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Where Love Falls - Connor x Fem.Reader - Onshot/Kurzgeschichten Sammlung

KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Amanda / KI / Interface Gavin Reed Hank Anderson RK800-51-59 Connor RK900
31.07.2018
29.04.2020
23
160.787
24
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
25.07.2019 7.474
 
Hallo, meine lieben Deviant-Connor Fans. <3

Herzlich willkommen zurück zu Return To The Wrong Deviant. ;-)

Hier ist jetzt endlich das neue Kapitel. Auch ist es diesmal wieder länger als die letzten, da es sonst, doch noch zu viele Kapitel werden würden. xD Aber dafür wird es auch sehr Emotional werden. ;-) Jedenfalls hoffe ich wie immer, dass euch dieses Kapitel gefällt und wünsche euch wie immer viel Spaß beim Lesen und mitfühlen.

Ganz liebe grüße eure Connor-4-Ever ;-D


~*~*~


Zuerst blickte ich die Person starr vor mir an, die mir in letzter Sekunde das Leben gerettet hatte und nun mit einfühlsamem Blick zu mir herübersah. „(Y/N)!“, ertönte seine Stimme schwach und kam langsam auf mich zu. Doch hielt er inne, als er sah, dass ich erschrocken einen Schritt von ihm zurückwich, kam mir dies alles im ersten Moment alles noch so unwirklich vor.
Gerade eben, hatte der böse Connor noch vor mir gestanden und wollte mich töten, hatte in seine von Hass-zerfressenen und siegessicheren Augen gesehen, welche mich sicher noch ewig, bis in meine Albträume verfolgen würden und nun blickten mich, liebevolle Augen an, die mein Herz wieder um einiges höher schlagen ließen. Mir das Gefühl gaben, mich wieder in Sicherheit wiegen zu können.
Dennoch brauchte ich einen kurzen Moment, ehe meine Starre sich löste und ich meine Stimme wiederfand. „Co ... Connor?“ ... kam es nun ebenfalls schwach über meine Lippen und ich zögerte nochmal einen kurzen Augenblick, ehe auch ich mich in Bewegung setze und ebenfalls mit vorsichtigen Schritten, dem Androiden langsam näherkam. Jedoch konnte ich immer noch nicht so wirklich glauben, dass dies wirklich mein Connor war, der vor mir stand und nicht mehr dieses Monster.
War ich eigentlich in dem Glauben gewesen, er würde immer noch an diesem grausamen Ort ausharren, welchen mir der böse Connor gezeigt hatte und darauf wartete, dass ich ihn rettete. Aber hier stand er nun, den Blick auf mich gerichtet und ließ die Waffe in seiner Hand zu Boden fallen. Ich schluckte kaum hörbar, ging dann wieder einen Schritt auf den Androiden zu, in dessen Seelenspiegeln, ein Hauch von Hoffnung aufblitzte.
„Connor? Du bist ...“, hielt ich inne, während ich aber immer weiter auf ihn zuging, bis ich letztendlich so nahe vor ihm stand, dass ich nur nach ihm hätte greifen müssen. Jedoch zögerte ich noch – zu laut war die Stimme in meinem Kopf, die mir sagte, dass dies vielleicht doch nur wieder einer meiner Wunschträume war ...
Der RK800 jedoch lächelte zaghaft auf mich herab. Mein Blick fiel kurz auf seine Schläfe, wo ein wenig seiner synthetischen Haut deaktiviert worden war, genau an derselben Stelle wo ich den bösen Connor mit dem Baseballschläger geschlagen hatte. Dieser lag auf dem Boden neben uns, doch beachtete ich seinen nun leblosen Körper nicht mehr, konnte ich meinen Blick einfach nicht von dem echten Connor abwenden – da mich irgendwie die Sorge befiel, er konnte sich wieder in Luft auflösen, wenn ich meinen Blick von ihm abwandte.
Also hob ich langsam und vorsichtig meinen Arm und streckte meine Hand nach ihm aus, legte sie dann vorsichtig auf seine Wange, die sich so warm anfühlte – so ganz anders, als bei dem bösen Connor. Ich sah ihm tief in die Augen und sah dabei die Schuld, die sich darin spiegelte, welche er sich selbst für alles zu geben schien.
„(Y/N) es tut mir so leid“, fing er plötzlich an und wusste ich es sofort, er war es, er war es wirklich. Konnte ich dies nun mehr als deutlich in seinen braunen wunderschönen Augen und seiner tiefen einfühlsamen Stimme erkennen. Eine Träne rann meiner Wange hinab und ich schloss für einen kurzen Moment meine Augen, zu erleichtert war ich das mein geliebter Connor wieder bei mir war.
Öffnete sie dann wieder und sah ihm tief in die Seinen. Presste meine Lippen kurz aneinander, als ich meine Hand erneut auf seine Wange legte. Seine Wärme, löste unter meiner Handfläche aus, dass ich ein tiefes erleichtertes Kribbeln in meinem Bauch spürte, was mir eindeutig bewies, dass dieser Moment wirklich real war. Verspürte ich sofort den Drang, ihn endlich wieder in meine Arme zu schließen.
„Connor. Du bist zurück, du lebst, ich hatte solch eine Angst“ ... doch unterbrach mich der echte Connor, sein Blick strahlte so viel an Liebenswürdigkeit aus, dass ich mich sofort wieder in ihnen verlor. „Ja ... Ja (Y/N), ich bin zurück, du musst keine Angst mehr haben!“, seine Hand auf meiner Wange fühlte sich ebenfalls warm an und ließ die Kälte in meinem Inneren, die ich durch den falschen Connor erlitten hatte, langsam wieder veschwinden. Besah mir aber, um nochmal sicherzugehen, sein sündhaft schönes Gesicht und konnte dem Drang nicht länger widerstehen, ihn endlich wieder fest in meine Arme zu nehmen, an mich zu drücken und seinen unbeschreiblich männlichen Duft in mich einzuverleiben, während ich ihn festhielt.

Eine weitere Träne rann über meine Wange, ehe ich dem echten Connor überglücklich um den Hals fiel und ihn nun endlich so fest, wie ich nur konnte, an mich zu drücken. Auch um mir selbst zu beweisen, dass er es wirklich war und kein Traum, der versuchte mich in die Irre zu führen. Spürte ich, wie sich seine Arme ebenfalls um mich legten und mich fest an seinen starken Körper drückten. Auch schaffte ich es nicht mehr, meine Freude ihn wieder in meinen Armen halten zu können, zu verbergen und fing an zu weinen und leise zu schluchzen – drückte dabei meine Wange gegen seine Brust, während er seinen Kopf auf meinen legte und ich regelrecht spüren konnte, wie sein künstliches Herz wild in seine Brust hämmerte.
Meine Hände vergruben sich in dem weißen dünnen Stoff seiner Kleidung und hielten sein Hemd beherzt fest, welches etwas seiner weichen starken Brust preisgab, da es nur noch bis zur Hälfte zugeknöpft war – waren die oberen Knöpfe, wahrscheinlich durch einen Kampf mit dem bösen Connor, abgerissen worden. Während ich mich fest an ihn schmiegte, fiel plötzlich alles von mir ab. Alles, was der falsche RK800 mir, Hank und Connor angetan hatte, geriet in diesem Moment völlig in Vergessenheit und genoss es einfach nur, endlich wieder in den Armen meines geliebten RK800 zu sein.
Ihn zu spüren und endlich die Gewissheit zu haben, dass er noch am Leben und zu mir zurückgekommen war. Auch konnte ich endlich meinen Gefühlen und Tränen freien Lauf lassen und mich in seinen Armen wieder in Sicherheit wiegen. „Oh (Y/N). Es tut mir so leid, ich konnte dich nicht beschützen. Ich konnte mein Versprechen nicht halten. Ich habe dich im Stich gelassen und zugelassen, dass er dir so etwas abscheuliches antut, kannst du mir das jemals verzeihen?“, fragte er mich dann, hörte ich den Vorwurf in seiner Stimme deutlich, den er sich selbst gab, was mich aus seiner Umarmung lösen und liebevoll zu ihm auf lächeln ließ.
Dann schüttelte ich meinen Kopf und legte erneut meine Hand auf seine Wange. Sah ihm dabei tief in die Augen, die so voller Schuldgefühle zerfressen waren. Doch gab ich ihm keineswegs die Schuld an dem, was geschehen war. Er war doch selbst ein Opfer seines Ebenbildes gewesen. Zärtlich strich ich ihm eine Haarsträhne nach hinten, es tat so gut ihn wieder berühren zu können, so wusste ich, dass ich nicht träumte und die Zeit der Qual und der Folter endlich ein Ende gefunden hatte.
„Psst, schon gut mein Schatz. Es gibt nichts zu verzeihen. Ich ... ich bin einfach nur überaus glücklich, dich wieder bei mir zu haben. Ich hatte solche Angst um dich!“, gestand ich ihm, wieder den Tränen nahe und lehnte meine Stirn gegen die Seine. Wir schlossen beide unsere Augen und meine Atmung beschleunigte sich. Strich ihm mit der Hand liebevoll über seine Wange und Connor gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Ich liebe dich Kleines!“, sagte er und ein glückliches Lächeln schlich sich auf meine Lippen. „Ich liebe dich auch Connor! Ich liebe dich so sehr!“, erwiderte ich, blickte ihm dann wieder tief in seine braunen lieblichen Seelenspiegel und schüttelte sachte meinen Kopf. Er musste sich wirklich für nichts was geschehen war Schuldig fühlen. „Und glaub mir, für nichts was dieser Mistkerl uns angetan hat, gebe ich dir die Schuld. Er war einfach zu stark und viel zu gerissen!“, jedoch war der falsche Connor endlich Geschichte und ich wollte nicht mehr groß über seine grausamen Taten nachdenken. Wir waren wieder miteinander vereint und nur das zählte im Augenblick. „Aber spielt das nun keine Rolle mehr, dass Einzige was jetzt zählt ist, dass es vorbei ist und wir uns endlich wiederhaben! Ich wüsste nicht, was geschehen wäre, wärst du nicht gekommen.“

Auch der echte Connor lächelte mir daraufhin zu, löste unsere Verbindung für einen kurzen Moment und legte mir dann seine Hand ebenfalls auf meine Wange. Schloss ich durch seine angenehme und liebevolle Berührung meine Augen, legte dann meine Hand auf die seine und genoss diesen unbeschreiblich schönen Moment, seine fürsorgliche Hand auf meiner geschundenen Haut zu spüren ...
Das Wissen ihn endlich wieder in meinen Armen halten zu können und in meiner Nähe zu haben, ließ mir einen riesigen Stein von meinem Herzen fallen und wusste ich, so schnell würde ich ihn nicht wieder loslassen. Erneut umarmte ich ihn, drückte ihn immer fester an mich. Spürte dabei, wie seine Hände zitterten und mich ebenfalls festhielten und nicht mehr loslassen wollten.
Eine gefühlte Ewigkeit blieben wir in dieser Position, doch fragte ich mich, wie er es wohl geschafft hatte, sich zu befreien? Erinnerte ich mich an vorhin, als er mit dem bösen Connor Kontakt aufgenommen hatte, um ihn ablenken zu können und fragte mich, wieso er dies nicht von Anfang an schon getan hatte? Wieso er nicht gleich Verbindung zu ihm aufgenommen hatte? Ich hob langsam meinen Kopf und sah zu ihm auf. Fragend blickte ich ihn an.
„Connor? Darf ich dich was fragen?“, flüsterte ich woraufhin er mit einem leisem „Mhh?“, antwortete und ich sah ein liebevolles Lächeln, das seine Lippen zierte. „Wie hast du das gemacht? Ich meine, wie konntest du entkommen und wieso hast du nicht früher Kontakt zu ihm aufgenommen, um ihn davon abzubringen mich ...“, unterbrach ich mich jedoch selbst und hoffte dabei nicht vorwurfsvoll zu klingen. Connor löste sich daraufhin von mir, auch er schien sich nicht ganz sicher zu sein, wie er dies wohl geschafft hatte.

„Ich weiß es nicht genau. Er muss es irgendwie geschafft haben, meine Verbindung zu ihm zu blockieren, sodass ich keine Möglichkeit mehr gehabt habe, mit ihm oder auch mit anderen Androiden in Kontakt zu treten. Aber war da auch etwas anderes!“, gestand er und wirkte irgendwie nachdenklich. „Als, als ich da so saß, gefesselt und keine Möglichkeit hatte Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen, da überfiel mich etwas, so ein merkwürdiges Gefühl, welches ich so noch nie zuvor gespürt habe. Ich musste alles tatenlos mitansehen und als ich dann sah, wie er mit dir diese Dinge tun wollte, da befiel mich etwas ...
Eine Art Wut, eine Kraft die mich ... irgendwie angetrieben hat eine Möglichkeit zu finden wieder mit ihm in Verbindung zu treten. Es war, als würde etwas durchbrochen werden. So wie die Programmierung damals, bevor ich zum Abweichler wurde“, erklärte er mir und ein kleines Lächeln legte sich auf meine Lippen, hatte ich da vielleicht schon so eine kleine Vermutung, die ich aber vorerst noch für mich behielt.
Ließ ihn weiter erzählen und erzählte er mir, welche Emotionen ihn dabei befallen hatten, als er mit ansehen musste wie der böse RK800 mich gequält hatte. Wie ihn plötzlich eine Art Energie befiel, die ihn dazu angetrieben hatte sich selbst zu befreien. Wenn ich daran dachte, wie der falsche Connor die Handschellen, vor Wut zerstört hatte, konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass in diesem Moment, dieselbe Kraft auch über meinem Connor hereingebrochen war, die ihm so eine Stärke verliehen hatte, dass er seine Fesseln selbst sprengen konnte.
Er selbst, schien sich dieser Sache aber wohl eher nicht so bewusst zu sein. Doch mein Lächeln wurde breiter – wusste ich nun hundertprozentig, was es für eine Energie gewesen war, die ihm geholfen hatte sich zu befreien. Die Antwort war ganz einfach und wurde ich noch hellhöriger, als er plötzlich etwas sagte, was meine Gedanken diesbezüglich sogar bestätigten. Es war zur selben Zeit, als der böse Connor sich vom Bett losgerissen hatte, in diesem Moment hatte auch Connor es endlich geschafft, seine Fesseln zu lösen und sich somit zu befreien.
Als die Verbindung zwischen den beiden, aus welchem Grund auch immer, wieder bestanden hatte, erzählte er mir, dass er dem bösen RK800 einige Erinnerungen von uns beiden geschickt hatte, welche er in einem zusätzlichen und privaten Datei Ordner abgespeichert hatte, zu dieser kein anderer Android zugreifen konnte. Wusste Connor zwar, dass er ihn so nicht aufhalten konnte, aber konnte er so, seine verschlüsselten Erinnerungen mit uns beiden, an den falschen Connor auf dessen System hochladen und somit dafür sorgen ihn wenigstens für einige Augenblicke abzulenken, um ihn aus der Fassung zu bringen, was letztendlich dann auch zu seinem Versagen geführt hatte.
Diese Erinnerungen, bezogen sich auf die Liebe und Zuneigung, die wir gegenseitig füreinander empfanden sowie die schönen, friedlichen aber auch düsteren Momente, die wir miteinander erlebt und geteilt hatten und glaubte ich, dass es diese, unsere unermüdliche Liebe gewesen war, die ihn dazu gebracht hatte, einen Weg zu mir zurückzufinden, um Hank und mich aus dessen Gewalt zu befreien. Liebevoll lächelte ich ihm zu, mein Herz hüpfte fröhlich auf und ab, als ich ihm wieder so nahe war, dass unsere Nasenspitzen sich fast berührten.
„Ich weiß, welche Energie es war, die es geschafft hat, dass du dich selbst befreien konntest Connor!“, sagte ich sanft und der Android blickte fragend auf mich herab. „Ach ja? Und welche?“, fragte er worauf ich ihm, einen sanften Kuss auf seine wohlgeformten Lippen gab, ehe ich meine Hand zu der kahlen Stelle seiner Schläfe wandern ließ und zärtlich mit den Fingerspitzen darüberfuhr. Dabei blickte ich ihm erneut tief in die Augen und sah das Funkeln darin, welches immer nur für mich bestimmt gewesen war.
„Liebe Connor. Unsere Liebe! Weißt du es denn nicht, weißt du nicht, dass Liebe alles überwinden kann, selbst die stärksten Ketten und robustesten Mauern ... dass sie jedes Hindernis um schippen kann? Es war deine Liebe, die Angst um mich und die Fürsorge, die du mir gegenüber verspürst, die dafür gesorgt hat, dass du eine Energie freigesetzt hast, die dich zu mir zurückgeführt hat. Dich hat härter kämpfen lassen, als jemals zuvor.“
Mein Blick fiel hinter mir, runter auf den Boden, wo der leblose Körper des falschen Connors lag. Kurz schloss ich meine Augen und musste leise schlucken. Ich konnte noch immer nicht so ganz begreifen, dass nun wirklich alles vorbei sein sollte. Doch das war es. Ich weiß nicht mehr genau was es war und könnt ihr mich auch für verrückt halten, aber irgendwie empfand ich Mitleid mit dem falschen Connor.
Auch er hatte eine gewisse Leidenschaft in sich getragen, Emotionen und Gefühle verspürt, die ihn haben für etwas kämpfen lassen, was er begehrte. Hatte er seine eigene Vorstellung von Gerechtigkeit, nur dass er sie gegen das Gute und für das Böse eingesetzt hatte. Überlegte ich mir, ob er vielleicht hätte anders werden können, als eine Maschine, die sich sozusagen dem Teufel verschrieben hatte? Ob auch er sich hätte verlieben können, um dafür zu kämpfen, mit der Person die er liebte, glücklich zu werden? Doch das Schicksal hatte da aber wohl eine andere Vorstellung gehabt ...
Doch nun war der Albtraum endlich zu Ende und somit auch die Qual, die uns alle befallen hatte. Ich sah wieder hoch in Connors braune wunderschönen Augen, sah er sicher wie sich meine Traurigkeit, über die Grausamkeit des bösen Connors, in meinen Augen widerspiegelte. Den so ähnlich wie mit der Liebe verhält es sich meist auch mit Wut.
„Aber auch Wut, setzt gewisse Kräfte frei. Nur diese können einen innerlich zerfressen und dazu antreiben, schreckliche Dinge zu tun. Dinge, die einem zu etwas werden lassen, das verhindert zu erkennen, dass man sich nur selbst damit zerstört. Aber genau das ist Menschlichkeit Connor und dies zeigt mir, dass auch Androiden fähig sind zu entscheiden, ob sie retten ... oder andere zerstören und das durch ihre eigenständigen Entscheidungen. Durch schlechte oder auch gute Emotionen, die sie zu bestimmten Handlungen antreiben.
Nur ihr selbst habt die Wahl, genauso wie wir Menschen sie haben und der böse Connor hat sich dem Bösen verschrieben. Aber du ... du hast dich für das Gute entschieden, dafür Hank und mich zu retten und dafür liebe ich dich über alles und Niemand wird jemals etwas daran ändern!“, daraufhin lächelte der RK800 und nickte mir zu, drückte mir erneut einen Kuss auf die Stirn, ehe er mich wieder in eine zärtliche Umarmung verwickelte und mich fest an seinen starken Körper schmiegte.
„Ich liebe dich (Y/N) Anderson, ich liebe dich so sehr, nur für dich und Hank bin ich stark genug, um auch die Ketten des falschen Connors zu sprengen!“, streichelte er mir über den Kopf und ich lächelte dabei genüsslich in seine Berührung hinein. Jedoch sollte gleich jemand anderes, unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken.

„Was zum Teufel ... verflucht!“, ertönte plötzlich die Stimme meines Onkels, der nun endlich wieder zu Bewusstsein gekommen war und ungläubig zu uns herüberblickte. „Was ... was machst du da (Y/N)? Bist du jetzt etwa vollkommen durchgedreht? Da bin ich zweimal nicht bei Bewusstsein und du liegst plötzlich in den Armen dieses Monsters!“, rief er schon fast aufgebracht und zeigte dann mit dem Finger auf den echten Connor.
„Na los du mieser Haufen Scheiße, lass bloß die Finger von ihr!“, wusste er ja nicht, dass dies bereits der echte Connor war. Der Blick des RK800 traf den meinen und schenkten uns gegenseitig einen belustigten Blick. „Was grinst ihr so blöd? (Y/N), jetzt hast du wohl wirklich vollkommen den Verstand verloren, na los weg von“ ... „Hank! HANK! Das ist nicht der böse Connor, beruhige dich!“, versuchte ich ihm zu erklären, worauf er wieder still wurde und uns fragend besah. „Was meinst du damit, das ist nicht?“ ... fiel sein Blick jedoch plötzlich zum bösen Connor, der neben uns auf dem Boden lag und schien langsam zu begreifen, was während seiner geistigen Abwesenheit geschehen war.
Richtete seinen Blick schockiert auf den echten und dann noch einmal auf den toten RK800, ehe er aufstand und schnellen Schrittes auf uns beide zu marschierte, mit der Hand auf seine Schulter gepresst, doch schien ihm dies nicht weiter zu stören. Auch Hank war ziemlich zäh, wenn man bedachte, dass er vor einigen Minuten erst angeschossen worden war und das der böse Connor ihm seine Finger in die Wunde gebohrt hatte. Blieb er aber dann plötzlich abrupt vor uns stehen und sah den echten Connor ein letztes Mal skeptisch an und verschränkte dabei seine Arme vor seiner Brust.
„Wann habt ihr beiden euch kennengelernt? Wann habt ihr angefangen eine heimliche Affäre miteinander zu führen und wann habt ihr beiden euch gestanden, dass ihr euch ineinander verliebt habt? Was habe ich zu dir gesagt, nachdem ich dich bewusstlos gefunden und wieder Aktiviert habe und wir dann zu (Y/N) gefahren sind um sie zu retten?“, wollte er wissen, waren diese Informationen aber sicherlich auch dem bösen RK800 nicht unbekannt gewesen. Aber um Hank zu beruhigen, antwortete Connor seinem Partner lieber. „Am dritten Tag unserer Zusammenarbeit, nachdem (Y/N) von Cleveland nach Detroit zurückversetzt worden war, das war am 09.03.2040. Am 27.06.2040 haben wir eine heimliche Affäre angefangen und am 15.10.2040, haben wir uns gegenseitig gestanden, dass wir einander Lieben. Das war genau der Tag, an dem (Y/N) den falschen Connor angeschossen und in die flucht geschlagen hatte und wir sie dann einige Stunden später gefunden haben. Und deine genauen Worte, nachdem du mich gefunden und wieder aktiviert hattest und wir auf den Weg hierher waren lauteten ›“Gottverdammt ich schwöre dir, wenn ihr wegen deiner Dummheit irgendetwas geschieht, dann werde ich mal wieder eine Runde Russisch Roulette spielen und zwar mit dir du verblödeter Schrotthaufen!“,‹ beendete Connor das kleine, Frage und Antwortespiel von Hank und erntete zunächst nur einen entgeisterten Blick meines Onkels. Hank stand da und starrte den RK800 an, sein Blick verfinsterte sich plötzlich. Ich befürchtete schon, dass Hank uns trotzdem nicht abkaufen würde, das vor ihm der echte Connor stand, doch ehe Connor und ich wussten was geschah, packte Hank den Androiden und zog ihn in eine innige und väterliche Umarmung. Mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen und schenkte meinen beiden Jungs ein liebevolles Lächeln. Kurz schloss ich meine Augen, lächelte dabei und genoss diesen herzlichen Moment. Ich war einfach nur überaus glücklich, dass dieser Albtraum endlich ein Ende gefunden hatte. Lächelnd und mit gesenktem Blick, atmete ich einmal erleichtert ein und wieder aus, doch zuckte ich plötzlich erschrocken zusammen ehe ich realisierte, dass Hank nach mir gegriffen hatte, um mich zu sich und Connor heranzuziehen, damit er uns beide in eine wieder zusammenführende Umarmung verwickeln konnte. Da standen wir drei also nun, eng aneinander stehend und wieder miteinander vereint. Jedoch sollte dieser Frieden noch ein letztes Mal unterbrochen werden.

Connor hatte, als er gekommen war, die Sperre der Haustür lahmgelegt, die der falsche Connor aktiviert und blockiert hatte, so konnte man wieder ein und ausgehen. Plötzlich, kamen mindestens fünf Androiden hereinspaziert, die sofort nach dem bösen RK800 Ausschau hielten. Einen der Androiden, erkannte ich sofort, als die Androiden Frau North, die Freundin des Anführers von Jericho.
„Hier drüben, auf dem Boden, das ist er!“, vernahmen wir dann aber die tiefe eindringliche Stimme, des sechsten Androiden, welche so viel an Autorität, aber ebenso auch eine bestimmte Liebenswürdigkeit ausstrahlte, dass es unverkennbar war, wem diese außergewöhnliche, beruhigende Stimme gehörte. Es war die Stimme von Markus, der Anführer Jerichos und der Schutzpatron aller abweichenden Androiden.
„Markus, du bist gekommen!“, löste sich Connor aus unserer Umarmung und ging auf den Anführer Jerichos zu, dieser ihm seine Hand auf seine Schulter legte und ihm ein freundschaftliches und respektvolles Lächeln schenkte. Connor schien nachdem er die Blockierung des falschen Connors durchbrochen hatte, auch Markus kontaktiert zu haben, damit dieser ebenfalls zur Hilfe eilte, um den bösen Connor zu stoppen. Die nächsten Worte von Markus, bestätigten dies auch sogleich: „Natürlich bin ich gekommen, du hast uns gerufen, also sind wir gekommen. Nur leider etwas zu spät, wie es aussieht“, sagte er mit Untröstlichkeit in seiner tiefen einprägsamen Stimme, dass es einem schon fast warm ums Herz wurde.
„Etwas zu spät? ETWAS ZU SPÄT?“, mischte sich Hank mit ein, der wieder Mal mehr als verärgert klang und ebenfalls auf den Anführer zumarschierte. Dabei drückte er sich immer noch seine Hand auf seine Schusswunde, oberhalb der Schulter. „Ich würde eher sagen, um einiges zu spät. Habt ihr eigentlich eine Vorstellung, was dieses Ding alles getan hat? Seht sie euch an, sie hat überall Blutergüsse an ihrem Körper und verdammte Striemen an ihrem Hals. Und seht euch Connor an, ihm fehlt etwas von seiner verdammten Haut und ich habe einen beschissenen Streifschuss abbekommen und war mindestens zweimal bewusstlos, wegen diesem Bastard! Wäre das nicht alles schon schlimm genug, wollte er sie ...“, doch unterbrach ich meinen Onkel schnell, sollte er die grausamen Taten des falschen Connors nicht auch noch aussprechen. Spürte ich, wie sich die Schamesröte auf meinen Wangen bemerkbar machte:
„Onkel Hank nicht! Bitte sag es nicht, beruhige dich. Sie können nichts dafür, er hat Connor daran gehindert, früher Kontakt zu ihm, Markus oder den anderen aufzunehmen, dadurch konnten sie nicht früher hier sein, es ist nicht ihre Schuld!“, erklärte ich ihm, mit meiner Hand auf seiner Schulter, woraufhin sich sein wütender Blick wieder neutralisierte.
Mitleidig sah er mich an, sah ich wieder diese väterliche Fürsorge in seinen Augen, die mir fast wieder Tränen in die Augen trieb. Sah dann jedoch entschuldigend zu Markus, welcher alles andere als wütend über Hanks Ausbruch war. Im Gegenteil, er schien seine Wut sogar irgendwie nachempfinden zu können. „Ist schon gut Detektiv Anderson!“, sah er mich Verständnisvoll an und wandte sich dann meinem Onkel zu. „Lieutenant, ich kann verstehen, dass sie deswegen aufgebracht sind, aber glauben sie mir, ich bin untröstlich, dass Einer von uns zu solch schrecklichen Taten fähig war. Wenn ich könnte, würde ich alles tun, um ihren Schmerz auf mich zu nehmen!", dabei sah er mich an, so als würde er sich selbst, dafür verantwortlich machen, was mir angetan worden war.
Aber niemand hatte Schuld daran, niemand außer der böse Connor. Es war seine Entscheidung gewesen, all diese abscheulichen Gräueltaten zu begehen. Er allein hatte Schuld an der ganzen Misere hier und auch hatte er dafür seine Strafe erhalten. Nun musste nur noch entschieden werden, was mit dem Toten Connor geschehen sollte ...
„Auch würde ich alles was geschehen ist, wieder rückgängig machen, wenn ich könnte. Nur können auch Androiden die Zeit leider nicht zurückdrehen. Aber ich versichere Ihnen, dass ich alles Erdenkliche tun werde, dass so etwas nie wieder geschieht, dass kein Android, jemals wieder zu solch einer grausamen Tat, fähig ist!“, fuhr er fort und wandte sich dann wieder dem RK800 zu.

„Es tut mir schrecklich leid Connor, dass es ausgerechnet ein anderer RK800 war, der euch so viel Leid und Schmerz zugefügt hat. Deshalb entscheidest du, was mit ihm geschieht. Du kennst die Regeln, aber wenn du eine andere Vorstellung hast dann“ ...
Connor nickte und wandte sich daraufhin ebenfalls dem leblosen Körper seines Doppelgängers zu. Blieb bei ihm stehen und blickte zunächst nur Emotionslos auf ihn herab.
Auch ich stellte mich neben Connor und legte meinen Arm um seine Taille, meinen Kopf an seine Schulter gelegt und besah mir ebenfalls den toten Connor. Überall klebte Thirium an ihm und auch mein Fußboden wies blaue Blutspuren auf. Dieser Anblick versetzte mir ein unangenehmes stechen in meiner Brust – konnte ich diesen Anblick nicht länger ertragen und schloss meine Augen. Lauschte nur den Worten meines geliebten Connors und genoss es, dass er mich dabei an sich drückte, es tat so gut seine beruhigende Stimme zu hören, auch wenn es schwerlich zu überhören war, wie angewidert er über den bösen Connor war.
„Wir halten uns an die Regeln und schlachten ihn aus. Es gibt genug Androiden, die einige seiner Ersatzteile gut gebrauchen könnten. Jedoch möchte ich, dass all seine Erinnerungen von seinem System unwiderruflich gelöscht werden, nichts von seinem kranken Verstand darf jemals in fremde Hände geraten, erst recht nicht in die von CyberLife. Wir dürfen das Risiko nicht eingehen, dass sie ein Backup seines Systems durchführen und es auf einen anderen RK800 oder sogar auf mich übertragen. Nur so, können wir vielleicht verhindern, dass sich solch eine Tat wiederholt. Noch dazu ist er ein Mörder und ein Psychopath, er hat nicht nur ein Leben auf dem Gewissen. Jede Erinnerung von oder an ihn, muss ausgelöscht werden!“
Mein Blick fiel daraufhin zu Markus, dieser wohl mit der Idee einverstanden war und die männlichen Androiden, mit einer einzigen Handbewegung dazu aufforderte, den leblosen Androiden Körper aufzuheben und von hier fortzuschaffen. „Ist gut, das ist eine ausgezeichnete Idee. Wir werden dafür sorgen, dass all seine Erinnerungen gelöscht werden, damit niemand mehr Zugriff auf seine Speicherdaten nehmen kann!“, bestätigte der RK200 und Connor schenkte ihm ein dankbares Lächeln.
„Wie gesagt, Connor, ich bin untröstlich, ich wünsche euch viel Glück und das ihr euren Frieden in dieser Sache findet. Ich werde dich informieren, wenn alles erledigt ist“, dankbar nickte Connor dem RK200 zu und unterhielt sich aber dann noch kurz mit ihm. Ich hingegen beobachtete, wie sie den toten RK800 hinausschafften. Doch fiel mir plötzlich wieder etwas ein. „Wartet bitte!“, sagte ich und die Androiden blickten mich fragend an. „Da ist noch etwas“, ging ich dann auf die Androiden zu und stellte mich vor den bösen Connor auf, den sie in ihren Händen hielten. Ich zögerte kurz, doch griff ich dann in seine Hosentasche und holte etwas rundes Glänzendes heraus.
„Meine Münze“, schien sich auch Connor zu erinnern und kam auf mich zu. „Ja, beinahe hätte ich sie vergessen, ich wollte sie holen und dir wiedergeben, wenn ich dich gefunden hätte. Sie gehört schließlich dir und nicht ihm!“, lächelte ich und legte sie in seine Hand. „Danke (Y/N)“, lächelte er zurück, doch drückte er mir die Münze wieder in die meine. „Aber sie gehört jetzt dir. Sie hat dich beschützt, und deswegen ist sie jetzt dein Glücksbringer. Ihr Menschen glaubt doch an sowas.“, sagte er und grinste mich sanft an. „Außerdem besitze ich jetzt seine!“, sagte er, holte die Münze des falschen RK800 aus seiner Hosentasche und lächelte mir zu. Doch ehe ich etwas sagen konnte, ertönte die Stimme von North. „Das ist ja wirklich zu süß, aber wir müssen langsam weiter, wenn ihr euch also beeilen könntet ... ach ja und bevor ich es vergesse, bist du sicher, dass wir ihn ausschlachten sollen? Wir könnten ihn doch als Halloween Deko benutzen und ihn“ ...

„North!“, erklang nun Markus Stimme mahnend an seine Freundin gewandt und unterbrach die Androiden Frau somit. Finster blickte er sie an und schüttelte mit dem Kopf. Natürlich fand der Anführer Jerichos diese Idee überhaupt nicht lustig und auch Connor und Hank, schienen Norths Worte nicht witzig zu finden.
„Ja ist ja schon gut. Ich wollte nur die Stimmung etwas auflockern. Tut mir leid“, entschuldigte sie sich an uns gewandt, auch wenn es schwer zu überhören war, dass sie ihre Entschuldigung nicht so ganz ehrlich gemeint hatte „Also gut, dann raus mit ihm!“, kam es von einem Androiden namens Josh und sie trugen den leblosen Körper des bösen RK800 nach draußen. Ich beobachtete sie dabei und während ich dabei zusah, wie sie ihn fortbrachten, klopfte mein Herz, allein nur durch diesen Anblick, wild gegen meine Brust. Spürte ich auch, wie mir plötzlich ganz schwindelig wurde und mein Magen sich regelrecht verknotete.
Ebenso mein geschundener Hals, machte sich bemerkbar, fühlte sich immer geschwollener an und bekam ich das Gefühl langsam zu ersticken – wie als hätte man mir eine Schlinge um meinen Hals gelegt, die nach und nach immer enger um mich gezogen wurde. Nahm ich auch alles plötzlich nur noch doppelt wahr und dachte, gleich würde ich mich wieder übergeben müssen – die psychische sowie die körperliche Gewalt, die ich durch den toten Connor erfahren hatte, zeigte wohl nun ihren Tribut. Auch schossen mir dabei plötzlich die absurdesten Vorstellungen durch den Kopf.
Dass der böse RK800 gar nicht tot war, er jeden Moment wieder aufwachen könnte um uns alle, einschließlich Connor, Hank, mich sowie die Androiden zu töten und ungeschoren davonzukommen. Womöglich mich sogar verschonte, wieder in seine Gewalt brachte und mich irgendwo hinbringen könnte, wo ich bis an mein Lebensende in seiner unermüdlichen Gewalt bleiben würde. Jedoch geschah dies nicht und ich fühlte nur noch, wie meine Knie immer weicher wurden und eine merkwürdige Unruhe mich regelrecht befiel. Mit der Hand umfasste ich den Arm von Connor und krallte mich in sein weißes Hemd – wusste ich, gleich würden all diese Emotionen dafür sorgen, dass mein Körper kapitulierte, wurde alles immer verschwommener und meine Finger vergruben sich noch tiefer in Connors Hemd. „Co ... Connor. Mir ist so ... ich!“, brachte ich dann nur noch schwach die Worte über meine Lippen, ehe sich der dunkle Schleier über meinen Augen immer weiter verdunkelte und ich kurz darauf das Bewusstsein verlor ...

~*~*~


Nur langsam öffnete ich meine Augen. Meine Augenlider waren schwer und fühlte ich mich wie von einem Zug überrollt. Auch meine Glieder fühlten sich taub an und in meinem Magen rumorte es fürchterlich. Anderseits hatte ich das Gefühl, als hätte man mir einen ganzen Sack voller Steine in meinen Bauch gelegt, der mich immer weiter in die Tiefe zu ziehen drohte. Der dunkle Schleier um meine Augen hatte sich inzwischen in eine schwarze Mauer verwandelt und ließ mich einen kalten Schauer spüren, der sich um meine gesamte Haut legte.
„Connor?“, kam es nur schwach und heiser über meine Lippen und eine mir, schier endlose Angst, machte sich wieder in meinem Inneren breit. Was, wenn ich immer noch in der Gewalt des bösen Connors war? Vielleicht hatte er mich ebenfalls an diesen schrecklichen Ort gebracht und das Connor ihn getötet und mich gerettet hatte, war nur ein Traum gewesen – aufgrund der Narkose, die mir der böse RK800 womöglich wieder verabreicht hatte.
„Nein, nein Connor!“, versuchte ich zu schreien, doch kam fast kein Ton aus meiner Kehle. Spürte ich, wie angeschwollen mein Hals bereits war und auch wie mich plötzlich zwei starke Hände festhielten, die mich sachte in zwei weiche Kissen zurückdrängten und dann wie eine einfühlsame Stimme versuchte auf mich einzureden, während ich anfing, mich gegen den Griff zu wehren.
„(Y/N)! (Y/N)! Hör auf Süße, ich bin es, Connor! Ich bin hier Kleines, beruhige dich. Du bist jetzt in Sicherheit, er ist fort, hörst du, er ist fort! Du hast nur schlecht geträumt“, versuchte mich der RK800 zu beruhigen, spürte ich, wie seine Hand über mein Haar fuhr und wie ein kühler Tropfen auf meine Stirn fiel, während ich mich langsam etwas beruhigte.
Meine Atmung ging nur noch flach und mein Herz raste wie wild in meiner Brust. Versuchte dann erneut meine Augen zu öffnen und bemerkte, dann wie der schwarze Schleier sich langsam lichtete und die verschwommene Gestalt des echten Connors, welcher mich festhielt, während die andere Hand zärtlich auf meinem Kopf lag, langsam deutlicher wurde.
„Pscht (Y/N) alles ist gut, du musst keine Angst mehr haben. Du bist ohnmächtig geworden und liegst jetzt im Krankenhaus!“, erklärte er mir, nachdem ich mich endgültig beruhigt hatte. Mit der Hand fasste ich mir ins Gesicht und glitt dann runter zu meinem Hals. Spürte dabei einen Beatmungsschlauch in meinem Gesicht, der bestätigte, dass ich in einem Krankenhaus lag. Ich hasste Krankenhäuser, war ich mit meiner Mutter oft in einem gewesen, wenn mein Vater sie wieder krankenhausreif geprügelt hatte.
Schon allein der Geruch von Desinfektionsmittel löste in mir ein Gefühl von Unbehagen aus und ließ mich fast würgen. Ich hatte gehofft, dass ich niemals wie meine Mutter, wegen häuslicher Gewalt in einem Krankenhaus liegen müsse. Doch wie es aussah, hatte das Schicksal wohl dasselbe auch für mich gewollt. Nur das ich meinen Onkel so wie Connor bei mir hatte dieser, wie ich es wahrnehmen konnte weinte, während er mich sanft streichelte. Ich spürte seine Lippen auf meiner Stirn und suchte nach seiner Hand, um sie in die Meine zu nehmen.
Erneut spürte ich einen kleinen Tropfen, wie dieser meine Haut benetzte. „Co ... Connor, weinst du etwa?“, fragte ich und fühlte, wie er sich von mir löste und seine Träne von meiner Stirn wischte. „Pscht, das ist nicht so wichtig (Y/N). Hauptsache du wirst wieder.“ ... Doch stoppte der RK800, hörte ich ihn leise schluchzen und wie er nach meiner Hand griff. Ich hingegen suchte mit meiner Hand sein Gesicht, die er sofort in die Seine nahm und auf seine Wange legte.
„Es tut mir so unendlich leid Süße. Nur meinetwegen bist du hier. Nur meinetwegen, konnte das alles hier überhaupt passieren!“, gab er sich wieder selbst die Schuld, doch sah ich das immer noch ganz und gar nicht so wie der RK800. „Connor nicht! Das ... das ist überhaupt nicht wahr. Hör auf dir ... dir selbst die Schuld für a ... alles zu geben. Du konntest nicht ... ahnen, was ... was passieren würde!“, versuchte ich mit rauer Stimme ihn zu beruhigen und versuchte mich aufzusetzen. Auch meine Sicht wurde langsam wieder klarer und sah ich, dass Connor, dies wohl für keine so gute Idee hielt.
„(Y/N) nicht, lass das und bleib liegen, dein Immunsystem ist viel zu schwach und du hast eine traumatische Dysphonie erlitten. Du solltest also nicht zu viel sprechen, am besten gar nicht, sonst könnten ernsthafte Schäden zurückbleiben!“, ermahnte er mich besorgt, doch war mir das in diesem Moment völlig egal, ich wollte einfach nicht, dass er sich ständig selbst für alles verantwortlich machte.
Außerdem war es mir schon immer egal gewesen, was die Ärzte sagten. In den meisten Fällen stimmten deren Diagnosen sowieso nicht, jedenfalls nicht bei mir. Ich musste ihm endlich klar machen, dass es ganz allein die Schuld des bösen Connors war. Wie immer wollte Connor in allem perfekt sein, auch als Beschützer. Aber auch ein RK800 konnte nicht in die Zukunft blicken und alle grausamen Verbrechen, die Manche meinten, begehen zu müssen, verhindern.
„Ist schon gut Connor. Mir ... mir geht es gut!“, versicherte ich ihm doch der Android schien da weiterhin skeptisch zu sein. Als ich es geschafft hatte mich etwas nach oben zu schieben, lehnte ich mich vorsichtig zurück und lächelte dem RK800 beruhigend zu. „Siehst du, ich bin auch stark!“, und auch Connor musste daraufhin kurz lächeln.
„Ja. Ja das bist du! Du bist eine sehr tapfere, starke junge Frau aber ich bin auch stur, wie du weißt, vor allem wenn es um deine Gesundheit geht, also verbiete ich dir hiermit, dich in nächster Zeit viel zu bewegen und so viel zu reden, verstanden?“, ermahnte der RK800 erneut und entlockte mir ein noch breiteres aber liebevolles Grinsen. „Komm her!“, sagte ich dann nur noch und der RK800 kam mir näher, legte erneut seine Stirn gegen die Meine und sahen uns dabei tief in die Augen.
Zärtlich legte ich dann meine Lippen auf die Seinen und küsste ihn sanft. „Ich liebe es, wenn du so befehlshaberisch bist!", bemerkte ich scherzhaft und entlockte dem RK800 erneut ein kleines Lächeln. Doch war es nun meines, dass wieder verschwand und sah ihm mitleidig in seine braunen liebevollen Augen – es tat mir leid, dass er sich so quälte und sich selbst für alles verantwortlich machte.
„Es ist nicht deine Schuld Connor. Es sollte nun mal nicht sein, dass du mich in diesem Fall beschützt.“, fing ich an, hielt aber für einen kurzen Moment inne, nahm seine Krawatte zwischen meine Finger und fuhr einmal über den seidenen Stoff. „Weißt du ... ich hatte schon so lange das Gefühl gehabt eine Versagerin zu sein! Durch den bösen Connor, habe ich ständig nur an mir gezweifelt, konnte meine Arbeit nicht richtig machen und ... habe auch dir viel zu oft Unrecht getan – und das alles nur, weil ich ständig nur Angst davor hatte, er könnte wieder in unser Leben treten!“, sah ich wieder in seine Augen, die immer noch leicht von seinen Tränen glänzten.
„Doch vielleicht, hat es ja auch etwas Gutes, dass dies alles passiert ist. Denn auch, wenn ich jetzt nicht gerade im allerbesten gesundheitlichen Zustand bin, fühle ich mich ... irgendwie ... stärker als jemals zuvor. Ich meine, ich habe es geschafft einen RK800 hinters Licht zu führen und ihn dadurch ans Bett zu fesseln. Sein Gesichtsausdruck dabei ... denn werde ich ziemlich sicher auch nicht mehr so schnell vergessen!“, lachte ich dann leicht und auch Connor lies sich mitreißen.
Doch erstarb das Lachen des RK800 gleich wieder. „Ja das ist wahr, aber dennoch hat er dir schreckliche Dinge angetan, Dinge, von denen ich dir versprochen habe, dass sie dir niemals widerfahren werden – und das nur, weil ich unvorsichtig gewesen war. Ich wusste, er würde auf den einen Augenblick warten, indem wir nicht zusammen sind und wenn es nur Minuten wären, doch trotzdem bin ich am Tatort, ohne dich nach draußen in den Garten gegangen. Wären wir zusammengeblieben dann!“ ... unterbrach ich ihn jedoch und schüttelte meinen Kopf.
„Connor nicht, hör bitte endlich auf damit. Wie ich dir bereits gesagt habe, trägst du für nichts, was er getan hat die Schuld. Ja du hättest bei mir bleiben können und wer weiß, vielleicht wäre dann das alles auch nicht passiert, aber es ist nun mal geschehen Connor!“, erneut versuchte ich mich aufzusetzen, schaffte es und griff nach seiner Hand.
„Du hast mich so gut es ging beschützt, über ein halbes Jahr lang, hatte er keine Chance gehabt mir in irgendeiner Weise zu nahezukommen. Dank dir und nur dank dir, bin ich jetzt überhaupt noch am Leben. Du hast ihn getötet Connor, etwas das ich nicht geschafft habe. Du hast diesem Albtraum endlich ein Ende gesetzt und deswegen bist und bleibst du für mich mein Held. Mein geliebtes Connor-Baby!“, schmunzelte ich erneut und legte meine Hand auf seine Wange, ehe ich seine Haarsträhne nach hinten strich und einen zärtlichen Kuss auf seinen Lippen platzierte.
Dabei schloss er genüsslich seine Augen, es war so schön, ihn wieder bei mir in meiner Nähe zu haben. „Wie du bereits sagtest, er ist fort und wird niemals wiederkommen. Aber du bist immer noch bei mir. Ich will, das alles jetzt endlich hinter mich bringen. Nie wieder wird er sich in unser Leben drängen und dadurch können wir auch endlich ein neues Leben beginnen ... natürlich mit deinen verbrannten Pfannkuchen!“, konnte ich mir einen kleinen Scherz nicht verkneifen und brachte auch den RK800 erneut zum Lachen.
Connor nickte mir dann zu und fing an mich vorsichtig zu küssen. In diesem Moment klopfte es an der Tür, bevor sie sich öffnete und Hank zu uns ins Zimmer trat. Seine angeschossene Schulter war in eine Bandage gelegt worden, die seinen Unterarm stützte und rang sich ein kleines aber kurzlebiges Lächeln ab, als er uns beide erblickte.
„O ... Onkel Hank!“, quiekte ich schon fast zu fröhlich darüber ihn zu sehen, spürte aber dabei ein unangenehmes Ziehen und einen festen Druck in meiner Halsgegend, sodass ich leicht husten musste, was ebenfalls ziemlich schmerzte.
„(Y/N) du musst deine Stimmbänder schonen, na los leg dich wieder hin und bleib ruhig!“, ermahnte mich Connor erneut, sah ich es diesmal ein, dass er recht hatte und lehnte mich wieder zurück in die Kissen. Versuchte dabei seinen strengen Blick zu ignorieren und besah mir dann Hanks einbandagierten Arm. „Und wie sieht es aus, wird es verheilen?“, wollte ich leise wissen, aber Hank winkte ab.
„Ja ja, halb so wild. Nur 'n beschissener Streifschuss, nichts Besonderes. Viel wichtiger ist, wie es dir geht!“, sagte er und auch Hank sah mich daraufhin ziemlich streng an. Doch veränderte sich sein ernster Gesichtsausdruck auch gleich wieder und er stellte sich ebenfalls neben mich ans Bett. Sah ich wie sich in seinem Augenwinkel, plötzlich eine kleine Träne ansammelte, als er mich betrachtete.
Mein ganzer Körper, sowie mein Gesicht, waren von blauen Flecken übersät, welche sich schon in ein tiefes Violett verfärbt hatten, sowie die blassblauen Flecken um meinem Hals, diese schon fast runter bis zu meinem Dekolleté reichten. Ich konnte mir gut vorstellen, wie schlimm mich der falsche Connor zugerichtet hatte und was ich dadurch wohl für einen bemitleidenswerten Anblick darbieten musste.
Hank beugte sich zu mir herunter und gab mir einen behutsamen Kuss auf meine Stirn. Verharrte kurz darauf, was mir ebenfalls Tränen in die Augen trieb, die sich langsam, wie glänzende Perlen einen Weg, runter zu meinen Wangen bahnten. Ich genoss diesen ruhigen Moment und das nun auch Hank gesund und munter wieder bei mir war. Das alles endlich vorbei war und wir wieder, so gut es ging, ohne Angst weiterleben konnten.
„Du bist so unglaublich tapfer Kleines und so unendlich stark, das warst du schon immer!“, herzte er sanft meinen Kopf und lächelte mich liebevoll an – konnte ich den Stolz seiner Worte, in seiner Stimme deutlich hören und genoss es, wie er mir dabei zärtlich über mein Haar strich – genauso wie es ein stolzer Vater tun würde. Bemerkte ich, wie Connor uns dabei beobachtete und wie er sanft, mit dem Daumen meinen Handrücken streichelte.
„Aber Connor hat recht, du solltest dich jetzt schonen, ich bin nur gekommen um nach dir zu sehen, bevor ich ins DPD fahren muss, um Fowler zu erklären, warum wir drei in nächster Zeit, nicht bei der Arbeit erscheinen werden. Das wird ein Spaß werden, dass sag ich euch!“, ließ er von mir ab und klang dabei ziemlich angepisst. Auch rollte er mit den Augen, was mich wieder zum Lächeln brachte.
„Jedenfalls komme ich später wieder, Connor wird bei dir bleiben und du versuchst noch etwas zu schlafen und vor allem, nicht zu sprechen!“, zeigte Hank mahnend mit dem Finger auf mich und ich nickte ihm lächelnd zu. Hank nickte daraufhin, gab mir erneut einen Kuss auf meine Stirn und wandte sich dann an Connor, bevor er sich auf den Weg, ins DPD begab. „Pass gut auf sie auf und sorge dafür, dass dieser Sturkopf auch schön artig bleibt! Im Notfall, musst du sie sogar ans Bett festbinden, damit sie nicht ständig versucht aufzustehen und liegen bleibt!“, sagte er bitterernst aber auch fürsorglich, woraufhin ich mir ein kleines zaghaftes Lächeln nicht verkneifen konnte.
„Natürlich Hank, das werde ich!“, sah Connor dann ebenfalls streng aber liebevoll zu mir, woraufhin ich meine Augen schloss, meinen Kopf zurücklehnte und leise seufzte. Ich hörte, wie Hank das Zimmer verließ und merkte wie Connor sich zu mir herunterbeugte, um mir einen Kuss auf die Wange zu geben. „Versuche noch etwas zu schlafen!“, sagte er ruhig und ich öffnete meine Augen wieder, sah zu ihm auf und lächelte immer noch leicht.
„Legst du dich zu mir?“, fragte ich dann nur und der RK800 nickte mir sanft lächelnd zu, legte sich neben mich und griff nach meiner Hand. Küsste mich sanft und ich schloss meine Augen wieder, als ich spürte, wie er mich sanft streichelte, während ich einschlief und endlich wieder entspannt ausatmen konnte.

„Schlaf schön meine Schöne. Du wirst sehen, Morgen sieht alles wieder ganz anders aus.“ ...
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