Der Mörder des Mörders - Die 126. Hungerspiele

MitmachgeschichteSci-Fi, Tragödie / P18 Slash
28.07.2018
29.09.2019
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Der Stummel verglühte langsam im Aschenbecher und Fynn erwog, ob er nicht noch eine weitere Zigarette rauchen sollte, um das Treffen mit dem Präsidenten hinauszuzögern. Er hatte kein Bedürfnis, sich weiteres eitles Geschwätz dieses selbstherrlichen wilden Tieres anzuhören und außerdem würde Brendan auch da sein und auf den hatte er beinahe ebenso wenig Lust. Zwar führten sie noch eine Art Beziehung, allerdings war Brendan Ruiz durch seinen alten, neuen Job als Sicherheitschef Panems ein äußerst vielbeschäftigter Mann. Das war gut, denn wenn er zu tun hatte, musste Fynn mit ihm keine Zeit verbringen oder – schlimmer noch – ihn im Bett befriedigen.
Es war jetzt ein halbes Jahr her seit er beschlossen hatte, dass seine Rachepläne es wert waren, seinen Körper dieser widerwärtigen Person zu opfern. Und danach war er irgendwie nicht so wirklich von Brendan losgekommen und leider war der alte Mann Fynns auch noch nicht überdrüssig geworden. Wie auch, waren die Rendezvous doch eine seltene Abwechslung.
Auszusteigen wäre eine Möglichkeit gewesen, aber irgendwie bezweifelte Fynn, dass Brendan und auch Präsident Cavanaugh das so auf sich sitzen lassen würden. Und auch wenn er zeitweise den Freitod in Betracht gezogen hatte, so wie seine Rache vollbracht wäre, so würde er das doch nicht durchziehen. Er hing an seinem Leben im Luxus und abgesehen davon stand die Rache noch aus. Gewiss, er hatte einen der Mörder seiner Schwester erschießen dürfen, aber der Auftraggeber, der ehemalige Präsident, lebte noch, nachdem er sich vorgeblich aus gesundheitlichen Gründen in eine Art freiwilliges Exil zurück gezogen hatte und zu Gunsten seines unehelichen Sohnes, ebenjenes Icarus Cavanaugh, abgedankt hatte. Fynn wusste es natürlich besser, nämlich war der Rücktritt keineswegs so freiwillig vonstatten gegangen wie dem Volk Panems Glauben gemacht worden war. Allerdings hatte Altpräsident Blake sich vorher noch für die Nachfolge seines Sohnes ausgesprochen, damit dieser auch vom Parlament bestätigt wurde. Präsidentschaftswahlen in Panem waren eine heikle Sache. Man wurde auf Lebzeiten gewählt, sofern man denn gewählt wurde. In der Regel bedeutete das, dass man meist nur eine einzige Chance hatte, jemals Präsident zu werden, denn wenn erst einmal ein anderer Präsident war, war dieses Amt meist auf Jahre vergeben. Das sollte wohl Konstanz und Stärke in der wichtigen Führungsposition gewährleisten. Und wenn man auf die hundertfünfundzwanzigjährige Historie des neuen Panems nach der Rebellion der Distrikte zurückblickte, so traf zumindest das mit der Konstanz zu. Cavanaugh war erst der vierte Präsident Panems.
Es war nicht so, dass Fynn sich jemals für Politik oder Geschichte oder dergleichen interessiert hätte, aber wenn man in die Kreise der Mächtigen gespült wurde, kam man eben nicht umhin, zumindest ein wenig davon aufzuschnappen. Und diese ständigen politischen Talkshows und sonstigen Auftritte an denen er teilzunehmen gezwungen war, um zu verkünden, was für ein wunderbarer Präsident Icarus Cavanaugh doch war, trugen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Es nervte ihn ein bisschen, doch das war Teil des Deals. Fynn bekam seine Rache und als Gegenleistung durfte Cavanaugh Fynns Popularität als Sieger der Hungerspiele für seine Propaganda nutzen. Allerdings hatte der Präsident sich bisher nicht an seinen Teil der Abmachung gehalten, zumindest nicht komplett. Und das würde Fynn heute ansprechen, wenn er schon gezwungen war, Zeit mit Cavanaugh zu verbringen. Immerhin würde die Party heute Abend unter Garantie für einen guten Absturz sorgen und da Brendan natürlich arbeiten musste, hatte Fynn auch Ruhe vor ihm. Und wenn der Sicherheitschef dann irgendwann Feierabend hatte, wäre Fynn gar nicht mehr in der Lage, ihn irgendwie zu befriedigen. Glücklicherweise.
Allerdings würden nachher stattdessen alle möglichen weiteren Leute da sein, die Fynn nicht sehen wollte. Aber was sollte man von der Party des Jahres, welche der Abschluss der Siegertour stets darstellte, auch anderes erwarten? Immerhin hatte das Jubeljubiläum drei Sieger hervorgebracht, da würde sich die Aufmerksamkeit mit Sicherheit auf diese konzentrieren und auch wenn Fynn noch immer besser aussah und vermutlich auch immer populärer sein würde als diese drei Gestalten, so war sein Sieg doch nun auch schon dreieinhalb Jahre her. Krass. Bald würde er seinen achtzehnten Geburtstag begehen. Und in der Zeit seit seinem Sieg war soviel passiert. Idas Tod war seit anderthalb Jahren ungerächt, doch das würde nicht mehr lange so bleiben. Bei dem Gedanken an die Verräter, die heute Abend mit Sicherheit auch zugegen sein würden, kochte die Wut in Fynn hoch. Diese jämmerlichen Möchtegernsieger wagten es tatsächlich noch, ihm gegenüber nett zu sein und so zu tun, als hätten sie rein gar nichts mit dem Tod seiner Schwester zu tun. Und ihm blieb nichts anderes übrig als noch gute Miene zu bösem Spiel zu machen. Noch. Denn Cavanaugh hatte ihm Rache versprochen und selbst wenn er der Präsident war, so verfügte Fynn mit Sicherheit über eine äußerst hohe Beliebtheit, die Cavanaugh nur zu gern für sich nutzte.
Nun, die Beliebtheit bezog sich hauptsächlich auf das Kapitol, denn als Fynn vor ein paar Tagen seit langem Mal aufgrund der Siegertour mal wieder im heimatlichen Distrikt Fünf gewesen war, war ihm eher Verachtung und Hass entgegen geschlagen. Das war neu gewesen, aber es störte ihn nicht wirklich. Er war in letzter Zeit sowieso fast nur im Kapitol und wenn er zur Abwechslung mal in Fünf war, so lebte er doch recht abgeschottet im Dorf der Sieger. Außer der Zugehfrau, die sauber machte und Essen kochte, bekam er oft tagelang niemanden zu sehen. Und natürlich die alte Mutter von Dominique Jay, dem anderen lebenden Sieger von Distrikt Fünf. DJ selbst war glücklicherweise meistens ebenfalls im Kapitol, wo er als Professor für Mathematik oder ähnliches tätig war. Fynn mochte ihn nicht. Er war immer unfreundlich zu ihm gewesen, außer wenn Ida dabei war. Da war er auf einmal immer die Nettigkeit in Person gewesen und hatte Fynns Schwester auf erbärmliche Art und Weise angegraben. Natürlich hatte sie den widerlichen Kerl niemals rangelassen, auch wenn sie immer mal wieder Affären gehabt hatte. Insbesondere während Fynns Spiele hatte sie sich scheinbar quer durch die Sponsorenschaft gevögelt und auch mit dem Obersten Spielemacher geschlafen, wie Fynn inzwischen in Erfahrung gebracht hatte. Nur, um ihn durchzubringen. Das zeigte ja schon, dass sie eigentlich nur ihn geliebt hatte und der Sex nur ein Mittel zum Zweck gewesen war. Umso passender nur, dass Fynn diesen jetzt auch nutzte, um sie zu rächen, auch wenn sein Opfer ungleich schlimmer war. Aber das war es ihm auf jeden Fall wert.
Fynn seufzte und starrte auf die vergoldete Uhr an seinem Handgelenk. Er kam wohl nicht mehr drum herum, jetzt reinzugehen. Der Präsident schätzte keine Verspätungen und auch wenn Fynn sich diese in seiner Position sicher hätte erlauben können, so wollte er doch, dass der Präsident seine Versprechen endlich einlöste. Und dies würde wohl wahrscheinlicher sein, wenn er nicht wegen solch einer Lappalie über Fynn verärgert war.

Icarus Cavanaugh schien in Hochstimmung als Fynn sein Büro betrat, denn er begrüßte ihn überschwänglich:
„Willkommen, willkommen, mein lieber Fynn! Ich freue mich, dass wir drei uns nochmal sprechen können, bevor es losgeht. Ich habe Großes zu verkünden.“
Fynn hätte dem Fettwanst am liebsten in sein falsch lächelndes Gesicht gespuckt, allerdings hätte ihm das nichts genützt. Er konnte sich zwar vieles herausnehmen, aber das ginge zu weit. Stattdessen begnügte er sich, dass Lächeln seines Gegenübers zu erwidern und einen Gruß zu murmeln. Dann betrachtete er den Präsidenten. Er war ein großer Mann, ganz im Gegensatz zu Fynn, und er hätte wohl als stattlich durchgehen können, wenn er nicht stark übergewichtig gewesen wäre. Im Gegensatz zu den meisten Kapitolern schien er nicht viel von Fettabsaugungen zu halten. Im Allgemeinen war er nicht wie die meisten Kapitoler, schien ihm sein Aussehen doch keinen Pfifferling wert zu sein. Fynn hatte nur wenige Menschen gesehen, die hässlicher waren als der Präsident. Das Gesicht grobschlächtig mit tief liegenden Augen, fetten, wulstigen Lippen und einer dicken Knollennase, die ihm offenbar schon mehr als einmal gebrochen worden war. Dazu das strähnige, mittellange dunkle Haar und man hätte Icarus Cavanaugh eher für einen Straßenräuber denn für einen Präsidenten halten können. Nichtsdestotrotz war er es.
Brendan stand vor dem Fenster, nun wieder in das Weiß der Friedenswächter gekleidet und nicht mehr in das Schwarz von Cavanaughs Privatarmee. Er war wieder dort, wo er seiner Meinung nach hingehörte, nämlich der Sicherheitschef des Kapitols und damit zumindest im Kriegsfall der zweitmächtigste Mann nach dem Präsidenten. Er war noch größer als Cavanaugh und obwohl er mit Sicherheit schon die Fünfzig deutlich überschritten hatte, war er noch weit besser in Form als der jüngere Präsident. Nur die kurzgeschorenen grauen Haare wiesen auf das Alter des Generals hin.
„Wir wollen keine Zeit verlieren“, riss der Präsident Fynn aus seinen Betrachtungen, „schließlich haben wir nachher noch eine Feier zu feiern und unser guter Brendan hat das alles zu beaufsichtigen.“
Er hielt inne, genoss die Stille und profilierte sich mal wieder an seiner Macht. Fynn fragte sich, wie man das nur so nötig haben konnte wie Icarus Cavanaugh. Der Mann war nun seit einem halben Jahr Präsident und noch immer schien er sich unglaublich viel darauf einzubilden. Auch Brendan wirkte gelangweilt, aber natürlich würde er niemals den Mann, der ihn erneut in Amt und Ehren eingesetzt hatte, kritisieren.
„Geht es um diese Reventlou?“, knurrte Brendan, „wenn Ihr wollt, kann ich sie beseitigen!“
Cavanaugh wirkte einen kurzen Moment verwirrt, offenbar hatten ihn seine eigenen geltungssüchtigen Gedanken so sehr gefesselt, dass er vergessen hatte, was er eigentlich sagen wollte. Er fing sich allerdings recht schnell wieder.
„Nein, nein“, erwiderte er, „dazu besteht keine Notwendigkeit. Clarisse Reventlou ist keine Gefahr, Zwar sind alle Oppositionellen Kriminelle, wie ich immer zu sagen pflege, doch das Weib ist dermaßen unfähig und unbeliebt, dass sie mir nicht gefährlich werden kann. Solange sie der Opposition vorsitzt, habe ich die nicht zu fürchten. Und wenn sie weg wäre, käme womöglich noch jemand, der halbwegs etwas drauf hat. Nein, mein lieber Brendan, man kann und darf nicht alle töten, die einem ein bisschen auf die Nerven gehen.“
„Ich beseitige meine Feinde lieber bevor sie mich beseitigen“, entgegnete der General, doch Cavanaugh schüttelte nur den Kopf.
„Und deshalb“, sagte er tragend, „bin ich der Präsident, mein lieber Brendan. Du bist ein guter Soldat, aber du solltest die Politik mir überlassen. Ich verstehe ja auch nichts von Militär und Kriegsführung. Darüber wollte ich aber nicht sprechen. Sondern über die kommenden Hungerspiele und die Besonderheiten dieser.“
Fynn rollte mit den Augen. Die Hungerspiele waren nicht sein Lieblingsthema und als Teil des Abkommens war vereinbart worden, dass er niemals wieder etwas damit zu tun haben werden würde.
„Das Jubeljubiläum war letztes Jahr“, teilte er dem Präsidenten in überheblichem Tonfall mit, „es gibt keine Besonderheiten.“
Cavanaugh sah einen kurzen Augenblick äußerst verärgert aus, was Fynn freute, doch leider war das nicht von Dauer und in seinem gewohnten schleimigen Tonfall wandte er sich Fynn zu.
„Mein lieber Fynn, es sind meine ersten Spiele als Präsident Panems“, verkündete Cavanaugh, „deshalb wird es auch dieses Mal Besonderheiten geben. Zudem gefielen mir die Spiele in ihrer alten Form nicht. Zu dekadent, zu langweilig, jedes Jahr das Gleiche und oft noch irgendwelche unwürdigen Sieger. Ein Witz.“
Fynn wusste, dass der Vorwurf mit den unwürdigen Siegern auf ihn gemünzt war, doch er ließ sich nichts anmerken. Ein fetter, aufgeblasener Wichtigtuer würde ihn, den Meister der Provokation, nicht provozieren können. Mochte sein, dass er niemals getötet hatte und lediglich die weiblichen Reize seiner Schwester ihn am Leben gehalten hatten, aber Cavanaugh war lediglich bei den letzten Spielen irgendein unwichtiger Spielemacher gewesen und hatte sonst keinerlei Erfahrungen.
„Habt Ihr beschlossen, dass Ihr dieses Jahr als Tribut teilnehmen werdet so wie Euer Vetter letztes Jahr?“, fragte Fynn unschuldig, doch dieses Mal zog die Provokation nicht und das Lächeln blieb auf dem feisten Gesicht des Präsidenten eingemeißelt.
„Nein, das habe ich nicht“, Cavanaugh lachte gekünstelt auf, „aber das ist ein köstlicher Gedanke. Nein, mein lieber Fynn, ich habe vor den Ablauf zu ändern. Parade, Interview, wer braucht den ganzen Firlefanz schon. Seit hundertfünfundzwanzig Jahren immer das Gleiche. Am liebsten hätte ich die Tribute ja direkt aus dem Zug in die Arena geworfen, aber davon haben mir meine Experten abgeraten. Dieser ganze Quatsch scheint immer lukrative Einnahmen für die Staatskasse zu bedeuten, deshalb konnten wir ihn nicht ganz weglassen. Nein, stattdessen wird es eine Messe geben, wenn die Tribute im Kapitol ankommen. Da werden sie ausgestellt, die Zuschauer können Fotos machen und sich Autogramme holen, die Sponsoren können direkt mit ihren Favoriten sprechen und das alles natürlich zu hohen Eintrittspreisen. Auch das Training wird einige Veränderungen beinhalten, ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob wir es verlängern oder verkürzen. Aber für die Details haben wir ja noch ein halbes Jahr. Natürlich bleibt auch der Posten des Obersten Spielemachers vakant. Ich würde ihn ja nur zu gerne selber übernehmen, aber das ziemt sich nicht für einen Präsidenten. Deshalb hatte ich gedacht, ihr beiden übernehmt das als Doppelgespann.“
Gespannt beugte sich der Dicke vor und genoss sichtlich die Reaktion.
„Ich habe auch andere Aufgaben“, sagte Brendan abwehrend.
„Wir hatten eine Abmachung“, fauchte Fynn, der sich nun nicht mehr zurück halten konnte. Das Alles gefiel ihm ganz und gar nicht. Aber er hätte sich ja denken können, dass Cavanaugh ein falsches Spiel trieb.
„Mein lieber Brendan“, wandte sich der Präsident nun zuerst an den Friedenswächter, „für diesen Zeitraum kannst du dich vertreten lassen. Natürlich ist deine Entscheidung vollkommen freiwillig. Das gilt auch für dich, mein lieber Fynn. Aber lasst mich doch erst einmal zu Ende erzählen, bevor ihr ablehnt.“
„Unter keinen Umständen“, zischte Fynn.
„Lass ihn doch erstmal ausreden“, raunte Brendan ihm zu und Fynn verdrehte die Augen. Diese Vertraulichkeit kotzte ihn an.
„Genau“, stimmte Cavanaugh ihm zu, „die Sonderregelung, die ich plane, ist, dass nur die Hälfte der Tribute ausgelost wird. Mädchen oder Junge ist dabei egal, alle kommen in einen Topf. Freiwillige Meldungen sind wie immer möglich. Der zweite Tribut hingegen…“
Er machte eine Pause und schaute Fynn spöttisch ins Gesicht.
„Sag schon, was mit dem zweiten Tribut ist“, schnauzte Fynn und glücklicherweise ließ der Präsident sich diesmal ausnahmsweise nicht lange bitten.
„Der zweite Tribut“, Cavanaugh grinste dreckig, „wird der letzte Sieger eines jeden Distrikts.“
Zufrieden lehnte er sich zurück und Fynn brauchte nur Sekunden, um den Zusammenhang zu erschließen. Nichtsdestotrotz war er sprachlos. Damit hatte er als Letztes gerechnet. So wollte man ihn also loswerden.
„Das bedeutet…“, begann Brendan, wurde jedoch direkt von Cavanaugh unterbrochen.
„Richtig, mein lieber Brendan, das bedeutet, dass Colin Phyllis in der Arena und du der Oberste Spielemacher sein wirst. Das ist mein Geschenk an dich. Betrachte es doch als Praktikum“, Cavanaugh schien sich diebisch zu freuen.
„Unter diesen Umständen“, sagte Brendan, „werde ich über dein Angebot nachdenken.“
Fynn jedoch wusste, dass Brendan keine Sekunde mehr nachdenken würde. Cavanaugh hatte ihn am Haken. Der Hass des Generals auf den Sieger aus Distrikt Zwölf hatte beinahe schon etwas Manisches an sich. Inzwischen hatte Fynn auch seine Sprache wieder gefunden.
„Wie soll ich gleichzeitig Oberster Spielemacher und Tribut in der Arena sein“, fragte er, bereute es aber im gleichen Moment schon. Genauso war ja bereits der ehemalige Oberste Spielemacher geendet.
„Wie gesagt“, Cavanaugh grinste ihn hämisch an, „eigentlich müsstest du der Regel nach teilnehmen. Aber aufgrund deiner Verdienste biete ich dir eine Alternative an. Nimmst du an, wird DJ für Distrikt Fünf in die Spiele ziehen. Lehnst du ab, dann viel Spaß in den hundertsechsundzwanzigsten Hungerspielen, mein lieber Fynn!“
„Du kannst nicht einfach die Regeln ändern, wie es dir passt“, hielt Fynn dagegen.
„Fynn…“, mahnte Brendan leise, aber er ignorierte den Friedenswächter.
Cavanaugh schien die Situation hingegen immer mehr zu genießen.
„Oh doch“, entgegnete er, „ich kann und ich werde. Ich kann tun, was immer mir gefällt. Ich bin der Präsident. Ich will, dass ganz Panem das lernt und dazu gehörst auch du, mein lieber Fynn!“
„Distrikt Acht hat keinen Mentor“ fiel Fynn noch etwas ein, „dein Plan ist nicht durchführbar.“
Icarus zuckte die Achseln.
„Tja, dann hat Distrikt Acht dieses Jahr eben nur einen Tributen. Letztes Jahr hatten wir fünfundzwanzig. Dieses Jahr haben wir eben dreiundzwanzig. Auch das steht in meiner Macht als Präsident. Also wie lautet deine Entscheidung?“, fragte er.
„Gilt unser Deal nicht mehr?“, warf Fynn noch ein, wusste aber, dass er schon verloren hatte. Drei Möglichkeiten. Entweder Selbstmord oder Tod in der Arena oder Spielemacher. Die Entscheidung war leicht.
„Der Deal bezog sich auf deinen Mentorenposten. Wirst du Mentor?“, verlangte Cavanaugh rhetorisch zu wissen und antwortete direkt selbst, „nein, wirst du nicht. Ich halte mich an die Abmachung. Mehr noch, denk doch mal an die Möglichkeiten. Denk darüber nach, wer in der Arena sein wird. Wer für den Tod deiner Schwester mitverantwortlich ist.“
Eindringlich schaute der Präsident Fynn an, während dieser sich kraftlos zurücklehnte. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Aber alles hatte seinen Preis.
„Also gut“, erwiderte er, „scheint so, als bliebe mir nichts anderes übrig.“
„Dann schließe ich mich Fynn an“, brummte Brendan.
Cavanaugh klatschte in die Hände.
„Ich wusste doch, ihr würdet vernünftig sein. Das werden großartige Spiele. Und jetzt lasst uns die Feier genießen. Ich freue ich mich schon auf die Gesichter der Sieger, wenn ich nachher die Ankündigung mache!“
Fynn entgegnete nichts, sondern starrte nur finster vor sich hin. Auch diesen Verräter würde er einst büßen lassen. Er wusste nur noch nicht, wie. Aber er würde es, so sicher wie die Sonne jeden Morgen im Osten aufging und dann im Westen wieder versank. So schnell würde auch Icarus Cavanaugh wieder untergehen.


Allgemeine Informationen
-Regeln gibt es hier keine, da dies ein Spaß-Freizeit-Projekt ist und ich auch nicht so tun muss, als wäre mein Postfach so überfüllt, sodass ich Steckbriefe nur mit einem bestimmten Betreff im Titel erkenne ;)
-Dies ist der abschließende Teil meiner „Der Mörder…“-Reihe. Es ist denke ich nicht zwingend notwendig, die ersten beiden Teile gelesen zu haben, wenn auch sicherlich nicht von Nachteil. Bei Fragen zum bisherigen Plot, wenn man sich das nicht alles durchlesen, aber trotzdem mitmachen möchte, stehe ich gerne zur Verfügung.
-Zur Reservierung stehen lediglich die normalen Tribute, jeder darf bis auf Weiteres erst mal einen Tribut erstellen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Reservierungen sind Pflicht und haben per Mail zu erfolgen.
-Ich werde die Ersteller der jeweiligen Tribute zwar veröffentlichen, aber nicht in Verbindung mit den zugehörigen Tributen bringen, da ich erreichen möchte, dass der Leser sich auf jeden Tribut einlässt und ihn nicht schon aufgrund des Erstellers vorverurteilt. Das ist in diesem Genre eine weit verbreitete Krankheit unter der auch ich leide. Nichtsdestotrotz sollen die Ersteller für ihren Beitrag an der Geschichte natürlich nicht komplett unerwähnt bleiben.
-Ich habe bereits zwei fertig gestellte MMFFs. Das sind denke ich genug Referenzen unter Anbetracht der Tatsache, dass 90% der angefangenen MMFFs hier nicht beendet werden. Allerdings habe ich für meine zweite MMFF über drei Jahre gebraucht. Ich denke und hoffe nicht, dass die dritte ebenso lang wird, aber die Möglichkeit besteht natürlich.
-Beim Steckbbrief habe ich sehr viel meiner Meinung nach unnötiges Zeug gestrichen, das sich traditionell in HG-Steckbriefen so eingebürgert hat. Insbesondere möchte ich keinen einzigen Link sehen, weder vom Tribut noch von den Angehörigen auch nicht vom Paradekostüm und schon gar nicht vom Erntekleid. Das hat man in einem Buch alles nicht und braucht es auch nicht.
-Ich bin so selbstbewusst, beim Steckbrief eine gewisse Qualität zu verlangen und denke, dass ich mir das auch erlauben kann. Ich erwarte Charaktere, die die Geschichte bereichern und keine, die nur auf Sieg ausgelegt sind. Die gewinnen meistens sowieso nicht. Qualität geht über Quantität, auch wenn eine gewisse Ausführlichkeit selbstredend zu den grundlegenden Voraussetzungen gehört.
-Die Rechte an den Steckbriefen gehen an mich über, sowie sie in meinem Postfach eingehen. Ich behalte mir vor, sie abzulehnen, zur Korrektur zurück zu schicken, sie nach meinem eigenen Gutdünken auszulegen und umzuschreiben oder sie vielleicht auch in einem MSTing einzuschicken.
-Ich wünsche keine Charaktere, die schon in anderen MMFFs zu finden sind.
-Bei mir besteht die Gefahr, dass ich auch durchaus gute Charaktere bereits am Füllhorn krepieren lasse, da die Geschichte nicht erst dort losgeht, sondern mit dem Prolog. Alles ist somit dem Plot untergeordnet. Deshalb sollte man auch an der Geschichte interessiert sein und nicht nur am eigenen Charakter, wie es leider immer wieder vorgekommen ist.
-Reviews haben keinerlei Einfluss auf die Geschichte und das Überleben der Tribute. Natürlich kann man sich immer bei mir rückmelden, ich unterhalte mich auch gerne auch inhaltlicher Ebene über die Geschichte und die Charaktere, aber Reviews und Rückmeldungen sind keinesfalls verpflichtend und bringen auch keinen Vorteil ein.
-Für den Steckbrief möchte ich keine Frist aussetzen, ich habe allerdings schon einige Vorstellungskapitel fertig und weiß nicht, wie schnell es weitergeht. Deshalb wäre es von Vorteil, wenn diese nicht zu lange bräuchte. Aber das würde ich dann mit jedem individuell klären.
-Bei jedweden Rückfragen steht mein Postfach euch immer offen, ich versuche, schnellstmöglichst zu antworten.




Alphabetische Liste der Ersteller (auch dabei die Ersteller der Siegertribute der vorherigen Spiele, nicht dass diese sich wundern, warum sie hier stehen, obwohl sie womöglich gar nichts Neues reserviert haben):
Anexa
Areion
Blackbirds
Borras
Herania
hintobo
lindork
Lumey
Meviiy
Sally97
writerMuffin
zinalynn



Distrikt 1
Normaler Tribut: Glisten Havering (18)
Mentorentribut: Jewel Darcon (19)

Distrikt 2
Normaler Tribut: Levian Lucius Vigue (18)
Mentorentribut: Priamos Hektor Branster (20)

Distrikt 3
Normaler Tribut: Terence Widlar (18)
Mentorentribut: Gregory Tunningham (65)

Distrikt 4
Normaler Tribut: Fenris Thonder (18)
Mentorentribut: Hegar Thonder (36)

Distrikt 5
Normaler Tribut: Ryon Smith (17)
Mentorentribut: Dominique Jay (54)

Distrikt 6
Normaler Tribut: Fabia McCallum (15)
Mentorentribut: Neill McSpear (32)

Distrikt 7
Normaler Tribut: Hesper Trembley (18)
Mentorentribut: Robbie Herberts (46)

Distrikt 8
Normaler Tribut: Mave Ortega (16)
Mentorentribut: entfällt

Distrikt 9
Normaler Tribut: Bailey Courton (12)
Mentorentribut: Pallas Lida (17)

Distrikt 10
Normaler Tribut: Milvan Pecta (17)
Mentorentribut: Nicholas Keane (66)

Distrikt 11
Normaler Tribut: Surav Fearnley (17)
Mentorentribut: Agatha Campbell (50)

Distrikt 12
Normaler Tribut: Macula Sillers (17)
Mentorentribut: Colin Phyllis (19)



Steckbrief


*freiwillig
Klammern bitte löschen

Allgemeines

Name:
Vorname:
*Spitzname (Wer nennt dich so?  Warum?):
Geschlecht:
Alter:
Distrikt:
Sexuelle Orientierung:

Aussehen

Größe:
Statur/Körperbau:
Haare (Farbe, Länge, Zustand etc.):
Gesicht (Augen, Nase, Mund, Ohren, Haut etc.)
Besonderheiten (z.B. Narben…):

Charakter

Allgemeine Charakterbeschreibung (Fließtext, kein Wortlimit, aber macht es bitte ausführlich):
Stärken, psychisch (kein Limit)
Schwächen, psychisch (s.o.)
Stärken, physisch (s.o.)
Schwächen, physisch (s.o.)
Zukunftsplanung vor der Ziehung;
*Lebenstraum:
Vorlieben (allgemein, an Menschen):
Abneigungen (s. Vorlieben):
Ängste/Phobien:
Macken/Eigenarten/Angewohnheiten:
Charakter in fünf Worten:

Familie und sonstige Mitmenschen
Mutter (Name, Alter, Beruf, Charakter, *Aussehen, Beziehung zum Tribut):
Vater (siehe Mutter):
*Geschwister (siehe Mutter):
*sonstige Verwandte (siehe Mutter):
*Freunde (siehe Mutter, zusätzlich noch, woher sie sich kennen):
*Feinde (siehe Mutter, zusätzlich der Grund, warum sie verfeindet sind):
*Beziehung/Liebe (siehe Mutter, zusätzlich noch, woher sie sich kennen, ob der Tribut nur in die Person verliebt ist oder ob sie tatsächlich eine Beziehung führen, ob die Beziehung glücklich ist)
*sonstige, relevante Personen (siehe Mutter)

Bisheriges Leben:
Lebensumstände (arm, Mittelschicht, reich):
Wohnort (Haus, Wohnung, unter der Brücke etc.):
Lebenslauf (Ausführlicher Fließtext):
Tätigkeit:
Hobbys:
Beschreibung des Alltags:




Ernte


Anzahl der Lose (Für die ganz Schlauen noch mal: Mit 12 hat ein Los, während mit jedem Jahr eines hinzu kommt. Außerdem kann man Lose gegen Tesseraesteine für sich und seine Familie (nicht für Freunde und dergleichen) eintauschen. Mal angenommen, man hat Vater,  Mutter und ein Geschwisterkind für die man Tesserae holt. Dann hat man mit 12 5 Lose. Mit 13 hat man dann grundsätzlich 6 und wenn man sich wieder Tesserae holt, 10. Ihr glaubt gar nicht, wie viele bei meiner letzten MMFF dieses Prinzip nicht verstanden hatten):
Freiwillig?:
*wenn ja, warum?:
*Wünsche oder Anmerkungen, was bei der Ernte unbedingt passieren sollte:
*Andenken:


Fähigkeiten & Verhalten
Was kann der Tribut (Waffen, sonstige Kenntnisse) und woher:
Was erachtet der Tribut im Training als wichtig (z.B. was wird trainiert, oder wird eher beobachtet, werden Kontakte geknüpft)
Was wird im Einzeltraining gemacht und wie?:
*Sonstiges:





Sonstiges
*Wunsch, was mit dem Charakter passieren soll (passiert erfahrungsgemäß allerdings nicht zwingend):
*Habe ich was vergessen?:
*Sonstige Anmerkungen:
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