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Where Love Falls - Connor x Fem.Reader - Onshot/Kurzgeschichten Sammlung

KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Amanda / KI / Interface Gavin Reed Hank Anderson RK800-51-59 Connor RK900
31.07.2018
29.04.2020
23
160.787
24
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Dieses Kapitel
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29.08.2019 4.553
 
Hallo Liebe Deviant Connor Fans. :-D

Und schon kommt das erste Kapitel zu meiner neuen Kurzgeschichte Can I Trust You? Schon mal vorweg, in dieser Story wird es diesmal etwas anders zugehen, als ihr es in dieser Kurzgeschichten Sammlung von mir gewohnt seid. :-PxD Aber keine Sorge ich verrate natürlich nichts, ich wünsche euch nur wieder viel Spaß beim Lesen und lasst euch überraschen. ;-)

Wünsche euch einen schönen Donnerstag und bis zum nächsten Mal.

Eure Connor-4-Ever. ❤


~*~*~


Ich hatte noch keine Ahnung, was mich erwarten würde, wenn ich in Detroit eintraf. Ich fuhr einfach Richtung Stadt, ungewiss wohin mich meine Lebensreise führen würde. Welchen Menschen ich dort begegnen würde. Außer meinem Onkel Hank, bei dem ich hoffentlich für einige Zeit bleiben konnte, bis ich mir im Klaren war, was ich eigentlich tun sollte. Wie ich meinen Problemen endlich ein Ende bereiten konnte. Gab es schließlich einen guten Grund dafür, warum es mich nach Detroit Michigan verschlug.

Ich hatte es einfach satt mich weiterhin demütigen und schlagen zu lassen. Ich war nicht einfach nur in meinen Wagen gestiegen und losgefahren, ich war auf der Flucht. Es war der Wagen meines Freundes, mit diesem ich auf dem Weg zu Hank fuhr. Ich hatte mir, in einem unbemerkten Moment, einfach die Schlüssel geschnappt, war dann anschließend zum Wagen meines Lebenspartners gerannt und war dann so schnell wie möglich losgefahren.

Dabei dachte ich nicht mal darüber nach, was das für Konsequenzen für mich haben könnte. Autodiebstahl und die Flucht vor einem Mann der Sadistisch, Besitzergreifend und gewalttätig war und das in jeder Hinsicht. Ich überlegte die ganze Zeit, ob ich Onkel Hank darüber in Kenntnis setzen sollte, dass ich vor meinem eigenen Lebensgefährten geflüchtet war. Jedoch würde ich mich wahrscheinlich eher dagegen entscheiden, wenn ich vor ihm stand. Es war mir einfach zu peinlich, zuzugeben das ich nur zu ihm gekommen war, um mich vor meinem Freund zu verstecken, dieser mich fast jeden Tag verprügelte und mich vor seinen "Kumpels" bloßstellte ...

Noch dazu, dass ich eigentlich ein weiblicher und beurlaubter Police Detektive war ... Aber das würde ich mir erst überlegen, wenn ich vor ihm stand. Wollte ich jetzt einfach nur, meinen Gedanken, welche mir einen, immer größer werdenden Knoten in meinem Magen zusammen knoteten, eine kleine Pause gönnen und hinaus auf die Straße blicken, die sich endlos vor mir erstreckte. Ich fuhr eine Weile die Straße entlang und hoffte, ich würde nicht unter der Fahrt einschlafen. War ich ziemlich müde und mein Kopf pochte unaufhörlich. Aber ich musste durchhalten. Nur so, konnte ich so viel Abstand wie möglich, zwischen mir und diesem schrecklichen Menschen bringen.

Während ich also so weiterfuhr, kam mir plötzlich ein Gedanke. Ich hatte den Wagen meines Lebensgefährten gestohlen, dieser zufällig und zu meinem Unglück, ebenfalls ein Polizist war und zwar niemand anderes, als Detektive Joshua Rossdale. Einer von den Polizisten, der stets gute Miene zum bösen Spiel machte, den alle bewunderten und als einen Helden in Erinnerung hatten. Ich hingegen kannte jedoch sein wahres Gesicht, nur zu gut. Er war nicht nur, der gutmütige Detektive, der bereits das Leben vieler Menschen gerettet und bereichert hatte, und dadurch mehrere Auszeichnungen sowie Belobigungen eingeheimst hatte, er war ein korruptes Arschloch, dessen Seele schwarz wie die Nacht und dessen Lächeln falsch und hinterlistig wie das eines Luchses waren.

Mir war natürlich klar, dass dieser Umstand nicht gerade das beste Licht auf die Sache warf, da er als Polizist selbstverständlich viele Möglichkeiten in die Wege leiten konnte, um mich zu finden und wieder zu sich zurückzubringen. Ein Grund mehr, warum ich die letzte Hoffnung, ihm zu entkommen, in meinem Onkel sah. Als Lt. im DPD, konnte er mir vielleicht den besten Schutz, der möglich war bieten. Also war die objektivste Lösung für mich, zu ihm zu fahren, um eine Zeit lang bei ihm zu wohnen, bis die Wogen sich etwas geglättet hatten – wenn dies in diesem Fall überhaupt möglich war?

Ich fragte mich, was ich nun tun sollte. Ich konnte doch unmöglich mit dem gestohlen Wagen meines Freundes nach Detroit fahren. Sicher würde er eine Landesweite Suche nach mir und seinem geliebten Auto starten, also musste ich es unbedingt loswerden. Aber wie? Dann kam mir auch schon die rettende Idee. Ich suchte nach einer Ausfahrt. Eine die mich an einen abgelegenen Ort führen würde. Einen Ort, an dem ich den Wagen abstellen konnte. Dann bemerkte ich eine kleine Abzweigung, die in ein abgelegenes und dicht bewuchertes Waldgebiet führte. Ich steuerte die Abbiegung an und fuhr dann hinein.

Es war zwar ein recht schmaler Weg, aber breit genug um mit dem Wagen dort entlangzufahren. Als ich entschieden hatte, dass ich nun die richtige Entfernung zur Straße und dem Wagen zurückgelegt hatte, stellte ich den Wagen, sowie den Motor ab und stieg aus. Nur leider war der Wagen immer noch gut erkennbar, weshalb ich nach Zweigen und Blätter behangenen Ästen, so groß, dass ich sie tragen konnte, suchte, um den Wagen darunter zu verstecken. Ein kleiner Teil in mir wusste, dass dies nicht lange dazu beitragen würde, unentdeckt zu bleiben, aber der verzweifelte und gedemütigte Teil in mir, hielt dies in diesem Moment für die beste und rettende Idee.

Da ich jetzt aber Wagenlos war und mitten in einem zugewachsenen Waldgebiet stand, musste ich den Rest, meiner ungewollten Reise, wohl zu Fuß und mit Trampen weiterführen. Sofort nahm ich meine Füße in die Hand und ging den Weg zu Fuß zurück zur Straße. Es dämmerte bereits, als ich den Straßenrand erreichte. Mein Mund war trocken und meine Fußsohlen brannten bereits wie Feuer. Aber dies war nur halb so schlimm, als die Vorstellung immer noch bei Joshua herumzusitzen und mich von ihm bloßstellen zu lassen.

Also stellte ich mich an den Straßenrand und wartete, bis ich Autos sah, welche in die Richtung nach Detroit fuhren und streckte meinen Daumen nach draußen. Es dauerte eine Weile, bis sich jemand dazu entschloss, eine einsame junge Tramperin mitzunehmen, welche ja vielleicht gefährlicher sein könnte, als es den Eindruck machte und hielt letztendlich am Straßenrand an. Ein junger Mann stieg kurz darauf halb aus dem Wagen und blickte mich mit einem undefinierbarem Lächeln an. Kurz schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass ja nicht nur ich eine gefährliche Verrückte auf der Durchreise sein könnte, sondern vielleicht auch derjenige der sich dazu entschlossen hatte, mich mitzunehmen.

Jedoch verwarf ich diesen Gedanken schnell wieder, als ich seine Stimme vernahm, die freundlicher klang, als sein kleines merkwürdiges grinsen dies vermuten ließ. „Na brauchst du eine Mitfahrgelegenheit? Wo willst du hin?", fragte er mich, doch zögerte ich einen kurzen Moment. Ich blickte ihm in dessen grauen Augen und erwischte mich bei dem Gedanken, dass er ein ziemlich gutaussehender junger Mann war. „Nach Detroit Michigan!", antwortete ich und der Mann nickte. „Du hast Glück, ich bin gerade auf dem Weg dorthin. Na komm schon, steig ein." Ich nickte dankend und stieg auf der Beifahrerseite ein.

Der Mann neben mir sagte nichts, bemerkte ich aber, wie er hin und wieder zu mir herübersah und mich kurz zu mustern schien, ehe er seinen Blick wieder auf die Straße vor ihm richtete. Irgendwie machte die Stille mir Angst. Ein Gefühl von Unbehagen machte sich in meinem Inneren breit. Was wenn dieser Kerl doch ein Psychopath war und nur darauf gewartet hatte, junge naive Frauen am Straßenrand aufzugabeln, um sie mitzunehmen – ihnen zuerst den Eindruck zu vermitteln, er würde ihnen tatsächlich Helfen wollen, bevor er anfing mit ihnen sein grausames Spiel zu spielen?

„Und? Woher kommst du? Was verschlägt dich nach Detroit?", unterbrach er aber dann die Stille, woraufhin ich aber weiter aus dem Fenster blickte und ihm keine Antwort auf seine Frage gab. Nur weil er mich mitgenommen hatte und mich nach Detroit mitnahm, war ich ihm noch lange keine Erklärung schuldig. Der blauäugige Mann lachte darauf und ich sah ihn skeptisch und mit zusammengezogenen Augenbrauen an: „Was ist so lustig?", wollte ich von ihm wissen und mein mulmiges Bauchgefühl von vorhin, verwandelte sich wieder in einen riesengroßen Knoten. „Du redest wohl nicht viel was?", schmunzelte er, kamen mir seine Worte vor, als wolle er mich mit meiner Lage auch noch verspotten.

„Man soll mit fremden nicht reden", gab ich wie ein kleines Mädchen von mir und bemerkte sehr schnell, wie albern sich solche Worte aus dem Mund einer Erwachsenen Frau anhörten. Zumal ich ja auch zu einem wildfremden Mann in dessen Wagen eingestiegen war. Daraufhin lachte der Mann erneut belustigt auf und ich fragte mich, warum ich nicht einfach zu Fuß, nach Detroit gelaufen war. „Aber in Autos von wildfremden Männern zu steigen schon?", amüsiert über meine äußerst kindische Äußerung, schüttelte er seinen Kopf und lächelte dabei belustigt.

„Du bist ganz schön mutig einfach so in das Auto eines fremden Mannes zu steigen! Ich könnte ja ein Irrer oder sowas in der Richtung sein", sprach er meine Gedanken von vorhin, geradewegs aus und ich blickte frech grinsend zu ihm herüber. „Und woher willst du wissen, dass ich nicht, eine Irre oder sowas in der Richtung, bin?", erwiderte ich trocken und der junge Mann nickte daraufhin. „Touchè."

Auch ich musste kurz grinsen, auch wenn mir überhaupt nicht zum Lachen zumute war, aber hatte ich das Gefühl, dass der Kerl eigentlich ganz okay war. Selbst wenn ich als Detektive wusste, dass der erste Eindruck durchaus trügen konnte. Dennoch fiel mir sonst nichts Merkwürdiges an ihm oder in seinem Wagen auf und mein Bauchgefühl sagte mir, dass ich in Sicherheit war. Mein Blick fiel kurz in seine Richtung, auch sein Blick traf den meinen und wir lächelten uns zu, ehe ich meinen Blick wieder dem Fenster zuwandte und nach draußen in die bereits hereingebrochene Dunkelheit blickte, worauf der junge Mann erneut sein Wort an mich richtete:

„Darf ich wenigstens deinen Namen erfahren? Bitte." ich schüttelte meinen Kopf und legte erneut ein Lächeln auf meine Lippen. Hatte ich das Gefühl, dass er nicht nachlassen würde, bis ich ihm meinen Namen genannt hatte. „Ich heiße (Y/N)", antwortete ich ihm knapp, meinen Nachnamen ließ ich dabei außen vor. „(Y/N) also, ja? Schöner Name. Und dein Nachname?", jetzt wollte er zu viel wissen – für einen mir unbekannten Mann der mich am Straßenrand aufgegriffen hatte. „Den verrate ich dir nicht. Du könntest schließlich ein Stalker oder sowas sein. Googelst meinen Namen und findest, womöglich noch heraus, wo ich wohne. Ich kenne dich nicht, also gehe ich, dieses Risiko nicht auch noch ein! Reicht schließlich schon, dass ich so blöd war, zu dir
wildfremden, ins Auto zu steigen."

Fing ich wieder an es zu bereuen, dass ich mich dazu herabgelassen hatte, zu Trampen. „Schon gut, schon gut, du musst mir deinen Nachnamen nicht verraten", erwiderte er. Blickte mich an und fing an sich mir ebenfalls vorzustellen: „Ich heiße Gavin. Aber Freunde nennen mich Gav!" „Ich bin nicht mit dir befreundet", kam meine Erwiderung, sofort zurück, doch auch dies schien den Kerl neben mir zu belustigen. „Nein, nein bist du nicht. Noch nicht!", sein Blick war auf die Straße gerichtet und sah ich, wie seine Mundwinkel nach oben zuckten.

Nach einer Weile erblickte ich endlich das Ortsschild auf diesem „Willkommen in Detroit Michigan. Wir wünschen ihnen einen schönen Aufenthalt" geschrieben stand. Innerlich atmete ich erleichtert aus. Ich hatte es tatsächlich wohlbehalten nach Detroit geschafft. Jedoch war ich noch lange nicht an meinem Ziel angekommen. Zu Hank war es noch ein ganzes Stück Autofahrt durch die Stadt, da er abgelegen in einem kleinen Vorort von Detroit lebte. Ich hatte gehört, dass er dort wohl aber nicht mehr alleine lebte. Irgendein junger Mann, der ebenfalls ein Detektive war, war vorübergehend bei ihm eingezogen, solange bis er selbst eine Wohnung gefunden hatte.

Ich hoffte nur, dass Hank trotzdem noch einen Platz für mich zum Schlafen fand. Denn mit einem wildfremden Arbeitskollegen meines Onkels wollte ich ganz sicher nicht auch noch in einem Raum schlafen. Wusste ich zum damaligen Zeitpunkt ja noch nicht, dass dieser Kerl nicht wie andere Kerle war ... „So, wir sind jetzt in der Stadt, ich muss schnell Tanken, dann sagst du mir wo genau du hinwillst und ich bringe dich dorthin!", holte mich die Stimme Gavins aus meinen Gedanken und sah, wie er in eine Tankstelle einbog, um dort das Benzin nachzufüllen.

Währenddessen blieb ich im Wagen sitzen und beobachtete die anderen Fahrer, die ihre Autos tankten. Dabei schoss mir wieder Joshua durch meinen Verstand und bemerkte ich, wie ich zu zittern anfing. Was, wenn er schon längst wusste, wo ich war und mich bereits suchen ließ. Immerhin war Joshua kein Mann der lange fackelte und hatte er auch so seine kleinen geheimen Connections. Mir fiel jedoch plötzlich ein, dass ich ihm noch nie von Hank erzählt hatte. Er wusste also nichts von der Existenz meines Onkels und somit schon gar nicht, dass ich nicht die Einzige in meiner Familie war, die als Polizistin arbeitete.

Umso schwerer dürfte es also für ihn sein, mich zu finden. Auch mein Handy hatte ich zu Hause liegen lassen, sowie mein Portmonee und meine ganzen Papiere, wie Ausweis, Führerschein und Kreditkarten, was es unmöglich machen durfte mich schnell zu finden, da ich deshalb keine Spuren hinterlassen würde. Erst jetzt realisierte ich, dass ich tatsächlich ohne nichts dastand. Nur die Klamotten die ich an meinem Leibe trug und mein silberner Talisman, den ich stets in meiner Hosentasche mit mir mittrug.

Wie sollte ich das nur meinem Onkel erklären? Diese Situation wirkte plötzlich so aussichtslos, vielleicht sollte ich doch wieder zurück nach Cleveland gehen und mich einfach meinem Schicksal fügen. Welche Wahl hätte ich den sonst? Aber ich konnte nicht zurückgehen, ich war nicht so weit gekommen, um jetzt einen Rückzieher zu machen und meinem grauenvollen Lebensgefährten zurück in die Arme zu laufen. Ich musste also einfach neue Papiere anfordern, mit einer anderen Identität und einem neuen Handy, am besten eins, welches man nicht mit GPS zurückverfolgen konnte.

Das Öffnen der Fahrertür riss mich aus meinen Gedanken und Gavin setzte sich in seinen Wagen. Er hatte etwas zu trinken in der Hand und reichte es mir anschließend. „Hier bitte. Du siehst etwas erschöpft aus, deswegen habe ich dir eine Flasche Wasser mitgebracht!", sagte er, doch zögerte ich einen Moment und blickte sie nur an. Daraufhin vernahm ich erneut das belustigte Lachen von Gavin. „Keine Angst, das ist nur Stinknormales Wasser. Oder denkst du, ich habe dir da drin etwas ins Wasser gemischt? ... Komm schon!", daraufhin blickte ich ihn an und nahm die Flasche Wasser entgegen. „Danke", bedankte ich mich, öffnete sie und trank in einem Zug, die halbe Flasche leer.

Gavin beobachtete mich dabei und fing an zu schmunzeln. „Bist du sicher, dass ich dich nicht lieber in ein Krankenhaus bringen soll? Du siehst wirklich ziemlich mitgenommen aus." Ich nahm die Flasche Wasser runter, schluckte den Rest, der noch in meinem Mund war, herunter und schüttelte den Kopf: „Nein! Nein auf keinen Fall. Ich brauche keinen Arzt, mir geht's gut. Ich hatte eben nur großen Durst, das ist alles. Und jetzt fahr los, ich will weiter, fahr mich einfach ans Ende der Stadt. Bitte." „Klar kein Problem, wenn ihr das wünscht Milady", fuhr er dann los in die Richtung, die zu meinem Onkel führte.

Wir sagten beide kein einziges Wort mehr, während Gavin weiterfuhr. Ich weiß nicht, ob Gavin keine Lust mehr hatte sich mit mir zu unterhalten, oder ob vielleicht eher ich, den Eindruck vermittelte, nicht mehr angesprochen werden zu wollen. Wie auch immer, ich hatte ohnehin keine Lust mehr, mit irgendwelchen privaten Fragen durchlöchert zu werden, die ich ihm sowieso niemals beantworten würde. „Gut da wären wir. Am Ende der Stadt!", hielt Gavin den Wagen an und blickte mich lächelnd an. Auch ich rang mir ein kleines Lächeln ab, ehe ich mich bei ihm bedankte und die Wagentür öffnete, um auszusteigen. „Gern geschehen, aber bist du sicher, dass du hier schon aussteigen willst, ich fahre dich auch, gern bis zur Tür!", bot er mir an, aber lehnte dankend ab: „Nein, schon okay ich laufe gern. Nochmal danke fürs mitnehmen, das war ... ne sehr interessante fahrt!", lächelte ich dann und Gavin schmunzelte.

„Ja das war es. Ich hoffe, nur du bist nicht auf der Flucht", sagte er plötzlich und mein Herz blieb für einen kurzen Moment stehen. Doch fiel mir schnell auf, dass er nur einen kleinen Scherz gemacht hatte. Sein Lächeln verriet dies deutlich. „Nein, ich bin nicht auf der Flucht, ich ... ich hatte nur Fernweh", log ich und schlug die Autotür zu. Da das Fenster einen Spaltbreit geöffnet war, blickte ich nochmal hindurch und verabschiedete mich. „Also dann, man sieht sich", „hoffentlich!", zwinkerte er mir zu und fuhr dann los. Denn Rest zu Hank ging ich zu Fuß weiter. Ich konnte mich noch genau erinnern, wo er wohnte. Ich erinnerte mich, an den immer frisch gemähten Rasen und die farbenfrohe Blumentracht um das Haus herum. Pflanzen die meine Tante immer so gerne angepflanzt hatte.

Hank hatte jeden Sonntag den Rasen gemäht und anschließend mit Cole Baseball oder Football gespielt. Auch ich hatte oft mitgespielt, wenn ich Hank, Cole und meine Tante besucht hatte – auch wenn, ich darin grottenschlecht gewesen war. Jedenfalls waren dies sehr schöne Erinnerungen, die mir langsam Tränen in die Augen trieben. Aber auch der Gedanke und das Wissen, dass diese Tage nun endgültig gezählt waren. Cole war tot und meine Tante hatte sich von meinem Onkel Hank scheiden lassen, ein Jahr nachdem ableben meines Cousins. Ich wusste nicht viel darüber, warum der Tod von Cole die beiden getrennt hatte, aber war der Verlust eines Kindes, nicht selten ein Grund, warum Eheleute sich voneinander scheiden ließen.

Meine Fußsohlen fingen wieder zu brennen an, doch konnte ich sehen, dass ich nicht mehr all zu lang laufen musste. Ich erkannte die Bäume und den Verlauf der Straße, auch die vereinzelt stehenden Häuser verrieten mir, dass ich bald bei meinem Onkel eintreffen würde. Jetzt war nur zu hoffen, dass Hank auch zu Hause war. Oder war er vermutlich wieder in irgendeiner Bar, wo er die halbe Nacht darin verbringen würde. Egal, dann wartete ich eben vor seinem Haus, bis er wieder nach Hause kam, selbst, wenn er erst im Morgengrauen wieder zurückzukehren würde.

Von weitem erblickte ich es dann. Es sah noch fast genauso aus wie in meiner Erinnerung. Nur leider gab der Garten bereits einen ziemlich verwahrlosten Eindruck. Es war nichts mehr von der frohen Farbenpracht der Blumen meiner Tante zu erkennen. Der Garten und der Rest um das Haus, wirkten ziemlich kahl, trist und farblos. Auch der Rasen war seit Ewigkeiten nicht mehr gemäht worden und glich schon fast einem Urwald. Was zeigte, dass mit dem Tod von Cole, auch das alte Ich meines Onkels mit ihm gestorben war.

Hatte Hank früher immer sehr auf Äußerlichkeiten geachtet. Aber nicht nur, was seinen Garten anging und auch nicht, weil er oberflächlich war, sondern weil ein Polizist immer ein gepflegtes Äußeres darbieten musste, damit die Opfer oder deren Angehörigen, einen guten Eindruck erlangten und ihnen ihr Vertrauen durch Seriosität und Hochachtung entgegenbrachten. Ich hoffte nur, dass wenigstens Hank sich nicht selbst auch so gehen und verwahrlosen ließ, wie seinen Garten.

Hin und wieder hatte ich zwar mit ihm telefoniert, aber besucht hatte ich ihn schon lange nicht mehr. In diesem Moment, wünschte ich mir, ich hätte meinem Onkel öfter einen Besuch abgestattet. Es deprimierte mich, dass dieser Besuch, nicht einfach nur ein Anstandsbesuch war. Nein ich war hier, um vor Joshua zu flüchten und wusste jetzt schon, dass meine Flucht, wahrscheinlich nicht von langer Dauer sein würde. Doch in diesen Augenblick überkam mich, wenn auch nur für einen klitzekleinen Moment, ein Gefühl von Sicherheit. Schließlich konnte Josch mich dann so schnell nun auch nicht wieder finden – jedoch sollte das Gefühl von Sicherheit nicht von all zu langer Dauer sein ...

Kurz zögerte ich, als ich vor Hanks Haus zum Stehen kam und wie in Trance gegen die Tür starrte. Fiel mir aber auf, dass sein Wagen nicht in der Einfahrt stand und trotzdem Licht im Haus brannte. Erinnerte ich mich wieder an seinen Arbeitskollegen, von dem Hank mir nur teilweise erzählt hatte und kam zu dem Schluss, dass Hank wohl unterwegs war und mir sein Kollege wohl die Tür aufmachen würde. Aber war mir das im Moment völlig egal und vielleicht war er ja trotzdem Zuhause und der Wagen stand nur in irgendeiner Werkstatt? Aber selbst wenn nicht, ich musste mich unbedingt ausruhen und hoffte, wenn dieser Kerl im Haus war, dass er mich trotzdem hineinlassen würde – trotz der abwesenheit von Hank. Also stieg ich die drei Stufen zur Haustür hinauf und drückte auf die Klingel.

Kurz presste ich meine Lippen aneinander, während ich wartete und hörte dann, ein mir nur zu gut bekanntes Bellen, dass von drinnen nach draußen zu hören war. „Sumo!", lächelte ich freudestrahlend und hörte unmittelbar darauf, schritte die sich der Tür näherten. Ich wusste nicht warum, aber mein Herz fing plötzlich an heftig gegen meine Brust zu schlagen. Dass ich so nervös sein würde, hätte ich nicht gedacht. Die Tür öffnete sich und es verschlug mir erstmal die Sprache. Diesen Kerl kannte ich doch von irgendwoher ... oder?

„Ja? Was kann ich für sie tun?", ertönte seine Stimme und das erste, was mir dabei auffiel, war eine LED Leuchte, an seiner rechten Schläfe, die gelb rotierte. »Oh nein, ein Android.« Das war jetzt nicht wahr. Das hatte mir gerade noch gefehlt. Zuerst starrte ich den Androiden vor mir an. Erkannte dann auch dessen Gesicht und war mir sicher, dass ich ihn schon mal in den Nachrichten gesehen hatte. Er hatte mit meinem Onkel Hank Abweichler Fälle untersucht, bevor es zur Demonstration gekommen war. Das war also der Arbeitskollege, den Hank vorübergehend bei sich wohnen ließ. Ich hasste Androiden, dennoch versuchte ich Höflich zu bleiben.

„Ähm ja Hi, ich ... ich bin (Y/N) Anderson, die Nichte von Hank. Ich hab gesehen, dass sein Auto nicht in der Einfahrt steht. Ist er vielleicht trotzdem Zuhause oder haben sie vielleicht eine Ahnung wann er wieder kommt? Ich muss dringend mit ihm sprechen", sagte ich höflich zu dem Androiden und bemerkte ich dabei, wie schnell meine Worte über meine Lippen gesprudelt waren, sodass ich zuerst einen fragenden Blick des Androiden erntete. Der Android legte seinen Kopf daraufhin kurz schief und meine Augenbrauen zogen sich fragend nach oben.

Hatte er meine Frage womöglich nicht verstanden? Redete ich vielleicht Chinesisch? ... Doch ergriff er dann das Wort und meinte: „Ich wusste nicht, dass Hank noch eine Nichte hat. Und nein er ist nicht zu Hause, aber sie können natürlich hereinkommen und drinnen auf ihn warten, wenn sie wollen. Kommen Sie rein!", bat er mich einzutreten, was ich auch tat und sofort freudig von Sumo begrüßt wurde, welcher mich fast zum Stürzen brachte, kurz bevor ich den ersten Schritt über die Schwelle nehmen konnte. „Hey, mein großer, schön dich wieder zusehen. Hast du mich vermisst ja? Hast du mich vermisst?", streichelte ich seinen wuchtigen Körperbau und dass schon etwas raue Fell des Bernhardiners und erntete einen schlabbernden Kuss auf meine Wange.

„Nicht Sumo, das ist nass!", lachte ich und gab ihm einen Kuss auf den Kopf. Dann erhob ich mich wieder und mein Blick traf direkt den des Androiden. Irgendwie fühlte ich mich dabei ziemlich unwohl. War ich nämlich nicht gerade ein großer Freund von Androiden. Dieser Android kam mir noch dazu ziemlich merkwürdig vor. Ich kannte ihn nicht, aber war ich mir sicher, dass er anders war, als all die anderen Humanoiden Maschinen, mit denen ich schon mal in Kontakt getreten war. Jedoch ließ ich mir mein Innenleben nicht anmerken und blickte mich erst mal im Raum um. Auch drinnen sah es anders aus, als ich es in Erinnerung hatte. Es war zwar aufgeräumt und wirkte ziemlich sauber, aber lag ein merkwürdiger Hauch von Alkohol in der Luft.

Mein Onkel trank also immer noch. Was meine Vermutung bestätigte, dass er wohl wieder in irgendeiner Bar saß und sich selbst bemitleidete, in dem er einen Shot nach dem anderen weg kippte. Auch die Wände wirkten irgendwie trister als das letzte Mal, wo ich hier war. Viele Bilder mit Hank, Cole und meiner Tante darauf, welche früher die Wand geschmückt hatten und dem Raum etwas Heimisches und friedvolles verliehen hatten, waren entfernt und nun mit dunklen unförmigen Flecken übersät worden. Ich nahm einfach mal an, dass diese Flecken Alkoholflecken waren, die vermutlich daher rührten, dass Hank vor Wut, volle Gläser und Flaschen dagegen geworfen haben musste – jedenfalls vermutete ich dies.

Die Blicke des Androiden folgten mir, während ich mich umsah und es vermisste, die fröhlich beseelte Stimme von Cole zu hören, welche diese vier Wände immer mit so viel Freude und Enthusiasmus erfüllt hatte. Eine kleine Träne sammelte sich in meinem Augenwinkel an, die ich aber sofort wieder wegwischte, bevor sie sich lösen und meiner Wange hinunterlaufen konnte. Den fing ich garantiert nicht damit an herum zu heulen, wenn sich ein Android mit mir im Zimmer befand. Ich wandte mich ihm wieder zu und blickte erneut direkt in dessen braunen Augen – unterdrückte ich dabei den Drang mit den Augen zu rollen und versuchte es mit ein bisschen Smalltalk.

„Hier hat sich ja einiges verändert was? Es ist so ... so ... ruhig!", merkte ich an und legte ein gezwungenermaßen freundliches lächeln auf meine Lippen. Der Android blickte sich daraufhin im Zimmer um: „Ja, im Moment! ... Jedoch kann sich das ganz schnell wieder ändern, wenn der Lt. zurück ist", antwortete er und meine Augenbrauen hoben sich nach oben – er hatte wohl nicht die geringste Ahnung, was ich eigentlich damit gemeint hatte ... „Sind Sie der Kollege, der vorübergehend bei Hank wohnt? Er hat mir am Telefon gar nicht gesagt, dass Sie ein Android sind", erwiderte ich stattdessen, war es mir irgendwie zu blöd, einem Androiden den Wink mit dem Zaunpfahl, zu erklären.

„Ja der bin und hat Hank mir auch noch nie etwas von ihnen erzählt", antwortete er daraufhin, woraufhin ich schmunzelnd meinen Kopf schüttelte. „Das ist ja wohl nicht dasselbe. Ich bin seine Nichte und Sie nur ein ... ein Android. Deswegen wundert es mich, warum er mir ausgerechnet diese Neuigkeit nicht auch gleich mitgeteilt hat und wäre es besser gewesen, wenn ich vorher davon gewusst hätte." Der Android blickte mich nach meinen Worten wieder fragend an. „Ach ja und weshalb wenn ich fragen darf?", wollte er auf meine Aussage hin von mir wissen, aber sah ich es nicht als meine Pflicht, ihm meine Worte zu erklären, also wechselte ich das Thema: „Wie heißen Sie eigentlich?", stemmte ich meine Hände in die Hüften und blickte ihn auffordernd mir zu antworten an. „Mein Name ist Connor. Ich bin  ein RK800 Modelle. Ein Prototyp, der" ...

„Der Fortschrittlichste den CyberLife je gebaut hat, ja ... ich erinnere mich an den Bericht", führte ich seinen Satz fort und nickte mit dem Kopf. „Sie sind auch der mit der Androiden Armee richtig? Sie haben die Androiden im CyberLife Tower geweckt und hast sie zur Demonstration geführt." Connor nickte daraufhin und mir band es erneut einen riesengroßen Knoten in meinem Magen zusammen. Wieder stellte ich mir die Frage, warum ich überhaupt hierhergekommen war. Aber schien mein Schicksal wohl nicht schon oft genug auf mir herumgetrampelt zu haben, jetzt musste ich mich auch noch mit einem Androiden herumschlagen.
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