Nichts Konkretes

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
29.07.2018
29.07.2018
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Prolog



"Das war ja wohl Folter, dieses Tinder-Date. Zieh' mich an und schleiche in die Ferne. Naja, man isst ja auch nicht jeden Tag fünf Sterne"

Zugezogen Maskulin - Ratatat im Bataclan




Das Licht fällt viel zu grell in den Raum und blendet ihn, als er die Augen öffnet. Die einzelnen Sonnenstrahlen lassen nur erahnen, wie heiß es an diesem Sonntagmorgen bereits ist. Daniel war kein großer Fan des Sommers, im Gegenteil. Bei über dreißig Grad im eigenen Wohnzimmer konnte man nicht entspannt zocken oder Filme schauen oder existieren im Allgemeinen.
Doch von seinem Wohnzimmer ist Daniel noch viel zu weit entfernt, für seinen Geschmack. Als sich dann auch noch die braune Haarpracht neben ihm bewegt, trifft er die, für sich, einzig richtige Entscheidung.
Mit einem Ruck setzt er sich auf und fährt sich über die kurzen, blonden Haare, ehe er aus dem Bett steigt und sich eilig nach seiner Kleidung umsieht.
Dabei schweift sein Blick immer wieder zu der Brünetten, welche noch seelenruhig schlummert. Innerlich zuckt er mit den Schultern. Ein hübsches Ding, jedoch stand ihr schönes Äußeres in keinem Vergleich zu ihrer, nunja, weniger vorhandenen Intelligenz. Doch für eine Nacht, ausgemacht über Tinder, ging das schon mal durch.
Ihren Namen wusste er ohnehin nicht mehr und Zettel mit Dankesreden schrieb er seit Jahren nicht. Dafür hatte er zu viel gesehen, wortwörtlich.
Und auch für sie wäre maximal ein „geile Titten“ drin gewesen. Doch das war Daniel, mit seinen nunmehr zweiunddreißig Jahren, dann doch zu blöd.
Er wollte nach Hause, denn es war immer noch Sonntag. Sonntag hieß Kuchen bei Oma.
Und Kuchen bei Oma würde sich Daniel für keine Frau der Welt entgehen lassen.
Vielleicht für Margot Robbie, aber auch nur für sie.

Seine Kleidung liegt auf dem hellen Laminat verteilt. Sein schwarzes Shirt, versehen mit Zelda-Aufdruck, roch noch immer nach ihrem Parfum.
Lady Million, wahrscheinlich im Ausverkauf bei Douglas ergattert. Wie oft hatte ihm dieser Duft schon in der Nase gesteckt?
Er verlässt ihr Schlafzimmer, ohne die Brünette, deren Namen er vergessen hat, noch einmal anzusehen.
Die ganze Wohnung schreit aus Leibeskräften, dass das arme Ding Single ist. Zumindest in den Augen von Daniel. Schon gestern, als er die Wohnung betreten hat, musste er sich die fiesen Kommentare verkneifen.
Die Wohnung bestand aus einer gesunden Ikea- und „ich bin unfassbar alternativ und arbeite Möbel meiner Oma neu auf“-Mischung. Nichts besonders, nicht mal im Ansatz.
Neben der, ebenfalls hellen, Garderobe, hingen mehrere Bilder. Auf jedem war die Brünette mit einer anderen Freundin zu sehen und ihre Töle.
„Eine englische Bulldoge“, hallte ihre hohe Stimme in seinem Kopf wieder. Den halben Abend hatte sie ihm ein Ohr über das Ding abgekaut. Daniel hatte nicht mal bei der Hälfte aufmerksam zugehört und seine Augen irgendwann in ihrem Dekolletee vergraben.
Er schmunzelte, als er daran dachte.

Daniel war froh, als er endlich im Treppenhaus stand und sich seinen Weg auf die Straße bahnte. Die Sonne schien ihm unermüdlich ins Gesicht, als er sich eine Zigarette ansteckte und sich auf den Weg zu seinem geliebten BMW machte. Dabei fummelte er sein Smartphone aus der Hosentasche. Der Akku war fast komplett leer aber mit einem kurzen Befehl, öffnete sich Tinder und Daniel löschte den Chat von gestern.
Louisa, so hieß die Brünette, welche in ihrer rosa Blumenbettwäsche wahrscheinlich noch immer schlief.
Jetzt konnte ihm das natürlich auch egal sein. Es war Sonntag, morgen war Montag und er war mal wieder nicht zu Hause aufgewacht. Alles wie immer, dachte Daniel, als er seinen BMW erreichte und seine Zigarette austrat.
Eine halbe Stunde Fahrt trennte ihn nun noch von seinem Wohnort und vor allem von dem Kuchen bei Oma.
Er persönlich hoffte ja auf Apfelstrudel.
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