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Where Love Falls - Connor x Fem.Reader - Onshot/Kurzgeschichten Sammlung

KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Amanda / KI / Interface Gavin Reed Hank Anderson RK800-51-59 Connor RK900
31.07.2018
29.04.2020
23
160.787
24
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
11.05.2019 7.539
 
Hallo Liebe Deviant-Connor Fans.❤

Hiermit melde ich mich, nach langer Zeit, endlich wieder mit einem neuen Kapitel zu You’ll Be Mine - The Wrong Deviant. Ich entschuldige vielmals, dass so lange keine neuen Kapitel kamen. Aber durch den familiären Verlust meines Vaters, war ich in dieser Zeit, nicht in der Lage weiterzuschreiben. Da ich Euch aber nicht noch länger warten lassen möchte, geht es jetzt endlich weiter und ich hoffe, Ihr habt noch Interesse an dieser Kurzgeschichten Sammlung und wie es bei 'You’ll Be Mine' weitergeht. Und jetzt, wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen und vielleicht, liest/sieht man sich ja wieder.

Ganz liebe Grüße, Eure Connor-4-Ever.


~*~*~



Entsetzt blickte ich ihm in seine Augen. Aber auch Wut überkam mich gleichzeitig. Ob ich ihn vermisst hatte? War das sein verdammter Ernst? Er hatte mir das Leben zur Hölle gemacht. Seit er mich damals gequält und wie ein Tier gejagt hatte, war ich zu einem einzigen paranoiden Nervenbündel verkommen. Konnte mich kaum noch auf irgendetwas konzentrieren. Am schlimmsten war es bei der Arbeit. Jedes Mal, wenn wir einen Tatort besuchten, an dem die Opfer junge Frauen waren, erinnerte ich mich daran was er mir alles angetan hatte und was er mir sogar noch alles hätte antun können, hätte ich es nicht geschafft ihm eine Kugel in seine verdammte Schulter zu verpassen. Wenn er mich vielleicht nicht sogar getötet hätte, nachdem er fertig mit mir gewesen war? Und er wollte wissen, ob ich ihn vermisst hatte? Dieser Bastard! ...

„Ob ich dich vermisst habe? Ich hatte eher gehofft, dass du an deiner verdammten Schusswunde krepiert bist, du mieser Bastard!", so groß meine Angst vor ihm und wie er auf meine Worte reagieren könnte auch war, ich durfte sie ihm auf keinen Fall zeigen. Doch der falsche Connor lachte plötzlich, natürlich war er sehr darüber belustigt wie ich auf ihn reagierte.
„Deine Reaktion zeigt nur, wie groß deine Angst ist kleine (Y/N). Und ja du hast recht, ich wäre durch den Schuss beinahe krepiert. Fast hättest du mich tatsächlich auf dem Gewissen, aber wie sagt ihr Menschen immer so schön,
»Gott sei Dank«, bin ich noch am Leben und jetzt hole ich mir das, was ich bereits angekündigt hatte!" sagte er, mal wieder total von sich selbst überzeugt und drückte seine Finger noch fester in meine Wangen. Ich versuchte aber, mir meinen Schmerz nicht anmerken zu lassen. „Ach ja und noch etwas, ich habe dich und diesen Möchtegern RK800 die ganze Zeit beobachtet. Ich weiß wie du jeden Tag, seit diesem Abend, den Spiegel immer und immer wieder geputzt hast. Ich weiß von eurem Versprechen, gegenseitig auf euch aufzupassen und dass dein süßes kleines Connor-Baby, einfach aaalles dafür tun wird, dich vor mir zu beschützen. Dich nie aus den Augen verlieren, solange ich frei herumlaufe.“

„Das ist so lächerlich. Er hat es letztes Mal nicht geschafft dich zu beschützen und dieses Mal wird er es auch nicht schaffen. Ihr Beide seid so naiv!"
Seine Worte ließen meine Wut noch stärker werden. Er hatte sich kein bisschen verändert. Im Gegenteil er war noch viel schlimmer geworden und seine nächsten Worte, bestätigten dies. So hatte zuvor noch kein Abweichler gesprochen. „Aber weißt du was mir am besten gefallen hat? Wie er dich letzte Nacht durchgekommen hat. Man der hat es dir ganz schön besorgt was? Da war ich gleich richtig eifersüchtig, dass ich es nicht tun konnte. Aber wenn du willst, können wir Beide es ja auch mal versuchen. Was sagst du dazu? Ich wette, unter mir schreist du noch lauter, meinst du nicht?", fragte er und fing wieder an spöttisch zu lachen. Für einen Androiden, war er ziemlich widerwärtig. Noch ein Anzeichen dafür, dass abweichende Androiden nicht groß anders waren oder sein konnten als wir Menschen. Dieser RK800 war eindeutig ein Sadist. Ein Psychopath ...

Jetzt wusste ich auch, wer die Frau am mutmaßlichen Tatort ermordet hatte. Er war es. „Du warst es. Du hast die Frau ermordet, ihr Gesicht entstellt. Du Monster! Und das nur aus Rache, aus Rache tötest du eine unschuldige Frau nur um an uns ranzukommen?", ich glaubte das einfach alles nicht. Nur wegen Connor und mir musste die Frau sterben ... „Unschuldig? Oh nein, sie war nicht unschuldig. Sie hat es verdient. Weißt du, ich bin nicht so böse wie du denkst. Nein ich weiß sehr wohl noch den Unterschied zu richtig oder falsch, was Gerechtigkeit ist. Und was ich ihr angetan habe, war Gerechtigkeit. Hast du eigentlich eine Ahnung was sie alles getan hat?“ Sie hat junge, wehr und elternlose Mädchen prostituiert und sogar abweichende Kinder Androiden an den größten Abschaum, der in Detroit auf den Straßen wandelt verkauft, nur um sich Red-ICE leisten zu können. Das Leben anderer Menschen oder das der Androiden, hat sie einen Scheiß interessiert. Sie hat also durchaus verdient, was ich ihr angetan habe, obwohl ich zwei Dinge zugeben muss, nämlich dass sie mir genau richtig kam. So konnte ich sie töten, in das Haus bringen und euch dorthin locken, und ... es hat Spaß gemacht, sie schreien und betteln zu hören. Sogar sehr großen Spaß!"

Mein Herz hörte, für den Bruchteil einer Sekunde plötzlich auf, zu schlagen. Seine Worte, waren das pure Böse, hatte ich doch geglaubt, solch eine Bösartigkeit schlummerte nur in den Tiefen des Menschen. Aber der falsche Connor zeigte einem, sich darin gewaltig zu täuschen. Mein Magen drehte sich förmlich um, bei dem Gedanken zu was er noch fähig war. Fähig war, vielleicht auch mir anzutun. Oder sogar, was er mit ...
Plötzlich schrie ich verzweifelt auf, drückte den falschen Connor vor mir weg. Dieser jedoch versuchte meine Handgelenke zu umfassen und sie über meinem Kopf festzuhalten. Was ihm schließlich auch gelang und ich weinend meinen Kopf von ihm wegdrehte. „Bitte. Bitte nicht. Connor! Bitte sag, dass er noch am Leben ist, oh Gott bitte", bettelte ich schluchzend, was den falschen Connor nur noch mehr zu belustigen schien. Ihn dazu brachte, mich ein weiteres Mal zu verspotten. Dabei streichelte er langsam über mein Haar. „Oh nicht weinen Süße. Du brichst mir das Herz, wenn du so traurig bist. Glaube mir du musst nicht traurig sein, er hat nicht gelitten. Ich habe es schnell getan. Ich habe ihn außer Gefecht gesetzt und ihm dann erst den Pumpenregulator entfernt. Er hat also nichts gespürt, bevor er von uns gegangen ist, versprochen!" Nein, nein, das konnte alles nicht wahr sein. Ich hatte das Gefühl, mein Herz zersprang in tausend kleine Stücke. Mein Connor, sollte wirklich tot sein? Ermordet von diesem Abschaum, seinem Doppelgänger? Alles in mir sträubte sich. Mein Innerstes wollte, den nächsten lauten, verzweifelten Schrei, durch meine Lungen hinaus in die Welt rufen.

Doch ein anderer Teil, sträubte sich immer noch zu glauben, dass Connor wirklich für immer fort sein sollte. Wut sammelte sich ebenfalls erneut in meinem Inneren an, sodass ich es schaffte den falschen Connor von mir herunterzuschieben.
„NEEIIN, DU LÜGST!".
Schrie ich und sprang auf, bevor er mich wieder unter sich begraben konnte. Wandte mich ihm zu, stieß aber mit dem Rücken gegen die Tür welche mich daran hinderte, weiter Abstand zu nehmen. „Ich schwöre dir, sollte das die Wahrheit sein, dann ... Wie kannst du es wagen, was stimmt nicht mit dir? Du bist ein RK800, ein Polizei Android!“ „Du bist geschaffen worden, um solche wie dich zu jagen und wegzusperren und jetzt bist du selbst so einer? Nein, du bist viel schlimmer. Du bist im Gegensatz zu den anderen ein wahres Monster. Alles was du tust, tust du nur um dein Vergnügen willen. Um dich selbst zu befriedigen, genauso wie die Menschen es tun. Sag mir, was ist nur mit dir passiert? Was ist dir wiederfahren? Wieso tust du das?", plötzlich konnte ich nicht mehr. Ich fiel auf die Knie und fing an zu weinen. Mein Connor tot, für immer weg! Nein das durfte einfach nicht wahr sein, dass durfte es einfach nicht. Ich hörte seine Schritte, wie sie immer näher auf mich zukamen, doch war ich so von Verzweiflung zerfressen, dass ich im ersten Moment nicht imstande war, auch nur einen Muskel zu rühren. Ich betete dafür, dass der falsche Connor nicht die Wahrheit gesagt hatte, dass dies nur zu seinem kranken Spiel gehörte, mich zu quälen, mich wie immer aus der Fassung zu bringen. Dieser blieb vor mir stehen und kniete sich zu mir herunter. Legte seine Hand unter mein Kinn und zwang mich ihn anzusehen. Doch wandelte sich mein Gesichtsausdruck, als ich in seine, anders als bei meinem Connor, kalten und arrogant wirkenden Augen blickte. Trotzig blickte ich ihm entgegen, war es sicherlich nicht zu übersehen, welche Abscheu in meinen Augen zu erkennen war. Wenn es wirklich wahr sein sollte, dass der echte Connor tot war, dann würde ich ihm diesmal, eine verdammte Kugel durch seinen verdammten Schädel jagen. Nur lag meine Waffe unten auf der Küchenablage und meine Ersatzwaffe, hatte ebenfalls ein anderes Versteck gefunden. Wobei ich mir sicher war, der falsche Connor wusste diesmal ganz genau, wo ich meine Waffen diesmal versteckt hatte. Immerhin hatte er uns die ganzen Monate beobachtet. Wenn er sie nicht sogar schon längst von dort entfernt hatte. Diesmal hatte er seinen Racheplan gewiss, ganz genau durchdacht. Wer wusste schon, wie oft er sich Zutritt in mein Haus verschafft hatte, während Connor und ich unterwegs waren.

Ich musste also diesmal noch vorsichtiger sein, wie ich ihm gegenübertrat und wie meine nächsten Schritte aussahen, um ihm erneut entkommen zu können. Den aufgeben, ihm die Macht über mich überlassen, würde ich ihm diesmal sicherlich auch nicht. „Und du bist naiv, wenn du glaubst, dass ich deswegen nicht alles versuchen würde, dir zu entkommen, dir diesmal ne verdammte Kugel durch deinen Kopf zu jagen. Du wirst niemals Macht über mich haben, hörst du?
NIEMALS!",
schrie ich ihn an. Meine Tränen versiegten langsam und eine unbändige Wut brach gnadenlos über mich herein. Wenn er mir wirklich den Mann, den ich mehr liebten als mein Leben genommen hatte, dann würde ich ihm das gnadenlos heimzahlen. Die Zeit der Angst musste begraben werden - ich konnte mich doch nicht einfach so von ihm herumschubsen lassen. Ich wollte gerade aufstehen als der falsche Connor plötzlich anfing zu lachen, ehe er blitzartig seine Hand um meinen Hals schlang und mich auf die Beine zog. Mit den Händen versuchte ich seinen Griff zu lockern. Doch natürlich hatte ich wie immer keine Chance, ihn davon abzubringen mich zu verletzen. Ich spürte, wie mein Gesicht dabei rot anlief und eine weitere Träne über meine Wange rann. „Ach ja ist das so? Das wird sich noch herausstellen. Ich werde dir schon noch Manieren beibringen du bockiges Miststück ...
DU GEHÖRST MIR, NUR MIR!"
Panisch kniff ich meine Augen zusammen, als er mich anschrie und seine Nasenspitze dabei die Meine berührte. Er war verrückt. Ein verdammtes Monster. Und ehe ich mich versah, wurde ich wieder mit voller Wucht gegen die Tür geworfen, die sich daraufhin öffnete, nur dass ich mich dieses Mal danach, auf dem Boden im Flur wiederfand. Aber schluckte ich diesmal meinen Schmerz herunter, rappelte mich sofort auf und lief den Flur entlang zur Treppe. Dabei hörte ich die Stimme des Androiden, wie dieser mir hinterherrief.
„KOMM SCHON (Y/N), IST DAS DEIN ERNST? DU WEIßT DAS DU DICH NICHT VOR MIR VERSTECKEN KANNST! NA LOS KOMM ZURÜCK, ICH HABE EINE ÜBERRASCHUNG FÜR DICH!"
Doch hörte ich nicht auf ihn und lief weiter zur Treppe, die Treppe herunter und Richtung Haustür.

Doch bemerkte ich schnell, dass sie verriegelt worden war als ich nach dem Türgriff griff. Auch die Sprachsteuerung war lahmgelegt worden. Er hatte mich tatsächlich in meinem eigenen Haus eingesperrt. Es zu meinem Käfig gemacht, wo ich wie ein verirrtes Vögelchen vor Angst hin und her flattern sollte, trotz der grausamen Erkenntnis, dass es keinen Ausweg mehr für mich geben würde.
Aber da hatte er sich gewaltig geschnitten. Es gab einen Ausweg, es gab immer einen Ausweg. Ich hörte wie er die Treppen herunterkam, versuchte das Fenster neben dem Eingang zu öffnen. Aber auch dieses war verriegelt. Er hatte das ganze Haus verriegelt. Natürlich, er hatte ja auch ein halbes Jahr Zeit, alles vorzubereiten. Seinen Plan, uns das Leben zur Hölle zu machen zu perfektionieren. Ich betete nur, dass Connor nicht wirklich tot war, dass er ihn nur wieder in den Ruhemodus versetzt hatte. Und das Hank ihn finden und wieder aktivieren würde, um mich anschließend zu retten. Doch fiel mir ein, dass Connor ja vermutlich in diesem Geräteschuppen lag oder eingesperrt war und das Hank dieses Mal keinerlei Ahnung davon hatte, was hier geschah sogar noch weniger, als das letzte Mal. Vielleicht konnte ich ihn ja anrufen, wenn ich es schaffte ans Telefon oder an mein Handy zu kommen. Aber auch hier hatte der böse RK800 sicherlich schon vorgesorgt. Dafür gesorgt, dass ich keinerlei Kontakt zur Außenwelt aufnehmen konnte. Langsam überkam mich doch die furchtbare Erkenntnis, dass das alles hier doch schon ziemlich Aussichtslos wirkte. Verdammt, wie sollte ich ihm nur entkommen? Tränen der Verzweiflung rannen über meine Wangen, aber ich würde nicht aufgeben, einen Ausweg zu finden. Ich wischte mir die Tränen weg, worauf mir plötzlich auffiel, wie ruhig es auf einmal geworden war. Zu ruhig. Weder hörte man seine Schritte, noch sagte er irgendetwas. Panisch sah ich mich um, meine Atmung beschleunigte sich und mein Puls schlug hundertachtzig. So ein Mist, wo war dieser Mistkerl?

Mit vorsichtigen Schritten entfernte ich mich von der Tür, sah durch den Bogen, durch den man in die Küche gelangte, aber auch dort war niemand. Die Lichter brannten, das Feuer im Kamin war angezündet und knisterte gemütlich vor sich hin. Hier unten schien es immer noch alles ganz normal zu sein. Bis auf die verriegelten Türen. Und noch eine Sache war merkwürdig, der falsche Connor war weder zu sehen, noch zu hören. Ich hatte ihn doch gerade noch die Treppen herunterkommen hören und jetzt war er plötzlich spurlos verschwunden? Doch dann hörte ich eine Stimme, die plötzlich erklang und meinen Körper furchtbar zusammenfahren ließ. Mit aufgerissenen Augen blickte ich zum Besitzer der Stimme, dieser mich fragend und verwirrt anblickte. So als ... „Hey Süße, was machst du hier unten? Ich dachte, du wolltest dich hinlegen und schlafen. Ist alles in Ordnung? Du siehst aus, als hättest du ein Gespenst gesehen?", fragte der RK800 mich. Seine Stimme war ruhig, aber klang auch besorgt. Langsam setzte er sich in Bewegung, worauf ich ohne zu zögern Abstand nahm und gegen den kleinen Schmucktisch stieß, auf dem eine Blumenvase mit künstlichen Blumen liebevoll in der Mitte arrangiert war. Auch der Android stoppte in seinen Bewegungen, nun wirkte er mehr als besorgt. Stumm starrte ich ihm in seine Augen. Sie waren anders, wirkten wieder so ... Liebevoll und fürsorglich. Was zum Teufel ging hier nur vor sich? „(Y/N) was hast du denn? Ich mache mir Sorgen um dich, du benimmst dich den ganzen Tag schon so merkwürdig. Sag schon, was ist los mit dir?" fragte er und ging erneut auf mich zu. »Ich« benahm mich den ganzen Tag merkwürdig? ... Irgendwas stimmte hier nicht, irgendwas stimmte hier ganz und gar nicht. Connor schien plötzlich ganz normal zu sein. So als wäre er mein Connor. Aber das konnte nicht sein, es war der falsche Connor. Der, der mich vor wenigen Minuten noch durch meine Schlafzimmertür geworfen hatte und vor dem ich versucht hatte, davonzulaufen. Oder nicht?

Der Android kam mir langsam näher, doch wich ich erneut vor ihm zurück. „Nein bleib weg von mir. Du bist nicht Connor!" blaffte ich den RK800 an, der ebenfalls immer verwirrter über mein Benehmen zu sein schien. „Was redest du da? Natürlich bin ich Connor, wer soll ich denn sonst sein? Komm schon Süße, beruhige dich ja.", Doch ich konnte mich nicht beruhigen, die ganze Situation wurde immer mysteriöser. „Du ... du bist der falsche Connor. Du willst mich foltern, du hast den echten Connor getötet oder versteckst ihn vor mir. Du hast Julia Wittmore getötet, ihre Leiche zum angeblichen Tatort gebracht, um uns zu dem Haus in der Allendale Street zu locken. Dort hast du den echten Connor irgendwie überwältigen können und ihn in den Geräteschuppen gesperrt, um dich als ihn auszugeben. Du hast zugegeben ihn getötet zu haben und wolltest mich da oben gerade vergewaltigen. Hast mich gewürgt und mich durch die Tür geworfen. Du hast das verdammte Haus abgeriegelt, damit ich nicht entkommen kann. Aber damit wirst du nicht durchkommen. Hör auf mir was vorzuspielen. Hör auf damit und lass mich gehen, sag mir wo der echte Connor ist und was du mit ihm gemacht hast. Und Gnade dir Gott, wenn er wirklich tot sein sollte ... Na los sag es mir!" verlangte ich, mein Herz klopfte mir bis zum Hals. Das war alles nur ein furchtbarer Albtraum. Doch beharrte der RK800 immer noch, der echte Connor zu sein. „(Y/N) ich bin der echte Connor. Wovon redest du? Ich wollte dich ganz sicher nicht vergewaltigen, so etwas würde ich nie tun. Und ich habe dich auch bestimmt nicht gewürgt und dich durch irgendeine Tür geworfen. Jetzt mache ich mir wirklich Sorgen um dich. Dieser andere RK800 macht dich noch total verrückt.", erneut kam mir der RK800 näher, streckte vorsichtig seine Hände nach mir aus. „Hör zu (Y/N). Wie gesagt, es gibt keine Spur von ihm, er ist nicht hier. Ich bin es und ich werde dich vor ihm beschützen versprochen. Also beruhige dich okay. Du solltest dich lieber hinsetzen. Vielleicht hast du einfach nur schlecht geträumt." behauptete er, worauf auch ich langsam anfing, an mir und das was der falsche Connor mit mir gemacht hatte, zu zweifeln. Hatte ich vielleicht wirklich nur schlecht geträumt? Oder verlor ich etwa gerade meinen Verstand? War es aber nicht das erste Mal, dass ich von dem falschen Connor geträumt hatte und meinem Connor daraufhin skeptisch gegenüber gewesen war. Skeptisch darüber, ob das wirklich mein Connor war oder doch der Falsche, der mich in die Irre führen wollte. Diese Träume hatten sich auch immer verdammt echt angefühlt und vielleicht war es dieses Mal ja genauso gewesen? Doch was war mit der verriegelten Tür und den Fenstern? Das hatte ich mir sicherlich nicht einfach nur eingebildet, dass sie abgeschlossen waren. Nein ganz bestimmt nicht. „Okay, wenn das wirklich so ist, wenn du wirklich der echte Connor bist und ich nur einen Albtraum gehabt habe, warum sind dann die verdammten Fenster und die Haustür verriegelt? Oder warum ist auch die Sprachsteuerung deaktiviert?", wollte ich nun wissen und starrte den RK800 auffordern an, mir die Sache mit der Tür und den Fenstern zu erklären. Doch was er dann sagte und tat, ließ mich noch verwirrter werden.

„Verriegelt? Die Türen und Fenster sind nicht verriegelt. Und warum sollte die Sprachsteuerung deaktiviert sein. Glaub mir, du kannst dieses Haus jederzeit verlassen und wieder betreten. Wann du willst. Komm, ich zeige es dir!", antwortete er darauf und ging rücklings an mir vorbei zur Haustür. Die Hände immer noch von sich gestreckt, bis er nach dem Türgriff griff, die Tür ohne Probleme öffnete und mich dabei mit mitleidigem Blick betrachtete. „Siehst du? Sie ist offen. Komm her ... alles okay. Du kannst raus und auch wieder rein. Vertrau mir", zögernd ging ich auf den RK800 zu. Dieser streckte seine Hand nach mir aus, symbolisierte mir damit ihm meine zu reichen. Doch blieb ich lieber noch etwas vorsichtig ... Vor der Tür blieb ich dann stehen und Connor schloss diese daraufhin. Wir warteten einen Moment, keiner von uns Beiden sagte ein Wort. Ich spürte nur seine Hand, die nach meiner griff, traute mich aber nicht ihn anzusehen. Dann ertönte die metallene weibliche Stimme der Sprachsteuerung: „Willkommen zu Hause Connor und Detektive Anderson. Schön, dass sie beide wohl und sicher zu Hause eingetroffen sind. Treten sie ein." und siehe da, die Tür öffnete sich tatsächlich. Ich fragte mich, ob es jetzt irgendwo auf der Welt, einen noch verwirrteren, Menschen gab als mich. Das durfte doch nicht wahr sein. Ich musste also wirklich geträumt haben. „Und siehst du. Die Fenster sind ebenfalls nicht verriegelt", sagte er und ging hinein. Ich folgte ihm immer noch etwas zögerlich, ließ mich aber dann auch davon überzeugen. Doch waren da ja noch zwei andere Fragen die mir sagten, trotzdem noch Vorsichtig dem Androiden gegenüber zu bleiben.
„Gut und was ist mit der Schlafzimmertür. Sie ist kaputt, weil du mich wie eine Puppe dagegen geworfen hast. Ich bin mir sicher, das kann ich beweisen.", somit lief ich die Treppen hinauf, hörte, wie Connor mir nach oben folgte. Vor der Tür angekommen, blieb ich aber abrupt stehen. Das war doch nicht möglich. Da war kein einziger Kratzer. Die Tür war ebenfalls vollkommen intakt, so als wäre nichts passiert. Ein leichter Schwindel überfiel mich plötzlich, fasste mir an die Stirn und mit der anderen stützte ich mich am Türrahmen ab. Ich war mit den Nerven völlig am Ende. Hatte ich das wirklich alles nur geträumt — mir eingebildet? Hatte dieses Monster mich schon so weit gebracht, dass ich schon halluzinierte? Ich spürte die Hände des RK800, wie dieser vorsichtig meine Schultern umfasste. So vorsichtig, als bestünde ich aus Porzellan. So wie ich meinen Connor kannte, wenn er besorgt meinetwegen war. „Das ... das kann nicht wahr sein. Ich habe mir das doch nicht... ich bin mir sicher das." ...

„(Y/N). Ich glaube, ich kann erklären was mit dir los ist? Komm mit!" unterbrach Connor mich und führte mich ins Badezimmer. Vor dem Waschbecken blieb er mit mir stehen. Was ich dann sah, könnte meine Halluzinationen tatsächlich erklären. Im Waschbecken, lag eine Medikamentendose die Zolpidem Tabletten beinhaltete, die mir mein Arzt, nachdem Vorfall mit dem falschen Connor, vor sechs Monaten verschrieben hatte. Zolpidem ist ein bekanntes Schlafmittel, dass Depressionen und Schlafstörungen entgegenwirken soll. Allerdings sind einige Nebenwirkungen, die auftreten können, Benommenheit, Verwirrtheit und sogar Halluzinationen und Albträume. Wenn das wirklich der Grund für alles war, warum konnte ich mich aber nicht daran erinnern sie genommen zu haben. Doch da lagen sie und einige lagen sogar im Waschbecken, die sich vom Wasser schon fast aufgelöst hatten. Verdammt! Wie viele hatte ich den davon genommen? „Ich wusste du hättest sie nicht nehmen sollen. Ich hatte schon befürchtet, dass sowas passiert. Weißt du was, ich fahre dich morgen zu deinem Arzt. Er soll dir andere Schlafmittel verschreiben. Diese hier machen dich noch verrückt, wenn nicht sogar abhängig", sagte Connor ruhig, doch ich nickte daraufhin nur, wandte mich ihm aber dann schnell zu. Denn eine Frage brannte mir trotzdem immer noch auf der Zunge. „Aber was ist mit dem Fall, mit Julia Wittmore? Die Leiche, der Tatort, irgendetwas daran ist merkwürdig ... du, »er« hat gesagt, dass er sie getötet hat und ... und ... Er hat dich in den Geräteschuppen gesperrt und dich ebenfalls getö ... Doch unterbrach mich der Android wieder. Legte seine Hände auf meine Wangen und sah mich eindringlich an. Vielleicht waren wirklich diese verdammten Tabletten der Grund für das, was vor einigen Minuten noch hier stattgefunden hatte. Nun ja, was ich mir eingebildet hatte ...

„(Y/N) er hat gar nichts gesagt oder mich getötet, weil er nicht hier ist. Ich bin hier und auch ich habe niemanden getötet oder dich geschlagen noch sonst irgendwas in dieser Richtung. Du bist mit den Nerven einfach nur am Ende und hast wahrscheinlich zu viel von diesem Schlafmittel genommen. Du musst versuchen dich zu entspannen und ihn aus deinem Kopf zu verbannen. Ich werde alles tun, damit du vor ihm in Sicherheit bist. Du musst endlich damit anfangen mir zu vertrauen. Und wenn du willst fahren wir morgen nach dem Arzt, zum Tatort und sehen im Geräteschuppen nach. Dann kannst du dich, dort ebenfalls selbst davon überzeugen, dass niemand da drin ist und schon gar nicht ich. Okay?" wenn ich ehrlich war, war das gar keine schlechte Idee. Wenn ich wirklich zu viel von diesem Zeug genommen hatte, würde es mir vielleicht helfen, zu begreifen, dass ich mir das ganze doch alles nur eingebildet hatte, wenn ich mit eigenen Augen sah, dass auch am Tatort alles im Großen und Ganzen normal war. Nun ja, so normal wie ein Tatort auch sein mochte ... „Ja ... ja ich denke, du hast recht. Das ist eine gute Idee", gab ich zu und lächelte entschuldigend zu ihm auf. „Es tut mir leid Connor. Ich wollte dich nicht ... Ich will dir nicht auf die Nerven gehen, aber ich kann verstehen, wenn du wegen meinem Verhalten etwas Abstand brauchst. Es ist nur, er geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf, egal was ich mache, er ist immer da. Quält mich in meinen Gedanken ... Aber das ist mein Problem und du musst meine Launen und Verrücktheit deswegen ertragen, das ist nicht fair. Verzeihst du mir?", wollte ich wissen und bekam auch von Connor ein Lächeln geschenkt. Dieses liebe und verständnisvolle Lächeln, wofür ich ihn so, dermaßen liebte und auch dankbar dafür, dass er immer an meiner Seite war, egal wie verrückt und paranoid ich mich auch verhielt —, ob ich es mit mir selbst auch trotz alledem so aushalten würde, so geduldig mit mir wäre? Wie auch immer, ich konnte verdammt dankbar sein, meinen wahren Connor an meiner Seite zu haben. Dieser umarmte mich und drückte mich vorsichtig an ihn. „Schon gut Süße. Natürlich verzeihe ich dir. Und ich halte es gerne mit dir aus und morgen werden wir alles klären, versprochen. Aber jetzt solltest du dich lieber erst einmal hinlegen und schlafen!", sagte er mit fürsorglicher und beruhigender Stimme. Daraufhin löste ich meinen Kopf von seiner Brust und sah dankbar zu ihm auf. „Ja das ist eine gute Idee", bestätigte ich und der RK800 küsste mich zärtlich, ehe er mich zum Bett führte und sich mit mir hinlegte. Ich hoffte nur, ich konnte dieses eine Mal eine Nacht durchschlafen, aber so viele Tabletten wie ich genommen haben musste, dürfte das dieses Mal kein so großes Problem sein. Kurz sah ich zu Connor auf, sah, dass seine LED in einem tiefen durchgängigen rot leuchtete, ehe sie wieder blau wurde und meine Augen müde und erschöpft zufielen ...

„Guten Morgen mein kleiner Sonnenschein", hörte ich die Stimme des Androiden, als ich meine Augen langsam öffnete. Mein kleiner Sonnenschein? So hatte der falsche Connor mich gestern genannt, nachdem er sich mir offenbart hatte. Naja oder als ich mir eingebildet hatte, er hätte dies getan. Wobei ich mich immer noch nicht so ganz davon überzeugen konnte, dass dies nur ein böser Traum gewesen war. Dafür hatte es sich einfach viel zu real angefühlt. Erschrocken setzte ich mich auf, blickte den RK800 an und rutschte von ihm weg, fast wäre ich dabei aus dem Bett gefallen. Aber der Blick des Androiden wirkte verwirrt, so als würde es ihm leidtun mich so erschreckt zu haben. „(Y/N), Süße ... keine Angst, ich bin es!", sagte er sichtlich besorgt. Es hörte sich so an, dass er mich doch langsam für total durchgeknallt hielt. „Was ist los mit dir?", wollte er dann wissen und legte seine Hand zärtlich auf meinen Oberschenkel. Ich konnte wieder deutlich diese Besorgnis in seiner Stimme hören, auch seine Berührung war so vorsichtig und zartfühlend wie immer. Aber irgendwas kam mir trotzdem komisch vor - seine Aussage, vor wenigen Minuten. „Mein kleiner Sonnenschein. Das ... das hat der falsche Connor gestern zu mir gesagt, als ... als ...", ich musste schlucken, ehe ich den Satz beenden konnte. Meine Atmung beschleunigte sich ebenfalls. Doch auch der Schwindel war immer noch zu spüren, weshalb ich mir wieder an den Kopf fasste und ein kleiner Seufzer über meine Lippen huschte. Connor nahm seine Hand von meinem Bein, streifte mir aber dann eine Haarsträhne hinter mein Ohr. „(Y/N) wovon redest du? Sag mir was ist los mit dir? Fühlst du dich nicht gut? Hast du wieder Kopfschmerzen?", fragte er mich besorgt und drückte daraufhin sanft mit seinen Fingern auf meine Schläfe. Doch irgendwie, fühlte ich mich durch seine Berührung ein klein wenig unbehaglich, wodurch ich wieder einen kleinen Millimeter Abstand von dem Androiden nahm.

„Ja ein wenig. Ich bin immer noch ziemlich verwirrt wegen gestern", gab ich zu, worauf ich erneut einen verwirrten Blick des RK800 erntete. Ich traute meinen Ohren nicht, durch die Worte, die Connor dann darauf erwiderte. „Was meinst du mit, was gestern passiert war? Es ist doch gestern überhaupt nichts vorgefallen." versuchte er mir zu versichern und ich meinte nun endgültig meinen Verstand zu verlieren. Nun war ich es, die ihn verwirrt ansah. War das sein verdammter ernst? Nannte er, das was gestern vorgefallen war, etwa nichts? „Was? Was heißt, gestern ist nichts vorgefallen? Und was war mit dem mysteriösen Tatort und die Sache mit dem falschen Connor? Julia Whittmore? ... tut mir leid Connor, aber für mich ist das alles andere als nichts. Ich bin deswegen fix und fertig und du nennst das nichts?" irgendwie fühlte ich mich durch seine Aussage, die ziemlich unbekümmert auf mich wirkte, angegriffen. So als wäre ich komplett verrückt und würde nichts als Unsinn reden. Dies empfand ich in diesem Moment als eine pure Gemeinheit. Mal abgesehen davon, dass solch eine Aussage, Connor überhaupt nicht ähnlichsah. Dieser rückte vorsichtig an mich heran, doch durch meine Wut welche langsam zu kochen begann, stieg ich rasch aus dem Bett und schenkte dem Androiden ein entrüstetes Kopfschütteln. Ich war nicht verrückt! Ich wusste doch genau, was an dem Abend zuvor geschehen war. Wie der falsche Connor mich schikaniert hatte! Wie die Blutspur des Opfers auf mysteriöser Weise raus in den Garten geführt hatte! Nicht zu vergessen, Connors merkwürdiges Verhalten als wir die anderen Tatorte untersucht hatten und danach auf dem Weg nach Hause waren. Das alles konnte ich mir doch nicht nur eingebildet haben. Okay da war die Sache mit den Tabletten im Badezimmerwaschbecken, woran ich überhaupt keine Erinnerung mehr hatte sie genommen zu haben. Aber was den Rest der Geschehnisse von gestern anging, war ich mir zu hundert Prozent sicher, mir das nicht alles eingebildet zu haben. Jedenfalls nicht die Sache mit der Leiche und dem Tatort, welcher so überhaupt nicht ins Bild des Mordes passte. Und jetzt nach dieser Aussage, überkam mich wieder der Verdacht, dass mir wohl doch der böse Connor gegenübersaß, der es genoss mich so leiden und wütend zu sehen. Der regelrecht Freude darüber empfand mich in die Irre zu führen - mich aus der Fassung zu bringen.

Wenn dem so war, dann setzte das all dem was schon geschehen war, wahrlich die Krone auf. So mit meiner Psyche zu spielen, indem er mich glauben ließ ich wäre total durchgeknallt und würde nicht mehr wissen was ich da eigentlich redete oder tat - so dreist und durchtrieben könnte auch nur der falsche Connor sein. „Wehe du fasst mich an. Ich glaube langsam, du hältst mich für verrückt, nicht wahr? Oder noch schlimmer, du bist »doch« der falsche Connor und willst mich nur in die Irre führen. Willst, dass ich glaube verrückt zu sein ... gib es zu, gib es verdammt nochmal zu! ...
WAS WILLST DU VON MIR HÄ? WIESO TUST DU DAS, WAS HABE ICH DIR GETAN? WARUM LÄSST DU MICH NICHT EINFACH IN RUHE UND SPARST DIR DEIN BESORGTES GETUE!"
Schrie ich den RK800 an, dieser jedoch mehr als perplex über meine laute Reaktion wirkte. Ich hingegen bemerkte wie mein Brustkorb sich rasant beschleunigte und mich eine undefinierbare Angst überfiel. Eine Angst, die mich fast lähmte. Doch Connor stand nur auf und sah mich mit einem traurigen Blick an, so als wäre er mehr als enttäuscht und gekränkt über meine Worte. „Es tut mir leid, ich ... ich glaube ich sollte besser gehen, du willst offensichtlich deine Ruhe vor mir haben ..." kamen seine Worte melancholisch über seine Lippen und verließ das Zimmer. Nun war ich es die ihm perplex hinterher sah. Hatte ich ihm womöglich doch Unrecht getan? ... Plötzlich spürte ich, wie leid es mir tat so auf den Androiden reagiert zu haben. Ich wusste einfach nicht mehr, was ich Glauben und wie ich mich verhalten sollte. Ich war selbst nicht mehr wirklich ich. Wollte ich auch nicht so sein, aber das alles wurde einfach zu viel für mich, sodass ich vergaß, wie sehr Connor womöglich darunter litt. Es dauerte eine Weile bis ich mich beruhigt hatte, ehe ich mich dazu durchringen konnte nach unten zu gehen, um nachzusehen ob der RK800 noch da war. Vielleicht hatte ich ihm ja doch Unrecht getan und sollte mich lieber bei Connor entschuldigen. Ich hoffte nur, dass der RK800 noch mit mir reden wollte, nach meinem Ausbruch eben. Hoffte, der Android war nicht zu nachtragend.

Langsam stieg ich die Treppen hinab. Unten angekommen sah ich mich erstmal um, um nachzusehen ob der RK800 überhaupt noch da war. Ich wollte meine Paranoia wenigstens für ein paar Minuten ruhen lassen und ihm sagen, wie leid es mir tat ihn angeschrien zu haben. Doch leider konnte ich ihn weder sehen noch hören. Es versetzte mir plötzlich einen Stich in die Magengrube bei dem Gedanken, ihn jetzt endgültig vergrault zu haben.
Was mich nach meinem Benehmen in den letzten Monaten und vor wenigen Minuten noch, nicht wirklich wundern würde. Enttäuscht von mir selbst und über mein Verhalten, entschloss ich wieder nach oben zu gehen und zu versuchen den RK800 mit dem Handy zu erreichen. Doch dann hörte ich seine Stimme vor der Tür. Vorsichtig schob ich den Vorhang zur Seite und sah den Androiden vor der Treppe stehen. Ich beobachtete ihn und es schien, als würde er Selbstgespräche führen. Doch dann fiel mir ein, dass Androiden ja kein Telefon brauchten um zu telefonieren. Connor redete also mit Jemanden und ich vermutete wahrscheinlich mit meinem Onkel Hank. Den wenigen Informationen zufolge, die er der Person auf der anderen Seite der Leitung mitteilte und welche ich hören konnte, ließ dies jedenfalls vermuten.
Aber wie auch immer, ich überlegte kurz ob ich nach draußen gehen sollte. Aber als ich mich entschieden hatte doch lieber zu warten bis Connor wieder ins Haus kam, drehte dieser sich um und erblickte mich. Der Android lächelte mir liebevoll entgegen, trotz dem Schmerz der deutlich in seinen rehbraunen Augen zu erkennen war. »Mist, vermutlich hab ich ihm wirklich Unrecht getan?...« Hörte ich wie er sich verabschiedete, entfernte mich vom Fenster und öffnete die Tür. „Hey Connor. Kann ich kurz mit dir sprechen?", fragte ich etwas beschämt und hoffte, der Android würde ja sagen. Dieser schien mir aber, ebenfalls etwas Wichtiges sagen zu wollen. „Natürlich, ich muss auch mit dir reden" antwortete er und wir gingen wieder ins Haus. Dort setzten wir uns auf die Couch, doch ich zögerte einen Moment ehe der Android das Wort ergriff und sagte, dass ich anfangen solle.
„Okay ist gut. ... Connor! Ich muss mich bei dir entschuldigen, ich hätte dich vorhin nicht so anschreien sollen. Es ist nur alles so verworren. Die Sache mit dem falschen Connor und ... und mit dem Tatort gestern!", fing ich an worauf Connor etwas erwidern wollte, ich aber unbeirrt weiterredete. Ich musste das jetzt einfach alles nochmal loswerden. Musste es ein für alle Mal mit ihm durchdiskutieren.

Sonst würde ich nie meine Ruhe bekommen und meine Paranoia in den Griff kriegen. Dennoch blieb ich vorsichtig. Denn falls doch der falsche Connor vor mir saß, könnte ich dies ja womöglich an seinem Verhalten erkennen, wenn ich noch mal alles von Gestern, Revue passieren ließ? Dabei nahm ich nicht einmal, den Blick von seinem hübschen Gesicht. „Die Blutspur die raus in den Garten geführt hat, der Schuppen und auch das Opfer Julia Whittmore, dass alles ist einfach nur merkwürdig. Der Mord und wie sie da ihm Haus lag mitten im Wohnzimmer und nirgendswo einen Hinweis darauf, wer sie so zugerichtet haben könnte, dass der Mord überhaupt im Haus stattgefunden hat. Das Einzige was darauf hindeutet, ist die Blutspur die raus in den Garten und zum Schuppen führt. Es ... es macht einfach alles überhaupt keinen Sinn. Ich glaube nicht, dass sie in dem Haus ermordet wurde. Nein, Irgendjemand hat sie getötet und dann zum besagten Tatort gebracht, um uns in die irrezuführen oder ... oder um uns dort hinzulocken. Dich und mich!", sagte ich, sah ihn dabei eindringlich an. Ich wollte sehen wie er wohl nun auf meine Worte reagierte und ob er eine Erklärung für all das parat hatte. Aber nichts. Er saß einfach nur da und hörte mir aufmerksam zu, erkannte ich aber keinen Hinweis darauf, dass vor mir wirklich ein ganz anderer RK800 saß. Also redete gleich weiter als ich keine Antwort bekam. Immerhin war dies nicht das Einzige, was mir noch auf dem Herzen lag. „Aber das ist nicht das Einzige, was mich beunruhigt. Auch wie du dich mir gestern gegenüber verhalten hast, als wir die anderen Tatorte untersucht haben und als wir nach Hause gefahren waren. Dass ... das warst irgendwie nicht du, verstehst du? Es war, als wärst du jemand anderes. Und als ich im Badezimmer war, da ... du hast mir weh getan ... Nein Er hat mir weh getan, er war da. Du warst er. Und ein Teil von mir, glaubt immer noch, dass du nicht der echte Connor bist. Dass du nur mit mir spielst, mich verwirren willst.

Zum Beispiel auch mit den Tabletten. Du hast gesagt, dass ich sie genommen habe und sie vermutlich für mein Verhalten verantwortlich sind, aber ich kann mich nicht daran erinnern, sie genommen zu haben. Auch hast du zugegeben, die Frau getötet zu haben und den echten Connor. Und jetzt weiß ich einfach nicht mehr was real und Fantasie ist.“ „Da ich mich aber nicht mehr daran erinnern kann die Tabletten genommen zu haben und die Nebenwirkungen, Halluzinationen und Albträume hervorrufen können, halte ich es deshalb nun vielleicht doch für möglich, dass ich nur halluziniert oder sogar geträumt habe. Dass ich dir Unrecht getan habe und wenn dem so ist, dann tut es mir wirklich schrecklich leid und ich hoffe ..., ich hoffe du kannst mir verzeihen. Ich brauche Hilfe Connor. Deine Hilfe. Hilf mir das alles zu verstehen und zu überwinden. Ich will nicht so sein und ich wollte dir ganz bestimmt nicht weh tun. Ich liebe dich Connor, ich will dich nicht verlieren!", Tränen rannen meinen Wangen hinab, während ich ihm mein Herz ausschüttete. Spürte plötzlich die Wärme seiner synthetischen Haut auf meinem Gesicht und blickte ihm daraufhin entschuldigend und mit geröteten Augen in die seinen. Wieder schenkte mir der RK800 einen mitleidigen Blick. Ich war mehr als gespannt darauf, was er nun zu all dem zu sagen hatte. Die Frage war nur, wollte ich es hören?

„(Y/N)! Hör mir mal zu. Du wirst mich nicht verlieren und es gibt auch nichts zu verzeihen. Ich werde dir jetzt etwas sagen und du musst mir ganz genau zuhören, ja?" seine Stimme wirkte ruhig und es hörte sich so an, als würde er mit einem Kind reden. Als wäre ich ein kleines Mädchen, dass nichts von der Welt da draußen verstand und dem man noch einiges über das Leben beibringen musste, damit es lernen konnte, in der grausamen Welt da draußen klarzukommen. So als wäre ich schwer von Begriff. Wieder brachten mich seine Worte zum Nachdenken. „Süße, wir waren gestern nicht in der Arbeit. Wir haben keinen Tatort untersucht, da wir gestern gar nicht das Haus verlassen haben. Du arbeitest schon seit Ewigkeiten nicht mehr im DPD. Erinnerst du dich?“ sagte er und bei seinen nächsten Worten, rutschte mir das Herz regelrecht in die Hose. Es war wie eine Welt, die für mich zerbrach und das in winzig kleine Einzelteile. Das konnte doch alles nicht der Wahrheit entsprechen ... „Und auch gibt es keinen falschen Connor. Ich bin der einzige RK800 der jemals zum Polizeidienst zugelassen wurde und das weißt du."
Der Android schüttelte daraufhin langsam seinen Kopf und sah mich an, als wäre ich wirklich nicht mehr ganz bei Sinnen. Er streichelte meine Wangen und lächelte liebevoll. Dabei legte er seinen Kopf etwas schief. „Du bist verwirrt Süße. Du bist krank! Das bist du schon seit wir uns kennen und als ich Gefühle für dich entwickelt habe, habe ich mir geschworen dich zu beschützen. Dass ich immer für dich da sein und für dich Sorgen werde und das habe ich auch Hank versprochen. Wir machen uns wirklich sehr große Sorgen um dich denn, das ist nicht das erste Mal, dass du solch eine Geschichte erfindest, nur um dich nicht daran erinnern zu müssen, was wirklich passiert ist", sagte er und jetzt war ich erst recht sprachlos. „Was wirklich passiert ist?", wiederholte ich ungläubig, erstmal musste ich versuchen Connors Informationen wie ein Puzzle zusammenzusetzen, damit sie einen Sinn ergaben was mir aber im ersten Moment, nicht wirklich gut gelingen wollte.  „Was ... was ist denn wirklich passiert Connor? An was soll ich mich nicht mehr erinnern wollen? Klär mich auf, na los mach schon.", doch wieder erwiderte der RK800 nichts darauf. Traurig und wütend zugleich, schüttelte ich meinen Kopf,  irgendetwas stimmte da nicht. Nein, diese absurden Informationen, konnte ich einfach nicht akzeptieren.

"Das alles ergibt doch überhaupt keinen Sinn, das alles ist doch Schwachsinn. Ich - bin - nicht - verrückt! Und zum Teufel nochmal, es gibt nichts, dass ich verdränge. Das was damals mit dem falschen Connor passiert ist, was er mir angetan hat, kann man überhaupt nicht verdrängen.
ER HÄTTE MICH FAST UMGEBRACHT! SO ETWAS WÜRDE ICH NIEMALS VERGESSEN, SO EINE HÖLLE KANN MAN NICHT VERGESSEN. DU LÜGST DOCH, DU LÜGST!"
Schrie ich ihn an. Ich war einfach nur noch am Verzweifeln, ich konnte ihm diese Geschichte einfach nicht abkaufen. Das war doch alles nur ein mieses Spiel. Das konnte nicht die Wahrheit sein. Nein, da steckte eindeutig der falsche Connor dahinter. Ich wollte mir diesen Schwachsinn nicht mehr länger anhören, wollte einfach nur raus aus dieser Hölle und frische Luft schnappen, einen Ort suchen, wo ich ganz für mich allein sein konnte.
„Ich muss hier raus. Ich höre mir das alles nicht mehr an!", sagte ich aufgebracht. Egal ob dies nun der Echte oder Falsche Connor war, ich würde keine Sekunde länger hierbleiben. Natürlich hatte ich aber die Rechnung ohne den Androiden gemacht.

„Du gehst nirgendwo hin (Y/N). Ich kann dich nicht in diesem Zustand nach draußen lassen." holte er dann etwas hinter seinem Rücken hervor, zuerst verstand ich nicht aber dann erkannte ich es. Eine Spritze.
„Tut mir leid!", entschuldigte der RK800 sich und kam langsam auf mich zu. „Ich mache mir wirklich große Sorgen um dich und ich werde dich nicht im Stich lassen. Vertrau mir." Ich konnte nicht glauben, was der Android jetzt vorhatte. Er wollte mich tatsächlich außer Gefecht setzen, mir eine Spritze ins Blut jagen damit ich das Bewusstsein verlor und er dann sonst was mit mir anstellen würde. „Nein. Leg das Ding weg. Das werde ich nicht zulassen. Du kannst mich nicht einfach hier festhalten, das ist Freiheitsberaubung. Ich..." doch unterbrach mich der Android, seine Worte machten mich nur noch wütender. Er versuchte es tatsächlich mit allen Mitteln, aber ich glaubte immer noch kein einziges Wort. Ich war nicht verrückt ... „Ich habe die Befugnis dich unter Narkose zu setzen sobald du eine Gefahr für dich oder andere darstellst. Du kannst nicht mehr klar denken (Y/N). Ich will das nicht tun, aber ich habe keine andere Wahl. Ich kann dich nicht gehen lassen. Mach es uns nicht schwerer, als es ist."
„NEIN, DAS LASSE ICH NICHT ZU!"
Schrie ich, dass ganze wurde einfach immer absurder. Ich und eine Gefahr? Er war es, der gefährlich war! Ich wollte gerade an dem Androiden vorbeilaufen, doch dieser ließ sich nicht davon abhalten und versuchte zu verhindern, dass ich das Haus verlassen konnte. Ich hätte nichts dagegen tun können, als er mich am Arm packte und mich zu sich zurückzog.

NEIN!", rief ich. „LASS MICH SOFORT LOS, DU VERDAMMTER MISTKERL. HIIILFEEE!"
Ich schrie, so laut ich nur konnte, wehrte mich gegen den RK800 worauf dessen Griff nur noch stärker wurde. Aber gab ich noch lange nicht auf um mich aus seiner Gewalt zu befreien. Trotz der schrecklichen Schmerzen die sein Griff verursachte, wehrte ich mich weiter mit Händen und Füßen, hörte dabei, wie er den Deckel der Spritze mit den Zähnen entfernte und ihn dann auf den Boden spuckte. „Hör auf dich zu wehren (Y/N)! Du machst es nur schlimmer. Ich will dir doch nur helfen!" Fast hätte ich angefangen zu lachen. Mir weiß zu machen ich wäre vollkommen verrückt, eine Geisteskranke die nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden konnte, nannte er also helfen? Und jetzt wollte er mich auch noch meines Bewusstseins berauben und mich hier gegen meinen Willen festhalten - wer war hier der Verrückte?
NEIN!"
Rief ich ein letztes Mal, bevor ich spürte, wie er die Spritze in mein Fleisch stach und mir die Flüssigkeit injizierte. Langsam wurde mir schwummrig vor Augen, spürte wie die Flüssigkeit sich in meinem Körper verteilte und mich nur noch dumpf die Worte des RK800 wahrnehmen ließ. „Es tut mir leid Süße. Vertrau mir, es wird alles wieder gut. Ich sorge für dich, du brauchst diesen Möchtegern RK800 nicht mehr. Du hast jetzt mich!"
Ich spürte dann nur noch, wie er mich langsam zu Boden ließ und mit der Hand über mein Haar fuhr. Die letzten Worte waren nur noch ein Flüstern, bevor ich endgültig das Bewusstsein verlor und mir endgültig bewusstwurde, dass ich doch nicht verrückt war ...

„Du gehörst jetzt mir!" ...
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