Bulletproof

KurzgeschichteHumor, Romanze / P12
Abbey Bartlet Jed Bartlet
31.07.2018
31.07.2018
1
1.776
2
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
 
31.07.2018 1.776
 
„Hallo Mister Präsident.“

Der amtierende Präsident, Josiah Bartlet, blieb wie angewurzelt auf der Türschwelle zum Oval Office stehen. Er konnte bei dem Anblick, der sich ihm gerade bot, förmlich spüren wie ein Großteil seines Blutes langsam hinab Richtung Süden floss. Und er wusste, dass es so manch anderem Mann ebenso ergangen wäre, hätte er die First Lady in diesem Moment sehen können. In Windeseile schloss Jed die Tür hinter sich und ignorierte die empörten Ausrufe von C.J. Cregg und Mrs. Landingham. Er wusste, dass es ziemlich unhöflich von ihm war aber darüber konnte er sich später weitere Gedanken machen und sich mit einem charmanten Lächeln bei den beiden Frauen entschuldigen. Viel wichtiger war jetzt etwas ganz anderes. Oder besser gesagt jemand.

Jed wandte sich um und starrte seine Ehefrau regelrecht an. „Abbey, was machst du denn hier?“, fragte er verwirrt und erregt zur selben Zeit obwohl die Frage eigentlich lauten sollte: ‚Was hast du da an‘.

Abigail Bartlet hatte es sich auf seinem Sessel bequem gemacht. Die Lehne weit nach hinten gestellt und die Füße lagen auf seinem massiven Schreibtisch. Sie trug einen smaragdgrünen Bleistiftrock, der in dieser Position viel von ihren schlanken Beinen zeigte. Eine weinrote Bluse, die eindeutig einen Knopf zu wenig zugeknöpft wurde, betonte ihre ansehnlichen, weiblichen Kurven. Die Haare fielen ihr leicht zerzaust in sanften Wellen bis zu den Schultern. Ihr hübsches Gesicht zierte ein verspieltes Lächeln. Schwarze Pumps rundeten das Bild ab. „Kann ich nicht einfach meinen hart arbeitenden Ehemann, nach einem langen Tag im Büro, gebührend willkommen heißen?“, fragte sie zuckersüß und zog ihre Nase leicht kraus als sie etwas breiter lächelte.

„Nun, das kannst du schon“, fing Jed vorsichtig an. Er wusste noch nicht genau, was hier gespielt wurde. Selbst nach all den Jahren konnte er nicht alle von Abbeys Stimmungen deuten. Sie war ein wunderschön verpacktes Rätsel. Ein Rätsel, das er mit Feuereifer und Genuss bis ans Ende seiner Tage versuchen würde zu lösen. „Aber warst du es nicht gewesen, die bei meinem Amtsantritt die Regel aufgestellt hat, nachdem wir niemals, und ich betone niemals sehr stark, etwas anderes hier drinnen tun werden außer zu reden und ein paar anständige Küsse auszutauschen. Und ich werfe eine, dass ich lautstark protestiert habe.“

Ihr Mann sah so zufrieden mit sich selbst und seiner Antwort aus, dass Abbey nicht anders konnte als leise zu lachen. „Oh mein süßer Brummbär, ich kann mich noch sehr lebhaft an deine Proteste erinnern … und an die darauf folgende Nacht als du mich für diese Regel bestraft hast“, erwiderte sie mit leiser, verführerischer Stimme.

Jed schluckte hart während er, mit den Händen auf dem Rücken verschränkt, am nicht existierenden Türschloss herumfummelte. Er liebte es wenn ihre Stimme so klang. Es klang beinahe so als wenn sie schnurren würde. „Das war eine fantastische Nacht gewesen“, stimmte er ihr zu. Und wie es das gewesen war. Am nächsten Morgen hatte sie einige Zeit gebraucht bis sie sich wieder richtig rühren konnten. Es war eine lange und ausdauernde Nacht gewesen. Und nicht zu vergessen der Morgen. Oh ja, der Morgen war auch grandios gewesen.

Als wenn sie seine Gedanken lesen konnte, leckte Abbey sich langsam über die Lippen und winkelte ihr rechtes Bein ein Stück an. Der Rock rutsche noch ein weiteres Stückchen nach oben. „Das war sie“, hauchte sie und hob ihre Hand. Sie fing an, an ihrem Zeigefinger zu knabbern und sah Jed dabei fortwährend in die Augen.

Das gab Jed den Rest. Mit großen, schnellen Schritten durchquerte er das Oval Office und umrundete seinen Schreibtisch. Sein Blick wanderte hungrig über seine Frau während er sich noch zu entscheiden versuchte, wo er anfangen sollte. Eine mehr als schwierige Wahl.

„Jed, hör auf so angestrengt nachzudenken.“ Abbey knöpfte einen weiteren Knopf ihrer Bluse auf und wedelte sich, ein wenig übertrieben, Luft zu. „Ist dir nicht auch so warm wie mir?“ Sie klimperte mit den Wimpern.

„In deiner Gegenwart ist mir immer warm … das passendere Wort wäre eigentlich heiß.“ Jed grinste Abbey verspielt an, beugte sich vor und legte eine Hand auf ihre Wange. „Und jetzt kommen wir zu der wichtigsten Frage überhaupt: bietest du mir gerade das an, was ich denke, dass du mir anbietest?“, fragte er begeistert.

„Oh Bärchen, natürlich reden wir gerade über Sex“, sprach Abbey das mehr als offensichtliche aus und zupfte verspielt an seiner Krawatte.

Jed verdreht mit einem gutmütigen Lächeln die Augen während seine Finger ihren Hals hinab streichen. „Ich weiß, dass wir über Sex reden, meine Honigbiene. Bei dem Thema passe ich immer auf. Aber wir reden hier vom Sex … im Oval Office.“ Er betonte die letzten drei Worte extra wobei er ihr nicht in die Augen sah. Er war viel zu sehr damit beschäftigt die Knöpfe ihrer Bluse einem nach dem anderen zu öffnen.

Abbey erschauderte wohlig als Jed den letzten Knopf öffnete, den Stoff zur Seite strich und dann mit den Fingerspitzen den Rand ihres Spitzenbh‘s entlangfuhr. Schon vom allerersten Augenblick an hatte sie es genossen, wenn Jed sie berührte. Egal ob es eine flüchtige, unschuldige oder mehr als eindeutige Berührung war. Sie genoss es in vollen Zügen. „Genau davon spreche ich, Mister Präsident.“

Jed sah zu wie Abbey seine Hand umfasste, die Beine vom Tisch nahm und aufstand. Sie lehnte sich gegen den Schreibtisch und zog ihn dicht an sich heran. Sofort legte er eine Hand auf ihren Oberschenkel und schob den Rock nach oben ehe er sich zwischen ihre gespreizten Beine stellte. Sanft streichelte er über die Innenseite ihres Oberschenkels. „Wenn wir erstmal angefangen haben, gibt es kein Zurück mehr“, warnte er sie leise.

„Sehe ich so aus als wenn ich jetzt aufhören will?“, fragte Abbey mit vor Erregung heiserer Stimme während sie seine Krawatte lockerte und die oberen Knöpfe seines Hemdes öffnete. „Ich habe den ganzen Tag an nichts anderes denken können. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie schwer es mir gefallen ist, diesen altbackenen und steifen Politikerehefrauen zu zuhören oder mich davon abzuhalten, sie einfach rauszuschmeißen.“ Sie hob den Kopf und knabberte an seinem Kinn. „Ich weiß nicht einmal mehr über was wir gesprochen haben.“

Mit einem tiefen Stöhnen stürzte sich Jed regelrecht auf seine Frau und küsste sie voller Verlangen. Abbey erwiderte den Kuss mit einem verzückten Stöhnen und krallte sich augenblicklich an seinem Hemd fest. Der Kuss eskalierte schnell und wie aus weiter Ferne registrierte Jed, dass irgendetwas klirrend zu Boden gefallen war. Doch so schnell wie der Gedanken gekommen war, war er auch sogleich wieder verschwunden als Abbey anfing an seiner Zunge zu saugen. Jed umfasste ihre Hüften und hob Abbey ohne weitere Mühen auf den Schreibtisch.

Ungeduldig schob er die Bluse beiseite und löste sich schwer atmend aus dem Kuss. Abbey schien genau zu wissen, was nun kommen würde und legte den Kopf zur Seite um ihm mehr Spielraum zu geben. Den ihr Mann augenblicklich ausnutzte. Er leckte und knabberte an ihrer delikaten Haut wobei ihre Seite rauf und runter streichelte.

„Jed“, murmelte Abbey verzückt und legte eine Hand in seinen Nacken um ihn so noch dichter an sich zu drücken.

„Gleich, Abbey, gleich … auch wenn es gegen den Sinn eines Quickies spricht … ich will dich genießen.“ Jed hob den Kopf und schob die Träger des BHs ihre Schultern hinab. Er küsste sich von der rechten zur linken Schulter bis er langsam mit seinen Lippen weiter tiefer wanderte.

Abbey spürte wie ihre Brustwarzen härter wurden und sie drückte die Fingernägel in seinen Nacken wobei sie die Beine hastig fest um ihn schlang. Mit der anderen Hand nestelte sie ungeduldig an seinem Reißverschluss herum. Als sie die Aufgabe gemeistert hatte, lächelte sie triumphierend. Einer ihrer Pumps rutschte ihr vom Fuß und landete dumpf auf dem dicken Teppichboden. Sie keuchte auf als Jed ihre Hüften umfasste und sie mit einem Ruck fester an sich presste. Dabei stieß er sich das Knie.

„Ruhig, Tiger, ich gehe nirgendwo hin. Ich will nicht allen erklären müssen, warum du humpelst wenn wir hier fertig sind“, murmelte Abbey abgelenkt als ihr Mann anfing ihren Rock über ihre Hüften zu schieben.

Jed hob den Kopf und lächelte seine Frau Jugendhaft charmant an. „Ich will kein Risiko eingehen, meine Zuckerschnute. Wer weiß o-“

Die Türen zu beiden Seiten des Oval Office wurden mit solcher Wucht aufgestoßen, dass sie gegen die Wand krachten. Der Präsident schlang schützend die Arme um die First Lady, die vor Schreck aufschrieen hatte während über ein Dutzend Secret Service Agenten von beiden Seiten in den runden Raum stürmten. Alle hatten ihre Waffen gezogen und sahen grimmig entschlossen drein.

Abigail und Josiah Bartlet rührten nicht einen Muskel und langsam aber sicher kehrte ebenfalls Ruhe bei den Agenten rein, die begriffen, was hier gerade geschah. Einer nach dem anderen sicherte seine Waffe und verstaute sie wieder sicher in seinem Holster. Fehlalarm. Es bestand zu keiner Zeit eine Situation, die das Leben des Präsidenten bedrohte. Die Agenten machten hastig Platz als Ron Butterfield in das Oval Office trat. Ein Blick auf das Geschehen genügte und er verstand. Er wandte sich seinen Mitarbeitern zu. „Fehlalarm. Zurück auf eure Posten“, befahl er kurz und knapp und blieb absichtlich mit dem Rücken zu den Bartlets stehen.

Jed nutzte diese Gelegenheit augenblicklich. Sein Gesicht hatte die Farbe der Bluse seiner Frau angenommen während er hastig den Reißverschluss hochzog. Er half Abbey vom Schreibtisch herunter, die währenddessen hastig ihre Bluse wieder zuknöpfte. Auch Jed hatte ein paar Knöpfe zu knöpfen aber an die verschwendete er keine Gedanken. Mit geübten Handgriffen richtete er den Rock seiner Frau und schenkte ihr ein, wie er hoffte, beruhigendes Lächeln.

„Sir, Ma’am“, machte Agent Butterfield auf sich aufmerksam. Er drehte sich jedoch noch immer nicht zu ihnen um. „Ich kann davon ausgehen, dass sie den Alarm versehentlich betätigt haben?“

Jed räusperte sich laut und nickte; auch wenn der Agent es nicht sehen konnte. „Ja, es war … ein Versehen“, bestätigte er hastig während sein Blick auf seinem Hemd ruhte, das er gerade zuknöpfte. Derweil beugte Abbey sich vor und zog sich hastig ihren fehlenden Pumps wieder an.

„Gut, Sir. Ich werde mich jetzt mit meinem Team treffen … zur Auswertung des Vorfalls.“ Ron Butterfield räusperte sich und er richtete seine perfekt sitzende Krawatte einige Male. „Ich weiß, es geht mich nichts an, Sir aber … ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn das der einzige Vorfall dieser Art bleiben würde. Auch wenn es eine gute Übung für die Agents ist, Sir.“

„Keine Sorge, Ron, das wird sicher nicht noch einmal vorkommen“, versicherte Jed ihm umgehend und schob dabei die Hände tief in seine Hosentaschen. „Nun … zumindest nicht hier“, fügte er halblaut hinzu.

Das entsetzte Aufkeuchen der First Lady und ein lautes „Jed!“ war das letzte, was Ron Butterfield hörte als er mit zügigen Schritten das Oval Office verließ.
Review schreiben