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Insanity Love

von mairio
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Het
Access Time Chiaki Nagoya Fynn Fish Marron Kusakabe Miyako Toudaiji OC (Own Character)
30.07.2018
06.03.2020
34
130.375
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20.09.2019 2.128
 
Chapter 28: Drastic Measures

Eine weitere Stunde verging bis Fin und Access endlich zurückkehrten.
In der Zeit hatten Maron und Chiaki sich voneinander ferngehalten, hatten nicht mal miteinander geredet. Sie saß wartend auf dem Sofa und schaute Fernsehen, während er hinter ihr einige Meter entfernt in der Küche am Tresen saß.
Sie geht mir aus dem Weg, dachte Chiaki sich. Der Gedanke schmerzte ihn nicht. Natürlich nicht. Nichts schmerzte ihn.
Es war einfach nur ein simpler Fakt, dass sie ihn ab jetzt mied.
Er erinnerte sich an das Verlangen, was er vorhin noch verspürt hatte.
Es war merkwürdig, dass dieses Verlangen sich von anderen Gefühlen abhob. Dass es durch diese Leere durchdrang.
Und er begehrte niemanden so sehr wie Maron.
Als er sie in den Armen hielt und sie küsste, fühlte er sich wie, als könnte er aus diesem gläsernen Käfig ausbrechen, welches ihn mit dieser Leere erstickte. Es war wie, als könnte diese Begierde nach ihr alles niederbrennen und ihn frei lassen.
Doch womöglich hatte sie Recht. Es war besser, dass Maron sich von ihn fernhielt, solange er sich in diesem Zustand befand.
Er sah, wie Fin und Access durch die Fenster geflogen kamen, sich in ihre menschengroße Form verwandelten und ihm gegenüber Platz nahmen. Maron erhob sich von Sofa und setzte sich auf dem Stuhl neben ihn hin.

Zwanghaft versuchte Maron ihn nicht anzuschauen. Ein Blickkontakt allein tat ihr im Herzen weh.
„Wie war die Dämonensuche?“, fragte sie die Engel.
Fin zuckte mit den Schultern. „Sind keine in der Stadt. Wird wahrscheinlich eine ruhige Nacht heute sein.“
„Das ist gut“, brachte Maron entgegen und biss sich auf die Unterlippe. „Oder schlecht. Denkt ihr Satan hat irgendwas vor?“
Die beiden Engel verschränkten synchron die Arme vor der Brust und zogen eine Augenbraue hoch, im Sinne von „Das fragst du noch?“
Sie wusste, dass es eine dumme Frage war.
„Der hat immer was vor“, antwortete Chiaki mit monotoner Stimme. Maron warf ihm einen scharfen Seitenblick zu.
Gerade als Fin etwas sagen wollte, stoppte Access sie mit seiner Rückhand vor dem Gesicht.
„Bevor wir uns allerdings die schlauen Köpfe zerbrechen, was der liebe Herr der Unterwelt für böse Sachen aufhecken könnte, hätte ich eine wichtige Frage an euch“, sagte er. Während Fin ihn irritiert anschaute, zogen Access’ Mundwinkel sich zu einem grimmigen Lächeln leicht nach oben. Seine bernsteinfarbenen Augen wanderten von Maron zu Chiaki, blieben für einige lange Sekunden bei ihm haften. „Spuck’s aus, Kumpel, was hast du getan?“
Maron fiel erschrocken der Mund auf. Chiaki zog etwas erstaunt die Brauen hoch.
„Ihr wisst wovon ich rede, also braucht ihr auch nichts zu verleugnen“, fügte Access hinzu.
„W-Was- …Wie-… Woher-“, wollte Maron fragen, als der dunkelhaarige Engel ihr ins Wort fiel.
„Ich kenne Sindbad nicht seit gestern“, verdrehte Access seine Augen, „Ich habe sofort gesehen, dass mit ihm etwas nicht stimmte, als ihr uns in der Hölle rausgeholt habt. Im Himmel wirkte er normal, aber hier er ist wieder anders.“
„Worum geht’s hier?“, fragte Fin verwirrt zu, völlig ahnungslos über das was gerade vorging.
„Ich habe mir meine Emotionen genommen“, sagte Chiaki schließlich. „Um den Fluch, der auf mir und Maron lastet zu entkommen.“
Mit offener Mund sah die Grünhaarige ihn schockiert an. „Du hast was?!“
„Ich schätze mal, du hast es nicht mehr ausgehalten. Irgendwo auch verständlich“, erwiderte Access, die Stimme täuschend gelangweilt.
„Es war schon so weit gekommen, dass Maron’s Heilkräfte nicht mehr funktionierten“, erklärte Chiaki. „Und sie fast gestorben wäre.“
Maron’s Gesicht wurde zu einer ausdruckslosen Maske.
Access nickte verstehend. „Aber im Grunde genommen löst das euer Problem mit dem Fluch doch, oder? Ich meine, wir wissen alle wie ätzend der für euch ist.“ Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und sah zwischen den beiden Kaitos hin und her und wandte sich wieder seinem Partner zu. „Ich denke, du bist besser dran, wenn du so bleibst.“
Entgeistert blickten ihn die Mädels an.
„Nein, bin ich nicht“, sagte Chiaki. Trotz der Bitterkeit seiner Worte, war seine Stimme tonlos. „Ohne meine Emotionen, ohne meine Gefühle, bin ich mein schlimmstes selbst. Ich lüge und manipuliere.“
„Lügen und Manipulieren gehört zum Kaito-Job dazu“, entgegnete Access.
„Jetzt weißt er aber nicht, wo seine Grenzen sind“, warf Maron ein.
„Ich mache schlechtere Entscheidungen“, sprach Chiaki weiter, „Mir kann man nicht vertrauen. Jemand der nichts fühlt, der nicht mal Schmerzen spürt – so jemanden würde ich selbst nicht trauen. Ich würde nicht wollen, dass so jemand Entscheidungen anderer trifft. Würdest du?“
Access überlegte. „Schwer zu sagen.“
„Ich würde so jemand nicht vertrauen“, kam es von Fin murmelnd.
„Als ich meine Emotionen im Himmel wieder hatte, da war ich fähig zu realisieren, wie miserabel ich ohne sie bin.“
„Wir müssen diesen Bann, den er sich aufgesetzt hat, irgendwie brechen“, wendete Maron bestimmt ein.
Access nickte verstehend, tauschte mit Fin einen kurzen Blick aus und sah die beiden Diebe ernst an.
„Du willst es wirklich?“, fragte er Chiaki.
„Ja“, antwortete dieser, zeigte ihm auch die Gravierungen auf seinem Pentagramm.
Access warf einen kurzen anerkennenden Blick darauf. „Gut, da bin ich froh. Dass du wenigstens den Willen dazu hast, aus dem Käfig ausbrechen zu wollen“, sagte der Engel.
„Wir wissen allerdings auch, dass ihr als Grundengel gegen schwarze Magie nichts machen könnt“, sagte Maron resigniert, „Dass selbst die stärksten Erzengel nichts machen können.“
„Das ist auch wahr“, bestätigte Fin seufzend.
Für einen Moment tauschten sich die Engel wieder stumme Blicke aus, als würden sie ohne Worte miteinander kommunizieren können. Es war ungewohnt die beiden so vertraut miteinander zu sehen, aber gleichzeitig freute sich Maron für sie.
„Ich habe aber eine Idee.“ Access blickte ernst in die Runde. „Und die setzt drastische Maßnahmen voraus. Ich kann nicht garantieren, ob es klappt und der Gedanke, es auszuführen ist ziemlich…unangenehm, um es harmlos auszudrücken.“
„Was auch immer es ist“, sagte Chiaki. „Machen wir es.“
Access nickte und sein Blick wanderte zu Maron. „Ihr müsst es beide wollen und dafür bereit sein.“
„Ich tue alles, um den Chiaki zurück zu bekommen, den ich liebe“, sagte sie entschlossen.
Fin warf ihr ein kleines, mitfühlendes Lächeln zu.
„Was schlägst du vor?“, fragte Maron den dunkelhaarigen Engel.
„Die Emotionen aus ihm herausfoltern“, antwortete dieser plump.
Maron sah ihn entsetzt sowie schockiert an.
Foltern?!
„Schmerz ist überall. Schmerz ist einfach und schnell zu empfinden“, erklärte Fin in einem sachlichen Ton, „Wenn Chiaki es schafft, was zu empfinden, dann ist der Bann auch gebrochen.“
„Und wozu braucht man mich?“, fragte die Braunhaarige.
„Als eine Art Absicherung, dass es auch wirklich funktioniert.“ Access verzog unangenehm das Gesicht., „Wie gesagt, mir gefällt das selbst nicht, aber eine andere Möglichkeit fällt mir nicht ein. Wenn sich die Schmerzen auf dich übertragen, dann wissen wir auch hundertprozentig, dass der Bann gebrochen ist.“
„Hört sich nach einer guten Idee an“, kam es von Chiaki.
Maron warf ihm einen Seitenblick zu. Der alte Chiaki hätte nicht gewollt, dass sie verletzt wird. Sie selbst wollte nicht, dass er verletzt wird.
Aber wenn das die einzige Lösung ist? Sie presste sich die Lippen zusammen, schaute allen fest in die Augen.
„Okay. Machen wir es.“
***

Einige Minuten später saßen Maron und Chiaki sich auf Stühlen festgebunden gegenüber, die Hände an den Armlehnen befestigt. Dies war seine Idee, damit keiner von beiden einen Rückzieher machte.
Widerwillig gingen die Engel darauf ein. Fin war von der gesamten Idee am wenigsten begeistert. Access wirkte angespannt.
Beide passen darauf auf, dass ihre Partner sich nicht in Lebensgefahr brachten und sofort zur Stelle waren, sobald ihre Heilkräfte nicht mehr wirkten.
Maron blickte Chiaki in die Augen und schluckte. Dann wandte sie sich an die Engel. „Wir sind bereit.“
Seufzend fuhr Access sich durch die Haare und ließ dann kleine Blitze in seiner Hand erscheinen.
„Ich fange an meine Idee zu bereuen“, murmelte er.
„Dann hättest du sie nicht vorschlagen sollen“, entgegnete Chiaki.
Seufzend rollte Access mit den Augen und hielt ihm die blitzende Hand über den Arm. „Bereit?“
„Halt dich nicht zurück“, sagte Maron, worauf er sie überrascht anschaute und nickte.
Als er Chiaki seine Hand auf den Arm legte, zuckte dieser zwar etwas mit den Augen, verzog jedoch keine Miene. Auch Maron spürte nichts.
„Nichts“, sagte sie. Fin stand mit verschränkten Armen hinter ihr.
„Gar nichts?“, fragte sie nach.
„Nein“, kam es von Chiaki und Maron gleichzeitig.
Sie sah, wie mehr Blitze aus Access Hand kamen.
Die Prozedur wiederholte sich für die nächsten Minuten, Stunden – jedoch erfolglos.
Maron konnte schon Brandwunden auf Chiaki’s Arm erkennen, die auch wieder verheilten. Sein Gesichtsausdruck wirkte bitter. Ein dünner Schweißfilm war auf seiner Stirn.
Maron selbst konnte spüren, wie die Frustration in ihr von Mal zu Mal immer größer wurde. Schweiß stand ihr auf der Stirn. Auch Access und Fin stand die Frustration in ihren Gesicht geschrieben.
So wird das nichts, ging es ihr zerknirscht durch den Kopf.
„Access, warte-“ Abrupt hielt der Engel inne. Verwundert blickten alle Maron an. „Versuch das mal an mir.“
Fin blickte sie alarmierend zu ihr runter. „Maron!“
„Was soll es bringen?“, fragte Chiaki.
Ihre braunen Augen trafen auf seine. „Mein Chiaki würde nicht wollen, dass ich verletzt werde. Wenn dir daran was liegt, dann zeig es mir.“
Etwas regte sich in seinen Augen.
„Die volle Ladung?“, fragte Access unsicher. „Das könnte einen normalen Menschen lebensbedrohlich verletzen.“
Wir sind nicht normal, dachte Maron sich augenrollend. „Die volle Ladung“, sagte sie, nahm tief Luft und schloss ihre Augen.
Im nächsten Moment spürte sie, den brennenden Schmerz auf ihre Haut. Ihre Hände krallten sich so fest an den Lehnen, dass die Knöchel weiß wurden. Hart biss sie sich auf die Lippe, um nicht zu schreien.
Schweratmend öffnete sie ihre Augen, um zu sehen, dass Chiaki ebenfalls schwer atmete. Sein Blick ließ ihren nicht los.
Dann bemerkte Maron, wie ihre Wunde am Arm verheilte.
„Nochmal.“ Die Engel neben ihr wurden blass.
Doch selbst nach drei weiteren Malen kamen sie nicht weiter.
„Maron, hör auf. Du schadest dir nur selbst”, hörte sie Chiaki sagen.
„Er hat recht“, kam es von Fin besorgt.
Sie warf ihm einen scharfen Blick zu. Die Haare klebten ihr schweißgebadet an der Stirn. „Glaub mir, dass hier ist nichts im Vergleich zu den Schmerzen in meinem Herzen. Nicht, dass du es verstehen könntest.“
„Ich verstehe-“
„Nein, tust du nicht!“, unterbrach sie ihn. Atemlos drehte Maron ihren Kopf zu Fin um. „Binde mich los.“
Der Engel zögerte. „Was hast du vor?“, verlangte Fin zu wissen, die Stimme verängstigt.
Maron ging nicht auf ihre Frage ein. „Bitte. Binde. Mich. Los.“
Widerwillig tat Fin wie ihr geheißen.
Für einen ruhigen, angespannten Augenblick rieb Maron sich ihre Handgelenke und stand anschließend auf.
Erschrocken sahen die Engel ihr zu, wie sie aus der Küche ein großes Messer holte. Was die beiden ihr sagte, hörte sie nicht. Alles in ihr war nur auf Chiaki fixiert.
Sie sah, wie sich alles in ihm anspannte.
„Chiaki.“ Maron stand mit dem Messer vor ihm, schnitt ihm die Fesseln an den Händen ab.
„Was hast du vor?“, fragte er und stand vom Stuhl auf.
Sie ignorierte die Frage, griff nach seinen Handgelenk. Kurz fuhr sie die Messerspitze seinen Arm entlang. Eine Blutspur quellte raus.
„Spürst du das?“
Als Antwort blickte Chiaki zu seinem Arm runter, wo der Schnitt schon verheilte.
Sie seufzte leise, die Augen blickten ausdruckslose auf das Messer.
Plötzlich ließ Maron von ihm los und richtete die Spitze auf sich. „Ich sorge dafür, dass du etwas empfindest.“
Ihre Stimme war unheimlich ruhig.
Er atmete schwerer und schneller. „Du bist wahnsinnig.“
„Wohl wahr...“, gab sie zu, „Aber ich will, dass mein Chiaki zu mir zurückkehrt. Dafür tue ich alles. Und ich will, dass du meinen Schmerz spürst.”
Nicht-
Bevor irgendwer eingreifen konnte, hatte Maron sich schon das Messer in den Bauch getrieben.
In der Sekunde, schnappte Chiaki hörbar nach Luft. Die Augen schockiert groß, das Gesicht kreidebleich. Völlig erstarrt sah er zu, wie Maron auf die Knie ging und zu Boden fiel.
In der Sekunde, ging er zu ihr runter, nahm sie in seine Arme und zog ihr das blutige Messer raus.
„Ma-ron...oh Maron-….“, murmelte er mit zitternde Stimme in ihre Haare.
Sie sah zu ihm auf und triumphierendes Lächeln bildete sich auf ihren Lippen, als sie das Blut unter seinem T-Shirt sah. Sie wusste, dass es nicht ihr Blut war.
„Spürst du es?“, fragte sie leise.
Er antwortete nicht. Sie brauchte auch keine Antwort. Alles was sie wissen wollte, war in seinen Augen abzulesen. Schmerz, Angst, Erleichterung, Fürsorge, Liebe – alles.
„Oh Gott!“ Access und Fin eilten sofort auf ihre Partner zu und heilten ihre Wunden.
Nachdem beide völlig verheilt waren, warf Maron sich weinend in Chiaki’s Arme.
„Bitte, tu das nie wieder“, sagte er, drückte sie fest an sich und drückte seine Lippen auf ihren Kopf.
Schluchzend nickte sie in seiner Brust.
Im Hintergrund konnte sie die Engel erleichtert aufatmen hören.
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