. Viele der Abweichenden Androiden hatten nach der Revolution ihre LED Leuchten entfernt, wodurch es ziemlich schwer wurde sie noch als Androiden zu entlarven. Doch dieser RK800 hatte seine behalten, machte mich deswegen aber nicht weniger nervös. Ich betrachtete ihn eine Weile lang, wenn er kein Android und noch dazu kein Abweichler wäre, würde er optisch ganz schön was hermachen.
Seine künstliche Haut wirkte so echt und schon fast Makellos. Außer die vereinzelten Leberflecke in seinem Gesicht und der ganz feine Ansatz eines Bartes, ließen, ihn Menschlicher aussehen. Als Mensch könnte er durchaus meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und vielleicht würde ich dann sogar mit ihm flirten. Jedoch war er kein Mensch, was bedeutete, dass ich mich niemals auf ihn einlassen würde, nicht einmal um eine zwanglose Plänkelei mit ihm anzufangen. »eigentlich Schade« dachte ich mir und entfernte mich von der Tür. Ging dann auf die Toilette und wusch mir meine Hände. Dann ging ich wieder ins Wohnzimmer und legte mich nochmal für ein paar Stündchen auf die Couch.

Die Sonne schien bereits durch das Fenster und legte sich warm auf mein Gesicht, als ich meine Augen wieder öffnete und das Geräusch von Tassen vernahm, das aus der Küche kam. Ich streckte mich kurz, gähnte und rieb mir die Körnchen aus meinen Augen, ehe ich aufstand und mich verschlafen an den Rand des Sofas setzte. Die Decke lag noch halb auf meinem Schoß und ich spürte einen leichten Druck in meinem Kopf. Eine Tasse Kaffee wäre jetzt genau das richtige für mich. Der RK800 schien sich dies auch gedacht zu haben und kam mit zwei Keramiktassen, in welchen sich heißer dampfender und frisch gebrühter Kaffee befanden, ins Zimmer und ging auf mich zu. „Guten Morgen, gut geschlafen?“, fragte er mich schon fast zu höflich, was es für mich ziemlich schwer machte, ihm eine schnippische Antwort zu geben.
Ich nahm die Tasse also entgegen und blickte kurz zu ihm auf: „Ja, so gut man eben auf einer alten und harten Couch schlafen kann!“, antwortete ich ihm, bemerkte ich selbst, dass meine Worte irgendwie ziemlich vorwurfsvoll klangen. Der Android sagte darauf aber nichts und verschwand aus dem Wohnzimmer und ging dann in das Zimmer von Hank. „Danke mein Junge!“, hörte ich Hanks Stimme, dieser wahrscheinlich gerade auf dem Weg ins Wohnzimmer war und kurz darauf über die Schwelle trat. Zuerst schien er mich überhaupt nicht zu bemerken, ging zur Haustür, öffnete sie und hob die Morgenzeitung vom Boden auf, die vor der Tür lag.
Erst als er wieder zurückkam, erblickte er mich und starrte mich für einen kurzen Augenblick wortlos an. „Guten Morgen Onkel!“, erhob ich mich und stand auf. Die Tasse stellte ich auf dem Wohnzimmertisch ab und lächelte ihm zu. „(Y/N), was machst du denn hier?“, fragte er mich verwundert und stellte den Kaffee ebenfalls ab und auch die Zeitung fand ihren Platz neben seiner Tasse. „Erinnerst du dich nicht? Ich bin seit gestern Abend hier. Ich hab auf der Couch geschlafen!“, antwortete ich und Hanks Erinnerung schien langsam wieder zu ihm zurückzukehren.
„Ja natürlich erinnere ich mich!“, kam er dann auf mich zu und verwickelte mich erneut in eine herzliche Umarmung. „Wie geht's dir Kleines?", fragte er mich, nachdem er unserer Umarmung wieder gelöst hatte und blickte mich nun ebenfalls lächelnd an. Mein Lächeln verschwand jedoch wieder von meinen Lippen und mein Blick wirkte betrübt. „Ich muss mit dir reden Onkel Hank, allein. Es ist sehr wichtig!“, gestand ich ihm, hatte ich mich entschieden, ihm doch von meiner brenzligen Situation zu erzählen. Aber natürlich ohne den Androiden. „Ja klar natürlich. Connor würdest du bitte“ ... doch unterbrach ihn der Android, er schien von Anfang bemerkt zu haben, dass er hier fehl am Platz war: „Kein Problem Lt. Ich warte im Wagen auf Sie“, sagte er dann und verschwand nach draußen.
„Na los, sag schon, was ist los?“, setzte Hank sich auf den Küchenstuhl und ich setzte mich ihm gegenüber. Etwas beschämt blickte ich vor mir auf die Tischplatte. Ich wusste einfach nicht, wie es ihm erklären sollte. Wie ich anfangen sollte. Es war mir so unangenehm zuzugeben, dass ich von meinem eigenen Lebensgefährten auf der Flucht war. Ein Mensch der es tatsächlich schaffte, mich zu schikanieren und zu verprügeln und das, obwohl ich eine Polizistin bin und wissen sollte, wie man gegen solche Männer angehen konnte. Aber Nein, ich war schwach und habe zugelassen ihn soweit mit mir gehen zu lassen, dass ich keinen anderen Weg mehr gesehen hatte, als vor ihm davonzulaufen.
„Es ... es ist mir etwas unangenehm. Peinlich“, gestand ich ihm, worauf ich seine Hand spürte, die er auf die Meine legte und mich zu ihm aufblicken ließ. „Egal was es ist (Y/N), du kannst mir alles sagen. Nichts muss dir meinetwegen peinlich sein!“, legte er mir nahe, dennoch war es schwer für mich, mit der Wahrheit herauszurücken. Er würde mich dann sicherlich für schwach und komplett bescheuert halten. Aber hatte ich ihm schon gesagt, dass ich ihm etwas Wichtiges zu sagen hatte und es ihm unter vier Augen mitteilen wollte, da konnte ich jetzt unmöglich einen Rückzieher machen. Also atmete ich einmal tief ein und wieder aus und fing an es ihm zu erzählen.
„Hank, ich bin auf der Flucht. Ich bin wie ein kleines ängstliches Mädchen von zu Hause weggelaufen. Und ich brauche dringend deine Hilfe ... er ... er darf mich nicht finden!“, als ich diese Worte ausgesprochen hatte, entfernte Hank seine Hand von meiner und ich spürte eine kleine Träne meine Wange hinunterlaufen. So als hätte er zuerst kein einziges Wort verstanden, von dem, was ich gerade gesagt hatte, blickte er mich wortlos an. Ich wartete schon darauf, eine deftige Standpauke von Hank zu kassieren, doch viel schlimmer war es, dass er schwieg und mich ansah, als würde eine komplett Durchgeknallte vor ihm sitzen – jedenfalls empfand ich dies so. „Onkel bitte sag irgendetwas“, bat ich ihn, es war die reinste Folter von seinen Blicken durchbohrt zu werden.
Er schien das gerade gehörte erstmal verarbeiten zu müssen. Was verständlich war, denn war ich eigentlich niemand der vor irgendetwas davonlief. Ich war schon immer eine starke Frau gewesen, die sich keine Vorschriften machen ließ, wie sie sich zu benehmen oder ihr Leben zu leben hatte. Dies wusste Hank und war deswegen immer sehr stolz auf mich gewesen, mehr als es meine Mutter und mein Vater waren.
Es musste ein Schock für ihn sein zu hören, dass genau diese Person, seine kleine Nichte auf die er wegen ihrer eigentlichen Stärke so stolz gewesen war, nun vor einem Mann davonlief, dem sie eigentlich sonst die Stirn geboten hätte. Aber war dies bei Joshua nicht so einfach.
Der Beruf Polizist gehört zu den Berufen, in welchem die meisten Psychopathen beschäftigt werden und Joshua Rossdale war einer von ihnen. Er war ein Psycho und ein Soziopath, weshalb er ein Meister darin war, den guten hilfsbereiten Samariter zu spielen. Jemand dem man vertrauen konnte und jemand dem das Wohlergehen der Gesellschaft am Herzen lag – am Arsch. Nicht Joshua Rossdale! Er konnte andere nur Manipulieren sonst nichts ... „Und vor wem bist du auf der Flucht?“, wollte er plötzlich wissen und ich blickte wieder auf meine Hände. Ich knetete sie nervös, bevor ich ihm den Namen des Übeltäters nannte: „Joshua Rossdale!“
„Moment mal, Joshua Rossdale? Der Joshua Rossdale der bereits mehrere Auszeichnungen und Belobigungen bekommen hat?“, ich nickte daraufhin. Blickte ihm wieder in die Augen und wartete auf die nächste Reaktion. „Genau der. Bitte Onkel Hank du musst mir helfen. Ich weiß nicht was ich tun soll. Ich kann mit niemandem reden und im CPD gibt es auch niemanden der mir helfen kann. Sie denken alle ich wäre“ ... „Du wärst was?“, ich atmete nochmal tief ein und wieder aus, jedoch gesellte sich der Android wieder zu uns und unterbrach unsere private Unterhaltung. Mit genervtem teils finsterem Blick sah ich zu dem RK800 rüber. „Verzeihen sie Lt. aber wir müssen ins Revier es ist schon spät.“ Hank erhob sich daraufhin, während ich einmal kurz seufzte und mich dann ebenfalls erhob.
„Ja Connor ich komme schon und wir beide reden später weiter!“, sagte Hank an mich gewandt und ich nickte ihm zu. „Ist gut, tut mir leid, dass ich dich aufgehalten habe.“ „Nein schon gut. Bleib einfach hier und warte, bis wir wieder zurück sind!", wieder nickte ich. Hank hingegen kam noch einmal auf mich zu und gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Bis später Kleines“ „bis später Onkel. ... Connor!“, wandte ich mich dann auch noch schnell an den Androiden, dieser mir ebenfalls zunickte und dann mit Onkel Hank das Haus verließ.
Ich war mehr als erleichtert darüber, wie Hank auf meine Beichte reagiert hatte. Hatte ich mir die schlimmsten Szenarien ausgemalt, die er sagen könnte damit ich mich noch kleiner und unbedeutender fühlte. Aber dem war nicht so, im Gegenteil. Zuerst hatte er mich zwar angesehen, als wäre ich ein entlaufener Sträfling der aus dem Gefängnis ausgebrochen war, doch dann hatte er ziemlich lässig aber auch besorgt mit mir gesprochen, was mir das Gefühl gab, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, ihm über meiner Lage in Kenntnis zu setzen.
Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, als ich endlich hörte, wie Hanks Wagen in die Einfahrt fuhr und dann zum Stehen kam. Ich hatte es mir auf der Couch gemütlich gemacht und der Fernseher lief. Ich stand auf und wartete, bis Hank mit Connor ins Haus kam, aber der Android war nicht anwesend, ich fragte gar nicht erst, sondern ging zu Hank und sah ihn hoffnungsvoll an. Es machte mich wahnsinnig zu warten, bis er etwas sagte – welche Entscheidung er diesbezüglich getroffen hatte und wie es jetzt mit mir weiterging.Hank blickte mich eindringlich an, sagte aber immer noch nicht ein einziges Wort. Jedoch gab er mir zu verstehen ich, solle mich hinsetzen, indem er mit der Hand zum Tisch zeigte, an dem wir unser Gespräch von heute Morgen fortsetzen würden.

„Also dann. Erzähl mir ganz genau, was passiert ist und keine Lügen verstanden!?“ ...

~*~*~


https://mymonk.de/psychopathen-jobs/
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast