Plastikwannen, Drogen oder vielleicht doch die wahre Liebe?

von Yorishan
GeschichteHumor, Romanze / P16
Jesse Pinkman OC (Own Character)
28.07.2018
28.07.2018
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„Kara, könntest du bitte die Spachtelmasse in Gang 3 auffüllen?“, es klang eher wie ein Befehl, als eine Frage. Kara sah Carl an, der an einen Tisch im Büro saß. Carl war ein fülliger Mann mit kurzem rotem Haar. Seine Wurstfinger glitten über ein Blatt Papier, ehe er innehielt und sie ansah. In seinem Gesicht hatten sich Schweißperlen gesammelt, sodass seine Brille etwas über seinen breiten Nasenrücken rutschte. „Weißt du nicht mehr wo Gang 3 ist?“, fragte er und rückte seine Brille zurecht. „Doch, jedoch wollte ich gerade Mittagspause machen“, gestand Kara. „Die kannst du machen wenn Gang 3 aufgefüllt ist“, Carl wendete seinen Blick wieder auf das Papier. Lustlos drehte Kara sich um, schnappte sich den Wagen mit der Spachtelmasse und trottete in Gang 3.


Carl war der Chef des Baumarktes, indem Kara mit ihren jungen 21 Jahren arbeitete. Es war nicht ihr Traumjob, jedoch war die Bezahlung angemessen. In Gang 3 angekommen fing sie an die kleinen Eimer mit der Spachtelmasse ins Regal zu räumen. Sie dachte dass der Tag ereignislos an ihr vorbei ziehen würde, als ihr Blick, in den gegenüberliegenden Gang 2 hängen blieb.


Sie beobachtete einen jungen Mann, sie schätzte ihn ein bis zwei Jahre älter als sie. Es war ein großer, schlanker Typ mit braunem Haar. Seine Hip Hop Klamotten die er trug, waren ihm eindeutig viel zu groß. Aber das Verwirrende dabei war, dass der Typ kleine Plastikwannen ansah und, Kara glaubte ihren Augen nicht, sich rein setzte. Kara blinzelte, um zu kontrollieren, dass ihre Augen sie nicht täuschten. Nein tatsächlich nicht. Der Typ quetschte sich in eine für ihn viel zu klein geratene Plastikwanne.


Ihre Aufmerksamkeit, dem Ereignis in Gang 2 zugewandt, bemerkte sie nicht, dass sie den Eimer nicht richtig in das Regal stellte. Der Eimer schlug mit einem lauten Knall auf dem Boden auf. Nicht nur Kara zuckte erschrocken zusammen, sondern auch der Typ in der Plastikwanne, sodass er mit dieser auf die Seite fiel. Hastig versuchte sich der Mann aus der Wanne zu befreien und Kara glaubte tatsächlich er würde darin stecken bleiben.


Kurze Augenblicke später hatte es der Mann geschafft und stellte die Wanne zurück, bevor er Kara einen peinlich, berührten Blick zuwarf und aus dem Baumarkt verschwand. Kara blieb noch einen Moment regungslos stehen. Auch wenn der Mann gerade sicherlich verrückt war, hatte er jedoch wunderschöne blaue Augen gehabt. Sie schüttelte Gedankenverloren den Kopf um kurz darauf das Regal weiter zu bestücken.


Ihre weitere Schicht verlief ohne besondere Vorkommnisse. Doch Kara war heilfroh, als sie ihre dunkelblaue Arbeitsweste in den Spint hing und endlich ins Wochenende gehen konnte. Sie stieg in ihr Auto und fuhr zum Chinesen, der direkt um die Ecke war. Auf kochen hatte sie heute keine Lust mehr. Nachdem sie ihre bestellten Gerichte erhalten hatte, trat sie den Heimweg an.


Kara wohnte zwar nicht gerade in der besten Gegend, jedoch war ihre Wohnung bezahlbar und sogar mit einem Balkon ausgestattet. Sie klingelte bei der gegenüberliegenden Wohnung, bevor sie ihre Tür aufschloss. Es dauerte zwei Minuten, bis jemand die Tür öffnete. Ein großer, dürrer Mann mit fahler Haut kam zum Vorschein. Er trug eine schwarze Mütze, einen schwarzen Hoodie und eine Hose, die auf halb acht hing. „ Hey Skinny, ich hab Chinesisch für uns geholt“, begrüßte Kara ihn und hielt die Tüte mit dem Essen hoch. „Yo Kara, du bist die Beste man“, er grinste, ehe er seine Tür schloss und ihr folgte.


Sie wohnte nun schon 1 1/2 Jahre neben Skinny Pete. Trotz dass er im Knast saß und ein Junkie war, konnte Kara nur positiv über Skinny sprechen. Er war immer sehr hilfsbereit und freundlich. Skinny hielt seine Versprechen und im Großen und Ganzen war auf ihn Verlass, auch wenn er meistens zu spät kam.


An ihre erste Begegnung mit Skinny Pete konnte sie sich noch gut erinnern. Es war der Tag an dem sie in ihre neue Wohnung einzog. Sie hatte überhaupt keine Ahnung wie sie ihre Möbel vom Transporter in die Wohnung schleppen sollte. Zu ihrem Glück verließen gerade ihr neuer Nachbar Skinny und sein Freund Combo das Haus. Skinny sprach sie direkt an, ob sie Hilfe benötigte beim reintragen. Diese nahm sie dankbar an und spendierte ihnen danach ein kühles Getränk.


So kam es, dass die beiden gute Freunde wurden, auch wenn Kara Drogen nicht gut fand. Jedoch konnte Skinny selbst über sein Leben entscheiden. Kara versuchte nur darauf zu achten, dass es ihm halbwegs gut ging. Sie brachte ihm öfters was zu essen mit und kaufte zusätzlich mit für ihn ein.


Nachdem beide am Tisch Platz genommen hatten, machte Kara die Tüte auf und reichte Skinny seine Menübox. „Was ist das?“, fragte Skinny, während er die Box öffnete. „Gebratene Nudeln mit Ente“, antwortete sie und fing an sich die erste Gabel in den Mund zu schaufeln. „Das sieht gut aus“, bemerkte Skinny und griff nach einer Gabel.



Nachdem beide genüsslich gegessen hatten, machten sie es sich auf dem Balkon bequem. Skinny reichte Kara ein kühles Bier, während sie sich eine Zigarette anzündete. „Danke fürs Essen yo“, Skinny grinste sie an und streichelte über seinen gut gefüllten Bauch. „Immer wieder gern“, Kara lächelte. Sie nahm einen Schluck Bier, bevor sie sich an Skinny wandte und ihm von dem seltsamen Mann aus dem Baumarkt erzählte. „In einer Plastikwanne?“, fragte er und seine Stimme bekam einen lustigen Unterton. Kara nickte. Skinny brach in schallendem Gelächter aus und Kara stimmte darin ein. „Yo, was für ein kranker Typ und ich dachte schon ich bin verrückt“, Skinny schnippte seinen Zigarettenstummel in den Aschenbecher, der zwischen ihnen auf dem Tisch stand.


Sie unterhielten sich noch etwas, bevor Skinny los musste. Er sagte er müsse zur Arbeit und Kara wusste genau das seine Arbeit daraus bestand mit Drogen zu dealen. Nachdem er weg war, räumte Kara den Tisch drinnen ab und machte es sich auf dem Sofa bequem.
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