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Der Lohn der Todsünden

GeschichteMystery / P16 / Gen
Catherine Corrigan Derek Rayne OC (Own Character) Philip Callahan Rachel Corrigan
29.07.2018
29.07.2018
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29.07.2018 9.628
 
"Linnéa ... deine Mutter und ich haben momentan einfach ein paar Probleme, aber ich verspreche dir, dass wir uns wieder zusammenraufen, auch wenn es noch eine Weile dauert. Und wir lieben uns wirklich sehr und wir lieben alle unsere Kinder, mach dir deshalb bitte keine Gedanken." Sie nickte. "Und was ist mit ... Allegra? Freut ihr euch auch auf Allegra?" Ihr Vater lächelte. "Sicher. Mit Allegra, das ist etwas kompliziert, aber ja wir lieben auch sie ... immerhin ist sie ein Teil von unserer Familie wie ihr alle. "Aber ... du bist immer noch sehr verletzt, wegen einigen Sachen die Mama zu dir gesagt hat." Er sah seine Tochter eine Weile an. "Woher weißt du das?" Sie lächelte etwas bitter. "Das sieht man Papa, wenn man dir in die Augen schaut. Man kann den Schmerz und die Traurigkeit erkennen. Er schluckte. "Geh doch wieder zu Kat, ich komme gleich nach. Deine Oma hat mir vorher eine Message auf's Mobiltelefon geschrieben, dass sie uns zum Kaffee erwartet und sie zusammen mit Tilly Lebkuchen gebacken hat. Und ach ja, ich habe organisiert, dass auch Samantha, Jan, Christina und Lucas kommen, dann reite ich mit euch allen aus." Das dunkelhaarige Mädchen mit den strahlend blauen Augen sprang fröhlich auf. "Juhuuu, darf ich dann auch zum ersten Mal auf Chrysafenios reiten?" rief sie laut und rannte in das Wohnzimmer zu Kat, der sie lachend in die Arme stürmte. Ihr Vater blieb zurück und seufzte.
Der Höllenfürst betrat kurz darauf ebenfalls das Wohnzimmer. Er setzte sich neben Kat, die Linnéa auf dem Schoß hatte. "Linnéa, auch wenn ich dich jetzt vielleicht etwas enttäuschen muss ... auf Chrysafenios wird vorerst noch Samantha reiten, bis ich ihr ein eigenes Pferd gekauft hab. Du wirst noch ein wenig warten, bis du allein reiten darfst. Aber ich nehme dich bei mir mit. So bekommst du schon mal ein Gefühl für's Reiten und wenn du drei Jahre bist, erlaube ich dir auf Chrysafenios zu reiten ... vielleicht auch schon früher, wenn ich merke, dass du auf dem Pferd sicher bist." sagte er sehr liebevoll. Das kleine Mädchen verbarg ihr Gesicht jedoch auf der Brust ihrer Tante und schmollte. "Dein Papa hat recht Kleines. Du bist mit deinen fast zwei Jahren einfach noch zu klein. Reite mit deinem Papa zusammen, so dass Samantha auch mit kann und wenn sie ihr eigenes Pferd hat, dann seht ihr weiter. Dein Papa hilft dir dann bestimmt, dass du auch bald alleine reiten kannst." Langsam nickte Linnéa und sah ihren Vater fragend an. Dieser nickte ebenfalls. "So und nun zurück an den Tisch und an deinen Platz. Maurice hat extra für dich einen leckeren Nachtisch gezaubert, kleine Naschkatze." sagte Sandalephon mit einem Lächeln. "Oh prima, ja, Vanillepudding mit Erdbeeren, das mag ich richtig gerne!" rief Linnéa und ihr Vater sah ungläubig zu, wie eine riesige Schüssel Dessert in dem kleinen Mädchen verschwand. Zufrieden rieb sie sich danach den Bauch und meinte: "Jetzt bin ich satt - und es war total lecker, danke Maurice." Der Koch grinste.
Etwa eine Stunde später, trafen der Höllenfürst und seine Tochter auf Norderney im Eingangsbereich ein. Selvaggia kam auf die beiden zu sie nahm Linnéa auf den Arm küsste sie und flüsterte. "Geh mal in euer Spielzimmer, Lucas wartet schon auf dich." Das kleine Mädchen strahlte und rannte sofort los. Dann wandte sie sich ihrem Mann zu. Sie umarmte ihn und zog ihn an sich, so dass er an seinem Bauch die Bewegungen von Allegra wahrnehmen konnte. Er erwiderte die Umarmung und sah sie wortlos an als sie zu reden begann.
"Lucifer, schön dass du wieder da bist. Ich habe auch eine Überraschung für dich und wie geht es mit Linnéa voran? Kann sie bald wieder in die Kita gehen?" Er seufzte kurz wegen dem Redefluss seiner Frau. "Sie kann morgen wieder gehen." Selvaggia lächelte. "Sehr schön, dann bringen wir die Kinder morgen beide, ich möchte auch sehen wie Linnéa reagiert." Er lächelte. "So und jetzt geh bitte schon mal ins Esszimmer, denn ich habe wie schon erwähnt eine Überraschung für dich." Ilse trat herbei. "Setz dich mein Junge und lass dir deinen Pharisäer schmecken." sagte llse und stellte das Getränk auf den bereits gedeckten Tisch. Selvaggia rief ihre Kinder und die beiden Patenkinder ihres Mannes, die zu Besuch waren. Als alle am Tisch saßen, servierte Selvaggia ihrem Mann ein Lebkuchenherz. "Das habe ich selbst gebacken, extra für dich." Er sah seine Frau überrascht an. "Okay ... ähm ... danke." Sie setzte sich mit den anderen an den Tisch und sah ihn erwartungsvoll an. "Schmeckt sehr lecker. danke Selvi." sagte er nochmal nach dem er probiert hatte. "Du bist mir jetzt aber nicht böse, wenn ich nicht sofort alles esse, denn das ist sehr groß geworden." Sie verneinte es mit einem zufriedenen Lächeln.
Er stand auf und lief in die Küche, wo er sich ein Glas Wasser nahm, eine der Kopfschmerztabletten, die sein Bruder ihm gegeben hatte, sowie zwei der Magentropfen. Anschließend ritt er mit den Kindern aus. Linnéa hatte er auf seinem Pferd vor sich sitzen.
"Das macht aber Spaß Papa! Nimmst du mich jetzt öfter mal so mit, bis ich selber reiten darf?" sagte Linnéa etwa eine halbe Stunde später. Er lächelte. "Wenn du willst, mach ich das gerne, meine Süße!" antwortete er und stellte erfreut fest, dass die Magentropfen diesmal tatsächlich wieder wirkten.
Am nächsten Morgen brachten Selvaggia und Lucifer nach dem Frühstück ihre vier Kinder in die Kita. Mit gesenktem Kopf trottete Linnéa in Richtung Kita. Lucas kam angerannt und rief laut:
"Linnéa, warte!" Er nahm seine kleine Freundin an die Hand und führte sie in die Kindergartengruppe. Es war allerdings die neue Gruppe. Linnéa sah ihn fragend an. "Was machst du denn? Das ist doch die falsche Gruppe und ich muss in die Babykrippe gehen. Ich bin noch zu klein für den Kindergarten." "Hallo Lucas, hallo Linnéa, freut mich euch beide hier in meiner Gruppe zu haben. Ich bin Leyla, die anderen beiden, unsere Kinderpflegerin und die Berufspraktikantin lernt ihr auch kennen. Normalerweise nehmen wir immer nur zum ersten des Monats auf, aber bei euch machen wir mal eine Ausnahme, da ihr ja schon in der Kita seid." begrüßte Leyla Baydoun, Fahrida Mahmouris Schwester sie fröhlich. Strahlend sah Linnéa ihre Eltern an. "Ja Linnéa, wir haben geregelt, dass du in den Kindergarten gehen kannst, weil du schon viel weiter bist in deiner Entwicklung." Derek trat hinzu. "Und Rachel und ich haben mit Lucas geredet, woraufhin er mit dir in diese neue Gruppe gehen wollte. Christina meinte es wäre vollkommen in Ordnung, denn schließlich hat sie ja Luciano in ihrer Gruppe und ihren Bruder hat sie auch jeden Tag nach dem Kindergarten und in den Ferien." Das kleine Mädchen strahlte vor Begeisterung. Sie ließ die Hand ihres Freundes los und umarmte ihre Eltern. "Ihr seid die liebsten Eltern der Welt. Jetzt müsst ihr euch nur noch wieder richtig vertragen." sagte sie und eilte in die Gruppe. Lucifer sah genervt aus, seine Frau betroffen und die Erzieherin die es auch gehört hatte, wirkte überrascht. Keiner vom Kindergartenpersonal hätte gedacht, dass es in der Ehe ihres höllischen Chefs kriseln könnte. Nach außen hin wirkte immer alles so perfekt.
Selvaggia und Lucifer begaben sich wieder nach Norderney, wo sich der Höllenfürst erst mal seinen zweiten Kaffee genehmigte und seine Frau gönnte sich noch eine Tasse Tee. "Da hat Linnéa ja was ausgeplaudert. Spätestens heute Mittag weiß die ganze Kita von unseren Eheproblemen und morgen der ganze Boulevard." murmelte Selvaggia. Ihr Mann zuckte mit den Schultern. "Ist dir das etwa egal?" fragte sie etwas entrüstet. "Was soll ich denn machen? Sollen sie halt denken was sie wollen und ... wenn Mitte Dezember der Empfang in der Botschaft ist ... da bist du ja an meiner Seite, dann beweisen wir eben allen, dass ... alles in Ordnung ist. Auch wenn ich noch etwas gekränkt bin, liebe ich dich sehr und das weißt du auch! Wo ist also das Problem?" fragte er leise. Seine Frau seufzte. "Aber bis dahin sind es noch fast vier Wochen, die Leute im Boulevard werden die ganze Zeit denken, dass wir ... uns vielleicht sogar trennen." Er zuckte abermals mit den Schultern. "Was schert mich was andere Leute denken, sollen sie doch denken was sie wollen! Ich liebe dich, Hexlein, trotz deiner kleinen und großen Fehler und ich weiß, dass das Leben mit mir alles andere als einfach ist. Wieso sollte ich so etwas Dämliches tun und mich von der wunderbarsten, einzigartigsten, liebevollsten Frau scheiden lassen, einer unglaublichen Frau, die den Mut hatte mich zu lieben und mir bald das fünfte Kind zu schenken!" Selvaggia seufzte abermals. Plötzlich hörte er die Stimme von Euangelion in seinem Kopf. "Chef, komm bitte nach Paris, Astaroth und ich haben etwas herausgefunden." Der Höllenfürst küsste seine Frau leidenschaftlich und erklärte ihr kurz die Situation., dann verschwand er in sein Arbeitszimmer in der Botschaft.
Er trat ins Vorzimmer wo Astaroth und Euangelion gemeinsam saßen und zu seiner Überraschung auch Samyaza und Frederica, die Diakonin und Mathematik- und Religionslehrerin der Botschaft und der Botschaftsschule. "Was macht ihr denn hier?" fragte der höllische Botschafter überrascht. "Samyaza war so nett mir die Unterlagen aus der Hölle persönlich vorbeizubringen. Wir haben zwei weitere Opfer mit ähnlichen... Hinweisen. Einmal Madrid. Ein recht ... erfolgreiches Escort-Girl, nur für sehr reiche und einflussreiche Personen zu haben... auf ihrer Leiche stand wohl "Wollust - Luxuria" - und dann Washington, Amerika: Eine skrupellose Millionärin... bei ihr war es die Gier, die auf ihrem Körper stand... Dürften... Dinge sein, die dir bekannt vorkommen, Lucifer." sagte Astaroth mit einem Hauch von Spott. "Das sind drei der sieben Todsünden, klar kommen mir die bekannt vor..." Er griff nach den Unterlagen. "Ah ja... Kristina... Euangelion, lass den Konzern dieser gierigen Schlange zerschlagen und sorge dafür, dass die Schulspeisungsprogramme die ihre Firma hatte in Zukunft über meine Firmen abgewickelt werden. Schließlich ist auch Kats ehemalige Schule darunter und ich weiß noch nicht was für Pläne Rachel und Derek für die Kinder haben... vielleicht wollen sie die beiden wegen des Zeitunterschieds lieber in San Francisco zur Schule schicken und dann möchte ich gesichert haben, dass das Essen in der Schule und in allen anderen möglichen Schulen und Universitäten gut, gesund und bezahlbar ist!" "Geht klar, Chef. Wird umgehend erledigt. Hast du sonst noch irgendwelche Recherchewünsche?"
Der Höllenfürst schüttelte den Kopf. "Vorerst nicht für dich, Flatterflügel." Er zwinkerte seinem Sekretär freundschaftlich zu. Auch wenn Euangelion inzwischen "eine echt coole Socke" war, wie Jophiel irgendwann mal gemeint hatte als er mit ihm hatte zusammenarbeiten müssen, musste der Höllenfürst immer daran denken, dass er den ehemals "kleinen" Engel liebgewonnen hatte und ihn wirklich schätzte - aber nie vergessen durfte, dass er immer noch ein netter lieber Engel aus dem Himmel war - mochte er auch ab und zu eine gewisse kriminelle Energie entwickeln, wenn es für einen Fall zugunsten seines Chefs notwendig war. Euangelions Loyalität rührte den Höllenfürsten fast.
"So, Frederica, Samyaza, was macht ihr wirklich hier?" "Nun, wissen Sie Signore..." "Frederica: Lucian oder meinetwegen auch Lucifer, falls es dir innerhalb von Mauern wo dich nur jemand hört, der es weiß, über die Lippen kommt. Dieses "Signore, Senor, und so weiter und so weiter, haben wir doch beide längst hinter uns gelassen!" Sie lächelte "Si, also Luci... fer, ich bin gefragt worden ob ich nicht den Posten der Konrektorin der Schule übernehmen möchte und in drei Jahren, wenn der Direktor in Pension geht Schuldirektorin werden möchte. Da du die... Schule... na ja.... irgendwie... ich hatte das Gefühl ich müsse auch bei dir um Erlaubnis fragen." gestand sie. "Unsinn! Metatron ist für die Schule zuständig, Frederica. Und wenn du meine Meinung willst: Für die Aufgabe der Konrektorin und späteren Direktorin könnte er keine besser geeignete Person finden als dich!" antwortete der Höllenfürst ihr mit einem warmen Lächeln. Er mochte die ehemalige Nonne, die seinem stellvertretenden Höllenleiter eine liebe Freundin geworden war, die ihn auch öfter zum Lachen brachte - was Samyaza gut tat. Und der vorher eher immer braven Nonne tat Samyaza gut, der mit ihr Museen und Kunstausstellungen besuchte und sich bemühte ihr zu zeigen was sie an Kunst sehen wollte - und natürlich auch Weihnachtsmärkte. Mit einem Grinsen erinnerte sich Lucifer an das letzte Jahr als Frederica in die Botschaft gekommen war, bereitwillig die Rolle als Ainés Patentante angenommen hatte und an einen der ersten "Ausflüge" auf einen Weihnachtsmarkt, von dem sie sichtlich angeheitert zurückgekommen war, weil sie alles Mögliche hatte probieren wollen: Glühwein, Lumbumba, Jagertee...
"Und ich habe auch noch ein... ähm... Anliegen, Chef..." meinte Samyaza leise. "Schieß los! Kann ja nicht so schlimm sein..." meinte der Höllenfürst und sah seinen Höllenleiter an. "Na ja... kannst du vielleicht bei Vater... also ein gutes Wort einlegen? Ich möchte Frederica gerne... also Chef, ich weiß, dass ich in der Hölle bin, weil ich schon mal mit... also rumgemacht habe, aber Frederica ist..." er errötete. Astaroth grinste. "Du willst auch das volle Programm, Sambaboy?" fragte er belustigt. "Sprich Sex, Drugs and Rock'n Roll?" oder "verliebt, verlobt, verheiratet und Kinder?" Samyaza nickte scheu. Der Höllenfürst lächelte. "Euangelion, mach bitte die Unterlagen für die Schulspeisungen der betreffenden Schulen fertig und leg sie mir auf meinen Schreibtisch. Ich setze dann meine Unterschrift darunter, wenn alles fertig ist und Samyaza ich finde es sehr schön, dass du mit Frederica zusammen sein willst, und werde ... " Er wurde vom Klingeln des Telefons aus dem Vorzimmer unterbrochen. Euangelion trat nach draußen um ran zu gehen. "... mit Vater reden, sobald ..." "Lucifer, das ist Signora Fernandez, die dich gerne sprechen möchte." unterbrach ihn Euangelion, der wieder den Raum betreten hatte. "Sag ihr ich nehme den Anruf gleich entgegen." Der höllische Sekretär trat wieder ins Vorzimmer und setzte sich an seinen Schreibtisch. "Samyaza, ich melde mich bei euch sobald ich mit Vater geredet habe. Ich muss jetzt wohl kurz mit Consuela reden." entschuldigte er sich, setzte sich an seinen Schreibtisch und drückte einen Knopf des Botschaftstelefons um das Gespräch entgegen zu nehmen. Nebenher begann er seine Unterlagen durchzusehen und stellte fest, dass einiges an Arbeit liegengeblieben war, was die Kita und die Botschaft allgemein betraf.  "Danke Lucifer!" sagte Samyaza und verschwand zusammen mit Frederica.
"Hallo Consuela, entschuldige, dass ich dich warten ließ. Was gibt es?" fragte er höflich. "Hallo Lucian. Kein Problem, bei einem so viel beschäftigten ... Chef. Es geht um den Botschaftsempfang. Hast du schon mit deinem himmlischen Kollegen geredet, wann ihr den Empfang machen wollt und na ja - vielleicht könnte man da eine kleine Weihnachtsfeier für alle Mitarbeiter der Botschaft machen?" Sie hörte ihn kurz seufzen. "Ja, Metatron und ich haben mal den 15. Dezember ins Auge gefasst, das ist ein Freitag und die Idee mit der Weihnachtsfeier finde ich ganz gut. Wenn du dich um die weihnachtliche Vorbereitung kümmerst, denn das schaffe ich leider nicht auch noch. Ich stelle nämlich gerade fest, dass ich den Papierkram der Botschaft etwas habe schleifen lassen und jetzt noch einiges für dieses Jahr zu erledigen habe." Sie lächelte, sie mochte ihren Chef. Es war immer so herrlich belustigend gewesen, mit ihm die Bewerbungsgespräche zu führen, auch wenn er so seine Launen hatte und sie kannte ihn ja nur als vielbeschäftigten, gestressten Mann. "Sicher, das ist kein Problem. Die Organisation übernehmen wir, du und dein Kollege müsst nur anwesend sein und eine kleine Rede halten." "Ja." sagte er seufzend, so dass Consuela hören konnte, dass dies zu den Dingen gehörte die er nicht gern machte. "Na dann wünsche ich noch einen schönen Tag und arbeite nicht zu viel. Au revoir, Chef." Au revoir." sagte er und beendete das Gespräch. "Mental berichtet er kurz Metaron von dem Gespräch mit Consuela. "Okay, Dann übernimmst du eine Rede über die Schule und ich die Kita und ich werde vielleicht noch ein paar allgemeine Dinge über die Botschaft sagen, mal sehen, was mir einfällt. Da muss ich mir ja auch noch ein paar Gedanken machen, denn in diese Rede sollte ich vielleicht nicht völlig unvorbereitet gehen."
"Wäre nicht sonderlich ratsam. Irgendeine Idee, wie wir in dem komischen Fall mit den Morden weiterkommen Kollege." Sein höllischer Kollege seufzte. "Nicht wirklich. Ich werde Astaroth und Euangelion bitten die Augen offen zu halten. Vermutlich geht es um die sieben Todsünden, oder Sünden allgemein und dann sollten wir vielleicht das mordende Schmuckstück irgendwie finden." "Ja, was wohl nicht so einfach werden dürfte, wenn es immer wieder kurz nach dem Mord verschwindet." meinte Metatron.
Der höllische Botschafter kontaktierte auf die gleiche Weise die zwei Sekretäre im Vorzimmer. "Haltet bitte die Augen auf, was dieses hässliche, mordende Schmuckstück angeht und wenn weitere Morde im Zusammenhang mit diesem Ding passieren, gebt mir bitte Bescheid." "Jawohl Chef!" antworteten beide.
Dann drang er ganz vorsichtig in die Gedanken seiner Frau, der er diese Gabe ebenfalls gegeben hatte um auch so Kontakt halten zu können. "Selvi, ich hab’ hier noch einiges an Arbeit. Hier ist viel liegen geblieben und wenn ich nicht Tag und Nacht durcharbeite, werde ich da wohl die nächste Zeit beschäftigt sein." "Oh ... okay. Wann kommst du dann wieder?" fragte sie ihren Mann. "Zum Kaffee. Ich bringe dann gleich die Kinder aus der Kita mit." Seine Frau bestätigte, kurz dankend." Er zauberte sich nebenher ein paar "Irish Coffee", dass es sich damit besser arbeiten ließ, was allerdings für die eben auftretenden Kopfschmerzen, die er und Sandalephon ständig hatten wegen ihrem dauerhaften Aufenthalt auf der Erde, nicht gerade sonderlich fördernd war. Außerdem rauchte er nebenher ziemlich viel.
Und er war mittlerweile etwas gereizt, da er schon ein dutzend Anrufe erhalten hatte, was seine anderen Geschäfte, mit denen er auf der Erde sein Geld verdiente, erhalten hatte und mit dem ein oder anderen Kunden, war er sogar etwas aneinandergeraten, da diese plötzlich die bereits ausgemachten Geschäftsbedingungen ändern wollten.
Am Nachmittag holte er seine Kinder aus der Kita ab und tauchte mit ihnen zum Kaffee auf Norderney auf. Der Kaffeetisch war bereits gedeckt. Er trat in die Küche und gab Ilse einen liebevollen Kuss auf die Wange und küsste seine Frau sehr leidenschaftlich, was Ilse schmunzeln ließ. Einerseits hatten die beiden ihre Eheprobleme noch nicht ganz aus der Welt geschafft und zofften sich zwischendrin immer mal wieder andererseits konnte man jedoch die Leidenschaft in der Beziehung sehen. Anschließend trat er an den Schrank, nahm sich ein Glas heraus und schenkte sich einen Schluck Wasser ein um eine von den Kopfschmerztabletten zu schlucken. "Hast du schon wieder Kopfschmerzen?" fragte Selvaggia ihren Mann mit zickigem Unterton. Dieser seufzte. "Würde ich sonst eine der Tabletten nehmen?" antwortete er gereizt mir dieser Gegenfrage. "Hast du Kopfschmerzen Onkel Lucifer?" fragte Christian als er sah wie sich sein Lieblingsonkel am Kaffeetisch die Schläfen rieb. "Jaaaa. Ihr wisst genau weshalb ich Kopfschmerzen habe und jetzt fragt mich nicht ständig, in etwa einer halben Stunde sind die auch weg, wenn die Wirkung der Tabletten einsetzt." Der Junge nickte. "Onkel Lucifer?" "Was?" kam immer noch sichtlich gereizt.
"Darf ich nach dem Kaffee noch zu Jasper?" fragte das älteste Kind im Hause "Meier-Rayne". "Hast du deine Hausaufgaben schon gemacht?" fragte er seinen Neffen, der bei ihm wohnte. "Ja Sir!" "Na dann, viel Spaß! Zum Abendessen bist du aber wieder hier." Der Junge lächelte und nickte. "Danke Onkel Lucifer."  Nach dem Kaffee entschuldigte er sich nochmals um weiter in seinem Arbeitszimmer im Boulevard zu arbeiten. "Oh, hallo Onkel Lucifer!" rief Kat überrascht, als sie in dessen Arbeitszimmer auftauchte. "Hallo Käthchen." Er zog sie kurz auf seinen Schoß als sie zu ihm trat und ihm einen Kuss auf die Wange gab. "Wie geht es dir und Elisabeth?" Die junge Frau lächelte. "Dr. Rocalli und Sariel sind sehr zufrieden. Überzeuge dich doch auch selbst." sagte sie und führte seine Hand auf ihren Bauch wo er die Bewegungen des ungeborenen Babys spürte. "Woran denkst du, Onkel Lucifer?" fragte sie, als sie merkte wie nachdenklich er plötzlich wurde. Er lächelte schwach. "Onkel Lucifer, bitte. Friss deine Sorgen nicht immer in dich rein. Du leidest nur darunter." Er seufzte. "Ach Käthchen, das ist nicht so einfach. Mit Selvi kann ich nicht reden, ich möchte schließlich keinen weiteren Streit heraufbeschwören, da wir gerade wieder dabei sind unsere ziemlich angeschlagene Ehe zu kitten und irgendwie möchte ich niemand anderen mit meinen Problemen belasten." Kat sah ihn kurz schweigend an. "Du musst aber mal mit jemandem reden, sonst wirst du deine Magenprobleme nie ganz los. Auch wenn sie trotz der Spritzen von Sandy jetzt erträglich sind, leidest du noch immer etwas darunter." Er antwortete nicht darauf. "Wenn du mit niemandem reden willst, dann werde ich meinen Mann bitten mit dir zu reden." "Tu was du nicht lassen kannst." sagte er kühl aber nicht böse, wie Kat zufrieden feststellte.
Sie stand auf beugte sich dicht neben ihn und flüsterte ihm ins Ohr. "Streichle öfter mal Tante Selvis Bauch und lass sie spüren, dass du Allegra liebst und dich auf sie freust. Sie zweifelt etwas daran. Selbst Linnéa merkte, dass an dieser Schwangerschaft ihrer Mutter etwas anders ist. "Woher weißt du das?" Sie lächelte. "Ich bin wie du eine Seraphim und habe den mächtigsten der Engel als Lehrer. Reicht das? Außerdem habe ich von meinem Mann gelernt, dass eine gute Beobachtungsgabe nie schaden kann." sagte sie. Er grinste. Sie ging zu seinem magischen Schrank und öffnete ihn um das Grimoire zu holen. "Ich lege es heute Abend wieder hinein. Wir sehen ums spätestens morgen Nachmittag zum Lernen, bei uns in Rom. Ich hab’ dich lieb Onkelchen und denk mal über meine Worte nach." sagte sie und verabschiedete sich mit einem liebevollen Kuss auf die Wange von ihm. Er widmete sich wieder seiner Arbeit.
Am Abend saßen er, seine Frau und seine Mutti im Wohnzimmer zusammen Selvaggia und Ilse, die nebenher ihre Socken strickte, saßen vor dem Fernseher, in dem eine Schnulze lief, die dem Höllenfürsten fast den letzten Nerv raubte, obwohl er am Esstisch saß und  schon mal versuchte sich Gedanken über seine Rede bei dem Empfang in der Botschaft zu machen.
"Was ist los Selvi? Du wirkst irgendwie voll traurig." fragte der höllische Botschafter seine Frau, weil diese traurig in ihre Kaffeetasse starrend am Frühstückstisch saß. "Ach Lucifer, sieh mich doch an. In etwa drei Wochen ist der Empfang mit Weihnachtsfeier in der Botschaft und ich habe echt nichts Schickes zum Anziehen in meinem momentanen Zustand und ich kann doch nicht wie eine Vogelscheuche gekleidet neben meinem Mann dem Botschafter aufkreuzen." Er sah sie verständnislos an und seufzte leicht genervt von Selvaggias Laune. "Zuerst mal: Du siehst nie aus wie eine Vogelscheuche! Du bist eine wunderschöne Frau! Und wo ist das Problem? Dann gehen wir eben ein Kleid kaufen und schönen Schmuck bei Monsieur Mardoune. Wir gehen gleich los, wenn die Kinder in der Kita sind." Sie lächelte. "Du kommst mit?" frage die sichtlich erfreut. "Gerne, wenn du mich dabei haben willst." sagte er lächelnd. "Oh ja, gerne Lucifer! Wir sind ja dann eh in Paris, wenn wir die Kinder in die Kita bringen und ... können wir dann auch mit dem schicken Porsche fahren, bitte? Ich mag das Auto und das können wir ja nur nutzen, wenn wir mal alleine unterwegs sind. Für die ganze Famile haben wir ja den großen Porsche." sagte sie strahlend. Er lächelte erneut. "Ja, wobei ... ich den jetzt auch verkaufen kann und mir einen Van zulegen kann. Muss ich mich mal umsehen, ob es da von Porsche überhaupt schöne gibt." sagte er lachend. Auch Selvaggia, Ilse und Christian mussten lachen. Die vier kleineren Kinder waren mit Essen beschäftigt, dass sie nur mit halbem Ohr zuhörten. "Gibt es eigentlich ein so großes Auto? Denn immerhin seid ihr jetzt zu siebt, wenn ihr mal alle mit dem Auto fahrt. Und ich wohne auch noch hier und Oma Ilse." sagte Christian. "Das werde ich dann sehen."
Nach dem Frühstück brachten sie die Kinder in die Kita und fuhren anschließend mit dem sportlichen Porsche zum Shoppen in das Nobelviertel von Paris. Selvaggia probierte ein sehr schönes, elegantes Abendkleid in schwarz, mit etwas rot an, welches ihr sehr gut stand.
Ihr Mann trat zu ihr, als sie aus der Kabine kam umarmte sie und küsste sie sanft auf die Wange. "Du siehst wunderschön aus. Am liebsten würde ich dich jetzt an Ort und Stelle vernaschen." flüsterte er sehr liebevoll und verführerisch in ihr Ohr. "Lucian Rayne! Das ist weder geeignete Ort noch die geeignete Zeit!" sagte sie gespielt entrüstet. Trat ein Stück zurück, um sich in dem Spiegel betrachten zu können. "Und was denkst du?" fragte sie. "Nimm es, das Kleid ist perfekt! Geh bezahlen und dann statten wir Monsieur Mardoune einen Besuch ab." flüsterte er zärtlich in ihr Ohr und reichte ihr seine Kreditkarte.
"Was hältst du von Silber oder doch lieber Weißgold, das würde dann besser zu deinem Ehering passen, als Gold, da dieser ja auch Weißgold ist." schlug er seiner Frau vor. Diese nickte zufrieden. Sie genoss es sehr den Vormittag gemeinsam mit ihrem Mann zu verbringen.
Sie betraten Cartier und sofort wurde Khalid Mardoune gerufen. "Ah, Madame Rayne, Monsieur Rayne, ich habe Sie schon erwartet. Ihr Kollege Monsieur St. Cyr hat schon vermutet, dass Sie kommen." begrüßte der Schmuckdesigner sie und führte die beiden in ein Separee im hinteren Teil des Geschäfts wo exklusive Kunden bedient wurden. "Womit kann ich Ihnen heute eine Freude machen, Madame?" erkundigte er sich freundlich. Selvaggia räusperte sich. "Nun ja... da ist der Botschaftsempfang und ich habe mir ein Kleid gekauft..." Mit einem Fingerschnippen ihres Mannes stand sie in dem neuen Kleid da. "Es steht Ihnen ausgezeichnet, Madame, wenn ich mir das erlauben darf. Dürfte ich eine Brosche in Weißgold mit Rubinen und Blutsteinen vorschlagen - mit Hämatit? Ich habe damit gearbeitet... Einen Moment, dann kann ich Ihnen bestimmt etwas zeigen was Ihnen zusagen wird." sagte er freundlich und war fünf Minuten später mit mehreren Kästen zurück. Er öffnete den ersten und Selvaggia starrte auf ausgefallene Broschen mit roten und anthrazitfarbenen glänzenden Steinen in Weißgold.
"Die sind sehr hübsch, aber auch sehr... futuristisch... Sie wissen schließlich mehr über mich als viele Sterbliche, Monsieur Mardoune - ich bin nicht aus dem 20. Jahrhundert..." murmelte Selvaggia. Der Schmuckdesigner lächelte, dann öffnete er das nächste Kästchen. Selvaggia lächelte entzückt auf, als ein Set aus Brosche, passender Kette und Ohrgehängen zum Vorschein kam - mit den gleichen Steinen aber in barockerer Fassung. "Oh, Lucifer, das ist schön!" hauchte sie. "Da muss ich meiner Frau recht geben. Das nehmen wir. Was haben Sie sonst noch Schönes?" "Nun, das freut mich, dass es Ihnen gefällt. Ich habe noch das eine oder andere in Gelbgold - allerdings nur mit Rubinen..." "Oh nein! Keine Rubine! Zumindest nicht nur! Da kommt mir immer dieses entsetzlich hässliche Collier in Erinnerung!" Der Schmuckdesigner lächelte matt. "Das hatte ich mir gedacht... Ansonsten habe ich noch etwas, das momentan nicht zum Kleid von Madame passt... mit Saphiren oder Smaragden, auch etwas mit Opalen - dunklen wie hellen." "Zeigen Sie uns was mit Schwarzen Opalen..." meinte der Höllenfürst lächelnd. "Und wo wir gerade hier sind: Wir brauchen noch etwas für Ilse, meine..." "Ihre Maman? Ihr Kollege sprach das bereits an. Ich habe mir erlaubt auch für Ihre "Maman" etwas zu kreieren... Alors, zuerst die Opale." Er öffnete das nächste Kästchen. "Ich habe hier mit Silber gearbeitet, Monsieur, Madame. " sagte er und Selvaggias Blick fiel auf eine hübsche Kette mit Ohrgehängen und einer kleinen Tiara, dazu eine Brosche mit verschiedenen, verbundenen Kettchen und drei Nadeln. "Das würde ihr Dekolleté auch sehr hübsch umschmeicheln, Madame." Selvaggia nickte und sah fast ein wenig sehnsüchtig auf die hübsche Kombination. Der Höllenfürst lächelte. "Ist gekauft."
Selvaggia keuchte leise auf. "Du musst das nicht! Du musst nicht so viel Geld für mich ausgeben!" Ihr Mann lächelte sie zärtlich an. "Selvi, mein Schatz, mein Hexlein, das sind für mich Peanuts, das ist Kleingeld! Und du weißt, ich tue praktisch alles um dich glücklich zu machen! Und wenn dich Schmuck glücklich macht und du ihn brauchst, dann ist das doch nicht wert darüber groß zu reden! Du gibst mir so viel, unsere Kinder, deine Liebe, deine Zuneigung..." er grinste sie frech an und fügte hinzu: "Und manchmal Kopfschmerzen, Magenschmerzen und Stress - aber ich liebe unsere Versöhnungen, Hexlein." Sie errötete. Khalil Mardoune sah gerührt zur Seite und beide hörten ihn nur: "Wow!" murmeln. Der Höllenfürst lachte leise. "Ich hoffe, Monsieur Mardoune, Sie sind jetzt nicht peinlich berührt." "Nein, peinlich nicht, aber... das war eine sehr schöne Liebeserklärung an Ihre Gemahlin, Monsieur Rayne." Der Höllenfürst lächelte. "Wäre es nicht einfacher einander zu duzen? Sie wissen ich schätze Ihre Arbeiten und im... sagen wir mal aktuellen Fall auch Ihre Aufmerksamkeit bezüglich dieses hässlichen Colliers. Ich denke, Metatron hat Sie aufgeklärt was wir vermuten?" Der Schmuckdesigner nickte. "Ich fühle mich geschmeichelt, Monsieur Rayne, aber ich würde mir nie erlauben Sie..." "Oh bitte! Reicht es wenn ich es erlaube? Ich bin Lucian - oder Lucifer." wurde er vom Höllenfürsten freundlich unterbrochen. "Und ich Selvaggia." fügte seine Frau hinzu. "K...Khalil... also... danke... ich fühle mich geehrt, Lucian, Selvaggia..." "Sehr schön. Wo wir das geklärt haben, Khalil: Hier ist deine Einladung zum Botschaftsempfang. Wegen des Geschenkes für Ilse melden Selvi und ich uns noch. Und du hast dann Gelegenheit meine Mutti besser kennen zu lernen."
Er wandte sich an seine Frau. "Dann können wir auch noch nach was Hübschem für dich suchen, mein Hexlein. Ich habe diesen Tag bisher sehr genossen, aber ich merke, dass du erschöpft bist und denke, du willst dich ganz gern hinlegen - und vorher bestimmt noch eine Kleinigkeit essen." Selvaggia nickte. Sie sah wirklich etwas müde aus. "Ja, ich bin ziemlich erschöpft. Lass uns zurückfahren und dann ... Ilse hat bestimmt etwas Leckeres gekocht. Und nach dem Essen lege ich mich hin und du kannst nach Rom zu Kat, denn ich glaube sie hat heute wieder Zauberunterricht?" "Ja." antwortete er. Sie verabschiedeten sich, und nahmen den Schmuck gleich mit.
"Moin, ihr kommt gerade recht zum Mittag. Ich hatte gehofft, dass ihr kommt und hab für uns drei etwas Leckeres gekocht. Selvaggia und Lucifer setzten sich sofort an den schon gedeckten Küchentisch, da es für nur drei Personen in der Küche gemütlicher war. Sie servierte Backfisch mit Kartoffelsalat und Remoulade. "Schmeckt es euch denn auch?" fragte Ilse. "Oh ja, sehr lecker Ilse. Ich mag Fisch sehr gerne und esse fast alles an Fisch." antwortete die hübsche Italienerin. Fragend sah sie ihren Sohn an. "Der Kartoffelsalat ist sehr lecker. Der Fisch schmeckt auch ganz gut. Ist zwar nicht unbedingt mein Lieblingsessen, aber den kann man gut essen." Ilse lächelte. "Okay ... notieren ... Lucian isst Backfisch. Dann weiß ich das für die Zukunft." Er grinste. "Mach das. Du weißt ja ich mag auf gar keinen Fall diesen ... Rollmops und Matjes nur den wie du ihn machst ein bisschen." Ilse nickte. "Ja, ich weiß den nach "Hausfrauenart". Aber wenigstens gibt es Fisch, von dem du auch ein wenig isst, denn hier auf der Insel ist Fisch nun mal fast an der Tagesordnung." Er nickte lächelnd und aß seinen Teller leer. "So, ich bin etwas erledigt von unserer kleinen Shoppingtour. Ich lege mich hin, vielleicht schlafe ich ja ein. Lucifer, bist du so lieb und holst die Kinder aus der Kita ab?" Er nickte. "Natürlich. Ich komme dann mit den Kindern zur Kaffeezeit wieder her. Und Ilse: Christian soll bitte gleich Hausaufgabe machen. Anschließend muss er noch für Heimat- und Sachkunde lernen. Gruß von Onkel Lucifer." sagte er, gab seiner Frau einen zärtlichen Kuss und verschwand.
Er tauchte in der Eingangshalle von Sandy`s und Kat`s Palazzo in Rom auf. "Hallo, ich bin da!" rief er laut um sich bemerkbar zu machen. Sandalephon trat in die Eingangshalle. "Hallo Lucifer! Kat ist noch mit Aufräumen beschäftigt, komm so lange noch mit auf einen Drink. "Was möchtest du denn? Einen schottischen Whiskey?" fragte er seinen Gast im Wohnzimmer.
"Lucia erwähnte, dass du schon wieder alles in dich hineinfrisst." Er seufzte. "Sie hat es dir also tatsächlich erzählt." Er lächelte. "Du kennst sie doch. Also dann schieß mal los, Großer!" sagte der Erzengel beider Seiten grinsend. "Was soll ich dazu sagen? Du weißt, dass es in meiner Ehe momentan nicht ganz so perfekt läuft. Wir sind zwar gerade dabei, uns wieder zusammen zu raufen, aber wenn alles wieder in Ordnung zu sein scheint, haut Selvi den nächsten Hammer raus. Und dass ich manchmal zweifle ein guter Vater zu sein, weil meine Kinder dir mehr vertrauen als mir. Auch die Sache mit Allegra kennst du. Ich merke, dass Selvi diese Schwangerschaft sehr belastet. Sie ist beschwerlicher für sie als die anderen drei und ... Allegra war nicht geplant. Wir werden sie auf jeden Fall sehr lieben, wie jedes unserer Kinder, aber ... ich habe irgendwie das Gefühl, dieses kleine Mädchen wird uns so einiges an Nerven kosten. Frag nicht woher ich das weiß, ist einfach sie eine Vorahnung." antwortete der gefallene Engel.
"Ach Lucifer, das wird alles. Ihr beide kommt doch gut mit allen Kindern klar. Gerade du, wo du oft die komplette Rasselbande allein hast, zum Beispiel, wenn du mit allen ausreitest. Ich beobachte lediglich, was daher kommt, dass ich Wissenschaftler bin, während du der Business-Typ bist. Ich bin daher hier und da analytischer und aufmerksamer. Du bist ein fantastischer Dad und ich kann nur hoffen, dass ich wenigstens ein halb so guter für Elisabeth sein werde, wenn sie da ist... deine Kinder lieben dich und Selvi, deine Neffen und Nichten - selbst Samantha - lieben dich und nennen dich fast ausschließlich Onkel Lucifer statt Lucian... was sagt dir das?" fragte er und sah ihn erwartungsvoll an. Sein höllischer Bruder lächelte. "Gut, hast recht. Das kann ich nicht leugnen. Und du wirst bestimmt auch ein fantastischer Dad. Du bist so lieb mit Linnéa, auch mit den anderen Kindern und... auch dich mögen sie sehr gerne. Für Linnéa bist du der Lieblingsonkel und auch Luciano mag dich mittlerweile sehr." Sandalephon lächelte. "Nett, jetzt haben wir uns gegenseitig aufgebaut." Beide mussten lachen und prosteten sich mit ihren Whiskeygläsern zu. Als Kat, die gerade den Raum betrat dies sah lächelte sie erfreut. "Schön zu sehen, dass ihr euch versteht." sagte sie trat zu ihnen und schenkte ihrem Lieblingsonkel eine liebevolle Umarmung.
Gemeinsam begaben sie sich in Kat`s Arbeitszimmer. "Na dann leg mal los. Ich hatte dir zur Hausaufgabe gegeben, dir das Grimoire anzusehen, was ich ergänzt habe. Erzähl mir bitte mal etwas darüber: Welche Zauber du dir gemerkt hast, über welche du noch reden willst." Sie nickte. "Alles klar Onkelchen, aber während ich erzähle, legst du dich bitte auf das Sofa, Hemd aus und dann bekommst du mal wieder eine Massage." Das ließ er sich nicht zweimal sagen. Er genoss die Massage, während sie über die Zaubersprüche sprachen. "Du hast dir glaube ich so ziemlich alles gemerkt. Nächste Woche arbeiten wir wieder mit dem Grimoire und machen dann ein paar praktische Übungen. Vielen Dank für die tolle Massage, Käthchen." sagte er, als er sich sein schwarzes Hemd und das ebenfalls schwarze Sakko wieder anzog. Anschließend holte er seine Kinder aus der Kita ab und erschien pünktlich zur Kaffeezeit, bei seiner Frau und seiner Mutti.
Es war bereits Anfang Dezember und Ilse, hatte die letzten beiden Wochen zusammen mit Mathilde ganz viele Plätzchen gebacken. "Die Plätzchen sind echt super lecker Oma Ilse!" lobten sie die Kinder. Selvaggia las nebenher die Kindergartenzeitung von Dezember, die ihr Mann vorher aus dem Briefkastenfach des Kindergartens mitgebracht hatte. Nachdem sie es gelesen hatte, legte sie die Zeitung frustriert weg. Sie trank wortlos ihren Tee. "Mami, spielst du nachher mit uns Auto, auf dem Spielteppich, im Spielzimmer?" fragte Luca. Seiner Mutter schossen die Tränen in die Augen. Sie war wegen ihrer Schwangerschaft eh schon frustriert und gereizt. Sie bemühte sich, die Tränen zu unterdrücken. "Ich ... kann doch nicht auf dem blöden Teppich rumkriechen. Da komme ich ja nie wieder hoch." antwortete sie patzig. Luca erschrak etwas. Senkte den Kopf und verließ die Küche. Als Selvaggia sah wie traurig ihr jüngster Sohn aus der Küche trat, konnte sie sich nicht mehr zusammenreißen. "Das ist doch alles Mist! Ich fettes Walross kann noch nicht mal mehr mit meinen Kindern spielen! Und diese blöde Zeitung könnt ihr gleich in den Müll werfen! Ich bin im Elternbeirat und kann nix helfen, nur weil ich immer zu erschöpft bin und ... ach das ist doch alles ... Bin ich froh, wenn ich irgendwann wieder schlanker und schöner bin, dass auch mein Mann mich wieder attraktiv findet!" fauchte sie wütend. Der Höllenfürst seufzte sichtlich genervt. "Was ist denn jetzt in dich gefahren? Habe ich jemals behauptet ich fände dich nicht mehr hübsch, sexy oder anziehend? Weißt du eigentlich, wie sexy eine Frau mit Babybauch auf ihren Mann wirkt? Offensichtlich nicht! Und hör bitte endlich auf dich immer als fett zu bezeichnen!" antwortete er wütend. Selvaggia verließ wortlos die Küche. Lucifer blieb sitzen und trank weiter seinen Pharisäer.
"Ich gehe mal ins Spielzimmer, um mit Luca zu reden." sagte er zu Ilse, als er seine Tasse ausgetrunken hatte. Als er ins Spielzimmer kam, saßen seine vier Kinder zusammen und spielten mit den Autos. "Spielst du mit Papa?" fragte Sophia. Er nickte uns setzte sich zu seinen Kindern auf den Boden. "Hört mal ... ihr dürft eurer Mutter nicht böse sein. Sie kann momentan echt nicht auf dem Boden sitzen. Sie ist wegen der Schwangerschaft im Moment oft müde und muss sich dann einfach etwas hinlegen. Eure Mama ist auch total frustriert, weil sie gerade im Kindergarten nicht mithelfen kann. Ich bin zwar auch sauer, wenn sie immer so zickig ist, aber ... ich verstehe sie irgendwie. Und wenn Allegra da ist und Mama sich wieder erholt hat, dann wird sie auch wieder mit euch spielen." erklärte er seinen Kindern. "Habt einfach ein wenig Verständnis für sie. Eure Mama hat euch sehr lieb, genau wie ich." Diese nickten. "Aber es ist trotzdem doof, dann sie immer meckert und dich verärgert. Sie macht dir Magenschmerzen." sagte Linnéa. Er sah seine Jüngste traurig an. "Ach Linnéa ... mach dir doch bitte darüber keine Gedanken! Das ist mein Problem, nicht deins und außerdem hat Sandalephon mit den Spritzen dafür gesorgt, dass ich diesen äußerst schmerzhaften Magendruck nicht mehr so schlimm habe. Und die Tropfen die ich habe helfen jetzt wieder, wenn ich sie nehme." Sie umarmte ihren Papa und drückte ihn ganz fest. Sie liebte ihren Papa sehr und seit sie bei ihm gelernt hatte und er ihr auch weiterhin helfen wollte ihre Kräfte immer besser zu beherrschen, hatte sie auch gemerkt, wie ähnlich sie ihm war.
"Papa, können wir draußen reiten?" fragte Luca. Der Höllenfürst seufzte. "Nein, es ist ziemlich windig geworden und nass und kalt ist es außerdem. Wenn du aus dem Fenster siehst, wirst du merken, dass keins von euren Ponys auf der Weide ist. Die haben sich alle in ihren Stall zurückgezogen." erklärte er. "Schade..." murmelte Linnéa und sah fast sehnsüchtig nach draußen. "Die nächsten Tage ist das Wetter bestimmt besser, Kinder. Dann reiten wir auch wieder aus, in Ordnung?" Die Kinder nickten und der Höllenfürst spielte noch ein wenig mit ihnen. "Wie gefällt es dir denn in der Kindergartengruppe, Nesthäkchen?" fragte er liebevoll seine Jüngste. Linnéa strahlte. "Das ist total toll da! Leyla ist glaub ich noch viel netter als Farida - sagt auch Lucas - und Laura bringt mir sogar Deutsch bei... da kann ich mit Tante Maria und Oma Ilse bald schon gut reden und Thalia... also... ich kann irgendwie Griechisch - aber nicht so richtig... Thalia meint, ich spräche Koiné-Griechisch, so altes Griechisch... aber das versteht sie auch und sagt mir dann wie das neu heißt... und Leyla spricht auch manchmal arabisch. Das ist lustig. Vor allem wenn sie ruft: "Yallah!" wenn wir uns beeilen sollen. Thalia ruft manchmal "Shabuk!" - das heißt sowas ähnliches auf Türkisch und Laura kann sogar Dänisch! Sie begrüßt Lucas und mich immer mit "Hej!". Und wir basteln tolle Sachen, Papa! Und Leyla kann sehr schön singen. Mit Laura haben wir sogar ein niederländisches Nikolauslied gesungen und übermorgen kommt ja der Nikolaus zu uns in die Kita und Thalia meinte, der Nikolaus freut sich bestimmt, wenn wir ihm etwas auf Niederländisch vorsingen"
"Na, das ist doch sehr schön!" sagte der Höllenfürst glücklich und fragte irritiert bei Euangelion mental an, wer den Nikolaus bestellt habe und wer den spiele. "Metatron, Lucifer. Der Nikolaus kommt auch in die Schule - und was heißt "wer spielt den?" Nikolaus von Myra ist ein anerkannter Heiliger und als solcher darf er ab und zu auch auf die Erde - Vater hat schon sein Einverständnis gegeben. Und du weißt, Vater ist bei Nikolaus von Myra sehr großzügig gewesen und hat ihn mit vielerlei Gaben ausgestattet: Unter anderem der Gabe jede irdische Sprache zu sprechen und zu verstehen. Und Astaroth und Samyaza, vermutlich auch Gadreel und Armaros und Ezeekel wollen als Swaate Piet mitkommen um ihn zu unterstützen, was der Heilige Nikolaus sehr amüsant findet. Er hat auch schon ein Treffen mit den Fünf gehabt und sie alle als "Piet-würdig" befunden - sehr zu Vaters... Freude oder Amüsement." "Und wer kommt Weihnachten? Santa Claus oder eine andere Phantasiegestalt?" knurrte der Höllenfürst. Euangelion lachte. "Maria und Frederica haben schon angeboten als Christengel Geschenke zu verteilen - als Christkind meinten beide gingen sie nicht mehr durch. Aber die beiden sind - nicht zuletzt deinen Kindern - allen zu bekannt und daher hat Vater eine interessante andere Option. Du wirst begeistert sein, aber ich verrate noch nichts." "Na gut... Ich verlass mich mal auf dein Wort!" ließ der Höllenfürst seinen Sekretär wissen und lauschte weiter den begeisterten Erzählungen seiner Kinder.
Es war Abendbrotzeit - der Wind hatte nochmal an Stärke zugelegt und pfiff und heulte ums Haus. "Gut, dass wir nicht rausgegangen sind. Kann ich nochmal nach Falda di Neve gucken, Papa? Ich möchte nicht, dass sie Angst hat - und auch Calóg sneachta soll keine Angst haben..." "Den Pferden geht es gut, Sophia. Ich habe vorhin mal im Stall nach dem rechten geschaut - mittels Astralprojektion. Die haben sich aneinander gekuschelt, rund um Nightshadow und Tiberia ist auch im Stall und passt auf alle auf." Das Telefon klingelte und Ilse redete kurz mit jemandem. Sie legte auf und sagte: "Das war Freya. Sie sagt, Christian schläft heute Abend bei ihnen, denn bei dem Sturm will sie ihn nicht rausschicken! Ich habe gesagt, das sei in Ordnung." Belial lächelte. "Ist es auch - immerhin bist du "Mit-Erziehungsberechtigte" im Fall von Christian - und bei deinen Enkeln sowieso. Finde ich auch gut, dass Freya ein Auge drauf hat. Es ist wirklich eklig draußen."
Nach dem Abendessen durften die Kinder noch etwas Fernsehen gucken, bevor sie ins Bett gingen und ihr Vater ihnen noch eine Geschichte vorlas und das Gotteslob für sie sang. Irgendwann spät gingen dann auch die Erwachsenen ins Bett. Nachts läutete plötzlich die Kirchenglocke der evangelischen, gleich darauf auch die der katholischen Kirche. Das Telefon klingelte, ebenso das Mobiltelefon des Höllenfürsten auf dem Nachttisch. Verschlafen tastete er danach und meldete sich. "Lucian, Henrik hier - wir haben eine Sturmflut und einer der Deiche droht zu brechen. Ich denke, du hilfst mit bei der Deichsicherung?!" Sofort war der Höllenfürst wach. "Natürlich! Ich lebe immerhin hier!" sagte er entschieden und sprang aus dem Bett. "Ich bin gleich da. Ist Sandalephon auf der Insel?" "Ja, er und Michael sind schon informiert, Michael ist dabei alles generalstabsmäßig zu koordinieren und Kat und Maria sind dabei mit einer Milly warme Suppe zu kochen und Kaffee und Tee bereit zu halten. Kat will auch mit Thermoskannen und Henkelmännern die Arbeiter vor Ort versorgen um eine schnelle und zügige durchgängige Deichsicherung zu ermöglichen." "Prima, Milly ist für Sandalephon sowas wie Ilse für mich. Und die ist es als Frau eines Schaffarmers in Neuseeland gewohnt große Mengen zu kochen. Freut mich, dass sie da ist." "Ja, sie hat wohl mit Sandalephon telefoniert als Rasmus geklingelt hat und hat dann darauf bestanden Kat zu unterstützen. Und da hat Sandalephon sie geholt. Wir sehen uns dann." Damit legte der Tierarzt auf.
Unten im Hausflur kam Ilse ihrem Sohn schon entgegen. Sie hielt ihm freudestrahlend Friesennerz, Südwester und lange Gummistiefel entgegen. "Du wirst so fesch darin aussehen! Wenn das Willem noch erlebt hätte, mein Junge, der wäre vor Stolz geplatzt!" sagte sie und obwohl er eigentlich hatte ablehnen wollen, brachte er es nicht übers Herz sie zu enttäuschen und zog die Sachen an. "Ich koch reichlich Kaffee und Tee - der Deich ist hier ja in der Nähe. Falls es Verletzte gibt, bring sie her, Erste Hilfe habe ich schon öfter geleistet und..." "Mutti, Sandy ist Arzt und Kat studiert Medizin. Lass Kat die Sanitätsstation einrichten - sie hat auch Unterstützung von ihrer "Schwiegermutter" Mildred." "Oh, ja, ich vergesse immer, dass Sam Arzt ist... ich will doch nur helfen... ich..." Sanft küsste der Höllenfürst sie auf die Wange. "Mutti, du bist nicht mehr allein und ich verlasse mich darauf, dass du hier bist und auf die Familie aufpasst, die Kinder und Selvi beruhigst und deine Pflicht als "Chefin" des Hauses Meier-Rayne tust!" sagte er liebevoll, dann verschwand er.
Am Deich tauchte er auf und traf sofort auf Michael, der ihn zum Sandsäcke befüllen abkommandierte. "Das können wir doch mit Magie erledigen!" meinte der Höllenfürst mental zu ihm. "Und damit das Gesicht vor den Insulanern verlieren? Wenn wir das mit Magie erledigen, Lucifer, was dann? Dann heißt es: Na ja, wozu noch raus, wenn die großen Engel mit dem Finger schnippen und alles ist ruhig und chillig? Übrigens: Schneidiges passendes Outfit. Wie bist du auf die Idee gekommen dich so friesisch zu kleiden?" "Na gut, vielleicht hast du recht... aber ein wenig sollten wir schon mit Magie arbeiten, falls wir mit Sandsäcken nicht gegen an kommen - zumindest bevor der Deich bricht... und das Outfit... das ist von Ilse - oder besser ihrem Mann Willem... Der war Kapitän und wusste halt als Insulaner wie man sich in solchen Situationen wie diesen angemessen kleidet..." antwortete der Höllenfürst arrogant als er sah, dass Michael lediglich einen Regenmantel trug, der schon recht durchweicht war.
Seite an Seite mit den Insulanern schaufelten Hagiel, Sandalephon und er Sand in Säcke und schafften sie zum Deich. Statt Kat kam allerdings Maria mit Mathilde um Kaffee, Tee und heiße Suppe an die Arbeitenden auszuteilen. "Kat haben wir das verboten. Sie ist immerhin schwanger!" meinte Mathilde auf Nachfrage des Höllenfürsten. Dankbar lächelte er die Frau von Hagiel an. "Sie verarztet dafür die Verletzten!" rief Maria, "Während Mildred Kaffee kocht und Tee und heiße Schokolade für die, die das lieber mögen." Die anstrengende Arbeit wurde bis in die frühen Morgenstunden durchgehalten. Erst dann flaute der Sturm ab. Erschöpft erschien der Höllenfürst, müde und angeschlagen am Frühstückstisch. "Habt ihr den Deich heile gemacht, Papa?" fragte Luca aufgeregt. "Nein, heile ist er nicht. Wir haben dafür gesorgt, dass er nicht bricht... und ich hoffe, dass die Nacht sich nicht wiederholt, denn dann bin ich nicht sicher, ob wir ohne Magie den Deich halten können... und ob die Insulaner das so einfach... schlucken... also Michael hat da seine Bedenken..." "Also ich bin stolz auf dich! Rasmus hat vor fünf Minuten angerufen und mir zu meinem prachtvollen Sohn gratuliert und meinte, dass wir dich hier auf der Insel haben, wäre das Beste was Norderney hätte passieren können. Du hättest für zwei gearbeitet und deinen Mann gestanden, grad so als wäre Willem... also der war ja... also er hat die Deiche oft mit kontrolliert..." sagte Ilse gerührt.
Der Höllenfürst räusperte sich. "Oh... ja... ähm... übrigens... danke für die... die Ehre, dass ich die Sachen von deinem Willem tragen durfte, Mutti, Michael hatte einen völlig durchweichten Regenmantel an und Sandy hat sich auch irgendwann ein ähnliches Outfit wie dieses herbeigezaubert als er gesehen hat, wie praktisch das ist. Ich hätte das ja nicht gedacht, zumal es nicht so... hm... edel aussieht, aber es ist Sturmfluttauglich, das muss man dem Friesennerz lassen!" Ilse wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel, was er durchaus bemerkte. "Willem wäre so stolz auf dich gewesen! Und das sind jetzt deine Sachen!" sagte sie und stellte ihm einen Pharisäer hin. "Oh, danke... für... ähm... die Sachen und den Pharisäer. Ich werde den schnell trinken und dann lege ich mich noch etwas hin. Das war verdammt anstrengend die Nacht. Ich hoffe, bei euch ist alles in Ordnung?" Alle nickten. "Selvi schläft noch. Sie ist in der Nacht aufgewacht und hat sich um dich Sorgen gemacht. Sariel hat nach ihr geschaut und ihr ein leichtes Beruhigungsmittel gegeben, bevor er zu Kat ins McNeal-House verschwunden ist um sie zu unterstützen. Sind wohl einige doch etwas ärger verletzt und da Sandalephon am Deich geholfen hat - und dort teils schon erste Hilfe leistete... nun ja... das Haus ist näher als das Krankenhaus und auch gut ausgerüstet... Und die Kinder und ich haben es im Wohnzimmer gemütlich gehabt mit Tee und heißer Schokolade und einer Kerze und dann haben wir gesungen." erzählte Ilse. "Willst du gar nicht essen, Papa?" fragte Linnéa besorgt. "Nein, Milly und Maurice haben gekocht und Tilly und Maria haben Kaffee, Tee und heiße leckere Suppe verteilt. Ich habe keinen Hunger, Herzchen."
Er trank seinen Pharisäer aus, gab seinen vier Kindern und Ilse je einen Kuss auf die Wange und begab sich ins Bett. Liebevoll kuschelte er sich an seine Frau, die eine Hand zärtlich auf ihrem Babybauch in dem er Allegra leicht treten fühlen konnte. Mit einem beruhigten Lächeln schlief er ein. Etwa eine Stunde später wachte Selvaggia auf und stellte erfreut fest, dass sie im Arm ihres Mannes lag. Sie lächelte glücklich und kuschelte sich noch dichter an ihn. Sie schlief dabei wieder ein. Gegen elf Uhr mittags wachten beide auf. Sie drehte sich auf den Rücken, so dass sie ihrem Mann in die Augen sehen konnte. Dieser lächelte sie müde an. "Lucifer! Geht es dir gut? Du siehst müde aus." fragte sie besorgt. "Das bin ich auch, es war eine anstrengende Nacht. Aber ich lasse mir von Mutti einfach noch einen starken Pharisäer machen. Der starke Kaffee in diesem Getränk hilft mir bestimmt den Tag zu überstehen. Wir sollten jetzt nämlich aufstehen. Mutti hat bestimmt etwas Leckeres zu Mittag gekocht." sagte er, während er sanft und liebevoll mit der Hand über den Schwangerschaftsbauch seiner Frau streichelte. "Das ist so schön in deinem Arm aufzuwachen!" sagte die schöne Hexe. Er lächelte, streichelte und liebkoste sie.
"Du bist so wunderschön! Ich liebe dich!" flüsterte er ihr liebevoll ins Ohr und küsste sie dann leidenschaftlich.
Kurz darauf betraten sie die Küche, in der es lecker duftete. "Guten Morgen, was gibt es denn Leckeres zum Mittagessen?" fragte Selvaggia lächelnd. "Einen Braten, mit Kartoffelklößen und Rotkohl. Das wird euch schmecken." Ihr Sohn lächelte erfreut. "Klingt echt gut. Machst du mir bitte noch einen Pharisäer, aber mit starkem Kaffee zum wach werden?" fragte er seine Mutti, während sich etwas Mineralwasser in ein Glas schenkte um eine seiner Schmerztabletten zu schlucken. "Hast du Kopfschmerzen?" fragte Selvaggia besorgt. "Ja, die Nacht war echt anstrengend. Da wir alle unsere Kräfte nicht eingesetzt haben..."
Die beiden Frauen nickten verständnisvoll und lächelten. Sie waren beide stolz auf den Höllenfürsten. Ilse erzählte zudem begeistert, dass viele Insulaner dankbar für die Hilfe angerufen hätten, um ihr Lob auszusprechen, denn normalerweise ging er jeder körperlich anstrengenden Arbeit aus dem Weg.
"Wo sind die Kinder?" wollte Selvaggia wissen. "Christian ist noch immer bei Jasper und eure Kinder sind drüben bei Kat und Sandalephon. Maurice ist auch da und Linnéa möchte gern Schokoladensoufflee machen und eine Art Tiramisu, aber mit Quark und Kondensmilch... das Rezept hat Kat von einer ehemaligen Mitschülerin bekommen und Maurice möchte das vielleicht in die Karte seines Restaurants aufnehmen..." informierte Ilse die Eltern. "Und ich hatte gedacht, euch beiden ist das vielleicht recht, denn von Kat und ihrem Mann hat dein Vater das Schlafbedürfnis genommen - im Gegensatz zu dir. Offensichtlich... bist du armer Junge ja noch  müde." "Ja,, ziemlich, aber ich werde nachher noch etwas Arbeit in der Hölle erledigen, dann dürfgten die Kopfschmerzen auch nachher weg sein. So sehr ich mein Leben auf der Erde auch mit euch allen genieße, aber ich merke, dass ich als Seraphim nicht so dafür geschaffen bin..."  Ilse sah die zwei scharf an. "Ihr seid euch aber schon nicht böse?" fragte sie. Selvaggia lächelte. "Nein, sind wir nicht. Ganz im Gegenteil. Ich bin im Lucifers Armen aufgewacht und dann - weil es so schön war auch gleich wieder eingeschlafen, so wohl habe ich mich gefühlt. und Allegra hat auch nicht getreten wie sonst, fast als hätte sie gemerkt, dass ihr Papa Ruhe braucht und erschöpft ist." Sie küsste ihren Mann liebevoll.
"Warum habt ihr eigentlich nicht gezaubert? Sandalephon meinte das nur." fragte Ilse. "Das wäre schließlich einfacher und schneller gewesen." Der Höllenfürst lächelte gequält. "Das habe ich Michael zu verdanken. Der hat die ganze Koordination des Einsatzes übernommen - ganz Papas General im Einsatz - und als ich andeutete, dass man ja zaubern könne und die Sache wäre erledigt, hat er ganz klar gesagt, dass wir dann vor den Insulanern unser Gesicht verlieren - so nach dem Motto, die brauchen ja eh nur zaubern, und sind sich zu fein Seite an Seite mit uns zu arbeiten.... - und vermutlich hat er damit recht... Also haben wir alle mit angepackt, Michael, Hagiel, Sandy und ich - und ich glaube, Samyaza habe ich auch gesehen...Er hat das Meldewesen übernommen und Maria und Mathilde unterstützt beim Suppe, Kaffee und Tee austeilen... Und Kat hat das "Hospital" übernommen und mit Mildred die Versorgung und Verpflegung der Kräfte."
"Ja, das hat Rasmus mir erzählt. Ihr wäret eine echte Bereicherung für unsere Insel, meinte er... Und viele Insulaner, die gerade dich, Junge, immer etwas ängstlich angeschaut hätten, wären nachher zu ihm gekommen und hätten gefragt, ob du wirklich... na ja... der Teufel wärest, denn eigentlich wärst du dafür viel zu freundlich, viel zu ... fleißig und würdest auch nicht nach Schwefel riechen." erzählte Ilse grinsend. Der Höllenfürst sah sie ungläubig an. "Nach Schwefel riechen?" fragte er, und begann zu lachen.
Gegen Abend holten Selvaggia und er die Kinder ab. Vor dem McNeal-House hielt ein Krankenwagen. "Dr. Rayne, wie schön Sie zu sehen!" rief der Wirt des Inselkrugs von der Trage ihm zu. "Herr Södersen, was ist denn passiert?" "Ach, nix was nicht innerhalb kürzester Zeit wieder okay wäre." wiegelte der Wirt ab. Der eine Krankenpfleger schnaubte. "Wenn Professor Dr. Dale Ponte McNeal nicht gewesen wäre - und seine Frau, Södersen, wärst du auf deinen Eiern spazieren gegangen! Wie die es geschafft haben dir deine Haxen zu retten frag ich mich immer noch! Doktor Huber wollte gestern Nacht beide Beine von dir amputieren!" Der Wirt schnaubte. "Der Metzger soll seine Griffel bei sich behalten!" dann wandte er sich an den Höllenfürsten. "Könnten Sie ein Auge auf meinen Inselkrug haben, Dr. Rayne? Sie haben immerhin Ahnung von Wirtschaften und dann kann der wenigstens offen bleiben. Ihr... Manager... Samy Acers - der ist gerade beim Doc zu Besuch und hat gestern ja auch mitgeschafft mit seiner spanischen Freundin, hat gemeint, notfalls würde er jemanden schicken, der sich ein paar Tage kümmern könnte." "Geht klar, Herr Södersen. Machen Sie sich keine Gedanken um den Inselkrug, sondern kümmern Sie sich darum wieder gesund zu werden!" antwortete der Höllenfürst. Der Wirt nickte ihm dankbar zu, während die zwei Krankenpfleger das attraktive Ehepaar misstrauisch, sogar eine Spur ängstlich beäugten und sich hastig verabschiedeten.
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