Insanity Love

von mairio
GeschichteRomanze, Fantasy / P16
30.07.2018
18.05.2019
21
104176
7
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
Ein ruhiges, relativ ereignisloses Kapitel, welches mir gemischte Gefühle bereitet...
Trotzdem viel Spaß beim Lesen! ^^

--------------------------------------------------

Chapter 17: Peaceful Moments

Leicht überrascht wachte Maron am nächsten Tag auf, als sie statt ihrer gewohnten weißen Zimmerdecke zu einer hölzernen aufschaute. Sie drehte sich zu ihrer Rechten und blickte in Chiaki’s schlafendes Gesicht. Er hatte einen Arm auf ihrer Taille ruhen. Hinter ihm strahlte das helle Licht der Sonne durch das Fenster.
Maron stützte sich mit dem Ellenbogen etwas ab, um über seine Schulter nach draußen zu schauen. Sie vermutete, dass es bereits Mittag war. Von dem was sie sehen konnte, waren keine Menschen in der Nähe der Hütte vorzufinden.
Leise seufzend ließ sie sich wieder auf die Matratze nieder.
Im nächsten Moment schlugen die Erinnerungen von der gestrigen Nacht wie eine Welle auf sie ein und die Röte stieg ihr bis über beide Ohren das Gesicht hoch.
Oh mein Gott!, ging es ihr wiederholt durch den Kopf. Verspätet stellte sie auch leicht verwundert fest, dass Chiaki in Boxershorts und T-Shirt bekleidet da lag und sie selbst ihre Unterwäsche und ihr Shirt anhatte. Bei dem Gedanken, dass er sie angezogen hatte, wurde Maron noch roter als sie schon war. Ihr Herz machte ein paar schnelle Sprünge.
Für einen kurzen Moment schloss sie verlegen ihre Augen und atmete einmal tief durch.
Erinnerungsfetzen flackerten vor innerem Auge auf – wie Chiaki sie aus dem Wasser getragen hatte, wie er sie küsste. Wie er und sie sich einander hingaben.
Seine Liebesgeständnisse hörte sie noch klar und deutlich in ihrem Kopf.
Und sie erinnerte sich daran, wie sie ihm sagte, dass sie ihn liebte.
Ja, sie liebte ihn. Das konnte sie nicht mehr länger verleugnen. Weder sich selbst, noch ihm.
Als Maron nach einigen Sekunden die Augen wieder öffnete und in sein immer noch schlafendes Gesicht blickte, entkam ihr ein kleines, warmes Lächeln.
Elektrisierende Glücksgefühle breiteten sich in jeder Faser ihres Körpers aus und ihr Herz begann vergnügt zu flattern.
Sie liebte es ihm beim Schlafen zuzusehen. Sie liebte es ihn so friedlich und sorgenfrei zu sehen.
Und sie wünschte sich, dass diese ruhigen Augenblicke wie diese, für immer andauern würden. Dass sie einfach die Zeit anhalten und alle Sorgen und Probleme vergessen könnten.
Doch Maron wusste, dass die Realität sie beide einholen wird.
Gedankenverloren strich sie ihm ein paar wilde Strähnen aus dem Gesicht.
Im selben Moment drehte Chiaki seinen Kopf ins Kissen rein und runzelte die Stirn.
Leicht öffneten sich seine Lider und seine braunen Augen trafen auf ihre.
Seine Mundwinkel zogen sich automatisch nach oben. Auch ihr Lächeln wurde breiter.
„Ein Engel schaut mir beim Schlafen zu…“, murmelte er verschlafen, „So geschmeichelt ich mich auch fühle… ein bisschen unheimlich ist das schon.“
„Unheimlich? Du schaust mir auch dauernd beim Einschlafen zu.“
„Das ist was anderes.“
Maron rollte mit den Augen.
„Wie spät ist es?“, fragte er im nächsten Moment und schloss die Augen wieder.
„Keine Ahnung“, antwortete sie ihm, nachdem sie ihren Blick kurz den Raum schweifen ließ, „Hier hängt keine Uhr und mein Handy hab ich in meiner Tasche in Miyako’s Auto gelassen. Soll ich aufstehen und dein Handy ho-“
„Nein, lass.“ Chiaki drückte Maron sanft ins Bett zurück, ehe sie Anstalten machen konnte aufzustehen. „Ich habe mein Handy sowieso nicht dabei“, nuschelte er und sprach daraufhin etwas klarer: „Vergiss die Uhrzeit. Manchmal ist es besser, es nicht zu wissen. Genießen wir einfach diese ruhigen Momente. Nur du und ich. Zu zweit. Allein.“
„Okay…“, stimmte sie ihm leise kichernd zu und fuhr mit dem Finger leicht seine Gesichtskonturen nach, „Hab ich dir eigentlich schon mal gesagt-“
„-wie unglaublich perfekt ich aussehe?“, vollendete er grinsend. „Bisher noch nicht.“
„Das wollte ich nicht sagen!“
„Doch wolltest du. Hör auf es zu verleugnen.“
Als Antwort verdrehte Maron nur ihre Augen, die Wangen verräterisch rot angelaufen.
Chiaki blinzelte einige Male bis er sie mit einem wacheren Blick anschaute.
Plötzlich verschwand für ein Moment sein Lächeln.
„Gestern war dein Geburtstag”, sagte er, Bedauern war in seiner Stimme herauszuhören.
„Oh“, brachte sie nur entgegen, „Ehm, ja…“
Daraufhin zog er sie näher an sich heran, drückte ihr ein paar zärtliche Küsse auf ihrem Gesicht sowie auf die Lippen. „Alles Gute nachträglich, mein Engel“, grinste Chiaki sie verliebt an und strich mit seinen Fingern durch ihre langen Haare.
„Danke“, lächelte Maron verlegen.
„So unglaublich und besonders die gestrige Nacht auch war… Ursprünglich hatte ich andere Pläne gehabt, wie wir deinen Geburtstag verbringen“, merkte er schmunzelnd an.
Maron zog neugierig eine Braue hoch. „Was hättest du denn vorgehabt?“
Mit einem geheimnisvollen Lächeln schwieg Chiaki sie an. Irritiert zog sie ihre Augenbrauen zusammen und zuckte anschließend mit den Schultern.
„Bereust du es?“ Er sah sie leicht besorgt an.
Verlegen blickte sie runter. Anschließend schüttelte Maron lächelnd den Kopf. „Keine einzige Sekunde.“
„Gut. Ich wüsste nämlich nicht, wie ich von dir noch loskommen würde. Wie verführerisch du gestern aussahst…“ Chiaki lehnte schelmisch grinsend sich zu ihr nach vorne und wisperte ihr ins Ohr: „Und wie du meinen Namen geschrien hast… davon könnte ich nicht genug bekommen.“
Mit tomatenrotem Gesicht schnappte Maron sich das Kissen hinter ihrem Kopf, setzte sich auf und schlug auf ihn ein. Amüsiert musste er laut auflachen.
„Du bist süß, wenn du rot wirst.“
„Gott, hör auf zu reden…!“
„Bring mich dazu.“
Daraufhin legte sie eine Hand auf seine Wange, beugte sich herunter und küsste ihn innig.
„Ich liebe dich“, wisperte Maron inmitten des Kusses. Ein breites Lächeln bildete sich auf seinen Lippen und der Kuss wurde für einen Moment fordernder.
„Ich liebe dich auch“, erwiderte Chiaki, als sie sich lösten, er ihr liebevoll über die Wange strich und gleichzeitig ein paar Strähnen aus dem Gesicht entfernte. Anschließend legte er seine Arme um sie und senkte sie den Kopf auf seine Brust.

Für einige Minuten lagen sie eng aneinander gekuschelt da, bis Maron die Stille durchbrach:
„Gab es eigentlich jemals einen Moment, wo du mich gehasst hast?“, fragte sie mit einem unsicheren Blick.
Völlig entgeistert sah Chiaki sie an. „Nein. Wieso sollte ich?“
„Keine Ahnung… Auch nicht als ich mich die letzten Tage auf diese Flirts von den ganzen Typen eingelassen habe?“
„Hm… Da muss ich zugeben, dass ich Hass verspürt habe“, gestand er, „Allerdings auf die ganzen Kerle und ich hätte am liebsten jeden einzelnen von ihnen den Nacken gebrochen.“
Maron verzog bei der Aussage entsetzt das Gesicht. „Wie kannst du sowas mit so einer ruhigen Miene sagen?“
„Beruhig dich. War nur ein Scherz.“
„Ein ziemlich schlechter… Aber diese skrupellose Seite sollte ich eigentlich von dir bzw. Sindbad kennen.“
Mit einem milderen Blick blickte Chiaki zu ihr herab und gab ihr einen Kuss auf den Kopf.
„Ich konnte es bloß nicht leiden, dass die sich alle meinem Mädchen genähert haben“, sagte er, „Und ich könnte dich nie im Leben hassen… Hatte ich vorher schon nicht und werde ich auch niemals können. Wenn ich ehrlich bin, fand ich dich von Anfang an faszinierend.“
„Als wir uns zum ersten Mal als Diebe begegnet sind?“
„Ja. Und als ich dich damals vor den Snackautomaten gesehen habe… Ich hatte schon so ein Gefühl, dass du mir irgendwoher vertraut vorkamst. Natürlich macht jetzt alles Sinn.“
Sie nickte und seufzte. „Ich hab gelogen, als ich dir letztens sagte, dass ich dich hassen würde…“
„Ich weiß ja jetzt, wieso du das gesagt hast.“
Beide bekamen einen ernsten Gesichtsausdruck und die Atmosphäre zwischen ihnen wurde bedrückend. Maron erhob sich und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand an. Chiaki tat dasselbe, legte ihr zusätzlich einen Arm um die Schultern. Seine Finger strichen ihr im Rhythmus federleicht über den Oberarm.
„Was machen wir nun?“, fragte sie, „Nichts wird an unsere Gefühle ändern… Wie leben ein gefährliches Leben, in der wir nicht drum rum kommen, verletzt zu werden oder in Gefahr zu geraten. Es muss doch trotzdem eine Lösung geben diesen Fluch zu stoppen?“
Nachdenklich presste er sich die Lippen zusammen und sah nach draußen.
„Noyn behauptet, der ist nur gebrochen, wenn einer von uns oder wir beide sterben.“
„Wer ist Noyn?“
„Ein Arsch.“
Maron rollte trocken mit den Augen. „Natürlich…“
Chiaki stieß einen tiefen Seufzer aus. „Er ist ein Dämonenritter und gehört zu Satan’s treuesten Handlangern. Nahezu sowas wie seine rechte Hand“, erklärte er, „Früher war er auch ein Mensch und hatte denselben Fluch durchlebt. Mit Jeanne d’Arc.“
Ihre Augen wurden erstaunt groß. „Die Jeanne d’Arc?“
Er nickte.
„Wow… das ist wirklich traurig“, entgegnete sie mitfühlend.
„Mein Mitleid hält sich in Grenzen.“
„Hmm… Eine weitere Möglichkeit wäre, wenn wir als Kaitos aufhören…“
Chiaki stieß einen verächtlichen Laut aus. Maron warf ihm einen ernsten Blick zu. „Die Option wird wohl leider auch nicht möglich sein“, fügte sie seufzend hinzu.
Verneinend schüttelte er kaum merklich den Kopf. „Für mich gibt es sowieso keinen Weg raus“, sprach er mit Bitterkeit aus und sah zum Esstisch rüber, wo ihr Kreuz und sein Anhänger lagen.
Sie folgte seinem Blick schweigend und musste schlucken.
Ihr wurde mehr und mehr bewusst, wie eng diese unsichtbaren Fesseln um ihn herum waren. Und wie sehr ihre eigenen Hände gebunden waren, denn letztendlich konnte sie nicht einfach aufhören Jeanne zu sein. Das Schicksal der Welt lastete schließlich in ihren Schultern.
„Wenn der Teufel besiegt ist… wärst du dann frei?“, fragte sie leicht unsicher.
Chiako zog verblüfft eine Augenbraue hoch.
„Ich denke…“, antwortete er nach einigen Sekunden und blickte nachdenklich zu den Tisch wieder rüber.
Maron nahm die Antwort einmal nickend zur Kenntnis und dachte ebenfalls nach. Ihre Mission war es sowieso die Welt vor dem Untergang zu bewahren. Den neuesten Kenntnissen nach zu urteilen, würde sie nicht nur für die Menschheit kämpfen, sondern auch für Chiaki’s Freiheit.
Und was ist, wenn ich versage?, ging es ihr zweifelnd durch den Kopf.
Ein unbehagliches Gefühl breitete sich in ihrer Magengegend aus. Nervös spielten ihre Finger mit dem Stoff der Bettdecke.
„… Angeblich kann mir das Ding einen Wunsch erfüllen“, hörte sie Chiaki auf einmal in einem monotonen Ton sagen.
Aus den Gedanken gerissen schnellte Maron ihren Kopf zu ihm hoch. „Ein Wunsch?“, fragte sie irritiert und schaute zum Tisch rüber, „Der Anhänger?“
„Ja, Satan hat es mir damals mit etwas Magie versehen, im Sinne von ‚da du geschworen hast mir treu zu dienen, darfst du dir zur Belohnung jederzeit etwas wünschen. Seien es Frauen, Macht oder Geld…‘ - sowas in der Art…“
„Jeden erdenklichen Wunsch? Dann können wir uns doch wünschen, dass der Fluch behoben wird, oder?“, fragte Maron in einem hoffnungsvollen Ton.
Chiaki behielt seine reglose Miene bei.
„Keine Chance. Der Fluch basiert auf uralte Mächte des Universums. Gegen sowas kommt ein mickriges Bisschen Magie nicht an.“
„O-Okay…“ In Nullkommanichts verschwand der Funke Hoffnung wieder. „Und was ist, wenn wir uns die Engel frei wünschen? Läge das im Rahmen?“
„Ich bezweifle, dass Satan es zulässt, dass wir mit seiner Macht seine Gefangenen befreien.“
Genervt stöhnte sie auf. „Wieso erwähnst du den Wunsch dann, wenn er nur mit irgendwelchen Einschränkungen verbunden ist?! Bist du dir überhaupt sicher, dass es einen Wunsch gibt?“
„Ich wollte einfach erwähnt haben, okay?“, fuhr Chiaki sich frustriert durch die Haare. „Ich würde mich sowieso nicht auf solche Teufelsmagie verlassen…“, merkte er zusätzlich an, „Die sind immer irgendeinem mit einem Haken verbunden. Also vergessen wir es. Lassen wir die Finger davon.“
„Da hast du wahrscheinlich Recht…”, stimmte sie ihm resigniert zu.
„Wir werden diesen dämlichen Fluch schon überstehen“, hörte sie ihn mit Zuversicht sagen, „In gewisser Weise… hatte er uns die letzten Male das Leben gerettet. Wir konnten uns immer gegenseitig zur Hilfe kommen, dank dieser Verbindung.“
„Wow“, entgegnete Maron sarkastisch, „Dafür war ich öfter dem Tode so nahe wie die letzten drei Jahre nicht.“
Chiaki konnte sich darauf ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen. „Außerdem wir haben immer noch unsere Heilkräfte. Bis jetzt haben wir alles relativ gut überstanden.“
„Bis jetzt… Wir wissen nicht, um wie viel schlimmer der Fluch noch gehen kann. Fin sagte, umso intensiver die Gefühle, umso schlimmer wird es.“
„... Denkst du nicht, dass wir stark genug sind und dagegen ankommen können?“, fragte er und sah ihr eindringlich in die Augen.
Maron biss sich zögernd auf die Lippe. „Doch… Ich will daran glauben, dass wir stark genug sind. Dass unsere Liebe stark genug ist“, gestand sie.
Nach der gestrigen Nacht gab es für beide sowieso kein Zurück mehr.
Sie liebte ihn genauso viel, wie er sie liebte und allein die Vorstellung von ihm getrennt zu sein, versetzte ihr einen schmerzhaften Stich ins Herz.
„Und trotzdem habe ich Angst…“, flüsterte sie und sah beschämt weg.
Chiaki legte ihr einen Finger unters Kinn und drehte sie so, dass sie ihm wieder direkt in die Augen sah. „Du bist nicht allein… Ich bin bei dir“, sprach er sanft auf sie ein, lächelte ermutigend und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Vergiss das nicht. Zusammen sind wir unschlagbar.“
Maron erwiderte das Lächeln gerührt. Ihre Hand fand seine und ihre Finger verschränkten sich fest ineinander. Wiedermals verspürte sie dieses kribbelnde Gefühl durch ihren Körper fahren. Ein Gefühl, welches ihr Geborgenheit und Kraft gab.
Ein Gefühl, welches nur Chiaki ihr geben konnte.
Ja, mit ihm an ihrer Seite fühlte sie sich durchaus stark und unbesiegbar.
Sie küsste ihn sanft auf die Lippen. „Ja… zusammen schaffen wir das.“

Anschließend rutschte sie vom Bett runter und nahm ihre restlichen Klamotten in die Hand, um sich anzuziehen.
„Fluch hin oder her… noch wichtiger ist wohl, dass wir uns überlegen, wie wir die Engel retten.“
Chiaki nickte. Mittlerweile war er ebenfalls aufgestanden und zog sich an. „Ich würde vorschlagen, dass wir uns präzise darauf vorbereiten und trainieren. Wenn du es verkraftet kannst, die Uni zu schwänzen.“
„Trainieren?“
„Ja. Es wäre sonst Selbstmord dort aufzutauchen. Die Dämonen dort sind um weiteres stärker als die, die hier sich herumtreiben.“
Maron musste schlucken. „Okay…. Verstehe. Dann schätze ich mal, dass wir auch nicht morgen aufbrechen werden?“
„Nein“, schüttelte er bestimmt den Kopf, „In fünf Tagen brechen wir auf.“
„Fünf Tage?!“ Sie drehte sich mit einem erschrockenen Ausdruck zu ihm um. Inzwischen waren beide vollständig angezogen. Ihre Klamotten waren noch etwas feucht und rochen stark nach Salzwasser. „So lange können wir Fin und Access doch nicht warten lassen!“
„Zeit in der Hölle funktioniert anders als hier. Mal langsamer, mal schneller“, wendete Chiaki ein, eine Hand in die Hosentasche gesteckt, „Wenn dort beispielsweise wenige Minuten vergehen, können hier Stunden, Tage bis zu Wochen vergehen. Ist ziemlich inkonsistent. Die Welt selbst kann sich auch in innerhalb von Augenblicken verändern.“ Er hielt kurz inne und rieb sich seufzend den Nacken. „Auf jeden Fall werden sie so lange schon überleben. Sie beide sind hart im Nehmen. Außerdem hat Access mir versichert, dass sie durchhalten werden. Und ich vertraue auf sein Wort.“
Maron atmete tief durch, lief im Raum unruhig auf und ab.
„Okay“, sagte sie schließlich und warf die Hände in die Luft, „Okay. Du hast Recht. Mal wieder! Die Stimme der Vernunft hat gesprochen.“ Frustriert stieß sie Luft zwischen den Zähnen aus. „Bereiten wir uns so gut wie möglich vor. Schließlich vertrauen die beiden darauf, dass wir sie lebend daraus holen und uns nicht in den sicheren Tod stürzen.“
„Keine Sorge. Es wird schon alles gut werden. Vertrau mir.“
Maron blickte Chiaki an und nickte. „Ich vertraue dir.“
Anschließend nahm er ihre Hand und gemeinsam verließen sie die Hütte.
Er führte sie zu seinem Auto, welches einige Straßen vom Strand entfernt geparkt war.
„Ich weiß gar nicht, wie ich es gestern unfallfrei hierher geschafft habe…“, murmelte er trocken. „Aber zum Glück kam ich noch rechtzeitig.“
„Danke“, erwiderte Maron beschämt, „Für alles.“  
„Nichts zu danken“, grinste er und öffnete ihr die Beifahrertür, „Ich sagte doch, ich werde dich beschützen.“
Beide stiegen in sein Wagen ein und fuhren im nächsten Augenblick los.
„Gott… habe ich einen Hunger!“, stöhnte Maron auf und warf ihren Kopf in die Lehne zurück, „Ich habe seit gestern Mittag nichts mehr gegessen…Und es ist jetzt-… schon 16:57?!“, rief sie überrascht aus, als sie auf die Uhr im Auto sah.
Chiaki nahm das schulterzuckend zur Kenntnis. „Ich bereite uns zu Hause was zu.“
„Ehm…“ Verlegen kratzte sie sich den Kopf. „So gern ich auch bei dir sein will, könntest du mich für heute zu mir nach Hause fahren? Ich würde gerne meine Klamotten wechseln… Außerdem habe ich Miyako versprochen, dass ich heil nach Hause komme. Und ich will ihr nicht noch mehr Sorgen bereiten, als ich es schon getan habe.“
Er warf ihr einen leicht verwunderten Seitenblick zu. Sie verstand seinen Blick sofort.
„Oh, habe ich dir noch gar nicht gesagt. Ehm, nun... Ich habe ihr alles erzählt.“
„Alles?“
„Japp.“
„Okay...“, brachte er nach einigen Sekunden perplex entgegen, „Wahrscheinlich hattest du die letzten Tage auch jemand zum Reden gebraucht.“, fügte er verständnisvoll hinzu.
Maron nickte bestätigend. „Und du weißt, dass ich ihr vertraue. Sie wird uns schon nicht ihrem Vater ausliefern.“
„Ich weiß.“
„Stattdessen will sie mir bzw. uns helfen soweit sie kann.“
„Okay.“
Sie sah eindringlich zu ihm rüber. „Vertraust du ihr?“
Chiaki hatte sein Blick auf die Straße fixiert.
„Ich vertraue dir“, antwortete er ruhig, „Und wenn du ihr vertraust, dann werde ich es auch tun. Dann schätze ich mal, sehen wir uns morgen erst wieder.“
„Ja.“ Kurz sah sie aus dem Fenster und beobachtete wie die Umgebung an ihr vorbeizog. „Mir fällt ein, der Dämon von gestern läuft immer noch frei durch die Gegend rum“, sprach sie verbittert.
„Wenn er wieder auftaucht, machen wir ihm die Hölle heiß“, entgegnete er.
Sie stimmte ihn bejahend zu.
Es dauerte schließlich nicht lange bis das Paar vor dem Orléans angekommen waren.
Chiaki stieg wie gewohnt als erster aus, um Maron die Tür zu öffnen.
Gemeinsam liefen die beiden rein und er begleitete sie noch zum siebten Stock hoch.
„Ich werde mich bei dir melden“, grinste sie ihn an.
Er konnte sich ein kleines Lachen nicht verkneifen. „Ruh dich für heute aus“, sagte er und legte eine Hand auf ihre Wange.
Maron schmiegte sich liebevoll an seine Handfläche an.
„Ich liebe dich“, sagte sie, ging einen Schritt auf Chiaki zu und küsste ihn zärtlich.
„Ich liebe es, wenn du das sagst“, erwiderte er grinsend, seine Stirn an ihre angelehnt und versiegelte ihre Lippen zu einem weiteren, innigen Kuss, „Ich liebe dich auch, mein Engel“, wisperte er zurück.
***

Wenige Minuten später fuhr Chiaki zu seinem Wohnkomplex nach Hause. Während er den Aufzug hochfuhr, dachte er über viele Dinge nach. Und alle drehten sich um Maron.
Auch wenn er ihr den Mut zugesprochen hatte, dass sie gemeinsam den Fluch überstehen werden - so plagten auch ihn gewisse Zweifel und Bedenken.
Er wollte sie um jeden Preis beschützen. Doch wie konnte er sie beschützen, wenn es sie letztendlich auch gleichzeitig verletzen konnte?
„Umso intensiver die Gefühle, umso schlimmer wird es“, wiederholte er ihre Worte in Gedanken.
Eine Idee ging ihm durch den Kopf, die er jedoch sofort wieder verwarf.
Vergiss es... das ist absurd!, mahnte er sich. Außerdem wollten wir die Finger davon lassen…!
Die Fahrstuhltür ging auf und ihm entkam ein schwerer Seufzer. Auch wenn er heute nicht viel gemacht hat, so fühlte er sich dennoch ziemlich ausgelaugt und erschöpft.
Womöglich lag es am Stress der letzten Tage. Sowie am Hunger.
Überrascht blieb Chiaki vor seiner Haustür stehen, als er eine vertraute Gestalt davor hocken sah.
„Na endlich!“, rief Touya aus und erhob sich schnell, „Ich hatte schon die Befürchtung gehabt, ich müsste noch eine Nacht hier ausharren!“
„W-Was machst du hier, Kirishima?“, fragte der Blauhaarige irritiert.
„Dir deine Tasche zurückbringen.“ Der Angesprochene hob die besagte Tasche hoch. „Die hattest du gestern fallen gelassen.“
Chiaki fasste sich innerlich stöhnend die Stirn. Fast hätte er vergessen, dass Touya seinen Zusammenbruch miterlebt hatte. Mit einem kritischen Gesichtsausdruck nahm er seine Tasche dankend an.
„Und dir sollte bewusst sein, dass das nicht der einzige Grund ist, weshalb ich auf dich gewartet habe“, rollte Touya mit den Augen, steckte sich die Hände in die Hosentasche und musterte sein Gegenüber ernst an. „Ich kann übrigens das Salzwasser bis hierher riechen“, merkte er an, „Schätze mal, du warst diesmal wirklich schwimmen gewesen?“
Chiaki blickte kurz von seiner Tasche zu ihm auf und wieder runter. Für wenige Sekunden war es still, bis er sich ermüdet mit der Hand über das Gesicht strich und hörbar aufseufzte.
„Fein. Komm rein“, gab er sich geschlagen und schloss die Tür auf, „Lass mich vorher zuerst duschen. Danach stehe ich dir Rede und Antwort.“
„Hast du bei dir vielleicht was zu essen? Ich habe mir nur vor ein paar Stunden was geholt und jetzt sterbe ich vor Hunger.“
„Fühl dich frei die Küche zu benutzen. Bedien dich. Wäre allerdings nett, wenn du mir auch was machst.“
Deal!“ Touya steuerte direkt zur offenen Küche zu, öffnete den Kühlschrank und schaute sich dessen Inhalt an.
Damit lief Chiaki ohne Weiteres die Treppen zum oberen Stockwerk der Wohnung hoch.

Eine halbe Stunde später, kam er frisch geduscht und in neuen Klamotten -bestehend aus schwarzer Jogginghose und grauem T-Shirt- wieder in die Küche runter. Nun saßen beide Männer sich gegenüber und aßen Sandwiches, die Touya zubereitet hatte.
Schweigend.
Chiaki hatte in seinem Leben einige merkwürdige Dinge erlebt. Zu erleben, dass Touya dazu fähig war länger als fünf Minuten die Klappe zu halten, gehörte für ihn zu diesen Dingen dazu.
Auf dem Tresen standen noch eine Flasche Whisky sowie zwei Gläser.
Alkohol könnte nicht schaden…, dachte er sich ironisch. Er hatte kein Bedürfnis das Gespräch als Erster anzufangen.
Weitere zehn Minuten vergingen bis der Rothaarige endlich die Stille durchbrach:
„Also-…als du gestern losgestürmt bist, hast du Maron’s Namen gesagt…Hast du sie gefunden?“, fragte er wie beiläufig, ohne von seinem Teller auszusehen.
„Ja“, entgegnete Chiaki knapp, starrte ebenfalls ausdruckslos in die Leere.
„War sie zufällig im Meer gewesen?“
„Ja, war sie“, antwortete er ihm nach kurzem Zögern.
„Geht es ihr gut?“
„Den Umständen entsprechend.“
„Verstehe.“ Touya schaute schließlich zu ihm auf und überlegte sich seine nächste Frage genau. „Und… zwischen euch ist alles wieder in Ordnung?“
Chiaki sah nun ebenfalls zu ihm auf. „Einerseits ja, andererseits… schwer zu erklären.“
Für einige Minuten wurde es wieder still. Inzwischen hatten beide fertig gegessen, hatten sich Whisky eingeschenkt und nippten nun an ihren Gläsern.
„Okay, gehen wir es anders an-“, setzte Touya an, den Ellenbogen auf dem Tisch abgestützt und schwenkte in kreisenden Bewegungen sein Glas. „Ich weiß, dass ihr beide ein Geheimnis habt. Und ich weiß, dass du -nach allem was gestern passiert ist- mir dennoch nur das Nötigste sagen wirst, um dieses Geheimnis zu bewahren.“
„Kann gut möglich sein“, bestätigte Chiaki. Er nahm einen großen Schluck von seinem Glas. Den brennenden Geschmack des Alkohols hieß er herzlich willkommen.
„Hm.“ Touya sah ihn mit einem ernsten Blick an. „Mit anderen Worten, du vertraust mir nicht.“
„Warum sollte ich auch?“
„Weil ich ein vertrauenswürdiger Mensch bin.“
„Vertrauen muss man sich verdienen.“
„Ich weiß. Ich haben auch einen guten Grund, weshalb du mir vertrauen musst, Nagoya.“
Der Blauhaarige zog desinteressiert eine Augenbraue hoch. „Und das wäre?“
Sein Gegenüber beugte sich etwas nach vorne. „Ich weiß, dass ihr beide Jeanne und Sindbad seid“, flüsterte er ihm zu.
Dies ließ Chiaki erschrocken innehalten. Eigentlich wollte er eine neutrale Miene beibehalten, doch seine Körpersprache und seine schockierter Blick verrieten ihn letztlich.
Zufrieden grinste Touya in sich hinein.
„Woher weißt du das?“, fragte Chiaki, bevor er sich stoppen konnte.
„Ich hatte meine Vermutung.“ Der Rothaarige lehnte sich kühn in seinem Stuhl zurück. „Aber deiner Reaktion nach zu urteilen, weiß ich es nun hundertprozentig. Ebenso, weil du es nicht verleugnest.“
Chiaki verfluchte sich dafür innerlich, doch fürs Lügen war es nun wirklich zu spät. Und nach allem, würde es auch nichts nützen.
„Wie hast du es herausgefunden?“, verlangte er zu wissen.
„Ganz einfach…” Touya nahm ein Schluck von seinem Glas, ehe er weitersprach, „Es war ein bisschen kurios, wenn ich allein dir und Maron von Yusuke’s verändertem Verhalten erzähle und am selben Abend tauchen wie aus dem nichts Warnungen von Jeanne und Sindbad auf, die es interessanterweise auf sein Armband abgesehen hatten, wovon niemand Bescheid wusste außer ihr beiden.“
Erstaunt starrte Chiaki ihn an „Also hattest du seit knapp zwei Wochen deine Vermutungen über uns gehabt?“
„Japp.“
„Und du hast es all die Tage für dich behalten?“
„Klar! Oder sehe ich so aus als würde ich die Cops auf euch loshetzen?“, entgegnete Touya.
„Wieso hast du nichts gesagt? Jeder andere hätte sofort die Polizei gerufen.“
„Weil ich nicht wie jeder andere bin. Und weil mein Instinkt mir sagt, dass ihr keine gewöhnlichen Diebe seid. Allein die Tatsache, dass Yusuke nach dem Überfall wieder ganz er selbst wurde, brachte mich zum Nachdenken.“
Für einen Moment war Chiaki sichtlich perplex. Er biss sich nachdenklich auf die Lippe, nahm tief Luft und nickte einmal. „Okay… Ich schätze mal, man kann dir vertrauen?“
„Sag ich doch“, kam es als Antwort mit einem leichten Grinsen.
„... Wir sind keine gewöhnlichen Diebe“, offenbarte Chiaki schließlich.
„Gut. Kommen wir zu meiner nächsten Frage-“ In einem Zug trank Touya sein Glas leer. „Wieso stehlt ihr? Ich wüsste nämlich nicht, was ihr beide mit einem gewöhnlichen Lederarmband wollt. Und was passiert mit den Opfern, vor und nach eurem Besuch? Und was zum Teufel ist gestern mit dir passiert?“
„Das ist mehr als eine Frage.“
„Sei kein besserwisserisches Arsch und beantworte mir einfach alles.“
Chiaki blickte für eine Weile in sein leeres Glas und sah anschließend mit einem ernsten Gesichtsausdruck auf.
„...Glaubst du an Gott und Teufel? An Engel und Dämonen?“
Sein ehemaliger Schulkamerad krauste überrascht die Stirn. „Was wäre, wenn ich Ja sage?“, kam es nach kurzer Überlegung als Gegenfrage.
„Dann würde ich dir sagen, dass sie durchaus existieren.“
„Okayyy...“ Touya schnappte sich die Whiskyflasche und schüttete sich ein weiteres Glas voll. „Das kann noch ein interessantes Gespräch werden...“, murmelte er und sah Chiaki erwartungsvoll an, „Dann schieß mal los! Wie hängt alles miteinander zusammen?“
Er seufzte.
Und ehe Chiaki sich versah, begann er ihm alles zu erzählen.
Vielleicht lag es am Alkohol, vielleicht lag es auch an seiner inneren Erschöpfung - doch die Worte sprudelten regelrecht aus ihm heraus.
Er konnte nicht einschätzen wieso, doch in gewisser Weise tat es gut mit einer externen Person über alles zu reden. Auch wenn er es nicht offen zugeben würde.
Touya hörte ihm aufmerksam zu, sagte bis zum Ende kein Wort.
Ab und an entkam ihn ein Seufzer oder er krauste ungläubig die Stirn.
Dann wurde es wieder still zwischen den beiden. „Wow… All die Jahre in der ich dich kenne, habe ich mir innerlich gewünscht, dass du zur Hölle fährst und dabei gehörst du schon längst dort.“
„Aus dem Grund, habe ich jemanden wie Maron eigentlich nicht verdient. Sie ist viel zu gut für mich… Aber gleichzeitig kann ich mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Ich liebe sie, gerade weil sie alles Gute auf Welt repräsentiert.“
„Wie rührend. Wirklich süß… Da kann ich in eurem Fall nur sagen: Gegensätze ziehen sich an.“
„Da ist das Universum anderer Meinung“, entgegnete Chiaki sarkastisch.
„Hm-Mhm. Hört sich wirklich beschissen an.“ Touya sah sich gedankenverloren in der Wohnung um. „Das ist alles wirklich verrückt. Richtig crazy. Aber ich bin nicht jemand, der das Unfassbare ausschließt. Für einen Moment dachte ich gestern wirklich, du würdest vor meinen Augen verrecken.“
„Dachte ich auch.“
„Kurze Klarstellung-“ Der Rothaarige zog verwirrt die Brauen zusammen. „Wenn einer von euch stirbt, stirbt der andere dann mit?“
„Nein. Man würde nur die körperlichen Schmerzen und Qualen des anderen spüren, aber richtig sterben würde man nicht. Allerdings…“ Chiaki hielt inne und musste schwer schlucken. „Maron zu verlieren, wäre für mich sowieso gleichbedeutend mit dem Tod. Also, tja - je nachdem wie man es interpretieren will, würde ich mit ihr sterben“, zuckte er emotionslos mit den Schultern.
„In eurer Haut will man wirklich nicht stecken…“
Darauf gab ihm Chiaki keine Antwort und fragte stattdessen: „Und was willst du jetzt mit all dem neuen Wissen machen? Außer es für dich behalten.“
Touya zuckte mit den Schultern. „Bin ich der Einzige, der von euch weißt?“
„Uhm, nein.“ Chiaki schüttelte mit dem Kopf. „Maron hatte Miyako anscheinend auch alles erzählt.“
„Miyako? Die Polizeitochter in Person?“, lachte der andere ungläubig und zugleich amüsiert auf.
„Laut Maron wird sie uns nicht bei ihrem Vater verpfeifen und -wenn möglich- uns ihre Hilfe anbieten.“
Touya nickte verstehend. „Dann mache ich dasselbe.“
Ungläubig blickte Chiaki ihn an. „Uns helfen?“
„Klar. Ich bin ein guter Beobachter. Wenn irgendwas ist, kann ich euch Bericht erstatten und ihr checkt die Lage. Ansonsten kann ich mit dir hier zusammensitzen, einen Trinken und du redest dir die Last von den Schultern.“
Daraufhin erhob sich Chiaki augenrollend von seinem Stuhl. „Ich brauch keinen Seelenklempner“, wandte er sich von ihm ab.
Touya stand ebenfalls auf und folgte ihm ins Wohnzimmer. „Ach komm. Du hast dir eben nicht ohne Grund die Seele vom Leib geredet.“
„Mein Grund war, dass du mich mit Fragen durchlöchert hast und keine Ruhe gabst, bis ich dir Antworten gegeben habe.“
„Wie du meinst, Nagoya.“
„Nerv nicht, Kirishima“, murmelte der Angesprochene, „Es ist schon spät. Du findest selbst hinaus?“ Gerade als er die Treppen zum Schlafzimmer hochgehen wollte, hörte er seinen Gast noch sagen, „Eigentlich wollte ich mich hier aufs Ohr legen.“
Mit einem entgeisterten Blick lief Chiaki drei Stufen wieder runter.
„Geh gefälligst nach Hause.“
„Alter, ich hab Alkohol im Blut. Ich kann unmöglich fahren“, warf Touya gähnend ein und machte sich bereits auf dem Sofa gemütlich.
„Ich sagte auch, dass du gehen sollst.“
„Da wäre ich bin morgen unterwegs.“
„Wäre nicht mein Problem.“
„Geh schlafen und find dich damit ab!“, rief Touya ihm mit erhobenem Mittelfinger zu.
Entnervt stöhnte Chiaki auf und begab sich ohne weitere Diskussionen schließlich ins Bett.

Am nächsten Morgen war Maron mehr als überrascht ihren rothaarigen Kommilitonen anstatt ihren Freund an Chiaki’s Haustür zu sehen.
„Was machst du denn hier?“, fragte sie Touya verwundert, als er ihr die Tür öffnete und rein ließ.
„Dir auch einen guten Morgen, Kamikaze-Diebin“, grinste er sie frech an und gähnte.
Wie versteinert blieb Maron mitten in der Wohnung stehen und blickte erschrocken drein.
Touya schmunzelte leicht. „Beruhig dich, Süße. Dein Freund und ich haben alles geklärt.“
Noch mehr Fragezeichen bildeten sich in ihrem Kopf.
„Wo ist Chiaki denn?“
„Oben. Schlafen, denk ich?“
„Okay…? Und wieso nochmal bist du hier?“
„Habe hier übernachtet“, zuckte Touya unbekümmert mit den Schultern, „Nagoya und ich haben gestern ein wenig unter Männer gequatscht und getrunken.“
„Gequatscht und getrunken?“, blinzelte Maron ihn erstaunt sowie ungläubig an, „Wie ganz normale Menschen?“
Er nickte grinsend. „Stundenlang.“
„Gottverdammt. Wieso ist es so laut hier?“, sprach im nächsten Moment eine genervte Stimme.
„Chiaki!“, rief Maron erfreut, als sie ihren Freund die Treppen runter kommen sah, auf ihn zuging und zur Begrüßung küsste.
„Maron, was machst du hier?“, kam es von ihm überrascht.
„Ich habe mich von Miyako herfahren lassen, bevor sie zur Uni fuhr“, erklärte sie, „Ich hab dir zehn Nachrichten hinterlassen und versucht anzurufen, aber es ging nichts durch?“
„Oh…“ Beschämt fuhr er sich mit einer Hand über das Gesicht. „Habe vergessen mein Handy aufzuladen.“
„Man soll den Frauen keine Sorgen bereiten, Bruder!“, warf Touya am anderen Ende des Raumes ein.
„Du bist ja immer noch hier“, stöhnte Chiaki entnervt auf.
„Bin auch gleich weg. Dann lasse ich euch Turteltauben allein“, entgegnete der andere, zog sich seine Jacke und verabschiedete sich anschließend von dem Paar.
Nachdem Touya weg war, wandte sich Maron mit einem amüsierten Ausdruck zu Chiaki um.
„Seid ihr über Nacht irgendwie Freunde geworden?“
„Freunde ist weit hergeholt“, murmelte er trocken, „Verbündete trifft es vielleicht besser.“
„Verbündete? Erzählst du mir während des Frühstücks, wie es zu diesem ‚Bündnis‘ kam?“, fragte sie belustigt kichernd und imitierte mit ihren Fingern ein paar Hasenohren.
Nickend zog er Maron in seine Arme, gab ihr einen Kuss auf den Kopf und hielt sie für eine Weile fest.
„Nach dem Frühstück fangen wir mit unserer ersten Trainingseinheit an“, kündigte er mit einem Grinsen in der Stimme an. „Keine Sorge, ich werde dich nicht so hart rannehmen.“
„Unterschätz mich nicht, Freundchen.“ Sie sah herausfordernd zu ihm hoch. „Du wirst schon auf dem Boden liegen, bevor du deinen ersten Move machen konntest.“
Lachend legte er einen Arm um ihre Schultern. „Flirte nicht mit mir“, warnte er sie und ging mit ihr schließlich in die Küche.
Review schreiben
'