Blaue Flammen.

von Aikoy
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Marco der Phoenix
29.07.2018
12.08.2019
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#6 Wahrhaftigkeit.

Mühevoll setzt du dich auf, blickst in die strahlendblauen Augen deines Freundes. Er lächelt dich sanft an. Qualvoll versuchst du dich ebenfalls zu einem Lächeln zu zwingen – erfolgslos.

Doch er lächelt dich weiter an, streicht dir eine Haarsträhne aus dem Gesicht, hinter dein Ohr zurück.
„Ich liebe dich,“ flüstert er, platziert seine Hand an deinem Kopf und verhindert so, dass du den Blick abwenden kannst.
Heiß findet eine einzelne Träne den Weg deine Wange hinab. „Nein,“ ist alles was du zwischen geschlossenen Lieben hervorbringst. Er konnte nicht lieben. Nicht mehr.

„Doch,“ erwidert er ohne seinen Blick abzuwenden, „es gibt keinen Grund, der etwas an meiner Liebe zu dir ändern würde, yoi.“
Müde schließt du deine Augen, dieses Gespräch hattet ihr seit dem Unfall schon häufiger geführt. „Du weißt warum nicht,“ flüsterst du, „ich bin nur noch ein Krüppel und eine Belastung.“

Du hörst es rascheln und spürst wie der Druck seiner Hand von deinem Kopf verschwindet. Dann hörst du ihn sagen, „für mich könntest du niemals eine Belastung sein, es mir egal, dass du im Rollstuhl sitzt, es ändert nichts an meiner Liebe für dich. Jetzt nicht und auch in Zukunft nicht. Vertrau mir bitte.“

Er machte eine Pause, „und wenn du deine Augen öffnest, siehst du, dass ich es absolut ernst meine.“ Eine erneute Pause, „und auch, wenn der Zeitpunkt gerade unpassend und passend zugleich ist, so glaube mir, dass ich dieses Vorhaben schon sehr viel länger plane als du es wahrhaben willst.“

Von der Neugier gepackt hebst du leicht ein Augenlid, nur um wenige Sekunden beide Augen aufzureißen und ihn sprachlos anzusehen.
„Möchtest du mich heiraten?,“ fragte er ohne zu zögern und du kannst in seinen Augen die Wahrhaftigkeit seiner Worte erkennen.
Schwach nickst du, bekundest deine Zustimmung und lässt zu, dass die Tränen unablässlich ihren Weg finden.

- 300 Wörter Triple-Drabble-